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Die Vereinbarung über das Projekt „Chinesisch-Finnisches Ökotal“ mit einer geplanten Investition in Höhe von einer Milliarde Euro wurde in Beijing offiziell unterzeichnet. In dem Tal mit einer Fläche von 100 Quadratkilometern im Distrikt Mentougou der regierungsunmittelbaren Stadt Beijing soll eine „digitale, kohlenstoffarme und ökologische“ Stadt neuer Art entstehen.

Das „Ökotal“ wird in einer Kooperation der Stadt Beijing mit dem finnischen Staat gebaut. Zur Zeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Das Gebiet von vier Gemeinden, Miaofengshan, Wangping, Junzhuang und Yongding, ist in das Projekt einbezogen. Die Gesamtplanung wird voraussichtlich im August vorgestellt werden. Internationale Architekturbüros und Finanziers werden zum Wettbewerb um Bauausführung und Investition eingeladen.

Im Distrikt Mentougou wurde jahrzehntelang Kohleabbau im Tagebau betrieben. Entsprechend zerstört ist die Landschaft, die ökologische Umwelt ist nachhaltig geschädigt. Das Tal soll auf CO2-arme Weise saniert werden, das Ziel ist die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts der Landschaft. Eine nach Möglichkeit CO2-neutrale Stadt soll entstehen, die seinen Bewohnern attraktive Lebensbedingungen bietet.

Den ersten Entwürfen zufolge sollen im Tal 25 Ausstellungshallen und Konferenzzentren errichtet werden. Die Gebäude mit einer Höhe von mehr als hundert Metern sollen in der abgeräumten Talsohle in Nachbarschaft der renaturierten Abraumhalden gebaut werden. Durch geschickte Nutzung der Lichtverhältnisse und Wärmeschutztechnik können die Gebäude erstellt werden, die ganzjährig weitgehend CO2-neutral bewohnt werden können.

Nach Errichtung der Stadt soll dort ein modernes Kommunikationssystem sowie ein computergestütztes Abwasser- und Abfallentsorgungssystem eingeführt werden. Der öffentliche Nahverkehr wird zu hundert Prozent mit grüner Energie betrieben. Als Energielieferant der Stadt ist ein Windkraftwerk vorgesehen. Getreideanbau sowie Obst- und Gemüsegärten sichern die Selbstversorgung der Stadtbewohner. Dadurch entfallen weite Transportwege zum Heranschaffen von Lebensmitteln. Im Grunde wird für das Tal ein neues Gesellschaftsmodell entworfen, das vor allem die üblich gewordene Trennung von Arbeits- und Wohnumfeld aufhebt und so neben Innovationen im Wohnungsbau, der dezentralen Energiegewinnung und dem Einrichten moderner Kommunikations- und Verkehrseinrichtungen die Grundlagen für ein gleichermaßen komfortables wie „grünes“ Leben seiner Bewohner schafft.

Das „Chinesisch-Finnische Ökotal“ versteht sich auch als Hi-Tech-Park für Betriebe, die an ökologischen und technologischen Innovationen arbeiten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Forschung und Entwicklung zu Gunsten grüner Ökonomie, außerdem sollen Sanatorien und ein Naherholungszentrum eingerichtet werden. Es sollen also zukunftsfähige Branchen im Tal ihre Unternehmen ansiedeln.

Ein verantwortlicher Beamter, der in der Arbeit am Erschließungsplan einbezogen ist, weist darauf hin, dass es nicht darum gehe, Gebäude zu hohen Kosten zu errichten oder eine Überausstattung mit Gebäudetechnik anzuvisieren. Umweltverträgliche Lösungen beim Hausbau zeichnen sich oft gerade durch eine Herangehensweise aus, die intelligente Lösungen gegenüber technischen Spielereien bevorzugt. Im Ökotal sollen zugleich umweltverträgliche Lebensstile und eine neue Art grüner Wirtschaft zum Zuge kommen, die zukunftsweisend für andere Modellstädte wirken sollen.

Das Vorbild für das Ökotal ist eine „Ökostadt“ in Finnland mit einer Fläche von rund zwei Quadratkilometern, die als erste „Ökostadt“ der Welt gilt. Nach der Fertigstellung des „Chinesisch-Finnischen Ökotals“ wird dies die weltweit bislang größte Stadt sein, die durchgehend nach ökologischen Gesichtspunkten errichtet ist.

Quelle: Beijing Rundschau

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