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400 000 Kolleginnen und Kollegen haben am diesjährigen 1. Mai an den über 400 Demonstrationen und Kundgebungen der DGB-Gewerkschaften teilgenommen. Während sich von ARD bis FAZ die Monopolmedien süffisant daran ergötzen, dass die Gewerkschaften schwächer geworden sind, zeigen Hunderttausende Gewerkschafterinnen, dass die Arbeiterbewegung sehr wohl eine Kraft ist, mit der die Herrschenden rechnen müssen. Wenn etwas schwächer geworden ist, dann sind das die Illusionen über die sogenannte Sozialpartnerschaft, mit denen die Lohnabhängigen über Jahrzehnte dem Kapital untergeordnet wurden. Die SPD als Hauptinstrument dafür dümpelt bei Wahlen um 25 %, und , nimmt man die Wahlberechtigten insgesamt, bei weit unter zwanzig Prozent. Auch der miese und in der Praxis löcherige Mindestlohn von 8,50 Euro, der gleichwohl durchgesetzt werden muss, hat den Vertrauensschwund in die Sozialdemokratie nicht beendet.

Auch in Deutschland nimmt seit drei Jahren die Zahl der Streiktage zu. Die Gewerkschaften gewinnen wieder mehr Mitglieder. Der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital wird auch in der „Wohlstandsinsel“ Deutschland für viele Menschen offensichtlicher. Wenn für die Mehrung der Profite und die Disziplinierung der „Arbeitsplatzbesitzer“ mehr als zehn Millionen Menschen in Armut gebracht werden, hat das seinen Preis. Die Grosskapitalisten und ihr Staat haben die Rechnung noch nicht bezahlt. Rein in die Gewerkschaft, aktiv werden im eigenen Interesse und in Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen, für besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, für das Verbot der Leiharbeit und Werksverträge – das gehört zu der Rechnung, die wir aufmachen müssen!

Nach wie vor zeigen die Werktätigen rund um den Globus am 1. Mai, dass das „Ende der Geschichte“ ein Wunschtraum der Bourgeoisie bleibt. Viele Millionen waren am 1. Mai 2015 auf den Strassen. 140 000 waren es in Moskau. 320 000 in Havanna. Hunderttausende in Vietnam, wo der 1. Mai zugleich der Tag des Sieges über die US-Aggressoren ist, der sich 2015 zum 40. Mal jährt. Damals, 1975, sang in der DDR der Oktoberklub ein Lied, das zum „Hit“ wurde. „Alle auf die Strasse, rot ist der Mai ...“ . Ende der Geschichte ? Ja, eine Geschichte geht zu Ende. Die Geschichte der Bourgeoisie. Das imperialistische Stadium des Kapitalismus ist sein höchstes und letztes. In einem langen historischen Prozess voller Niederlagen und Siege wird es einen Neubeginn geben: den Sozialismus. Der 1. Mai, der Kampftag der Arbeiterklasse, ist dafür ein Symbol.