DKP
0

Im Rah­men ei­nes Bil­dungs­abends des Be­triebs­ak­tivs der DKP München zur Po­li­ti­schen Öko­no­mie wur­de das Buch „Staats­mo­no­po­lis­ti­scher Ka­pi­ta­lis­mus“ von G. Bi­nus, B. Lan­de­feld und A. Wehr dis­ku­tiert. Dar­in spielt der heu­te nur noch we­nig ver­wen­de­te Be­griff der „All­ge­mei­nen Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus“ eine wich­ti­ge Rol­le. Es ent­wi­ckel­te sich eine Dis­kus­si­on zu der Fra­ge, ob der Be­griff der „All­ge­mei­nen Kri­se“ zur Ana­ly­se des heu­ti­gen, des staats­mo­no­po­lis­ti­schen Ka­pi­ta­lis­mus brauch­bar und not­wen­dig ist, weil die Ana­ly­se der Kri­se natürlich ein zen­tra­ler Teil der Ge­samt­ana­ly­se sein muss. Das hier Fol­gen­de be­ruht auf An­halts­punk­ten, die der Ver­fas­ser für die oben ge­nann­te Dis­kus­si­on zu­sam­men­ge­stellt hat­te. Mit der Dar­stel­lung der Dis­kus­si­on und der Ele­men­te der Theo­rie der und ih­rer Grund­la­gen hof­fen wir zur Klar­heit in der Fra­ge der Kri­sen­ana­ly­se bei­zu­tra­gen.

Die Be­grif­fe zu klären“, schrieb Hans Heinz Holz[1]ist un­erläßlich, um zu wis­sen, wofür man kämp­fen will“.

In der stra­te­gi­schen Dis­kus­si­on um die Einschätzung der Kri­sen­si­tua­ti­on, die seit 2007 an­dau­ert wer­den Be­grif­fe wie „Große Kri­se“ oder „mul­ti­ple Kri­se“ ver­wen­det. Es hat sich ge­zeigt, dass sich hin­ter schwam­mi­gen, eher be­schrei­ben­den als ana­ly­sie­ren­den Be­zeich­nun­gen der ge­genwärti­gen Kri­sen­si­tua­ti­on in der Re­gel eine eben­so schwam­mi­ge Ge­samt­ana­ly­se steckt, während präzi­se­re Kri­sen­be­grif­fe auch präzi­se­re La­ge­ana­ly­sen er­lau­ben. Kann der Be­griff „All­ge­mei­ne Kri­se“ zur Präzi­sie­rung der ge­genwärti­gen La­ge­be­stim­mung im staats­mo­no­po­lis­ti­schen Ka­pi­ta­lis­mus bei­tra­gen?

Die Be­grif­fe „Staats­mo­no­po­li­ti­scher Ka­pi­ta­lis­mus“ und „All­ge­mei­ne Kri­se“ hängen eng zu­sam­men. Sie wur­den von­ein­an­der abhängig ent­wi­ckelt in der po­litöko­no­mi­schen Dis­kus­si­on der kom­mu­nis­ti­schen Welt­be­we­gung nach 1918, im Rah­men der von Le­nin in­iti­ier­ten Kom­mu­nis­ti­schen In­ter­na­tio­na­le (K.I.), auf Grund­la­ge der von Karl Marx und Fried­rich En­gels ent­wi­ckel­ten Po­li­ti­schen Öko­no­mie und ih­rer Wei­ter­ent­wick­lung durch W.I. Le­nin. Des­halb ist es sinn­voll, sich die ent­spre­chen­den Grund­be­grif­fe ins Gedächt­nis zu ru­fen.

Basis – Überbau – Klassenkampf

Aus­gangs­punkt sind die Be­grif­fe Ba­sis – Über­bau – Klas­sen­kampf, wozu wir auf das be­kann­te Vor­wort von Karl Marx „Zur Kri­tik der Po­li­ti­schen Öko­no­mie“ zurück­grei­fen:

In der ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­ti­on ih­res Le­bens ge­hen die Men­schen be­stimm­te, not­wen­di­ge, von ih­rem Wil­len un­abhängi­ge Verhält­nis­se ein, Pro­duk­ti­ons­verhält­nis­se, die ei­ner be­stimm­ten Ent­wick­lungs­stu­fe ih­rer ma­te­ri­el­len Pro­duk­tiv­kräfte ent­spre­chen. Die Ge­samt­heit die­ser Pro­duk­ti­ons­verhält­nis­se bil­det die öko­no­mi­sche Struk­tur der Ge­sell­schaft, die rea­le Ba­sis, wor­auf sich ein ju­ris­ti­scher und po­li­ti­scher Über­bau er­hebt und wel­cher be­stimm­te ge­sell­schaft­li­che Bewußtseins­for­men ent­spre­chen. Die Pro­duk­ti­ons­wei­se des ma­te­ri­el­len Le­bens be­dingt den so­zia­len, po­li­ti­schen und geis­ti­gen Le­bens­pro­zeß über­haupt. Es ist nicht das Bewußtsein der Men­schen, das ihr Sein, son­dern um­ge­kehrt ihr ge­sell­schaft­li­ches Sein, das ihr Bewußtsein be­stimmt. Auf ei­ner ge­wis­sen Stu­fe ih­rer Ent­wick­lung ge­ra­ten die ma­te­ri­el­len Pro­duk­tiv­kräfte der Ge­sell­schaft in Wi­der­spruch mit den vor­han­de­nen Pro­duk­ti­ons­verhält­nis­sen oder, was nur ein ju­ris­ti­scher Aus­druck dafür ist, mit den Ei­gen­tums­verhält­nis­sen, in­ner­halb de­ren sie sich bis­her be­wegt hat­ten. Aus Ent­wick­lungs­for­men der Pro­duk­tiv­kräfte schla­gen die­se Verhält­nis­se in Fes­seln der­sel­ben um. Es tritt dann eine Epo­che so­zia­ler Re­vo­lu­ti­on ein. Mit der Verände­rung der öko­no­mi­schen Grund­la­ge wälzt sich der gan­ze un­ge­heu­re Über­bau lang­sa­mer oder ra­scher um. In der Be­trach­tung sol­cher Umwälzun­gen muß man stets un­ter­schei­den zwi­schen der ma­te­ri­el­len, na­tur­wis­sen­schaft­lich treu zu kon­sta­tie­ren­den Umwälzung in den öko­no­mi­schen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen und den ju­ris­ti­schen, po­li­ti­schen, re­li­giösen, künst­le­ri­schen oder phi­lo­so­phi­schen, kurz, ideo­lo­gi­schen For­men, wor­in sich die Men­schen die­ses Kon­flikts bewußt wer­den und ihn aus­fech­ten.“ (Karl Marx, Zur Kri­tik der Po­li­ti­schen Öko­no­mie, Vor­wort, MEW 13, S. 8,9)

War­um die­ses lan­ge Zi­tat? Der Be­griff „All­ge­mei­ne Kri­se“, wer­den wir se­hen, kann nützen auf dem Weg von der abs­trak­ten Ana­ly­se der Not­wen­dig­keit des Um­stur­zes zur „kon­kre­ten Ana­ly­se der kon­kre­ten Si­tua­ti­on“, die Le­nin von Kom­mu­nis­ten ver­langt. Es geht da­bei um die ge­naue­re Orts­be­stim­mung in der „Epo­che der so­zia­len Re­vo­lu­ti­on“ von der Marx im zi­tier­ten „Vor­wort“ spricht. Da­bei, und dar­auf kommt es hier an, „muß man stets un­ter­schei­den zwi­schen der ma­te­ri­el­len, na­tur­wis­sen­schaft­lich treu zu kon­sta­tie­ren­den Umwälzung in den öko­no­mi­schen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen und den ju­ris­ti­schen, po­li­ti­schen, re­li­giösen, künst­le­ri­schen oder phi­lo­so­phi­schen, kurz, ideo­lo­gi­schen For­men, wor­in sich die Men­schen die­ses Kon­flikts bewußt wer­den und ihn aus­fech­ten.

In sei­ner rot­fuchs-Fest­re­de zu Karl Marx stell­te Götz Dieck­mann[2] fest: „Marx-Verfälschung und Op­por­tu­nis­mus hat­ten – und ha­ben auch heu­te – stets mit Ver­zer­run­gen die­ser kom­pli­zier­ten Wech­sel­wir­kun­gen zu tun.“ Hans Heinz Holz[3] wur­de in sei­nem Bei­trag zum sel­ben An­lass eben­so deut­lich:„Wer nur die öko­no­mi­sche Ba­sis und tech­ni­sche Ent­wick­lung im Blick hat, wird ein öko­no­mis­ti­scher Me­cha­ni­zist und en­det in ei­nem re­vi­sio­nis­ti­schen Re­for­mis­mus. Der Weg der So­zi­al­de­mo­kra­tie von Bern­stein bis zu Schröder und Münte­fe­ring lie­fert uns die Bei­spie­le. Wer an­de­rer­seits meint, mit rich­ti­gen Zie­len und gu­ter Ge­sin­nung und Rein­heit der Theo­rie al­lein sei die Welt zu verändern, bleibt ein uto­pis­ti­scher Ideo­lo­ge. Gewiß sind die­se Bewußtseins­ei­gen­schaf­ten un­erläßlich, aber sie müssen sich mit der wi­der­spruchs­vol­len Wirk­lich­keit so ver­ei­ni­gen, dass sie den Op­por­tu­nis­mus ver­hin­dern und stu­ren Dok­tri­na­ris­mus ver­mei­den.“ Mit die­sen Hin­wei­sen an der Hand grei­fen wir wei­ter zurück auf die von Karl Marx und Fried­rich En­gels ent­wi­ckel­ten Be­grif­fe Wa­ren­pro­duk­ti­on, Ka­pi­ta­lis­mus und Kri­se.

Bewegung von Warenproduktion und Kapitalismus in der Krise

Die Men­schen ent­wi­ckeln die Pro­duk­tiv­kraft der Ar­beit durch Ar­beits­tei­lung in ih­rer Zu­sam­men­ar­beit, „in der ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­ti­on ih­res Le­bens“ (Marx/​En­gels, s.o.). „Die Ar­beit ist zunächst ein Pro­zeß zwi­schen Mensch und Na­tur“ schreibt Marx im „Ka­pi­tal“, „ein Pro­zeß, wor­in der Mensch sei­nen Stoff­wech­sel mit der Na­tur durch sei­ne eig­ne Tat ver­mit­telt, re­gelt und kon­trol­liert.“ (Karl Marx, Das Ka­pi­tal, Band 1, MEW 23, S. 192)

Mit der Ver­bes­se­rung der Ar­beits­werk­zeu­ge wuchs die Pro­duk­ti­vität, mit ihr der Aus­tausch der Pro­duk­te. Aus Mil­lio­nen und Mil­li­ar­den von Tausch­ak­ten von Pri­vat­ei­gentümern, die für den Tausch pro­du­zier­ten, ent­stand die ge­sell­schaft­li­che Grund­la­ge für Wa­ren­pro­duk­ti­on und -tausch. Ge­brauchs­wer­te wur­den nach ih­rem Tausch­wert gleich­ge­setzt ent­spre­chend der dafür auf­ge­wand­ten Ar­beits­zeit. Mit der wei­te­ren Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte, der Ar­beits­tei­lung und ent­spre­chend der Ent­wick­lung der Märkte setz­te sich ein all­ge­mei­nes Tausch­mit­tel durch, meist Edel­me­tall, als Geld (W-G-W). Aus städti­schen Händ­lern und Hand­wer­kern, die von der ge­stei­ger­ten Ar­beits­pro­duk­ti­vität pro­fi­tier­ten, ent­wi­ckel­te sich die Klas­se der Bour­geois. Sie setz­ten ih­ren an­ge­sam­mel­ten Geld­reich­tum nur noch ein, um ihn zu ver­meh­ren, zu ak­ku­mu­lie­ren; sie wur­den Ka­pi­ta­lis­ten (G-W-G‘). Da­bei trenn­te sich die Ge­sell­schaft zu­neh­mend in Ka­pi­ta­lis­ten, Ei­gentümern von Pro­duk­ti­ons­mit­teln und Ar­bei­ter, die auf dem Markt nur ihre Ar­beits­kraft als Ware an­bie­ten können. Die öko­no­mi­sche Rol­le der land­be­sit­zen­den Feu­dal­klas­se und der Bau­ern, die von ih­nen aus­ge­beu­tet wer­den, ging zurück. Die Feu­dal­klas­se be­hin­der­te die wei­te­re Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte. Ent­spre­chend ver­lor ihre Ideo­lo­gie, die auf Re­li­gi­on auf­bau­te, an Bo­den. In der Epo­che der bürger­li­chen Re­vo­lu­ti­on ver­lo­ren sie die po­li­ti­sche Macht, zu­erst dort, wo die Pro­duk­tiv­kräfte und mit ih­nen die Märkte am meis­ten ent­wi­ckelt wa­ren. Die Bour­geoi­sie bau­te sich im Kampf ge­gen die Feu­dal­klas­se ih­ren Na­tio­nal­staat auf. Die Pro­duk­tiv­kräfte ent­wi­ckel­ten sich wie nie zu­vor.

Die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte brach­te mit der großen In­dus­trie ei­nen wei­te­ren Nie­der­gang der Zwi­schen­schich­ten (Hand­wer­ker, Kleinhänd­ler, Klein­bau­ern, d.h. klei­ne Be­sit­zer von Pro­duk­ti­ons­mit­teln) mit sich, das Ka­pi­tal kon­zen­trier­te sich. Die Größe der Un­ter­neh­men er­for­der­te zu­neh­mend Kre­dit.

Es bil­det sich, wie Marx sagt, „mit der ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­on eine ganz neue Macht, das Kre­dit­we­sen, das in sei­nen Anfängen ver­stoh­len, als be­scheid­ne Bei­hil­fe der Ak­ku­mu­la­ti­on, sich ein­schleicht, durch un­sicht­ba­re Fäden die über die Oberfläche der Ge­sell­schaft in größern oder klei­nern Mas­sen zer­split­ter­ten Geld­mit­tel in die Hände in­di­vi­du­el­ler oder as­so­zi­ier­ter Ka­pi­ta­lis­ten zieht, aber bald eine neue und furcht­ba­re Waf­fe im Kon­kur­renz­kampf wird und sich schließlich in ei­nen un­ge­heu­ren so­zia­len Me­cha­nis­mus zur Zen­tra­li­sa­ti­on der Ka­pi­ta­le ver­wan­delt“. (Karl Marx, Das Ka­pi­tal, Band 1, MEW 23, S. 655)

Wir wer­den dar­auf zurück­kom­men: Marx weist also be­reits in den 1860er Jah­ren dar­auf hin, dass sich in der Ent­wick­lung des Ka­pi­ta­lis­mus das Kre­dit­we­sen „in ei­nen un­ge­heu­ren so­zia­len Me­cha­nis­mus zur Zen­tra­li­sa­ti­on der Ka­pi­ta­le ver­wan­delt“!

Der Grund­wi­der­spruch der ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se – pri­va­te An­eig­nung der ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­ti­on – ent­wi­ckelt sich in den nun ge­setzmäßig auf­tre­ten­den zy­kli­schen Kri­sen: Die ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­ti­ons­mit­tel sind in Pri­vat­ei­gen­tum der Ka­pi­ta­lis­ten, die da­her pri­vat, also ohne ge­sell­schaft­li­che Pla­nung, über die Ver­wen­dung ent­schei­den. Da­her ent­wi­ckeln sich die Ka­pi­ta­le, die in der Kon­kur­renz zu ma­xi­ma­ler Ak­ku­mu­la­ti­on ge­zwun­gen sind, un­gleich. In der Kri­se zeigt sich, dass die zah­lungsfähige Nach­fra­ge der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schaft, die letzt­lich von der Lohn­sum­me abhängt, nicht mit der ak­ku­mu­lier­ten Pro­duk­ti­onsmöglich­keit des er­neu­er­ten fi­xen Ka­pi­tals Schritt hält. In der Kri­se über­nimmt der Ka­pi­ta­list mit der stärke­ren Ka­pi­tal­kraft, und da­her auch mit der höhe­ren Kre­ditwürdig­keit, die Markt­an­tei­le schwäche­rer Kon­kur­ren­ten. Soll­te er sich aber im fol­gen­den Auf­schwung „vernünf­tig“ mit Pro­duk­ti­ons­aus­wei­tung zurück­hal­ten, würde er von ei­nem Kon­kur­ren­ten, der sich nicht zurückhält und mehr Pro­fit ak­ku­mu­liert, über­nom­men. Ge­sell­schaft­li­che Pla­nung, die eine gleichmäßige Ent­wick­lung ohne zy­kli­sche Kri­sen si­cher­stellt, ist mit dem Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln nicht ver­ein­bar.

Das heißt, die im „Vor­wort“ ge­nann­ten ma­te­ri­el­len Pro­duk­tiv­kräfte der Ge­sell­schaft er­rei­chen eine Stu­fe in ih­rer Ent­wick­lung, wo sie in Wi­der­spruch mit den vor­han­de­nen Pro­duk­ti­ons­verhält­nis­sen ge­ra­ten, die auf dem Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln be­ru­hen.

Le­nin be­stimmt nun ge­nau­er, wie sich, im Sinn des „Vor­worts“ „mit der Verände­rung der öko­no­mi­schen Grund­la­ge“ „der gan­ze un­ge­heu­re Über­bau lang­sa­mer oder ra­scher umwälzt“, d.h. wie sich aus der Be­we­gung des Ka­pi­ta­lis­mus in sei­nen Kri­sen der ka­pi­ta­lis­ti­sche Im­pe­ria­lis­mus als Vor­abend der pro­le­ta­ri­schen Re­vo­lu­ti­on ent­wi­ckelt. (W.I. Le­nin, Der Im­pe­ria­lis­mus als höchs­tes Sta­di­um des Ka­pi­ta­lis­mus, Le­nin Wer­ke Band 22, ab S. 189)

Imperialismus

Zwei Ent­wick­lun­gen wer­den in der Ent­wick­lung des Ka­pi­ta­lis­mus, wie wir ge­se­hen ha­ben, be­stim­mend: Zum ei­nen er­zwingt die Kon­kur­renz ge­setzmäßig die Kon­zen­tra­ti­on und Zen­tra­li­sa­ti­on von Ka­pi­tal und er­zeugt so die Ten­denz zum Mo­no­pol. Zum an­de­ren wird im Kon­kur­renz­kampf der Zu­gang zu Kre­dit ent­schei­dend. Das Kre­dit­we­sen hat­te sich in ei­nen un­ge­heu­ren so­zia­len Me­cha­nis­mus zur Zen­tra­li­sa­ti­on der Ka­pi­ta­le ver­wan­delt! In­dus­trie­ka­pi­tal ver­schmilzt mit Bank­ka­pi­tal zum Fi­nanz­ka­pi­tal. We­gen der un­glei­chen Ent­wick­lung der Ka­pi­ta­le wie auch der Länder, in de­nen die Mo­no­po­le zu­sam­men­wach­sen, ent­ste­hen we­ni­ge ka­pi­ta­lis­ti­sche Großmächte und vie­le schwäche­re abhängi­ge Länder.

Auf Grund­la­ge die­ser Ge­setzmäßig­kei­ten ent­wi­ckelt sich der Ka­pi­ta­lis­mus um 1900 her­um zum ka­pi­ta­lis­ti­schen Im­pe­ria­lis­mus.

Der ka­pi­ta­lis­ti­sche Kon­kur­renz­kampf wird mit al­len Mit­teln geführt, nur be­grenzt durch Ge­set­ze und Macht­mit­tel des bürger­li­chen Staats. Den bürger­li­chen Na­tio­nal­staat hat­ten die Bour­geois als ge­mein­sa­mes Klas­sen­in­ter­es­se durch­ge­setzt, zunächst zu­sam­men mit den Bau­ern im Klas­sen­kampf ge­gen den Feu­dal­staat: Glei­ches Recht für Alle auf Grund­la­ge des Pri­vat­ei­gen­tums an Pro­duk­ti­ons­mit­teln. Durch die bürger­li­che Re­vo­lu­ti­on wird der Na­tio­nal­staat Staat der Ka­pi­ta­lis­ten­klas­se, der Pri­vat­ei­gentümer von Pro­duk­ti­ons­mit­teln. Mit der Kon­zen­tra­ti­on des Ka­pi­tals und der Ent­wick­lung des Fi­nanz­ka­pi­tals bil­det sich ein Teil der Bour­geoi­sie mit mehr Ein­fluss her­aus – die Mo­no­pol­bour­geoi­sie oder po­li­tisch aus­ge­drückt, die Fi­nan­zo­lig­ar­chie. Sie führt den Kon­kur­renz­kampf nicht mehr nur mit kaufmänni­schen Mit­teln. Ab­spra­chen, Kar­tel­le, for­mel­le und in­for­mel­le Verbände wer­den ge­bil­det, um Märkte zu be­herr­schen und Ex­tra­pro­fi­te zu er­zie­len. Die Macht­mit­tel ih­res Na­tio­nal­staats wer­den ge­nutzt, je nach Ka­pi­talstärke der Mo­no­po­le bzw. Mo­no­pol­grup­pen.

Der Zwang zur Ak­ku­mu­la­ti­on, zur Er­obe­rung neu­er Märkte, gilt im In­ne­ren wie im Aus­land. Die ei­ge­ne Na­ti­on wird dem Ka­pi­tal zu eng. Auch in­ter­na­tio­nal or­ga­ni­sie­ren die Fi­nan­zo­lig­ar­chen Kar­tel­le, um sich die Weltmärkte auf­tei­len. Zu­neh­mend wird es pro­fi­ta­bler, Wa­ren in den Aus­landsmärk­ten zu pro­du­zie­ren, statt sie dort­hin zu ex­por­tie­ren: Ka­pi­tal­ex­port be­kommt ge­genüber dem Wa­ren­ex­port be­son­de­re Be­deu­tung. Die Welt wird un­ter die ka­pi­ta­lis­ti­schen Großmächte auf­ge­teilt mit den Macht­mit­teln des Na­tio­nal­staats ent­spre­chend der Ka­pi­talstärke. Die un­ter­drück­ten Völker in den abhängi­gen Ländern, de­nen in der Epo­che des Im­pe­ria­lis­mus kei­ne selbstständi­ge ka­pi­ta­lis­ti­sche Ent­wick­lung mehr zu­ge­stan­den wird, wer­den Bun­des­ge­nos­sen der Pro­le­ta­ri­er al­ler Länder. We­gen der un­glei­chen Ent­wick­lung der Ka­pi­ta­le ist in der ter­ri­to­ria­len Auf­tei­lung der Welt der Kampf um die Neu­auf­tei­lung mit den Welt­krie­gen an­ge­legt.

Die Ka­pi­ta­lis­ten tei­len die Welt nicht etwa aus be­son­de­rer Bos­heit un­ter sich auf, son­dern weil die er­reich­te Stu­fe der Kon­zen­tra­ti­on sie zwingt, die­sen Weg zu be­schrei­ten, um Pro­fi­te zu er­zie­len; da­bei wird die Tei­lung ,nach dem Ka­pi­tal’, ,nach der Macht’ vor­ge­nom­men – eine an­de­re Me­tho­de der Tei­lung kann es im Sys­tem der Wa­ren­pro­duk­ti­on und des Ka­pi­ta­lis­mus nicht ge­ben. Die Macht aber wech­selt mit der öko­no­mi­schen und po­li­ti­schen Ent­wick­lung; um zu be­grei­fen, was vor sich geht, muß man wis­sen, wel­che Fra­gen durch Macht­ver­schie­bun­gen ent­schie­den wer­den; ob die­se Ver­schie­bun­gen nun ,rein’ öko­no­mi­scher Na­tur oder außeröko­no­mi­scher (z.B. mi­litäri­scher) Art sind, ist eine ne­bensächli­che Fra­ge, die an den grund­le­gen­den An­schau­un­gen über die jüngs­te Epo­che des Ka­pi­ta­lis­mus nichts zu ändern ver­mag. Die Fra­ge nach dem In­halt des Kamp­fes und der Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen den Ka­pi­ta­lis­ten­verbänden durch die Fra­ge nach der Form des Kamp­fes und der Ver­ein­ba­run­gen (heu­te fried­lich, mor­gen nicht fried­lich, über­mor­gen wie­der nicht fried­lich) er­set­zen heißt zum So­phis­ten her­ab­sin­ken.“ (Kur­siv­set­zung im Ori­gi­nal: W.I. Le­nin, Der Im­pe­ria­lis­mus …, LW 22, S. 257/​258)

Zur Be­frie­dung der Klas­senkämpfe während der Kriegs­vor­be­rei­tung ver­wen­den die Fi­nan­zo­lig­ar­chi­en der ka­pi­ta­lis­ti­schen Großmächte ei­nen Teil ih­rer Ex­tra­pro­fi­te, um Ein­fluss auf die Ar­bei­ter­be­we­gung zu be­kom­men. In der Ar­bei­ter­klas­se der im­pe­ria­lis­ti­schen Großmächte ent­wi­ckelt sich ge­setzmäßig eine Ober­schicht, die Ar­bei­te­ra­ris­to­kra­tie und Ar­bei­terbüro­kra­tie.

Die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte der Ar­beit wird im Im­pe­ria­lis­mus zeit­wei­se durch Kar­tell­ab­spra­chen ge­hemmt. Das Pri­vat­ei­gen­tum und da­mit die un­glei­che Ent­wick­lung wer­den aber da­durch nicht auf­ge­ho­ben. Die auf­ge­stau­ten Un­gleich­ent­wick­lun­gen ent­la­den sich dann im Plat­zen des Kar­tells und schar­fen Kon­kur­renz­aus­ein­an­der­set­zun­gen, in de­nen In­ves­ti­tio­nen in neue Tech­nik dank gefüll­ter „Kriegs­kas­sen“ be­son­ders schnell vor­an­ge­trie­ben wer­den.

Der Im­pe­ria­lis­mus spitzt den Grund­wi­der­spruch des Ka­pi­ta­lis­mus zu. Die Pro­duk­ti­on wird welt­weit ver­ge­sell­schaf­tet, das Pro­dukt der ge­sell­schaft­li­chen Ar­beit wird pri­vat an­ge­eig­net und stellt sich in Form re­ak­ti­onärer Macht ge­gen die Pro­du­zen­ten. Im­mer tie­fe­re und wei­ter aus­grei­fen­de Kri­sen und schließlich der Welt­krieg be­dro­hen die Ent­wick­lung der Ge­sell­schaft. Ge­sell­schaft­li­che Pla­nung und de­ren Vor­aus­set­zung, die Ablösung der Macht der Mo­no­pol­bour­geoi­sie un­ter Führung der Ar­bei­ter­klas­se wird drin­gen­der.

Die fort­schritt­li­che Rol­le der Bour­geoi­sie ist im Im­pe­ria­lis­mus be­en­det. Er ist das Nie­der­gangs­sta­di­um des Ka­pi­ta­lis­mus, die his­to­ri­sche Epo­che von Krieg und Re­vo­lu­ti­on.

Die Zu­spit­zung und Ent­la­dung der im­pe­ria­lis­ti­schen Wi­dersprüche im 1. Welt­krieg führte zum Zu­sam­men­bruch der 2. In­ter­na­tio­na­le. Die Ar­bei­ter­par­tei­en, die un­ter Führung von Op­por­tu­nis­ten den Kriegs­kre­di­ten zu­ge­stimmt hat­ten, wa­ren po­li­tisch bank­rott. Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei­en muss­ten gegründet wer­den und ihre Kom­mu­nis­ti­sche In­ter­na­tio­na­le (KI) un­ter Führung Le­nins. Zur po­litöko­no­mi­schen Ana­ly­se be­zog Le­nin den re­vo­lu­ti­onären Wis­sen­schaft­ler Eu­gen Var­ga in die Ar­beit ein. (Bio­gra­phi­sche Kurz­in­for­ma­ti­on zu Eu­gen Var­ga im Kas­ten) Be­reits zum II. Welt­kon­gress der KI wer­te­te Le­nin Var­gas Ar­beit aus, seit­her stützte sich die KI, ihre Welt­kon­gres­se und ihr Exe­ku­tiv­kom­mit­tee (EKKI) auf Var­gas Ana­ly­sen, die auch hef­tig kri­ti­siert wur­den. Doch Le­nin ver­tei­dig­te ihn: „Wir brau­chen vol­le und wahr­heits­ge­treue In­for­ma­ti­on …

Staatsmonopolistischer Kapitalismus

Als Begründer der Theo­rie des Staats­mo­no­po­lis­ti­schen Ka­pi­ta­lis­mus (oft ab­gekürzt als SMK oder Sta­mo­kap) und der „All­ge­mei­nen Kri­se“ gilt Eu­gen Var­ga. Jürgen Kuc­zyn­ski (1904-1997), zwei­fel­los ei­ner der be­deu­tends­ten deut­schen Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler des 20. Jahr­hun­derts, sag­te: „Mein Leh­rer Eu­gen Var­ga war der größte Po­litöko­nom des Ka­pi­ta­lis­mus in der Pe­ri­ode 1924 bis 1964. Er war der Po­litöko­nom der Kom­mu­nis­ti­schen In­ter­na­tio­na­le.“

In der fol­gen­den Dar­stel­lung der Grund­la­gen des SMK und der „All­ge­mei­nen Kri­se” be­zie­hen wir uns auf das Buch „Staats­mo­no­po­lis­ti­scher Ka­pi­ta­lis­mus“ von G. Bi­nus, B. Lan­de­feld und A. Wehr, S. 6-33, das in der Rei­he Pa­py­Ros­sa Ba­sis­wis­sen 2014 er­schien, im Fol­gen­den zi­tiert als BLW. Das Buch leis­tet ei­nen wich­ti­gen Bei­trag, um die wis­sen­schaft­li­che Dis­kus­si­on der Ent­wick­lung des ge­genwärti­gen Ka­pi­ta­lis­mus und des Cha­rak­ters sei­ner Kri­sen­haf­tig­keit vor­an zu brin­gen.

Marx und En­gels wie­sen auf die Wech­sel­wir­kung von Staat und öko­no­mi­scher Ent­wick­lung hin (BLW S. 8), wie wir be­reits im „Vor­wort“ ge­se­hen ha­ben. Le­nin prägte den Be­griff „staats­mo­no­po­lis­ti­scher Ka­pi­ta­lis­mus“, den be­son­ders Var­ga wei­ter­ent­wi­ckel­te (BLW S. 8,9).

Dass in dem Be­zie­hungs­ge­flecht von Öko­no­mie und Po­li­tik das spe­zi­fi­sche Verhält­nis von Mo­no­po­len und Staat zum ent­schei­den­den Kno­ten­punkt in der Ent­wick­lung des Ka­pi­ta­lis­mus wird, steht in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang mit drei his­to­ri­schen Ent­wick­lungs­strängen die­ses Sys­tems seit dem Über­gang zum 20. Jahr­hun­dert: dem Mo­no­pol­ka­pi­ta­lis­mus, dem Im­pe­ria­lis­mus und der all­ge­mei­nen Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus“. (BLW S. 8).

Von den ge­nann­ten Ent­wick­lungs­strängen sind als Be­grif­fe be­kannt der Mo­no­pol­ka­pi­ta­lis­mus als die öko­no­mi­sche Ba­sis des Im­pe­ria­lis­mus und die wich­tigs­ten Merk­ma­le des Im­pe­ria­lis­mus. Da­bei ent­wi­ckel­te Le­nin den Zu­sam­men­hang zwi­schen der öko­no­mi­schen Ba­sis und dem ideo­lo­gi­schen und po­li­ti­schen Über­bau: Fäul­nis und Kor­rup­ti­on, Wen­dung von der De­mo­kra­tie zur Re­ak­ti­on, „Ära der pro­le­ta­ri­schen, so­zia­lis­ti­schen Re­vo­lu­ti­on“.

Der SMK ent­wi­ckelt sich aus Mo­no­pol­ka­pi­ta­lis­mus und Im­pe­ria­lis­mus und aus ei­nem wei­te­ren ele­men­ta­ren Ent­wick­lungs­strang: „Die All­ge­mei­ne Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus ist ein drit­ter Strang in der theo­re­ti­schen Ab­lei­tung des SMK. Ihr Be­ginn wur­de mit der Her­aus­bil­dung des Mo­no­pol­ka­pi­ta­lis­mus als ‚Nie­der­gangs­pro­zess‘ der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schafts­for­ma­ti­on begründet, ihr Her­vor­tre­ten mit den Fol­gen der un­gleichmäßigen öko­no­mi­schen und po­li­ti­schen Ent­wick­lung in Zu­sam­men­hang ge­bracht; … Der SMK gilt da­her mit sei­ner Funk­ti­on, die Ka­pi­ta­lak­ku­mu­la­ti­on zu si­chern, als An­pas­sung des Im­pe­ria­lis­mus an die veränder­te Ge­samt­si­tua­ti­on. Of­fen trat die all­ge­mei­ne Kri­se in der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ent­wick­lung zum ers­ten Mal mit der äußers­ten Zu­spit­zung der im­pe­ria­lis­ti­schen Ge­gensätze im ers­ten Welt­krieg her­vor, den re­vo­lu­ti­onären Kämp­fen der Ar­bei­ter­klas­se in Eu­ro­pa und vor al­lem mit der rus­si­schen Ok­to­ber­re­vo­lu­ti­on 1917 so­wie der Bil­dung des ers­ten so­zia­lis­ti­schen Staa­tes. Von da an, be­son­ders aber nach dem zwei­ten Welt­krieg mit dem Ent­ste­hen des so­zia­lis­ti­schen Welt­sys­tems und dem Zu­sam­men­bruch des Ko­lo­ni­al­sys­tems, wird die all­ge­mei­ne Kri­se im mar­xis­ti­schen Theo­rie­gebäude über ei­ni­ge Jahr­zehn­te nicht nur aus den in­ne­ren Wi­dersprüchen des Ka­pi­ta­lis­mus, son­dern vor al­lem aus der Wech­sel­wir­kung des Kamp­fes bei­der Welt­sys­te­me ab­ge­lei­tet.“ (BLW S. 13/​14).

Die Theorie der „Allgemeinen Krise“

Eu­gen Var­ga ent­wi­ckelt Grundzüge und We­sen des Nie­der­gangs des Ka­pi­ta­lis­mus in der Epo­che des Im­pe­ria­lis­mus als „All­ge­mei­ne Kri­se“ in Ab­gren­zung zur „zy­kli­schen Kri­se“.

Er kenn­zeich­net den öko­no­mi­schen Kern der lang an­hal­ten­den Kri­se fol­gen­der­maßen: „Die Auf­nah­mefähig­keit des ka­pi­ta­lis­ti­schen Ab­satz­mark­tes genügt selbst in den Hoch­kon­junk­tur­pha­sen nicht, um eine vol­le Aus­nut­zung des Pro­duk­ti­ons­ap­pa­rats zu ermögli­chen.

Aus dem da­her chro­nisch ge­wor­de­nen Über­fluss an fi­xem Ka­pi­tal (An­la­gen­ka­pi­tal, Ma­schi­ne­rie etc.) fol­gen wei­ter schrump­fen­de Märkte (man­gels Neu­an­la­ge von Ka­pi­tal in Pro­duk­ti­ons­an­la­gen), chro­ni­sche Ar­beits­lo­sig­keit und Ver­ar­mung, Zu­sam­men­bruch des Kre­dit­sys­tems (na­tio­nal, Währung, in­ter­na­tio­nal) und auch eine welt­wei­te Agrarkri­se. Der Kri­sen­zy­klus wird de­for­miert.

Un­ter den ver­schie­de­nen Schich­ten der be­sit­zen­den Klas­sen geht ein verschärf­ter Kampf um die Ver­tei­lung des ver­min­der­ten ge­sell­schaft­li­chen Wert­pro­dukts vor sich“ schrieb Var­ga 1922 in sei­ner grund­le­gen­den Schrift „Die Nie­der­gangs­pe­ri­ode des Ka­pi­ta­lis­mus“[4]. Eine ständi­ge und zu­neh­men­de po­li­ti­sche und ge­sell­schaft­li­che Kri­se prägte sich aus. „Nur die Not­wen­dig­keit, das re­vol­tie­ren­de Pro­le­ta­ri­at nie­der­zu­hal­ten, ei­nigt zeit­wei­se die ha­dern­den Schich­ten und Par­tei­en“ (sie­he auch BLW S. 14/​15).

Die Aus­sa­gen Var­gas bzw. der Welt­kon­gres­se der K.I. zur all­ge­mei­nen Kri­se wur­den von der Ar­bei­ter­be­we­gung auf­ge­nom­men, z.B. in Thälmanns Rede im ZK der KPD am 15.1.1931, auf die auch das seit den 50er Jah­ren be­kann­te „Lehr­buch Po­li­ti­sche Öko­no­mie“ Be­zug nimmt[5].

Nach 1945 wur­de die Theo­rie des SMK und der all­ge­mei­nen Kri­se in Deutsch­land wei­ter­geführt u.a. vom IPW in Ber­lin (In­sti­tut für In­ter­na­tio­na­le Po­li­tik und Wirt­schaft der DDR, das sich schwer­punktmäßig mit der Ana­ly­se der ka­pi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft be­fass­te). In ei­ner Aus­ar­bei­tung des IPW von 1976 wird die All­ge­mei­ne Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus „als eine be­son­de­re his­to­ri­sche Pe­ri­ode im Nie­der­gangs­pro­zess des Ka­pi­ta­lis­mus“ be­zeich­net, „in der sich die Be­din­gun­gen der his­to­ri­schen Ablösung des Ka­pi­ta­lis­mus her­aus­bil­den.“ Sie sei da­her kein neu­es Sta­di­um, son­dern eine Sys­tem­kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus, die alle Sei­ten des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens, die Wirt­schaft, die Po­li­tik, die Ideo­lo­gie und die Kul­tur um­fasst. (BLW S. 15)

Im Ge­gen­satz zur Trans­for­ma­ti­ons­dok­trin, wie sie z.B. vom isw ver­tre­ten wird, stell­te das IPW fest: Als Sys­tem­kri­se kann sie auch nicht durch die Kräfte des herr­schen­den Sys­tems über­wun­den wer­den, son­dern nur durch eine grund­le­gen­de so­zi­alöko­no­mi­sche Um­ge­stal­tung zur Er­rich­tung so­zia­lis­ti­scher Pro­duk­ti­ons­verhält­nis­se.

Für eine sol­che Um­ge­stal­tung nann­te das IPW Be­din­gun­gen:

Ers­te ent­schei­den­de Be­din­gung dafür ist ein re­vo­lu­ti­onärer Über­gang und eine ent­spre­chen­de Stärkung des sub­jek­ti­ven Fak­tors. So­lan­ge die­se nicht ge­ge­ben sind, wird der Ka­pi­ta­lis­mus wei­ter be­ste­hen. Er wird Möglich­kei­ten fin­den, sich mit neu­en Be­we­gungs­for­men des Mo­no­pol­ka­pi­tals an­zu­pas­sen. Dar­in ein­ge­schlos­sen sind die wei­te­re Ver­tie­fung öko­no­mi­scher und po­li­ti­scher Wi­dersprüche, neue ge­sell­schaft­li­che Kon­flik­te und die zu­neh­men­de La­bi­lität und Fäul­nis des Ka­pi­ta­lis­mus.

Als eine zwei­te be­son­de­re Be­din­gung der his­to­ri­schen Ablösung des Ka­pi­ta­lis­mus wird die Ent­fal­tung der en­gen Wech­sel­wir­kung von in­ne­ren und äußeren Wi­dersprüchen her­vor­ge­ho­ben. Vor al­lem wird dem re­vo­lu­ti­onären Welt­pro­zess, ins­be­son­de­re der Ent­wick­lung des So­zia­lis­mus ein erst­ran­gi­ger Stel­len­wert zu­ge­ord­net, da die­ser so­wohl als Fak­tor zur Stärkung der Kampf­po­si­tio­nen der Ar­bei­ter­klas­se in den ka­pi­ta­lis­ti­schen Ländern als auch als Trieb­kraft für Kri­se und Zer­fall des im­pe­ria­lis­ti­schen Ko­lo­ni­al­sys­tems wirkt.“ (BLW S. 17-18).

Die „pro­non­ciert eu­pho­ri­sche Ori­en­tie­rung“ der Theo­rie der „All­ge­mei­nen Kri­se“ auf den So­zia­lis­mus als Trieb­kraft für die Kri­se, „oft ver­bun­den mit der Pro­phe­zei­ung des na­hen­den Zu­sam­men­bruch des Ka­pi­ta­lis­mus“ ent­fiel Ende der 80er Jah­re „mit dem Zer­fall des so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in Eu­ro­pa“. Da­mit wur­de die mar­xis­ti­sche For­schung zur „All­ge­mei­nen Kri­se“ ab­ge­bro­chen. An­ge­sichts der of­fen­ba­ren Kri­sen­haf­tig­keit liegt aber kein an­de­res schlüssi­ges Kon­zept zur Klärung der Rea­lität vor. (BLW S. 17/​18)

Die wei­ter­hin be­ste­hen­de „Sys­tem­kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus, die alle Sei­ten des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens, die Wirt­schaft, die Po­li­tik, die Ideo­lo­gie und die Kul­tur um­fasst“ er­for­dert aber eine „wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se der Rea­lität als Grund­la­ge ei­ner an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Stra­te­gie.“ Da­bei kann aber, nach 1989, nicht ein­fach auf die alte Theo­rie zurück­ge­grif­fen wer­den. (BLW S. 18)

Zu un­ter­su­chen wäre dem­nach zunächst, wel­che Rol­le die „pro­non­ciert eu­pho­ri­sche Ori­en­tie­rung“ der Theo­rie der „All­ge­mei­nen Kri­se“ auf den So­zia­lis­mus spielt, die, sie­he oben, „ent­fiel“. Das wird dis­ku­tier­bar an­hand der von Var­ga dar­ge­stell­ten „Etap­pen der all­ge­mei­nen Kri­se“.

Die Etappen der „Allgemeinen Krise“

In sei­ner letz­ten um­fas­sen­den Dar­stel­lung der „All­ge­mei­nen Kri­se“ in „Der Ka­pi­ta­lis­mus des 20. Jahr­hun­derts“[6] cha­rak­te­ri­siert Var­ga 1961 die Ent­wick­lung wie folgt:

1900-1917 Entwicklung von Elementen des SMK und der „Allgemeinen Krise”

Bei der Dar­stel­lung bis 1917 baut Var­ga auf den Cha­rak­te­ris­ti­ka des Im­pe­ria­lis­mus auf, wie Le­nin sie in sei­ner Schrift „Der Im­pe­ria­lis­mus …“ vor­ge­legt hat. Grund­la­ge ist also die hohe Ka­pi­tal­kon­zen­tra­ti­on und die Ent­wick­lung des Fi­nanz­ka­pi­tals.

Die ent­ste­hen­de größere Stu­fen­lei­ter der Pro­duk­ti­on er­laubt ei­nen Sprung in der sys­te­ma­ti­schen An­wen­dung von Wis­sen­schaft in der Pro­duk­ti­ons­tech­nik, be­son­ders sicht­bar in der Elek­tro-, und Che­mie­in­dus­trie und in der Fließband­pro­duk­ti­on.

Aus der schnel­len Aus­deh­nung der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zität in ei­ni­gen Be­rei­chen folgt zu­neh­men­de Un­gleichmäßig­keit, aus der schärfs­te Aus­ein­an­der­set­zun­gen in der Kon­kur­renz der sich aus­bil­den­den Kar­tell- und Kon­zern­grup­pen ent­ste­hen.

Die Aus­deh­nung der Märkte stößt an geo­gra­fi­sche Gren­zen, das Ko­lo­ni­al­sys­tem muss in der im­pe­ria­lis­ti­schen Kon­kur­renz be­fes­tigt und aus­ge­baut wer­den, mit der Fol­ge von po­li­ti­schen Kri­sen und Mi­li­ta­ri­sie­rung.

Die Fi­nan­zo­lig­ar­chie do­mi­niert die Bour­geoi­sie und den Staats­ap­pa­rat.

In der Ar­bei­ter­klas­se wird Spal­tung durch die Re­vi­sio­nis­ten sicht­bar, die, gestützt auf Ar­bei­terbüro­kra­tie und Ar­bei­te­ra­ris­to­kra­tie, ideo­lo­gisch auf die Sei­te der Mo­no­pol­bour­geoi­sie über­ge­hen. Mo­no­pol-Ex­tra­pro­fi­te sind die öko­no­mi­sche Grund­la­ge für die­se ge­setzmäßige Ent­wick­lung.

Die Zwi­schen­schich­ten verändern sich durch die zu­neh­men­de Tren­nung von Ka­pi­tal, Ei­gen­tum und Lei­tung der Ka­pi­tal­ver­wer­tung: Ent­wick­lung von Ren­tiers­schich­ten (Ka­pi­ta­lis­ten, die nicht Un­ter­neh­mer sind), Lei­tungs­schich­ten (Lei­ter/​Ma­na­ger, die nicht Ka­pi­tal­ei­gentümer sind), Ver­drängung der al­ten Zwi­schen­schich­ten (Hand­wer­ker, Klein­bau­ern, Kleinhänd­ler); Feu­dal­her­ren wer­den ver­drängt oder wer­den grund­be­sit­zen­de Ka­pi­ta­lis­ten.

Die zu­ge­spitz­ten Wi­dersprüche ent­la­den sich im 1. Welt­krieg. Ers­te Er­schei­nun­gen des SMK zei­gen sich in Deutsch­land, z.B. die Ein­rich­tung der Kriegs­roh­stoff­ab­tei­lung. Die zwei Me­tho­den der Herr­schaft des Ka­pi­tals wer­den in ih­rer Wi­dersprüchlich­keit deut­lich (Mi­litärzucht­haus/​Burg­frie­den).

1917-1945 Erste Etappe der „Allgemeinen Krise” des Kapitalismus

In der Ok­to­ber­re­vo­lu­ti­on ent­steht der Staat der Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats und schränkt den be­reits auf­ge­teil­ten ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt­markt ein. In­fol­ge der Kriegs­kos­ten und -zerstörun­gen er­gibt sich eine Kräfte­ver­schie­bung bei den im­pe­ria­lis­ti­schen Großmäch­ten zu­guns­ten der USA, die Ka­pi­tal nach Deutsch­land ex­por­tie­ren und dort die Re-Mi­li­ta­ri­sie­rung ge­gen die jun­ge SU fördern, auch im Wi­der­spruch zu Großbri­tan­ni­en und Frank­reich.

Ko­lo­ni­alvölker re­vol­tie­ren z.B. im Ex-Os­ma­ni­schen Reich, in Chi­na, im Iran.

Die neu­en Tech­no­lo­gi­en set­zen sich breit durch, be­son­ders sicht­bar in der Elek­tro- und Che­mie­in­dus­trie so­wie in der Pro­duk­ti­ons­au­to­ma­ti­sie­rung (For­dis­mus-Tay­lo­ris­mus). Im Mo­no­pol­ka­pi­tal fin­det ent­spre­chend eine Kräfte­ver­schie­bung von Koh­le/​Stahl zu Elek­tro/​Che­mie statt.

Die Er­neue­rung des fi­xen Ka­pi­tals im Wie­der­auf­bau er­zeugt Pro­duk­ti­vitätsschübe mit ent­spre­chen­den Ra­tio­na­li­sie­rungs­wel­len. We­gen der oben an­ge­spro­che­nen Be­schränkung des ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt­markts fol­gen Un­ter­aus­las­tung, Über­pro­duk­ti­on und chro­ni­sche Ar­beits­lo­sig­keit, Kre­dit- und Währungs­kri­sen so­wie die welt­wei­te Agrarkri­se.

Var­ga zeigt die Si­tua­ti­on auf an­hand des In­dex der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt-In­dus­trie­pro­duk­ti­on. (sie­he obi­ge Ta­bel­le)

Der im­pe­ria­lis­ti­sche Staat spielt eine zu­neh­mend ak­ti­ve Rol­le in der Wirt­schaft. Der Kampf der Mo­no­po­le und Mo­no­pol­grup­pen um Zu­griff auf das Na­tio­nal­pro­dukt ändert das spe­zi­fi­sche Verhält­nis von Mo­no­po­len und Staat. Keynes´ Theo­rie der Staats­ein­grif­fe bie­tet dazu die Recht­fer­ti­gung. Da­mit, ver­bun­den mit der Dok­trin der „Wirt­schafts­de­mo­kra­tie“, wird auch ver­sucht, die Ar­bei­ter­klas­se ideo­lo­gisch zu ent­waff­nen.

Streik­wel­len und Re­vo­lu­tio­nen ma­chen Zu­geständ­nis­se an die Ar­bei­ter­klas­se not­wen­dig. Welt­weit nimmt die Zahl der Ge­werk­schafts­mit­glie­der in der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt von 8 Mil­lio­nen (1906) auf 43 Mil­lio­nen (1920) zu, in Deutsch­land von 2 auf 13 Mil­lio­nen. In den Re­vo­lu­tio­nen nach 1917 geht die Ar­bei­te­ra­ris­to­kra­tie/-​büro­kra­tie of­fen auf die Sei­te des Mo­no­pol­ka­pi­tals über. Die dar­auf­hin gegründe­ten kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en und die 3. In­ter­na­tio­na­le wach­sen, wer­den aber ge­schwächt durch die erwähn­ten Ra­tio­na­li­sie­rungs­wel­len, in de­nen vor al­lem re­vo­lu­ti­onäre Kräfte aus den Be­trie­ben ge­wor­fen wer­den. Der Mar­xis­mus-Le­ni­nis­mus ver­brei­tet sich welt­weit. Die re­vol­tie­ren­den un­ter­drück­ten Völker wer­den zu Verbünde­ten der „Pro­le­ta­ri­er al­ler Länder“.

Die al­ten Zwi­schen­schich­ten wer­den wei­ter rui­niert, der An­teil der neu­en Zwi­schen­schich­ten (An­ge­stell­te in Ver­wal­tung und Tech­nik, Be­am­te) nimmt zu.

Mi­litäri­sche Kon­ter­re­vo­lu­tio­nen (u.a. Russ­land, Bay­ern, Un­garn, Finn­land, Spa­ni­en, Chi­na) dämmen den So­zia­lis­mus an der Macht für 25 Jah­re auf die SU ein, der Im­pe­ria­lis­mus sucht – ge­setzmäßig – den Aus­weg aus der all­ge­mei­nen Kri­se in Fa­schis­mus und Krieg. Die „Pro­le­ta­ri­er al­ler Länder und un­ter­drück­ten Völker“ stel­len sich un­ter Führung der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en und ih­rer K.I. da­ge­gen auf.

ab 1945 Zweite Etappe der „Allgemeinen Krise” des Kapitalismus

Aus­gangs­punkt ist das neue Kräfte­verhält­nis nach 1945:

Die Hoff­nung der im­pe­ria­lis­ti­schen Großmächte, dass das fa­schis­ti­sche Deutsch­land und die SU sich ge­gen­sei­tig auf­rei­ben, rea­li­sier­te sich nicht. Der Wi­der­spruch zwi­schen den Im­pe­ria­lis­ten er­wies sich als stärker als der Wi­der­spruch zwi­schen dem Im­pe­ria­lis­mus im Gan­zen und dem So­zia­lis­mus.

Die SU ist 1945 ge­schwächt, aber sieg­reich auch dank der un­erhörten Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kraft der Ar­beit in der SU seit 1917. Die kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en sind 1945 welt­weit stark, wie auch die Hin­wen­dung der Mas­sen zum So­zia­lis­mus.

Das Haupt­in­ter­es­se der zur do­mi­nie­ren­den im­pe­ria­lis­ti­schen Macht ge­wor­de­nen USA ist

1. der Er­halt ih­rer im­pe­ria­lis­ti­schen Herr­schaft und der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ord­nung ins­ge­samt. Dazu müssen sie

2. die Wi­dersprüche zwi­schen den Im­pe­ria­lis­ten un­ter Kon­trol­le brin­gen.

Den­noch ent­steht das so­zia­lis­ti­sche Welt­sys­tem mit dem RGW und in Chi­na, Viet­nam und Ko­rea. Be­frei­ungs­be­we­gun­gen ge­gen das Ko­lo­ni­al­sys­tem schränken den ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt­markt wei­ter ein.

Die Eindämmung der Klas­senkämpfe, der Be­we­gung zum So­zia­lis­mus und ge­gen den Ko­lo­nia­lis­mus er­zeugt ei­nen Dau­er­kriegs­zu­stand der USA. In Frank­reich und Ita­li­en ge­lingt die Ent­waff­nung des an­ti­fa­schis­ti­schen Wi­der­stands v.a. durch star­ke US-Mi­litärpräsenz. Deutsch­land wird ge­teilt, West­deutsch­land wird zum „eu­ropäischen Flug­zeug­träger“ der USA.

Die USA ver­su­chen die Wi­dersprüche zwi­schen den Im­pe­ria­lis­ten durch NATO und EWG zu re­gu­lie­ren und zu do­mi­nie­ren: Die In­ter­es­sen sol­len dem Kampf ge­gen den So­zia­lis­mus un­ter­ge­ord­net wer­den. Die auf die BRD be­schränkte deut­sche Mo­no­pol­bour­geoi­sie nutzt den Wi­der­spruch zwi­schen bei­den Zie­len zum Wie­der­auf­stieg aus. West­deutsch­land wird re­mi­li­ta­ri­siert. Krie­ge sol­len in Eu­ro­pa und Asi­en aus­ge­foch­ten wer­den, von USA fi­nan­ziert: Die­se Dok­trin der US-Im­pe­ria­lis­ten wird durch die Atom-In­ter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten der SU gestört.

Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte: Ein wei­te­rer Auf­schwung der Elek­tro-, Che­mie- und Fahr­zeug­tech­nik, auf Ba­sis zu­neh­mend au­to­ma­tisch ge­steu­er­ter Pro­duk­ti­on, setzt sich in den im­pe­ria­lis­ti­schen Ländern breit durch, während die Ent­wick­lung der abhängi­gen Länder be­hin­dert wird. Die mi­litärisch wich­ti­gen Wirt­schafts- und Tech­no­lo­gie­sek­to­ren Luft- und Raum­fahrt, Mi­kro­elek­tro­nik (IT), Atom­for­schung so­wie Ölpro­duk­ti­on und -ver­tei­lung wer­den von den USA kon­trol­liert.

We­gen der an­dau­ern­den Hochrüstungs­pro­duk­ti­on ent­steht eine lan­ge Wie­der­auf­bau­pha­se ohne star­ke Un­ter­aus­las­tung. Un­ter dem Bret­ton-Woods-Währungs­sys­tem set­zen die US-Im­pe­ria­lis­ten ei­nen fes­ten US-Dol­lar-Preis für Gold fest und ei­nen fes­ten Preis an­de­rer Währun­gen für den US-Dol­lar. Da­mit zah­len die an­de­ren Teil­neh­mer­na­tio­nen des Sys­tems de fac­to Tri­but an die USA.

Var­ga il­lus­triert auch die­se Si­tua­ti­on mit dem In­dex der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt-In­dus­trie­pro­duk­ti­on. (sie­he obi­ge Ta­bel­le)

Die USA ex­por­tie­ren Ka­pi­tal nach Eu­ro­pa, wer­den aber schwächer we­gen ih­rer zu­neh­men­den Mi­litäraus­ga­ben. Sie können Gold­ab­fluss nicht ver­hin­dern, sind aber wei­ter mi­litärisch do­mi­nant v.a. durch Atomrüstung. Die Su­ez­kri­se zeigt den Ab­stieg von Großbri­tan­ni­en und Frank­reich und die Be­deu­tung der Atomrüstung. Das Bret­ton-Woods-Sys­tem hält bis An­fang der 70er Jah­re.

Auf die Be­frei­ungs­be­we­gun­gen re­agie­ren die Im­pe­ria­lis­ten mit dem Neo­ko­lo­ni­al­sys­tem, Schein­un­abhängig­keit und Mi­litärin­ter­ven­tio­nen.

Ent­wick­lung der Klas­sen: wei­te­re Kon­zen­tra­ti­on der Mo­no­pol­bour­geoi­sie und auch der nicht-mo­no­po­lis­ti­schen Bour­geoi­sie. Wei­te­re Ab­nah­me der al­ten Mit­tel­schich­ten, Zu­nah­me der neu­en. Zur ideo­lo­gi­schen Be­frie­dung der im an­ti­fa­schis­ti­schen Wi­der­stand zum So­zia­lis­mus nei­gen­den Zwi­schen­schich­ten spie­len die Kir­chen eine große Rol­le.

Die Ar­bei­ter­klas­se der im­pe­ria­lis­ti­schen Großmächte wird in der länge­ren (als 1924-1929) re­la­tiv sta­bi­len Pha­se ideo­lo­gisch be­frie­det haupt­sei­tig durch eine So­zi­al­de­mo­kra­tie, die sich auf eine brei­te Ar­bei­terbüro­kra­tie stützen kann. Ge­werk­schafts-, Ver­wal­tungs- und Re­gie­rungs­pos­ten auf Ebe­nen eher un­ter­halb der Zen­tral­re­gie­rung ste­hen im Macht­be­reich der im­pe­ria­lis­ti­schen Großmächte in Mil­lio­nen­zahl für So­zi­al­de­mo­kra­ten zur Verfügung.

Var­ga for­mu­liert: „Der SMK reift zur vol­len Blüte“. In der Ak­ku­mu­la­ti­ons­be­we­gung des Ka­pi­tals spie­len Bank­ka­pi­tal und Staat eine zu­neh­men­de Rol­le. Durch ent­spre­chen­de Ge­setz­ge­bung grei­fen bei­de mit Staats- und Pri­vat­kre­dit zur Stärkung der Nach­fra­ge zu­neh­mend in den Re­pro­duk­ti­ons­pro­zess des Ka­pi­tals ein. Da­bei nimmt auch die Rol­le der Mi­li­ta­ri­sie­rung in der Pro­duk­tiv­kraft­ent­wick­lung und als Nach­fra­gestütze zu.

ab 1958 Dritte Etappe der „Allgemeinen Krise” des Kapitalismus?

Eu­gen Var­ga be­ginnt das Ka­pi­tel VI sei­nes Buchs von 1961[7], „die neue (drit­te) Etap­pe der all­ge­mei­nen Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus“ mit dem Hin­weis auf die Erklärung der Be­ra­tung von Ver­tre­tern der kom­mu­nis­ti­schen und Ar­bei­ter­par­tei­en im No­vem­ber 1960 in Mos­kau: Var­ga zi­tiert die „Erklärung“:

Das so­zia­lis­ti­sche Welt­sys­tem wird zum aus­schlag­ge­ben­den Fak­tor der Ent­wick­lung der mensch­li­chen Ge­sell­schaft“. Var­ga zi­tiert wei­ter: „Der Tri­umph des So­zia­lis­mus in ei­ner großen Grup­pe Länder Eu­ro­pas und Asi­ens, die etwa ein Drit­tel der Mensch­heit um­fasst; das mäch­ti­ge Wachs­tum der Kräfte, die für den So­zia­lis­mus in der gan­zen Welt kämp­fen und die ste­ti­ge Schwächung der Po­si­tio­nen des Im­pe­ria­lis­mus im öko­no­mi­schen Wett­be­werb mit dem So­zia­lis­mus; der neue ge­wal­ti­ge Auf­schwung des na­tio­na­len Be­frei­ungs­kamp­fes und der im­mer ra­sche­re Zer­fall des Ko­lo­ni­al­sys­tems; die zu­neh­men­de La­bi­lität des ge­sam­ten Wirt­schafts­sys­tems der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt; die die Zu­spit­zung der Wi­dersprüche des Ka­pi­ta­lis­mus in­fol­ge der Ent­wick­lung des staats­mo­no­po­lis­ti­schen Ka­pi­ta­lis­mus und des wach­sen­den Mi­li­ta­ris­mus; die Ver­tie­fung der Ge­gensätze zwi­schen den Mo­no­po­len und den In­ter­es­sen der ge­sam­ten Na­ti­on; der Ab­bau der bürger­li­chen De­mo­kra­tie; die Ten­denz zu au­to­kra­ti­schen und fa­schis­ti­schen Re­gie­rungs­me­tho­den; die tie­fe Kri­se der bürger­li­chen Po­li­tik und Ideo­lo­gie – all das sind Be­wei­se dafür, dass die Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus in eine neue Etap­pe ein­ge­tre­ten ist.“ (Her­vor­he­bung im Ori­gi­nal)

Das Zi­tat ist vollständig wie­der­ge­ge­ben, weil so klar wird, dass alle ge­nann­ten Fak­to­ren für die Ent­wick­lung der 3. Etap­pe eben­falls in der 2. Etap­pe vor­han­den sind. In der Dar­stel­lung der 2. Etap­pe nimmt Var­ga z.B. auch aus­drück­lich auf den Sput­nik-Schock und die In­ter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten der SU Be­zug. Der qua­li­ta­ti­ve Un­ter­schied der 3. Etap­pe zur 2. Etap­pe muss also in der „ste­ti­gen Schwächung der Po­si­tio­nen des Im­pe­ria­lis­mus im öko­no­mi­schen Wett­be­werb mit dem So­zia­lis­mus“ lie­gen. Hier liegt ent­spre­chend die Fehl­einschätzung der Mos­kau­er Erklärung.

Fazit:

Die Theo­rie des SMK und der all­ge­mei­nen Kri­se baut im Kern bruch­los auf den von Marx und Le­nin ent­wi­ckel­ten Grund­la­gen der po­li­ti­schen Öko­no­mie auf. Mit ih­rer Hil­fe kann es ge­lin­gen, die ge­genwärti­ge Be­we­gung des Klas­sen­kampfs in sei­ner in­ter­na­tio­na­len und na­tio­na­len Form kon­kret zu un­ter­su­chen, be­son­ders durch die Ver­bin­dung der Ana­ly­se der zy­kli­schen Kri­sen mit der „All­ge­mei­nen Kri­se“.

Die qua­li­ta­ti­ven Ent­wick­lun­gen der 1. und 2. Etap­pe sind nach­voll­zieh­bar und auch nach 1989 gültig. Das gilt nicht für die 3. Etap­pe. Zur Re­ha­bi­li­tie­rung der Theo­rie der all­ge­mei­nen Kri­se ist des­halb auf die For­mu­lie­rung ih­rer Ent­wick­lung zurück zu ge­hen, die wir auf S. 14 des Buchs von Bi­nus/​Lan­de­feld/​Wehr fin­den: „… be­son­ders aber nach dem zwei­ten Welt­krieg mit dem Ent­ste­hen des so­zia­lis­ti­schen Welt­sys­tems und dem Zu­sam­men­bruch des Ko­lo­ni­al­sys­tems, wird die all­ge­mei­ne Kri­se im mar­xis­ti­schen Theo­rie­gebäude über ei­ni­ge Jahr­zehn­te nicht nur aus den in­ne­ren Wi­dersprüchen des Ka­pi­ta­lis­mus, son­dern vor al­lem aus der Wech­sel­wir­kung des Kamp­fes bei­der Welt­sys­te­me ab­ge­lei­tet.“ (BLW S. 13/​14).

Die Theo­rie der all­ge­mei­nen Kri­se soll­te ih­ren Platz im „mar­xis­ti­schen Theo­rie­gebäude“ ha­ben und kann frucht­bar an­ge­wandt wer­den zur Ana­ly­se des heu­ti­gen SMK, wenn man Ab­stand nimmt von der ein­sei­ti­gen Ab­lei­tung „aus dem Kampf bei­der Welt­sys­te­me“. Sie wird mit Le­ben erfüllt, wenn sie aus den Wi­dersprüchen des Ka­pi­ta­lis­mus in ih­rer Ge­samt­heit ab­ge­lei­tet wird.

These:

Auf den Ana­ly­sen zur 1. und 2. Etap­pe kann ana­log eine Ana­ly­se von den von Var­ga gründ­lich un­ter­such­ten 50er Jah­ren bis heu­te auf­ge­baut wer­den. Zu dis­ku­tie­ren wäre, ob man ab 1989 von ei­ner 3. Etap­pe spre­chen kann. Die Ent­wick­lung 1945-1989 ist durchgängig ge­kenn­zeich­net vom Haupt­in­ter­es­se des US-Im­pe­ria­lis­mus sei­ne Do­mi­nanz zu er­hal­ten, das Var­ga als grund­le­gend für die 2. Etap­pe fest­ge­stellt hat. Var­ga hat­te dort fest­ge­stellt, dass aus dem Haupt­in­ter­es­se, die Do­mi­nanz zu er­hal­ten, zwei wi­dersprüchli­che, aber un­auflösbar ver­bun­de­ne Un­ter­zie­le fol­gen:

1. ge­gen das so­zia­lis­ti­sche La­ger (das zurück­ge­drängt und ver­nich­tet wer­den soll),

2. ge­gen die im­pe­ria­lis­ti­schen Kon­kur­ren­ten (die un­ter Kon­trol­le ge­hal­ten wer­den müssen).

Hier ha­ben sich die Kräfte­verhält­nis­se nach dem Bruch 1989 ver­scho­ben. Bis 1989 war das Un­ter­ziel 2 dem Un­ter­ziel 1 leich­ter un­ter­zu­ord­nen. Nach 1989 ha­ben sich nicht nur die Kräfte­verhält­nis­se zwi­schen den Ländern und Staa­ten, son­dern natürlich auch in­ner­halb der­sel­ben ver­scho­ben. Das wird ge­ra­de uns in Deutsch­land 25 Jah­re später im­mer deut­li­cher.

Zu un­ter­su­chen wäre zunächst ent­spre­chend Var­gas Ana­ly­se­me­tho­de die Zu­spit­zung der Wi­dersprüche, die zum Bruch um 1989 geführt ha­ben. Dar­auf auf­bau­end wäre die Ent­wick­lung der Kräfte­verhält­nis­se nach 1989 ein­zuschätzen. Mit Rück­sicht auf das obi­ge „Fa­zit“ würde die­se neu be­leb­te Theo­rie der all­ge­mei­nen Kri­se „mit Le­ben erfüllt, wenn sie aus den Wi­dersprüchen des Ka­pi­ta­lis­mus in ih­rer Ge­samt­heit ab­ge­lei­tet wird“. Da­bei müsste der Zu­sam­men­hang her­ge­stellt wer­den zwi­schen den in­ne­ren Wi­dersprüchen – Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte und ent­spre­chend der Klas­sen und Schich­ten und den Re­sul­ta­ten ih­rer po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung – mit der Ent­wick­lung der äußeren Wi­dersprüche zwi­schen den im­pe­ria­lis­ti­schen Hauptmäch­ten, den abhängi­gen und um Un­abhängig­keit kämp­fen­den Ländern und den so­zia­lis­ti­schen Ländern.

Ste­phan Müller

Index der kapitalistischen Welt-Industrieproduktion
1880 1890 1900 1913 1920 1929 1932 1938
31 52 73 121 116 176 114 181
Index der kapitalistischen Welt-Industrieproduktion
1900 1913 1920 1929 1932 1938 1948 1958
73 121 116 176 114 181 258 411
Eugen Varga (1879 – 1964)

Als Begründer der Theo­rie des SMK und der All­ge­mei­nen Kri­se des Ka­pi­ta­lis­mus gilt Eu­gen Var­ga (un­ga­risch: Jenö, rus­sisch Je­w­ge­ni Sa­mui­lo­witsch War­ga / Евге́ний Самуи́лович Ва́рга, geb. 1879 in Bu­da­pest, gest. 1964 in Mos­kau).

Jürgen Kuc­zyn­ski (1904-1997): „Mein Leh­rer Eu­gen Var­ga war der größte Po­litöko­nom des Ka­pi­ta­lis­mus in der Pe­ri­ode 1924 bis 1964 … Er war der Po­litöko­nom der Kom­mu­nis­ti­schen In­ter­na­tio­na­le.

Eu­gen Var­ga wur­de 1879 in Un­garn bei Bu­da­pest als Sohn ei­nes Schreib­wa­ren­la­den­be­sit­zers ge­bo­ren. Er wur­de 1907 Han­dels­schul­leh­rer. Als Mit­glied der un­ga­ri­schen so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei schrieb er für de­ren Zei­tung und dann auch für die „Neue Zeit“, dem theo­re­ti­schen Or­gan der deut­schen So­zi­al­de­mo­kra­tie. 1918 wur­de er Pro­fes­sor für Na­tio­nalöko­no­mie an der Uni­ver­sität Bu­da­pest, 1919 Vor­sit­zen­der des Volks­wirt­schafts­rats der un­ga­ri­schen Räte­re­pu­blik. Nach de­ren Nie­der­schla­gung emi­grier­te er nach So­wjet­russ­land.

Eu­gen Var­ga wur­de von Le­nin voll in die Ar­beit der Kom­mu­nis­ti­schen In­ter­na­tio­na­len (KI) ein­be­zo­gen. Be­reits zum II. Welt­kon­gress wer­tet Le­nin Var­gas Ar­beit aus, seit­her stütz­ten sich die KI bzw. die Welt­kon­gres­se und das EKKI auf Var­gas Ana­ly­sen, die auch hef­tig kri­ti­siert wur­den. Doch Le­nin ver­tei­dig­te ihn: „Wir brau­chen vol­le und wahr­heits­ge­treue In­for­ma­ti­on …“.

Be­son­ders erwähnens­wert sind sei­ne Vier­tel­jah­res­be­rich­te zur Wirt­schafts­la­ge des Ka­pi­ta­lis­mus bis 1939, in de­nen er z.B. ge­gen alle bürger­li­chen Einschätzun­gen die Welt­wirt­schafts­kri­se 1929-1932 kon­kret vor­her­sag­te und sein Bei­trag in der Vor­be­rei­tungs­kom­mis­si­on zum VII. Welt­kon­gress 1935, auf den sich Di­mitroff bei sei­ner Ana­ly­se des Fa­schis­mus stützen konn­te. Eu­gen Var­gas wis­sen­schaft­li­che Nüchtern­heit war mit Kampf­geist ver­bun­den, so dass er Dis­kus­sio­nen mit dem EKKI und auch Sta­lin nicht aus­wich. In der Dis­kus­si­on um den Cha­rak­ter des Staats 1947 wich Var­ga al­ler­dings zurück. Er erklärte später, er habe das nicht ge­tan, weil ihn „dazu ir­gend­ein Druck in der So­wjet­uni­on zwang“, son­dern weil die ka­pi­ta­lis­ti­sche Pres­se ihn „in Ge­gen­satz zur kom­mu­nis­ti­schen Par­tei“ brin­gen woll­te. „Aber ich konn­te nicht zu­las­sen, dass ich nach ei­ner Tätig­keit von fast ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert in den Rei­hen der in­ter­na­tio­na­len Ar­bei­ter­be­we­gung vor der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt als Geg­ner mei­ner ei­ge­nen Par­tei hin­ge­stellt wur­de.“ (E.S.Var­ga, Aus­gewählte Schrif­ten Band 3, S. 134)

Eu­gen Var­ga hin­ter­ließ 65 Vier­tel­jah­res­be­rich­te (ca. 2.000 Sei­ten), 500 wis­sen­schaft­li­che Ar­ti­kel und 75 Bücher.

Die wich­tigs­ten Schrif­ten Eu­gen Var­gas, zu­sam­men mit ei­ner Bi­blio­gra­phie, wur­den 1979 vom In­sti­tut für in­ter­na­tio­na­le Po­li­tik und Wirt­schaft der DDR (IPW) her­aus­ge­ge­ben, Be­ar­bei­ter Horst Hei­nin­ger und Lutz Mai­er, bei Pahl-Ru­gen­stein er­schie­nen 1981, hier ver­wen­det 2. Auf­la­ge 1982: E.S. Var­ga Aus­gewählte Schrif­ten 1918 – 1964, 3 Bände.

Bio­gra­phi­sche Kurz­in­fo nach: „Her­vor­ra­gen­der Funk­ti­onär der in­ter­na­tio­na­len Ar­bei­ter­be­we­gung und be­deu­ten­der mar­xis­tisch-le­ni­nis­ti­scher Wis­sen­schaft­ler.“ Wis­sen­schaft­li­ches Kol­lo­qui­um an der Karl-Marx-Uni­ver­sität Leip­zig 1979, so­wie J. Kuc­zyn­ski: „Die Schu­le Eu­gen Var­gas“, ab­ge­druckt in J. Kuc­zyn­ski, Stu­di­en zu ei­ner Ge­schich­te der Ge­sell­schafts­wis­sen­schaf­ten, Bd. 7, Ber­lin 1977.

KAZonline

Autor

Stephan Müller

22. Parteitag

22. Parteitag

Der Leitantrag zum 22. Parteitag: "Die Offensive des Monopolkapitals stoppen."

Nächste Termine

Neueste Beiträge