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Fluch oder Segen? – Chinesische Investitionen in Europa

von Li Gang

Seit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise haben chinesische Investoren ihr Engagement in Europa maßgeblich verstärkt, was einen neuen Glanzpunkt in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU markiert hat. Die zunehmenden Investitionen der Volksrepublik haben nicht nur Chinas Einfluss in der Welt erhöht, sondern auch die Wirtschaft in den europäischen Staaten merklich angekurbelt. Entstanden ist eigentlich eine klassische Win-Win-Situation und in Europa werden die Investoren aus China auch überwiegend mit offenen Armen empfangen, doch in der Öffentlichkeit gibt es trotzdem noch immer kritische Stimmen. Um bestehende Bedenken der Europäer zu zerstreuen und Vorurteile gegen chinesische Unternehmen abzubauen, müssen sich chinesische Unternehmen noch besser mit den einheimischen Gesetzen der Zielländer vertraut machen, ihre Kenntnisse in der ausländischen Kultur vertiefen und auch die Kommunikation mit den Regierungen und den Menschen in den europäischen Ländern verstärken.

Rasantes Wachstum und großer Handlungsspielraum für Investitionen

Auch die EU-Länder treten noch immer als Großinvestor auf. Nach Zahlen des europäischen Statistikamtes stiegen die Direktinvestitionen aus den 27 EU-Ländern in China zwischen 2008 und 2012 weiter rasant. 2011 etwa knackten sie die Marke von 100 Milliarden Euro und erreichten im Jahr 2012 sogar 118,1 Milliarden Euro, gegenüber dem Jahr 2008 ein Plus um das 1,2-Fache (siehe Tabelle 1). Doch seit einigen Jahren zeichnet sich parallel eine neue Tendenz ab, nämlich ein verstärktes Engagement chinesischer Investoren in der Europäischen Union. Nach dem „Bulletin über Chinas Direktinvestitionen im Ausland“, das vom chinesischen Handelsministerium und dem chinesischen Statistikamt in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen veröffentlicht wurde, lagen die chinesischen Direktinvestitionen in der EU im Jahr 2005 bei 768 Millionen US-Dollar und machten gerade einmal 1,3 Prozent der gesamten chinesischen Direktinvestitionen im Ausland aus. Im Jahr 2006 dagegen kletterten sie auf 1,275 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und knackten damit die Marke von einer Milliarde US–Dollar. 2009 nahmen die Investitionen nochmals sprunghaft zu und erreichten 6,278 Milliarden US-Dollar, nahezu eine Verdoppelung gegenüber 2008. Bis Ende 2012 beliefen sich Chinas gesamte Direktinvestitionen in der EU auf 31,538 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um das 40-Fache gegenüber 2005. Während nach Statistiken der amerikanischen Heritage Foundation 2005 nur ein einziges chinesisches Investitionsprojekt in der EU einen Wert von 100 Millionen US-Dollar erreichte, hat sich diese Zahl 2013 auf 18 Projekte erhöht.

Auch wenn sich die gegenseitigen Investitionen zwischen China und Europa in den letzten Jahren rasant entwickelt haben, befinden sie sich doch noch immer im Anfangsstadium. Der Umfang ist noch immer begrenzt, doch das Potential ist riesig. Nach Statistiken des chinesischen Handelsministeriums beliefen sich Chinas gesamte Direktinvestitionen in der EU bis Ende 2012 lediglich auf 31,538 Milliarden US-Dollar und machten damit nur 5,9 Prozent aller chinesischen Auslandsinvestitionen aus. Die EU hat ihrerseits bis 2012 Direktinvestitionen in Höhe von 118,1 Milliarden Euro in China getätigt, was ebenfalls lediglich 2,3 Prozent aller EU-Direktinvestitionen im Ausland entsprach. Zum Vergleich: In der gleichen Zeitspanne investierten die EU-Staaten 1,7 Billionen Euro in den USA. Die Investitionen in den Vereinigten Staaten machten damit mehr als 30 Prozent aller EU-Direktinvestitionen im Ausland aus (siehe Tabelle 1). Daraus wird ersichtlich, dass die gegenseitigen Direktinvestitionen zwischen China und der EU bisher den eigenen Wirtschaftsleistungen beider Seiten kaum entsprechen, was den großen Handlungsspielraum für die Ankurbelung der Investitionen zwischen beiden Seiten zeigt.

Suche nach günstigen Investitionschancen in Europa

Die EU ist heute die weltweit größte Wirtschaftsallianz mit dem höchsten Integrationsgrad unter den entwickelten Regionen der Welt und spielt deshalb eine ausschlaggebende Rolle für die Weltwirtschaft. Großbritannien gehört aufgrund seines ausgereiften Kapitalmarktes und der guten Investitionsbedingungen vor Ort zu den beliebtesten Zielländern chinesischer Investoren. Chinas Investitionen in diesem Land entwickeln sich seit einigen Jahren rasant und erfahren zugleich eine zunehmende Diversifizierung. Bis heute haben sich mehr als 500 chinesische Unternehmen in Großbritannien niedergelassen. Die Investitionen belaufen sich auf 32,3 Milliarden US-Dollar und weisen ein weit gefächertes Spektrum auf. In verschiedensten Bereichen wie Landwirtschaft, Energie, Finanzwesen, Immobilien, Wissenschaft und Technik sowie Transport und Verkehr werden Investitionen getätigt. Dabei bilden Energie, Transport und Verkehr sowie Immobilien einen besonderen Schwerpunkt. Insgesamt gesehen weisen die Unternehmen mit chinesischer Kapitalbeteiligung in Großbritannien ein gutes Management auf und es lassen sich zahlreiche Erfolgsgeschichten erzählen.

Der chinesische Autokonzern Geely (Zhejiang Geely Holding Group) etwa übernahm für 11,04 Millionen Pfund das Unternehmen British Manganese. Da die von der britischen Firma hergestellten schwarzen Taxis Kult und kulturelles Wahrzeichen Londons sind, hilft der Coup dem chinesischen Investor, den britischen Markt besser zu erschließen. Geht es nach der chinesischen Muttergesellschaft, sollten dabei dem Auto-Leasing und der PKW-Herstellung Schlüsselrollen zufallen. Durch die britische Tochterfirma erhält der chinesische Investor einen tieferen Einblick in die Gesetzeslage und die Bedürfnisse auf dem internationalen Markt sowie die gesellschaftlichen Verhältnisse in Europa und kann wertvolle Erfahrungen im Bereich der internationalen Geschäftsführung sammeln.

Eine weitere Erfolgsgeschichte schrieb die Shanghaier SAIC Motor Corporation Limited. In Zusammenarbeit mit dem traditionsreichen britischen Autohersteller MR Rover brachte die Firma unter dem Motto „Designt in Großbritannien, made in China“ neue Autos auf den Markt. Auch der Chinese National Petroleum Corporation (CNPC) gelang ein entscheidender Coup. Das Unternehmen übernahm den Geschäftsbereich Rohölraffination des transnationalen Ölkonzerns Ineos mit Sitz in der Schweiz. Ferner konnten die chinesischen Telekommunikationsgiganten Huawei Technologies und die Zhongxing Telecommunication Equipment Corporation (ZTE Corporation) ihre Entwicklungszentren in Großbritannien weiter ausbauen.

Auch 2014 reißt der Trend wachsender chinesischer Investitionen in Großbritannien nicht ab. Nach Statistiken der Heritage Foundation tätigten chinesische Unternehmen von Januar bis Juni dieses Jahres insgesamt 16 Großinvestitionsprojekte (jeweils im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar) in Europa. Der Gesamtinvestitionswert belief sich auf 12,87 Milliarden US-Dollar. Von diesen 16 Projekten wurden sieben in Großbritannien durchgeführt und ihr Gesamtwert belief sich auf rund 4,87 Milliarden US-Dollar.

2009 wurde Europa von der Schuldenkrise gebeutelt, was die europäische Wirtschaft erheblich beeinträchtigt hat. Viele ausländische Investoren zogen sich aus der EU zurück. Diesem Trend steuerten die chinesischen Unternehmen entgegen und beschleunigten ihre Maßnahmen zum Gang nach Übersee. Einerseits stockten sie ihre Investitionen in den wichtigsten EU-Ländern auf, andererseits engagierten sie sich auch zunehmend in den peripheren Ländern der Euro-Zone, die besonders unter der Finanzkrise litten. Die Gründe für das verstärkte Engagement chinesischer Unternehmen sind vielfältig. Zum einen spielen sicherlich die gesunkenen Kosten für Übernahmen eine Rolle, da die Aktien vieler europäischer Unternehmen seit Beginn der Schuldenkrise stark gefallen sind. Zum anderen drosselten die Banken während der Krise ihre Kreditvergabe, so dass es vielen Unternehmen der Euro-Zone an liquiden Geldmitteln mangelte. Aktienbeteiligungen oder Übernahmen durch chinesische Unternehmen kamen von daher genau zur rechten Zeit und leisteten Hilfe bei der Überwindung der finanziellen Engpässe. Des Weiteren spielte die Privatisierung der staatlichen Unternehmen in einigen europäischen Ländern eine wichtige Rolle. Sie resultierte aus dem von finanziellen Schwierigkeiten belasteten Staatshaushalt vieler Länder. Die Privatisierung eröffnete chinesischen Investoren viele Chancen. Und nicht zuletzt sind die chinesischen Investitionen sicherlich den günstigen politischen Rahmenbedingungen zu verdanken, die von der EU und ihren Mitgliedsländern angesichts der Schuldenkrise geschaffen wurden.

Italien bildet die viertgrößte Wirtschaft Europas. Vor allem die italienische Fertigungsindustrie sowie Markenartikel aus Italien sind international stark konkurrenzfähig. Bereits vor dem Ausbruch der Schuldenkrise investierten einige chinesische Unternehmen in Italien und konnten dabei gute Geschäftsergebnisse erzielen. Beispielsweise kaufte der bekannte chinesische Haushaltgerätehersteller Haier eine kleine Fabrik für Kühlschränke in der nordostitalienischen Gemeinde Campodoro auf und gründete damit seine erste Tochtergesellschaft in Europa. So gelang es Haier, festen Fuß auf dem riesigen europäischen Markt zu fassen. In den ersten zwei Jahren der Übernahme wurde die Produktion von kleinen Kühlschränken auf den alten Fließbändern der Firma fortgesetzt. Danach investierte Haier in großem Umfang in die Entwicklung neuer Produkte und gestaltete die Produktion stark um, womit das Unternehmen die Quantität und Qualität der Produkte von Jahr zu Jahr steigern konnte. 2008 brachte die Tochtergesellschaft dann dreitürige Kühlschränke mit italienischem Design auf den Markt. Die auf die individuellen Bedürfnisse der Konsumenten zugeschnittenen neuen Geräte wurden zum Verkaufsschlager. Zurzeit konzentriert sich die Haier-Tochtergesellschaft auf die Entwicklung und Produktion von hochwertigen Haushaltsgeräten, die genau auf die Gebrauchsgewohnheiten der europäischen Konsumenten abgestimmt sind. Die Zahl der hergestellten Kühlschränke ist von mehr als 34.000 im Jahr 2008 auf heute rund 81.000 geklettert. Während europäische Konkurrenten wegen der sinkenden Nachfrage die Produktion einschränken und Personal abbauen mussten, werden in der italienischen Haier-Tochtergesellschaft Überstunden gemacht.

Die Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Italien hat die Investitionen chinesischer Unternehmen auf ein neues Rekordhoch katapultiert. Chinesische Investoren tätigten einige große Übernahmen. Hierzu zählen der Erwerb von 40 Prozent der Aktienanteile der Ansaldo Energy Corporation durch die Shanghai Electric Group; der Kauf von 35 Prozent der Aktien der Energy Holding Company CDP Reti Network, die der italienischen staatlichen Bank Cassa Depositie Prestiti untersteht, durch Investitionen von China Grid in Höhe von 2,1 Milliarden Euro; und die Mehrheitsaktienbeteiligung der Shanghaier Yimin Food Factory der China Bright Food Group an dem italienischen Olivenölproduzenten Salov.

Vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise richten auch immer mehr chinesische Unternehmen ihr Augenmerk auf Griechenland. Derzeit haben 13 chinesische Unternehmen eine Niederlassung in Athen. Zu den Bereichen der Investitionszusammenarbeit gehören Hafenbau und Transport, Schiffbau, grüne Energien, Telekommunikation und Immobilien. Am 12. Juni 2008 erwarb das bekannte chinesische Hochseetransportunternehmen COSCO bei der Ausschreibung zur Privatisierung des größten griechischen Hafens Piraeus für 498 Millionen Euro für 35 Jahre die Wirtschaftslizenz für die Piers 2 und 3 des Hafens. Viele Griechen sahen in dem Vorgang ein negatives Signal und fürchteten um heimische Arbeitsplätze. Als COSCO im Oktober 2009 das Geschäft übernahm, wurde der Hafen sechs Wochen lang bestreikt. Die Hafenarbeiter skandierten Parolen wie „Cosco Go Home“. Doch das chinesische Unternehmen ließ die Tatsachen für sich sprechen. Durch einen neu gebauten Containerhafen wurden 1000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und der Lohndurchschnitt der Hafenarbeiter liegt heute deutlich höher als der Landesdurchschnitt. Durch die von COSCO veranstalteten Fortbildungen für Hafenarbeiter konnte außerdem die Produktivität der Containerabfertigung deutlich erhöht werden. Während früher pro Stunde im Schnitt nur sechs Standardcontainer abgefertigt wurden, sind es heute 22, was sogar das durchschnittliche Niveau in europäischen Häfen übertrifft. 2008 lag die Zahl der in Piraeus abgefertigten Container bei rund 434.000. In den darauf folgenden fünf Jahren hat sich diese Zahl versiebenfacht und erreichte 2013 3,16 Millionen. COSCO hat den griechischen Hafen in die Gewinnzone geführt. Im ersten Halbjahr 2014 wurde ein Gewinn in Höhe von 11,3 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2013. Das Investitionsprojekt von COSCO ist eines der erfolgreichsten Beispiele für Privatisierung in Griechenland seit Jahrzehnten und ein leuchtendes Vorbild für die Investitionstätigkeiten chinesischer Unternehmen in Europa.

Vorurteile gegen chinesische Investoren abbauen

Nicht selten stoßen chinesische Unternehmen bei ihren Investitionstätigkeiten in Europa auf Ablehnung. Das größte Problem ist, dass die Regierungen und die Bevölkerung in einigen europäischen Ländern Vorurteile gegen Investoren aus China hegen. In Wirklichkeit machen die chinesischen Investitionen einen eher kleinen Anteil an den gesamten ausländischen Investitionen in Europa aus. Die brasilianischen Investitionen in Europa etwa sind zehnmal so hoch wie die chinesischen und auch die südafrikanischen Investitionen liegen deutlich höher. Chinas Investitionen lassen sich, was den Umfang betrifft, gerade einmal mit dem Investitionsvolumen Venezuelas vergleichen. Ist von einer „Besetzung“ oder dem „Schlucken“ Europas durch chinesische Investoren die Rede, entbehrt dies jeder realen Grundlage.

Zweifelsohne bringen Chinas Investitionen europäischen Ländern in wirtschaftlicher Hinsicht handfeste Vorteile. Denn durch die chinesischen Geldmittel wird die finanzielle Liquidität in europäischen Ländern verbessert. Die Auswirkungen der Schuldenkrise behindern noch immer das Wirtschaftswachstum in Europa und es fehlt vielerorts an Geldern für öffentliche Projekte. Und auch private Investoren agieren in den letzten Jahren äußerst zurückhaltend. Chinas Investitionen haben die Geldmittelbeschaffung entscheidend erleichtert. Außerdem konnten zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach Statistiken des chinesischen Handelsministeriums investierten chinesische Unternehmen bis Ende 2012 in nahezu 2000 europäische Firmen, wodurch 42.000 Einheimische eine Beschäftigung fanden. Darüber hinaus konnte auf diese Weise auch die Leistungsfähigkeit europäischer Unternehmen erhöht werden. Als Folge hat sich auch ihr Anteile auf dem internationalen Markt merklich vergrößert. Auch die Vermögenswerte europäischer Unternehmen steigen. Nach den Regeln des Marktes steigt der Preis immer dann, wenn sich die Nachfrage vergrößert. Mit der Schuldenkrise fielen die Aktien einiger europäischer Unternehmen in großem Ausmaß. Durch den Zustrom chinesischer Investoren nach Europa wurde die Nachfrage nach Aktien und auch der Vermögenswert der Unternehmen wieder erhöht.

Doch auch auf ideeller Ebene sollten die chinesischen Unternehmen noch größere Anstrengungen unternehmen, um bestehende Vorurteile abzubauen. Einerseits sollten natürlich die Regierungen und die Öffentlichkeit der europäischen Länder Chinas Investitionstätigkeiten mit der gebührenden Objektivität betrachten, andererseits aber müssen auch Chinas Unternehmen ihr Auftreten überdenken und ihr Wissen etwa im rechtlichen Bereich erweitern. Sie sollten sich für ihre Investitionen noch besser mit den rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa vertraut machen. Viele Investoren aus China verfallen einem falschen Optimismus, glauben, wer nur ausreichend Geldmittel mitbringt, hat schon alle nötigen Voraussetzungen erfüllt. Doch nicht alle Probleme lassen sich mit Geld lösen. Viele chinesische Investoren verfügen nur über unzureichende Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen und des kulturellen Umfeldes der Zielländer. Nicht zuletzt deshalb stoßen sie auf dem in rechtlicher Hinsicht ausgereiften europäischen Markt immer wieder auf Schwierigkeiten. Auch müssen chinesische Unternehmen, die in Europa investieren wollen, lernen, gut mit den Gewerkschaften umzugehen. Viele chinesische Unternehmer unterschätzen die Vorbehalte der einheimischen Gewerkschaften und Arbeitnehmer. In den letzten Jahren stießen chinesische Investoren beim Kauf europäischer Unternehmen immer wieder auf harten Widerstand seitens der Gewerkschaften, da sie es versäumt hatten, mit diesen in einen echten Dialog zu treten. Wichtig ist zudem, dass chinesische Unternehmen ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern, die Kommunikation mit den einheimischen Regierungen sowie der lokalen Bevölkerung stärken und noch mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Nur so lässt sich der fälschliche Eindruck vermeiden, chinesische Investoren hätten es ausschließlich auf Schlüsseltechnologien europäischer Betriebe abgesehen. Eine gute Kommunikation wird letztlich dabei helfen, Argwohn, Misstrauen und Vorurteile abzubauen.

Die EU-Länder verfügen über Hochtechnologie, hoch qualifizierte Arbeitskräfte und ein transparentes rechtliches Umfeld. Zudem gibt es auf dem europäischen Markt weniger Barrieren für den Marktzugang. Aus diesen Gründen sind europäische Staaten für chinesische Unternehmer ein idealer Ort für umfangreiche Investitionen. Zur Wiederbelebung der Wirtschaft und zur Schaffung größerer Beschäftigungsmöglichkeiten begrüßen auch die EU-Länder Chinas Investitionstätigkeiten. Schon heute macht Chinas BIP zehn Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der Welt aus, der Anteil der chinesischen Auslandsinvestitionen dagegen dümpelt noch immer bei mageren 1,5 Prozent. Das große Potential liegt also auf der Hand. Sowohl China als auch die EU verfügen über gute Voraussetzungen für gegenseitige Investitionen und beide Seiten wünschen sich diese auch. Mit der Weiterentwicklung der chinesisch-europäischen strategischen Partnerschaftsbeziehungen, dem Voranschreiten der Verhandlungen über das Investitionsabkommen zwischen China und der EU und nicht zuletzt im Zuge der Internationalisierung des RMB vermehren sich die günstigen Faktoren für gegenseitige Investitionen weiter, was beiden Seiten für die Zukunft eine gute Perspektive beschert.

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Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Europastudien der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

(Quelle: China Heute)

Übernommen von Beijing Rundschau

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