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In den deutschen Massenmedien wird das Bild vermittelt, in Kiew demonstrierten friedliche, westlich und demokratisch gesinnte Massen gegen eine korrupte und autoritäre Regierung. Das ist ein Lügenbild. In Kiew marschieren hysterisierte Kleinbürger, die von einem „Leben wie im Westen“ träumen, Arm in Arm mit den Faschisten und den bezahlten Provokateuren aus dem Lumpenproletariat.. Die demonstrierende Schickeria würde sich wundern, was diese Barbaren mit ihnen machen würden, wenn sie an die Macht kommen würden.

Was da läuft, ist nicht eine demokratische Bewegung, sondern ein Putschversuch unter dem Deckmantel „pro-europäischer“ Massendemonstrationen. Klitschko verbindet zwar die Forderung nach Rücktritt der Regierung und des Präsidenten mit der nach Neuwahlen. Aber Letzteres ist deutlich ein gefälliger „demokratischer“ Schnörkel, während die paramilitärische Handlungsweise der faschistischen Kader die Realität ist. Die treibenden Kräfte des Putschversuchs wissen gut, dass sie in der Bevölkerung keine Mehrheit haben. Deshalb versuchen sie, ausserhalb der Verfassung Fakten zu schaffen. Die Paramiltärs haben begonnen, das Regierungsviertel mit Barrikaden und Kontrollposten abzuriegeln. Sie versuchen, die Regierung zur Ausrufung des Notstands zu zwingen, um dann aus der Empörung darüber zusätzlich Wasser auf ihre Mühlen zu lenken.

Die Demonstration vom Sonntag sollte eine Million Menschen auf die Strasse bringen. Nach Behördenangaben waren es 50 000. Nach anderen Angaben „mehrere Hunderttausend“. In dieser Grössenordnung, und sei es eine Million gewesen, demonstrieren „Opositionelle“ in Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien oder Portugal mehrmals im Jahr, ohne dass sich eine Regierung darum schert oder die deutsche Regierung deren Legalität anzweifelt. Für die Ukraine gelten andere Massstäbe. Werden diese Massstäbe künftig bei geeignter Gelegenheit auch für „westliche Demokratien“ gelten, wenn sie aus dem deutschen Ruder laufen ?

Zahlreiche geschlossene Marschkolonnen zogen am Sonntagnachmittag unter dem Kommando von Hundertschaftsführern mit Megaphonen durch die Innenstadt. Sie sperrten in der Umgebung von Kabinettsgebäuden, Präsidentenpalast und Parlament mehrere Straßen und errichteten nach einem offenbar vorab gefassten Plan Zelte auf der Fahrbahn.“, schreibt die grossbürgerliche deutsche FAZ. Und in einem anderen Artikel; „Name, Vorname, militärischer Dienstgrad. Beim Einsatzstab des Nationalen Widerstands im ukrainischen Lemberg, (Lwiw), stellten die Unzufriedenen am Samstag ihren Konvoi für die Großproteste in Kiew zusammen. … Demonstrantennachschub wird genauestens geplant
… Die Opposition hat die Stadt (Lwiw) in der Hand. Am Rathaus prangt die Europafahne, das Regionalparlament hat seine Rechts- und Informationsabteilung dem „Stab des Nationalen Widerstands“ zur Verfügung gestellt. Selbst die Polizei gilt als verbündet. … Der Regionalratsabgeordnete Andrij Kornat ist Chef der Organisationsabteilung beim Stab. Er ist verantwortlich für den Demonstrantennachschub in die Hauptstadt …“ (FAZ) Die „Opposition“ – das ist hier die Faschistenpartei Swoboda.

Hinter dem Putschversuch steckt die deutsche Regierung

Die Organisatoren des Putschversuchs sind drei Parteien: Klitschkos UDAR, Timoschenkos „Vaterland“ und Tiahnyboks „Swoboda“. UDAR ist von der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU aus der Taufe gehoben worden. „Vaterland“ wird ebenfalls von der deutschen Rechten vielfältig unterstützt. Man erinnere sich an die Kampagnen zum §Fall§ Timoschenko. Swoboda unterhält Parteibeziehungen zur NPD und wird von der deutschen Regierung gedeckt, indem man sie zu einer „nationalistischen“ Partei verharmlost. Die Neue Rheinische Zeitung beleuchtet dieses Geflecht hier.

Es mutet gespenstisch an, wenn heute eine deutsche Regierung einen Putschversuch in der Ukraine lanciert, einem Land, das die deutschen Nazis verheert und in Ströme von Blut getaucht haben. Auch die Nazis bedienten sich dabei ukrainischer Kollaborateure, die den deutschen Barbaren an Menschenverachtung und Grausamkeit in nichts nachstanden und oft in deutschem Auftrag die „Drecksarbeit“ erledigten. Der gleichen Kräfte bedient sich heute die Merkel-Regierung wieder (Und es wird sich nichts daran ändern, wenn die SPD in die Regierung entritt.)

Die Putschisten haben gestern, am 9. Dezember 2013, in Kiew eine Lenin-Statue vom Sockel gestürzt, ihr den Kopf und die Gliedmassen abgehackt und den Torso zertrümmert. Solche symbolische Barbareien lassen erahnen, was bevorsteht, wenn die ukrainischen Faschisten mit an die Regierung kommen sollten. Aber die Barbaren sind nur die gelehrigen Zöglige ihrer deutschen Meister. Nach der Annexion der DDR haben die westdeutschen Sieger es mit den Symbolen des Annexionsgebiets nicht anders gemacht. Der Abriss des Palasts der Republik war das obszöne Fanal.

Hier wie dort bedeuten solche Akte nicht nur, den tödlichen Hass der deutschen Imperialisten auf alles auszuleben, was an Sozialismus erinnert. Sie haben auch den Sinn, die heutige Russische Föderation als Erbin der Sowjetunion zu isolieren, eine neue vorgeschobene „Blockgrenze“ zu schaffen. Im weiteren ist die Zerchlagung der Russischen Föderation selbst im Visier.

Das ist eine gefahrliche Konfrontationspolitik. Deutschland bringt in seinem ungebrochenen „Drang nach Osten“ erneut den Frieden in Europa in Gefahr. Das sollte bedacht werden, wenn in der Tagesschau die „prowestlichen Demonstrationen in der Ukraine“ so präsentiert werden, als seien sie eine Hoffnung auf Demokratie und eine „westlich orientierte“ Ukraine. Sie sind etwas ganz anderes – die Destabilsierung noch eines europäischen Staates von deutscher Hand mit dem Ziel, ihn zu einem Vasallenstaat zu machen.

Die Galionsfigur soll Klitschko werden. Der geschäftstüchtige Boxer, der in Deutschland unbeschränktes Aufenthaltsrecht hat und im Land seiner Auftraggeber auch seine Steuern bezahlt, ist als Vorzeigefigur der ukrainischen Quislinge ausersehen. Der antsemitische Faschist Tiahnybok ist dafür zu peinlich, die Betrügerin Timoschenko ist dem Publikum auch nur schwer zu vermitteln. Die FAZ schreibt ganz offen: „Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Gruppe der konservativen Parteien in der EU (EVP) wollen Klitschko laut Informationen des Magazins „Der Spiegel“ durch gemeinsame Auftritte stärken. Geplant sei, den Boxer zum Oppositionsführer und Gegenkandidaten von Präsident Janukowitsch aufzubauen, hieß es. Parallel dazu würden EVP und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung Politiker von Klitschkos Udar-Partei logistisch unterstützen und schulen. …“

So wird „Demokratie“ in anderen Staaten von Deutschland gemacht – wenn es nach der deutschen Regierung geht. Aber ob die Ukrainer sich das gefallen lassen ?

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Siehe auch Sympathie für die ukrainische Opposition ?

Berliner Einmischung in der Ukraine

Ukraine will nicht heim ins Reich