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Abschlusserklärung des Forums der Völker, Siby, Dezember 2015 (Mali)

Wir, soziale Bewegungen aus verschiedenen ländlichen, vorstädtischen und städtischen Gegenden der 8 Regionen und des Distrikts Bamako in Mali, aus Westafrika, namentlich aus Benin, Burkina Faso, Cote d’ivoire, Guinea, Niger und Senegal, die wir in Siby versammelt sind für das 11. Forum der Völker vom 5 bis 6. Dezember 2015 als Gegen-Gipfel zur 21. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP21), die in Paris vom 30. November bis 11. Dezember 2015 stattfand.

Zum Abschluss haben wir zu den zentralen Themen über Frieden, Sicherheit und die Klimaveränderung die folgende Erklärung verfasst:

In Erwägung, dass die afrikanischen Völker Opfer der Auswirkungen der von den Staaten des Norden verursachten Klimaveränderungen sind;
In Erwägung, dass das landgrabbing von Ackerland in Afrika ein Faktor der Verelendung und des Hungers ist;
In Erwägung, dass die privaten Investoren mit der Schützenhilfe der afrikanischen staatlichen Organe das Land stehlen, um die Ressourcen (Wasser, Erdöl, Minieralien etc.) aufs äußerste auszubeuten und darauf Pflanzen für die Ernährungsindustrie und Biodiesel entwickeln;
In Erwägung, dass diese Politik die Beeinträchtigung fundamentaler Menschenrechte mit sich bringt;
In Erwägung, dass der massive Exodus die Ernährungskrise für die Gesamtheit der Bevölkerungen verschlimmert.
In Erwägung, dass das Gewicht der Kredite gefährlich die Entwicklung Afrikas aufs Spiel setzt
In Erwägung, dass PPP, die öffentliche-private Partnerschaft eine neue Form der Beherrschung ist
In Erwägung der verheerenden Folgen der Mikrokredite für die Aktivitäten der Frauen
In Erwägung der Vermehrung der Waffen und der massiven Anwesenheit fremder Truppen auf unserem Boden
In Erwägung der Begrenztheit des Francs CFA, der sich als Geld der Beherrschung herausgestellt hat
In Erwägung der Abwesenheit des Willens und der Unfähigkeit der Führer von G80 und G20, Lösungen für die kapitalistische Krise (Krise der Finanzen, Ökonomie, Gesellschaft, Migration, Umwelt) zu finden,

fordern Wir, die sozialen Bewegungen,

den Respekt für das Engagement, das anlässlich des früheren COP und am Ende des COP 21 aufgebracht wurde;

die entschädigungslose Enteignung der Großgrundbesitzer;

die Unterstützung der regionalen, nationalen und internationalen Politik für die Nahrungsmittelproduktion und der Nahrungsmittel-Souveränität;

die Einstellung des Raubs von Naturressourcen, der Zerstörung der Umwelt und die Rückerstattung einer Umweltschuld.
die Abschaffung der Welthandelsorganisation und aller Freihandelsabkommen (ACP/UE etc.) und die Schaffung einmer globalen Front gegen Schulden;

die Annahme einer anderen Währung als des Francs CFA;

den Stopp der Kriminalisierung und Verfolgung von Migranten und die Freizügigkeit der Menschen

die Verbesserung der Regierungsführung auf allen Ebenen.
verfasst in Siby, den 6. Dezember 2015

Das Forum der Völker

http://www.forumdespeuples.org/spip.php?article437

 

Übersetzung: Georges Hallermayer