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Polizeiterror vor den Wahlen – Demokratie à la Erdogan

Redaktionsräume der linken Zeitschrift Politik verwüstet

Aus Istanbul erreicht uns folgende Nachricht:

Liebe Genossinnen und Genossen,
nur einige Tage vor den Parlamentswahlen in der Türkei gehen die
Angriffe des türkischen Staates gegen die oppositionelle Medien
unvermindert weiter. Heute Vormittag wurden die Redaktionsräume der
Zeitschrift Politika in Istanbul verwüstet. Die Zeitschrift steht in
der Tradition der illegalen KP der Türkei und hat innerhalb weniger
Monate nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe, eine breite Leserschaft
gewinnen können. Politika erscheint 15-Tägig.
Es ist zu befürchten, dass die Angriffe und Repressalien gegen
unsere Genossinnen und Genossen aus der Redaktion weitergehen werden.
Als Autor der Zeitschrift und Redaktionsmitglied übersende ich euch
nachfolgend die Presseerklärung unserer Redaktion und bitte um
Berücksichtigung bei eurer Berichterstattung. Bitte informiert die
demokratische Öffentlichkeit über diesen feigen Angriff auf die
Pressefreiheit.
Mit solidarischen Grüßen

xxx

Presseerklärung der Redaktion der Zeitschrift Politika:

Am Mittwoch, den 3. Juni 2015 wurden um 11:05 Uhr die Redaktionsräume der linken Zeitschrift Politika von zwei bewaffneten
(wahrscheinlich) Zivilpolizisten verwüstet. Als das Redaktionsmitglied Ayla Boran die Bürotür öffnete, wurde sie von einem der Angreifer mit gezogener Waffe bedroht und sie konnten sich Zugang zu den Redaktionsräumen verschaffen. Während unser Redaktionsmitglied mit Waffe bedroht und beschimpft wurde, wurden die Räume völlig verwüstet. Sämtliche Telefone, PCs und andere Gerätschaften wurden zerstört, die für den Versand vorbereiteten Zeitungmit Wasser unbrauchbar gemacht. Nach wüsten Beschimpfungen und Drohungen verließen sie das Büro. Die Äußerungen der Angreifer machten deutlich, dass die Redaktion seit einer langen Zeit beobachtet wurde.

Wir verurteilen aufs Schärfste diesen Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Das ist weder der erste, noch wird das der letzte Angriff auf die oppositionellen Medien sein. Wir rufen alle Friedens- und Demokratiekräfte auf, diesen feigen Angriff zu verurteilen. Wir werden alle rechtlichen Schritte – auch wenn wir wissen, dass es nichts bringt – in die Wege leiten.

Eine weitere Erklärung wird folgen.

Redaktion der Zeitschrift Politika

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