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Es gilt die Glut zu bewahren, nicht die Asche!

von Max Renkl, Vorsitzender des FK „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ Ziegenhals.
 
In einem Land, in dem die entschiedensten Gegner der Faschisten diskreditiert werden und mit den Nazis gleichgesetzt werden, ist es an uns, an der historischen Wahrheit fest zu halten: Die Hauptkraft des organisierten antifaschistischen Widerstands lag bei den deutschen Kommunistinnen und Kommunisten. Sie waren die ersten, die sich auf der illegalen ZK-Tagung der KPD im „Sporthaus Ziegenhals“, als gesamte Partei gegen das Naziregime stellten. Überall, wo Kommunisten waren, gab es Widerstand. Er wurde verfolgt, die besten unserer Genossen, Ernst Thälmann, John Schehr, Albert Kuntz, Bernhard Bästlein, Hans Beimler und viele weitere fielen den Nazischergen zum Opfer.
In einem Land jedoch, in dem die DDR, die die besten Traditionen des deutschen Volkes repräsentierte, mit der Barbarei des deutschen Hitler-Faschismus gleichgesetzt wird, ist es an uns, die größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung, den ersten deutschen Friedensstaat, zu verteidigen. Das gilt auch für seine Gedenkstätten und Denkmäler, die er der deutschen Arbeiterbewegung, die er Ernst Thälmann und seinen Genossen gewidmet hat.
Diese Tradition zu ehren, bedeutet für uns, konsequenten Antifaschismus einig in die Tat umzusetzen. Dabei gilt es aus der Spaltung der Arbeiterbewegung zu lernen. Zu lernen in einem Sinne, der nicht die Asche vergangener Zeit bewahrt, sondern die Glut des Kampfgeistes der Antifaschisten, allen voran der deutschen Kommunisten.
In Ziegenhals wurde die antifaschistische Ernst-Thälmann-Gedenkstätte (ETG) im Jahr 2010 geschändet und zerstört. Der Protest vieler Tausender Menschen aus dem In- und Ausland reichte nicht, diesen Abriss zu verhindern. Jedoch konnten wir die gesamte Ausstellung der ETG sichern. Diese ist nun in Berlin-Neukölln zu sehen, in der Jonasstr. 29, wo wir die Ausstellung feierlich am 15. April 2016, also am Vorabend des 130. Geburtstages Ernst Thälmanns einweihen wollen.
Gerd Gröger, den Ministerialbeamten a. D. aus Brandenburg, der das Grundstück so unverschämt billig von der Treuhand erhielt, ließ es kurz darauf, im Jahr 2003, schließen. Wer Ziegenhals vor 2003 noch besucht hat, weiß, dass sie, die Gedenkstätte, neben dem großen Saal für Veranstaltungen,  aus zwei weiteren Räumen bestand: Einmal dem Tagungsraum, der original wie im Jahr 1933 eingerichtet war und zum anderen dem Gedenkzimmer, in dem sich die Ausstellung befand. Obwohl wir im Besitz aller Tische und Stühle des Tagungsraumes sind, konnten wir diesen in Berlin nicht wieder einrichten. Das Gedenkzimmer allerdings ist in Berlin so zu sehen, wie in Ziegenhals zu sehen war. Darauf sind wir stolz!
Die Ausstellung behandelt im Kern die Jahre 1929-1933, wobei in der Ausstellung der Kampf der KPD gegen den aufkommenden Faschismus und ihr Ringen um Einheitsfront nachgezeichnet wird – und dies anhand von Lebensdaten Ernst Thälmanns. Dabei wird dem herrschenden Geschichtsbild entgegen gehalten: Nicht Nazis und Kommunisten zerstörten die Weimarer Republik. Es waren Teile der deutschen Bankiers und Industriellen, die bewusst auf die „braune Karte“ setzten, nachdem Sozialdemokratie, Notstand und Notverordnungen nicht mehr zur Herrschaftssicherung ausreichten. Diesen Kräften des deutschen Monopolkapitals folgend, gingen die reaktionären und konservativen Kräfte des deutschen Bürgertums zunächst in der Nazipartei, dann im Nazistaat auf. Und die Führer der SPD? Sie unterschätzten die faschistische Gefahr und machten damit ihre eigenen Mitglieder, wie die gesamte Arbeiterklasse wehr- und schutzlos. Die Angebote der KPD-Führung wurden abgelehnt, obwohl die SPD-Basis fordernd oder aktiv vielerorts mit den Kommunisten gegen Rechts zusammenging.
 
Die Ausstellung besteht aus zahlreichen Fotografien, Bildern, original Exponaten, dem Modell des Sporthauses und vermittelt dadurch einen lebensnahen Eindruck der damaligen Zeit. Wir freuen uns auf Euren Besuch am 15. April 2016, ab 18 Uhr. Weitere Informationen unter: ETG Ziegenhals