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Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands

FaustDie Gründung der KPD (Spartakusbund) bildete einen Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Sie war Krönung des Kampfes der deutschen Linken um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegen Imperialismus und Krieg.

Am 30. Dezember 1918 konstituierten sich die Delegierten der Reichskonferenz des Spartakusbundes als Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands, der bis zum 1. Januar 1919 tagte. Schon vorher wurde die Frage diskutiert, ob ein weiteres Zusammengehen des Spartakusbundes mit der USPD noch gerechtfertigt werden könne. In diesem Diskussionsprozess wurde auch ein Dokument „Was will der Spartakusbund?“ Mitte Dezember erarbeitet und veröffentlicht. Mit ihm erfolgte die völlige politische und ideologische Abgrenzung vom Zentrismus. Das Dokument wurde auch an W.I. Lenin mit einem Begleitbrief von Rosa Luxemburg geschickt, in dem es hieß: „Teurer Wladimir! Ich benutze die Reise des Onkels, um Ihnen allen einen herzlichen Gruß von der Familie, von Karl, Franz und den anderen zu übersenden. Gebe Gott, dass das kommende Jahr alle unsere Wünsche erfüllen wird. Alles Gute! Über unser Leben und Treiben wird der Onkel erzählen. Einstweilen drücke ich Ihnen die Hände und grüße Sie. Rosa.“ Die hohe Wertschätzung, die Lenin dem Dokument des Spartakusbundes zukommen ließ, wird darin sichtbar, dass er mit dem Hinweis, schnellstens die internationale sozialistische Konferenz zur Gründung der III. Internationale vorzubereiten, den Ratschlag verband: „Dazu muss man a) die Grundsätze für eine Plattform formulieren (ich denke, man kann (a) die Theorie und Praxis des Bolschewismus nehmen … (ß) ferner „Was will der Spartakusbund?“ nehmen). Aus a + ß gehen die Grundsätze für eine Plattform klar genug hervor.“ Die gleichen Gedanken sollten im Aufruf „Zum 1. Kongress der Kommunistischen Internationale“ enthalten sein. Diese Würdigung widerlegt alle antikommunistischen Verleumdungen, ganz gleich von welcher Seite sie kommen. In der Diskussion in Deutschland trat immer stärker die Auffassung hervor, dass es notwendig sei, eine eigene Partei zu gründen, um die Bewegung auch organisatorisch mehr zu festigen. Am 22. Dezember beschloss die Zentrale des Spartakusbundes „die Einberufung einer Reichskonferenz, in der zur Krisis in der USPD, zum Programm, zur Nationalversammlung und zur bevorstehenden Internationalen Konferenz in Bern Stellung genommen werden sollte. Obwohl es für uns klar war, dass bei dem ganzen Verhalten der USPD-Führer ein weiteres Zusammenarbeiten in der Partei unmöglich war, richteten wir doch noch am gleichen Tag einen Brief an den Parteivorstand der USPD, in dem wir nach einer offenen Kritik der USPD- Politik die Einberufung eines Parteitages forderten und um Antwort bis zum 25. Dezember ersuchten.“ (Wilhelm Pieck). Rosa Luxemburg beschrieb die Lage in einem Brief an Clara Zetkin vom 25. Dezember wie folgt: „Hier spitzen sich die Verhältnisse zu, sowohl außen – zu den Ebert-Leuten – wie innen, in der USP … Du erhältst wohl d. R. Fahne jetzt regelmäßig u. siehst, dass wir nicht aufhören, nach einem Parteitag zu schreien. Gestern erfolgte darauf die förmliche Absage. Die Partei ist in voller Auflösung. Ströbel, Haase, Bock (!), die ‚Freiheit‘ fordern offen die Abgrenzung nach ‚links‘, d.h. gegen uns. Andererseits ist die Verschmelzung zwischen USP u. den Scheidemännern in der Provinz in vollem Gange.“ Angesichts der gesteigerten Prinzipienlosigkeit der USPD stellte Karl Liebknecht in seinem Referat vom 30. Dezember 1918 nachdrücklich fest: „ … dass ein weiteres Verbleiben im Verbande der USP geradezu bedeutet eine Solidarisierung mit der Gegenrevolution, eine Preisgabe der Ehre des Sozialismus … Wir haben keine Gemeinschaft mehr mit der USP, wir müssen eine selbständige Partei werden. Wenn wir heute auseinandergehen, muß eine neue Partei gegründet sein, eine Partei, die im Gegensatz zu den scheinsozialistischen Parteien steht, zu denen auch die USP zu rechnen ist, im Gegensatz zu den Parteien, die das Wort Sozialismus missbrauchen, um die Massen zu verwirren und den herrschenden Klassen in die Hände zu arbeiten, eine Partei, die entschlossen und rücksichtslos die Interessen des Proletariats vertritt, eine Partei, die geschlossen und einheitlich zusammengesetzt ist im Geiste und im Willen, eine Partei die ein klares Programm hat, eine Partei, in der das Ziel und die Mittel zum Ziele gewählt sind mit klarer Entschlossenheit, mit einer Entschiedenheit, die nicht verwirrt werden kann, (in der) die Mittel gewählt worden sind nach den Interessen der sozialistischen Revolution, nach den Interessen, die die sozialistische Weltrevolution erfordert.“ In diesem Sinne konstituierte sich der Spartakusbund als selbständige Partei unter dem Namen Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund). Rosa Luxemburg umriss diesen revolutionären Schritt mit der allseits zitierten Feststellung: „Wir sind wieder bei Marx, unter seinem Banner.“

Für die Klasseninteressen der Arbeiterklasse
Der Parteitag behandelte im weiteren Verlauf wichtige Fragen des politischen Kampfes der Partei. Dazu gehörte auch die Stellung zur Nationalversammlung. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen zu dieser Frage. Die Führung des Spartakusbundes behandelte die Frage vom Gesichtspunkt des Ringens um die Mehrheit der Arbeiterklasse und aller Werktätigen und trat für eine Teilnahme an den Wahlen ein. Vor allem Käthe Duncker, Fritz Heckert, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vertraten die Meinung, dass die Partei auch den Wahlkampf und die Tribüne der Nationalversammlung zur Aufrüttelung der Arbeiterklasse nutzen müsse. Rosa Luxemburg wies darauf hin, dass es der Zentrale um die Gewinnung der Massen vor allem durch die Aktion auf der Straße ging. „Wir wollen innerhalb der Nationalversammlung ein siegreiches Zeichen aufpflanzen, gestützt auf die Aktion von außen. Wir wollen dieses Bollwerk von innen heraus sprengen. Wir wollen die Tribüne der Nationalversammlung und auch diejenige der Wählerversammlungen.“ Auch Karl Liebknecht argumentierte in gleicher Richtung. Der Parteitag lehnte die Beteiligung an den Wahlen aber ab, weil sie von der Stärkung der Arbeiter- und Soldatenräte ablenke. Die Mehrheit hatte nicht berücksichtigt, dass die Frage Rätemacht oder Nationalversammlung bereits entschieden war. Rosa Luxemburg sprach zum Tagesordnungspunkt „Unser Programm und die politische Situation“. Die deutschen Kommunisten bekannten sich zum Marxismus und wiesen, wie Rosa Luxemburg erklärte, den Ersatz-Marxismus zurück. Zum „Ersatz-Marxismus sozialdemokratischer Prägung“ zählten sie die Theorie vom friedlichen Hineinwachsen in den Sozialismus, die Preisgabe des Klassenkampfes, die Koalitionspolitik mit der Bourgeoisie, die Aufgabe der Selbständigkeit der Arbeiterbewegung durch die Opportunisten und die Verwandlung der ehemals revolutionären Arbeiterpartei in eine bürgerliche Arbeiterpartei. So gründeten die Kommunisten eine selbständige, revolutionäre Partei der Arbeiterklasse, die zum ersten Mal seit dem Wirken von Marx und Engels in der deutschen Arbeiterbewegung den Kampf um die Diktatur des Proletariats und die Errichtung der sozialistischen Gesellschaft in ihr Programm aufgenommen hatte. „Erst in einer solchen Gesellschaft sind Völkerhass, Knechtschaft entwurzelt. Erst wenn eine solche Gesellschaft verwirklicht ist, wird die Erde nicht mehr durch Menschenmord geschändet. Erst dann wird es heißen: Dieser Krieg ist der letzte gewesen!“ Durch die Gründung wurde die revolutionäre marxistische Entwicklungslinie in der deutschen Arbeiterbewegung fortgeführt. Sie war zugleich ein wichtiges Ereignis in der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung.

Anton Latzo

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