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 Von Christine Christofsky |

Der 19. März 2016 ist der Tag, bis zu dem Frauen über das Jahr 2015 hinaus arbeiten müssen, um das Durchschnittsgehalt für Männer im Jahr 2015 (vom 1.1.2015 bis 31.12.2015) zu erreichen. Frauen müssen also im Durchschnitt 79 Tage länger arbeiten, um das gleiche Geld wie Männer zu erhalten. In unserer ach so nachahmenswerten Kultur ist das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit immer noch nicht verwirklicht. Worum geht es:

Oftmals wählen Frauen schlechter bezahlte Berufe, weil es ihnen da eher möglich ist, Teilzeit zu arbeiten, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Familienbedingt wird ihre berufliche Laufbahn auch öfter unterbrochen. Aber bei gleichem Beruf, gleichem Alter, Ausbildung, Berufserfahrung, gleichem Können und im gleichen Betrieb erhalten Männer immer noch 12 Prozent mehr Lohn als Frauen, so die Aussage des DGB.

Weshalb diese Männer-Prämie?

Hinzu kommt: Wenn die größte Familienbelastung vorbei ist – die Kinder aus dem Haus sind – möchten viele Frauen die Möglichkeit haben, ihre Teilzeit aufzustocken. Das ist ihnen vielfach verwehrt.
Oder es gibt Veränderungen in ihrem Leben, sie werden Alleinerzieherin und Alleinverdienerin, die Mehrarbeit und Mehrverdienst notwendig machen.

Andererseits gibt es auch mehr und mehr Männer, die an einer Verkürzung ihrer Arbeitszeit zugunsten ihrer Familien interessiert sind. So lautet die Forderung sowohl zum Internationalen Frauentag als auch zum Equal Pay Day nicht nur „Recht auf befristete Teilzeit für alle“ sondern auch „Recht auf Rückkehr aus der Teilzeit für alle“.

Der ver.di-Bundeskongress hat im September vergangenen Jahres die Forderung nach einer „kurzen Vollzeit“ erhoben, d. h. Verkürzung der Arbeitszeit für alle. In der Diskussion dazu stand auch die Forderung nach der 30-Stundenwoche für alle bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Und natürlich nach dem „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“.

Am 19. März finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen von DGB und ver.di zum Equal Pay Day statt, so u. a. bereits am 18. März eine Kundgebung in Berlin, initiiert von DGB, Sozialverband Deutschland und Deutscher Frauenrat am Brandenburger Tor.
Um 12 Uhr mittags geht es los!