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Frieden, Solidarität, gleiche Rechte

Die Föderation der demokratischen Arbeitervereine (DIDF) feierte vom 22. bis 24. Januar in Köln ihr 35-jähriges Bestehen und diskutierte auf ihrer 19. Bundesversammlung ihre Arbeit und die aktuelle Situation in Deutschland, in Europa, in der Türkei und im Mittleren Osten.

134 Delegierte und rund 30 Beobachter und Gäste waren aus 35 Ortsgruppen nach Köln angereist. Der Bundesversammlung waren Orts- und Regionalkonferenzen seit Ende November vorausgegangen. Die Bundesversammlung bündelte die Ergebnisse der Diskussionen an der Basis und zog Schlüsse für die kommende Arbeit der nächsten zwei Jahre, sie wählte einen 19-köpfigen Bundesvorstand.

Am Abend vor der Bundesversammlung lud die DIDF über 50 Freunde und Vertreter befreundeter Organisationen zu einem Empfang, darunter Gewerkschafter und Vertreter der Friedensbewegung, Politiker der SPD, mehrere Linkspartei-Abgeordnete, einen Redakteur dieser Zeitung und den DKP-Vorsitzenden Patrik Köbele. Düzgün Altun vom geschäftsführenden Bundesvorstand eröffnete den Empfang. Er bezog sich darauf, wie die Kölner Silvesternacht für rassistische Hetze genutzt wird. „Die Diskussion über Obergrenzen und Gastrecht ist für uns völlig inakzeptabel – was soll das unsägliche Gastrecht-Gerede? Asylrecht ist Menschenrecht!“

Altun erklärte, warum die DIDF ihrem Kongress das Motto „Gemeinsam für Frieden, Solidarität und gleiche Rechte“ gegeben hatte, das sich als roter Faden der 19. Bundesversammlung durch die gesamte Versammlung zog. In den folgenden zwei Tagen waren die Schwerpunkte der Bundesversammlung „Soziale Bewegung, Kampf zwischen Arbeit und Kapital“, „Spaltung, Hetze, Geflüchtete und Rassismus“, „Entwicklungen in der Türkei – Auswirkungen auf Deutschland“ und „Unsere aktuellen und zukünftigen politischen Aufgaben“.

In der DIDF organisieren sich Migrantinnen und Migranten aus der Türkei. Seit ihrer Gründung setzt sie sich für ein besseres Zusammenleben und -kämpfen der arbeitenden Menschen ein. Dabei geht es ihr nicht um eine „einfache Integration von Migranten in das bestehende System – sie kämpft für die Einheit und den gemeinsamen Kampf gegen gemeinsame Probleme“.

„Wir setzen uns dagegen ein, dass soziale Benachteiligung und Probleme von MigrantInnen ethnisiert bzw. kulturalisiert werden“, schreibt die Organisation in ihrem Selbstverständnis. Sie kämpft gegen Rassismus und gegen faschistische Organisationen in Deutschland, sie bekämpft aber auch den Einfluss des türkischen Nationalismus unter Migrantinnen und Migranten.

In ihren Einschätzungen zur Türkei bezieht DIDF sich überwiegend auf die türkische Partei EMEP (Partei der Arbeit), eine Partei aus der an Enver Hoxha orientierten Tradition, die heute mit der HDP (prokurdische Partei) zusammenarbeitet. Aber der Schwerpunkt in der Arbeit der DIDF liegt auf der Arbeit in Deutschland, auf dem Kampf für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migranten hier und auf der Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und fortschrittlichen Organisationen.

In viele kommunalen und Landesparlamenten sind DIDF-Aktivisten über Linkspartei-Listen gewählt worden, die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen ist ebenfalls DIDF-Mitglied. Gleichzeitig arbeiten DKP und DIDF – genauso wie SDAJ und DIDF-Jugend – zu vielen Fragen in Bündnissen eng zusammen.

Die Orientierung auf die Arbeit in Deutschland zeichnet die DIDF seit ihrer Gründung aus: Viele türkische Migrantenorganisationen bildeten reine Vorfeldorganisationen türkischer Gruppen und bezogen ihre Arbeit vorwiegend auf die Türkei, während gleichzeitig eine immer größere Zahl von Migranten ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland sahen – und damit die Notwendigkeit, gemeinsam mit deutschen Kolleginnen und Kollegen gegen rassistische Ausgrenzung und für die gemeinsamen Interessen zu kämpfen.