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Bei den „Wach- und Sicherheits“unternehmen sind nach Unternehmerangaben 184 000 Menschen beschäftigt. Nachtarbeit, Arbeit am Wochenende und an Feiertagen, Schichtarbeit sind „normal“. Dafür gibt es schändliche Löhne. Von den 4000 Unternehmen der Branche sind nur 850 im „Arbeitgeber“verband BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) organsiert, bei denen 100 000 Lohnabhängige beschäftigt sind.

Der Verband droht nun, den bestehenden Mindestlohn-Tarifvertrag mit ver.di zum Jahresende zu kündigen. Diese Mindestlöhne liegen, je nach Region, zwischen 7,50 und 9,20 Euro. Selbst diese erbärmlichen Stundenlöhne sind nun gefährdet.

ver.di verlangt „mindestens eine 8 vor dem Komma“ und mindestens 8,50 Euro bis 2015. Die Kapitalisten bieten 7,90 bis 8 Euro für die Regionen an, in denen bisher der Satz von 7,50 Euro galt. Aber sie fordern dafür eine „Gegenleistung“. Die Gewerkschaft soll keine Lohnforderungen erheben, die über diesen Mindestlohn hinausgehen. Ausserdem fordern die Kapitalisten eine Senkung der tariflichen Zulagen für Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge und deren teilweise Einrechnung in den Grundlohn. Diese Zuschläge machen 15 bis 20 % der Entgelte aus und sind damit ein bedeutender Teil des Einkommens.

Der Staat steht auch hier auf der Seite der Kapitalisten. Er ist selbst ein wichtiger Kunde der Sicherheitsunternehmen. Zwischen 20 und 60 Prozent des Auftragsvolumens kommen von Staatsseite. Nur die gute Hälfte der Bundesländer haben aber sogenannte Tariftreuegesetze, nach denen die Einhaltung von Mindestlöhnen eine Kriterium für die Auftragsvergabe ist. Aber diese Bedingung der Tariftreue schliesst die Zuschläge nicht ein. Nicht tarifgebundene Unternehmen müssen nur den Mindestlohn zahlen, um an Aufträge zu kommen. Das bringt sie in einen Konkurrenzvorteil gegenüber den nicht tarifgebundenen, im Arbeitgeberverband organisierten, Unternehmen. Damit fungiert der Staat direkt als Lohndrücker und liefert dem Arbeitgeberverband die Argumente für die Beschneidung der Zuschläge.

ai