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Ömer Erismis und seine Mutter werden weiterkämpfen müssen.

Die Bundesagentur für Arbeit in Bremen hat Beschwerde beim Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen eingelegt gegen den Beschluss des Sozialgerichtes Bremen vom 12. Oktober 2015, dass der an progressiver Muskeldystrophie leidende 17 jährige Ömer einen Rechtsanspruch auf eine Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, aber auch auf eine bezahlte Wegebegleitung durch ein Großraumtaxi hat (siehe Bericht news.dkp.de). Das Arbeitsamt in Bremen will einfach das Urteil nicht akzeptieren, setzt ganz auf Zermürbungstaktik gegen einen jungen bewegungslosen Menschen. Die Ömer Erismis diese Steine in den Weg legen, nennen sich auch noch Reha-Abteilung bei der Arbeitsagentur. Nichts haben sie für Ömer getan für die Reha-Maßnahme, es ging Ihnen nur darum, die Kosten zu minimieren. Also hat die dortige Rechtsabteilung fristwahrend Beschwerde eingelegt, aber bisher keinen Beschwerdeantrag gestellt noch eine Beschwerdebegründung vorgelegt.
Mit Schreiben vom 24. November 2015 lehnt auch das Amt für Soziale Dienste in Bremen-Nord eine Kostenbeteiligung ab. Sie steht auf dem Standpunkt, dass alleine die Bundesagentur für Arbeit die Kosten für Ömer Erismis zu tragen hat. Mit Schreiben vom 28. November 2015 hat die Familie Erismis Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt. Auch die Pflegekasse hat sich bei der Familie hinsichtlich einer Kostenbeteiligung für eine Arbeitsassistenz nicht gemeldet. Die Kostenfrage ist nicht geklärt!
Gemeinsam mit seiner Mutter ist Ömer am Montag, den 30. November zum Berufsbildungswerk Bremen gefahren und hat sein Berufsvorbereitungsjahr begonnen, ohne Persönliche Assistenz. Die Bundesagentur für Arbeit weigerte sich, einen Vertrag mit dem seriösen Anbieter von Dienstleistungen, dem Martinsclub Bremen e.V. abzuschließen und Gerd-Rolf Rosenberger weiter als persönlichen Assistenten für Ömer zu beschäftigen. Der Martinsclub Bremen betreut Ömer seit über 10 Jahren. Taliye Erismis, die Mutter, kann ihren Sohn in den nächsten Tagen zum Berufsbildungswerk nicht begleiten. Mindestens 5 – 7 Mal in der Nacht muss sie ihren Sohn lagern, das überfordert ihre Kräfte. Ömer musste deshalb letzten Dienstag und Mittwoch zu Hause bleiben, weil die mit dem Berufsvorbereitungsjahr zusammenhängenden Kostenfragen bisher abschließend nicht geklärt sind und daher ein Assistent oder eine Assistentin für Ömer nicht bestellt werden konnte. Die Familie hat Kontakt zur Assistenzgenossenschaft Bremen aufgenommen und suchte händeringend für die nächsten Tage einen vertrauensvollen persönlichen Begleiter für Ömer, der an diesem unheilbaren körperlichen Handicap leidet, damit er sein Berufsvorbereitungsjahr fortsetzen kann. Wir haben gemeinsam eine engagierte Freundin gefunden, die bereit ist, die nächsten Tage für Ömer Erismis die Persönliche Assistenz zu übernehmen. Eine Altenpflegerin, die jahrzehntelang in der Schwerstpflege MS tätig war.

Gerd-Rolf Rosenberger
Seit über 17 Jahren für den Martinsclub Bremen e.V. tätig. Der Martinsclub Bremen betreute Ömer über 10 Jahre.

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