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De.sputniknews.com:

Der ukrainische Generalmajor Alexander Kolomijez ist zu den Milizen der  „Donezker Volksrepublik“ übergewechselt.

Am Montag gab er gemeinsam mit anderen Männern, die sich als Ex-Offiziere der ukrainischen Armee vorstellten, in Donezk eine Pressekonferenz. Kiew bestätigte, dass Kolomijez im Verteidigungsministerium gedient hatte. Er sei gemeinsam mit vielen weiteren Offizieren der ukrainischen Armee auf die Seite der Donezker Republik gewechselt, um sein „Heimatland Donbass zu verteidigen“, sagte Kolomijez.

Seit Beginn des Kiewer „Anti-Terror-Einsatzes“ seien „Hunderte Soldaten und Offiziere“ nach Donezk und Lugansk gegangen, um ihre Familien zu schützen. Die meisten von ihnen seien im Donezbecken geboren. „Jetzt verteidigen sie mit Waffen in der Hand ihre Häuser.“

Widerstand gegen Krieg

Laut Kolomijez wächst im ukrainischen Militärkommando der Widerstand gegen den seit 2014 andauernden Truppeneinsatz im Donezbecken. „Ich habe mit vielen Generälen der ukrainischen Streitkräfte gesprochen. Alle sind gegen diesen Krieg. Niemand will kämpfen“, so der abtrünnige General. Nach seinen Angaben wagen seine Ex-Kollegen keinen offenen Protest. „Wer nicht einverstanden ist, wird eingesperrt. Deshalb hat man einfach Angst.“ Auch seine Familie habe Drohungen bekommen und aus Sicherheitsgründen Kiew verlassen müssen.

Er rechne damit, dass die Offiziere der ukrainischen Armee, die mit diesem Krieg nicht einverstanden sind, „bald hierher zurückkehren“. „Wir werden die Menschen im Donbass, unser Heimatland verteidigen.“ Der General attestierte der ukrainischen Regierungsarmee eine „sehr schwache Kampfmoral“. Viele Offiziere sähen, dass der Krieg „verbrecherisch“ sei und „sie wollen nicht kämpfen“. Es seien nur noch die Freiwilligenbataillone, die gerne in den Kampf ziehen würden.

Der ukrainische Generalstab bestätigte, dass Generalmajor Kolomijez wirklich — unter dem 2014 gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch — im Verteidigungsministerium gearbeitet hatte. „Alexander Kolomijez war als Assistent von Dmitri Salamatin (bis 2012 ukrainischer Verteidigungsminister) tätig gewesen“, twitterte der Sprecher des Generalstabs Wladislaw Selesnjow am Montag.

In der vergangenen Woche hatte der Chef des ukrainischen Zollamtes im Gebiet Lugansk, Oleg Tschernoussow, sein Amt verlassen und war in seine Heimatstadt in der nicht anerkannten Volksrepublik Lugansk zurückgekehrt. Er warf der Regierung in Kiew „Genozid“ vor. Laut Tschernoussow profitieren Kiew-treue Freiwilligenbataillone von dem Krieg, indem sie Lebensmittel in die Kampfgebiete gegen Geld lassen.
Dan-news.info:

Pressekonferenz des ehemaligen Assistenten des Verteidigungsministers der Ukraine Generalmajor Alexandr Kolomiez

(Zusammenfassung mehrerer Meldungen) Der ehemalige Assistent des Verteidigungsministers der Ukraine Generalmajor Alexandr Kolomiez ist auf die Seite der DVR übergegangen. Dies erklärte er heute selbst auf einer Pressekonferenz. „Ich bin Generalmajor der Streitkräfte der Ukraine Alexandr Wjatschewslawowitsch Kolomiez, meine letzte Funktion war Assistent des Verteidigungsministers der Ukraine, leitender Analytiker der Streitkräfte“, sagte Kolomiez. Er erläuterte, dass er 19 Jahre als Militärkommissar des Donezker Oblast gedient hat.

„Ich werde zum Wohle der DVR arbeiten“, unterstrich der Generalmajor. Er erzählte auch, dass er gezwungen war, seine Familie aus Kiew herauszubringen, da er eine Verfolgung von Seiten der Regierung fürchtet. Nach den Worten von Kolomiez äußern viele seiner Kameraden, mit denen er Kontakt hält, jetzt den Wunsch auf die Seite der Volksrepublik überzugehen. „Viele Offiziere der ukrainischen Armee rufen an und wollen hierhin zurückkehren“, sagte der General. „Aber sie haben Angst, dass man sie dort nicht gehen lässt. Bisher finden nur Gespräche statt, aber in der nächsten Zeit, denke ich, kommen sie zurück“.

„Ich führe keine Statistik, aber ich will sagen, dass in der Zeit der „ATO“ hunderte von Soldaten und Offizieren auf die Seite der DVR übergegangen sind, die sich jetzt an der Verteidigung unserer Donezker Volksrepublik beteiligen. Das kann ich Ihnen sicher sagen“, sagte Kolomiez. Nach seinen Worten wurde ein massenhaftes Überlaufen vor einem Jahr festgestellt. „Hier waren ihre Familien zu Hause, sie sind übergelaufen, um ihr Land zu schützen“, erklärte Kolomiez.

Das Kampfpotential der ukrainischen Streitkräfte ist im Moment äußerst niedrig. „Das Potential der ukrainischen Armee ist auf einem äußerst niedrigen Niveau“, sagte der Generalmajor. „Gerade vom moralischen Gesichtspunkt: alle Generäle und Offiziere, die verstehen, dass die Handlungen der Regierung verbrecherisch sind, wollen nicht kämpfen“. Nach den Worten Kolomiez zeigen in der Konfliktzone nur die Kämpfer der Strafabteilungen Aktivität. „Und wer kämpft? Nur die Freiwilligen der nationalistischen Einheiten“, sagte der General. Er unterstrich besonders, dass in der Armee auf diesem Hintergrund weit verbreitet eine Unzufriedenheit mit dem Kommando abzeichnet. „Ich sage eines: In der nächsten Zeit werden in den Streitkräften der Ukraine Unruhen beginnen. Die Offiziere verstehen nicht die Kommandos friedliche Einwohner zu töten. Wir werden dies irgendwann zum Herbst hin sehen. Alles ändert sich“, endete Kolomiez.

Quelle: Alternative Presseschau

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