Nachrichten
0

Der Präsident des Imperiums wurde in Kuba freundlich empfangen, vom Aussenminister. Raul Castro ging derweil anderen Amtsgeschäften nach. Fidel Castro führte ein Gespräch mit dem venezolanischen Präsidenten ( Freundschaftliches Treffen von Fidel und Nicolás Maduro ). Der Stadthistoriker Havannas führte den hohen Besuch durch die Altstadt, zuerst auf die Plaza de Armas (Platz der Waffen). Danach erhielten der Führer der größten Demokratie der Welt und seine Familie ein privates Abendessen in einem privaten Restaurant. Auch Raul Castro wird ihn  noch empfangen.

In den deutschen Medien erfährt der historische Besuch einige Aufmerksamkeit. So sorgt sich zum Beispiel die FAZ um die von Repression betroffenen Dissidenten, womit sie allerdings nicht die im US-KZ Guantanamo einsitzenden Häftlinge meint. Auch vergisst die FAZ zu erwähnen, dass US-Bürger, die nach Kuba reisen, von Strafe bedroht sind, und zwar nicht vonseiten der kubanischen, sondern der US-Regierung. Herausgestellt wird, dass Washington die seit der kubanischen Revolution praktizierte völkerrechtswidrige Embargopolitik lockere, und zwar zum Zweck jener schon in Osteuropa so erfolgreich gewesenen Politik des „Wandels durch Annäherung“. Praktisch hält sich dies aber bisher in einem sehr bescheidenen Rahmen ( Obama Regierung kündigt neue partielle Maßnahmen zu Kuba an ). Ein Stückchen vom Annäherungskuchen hätten auch die EU-Staaten gern ( Ein nie dagewesener Schritt in der Geschichte der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Kuba ).

Mit dem „Wandel“ wird es allerdings schwierig werden. Die Kubanerinnen und Kubaner wissen, mit wem sie es zu tun haben. Das geht zum Beispiel aus dieser Erklärung des kubanischen Frauenverbands zum Staatsbesuch des US-Präsidenten hervor:

Erklärung des kubanischen Frauenverbands

Der Frauenverband wird den Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama und seine Ehefrau Michelle in dem Bewusstsein empfangen, dass dieser Besuch Teil eines komplexen Prozesses ist, bei dem dieNormalisierung der Beziehungen zwischen unseren beiden Regierungen erreicht werden soll

Autor: FMC | informacion@granma.cu

märz 15, 2016 09:03:33

Wir werden den Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine Frau Michelle mit der Gastfreundschaft und Würde empfangen, die für die Kubanerinnen, als Teil unseres Volkes, kennzeichnend sind. Wir sind uns bewusst, dass dieser Besuch Teil eines komplexen Prozesses ist, bei dem dieNormalisierung der Beziehungen zwischen unseren beiden Regierungen erreicht werden soll. Es wird dies also eine Gelegenheit sein, zu zeigen, was wir in Bezug auf die Gleichheit der Geschlechter erreicht haben und die aktive Rolle deutlich zu machen, die die Frauen im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben unseres Landes spielen.

Bei ihrem Besuch werden sie feststellen können, dass wir für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten, dass neun der fünfzehn kubanischen Provinzen eine Frau an der Spitze ihrer Regierung haben und dass die Justiz auch mehrheitlich in den Händen der Frauen liegt. An jedem Ort, den sie besuchen, werden sie auf die selbstlose Arbeit von Frauen aller Generationen treffen.

Sie werden bemerken, wie wir unser freies und unabhängiges Vaterland lieben, das wir gegen Agressionen aller Art verteidigtr haben. Mit Kreativität und Hingabe haben wir mehr als ein halbes Jahrhundert der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade widerstanden und eine Gesellschaft aufgebaut, in der der Mensch am wichtigsten ist. Mit diesen Werten der Solidarität, des Antiimperialismus und der nationalen Souveränität haben wir unsere Söhne und Töchter erzogen. Auf diese Werte werden wir niemals verzichten.

Über 4 Millionen Kubanerinnen, das sind 90 % der Frauen über 14 Jahre, sind heute im Verband der Kubanischen Frauen, einer Nicht-Regierungsorganisation der Zivilgesellschaft mit Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) zusammengefasst. Wir setzen besondere Programme durch, um in unserem Land eine Kultur vollständiger Gleichheit und sozialer Inklusion voranzutreiben. Viele der Punkte des 5. Ziels der kürzlich verabschiedeten Agenda für Nachhaltige Entwicklung 2030, die darauf ausgerichtet sind, die Gleichheit der Geschlechter zu erreichen und die Frauen und Mädchen dazu zu befähigen, eine tragende Rolle in der Gesellschaft auszuüben, sind in unserem Land bereits Realität.

Wir wissen, dass Michelle Obama eine wichtige Initiative mit dem Namen „Let Girls Learn“ voranbringt, die zum Ziel hat, 62 Millionen Mädchen auf der ganzen Welt Zugang zu Bildung zu verschaffen. Wir bieten ihr unsere bescheidene Erfahrung auf diesem Gebiet an, denn unabhängig von ihrem Wohnort, ihrer Hautfarbe, ihrer Behinderung oder ob sie sich im Krankenhaus befinden, besuchen 100% unserer Mädchen eine Schule. Eine Kubanerin, Leonela Relys Díaz, hat die Methode „Yo sí puedo“ geschaffen, mit der Millionen von Menschen in der ganzen Welt alphabetisiert wurden.

Der Besuch wird außerdem eine Gelegenheit bieten, unsere Forderung nach einem Ende der unmenschlichen Politik der Blockade gegen unser Land zu wiederholen, die so viele Entbehrungen verursacht und uns daran gehindert hat, uns noch mehr zu entwickeln.

Der Verband der Kubanischen Frauen unterstützt außerdem die Erklärungen unserer Regierung, in der das Ende der Besetzung des Gebiets der Marinebasis Guantanamo, des Cuban Adjustment Acts, der“ trockene Füße-nasse Füße“ Politik und die Beseitigung der Programme der Einmischung gefordert wird, die darauf ausgerichtet sind, eine interne Destabilisierung hervorzurufen. Diese Politik bedroht die Sicherheit und das friedliche Leben unserer Familien.

In diesen Tagen sind für alle im Frauenverband organisierten Frauen die Worte unserer immerwährenden Vorsitzenden Vilma Espín so gültig wie nie: „Sozialismus für die kubanischen Frauen bedeutet Freiheit, Unabhängigkeit, Würde, soziale Gerechtigkeit, Sicherheit bei der Ausbildung und Entwicklung der Kinder, Recht auf Gleichheit, auf Leben, das Recht über das eigene Schicksal zu entscheiden, für die Zukunft zu arbeiten, die man erträumt und sie mit aller Kraft zu verteidigen.“

(Granma, Organ der Kommunistischen Partei Kubas)

 

Siehe auch:

Erklärungen von Bruno Rodríguez Parrilla vor inländischer und ausländischer Presse