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Auftakt Tarifrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen

20.03.2016

ver.di

Am Montag (21. März) beginnen in Potsdam die Tarifverhandlungen für 2,14 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Zudem will die Gewerkschaft die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen abschaffen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.

„Es gilt, den privaten Konsum als Motor der guten Konjunkturentwicklung weiter zu stärken. Der öffentliche Dienst muss handlungs- und wettbewerbsfähig sein. Diese Notwendigkeit ist angesichts einer Steuerschätzung bei Bund und Kommunen von 14 Prozent Plus bis zum Jahr 2019 auch finanzierbar“, erklärte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Bsirske zum Auftakt der Tarifrunde. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes würden gerade in den letzten Monaten viele Überstunden und Wochenendarbeit in Kauf nehmen, um zum Beispiel zur Integration von Flüchtlingen beizutragen. „Ohne attraktive Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen wird es schwierig mit der Nachwuchssicherung für Kitas, Schulen oder Polizei. Gerade hier besteht aber ein enormer zusätzlicher Bedarf, um die gesellschaftlichen Aufgaben mit dem besten Personal zu lösen“, sagte Bsirske.

Die Altersversorgung müsse man sicher machen, statt Eingriffe in das Leistungsrecht zu fordern, sagte Bsirske an die Adresse der Arbeitgeberseite. ver.di könne Finanzprobleme der kommunalen Zusatzversorgungskassen „nicht einmal im Ansatz erkennen“.

Für die Tarifverhandlungen haben die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen nach dem Auftaktgespräch am Montag zweitägige Tarifverhandlungen am 11. und 12. April sowie am 28. und 29. April in Potsdam vereinbart.