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Der bayerische Landtag hat die Ausgaben für den G7-Gipfel auf Schloss Elmau gebilligt. Das Land Bayern zahlt 90, der Bund 40 Millionen. 130 Millionen für ein Wochenend-Treffen von sieben Staatsoberhäuptern! Pro Nase also fast 20 Millionen, die Ausgaben der beteiligten Staaten für den Tross ihrer Oberhäupter noch nicht gerechnet.

Der obszöne Aufwand wirft ein Licht auf den Zustand der westlichen bürgerlichen Demokratien. Ein schlichtes Treffen, sagen wir in einem Luxushotel einer Hauptstadt, ist längst nicht mehr möglich. Zu viele Menschen würden auf die Strasse gehen, um ihren Abscheu gegen die Herrschaften zu demonstrieren. Man muss in die Idylle auf dem Land ausweichen, weit genug weg von den Massen, und selbst hier noch eine ganze Region zur Festung machen und unter Ausnahmezustand stellen.

Der Aufwand ist aber auch eine Machtdemonstration. – Schaut, Leute, das können wir mit eueren Steuergeldern machen. Einfach mal so 130 Millionen für ein Wochenende verprassen. Wir können verschwenden und gleichzeitig Hartz-IV-Bezieher auf Nulldiät setzen, eine Verkäuferin wegen eines Cent-Betrags in die Justizmühle stecken, Menschen, die die Wahnsinnsmieten nicht mehr zahlen können, auf die Strasse setzen. Das eine wie das andere in schönster bürgerlicher Legalität, alles völlig rechtskonform, denn so sieht es aus, das Recht in den Staaten von Freedom & Democracy.

Elmau ist ein Sinnbild für den Übermut der Herrschenden, für ihre Abgehobenheit in einer eigenen Welt. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht, sagt das Sprichwort. Und von Marie-Antoinette, der Gattin des letzten französischen Königs, wird die Dummfrage kolportiert, warum die Leute denn keinen Kuchen ässen, wenn es an Brot fehlt. Auf den Barrikaden von Paris, mit dem Sturm auf die Bastille wurde ihre Märchenwelt zum Einsturz gebracht. Man hat die Dame, nebst ihrem Gatten, geköpft.

ai

Auf nach Elmau!

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