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Kommunistische Partei Vietnams

– Zentralkomitee –

Essen, 27.04.2015

Geschätzte Genossinnen und Genossen,

am 30. April dieses Jahres feiern wir den 40. Jahrestag der Befreiung Saigons. Damit endete der 20-jährige Eroberungskrieg der USA mit einer vernichtenden Niederlage. Das vietnamesische Volk siegte über die stärkste Militärmacht der westlichen Welt. Die große Hilfe des damals existierenden sozialistischen Lagers, darunter modernste konventionelle Waffen aus der UdSSR, die weltweite Solidarität der Völker und ihrer Friedenskräfte, eingeschlossen die in den USA selbst, waren entscheidende Grundlagen dieses Sieges. Aber die letztlich ausschlaggebende Bedingung, dass diese Faktoren zur Geltung kommen konnten, bildete der nicht zu brechende Widerstandswille des Volkes, der in den Traditionen nationalen und antikolonialen Widerstandes wurzelte, die zu mobilisieren die vom legendären Führer Ho Chi Minh gegründete Kommunistische Partei verstand.

An diesem Tag wurden die Schlussworte der von Ho Chi Minh am 2. September 1945 verlesenen Unabhängigkeitserklärung Wirklichkeit: „Das vietnamesische Volk ist entschlossen, all seine geistigen und materiellen Kräfte aufzubieten, Leben und Besitz zu opfern, um sein Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit zu behaupten.“

Bis in die Gegenwart vermittelt dieser siegreiche nationale und soziale Befreiungskampf Vietnams weltweit wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse. Unter diesem Gesichtspunkt gilt der erste Gedanke, wenn man diesen historischen Sieg begeht, Ho Chi Minh, dessen 125. Geburtstag wir am 19. Mai dieses Jahres begehen.

Ho Chi Minh ist eine Führerpersönlichkeit, wie die kommunistische Weltbewegung und darüber hinaus die nationale Befreiungsbewegung nur wenige hervorbrachte. Als Ho Chi Minh während des erbitterten Kampf gegen die USA-Aggressoren im September 1969 starb, spekulierten seine Feinde, ohne ihn könnten sie das Land nunmehr in die Knie zwingen. Es war ein Trugschluss. Ho Chi Minh war ein Kämpfer gewesen, der die Aufmerksamkeit der Massen nicht auf seine Person bezog, sondern auf die Partei lenkte. Er hinterließ kein Vakuum, sondern eine im Kampf gestählte Vorhut mit einem starken Führungskollektiv, die sein Werk fortsetzte und zum Sieg führte. Er blieb die Seele des Widerstandes.

Unter Ho Chi Minhs Führung bewies die von ihm gegründete Kommunistische Partei von Anfang an, dass man die Mehrheit des Volkes in der revolutionären Aktion gewinnt und dass diese nicht erst begonnen werden kann, wenn die Mehrheit zum Kampf bereit ist.

Deshalb wandte Ho Chi Minh sich als erstes der Gründung dieser Partei zu. Sein erster Zirkel zur Vorbereitung der Parteigründung zählte 1925 ganze 20 Genossen. Als die Partei am 3. Februar 1930 gegründet wurde, zählte sie 1 828 Mitglieder.

Die junge Partei stellte sich an die Spitze eines im September 1931 in Zentralvietnam in den Provinzen Nghe An und Ha Tinh spontan ausgebrochenen Aufstandes der verzweifelten Bauern gegen die Hungersnot, der in ganz Vietnam einhunderttausend Menschen zum Opfer gefallen waren. Es gab kaum Chancen, ihn zum Sieg zu führen. Ho Chi Minh nannte ihn das „Vorspiel zur Augustrevolution, die dann 1945 siegte. Hätte die Partei sich nicht an die Seite der Bauern gestellt, wären sie ihr nicht in der Augustrevolution und den folgenden Befreiungskämpfen gefolgt. In diesen Kämpfen wurde das enge Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern geschmiedet.

Nach der Befreiung des kapitalistischen Südens stellte das vietnamesische Volk unter Führung seiner KPV 1976 die nationale und staatliche Einheit wieder her. Mit der Wiedervereinigung zur Sozialistischen Republik Vietnam wurde nicht nur das Ziel des von der Mehrheit des Volkes unterstützten  30-jährigen Befreiungskampfes verwirklicht, sondern auch der Konterrevolution ihre staatliche Basis im Süden entzogen. Dieser Schritt und weitere Maßnahmen zur Sicherung der Massenunterstützung für die Volksmacht trugen entscheidend dazu bei, dass die SRV nach 1989 die Niederlage des Sozialismus in Europa überstand. Hoffnungen der Feinde des Sozialismus, auch die KPV werde den Weg der osteuropäischen „Kommunistischen und Arbeiterparteien“ gehen und den Pfad der Sozialdemokratie einschlagen, erwiesen sich als Irrtum. Die Partei Ho Chi Minhs und seiner Nachfolger hat sich nicht „gewendet“. Während in Osteuropa die KPs zerfielen, stieg die Mitgliederzahl der vietnamesischen KP in dieser Zeit um rund 500 000 auf 2,5 Millionen an.

Nach der nationalen Befreiung als erster Etappe des revolutionären Weges verfolgt die KPV erfolgreich die unter vielen Gesichtspunkten schwierigere zweite Etappe der Erringung der ökonomischen Unabhängigkeit, als Grundlage der Errichtung einer sozial gerechten Gesellschaft.

Damals wie heute gibt Vietnam damit weiter ein internationales Beispiel, das sich auf Südostasien aber auch in Asien insgesamt, wie in Afrika und ebenso in Lateinamerika auswirkt.

Auf diesem Weg kann Vietnam unserer weiteren solidarischen, internationalistische Hilfen sicher sein.

Mit kommunistischen und brüderlichen Grüßen,

Patrik Köbele

(Vorsitzender der DKP)

Günter Pohl

(Internationaler Sekretär des Parteivorstands dder DKP)

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