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Die Familienangehörigen der Opfer von Barbados warten noch auf eine Antwort auf den Brief, den sie im Jahr 2010 an Präsident Obama geschrieben hatten

24. März 2016

granma

Am 17. März dieses Jahres kam der erste US-Flug aus Miami in Kuba an, mit dem nach 50 Jahren der direkte Postdienst zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen wurde.

In dieser ersten Ladung befand sich die Antwort des Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama auf den Brief der Kubanerin Ileana Yarza, den sie ihm schrieb, nachdem er seinen Besuch in Kuba angekündigt hatte.

Der Brief enthielt auch eine Einladung an den Präsidenten und dessen Ehefrau Michelle, sie in ihrem Haus in Havanna zu besuchen. „Machen Sie dieser Kubanerin von 76 Jahren, das Geschenk Sie persönlich kennenzulernen.“

In seiner Antwort bedankte sich der US-Präsident für ihre Unterstützung und äußerte den Wunsch, mit ihr während seines Aufenthalts eine Tasse kubanischen Kaffees genießen zu können.

Aber es gibt andere Briefe, die noch auf eine Antwort warten.

Einer davon ist vom 5. Oktober 2010 datiert und wurde ihm vom Komitee der Familienangehörigen der Opfer des in Barbados im Flug gesprengten kubanischen Flugzeugs übersandt, als er gerade seine erste Amtszeit beendet hatte.

Die Familienangehörigen fordern Gerechtigkeit für dieses schreckliche Ereignis vom 6. Oktober 1976, dessen Urheberschaft auf Luis Posada Carriles und den bereits verstorbenen Orlando Bosch zurückgeht und das 73 Tote forderte, darunter 57 kubanische Staatsbürger.

In dem Schreiben heißt es: „Herr Präsident, Sie, die Sie als würdig befunden wurden, den Friedensnobelpreis zu erhalten, tragen Sie mit ihren Taten dazu bei, dass der Frieden in die Herzen der kubanischen Familien einkehrt, die an einem Tag erleben mussten, wie die Menschen, die sie geliebt haben, grausam getötet wurden.“

Eine, die den Brief unterzeichnet hatte, war Odalys Pérez, und sie war es auch, die ihn damals in der Interessenvertretung Washingtons in Havanna abgegeben hat.

Die Tochter des Flugzeugpiloten sagte, dass fast sechs Jahre später, 40 Jahre nach dem das Verbrechen stattgefunden hat, Posada Carriles immer noch lebt und den Schutz der US-Behörden genießt.

Odalys hielt sich über den Besuch Obamas in Kuba auf dem Laufenden und ihre besondere Aufmerksamkeit galt der Rede, die dieser im Gran Teatro del Habana Alicia Alonso hielt, als er sich an die kubanische Zivilgesellschaft wandte.

Im ersten Teil der Anspreche – sagt sie – erwähnt der Präsident der Vereinigten Staaten die terroristischen Attentate in Brüssel und das erschien ihr sehr gut.

Jedoch sprach er in seiner Rede mit keinem Wort über die terroristischen Anschläge gegen Kuba mit 3.478 Toten und 2.099 Menschen, die ihr Leben lang an den durch diese Anschläge verursachten Verstümmelungn zu leiden haben.

Es ist ein sehr großer Widerspruch, wenn Obama am Dienstag sagte: „Wir müssen zusammen arbeiten (…) Wir müssen zusammen gegen den Terrorismus kämpfen“.

„Von welchem Terrorismus spricht der Präsident?“, fragt sich Odalys, denn den gegen uns gerichteten Terrorismus hat er mit keinem Wort erwähnt.

Die Tochter des Piloten von Barbados glaubt, dass Obama noch Zeit habe, Luis Posada Carriles und andere, die sich frei in den Vereinigten Staaten bewegen, für die Verbrechen, die sie gegen Kuba begangen haben, vor Gericht zu stellen, denn das wäre eine der Formen, in der beide Länder gegen diese internationale Geißel zusammenarbeiten könnten.

„Wir, die Familienangehörigen warten weiter auf die Antwort auf diesen Brief aus dem Jahr 2010“, sagt sie zum Schluss.