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Erwartungsgemäß haben die Tarifparteien für  den Tarifbezirk NRW einen „Pilotabschluss“ erzielt, der auch von den übrigen Tarifbezirken übernommen werden soll. Die IG Metall stellt ihn als Erfolg dar. Was wurde vereinbart?

– Eine Einmalzahlung von 150 Euro für die Monate April bis Juni 2016

– 2.8 Prozent Lohnerhöhung ab 1. Juli 2016

– 2 Prozent Lohnerhöhung ab April 2017

„Insgesamt bedeutet dies eine tabellenwirksame Entgeltsteigerung von 4,8 Prozent bis zum Ende der Laufzeit“, kommentiert die IG Metall. Aber das bedeutet: für eine Laufzeit von 21 Monaten. Aufs Jahr gerechnet handelt es sich also gerade mal um die Hälfte.

Die ohnehin schon sehr maßvolle Gewerkschaftsforderung war 5 Prozent Lohnerhöhung für 12 Monate Laufzeit. Ist es ein Erfolg, wenn davon die Hälfte erreicht wird?

War nicht mehr drin? – Die Mobilisierung für die Warnstreiks ist sehr erfolgreich verlaufen. Noch am Tag vor der Verhandlungsnacht hatte die IG Metall insgesamt 760 ooo Beteiligte gemeldet. Es gab mehr Kampfbereitschaft als genutzt worden ist.

Das Ergebnis ist keine Überraschung. In den letzten Tagen haben wir bei news.dkp.de die Warnstreikmeldungen des IG Metall-Vorstands veröffentlicht. Darin war durchgehend von „Tarifpartnerschaft“ die Rede. Wie selbstverständlich wird das Vokabular der Unternehmer benutzt – „Arbeitgeber“, „Arbeitnehmer“ – in grotesker Umkehrung der Wirklichkeit, in der die Arbeitenden ihre Zeit und Kraft geben und die Kapitalisten diese nehmen, um ihren Profit zu machen. Die Sklavensprache der Sozialparterschaftsideologie schwächt nicht nur die Köpfe, sondern macht sich auch in der Brieftasche der angeblichen „Arbeitnehmer“ bemerkbar. Da wird jetzt weniger drin sein, als durchsetzbar gewesen wäre.

ai

 

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