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Produzentenallianz mauert – Filmschaffende demonstrieren für mehr Lohn und gegen zu viele Arbeitstage von 13 Stunden Dauer

22.01.2016

ver.di

In der zweiten Tarifrunde für die rund 25.000 Film- und Fernsehschaffenden, die für die Dauer von einzelnen Filmproduktionen angestellt werden, hat es in München am Donnerstag (21. Januar 2016) in entscheidenden Punkten keine Bewegung gegeben. Die Produzentenallianz wies die Forderungen der ver.di FilmUnion nach höheren Gagen und einer weiteren Begrenzung der überlangen täglichen Arbeitszeiten von 13 Stunden und mehr auf zwölf Stunden zurück. ver.di fordert zudem eine Erhöhung der Gagen um 50 Euro und damit um etwa 4,5 Prozent. Die Arbeitgeber boten unverändert eine Erhöhung um 1,3 Prozent ab April 2016 und 1,5 Prozent ab 2017. „Die Produzenten müssen deutlich nachlegen. Ohne eine bessere Einhaltung von maximal zwölf Stunden Arbeitszeit am Drehtag und spürbare Gagenerhöhungen wird es kein Ergebnis geben“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Begleitet wurde die Verhandlung von einer Demonstration Filmschaffender unter dem Motto „Kreativität braucht keine 13 Stunden!“.

„Den Kolleginnen und Kollegen sind die Arbeitstage zu lang und damit zu gefährlich. Bei Fernsehfilmen darf eigentlich nur an zwei von fünf Tagen, bei Kinofilmen an vier von fünf Tagen bis zu 13 Stunden gearbeitet werden, die Regel heißt: Nach zwölf Stunden ist Schluss. Doch das wird oft nicht eingehalten. Bei den mobilen Arbeitsorten, den technischen Auf- und Umbauten muss alles passen. Durch Müdigkeit oder Unkonzentriertheit passieren Fehler, die gesundheitlich schwere Folgen haben können. Die Produktionen brauche weniger Budget- und Zeitdruck“, sagte von Fintel.

Er verwies auf Umfrage unter rund 900 Filmschaffenden. Darin hatten etwa zwei Drittel der Befragten angegeben, dass die Höchstarbeitszeitregeln von maximal zwölf Stunden nicht eigehalten werden.

ver.di fordert neben der Gagenerhöhung und der Begrenzung der Tageshöchstarbeitszeit weitere Verbesserungen:
Die Gewerke Beleuchtung und Kamerabühne sollen mit Wochengagen von 1.600 Euro für den Oberbeleuchter bzw. 1.550 Euro für die Kamerabühne in die Gagentabelle aufgenommen werden, weitere Berufe des Gewerks in entsprechender Höhe.
Das Zeitkonto 50-40-Plus soll reaktiviert werden, damit nicht nur Mehrarbeit und Zuschläge ab der 50. Wochenstunde, sondern bereits nach 40 Stunden ins Zeitkonto fließen können.
Shuttle-Zeiten vom Hotel zum Dreh sollen als Arbeitszeiten gelten.

Die dritte Tarifrunde findet am 1. März 2016 in Berlin statt. Die ver.di FilmUnion führt die Verhandlungen in Kooperation mit den Verbänden BFS –Filmeditoren und bvft (Filmton) sowie mit dem Bundesverband Film- und Fernsehschauspieler (BFFS).