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Anlässlich des 95. Jahrestag der Gründung der KP Chinas am 1. Juli 2016 veröffentlichte Rolf Berthold den folgenden Artikel, in  dem er den Weg dieser weltweit größten kommunistischen Partei nachzeichnet. Ohne die KPCh wäre die VR China nicht das, was sie heute ist. Rolf Berthold war von 1982 bis 1990 Botschafter der DDR in der VR China. Er spricht Chinesisch und ist ein ausgezeichneter Kenner des Landes.

„China heute“ vom 30.06.2016[1]

KAZ Nr. 356

Glückwunsch zum 95. Jahrestag der Gründung der KP Chinas

Von Rolf Berthold

Am 1. Juli 2016 be­geht die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Chi­nas (KPCh) den 95. Jah­res­tag ih­rer Gründung. Es wa­ren 95 Jah­re har­ter Kämpfe, auch mit schmerz­haf­ten Nie­der­la­gen, und welt­his­to­ri­scher Sie­ge. Die KPCh über­nahm die Führung des Kamp­fes ge­gen den Halb­feu­da­lis­mus und die halb­ko­lo­nia­le Herr­schaft des Im­pe­ria­lis­mus in Chi­na, stand in der vor­ders­ten Front des Kamp­fes ge­gen die ja­pa­ni­schen Ag­gres­so­ren im II. Welt­krieg und führte das Volk zum Sieg in der Neu­de­mo­kra­ti­schen Re­vo­lu­ti­on zur Gründung der Volks­re­pu­blik Chi­na am 1. Ok­to­ber 1949. Die KPCh or­ga­ni­sier­te die so­zia­lis­ti­sche Um­ge­stal­tung und den Be­ginn des Auf­baus des So­zia­lis­mus in Chi­na, kor­ri­gier­te die da­bei be­gan­ge­nen Feh­ler und meis­ter­te die ein­ge­tre­te­ne Kri­sen­si­tua­ti­on. 1978 wur­de die so­zia­lis­ti­sche Mo­der­ni­sie­rung in den Mit­tel­punkt ge­stellt und eine Po­li­tik der Re­for­men und der Öff­nung nach außen be­gon­nen.

Das Be­schrei­ten ei­nes neu­en We­ges zum So­zia­lis­mus hat zu be­deu­ten­den Er­fol­gen geführt. Das Ant­litz des Lan­des hat sich grund­le­gend ge­wan­delt. Die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung der Chi­ne­sen ist von 36 Jah­ren zur Zeit der Gründung der VR Chi­na auf ge­genwärtig 76 Jah­re ge­stie­gen. Ein Drit­tel des glo­ba­len Wirt­schafts­wachs­tums wird heu­te von der chi­ne­si­schen Wirt­schaft er­bracht. Auf dem XVI­II. Par­tei­tag der KPCh im No­vem­ber 2012 wur­de for­mu­liert: „Die Ver­bes­se­rung des ma­te­ri­el­len und kul­tu­rel­len Le­bens des Vol­kes bil­det das grund­le­gen­de Ziel der Re­for­men und Öff­nung so­wie der so­zia­lis­ti­schen Mo­der­ni­sie­rung.“ „Die Ansprüche auf Bil­dungsmöglich­kei­ten, das Ar­beits­ent­gelt, me­di­zi­ni­sche Be­treu­ung, den Le­bens­un­ter­halt in ho­hem Al­ter so­wie auf Woh­nung müssen be­frie­digt wer­den. Große An­stren­gun­gen sol­len un­ter­nom­men wer­den, um dem Volk ein bes­se­res Le­ben zu gewähren.“

Eine noch glücklichere und schönere Zukunft für das Volk schaffen

Die Haupt­zie­le des Zwölf­ten Fünf­jah­res­plans (2011 bis 2015) wur­den erfüllt. Das Wachs­tum des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes (BIP) be­trug im Jah­res­durch­schnitt 7,8%. In den Städten und Ge­mein­den sind 64 Mil­lio­nen neue Ar­beitsplätze ge­schaf­fen wor­den, 100 Mil­lio­nen Land­be­woh­ner konn­ten al­lein in die­sem Zeit­raum aus der Ar­mut be­freit wer­den, 300 Mil­lio­nen Dorf­be­woh­ner er­hiel­ten Zu­gang zu sau­be­rem Trink­was­ser, alle bis­her nicht ver­sorg­ten Haus­hal­te er­hiel­ten Strom­an­schluss (da­mit er­reich­te die Strom­ver­sor­gung 100% der Haus­hal­te). 40,13 Mil­lio­nen Woh­nun­gen für so­zi­al Bedürf­ti­ge und durch­schnitt­lich Ver­die­nen­de wur­den fer­tig ge­stellt. Das wich­tigs­te Er­geb­nis auf dem Ge­biet der So­zi­al­ver­si­che­rung war die Schaf­fung ei­nes ein­heit­li­chen Sys­tems der Ren­ten­ver­si­che­rung für die Be­woh­ner der Städte und Dörfer. 2015 stie­gen die Al­ters­bezüge der Rent­ner von Un­ter­neh­men im Ver­gleich zu 2014 um 10%, die Ein­kom­men in Stadt und Land stie­gen um 8% (auf dem Land um 9,2%). Das Ein­kom­men der Bevölke­rung erhöhte sich schnel­ler als das Wachs­tum der Wirt­schaft, das Ein­kom­mens­gefälle zwi­schen Stadt und Land ver­rin­ger­te sich wei­ter.

Hin­sicht­lich des BIP nimmt Chi­na heu­te den 2. Platz in der Welt ein. Vor 35 Jah­ren be­trug das BIP pro Kopf der Bevölke­rung 200 US$, jetzt sind es 8.000 US$. In den ers­ten 30 Jah­ren nach Be­ginn der Re­form­po­li­tik 1978 wuchs die Wirt­schaft im Durch­schnitt pro Jahr um 10%. In den letz­ten Jah­ren hat sich das Ent­wick­lungs­tem­po re­du­ziert. Dies war auf die veränder­ten in­ter­na­tio­na­len Be­din­gun­gen, den Über­gang von ei­ner ex­ten­si­ven Wirt­schafts­ent­wick­lung zu in­ten­si­vem Wachs­tum, die Um­ori­en­tie­rung auf die Stei­ge­rung des In­land­kon­sums, eine die Res­sour­cen scho­nen­de Ent­wick­lung und die stärke­re Be­to­nung des wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Fort­schrit­tes zurück­zuführen. In zahl­rei­chen In­dus­trie­zwei­gen wer­den heu­te in­ter­na­tio­na­le Spit­zen­leis­tun­gen er­bracht. Die Land­wirt­schaft hat ihre Erträge be­deu­tend ge­stei­gert. Al­lein die Ge­trei­de­ern­te er­reich­te 2015 mehr als 621 Mil­lio­nen Ton­nen.

Die Verände­run­gen in der Wirt­schafts­stra­te­gie und das re­du­zier­te Ent­wick­lungs­tem­po wer­den als „Neue Nor­ma­lität“ be­zeich­net. Die­se Verände­run­gen wir­ken sich po­si­tiv auf die in­ne­re Si­tua­ti­on aus, sie ha­ben aber im Aus­land für Un­ru­he ge­sorgt, sie wer­den im Wes­ten als „Schwächeln“ der chi­ne­si­schen Wirt­schaft hin­ge­stellt, als ob das Wachs­tum im Zeit­raum 2011 – 2015 um jah­res­durch­schnitt­lich 7,8% und 2015 um 6,9% nicht Welt­spit­zen­wer­te wären. Die „Neue Nor­ma­lität“ be­deu­tet den Über­gang von ei­nem bis­he­ri­gen Hoch­ge­schwin­dig­keits­wachs­tum zu ei­nem mit­tel-schnel­len Wachs­tum und ei­ner Ver­bes­se­rung der Wirt­schafts­struk­tur.

Auf dem XVI­II. Par­tei­tag der KPCh wur­den die Zie­le for­mu­liert, zum hun­dertjähri­gen Be­ste­hen der Par­tei um­fas­send eine Ge­sell­schaft mit be­schei­de­nem Wohl­stand zu voll­enden und zum hun­dertjähri­gem Be­ste­hen der Volk­re­pu­blik Chi­na im Jah­re 2049 ein wohl­ha­ben­des, mäch­ti­ges, de­mo­kra­ti­sches, zi­vi­li­sier­tes und har­mo­ni­sches mo­der­nes so­zia­lis­ti­sches Land zu er­rich­ten und für das chi­ne­si­sche Volk mit all sei­nen Na­tio­na­litäten eine glück­li­che und schönere Zu­kunft zu schaf­fen. Die­se Auf­ga­be wur­de seit­her im­mer deut­li­cher zur zen­tra­len Auf­ga­be der KP Chi­nas und des gan­zen Vol­kes. Der 13. Fünf­jah­res­plan der wirt­schaft­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung im Zeit­raum 2016 bis 2020, wel­chen die fünfte Ta­gung des XVI­II. ZK der KPCh be­han­del­te, wur­de auf der vier­ten Ta­gung des XII. Na­tio­na­len Volks­kon­gres­ses im März 2016 be­schlos­sen. Fol­gen­de Zie­le wur­den ge­stellt: Um­fas­sen­de Voll­endung des Auf­baus ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schei­de­nem Wohl­stand. Bis zum Jahr 2020 sol­len das BIP und die Ein­kom­men in Stadt und Land im Ver­gleich zum Jahr 2010 ver­dop­pelt wer­den. Dafür ist ein jähr­li­ches Wachs­tum des BIP von 6,5 oder darüber er­for­der­lich. Bis zum Jahr 2020 wird die vollständi­ge Be­sei­ti­gung der Ar­mut an­ge­strebt. Das be­trifft der­zeit noch 70 Mil­lio­nen Men­schen. Pro Ein­heit BIP ist im glei­chen Zeit­raum der Ver­brauch von Was­ser um 23%, von En­er­gie um 15% und der CO²-Aus­s­toß um 18% zu re­du­zie­ren. 50 Mil­lio­nen Ar­beits­stel­len sind zu schaf­fen.

Der chinesische Weg erzielt große Erfolge

Auf der Ta­gung des neu gewähl­ten ZK zur Aus­wer­tung des XVI­II. Par­tei­ta­ges erklärte Ge­ne­ral­se­kretär Xi Jin­ping: „Un­se­re Par­tei hat stets erklärt, dass der So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung So­zia­lis­mus und nicht ir­gend­ein an­de­rer Is­mus ist. Die Grund­prin­zi­pi­en des wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus dürfen nicht auf­ge­ge­ben wer­den, sonst können wir nicht mehr von So­zia­lis­mus spre­chen.“ Da­mit wird die Po­si­ti­on der KPCh deut­lich ge­macht, dass der So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung auf den mar­xis­ti­schen Grund­prin­zi­pi­en be­ruht und zu­gleich die ak­tu­el­len Ge­ge­ben­hei­ten auf dem Ge­biet der Wis­sen­schaft und Tech­nik und der in­ter­na­tio­na­len Si­tua­ti­on berück­sich­tigt.

Der Sozialismus chinesischer Prägung beinhaltet:

– Führung durch die KP Chi­nas; aus­ge­hend von der grund­le­gen­den Si­tua­ti­on des Lan­des den Auf­bau der Wirt­schaft als zen­tra­le Auf­ga­be zu be­trach­ten. Fest­hal­ten an den 4 Grund­prin­zi­pi­en[2], an den Re­for­men und der Öff­nung, die ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­tiv­kräfte zu be­frei­en und zu ent­wi­ckeln,

– Auf­bau der so­zia­lis­ti­schen Markt­wirt­schaft, der de­mo­kra­ti­schen Po­li­tik, der fort­ge­schrit­te­nen Kul­tur, der har­mo­ni­schen Ge­sell­schaft und der öko­lo­gi­schen Zi­vi­li­sa­ti­on des So­zia­lis­mus,

– Förde­rung der all­sei­ti­gen Ent­wick­lung der Men­schen, die schritt­wei­se Rea­li­sie­rung des ge­mein­sa­men Wohl­stan­des des gan­zen Vol­kes, Auf­bau ei­nes wohl­ha­ben­den, star­ken, de­mo­kra­ti­schen, zi­vi­li­sier­ten, har­mo­ni­schen mo­der­nen so­zia­lis­ti­schen Staa­tes,

– Schaf­fung des grund­le­gen­den po­li­ti­schen Sys­tems mit der Struk­tur der Volks­kon­gres­se, des Sys­tems der Mehr­par­tei­en­zu­sam­men­ar­beit und der po­li­ti­schen Kon­sul­ta­ti­on un­ter Führung der KPCh, der Struk­tur der Au­to­no­mie der Re­gio­nen der na­tio­na­len Min­der­hei­ten, der ört­li­chen Selbst­ver­wal­tung an der Ba­sis, des so­zia­lis­ti­schen Rechts­sys­tems chi­ne­si­scher Prägung,

– Aus­bau des grund­le­gen­den wirt­schaft­li­chen Sys­tems mit dem Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil und der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft meh­re­rer Ei­gen­tums­for­men. Auf die­ser Grund­la­ge sind die kon­kre­ten öko­no­mi­schen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len, ge­sell­schaft­li­chen Struk­tu­ren zu er­rich­ten.

Un­ter den ak­tu­el­len his­to­ri­schen Be­din­gun­gen ent­spricht das den Grund­prin­zi­pi­en des wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus.

In ei­nem Ar­ti­kel des Zen­tral­or­gans des ZK der KPCh, Ren­min Ri­bao, vom 2.7.2014 heißt es: „In den letz­ten Jah­ren gibt es im In- und Aus­land Zwei­fel, ob das, was Chi­na jetzt macht, letzt­end­lich So­zia­lis­mus ist. Man­che sa­gen, es sei ‚ka­pi­ta­lis­ti­scher So­zia­lis­mus’, an­de­re spre­chen ohne Um­schwei­fe von ‚Staats­ka­pi­ta­lis­mus’, von ‚neu­em Kom­pra­do­ren­ka­pi­ta­lis­mus’. Das ist al­les völlig falsch. Wenn wir von So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung spre­chen, ist das So­zia­lis­mus. Wie auch die Re­for­men ver­lau­fen, wie die Öff­nung verläuft, wir hal­ten fest am Weg des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, am theo­re­ti­schen Sys­tem des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, an der Ord­nung des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, … . Wir müssen be­schei­den alle Er­geb­nis­se der Zi­vi­li­sa­ti­on der mensch­li­chen Ge­sell­schaft stu­die­ren und auf­neh­men, dürfen aber nicht un­se­re Vor­fah­ren ver­ges­sen, dürfen nicht die Ent­wick­lungs­mo­del­le an­de­rer Länder ko­pie­ren. (…) Wir dürfen nicht den al­ten Weg der Ab­kap­se­lung und Ver­knöche­rung ge­hen, auch dürfen wir nicht den Irr­weg des Flag­gen­wech­sels ein­schla­gen.

Es gibt bürger­li­che Ana­ly­ti­ker, die be­haup­ten, die Er­fol­ge der VR Chi­na sei­en auf ein Ver­las­sen des so­zia­lis­ti­schen We­ges zurück­zuführen. Da­mit soll ein wei­te­res Ar­gu­ment dafür ge­fun­den wer­den, dass ein so­zia­lis­ti­scher Weg ge­ne­rell nicht gang­bar wäre. Ins­be­son­de­re in Eu­ro­pa gibt es auch Ver­tre­ter lin­ker Grup­pie­run­gen, die von ei­nem ka­pi­ta­lis­ti­schen Ent­wick­lungs­weg Chi­nas spre­chen. Hier han­delt es sich vor al­lem um den Ver­such, ei­ner gründ­li­chen Ana­ly­se der Ur­sa­chen für die Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in zahl­rei­chen Ländern aus­zu­wei­chen.

Mit der Kor­rek­tur von 1978 hat die KPCh eine neue stra­te­gi­sche Li­nie ein­ge­schla­gen. Gestützt auf den Mar­xis­mus be­schrei­tet Chi­na ei­nen neu­en so­zia­lis­ti­schen Weg, der sich aus den Leh­ren der Nie­der­la­ge in der UdSSR und Eu­ro­pa, den Be­son­der­hei­ten der Lage Chi­nas und der ge­genwärti­gen Si­tua­ti­on in der Welt er­gibt. Er hat sich be­reits in der Pra­xis bewährt.

Es han­delt sich um ei­nen Weg des So­zia­lis­mus, der auf den Grund­prin­zi­pi­en des Mar­xis­mus be­ruht, sich aber in Vie­lem von den prak­ti­zier­ten We­gen des ge­schei­ter­ten So­zia­lis­mus­mo­dells un­ter­schei­det und der auch nicht in al­len Ländern mit al­len Ele­men­ten der Pra­xis der KPCh iden­tisch sein muss. Es ist ein Weg, der nicht has­tig be­schrit­ten wer­den kann und darf. Der chi­ne­si­sche Weg ist die Kris­tal­li­sa­ti­on des mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus, der eine enge Ver­bin­dung der chi­ne­si­schen Ent­wick­lung mit der Ent­wick­lung der Welt und der Ent­wick­lung der heu­ti­gen Zeit dar­stellt. Wenn die Ver­bes­se­rung des Le­bens­stan­dards des Vol­kes als vor­ran­gi­ge Auf­ga­be for­mu­liert wird und die Über­win­dung der Ar­mut ziel­stre­big er­folgt, ist das nichts an­de­res, als be­wusst den so­zia­lis­ti­schen Weg zu ge­hen. Dass da­bei Schwie­rig­kei­ten und auch Feh­ler auf­tre­ten können, ist der chi­ne­si­schen Führung durch­aus be­wusst. Aber es gibt kei­ne Par­tei, die in ei­nem ka­pi­ta­lis­ti­schen Land die Re­gie­rung stellt, wel­che die Ver­bes­se­rung des Le­bens­stan­dards des Vol­kes, das Wohl des Vol­kes so deut­lich als ihre zen­tra­le Auf­ga­be be­zeich­net.

Zu den wichtigsten Bestandteilen der politischen Ökonomie der VR China in der Gegenwart gehören:

– Die Theo­rie der An­fangs­etap­pe des So­zia­lis­mus, Chi­na wird sich eine lan­ge Zeit in die­ser Ent­wick­lungs­pha­se be­fin­den. Der Auf­bau ei­nes wohl­ha­ben­den, mäch­ti­gen, de­mo­kra­ti­schen, zi­vi­li­sier­ten und har­mo­ni­schen mo­der­nen so­zia­lis­ti­schen Lan­des ist das Ziel der KPCh und der VR Chi­na im ge­sam­ten An­fangs­sta­di­um des So­zia­lis­mus.

– Die Theo­rie der so­zia­lis­ti­schen Markt­wirt­schaft: Es wur­de mit der Pra­xis ge­bro­chen, dass Markt­wirt­schaft nur mit dem Pri­vat­ei­gen­tum ver­bun­den wer­den kann, dass Markt­wirt­schaft mit Ka­pi­ta­lis­mus iden­tisch ist. Es wur­de ein neu­es Sys­tem ei­ner Markt­wirt­schaft auf der Grund­la­ge von Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil ge­schaf­fen. 2013 hat das ZK den Be­schluss über die um­fas­sen­den Re­for­men ge­fasst. In west­li­chen Einschätzun­gen wur­de eine Wel­le von Pri­va­ti­sie­run­gen er­war­tet. Dies trat aber nicht ein.

– Die Theo­rie der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft ver­schie­de­ner Ei­gen­tums­for­men mit dem Ge­mein­ei­gen­tum als Grund­la­ge: Sie rich­tet sich so­wohl ge­gen die tra­di­tio­nel­le Auf­fas­sung, je mehr ver­staat­licht wird, umso bes­ser, als auch ge­gen die Auf­fas­sung der Pri­va­ti­sie­rung. Es geht dar­um, das grund­le­gen­de öko­no­mi­sche Sys­tem der An­fangs­pha­se des So­zia­lis­mus zu schaf­fen und dar­um, ver­schie­de­ne For­men des ge­sell­schaft­li­chen Ei­gen­tums zu tes­ten. Das Fest­hal­ten an dem Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil und der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft ver­schie­de­ner Ei­gen­tums­for­men ist ob­jek­ti­ves Er­for­der­nis der Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte in der An­fangs­pha­se des So­zia­lis­mus, eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für das Er­rei­chen ei­nes be­schei­de­nen Wohl­stan­des.

– Die Theo­rie über die Ver­tei­lung nach der Leis­tung als Haupt­form und das Ne­ben­ein­an­der­be­ste­hen ver­schie­de­ner Ver­tei­lungs­for­men in der Pe­ri­ode des An­fangs­sta­di­ums des So­zia­lis­mus.

– Die Theo­rie der In­dus­tria­li­sie­rung chi­ne­si­scher Prägung, die Ver­bin­dung der In­for­ma­ti­ons­wis­sen­schaft mit der In­dus­tria­li­sie­rung, die Ur­ba­ni­sie­rung neu­en Typs, die Mo­der­ni­sie­rung chi­ne­si­scher Prägung.

Die chi­ne­si­sche Par­teiführung hat die Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der UdSSR und zahl­rei­chen an­de­ren Ländern gründ­lich aus­ge­wer­tet und ist zu dem Schluss ge­kom­men, dass zu den wich­tigs­ten Ur­sa­chen die­ser Nie­der­la­ge Feh­ler im von der UdSSR und den an­de­ren von der Kon­ter­re­vo­lu­ti­on heim­ge­such­ten Ländern prak­ti­zier­ten Mo­dell des so­zia­lis­ti­schen We­ges gehören. In der For­mu­lie­rung der „drei­fa­chen Ver­tre­tung“ sind wich­ti­ge Schluss­fol­ge­run­gen aus der Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der UdSSR und den an­de­ren ehe­mals so­zia­lis­ti­schen Ländern ent­hal­ten. Die Par­tei muss der Ver­tre­ter der Ent­wick­lung fort­ge­schrit­te­ner ge­sell­schaft­li­cher Pro­duk­tiv­kräfte, der fort­ge­schrit­te­nen Kul­tur und der grund­le­gen­den In­ter­es­sen der über­wie­gen­den Mehr­heit des Vol­kes sein.

Der ita­lie­ni­sche Mar­xist Do­me­ni­co Lo­sur­do, Pro­fes­sor für Phi­lo­so­phie, for­mu­lier­te: „Lei­der brin­gen west­li­che Mar­xis­ten sel­ten das er­for­der­li­che Verständ­nis für die Dring­lich­keit auf, mit der die Länder, die sich auf den Weg der so­zia­lis­ti­schen Um­ge­stal­tung ge­macht ha­ben, den Rück­stand ge­genüber den ent­wi­ckel­te­ren Ländern auf­zu­ho­len ver­su­chen. Im Ge­gen­teil: Das Bemühen im Os­ten, sich von so­zi­alöko­no­mi­scher Rückständig­keit so­wie Schwäche auf in­ter­na­tio­na­lem Ge­biet und in geo­po­li­ti­scher Hin­sicht zu be­frei­en, wird im Wes­ten ger­ne als Annäherung und An­pas­sung an den Ka­pi­ta­lis­mus ge­se­hen.“ („jun­ge­Welt“ vom 16.1.2014)

Zu den chi­ne­si­schen Be­son­der­hei­ten auf dem so­zia­lis­ti­schen Weg gehört auch das Feh­len ei­ner ent­wi­ckel­ten ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schaft, ei­ner ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se, Rückstände im Be­reich von Wis­sen­schaft, Tech­nik und Kul­tur. Es fehl­ten hoch ent­wi­ckel­te Pro­duk­tiv­kräfte, die von den Klas­si­kern des Mar­xis­mus – Le­ni­nis­mus als Vor­aus­set­zung für eine so­zia­lis­ti­sche Re­vo­lu­ti­on an­ge­se­hen wur­den. Die bürger­lich-de­mo­kra­ti­sche Re­vo­lu­ti­on in Chi­na voll­zog sich als Neu­de­mo­kra­ti­sche Re­vo­lu­ti­on un­ter maßgeb­li­cher Führung durch die Ar­bei­ter­klas­se und ihre Par­tei, die KPCh. Die nach­ho­len­de Ent­wick­lung ei­ner mo­der­nen Pro­duk­ti­ons­wei­se muss also un­ter der Be­din­gung der po­li­ti­schen Macht der Ar­bei­ter­klas­se und ih­rer Par­tei in ei­ner lan­gen Pha­se der An­fangs­etap­pe des So­zia­lis­mus er­fol­gen.

Chinas Engagement für die Wahrung des Weltfriedens

Nach der Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der So­wjet­uni­on und an­de­ren Staa­ten geht die Führung der KPCh da­von aus, dass der Kampf für Frie­den und Ent­wick­lung, ge­gen He­ge­mo­nis­mus und Ge­walt­po­li­tik die Haupt­fra­gen der ge­genwärti­gen in­ter­na­tio­na­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind.

Chi­na hat sich zur zweit­größten Wirt­schaft in der Welt ent­wi­ckelt, die in­ter­na­tio­na­le Stel­lung und der Ein­fluss der VR Chi­na ha­ben sich stark erhöht. Ge­mein­sam mit den an­de­ren BRICS-Staa­ten[3], den Ent­wick­lungsländern und al­len Kräften, die zu Frie­den und Ent­wick­lung be­reit sind, tritt die VR Chi­na für die fried­li­che Lösung in­ter­na­tio­na­ler Kon­flik­te ein. Die Si­che­rung des Frie­dens steht im Mit­tel­punkt. An­ge­strebt wird die Lösung von Dif­fe­ren­zen durch Dia­log und nicht durch Kon­fron­ta­ti­on, die ge­gen­sei­ti­ge Re­spek­tie­rung der Wahl des Ge­sell­schafts­sys­tems und des Ent­wick­lungs­we­ges, die Zu­sam­men­ar­beit auf der Ba­sis des ge­gen­sei­ti­gen Vor­teils und die Berück­sich­ti­gung der In­ter­es­sen der an­de­ren Sei­te bei der Ver­fol­gung der ei­ge­nen In­ter­es­sen. Das wur­de nicht zu­letzt im Zu­sam­men­hang mit den Fei­er­lich­kei­ten anläss­lich des 70. Jah­res­ta­ges der Ka­pi­tu­la­ti­on Ja­pans im II. Welt­krieg und der Würdi­gung des großen Bei­tra­ges des chi­ne­si­schen Vol­kes zum Sieg im Welt­krieg ge­gen den Fa­schis­mus deut­lich.

Auf dem XVI­II. Par­tei­tag wur­de erklärt: „Wir wah­ren ent­schie­den die Sou­veränität, die Si­cher­heit und die Ent­wick­lungs­in­ter­es­sen un­se­res Staa­tes. Chi­na wird sich nicht in die in­ne­ren An­ge­le­gen­hei­ten an­de­rer Staa­ten ein­mi­schen und nie nach He­ge­mo­nie trach­ten oder Ex­pan­si­on be­trei­ben. Wir las­sen uns die Wer­te, die Ideo­lo­gie und das Ge­sell­schafts­sys­tem des Wes­tens nicht auf­zwin­gen. Die in­ter­na­tio­na­le Stra­te­gie der VR Chi­na dient dem Auf­bau des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung. Die chi­ne­si­sche Außen­po­li­tik soll den Welt­frie­den si­chern und ein fried­li­ches in­ter­na­tio­na­les Um­feld für den Auf­bau des Lan­des schaf­fen.

Die USA und die mit ihr verbünde­ten Staa­ten set­zen ihre Po­li­tik der Ein­krei­sung und Eindämmung der VR Chi­na fort. Oba­ma erklärte vor kur­zem: mit der TPP (Trans- pa­zi­fi­sche Part­ner­schaft) be­stim­men die USA und nicht Chi­na die Re­geln die­ser Re­gi­on. Das ist ein of­fe­nes Be­kennt­nis zum He­ge­mo­nie­an­spruch. Die USA sta­tio­nie­ren 60% ih­rer See­streit­kräfte im asia­tisch-pa­zi­fi­schen Raum. Deut­sche Stra­te­gen spre­chen von ei­nem „Feu­er­ring“ um Chi­na. In die­sem Zu­sam­men­hang ist auch zu be­ach­ten, dass der Präsi­dent der Bun­des­aka­de­mie für Si­cher­heits­po­li­tik (BAKS) kürz­lich erklärte, man müsse sich auf ei­nen nächs­ten „Großkon­flikt“ vor­be­rei­ten – den „Macht­kampf“ ge­gen Chi­na. Man dürfe den Auf­stieg Chi­nas nicht aus dem Blick ver­lie­ren, denn die west­lich geprägte Welt­ord­nung sei be­droht. Die ak­tu­el­le deut­sche Außen­po­li­tik ent­hal­te be­reits Ele­men­te ei­ner künf­ti­gen Kon­fron­ta­ti­on. Der Auf­stieg Chi­nas be­dro­he die glo­ba­le west­li­che He­ge­mo­nie.

Die VR Chi­na setzt die­ser Stra­te­gie ihre Po­li­tik der fried­li­chen in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit mit zahl­rei­chen Ak­ti­vitäten ent­ge­gen. Staats­präsi­dent Xi Jin­ping tritt für ei­nen neu­en Typ chi­ne­sisch-ame­ri­ka­ni­scher Be­zie­hun­gen ein. Da­bei han­delt es sich um fol­gen­de Prin­zi­pi­en: „Nicht­kon­flikt, Nicht­kon­fron­ta­ti­on, ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt, Zu­sam­men­ar­beit und ge­mein­sa­mes Ge­win­nen“. Gleich­zei­tig erklärte Xi Jin­ping: „Wir wer­den al­ler­dings nie­mals un­se­re le­gi­ti­men Rech­te und In­ter­es­sen oder die Kern­in­ter­es­sen un­se­res Lan­des auf­ge­ben. Kein an­de­res Land soll­te er­war­ten, dass Chi­na in Kauf nimmt, dass un­se­re Sou­veränität und Si­cher­heit oder die Ent­wick­lungs­in­ter­es­sen un­se­res Lan­des un­ter­gra­ben wer­den.

Im Sep­tem­ber die­ses Jah­res wird nach zahl­rei­chen Aus­lands­rei­sen führen­der chi­ne­si­scher Po­li­ti­ker die Gip­fel­kon­fe­renz der G20 in Chi­na durch­geführt. Mehr und mehr rücken da­bei die Ent­wick­lungsländer und in­ter­na­tio­na­le In­itia­ti­ven Chi­nas in den Mit­tel­punkt. Von wach­sen­der Be­deu­tung ist die Or­ga­ni­sa­ti­on der BRICS –Staa­ten. Sie ha­ben sich trotz un­ter­schied­li­cher po­li­ti­scher Sys­te­me für die Mul­ti­po­la­rität der Welt aus­ge­spro­chen und die Be­tei­li­gung an den west­li­chen Sank­tio­nen ge­gen Russ­land ab­ge­lehnt. Die ge­mein­sa­me Neue Ent­wick­lungs­bank mit Sitz in Shang­hai hat ihre Tätig­keit auf­ge­nom­men. Auf In­itia­ti­ve Chi­nas wur­de am 31. März 2015 die Asia­ti­sche In­fra­struk­tur- In­vest­ment­bank mit Sitz in Bei­jing gegründet. Sie ist für alle Länder of­fen. Die USA und Ja­pan ha­ben al­ler­dings ihre Be­tei­li­gung bis­her ab­ge­lehnt. Die in­ter­na­tio­na­le Stel­lung der chi­ne­si­schen Währung hat sich merk­lich erhöht. Wich­ti­ger Aus­druck dafür war die Auf­nah­me des Yuan als fünfte Währung in den Korb für Son­der­zie­hungs­rech­te beim In­ter­na­tio­na­len Währungs­fonds (IWF).

Von be­son­de­rem Ge­wicht ist das von Staats­präsi­dent Xi Jin­ping auf ei­ner Be­suchs­rei­se in zen­tral- und südost­asia­ti­schen Staa­ten in der zwei­ten Jah­reshälfte 2013 präsen­tier­te ge­mein­sa­me Ent­wick­lungs­in­itia­ti­ve des „Wirt­schaftsgürtels Sei­den­s­traße und der ma­ri­ti­men Sei­den­s­traße des 21. Jahr­hun­derts“. Das An­ge­bot für Zu­sam­men­ar­beit um­fasst über 60 Länder der „Sei­den­s­traßen­re­gi­on“. An­ge­strebt wird eine fried­li­che in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit, die auf wirt­schaft­li­chem und kul­tu­rel­lem Aus­tausch be­ruht und zum Vor­teil al­ler be­tei­lig­ten Sei­ten ge­rei­chen soll. Ge­plant sind der Aus­bau ei­nes ver­bin­den­den In­fra­struk­tur­net­zes, ei­nes Sys­tems von Öl- und Gas­pipe­lines, die um­fas­sen­de Ver­net­zung der Re­gi­on mit mo­der­nen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­men so­wie die Ent­wick­lung der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen For­schungs­in­sti­tu­tio­nen und Uni­ver­sitäten. Zur fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­rung wur­de von der VR Chi­na 2014 der In­vest­ment­fonds „Silk Road Fund“ ins Le­ben ge­ru­fen.

Die­se Ban­ken und Fonds un­ter­schei­den sich von den west­lich do­mi­nier­ten Fi­nanz­or­ga­ni­sa­tio­nen IWF und Welt­bank so­wie der Asia­ti­schen Ent­wick­lungs­bank vor al­len da­durch, dass kei­ne po­li­ti­schen Be­din­gun­gen ge­stellt wer­den und dass Kre­dit­geschäfte nicht mehr grundsätz­lich in US-Dol­lar son­dern vor al­lem in Yuan und den Währun­gen der ver­schie­de­nen be­tei­lig­ten Länder ge­schlos­sen wer­den.

Das An­ge­bot für Zu­sam­men­ar­beit um­fasst über 60 Länder der „Sei­den­s­traßen­re­gi­on“, un­abhängig da­von, ob es sich um be­freun­de­te oder nicht be­freun­de­te Staa­ten han­delt. Die VR Chi­na ver­la­gert ihre Auf­merk­sam­keit auf die­se Re­gi­on ins­ge­samt. Auf der UNO – Ta­gung zum 70. Jah­res­tag ih­rer Gründung sag­te Chi­na um­fang­rei­che Ent­wick­lungs­hil­fe für die am we­nigs­ten ent­wi­ckel­ten Länder, Bin­nen­ent­wick­lungsländer und klei­ne In­sel­staa­ten zu.

Die Be­zie­hun­gen zwi­schen der VR Chi­na und Russ­land ha­ben sich stark ent­wi­ckelt, be­son­ders die wirt­schaft­li­che und po­li­ti­sche Zu­sam­men­ar­beit. Die Staats­oberhäup­ter Chi­nas und Russ­lands be­tei­lig­ten sich ge­gen­sei­tig an den Ge­denk­ver­an­stal­tun­gen anläss­lich des Sie­ges im an­ti­fa­schis­ti­schen Welt­krieg. Die Zu­sam­men­ar­beit bei Großpro­jek­ten geht mit si­che­ren Schrit­ten vor­an. Stark aus­ge­prägt sind die stra­te­gi­schen Be­zie­hun­gen. Es han­delt sich aber nicht um ein Bünd­nis. Wich­ti­ger Teil die­ser Part­ner­schaft ist die ge­mein­sa­me Ar­beit bei der Lei­tung der Shang­hai­er Or­ga­ni­sa­ti­on für Zu­sam­men­ar­beit[4].

Große Fort­schrit­te wur­den in der Zu­sam­men­ar­beit mit la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten und dem afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent er­zielt. Be­son­de­re Ak­ti­vitäten ent­wi­ckelt die VR Chi­na zur Ent­span­nung der Lage auf der ko­rea­ni­schen Halb­in­sel und zur Klärung der Fra­gen im Südchi­ne­si­schen Meer mit fried­li­chen Mit­teln.

Zum 95. Jah­res­tag ih­rer Gründung kann die KP Chi­nas auf große Er­fol­ge bei der Ent­wick­lung des ei­ge­nen Lan­des und auf in­ter­na­tio­na­lem Ge­biet zurück­bli­cken. Dafür die Gra­tu­la­ti­on ei­nes al­ten Freun­des des chi­ne­si­schen Vol­kes und der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Chi­nas.

 

Chinas

Von Rolf Berthold

Am 1. Juli 2016 be­geht die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Chi­nas (KPCh) den 95. Jah­res­tag ih­rer Gründung. Es wa­ren 95 Jah­re har­ter Kämpfe, auch mit schmerz­haf­ten Nie­der­la­gen, und welt­his­to­ri­scher Sie­ge. Die KPCh über­nahm die Führung des Kamp­fes ge­gen den Halb­feu­da­lis­mus und die halb­ko­lo­nia­le Herr­schaft des Im­pe­ria­lis­mus in Chi­na, stand in der vor­ders­ten Front des Kamp­fes ge­gen die ja­pa­ni­schen Ag­gres­so­ren im II. Welt­krieg und führte das Volk zum Sieg in der Neu­de­mo­kra­ti­schen Re­vo­lu­ti­on zur Gründung der Volks­re­pu­blik Chi­na am 1. Ok­to­ber 1949. Die KPCh or­ga­ni­sier­te die so­zia­lis­ti­sche Um­ge­stal­tung und den Be­ginn des Auf­baus des So­zia­lis­mus in Chi­na, kor­ri­gier­te die da­bei be­gan­ge­nen Feh­ler und meis­ter­te die ein­ge­tre­te­ne Kri­sen­si­tua­ti­on. 1978 wur­de die so­zia­lis­ti­sche Mo­der­ni­sie­rung in den Mit­tel­punkt ge­stellt und eine Po­li­tik der Re­for­men und der Öff­nung nach außen be­gon­nen.

Das Be­schrei­ten ei­nes neu­en We­ges zum So­zia­lis­mus hat zu be­deu­ten­den Er­fol­gen geführt. Das Ant­litz des Lan­des hat sich grund­le­gend ge­wan­delt. Die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung der Chi­ne­sen ist von 36 Jah­ren zur Zeit der Gründung der VR Chi­na auf ge­genwärtig 76 Jah­re ge­stie­gen. Ein Drit­tel des glo­ba­len Wirt­schafts­wachs­tums wird heu­te von der chi­ne­si­schen Wirt­schaft er­bracht. Auf dem XVI­II. Par­tei­tag der KPCh im No­vem­ber 2012 wur­de for­mu­liert: „Die Ver­bes­se­rung des ma­te­ri­el­len und kul­tu­rel­len Le­bens des Vol­kes bil­det das grund­le­gen­de Ziel der Re­for­men und Öff­nung so­wie der so­zia­lis­ti­schen Mo­der­ni­sie­rung.“ „Die Ansprüche auf Bil­dungsmöglich­kei­ten, das Ar­beits­ent­gelt, me­di­zi­ni­sche Be­treu­ung, den Le­bens­un­ter­halt in ho­hem Al­ter so­wie auf Woh­nung müssen be­frie­digt wer­den. Große An­stren­gun­gen sol­len un­ter­nom­men wer­den, um dem Volk ein bes­se­res Le­ben zu gewähren.“

Eine noch glücklichere und schönere Zukunft für das Volk schaffen

Die Haupt­zie­le des Zwölf­ten Fünf­jah­res­plans (2011 bis 2015) wur­den erfüllt. Das Wachs­tum des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes (BIP) be­trug im Jah­res­durch­schnitt 7,8%. In den Städten und Ge­mein­den sind 64 Mil­lio­nen neue Ar­beitsplätze ge­schaf­fen wor­den, 100 Mil­lio­nen Land­be­woh­ner konn­ten al­lein in die­sem Zeit­raum aus der Ar­mut be­freit wer­den, 300 Mil­lio­nen Dorf­be­woh­ner er­hiel­ten Zu­gang zu sau­be­rem Trink­was­ser, alle bis­her nicht ver­sorg­ten Haus­hal­te er­hiel­ten Strom­an­schluss (da­mit er­reich­te die Strom­ver­sor­gung 100% der Haus­hal­te). 40,13 Mil­lio­nen Woh­nun­gen für so­zi­al Bedürf­ti­ge und durch­schnitt­lich Ver­die­nen­de wur­den fer­tig ge­stellt. Das wich­tigs­te Er­geb­nis auf dem Ge­biet der So­zi­al­ver­si­che­rung war die Schaf­fung ei­nes ein­heit­li­chen Sys­tems der Ren­ten­ver­si­che­rung für die Be­woh­ner der Städte und Dörfer. 2015 stie­gen die Al­ters­bezüge der Rent­ner von Un­ter­neh­men im Ver­gleich zu 2014 um 10%, die Ein­kom­men in Stadt und Land stie­gen um 8% (auf dem Land um 9,2%). Das Ein­kom­men der Bevölke­rung erhöhte sich schnel­ler als das Wachs­tum der Wirt­schaft, das Ein­kom­mens­gefälle zwi­schen Stadt und Land ver­rin­ger­te sich wei­ter.

Hin­sicht­lich des BIP nimmt Chi­na heu­te den 2. Platz in der Welt ein. Vor 35 Jah­ren be­trug das BIP pro Kopf der Bevölke­rung 200 US$, jetzt sind es 8.000 US$. In den ers­ten 30 Jah­ren nach Be­ginn der Re­form­po­li­tik 1978 wuchs die Wirt­schaft im Durch­schnitt pro Jahr um 10%. In den letz­ten Jah­ren hat sich das Ent­wick­lungs­tem­po re­du­ziert. Dies war auf die veränder­ten in­ter­na­tio­na­len Be­din­gun­gen, den Über­gang von ei­ner ex­ten­si­ven Wirt­schafts­ent­wick­lung zu in­ten­si­vem Wachs­tum, die Um­ori­en­tie­rung auf die Stei­ge­rung des In­land­kon­sums, eine die Res­sour­cen scho­nen­de Ent­wick­lung und die stärke­re Be­to­nung des wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Fort­schrit­tes zurück­zuführen. In zahl­rei­chen In­dus­trie­zwei­gen wer­den heu­te in­ter­na­tio­na­le Spit­zen­leis­tun­gen er­bracht. Die Land­wirt­schaft hat ihre Erträge be­deu­tend ge­stei­gert. Al­lein die Ge­trei­de­ern­te er­reich­te 2015 mehr als 621 Mil­lio­nen Ton­nen.

Die Verände­run­gen in der Wirt­schafts­stra­te­gie und das re­du­zier­te Ent­wick­lungs­tem­po wer­den als „Neue Nor­ma­lität“ be­zeich­net. Die­se Verände­run­gen wir­ken sich po­si­tiv auf die in­ne­re Si­tua­ti­on aus, sie ha­ben aber im Aus­land für Un­ru­he ge­sorgt, sie wer­den im Wes­ten als „Schwächeln“ der chi­ne­si­schen Wirt­schaft hin­ge­stellt, als ob das Wachs­tum im Zeit­raum 2011 – 2015 um jah­res­durch­schnitt­lich 7,8% und 2015 um 6,9% nicht Welt­spit­zen­wer­te wären. Die „Neue Nor­ma­lität“ be­deu­tet den Über­gang von ei­nem bis­he­ri­gen Hoch­ge­schwin­dig­keits­wachs­tum zu ei­nem mit­tel-schnel­len Wachs­tum und ei­ner Ver­bes­se­rung der Wirt­schafts­struk­tur.

Auf dem XVI­II. Par­tei­tag der KPCh wur­den die Zie­le for­mu­liert, zum hun­dertjähri­gen Be­ste­hen der Par­tei um­fas­send eine Ge­sell­schaft mit be­schei­de­nem Wohl­stand zu voll­enden und zum hun­dertjähri­gem Be­ste­hen der Volk­re­pu­blik Chi­na im Jah­re 2049 ein wohl­ha­ben­des, mäch­ti­ges, de­mo­kra­ti­sches, zi­vi­li­sier­tes und har­mo­ni­sches mo­der­nes so­zia­lis­ti­sches Land zu er­rich­ten und für das chi­ne­si­sche Volk mit all sei­nen Na­tio­na­litäten eine glück­li­che und schönere Zu­kunft zu schaf­fen. Die­se Auf­ga­be wur­de seit­her im­mer deut­li­cher zur zen­tra­len Auf­ga­be der KP Chi­nas und des gan­zen Vol­kes. Der 13. Fünf­jah­res­plan der wirt­schaft­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung im Zeit­raum 2016 bis 2020, wel­chen die fünfte Ta­gung des XVI­II. ZK der KPCh be­han­del­te, wur­de auf der vier­ten Ta­gung des XII. Na­tio­na­len Volks­kon­gres­ses im März 2016 be­schlos­sen. Fol­gen­de Zie­le wur­den ge­stellt: Um­fas­sen­de Voll­endung des Auf­baus ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schei­de­nem Wohl­stand. Bis zum Jahr 2020 sol­len das BIP und die Ein­kom­men in Stadt und Land im Ver­gleich zum Jahr 2010 ver­dop­pelt wer­den. Dafür ist ein jähr­li­ches Wachs­tum des BIP von 6,5 oder darüber er­for­der­lich. Bis zum Jahr 2020 wird die vollständi­ge Be­sei­ti­gung der Ar­mut an­ge­strebt. Das be­trifft der­zeit noch 70 Mil­lio­nen Men­schen. Pro Ein­heit BIP ist im glei­chen Zeit­raum der Ver­brauch von Was­ser um 23%, von En­er­gie um 15% und der CO²-Aus­s­toß um 18% zu re­du­zie­ren. 50 Mil­lio­nen Ar­beits­stel­len sind zu schaf­fen.

Der chinesische Weg erzielt große Erfolge

Auf der Ta­gung des neu gewähl­ten ZK zur Aus­wer­tung des XVI­II. Par­tei­ta­ges erklärte Ge­ne­ral­se­kretär Xi Jin­ping: „Un­se­re Par­tei hat stets erklärt, dass der So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung So­zia­lis­mus und nicht ir­gend­ein an­de­rer Is­mus ist. Die Grund­prin­zi­pi­en des wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus dürfen nicht auf­ge­ge­ben wer­den, sonst können wir nicht mehr von So­zia­lis­mus spre­chen.“ Da­mit wird die Po­si­ti­on der KPCh deut­lich ge­macht, dass der So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung auf den mar­xis­ti­schen Grund­prin­zi­pi­en be­ruht und zu­gleich die ak­tu­el­len Ge­ge­ben­hei­ten auf dem Ge­biet der Wis­sen­schaft und Tech­nik und der in­ter­na­tio­na­len Si­tua­ti­on berück­sich­tigt.

Der Sozialismus chinesischer Prägung beinhaltet:

– Führung durch die KP Chi­nas; aus­ge­hend von der grund­le­gen­den Si­tua­ti­on des Lan­des den Auf­bau der Wirt­schaft als zen­tra­le Auf­ga­be zu be­trach­ten. Fest­hal­ten an den 4 Grund­prin­zi­pi­en[2], an den Re­for­men und der Öff­nung, die ge­sell­schaft­li­chen Pro­duk­tiv­kräfte zu be­frei­en und zu ent­wi­ckeln,

– Auf­bau der so­zia­lis­ti­schen Markt­wirt­schaft, der de­mo­kra­ti­schen Po­li­tik, der fort­ge­schrit­te­nen Kul­tur, der har­mo­ni­schen Ge­sell­schaft und der öko­lo­gi­schen Zi­vi­li­sa­ti­on des So­zia­lis­mus,

– Förde­rung der all­sei­ti­gen Ent­wick­lung der Men­schen, die schritt­wei­se Rea­li­sie­rung des ge­mein­sa­men Wohl­stan­des des gan­zen Vol­kes, Auf­bau ei­nes wohl­ha­ben­den, star­ken, de­mo­kra­ti­schen, zi­vi­li­sier­ten, har­mo­ni­schen mo­der­nen so­zia­lis­ti­schen Staa­tes,

– Schaf­fung des grund­le­gen­den po­li­ti­schen Sys­tems mit der Struk­tur der Volks­kon­gres­se, des Sys­tems der Mehr­par­tei­en­zu­sam­men­ar­beit und der po­li­ti­schen Kon­sul­ta­ti­on un­ter Führung der KPCh, der Struk­tur der Au­to­no­mie der Re­gio­nen der na­tio­na­len Min­der­hei­ten, der ört­li­chen Selbst­ver­wal­tung an der Ba­sis, des so­zia­lis­ti­schen Rechts­sys­tems chi­ne­si­scher Prägung,

– Aus­bau des grund­le­gen­den wirt­schaft­li­chen Sys­tems mit dem Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil und der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft meh­re­rer Ei­gen­tums­for­men. Auf die­ser Grund­la­ge sind die kon­kre­ten öko­no­mi­schen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len, ge­sell­schaft­li­chen Struk­tu­ren zu er­rich­ten.

Un­ter den ak­tu­el­len his­to­ri­schen Be­din­gun­gen ent­spricht das den Grund­prin­zi­pi­en des wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus.

In ei­nem Ar­ti­kel des Zen­tral­or­gans des ZK der KPCh, Ren­min Ri­bao, vom 2.7.2014 heißt es: „In den letz­ten Jah­ren gibt es im In- und Aus­land Zwei­fel, ob das, was Chi­na jetzt macht, letzt­end­lich So­zia­lis­mus ist. Man­che sa­gen, es sei ‚ka­pi­ta­lis­ti­scher So­zia­lis­mus’, an­de­re spre­chen ohne Um­schwei­fe von ‚Staats­ka­pi­ta­lis­mus’, von ‚neu­em Kom­pra­do­ren­ka­pi­ta­lis­mus’. Das ist al­les völlig falsch. Wenn wir von So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung spre­chen, ist das So­zia­lis­mus. Wie auch die Re­for­men ver­lau­fen, wie die Öff­nung verläuft, wir hal­ten fest am Weg des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, am theo­re­ti­schen Sys­tem des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, an der Ord­nung des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung, … . Wir müssen be­schei­den alle Er­geb­nis­se der Zi­vi­li­sa­ti­on der mensch­li­chen Ge­sell­schaft stu­die­ren und auf­neh­men, dürfen aber nicht un­se­re Vor­fah­ren ver­ges­sen, dürfen nicht die Ent­wick­lungs­mo­del­le an­de­rer Länder ko­pie­ren. (…) Wir dürfen nicht den al­ten Weg der Ab­kap­se­lung und Ver­knöche­rung ge­hen, auch dürfen wir nicht den Irr­weg des Flag­gen­wech­sels ein­schla­gen.

Es gibt bürger­li­che Ana­ly­ti­ker, die be­haup­ten, die Er­fol­ge der VR Chi­na sei­en auf ein Ver­las­sen des so­zia­lis­ti­schen We­ges zurück­zuführen. Da­mit soll ein wei­te­res Ar­gu­ment dafür ge­fun­den wer­den, dass ein so­zia­lis­ti­scher Weg ge­ne­rell nicht gang­bar wäre. Ins­be­son­de­re in Eu­ro­pa gibt es auch Ver­tre­ter lin­ker Grup­pie­run­gen, die von ei­nem ka­pi­ta­lis­ti­schen Ent­wick­lungs­weg Chi­nas spre­chen. Hier han­delt es sich vor al­lem um den Ver­such, ei­ner gründ­li­chen Ana­ly­se der Ur­sa­chen für die Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in zahl­rei­chen Ländern aus­zu­wei­chen.

Mit der Kor­rek­tur von 1978 hat die KPCh eine neue stra­te­gi­sche Li­nie ein­ge­schla­gen. Gestützt auf den Mar­xis­mus be­schrei­tet Chi­na ei­nen neu­en so­zia­lis­ti­schen Weg, der sich aus den Leh­ren der Nie­der­la­ge in der UdSSR und Eu­ro­pa, den Be­son­der­hei­ten der Lage Chi­nas und der ge­genwärti­gen Si­tua­ti­on in der Welt er­gibt. Er hat sich be­reits in der Pra­xis bewährt.

Es han­delt sich um ei­nen Weg des So­zia­lis­mus, der auf den Grund­prin­zi­pi­en des Mar­xis­mus be­ruht, sich aber in Vie­lem von den prak­ti­zier­ten We­gen des ge­schei­ter­ten So­zia­lis­mus­mo­dells un­ter­schei­det und der auch nicht in al­len Ländern mit al­len Ele­men­ten der Pra­xis der KPCh iden­tisch sein muss. Es ist ein Weg, der nicht has­tig be­schrit­ten wer­den kann und darf. Der chi­ne­si­sche Weg ist die Kris­tal­li­sa­ti­on des mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen So­zia­lis­mus, der eine enge Ver­bin­dung der chi­ne­si­schen Ent­wick­lung mit der Ent­wick­lung der Welt und der Ent­wick­lung der heu­ti­gen Zeit dar­stellt. Wenn die Ver­bes­se­rung des Le­bens­stan­dards des Vol­kes als vor­ran­gi­ge Auf­ga­be for­mu­liert wird und die Über­win­dung der Ar­mut ziel­stre­big er­folgt, ist das nichts an­de­res, als be­wusst den so­zia­lis­ti­schen Weg zu ge­hen. Dass da­bei Schwie­rig­kei­ten und auch Feh­ler auf­tre­ten können, ist der chi­ne­si­schen Führung durch­aus be­wusst. Aber es gibt kei­ne Par­tei, die in ei­nem ka­pi­ta­lis­ti­schen Land die Re­gie­rung stellt, wel­che die Ver­bes­se­rung des Le­bens­stan­dards des Vol­kes, das Wohl des Vol­kes so deut­lich als ihre zen­tra­le Auf­ga­be be­zeich­net.

Zu den wichtigsten Bestandteilen der politischen Ökonomie der VR China in der Gegenwart gehören:

– Die Theo­rie der An­fangs­etap­pe des So­zia­lis­mus, Chi­na wird sich eine lan­ge Zeit in die­ser Ent­wick­lungs­pha­se be­fin­den. Der Auf­bau ei­nes wohl­ha­ben­den, mäch­ti­gen, de­mo­kra­ti­schen, zi­vi­li­sier­ten und har­mo­ni­schen mo­der­nen so­zia­lis­ti­schen Lan­des ist das Ziel der KPCh und der VR Chi­na im ge­sam­ten An­fangs­sta­di­um des So­zia­lis­mus.

– Die Theo­rie der so­zia­lis­ti­schen Markt­wirt­schaft: Es wur­de mit der Pra­xis ge­bro­chen, dass Markt­wirt­schaft nur mit dem Pri­vat­ei­gen­tum ver­bun­den wer­den kann, dass Markt­wirt­schaft mit Ka­pi­ta­lis­mus iden­tisch ist. Es wur­de ein neu­es Sys­tem ei­ner Markt­wirt­schaft auf der Grund­la­ge von Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil ge­schaf­fen. 2013 hat das ZK den Be­schluss über die um­fas­sen­den Re­for­men ge­fasst. In west­li­chen Einschätzun­gen wur­de eine Wel­le von Pri­va­ti­sie­run­gen er­war­tet. Dies trat aber nicht ein.

– Die Theo­rie der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft ver­schie­de­ner Ei­gen­tums­for­men mit dem Ge­mein­ei­gen­tum als Grund­la­ge: Sie rich­tet sich so­wohl ge­gen die tra­di­tio­nel­le Auf­fas­sung, je mehr ver­staat­licht wird, umso bes­ser, als auch ge­gen die Auf­fas­sung der Pri­va­ti­sie­rung. Es geht dar­um, das grund­le­gen­de öko­no­mi­sche Sys­tem der An­fangs­pha­se des So­zia­lis­mus zu schaf­fen und dar­um, ver­schie­de­ne For­men des ge­sell­schaft­li­chen Ei­gen­tums zu tes­ten. Das Fest­hal­ten an dem Ge­mein­ei­gen­tum als Haupt­be­stand­teil und der ge­mein­sa­men Ent­wick­lung der Wirt­schaft ver­schie­de­ner Ei­gen­tums­for­men ist ob­jek­ti­ves Er­for­der­nis der Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräfte in der An­fangs­pha­se des So­zia­lis­mus, eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für das Er­rei­chen ei­nes be­schei­de­nen Wohl­stan­des.

– Die Theo­rie über die Ver­tei­lung nach der Leis­tung als Haupt­form und das Ne­ben­ein­an­der­be­ste­hen ver­schie­de­ner Ver­tei­lungs­for­men in der Pe­ri­ode des An­fangs­sta­di­ums des So­zia­lis­mus.

– Die Theo­rie der In­dus­tria­li­sie­rung chi­ne­si­scher Prägung, die Ver­bin­dung der In­for­ma­ti­ons­wis­sen­schaft mit der In­dus­tria­li­sie­rung, die Ur­ba­ni­sie­rung neu­en Typs, die Mo­der­ni­sie­rung chi­ne­si­scher Prägung.

Die chi­ne­si­sche Par­teiführung hat die Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der UdSSR und zahl­rei­chen an­de­ren Ländern gründ­lich aus­ge­wer­tet und ist zu dem Schluss ge­kom­men, dass zu den wich­tigs­ten Ur­sa­chen die­ser Nie­der­la­ge Feh­ler im von der UdSSR und den an­de­ren von der Kon­ter­re­vo­lu­ti­on heim­ge­such­ten Ländern prak­ti­zier­ten Mo­dell des so­zia­lis­ti­schen We­ges gehören. In der For­mu­lie­rung der „drei­fa­chen Ver­tre­tung“ sind wich­ti­ge Schluss­fol­ge­run­gen aus der Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der UdSSR und den an­de­ren ehe­mals so­zia­lis­ti­schen Ländern ent­hal­ten. Die Par­tei muss der Ver­tre­ter der Ent­wick­lung fort­ge­schrit­te­ner ge­sell­schaft­li­cher Pro­duk­tiv­kräfte, der fort­ge­schrit­te­nen Kul­tur und der grund­le­gen­den In­ter­es­sen der über­wie­gen­den Mehr­heit des Vol­kes sein.

Der ita­lie­ni­sche Mar­xist Do­me­ni­co Lo­sur­do, Pro­fes­sor für Phi­lo­so­phie, for­mu­lier­te: „Lei­der brin­gen west­li­che Mar­xis­ten sel­ten das er­for­der­li­che Verständ­nis für die Dring­lich­keit auf, mit der die Länder, die sich auf den Weg der so­zia­lis­ti­schen Um­ge­stal­tung ge­macht ha­ben, den Rück­stand ge­genüber den ent­wi­ckel­te­ren Ländern auf­zu­ho­len ver­su­chen. Im Ge­gen­teil: Das Bemühen im Os­ten, sich von so­zi­alöko­no­mi­scher Rückständig­keit so­wie Schwäche auf in­ter­na­tio­na­lem Ge­biet und in geo­po­li­ti­scher Hin­sicht zu be­frei­en, wird im Wes­ten ger­ne als Annäherung und An­pas­sung an den Ka­pi­ta­lis­mus ge­se­hen.“ („jun­ge­Welt“ vom 16.1.2014)

Zu den chi­ne­si­schen Be­son­der­hei­ten auf dem so­zia­lis­ti­schen Weg gehört auch das Feh­len ei­ner ent­wi­ckel­ten ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schaft, ei­ner ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se, Rückstände im Be­reich von Wis­sen­schaft, Tech­nik und Kul­tur. Es fehl­ten hoch ent­wi­ckel­te Pro­duk­tiv­kräfte, die von den Klas­si­kern des Mar­xis­mus – Le­ni­nis­mus als Vor­aus­set­zung für eine so­zia­lis­ti­sche Re­vo­lu­ti­on an­ge­se­hen wur­den. Die bürger­lich-de­mo­kra­ti­sche Re­vo­lu­ti­on in Chi­na voll­zog sich als Neu­de­mo­kra­ti­sche Re­vo­lu­ti­on un­ter maßgeb­li­cher Führung durch die Ar­bei­ter­klas­se und ihre Par­tei, die KPCh. Die nach­ho­len­de Ent­wick­lung ei­ner mo­der­nen Pro­duk­ti­ons­wei­se muss also un­ter der Be­din­gung der po­li­ti­schen Macht der Ar­bei­ter­klas­se und ih­rer Par­tei in ei­ner lan­gen Pha­se der An­fangs­etap­pe des So­zia­lis­mus er­fol­gen.

Chinas Engagement für die Wahrung des Weltfriedens

Nach der Nie­der­la­ge des So­zia­lis­mus in der So­wjet­uni­on und an­de­ren Staa­ten geht die Führung der KPCh da­von aus, dass der Kampf für Frie­den und Ent­wick­lung, ge­gen He­ge­mo­nis­mus und Ge­walt­po­li­tik die Haupt­fra­gen der ge­genwärti­gen in­ter­na­tio­na­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind.

Chi­na hat sich zur zweit­größten Wirt­schaft in der Welt ent­wi­ckelt, die in­ter­na­tio­na­le Stel­lung und der Ein­fluss der VR Chi­na ha­ben sich stark erhöht. Ge­mein­sam mit den an­de­ren BRICS-Staa­ten[3], den Ent­wick­lungsländern und al­len Kräften, die zu Frie­den und Ent­wick­lung be­reit sind, tritt die VR Chi­na für die fried­li­che Lösung in­ter­na­tio­na­ler Kon­flik­te ein. Die Si­che­rung des Frie­dens steht im Mit­tel­punkt. An­ge­strebt wird die Lösung von Dif­fe­ren­zen durch Dia­log und nicht durch Kon­fron­ta­ti­on, die ge­gen­sei­ti­ge Re­spek­tie­rung der Wahl des Ge­sell­schafts­sys­tems und des Ent­wick­lungs­we­ges, die Zu­sam­men­ar­beit auf der Ba­sis des ge­gen­sei­ti­gen Vor­teils und die Berück­sich­ti­gung der In­ter­es­sen der an­de­ren Sei­te bei der Ver­fol­gung der ei­ge­nen In­ter­es­sen. Das wur­de nicht zu­letzt im Zu­sam­men­hang mit den Fei­er­lich­kei­ten anläss­lich des 70. Jah­res­ta­ges der Ka­pi­tu­la­ti­on Ja­pans im II. Welt­krieg und der Würdi­gung des großen Bei­tra­ges des chi­ne­si­schen Vol­kes zum Sieg im Welt­krieg ge­gen den Fa­schis­mus deut­lich.

Auf dem XVI­II. Par­tei­tag wur­de erklärt: „Wir wah­ren ent­schie­den die Sou­veränität, die Si­cher­heit und die Ent­wick­lungs­in­ter­es­sen un­se­res Staa­tes. Chi­na wird sich nicht in die in­ne­ren An­ge­le­gen­hei­ten an­de­rer Staa­ten ein­mi­schen und nie nach He­ge­mo­nie trach­ten oder Ex­pan­si­on be­trei­ben. Wir las­sen uns die Wer­te, die Ideo­lo­gie und das Ge­sell­schafts­sys­tem des Wes­tens nicht auf­zwin­gen. Die in­ter­na­tio­na­le Stra­te­gie der VR Chi­na dient dem Auf­bau des So­zia­lis­mus chi­ne­si­scher Prägung. Die chi­ne­si­sche Außen­po­li­tik soll den Welt­frie­den si­chern und ein fried­li­ches in­ter­na­tio­na­les Um­feld für den Auf­bau des Lan­des schaf­fen.

Die USA und die mit ihr verbünde­ten Staa­ten set­zen ihre Po­li­tik der Ein­krei­sung und Eindämmung der VR Chi­na fort. Oba­ma erklärte vor kur­zem: mit der TPP (Trans- pa­zi­fi­sche Part­ner­schaft) be­stim­men die USA und nicht Chi­na die Re­geln die­ser Re­gi­on. Das ist ein of­fe­nes Be­kennt­nis zum He­ge­mo­nie­an­spruch. Die USA sta­tio­nie­ren 60% ih­rer See­streit­kräfte im asia­tisch-pa­zi­fi­schen Raum. Deut­sche Stra­te­gen spre­chen von ei­nem „Feu­er­ring“ um Chi­na. In die­sem Zu­sam­men­hang ist auch zu be­ach­ten, dass der Präsi­dent der Bun­des­aka­de­mie für Si­cher­heits­po­li­tik (BAKS) kürz­lich erklärte, man müsse sich auf ei­nen nächs­ten „Großkon­flikt“ vor­be­rei­ten – den „Macht­kampf“ ge­gen Chi­na. Man dürfe den Auf­stieg Chi­nas nicht aus dem Blick ver­lie­ren, denn die west­lich geprägte Welt­ord­nung sei be­droht. Die ak­tu­el­le deut­sche Außen­po­li­tik ent­hal­te be­reits Ele­men­te ei­ner künf­ti­gen Kon­fron­ta­ti­on. Der Auf­stieg Chi­nas be­dro­he die glo­ba­le west­li­che He­ge­mo­nie.

Die VR Chi­na setzt die­ser Stra­te­gie ihre Po­li­tik der fried­li­chen in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit mit zahl­rei­chen Ak­ti­vitäten ent­ge­gen. Staats­präsi­dent Xi Jin­ping tritt für ei­nen neu­en Typ chi­ne­sisch-ame­ri­ka­ni­scher Be­zie­hun­gen ein. Da­bei han­delt es sich um fol­gen­de Prin­zi­pi­en: „Nicht­kon­flikt, Nicht­kon­fron­ta­ti­on, ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt, Zu­sam­men­ar­beit und ge­mein­sa­mes Ge­win­nen“. Gleich­zei­tig erklärte Xi Jin­ping: „Wir wer­den al­ler­dings nie­mals un­se­re le­gi­ti­men Rech­te und In­ter­es­sen oder die Kern­in­ter­es­sen un­se­res Lan­des auf­ge­ben. Kein an­de­res Land soll­te er­war­ten, dass Chi­na in Kauf nimmt, dass un­se­re Sou­veränität und Si­cher­heit oder die Ent­wick­lungs­in­ter­es­sen un­se­res Lan­des un­ter­gra­ben wer­den.

Im Sep­tem­ber die­ses Jah­res wird nach zahl­rei­chen Aus­lands­rei­sen führen­der chi­ne­si­scher Po­li­ti­ker die Gip­fel­kon­fe­renz der G20 in Chi­na durch­geführt. Mehr und mehr rücken da­bei die Ent­wick­lungsländer und in­ter­na­tio­na­le In­itia­ti­ven Chi­nas in den Mit­tel­punkt. Von wach­sen­der Be­deu­tung ist die Or­ga­ni­sa­ti­on der BRICS –Staa­ten. Sie ha­ben sich trotz un­ter­schied­li­cher po­li­ti­scher Sys­te­me für die Mul­ti­po­la­rität der Welt aus­ge­spro­chen und die Be­tei­li­gung an den west­li­chen Sank­tio­nen ge­gen Russ­land ab­ge­lehnt. Die ge­mein­sa­me Neue Ent­wick­lungs­bank mit Sitz in Shang­hai hat ihre Tätig­keit auf­ge­nom­men. Auf In­itia­ti­ve Chi­nas wur­de am 31. März 2015 die Asia­ti­sche In­fra­struk­tur- In­vest­ment­bank mit Sitz in Bei­jing gegründet. Sie ist für alle Länder of­fen. Die USA und Ja­pan ha­ben al­ler­dings ihre Be­tei­li­gung bis­her ab­ge­lehnt. Die in­ter­na­tio­na­le Stel­lung der chi­ne­si­schen Währung hat sich merk­lich erhöht. Wich­ti­ger Aus­druck dafür war die Auf­nah­me des Yuan als fünfte Währung in den Korb für Son­der­zie­hungs­rech­te beim In­ter­na­tio­na­len Währungs­fonds (IWF).

Von be­son­de­rem Ge­wicht ist das von Staats­präsi­dent Xi Jin­ping auf ei­ner Be­suchs­rei­se in zen­tral- und südost­asia­ti­schen Staa­ten in der zwei­ten Jah­reshälfte 2013 präsen­tier­te ge­mein­sa­me Ent­wick­lungs­in­itia­ti­ve des „Wirt­schaftsgürtels Sei­den­s­traße und der ma­ri­ti­men Sei­den­s­traße des 21. Jahr­hun­derts“. Das An­ge­bot für Zu­sam­men­ar­beit um­fasst über 60 Länder der „Sei­den­s­traßen­re­gi­on“. An­ge­strebt wird eine fried­li­che in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit, die auf wirt­schaft­li­chem und kul­tu­rel­lem Aus­tausch be­ruht und zum Vor­teil al­ler be­tei­lig­ten Sei­ten ge­rei­chen soll. Ge­plant sind der Aus­bau ei­nes ver­bin­den­den In­fra­struk­tur­net­zes, ei­nes Sys­tems von Öl- und Gas­pipe­lines, die um­fas­sen­de Ver­net­zung der Re­gi­on mit mo­der­nen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­men so­wie die Ent­wick­lung der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen For­schungs­in­sti­tu­tio­nen und Uni­ver­sitäten. Zur fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­rung wur­de von der VR Chi­na 2014 der In­vest­ment­fonds „Silk Road Fund“ ins Le­ben ge­ru­fen.

Die­se Ban­ken und Fonds un­ter­schei­den sich von den west­lich do­mi­nier­ten Fi­nanz­or­ga­ni­sa­tio­nen IWF und Welt­bank so­wie der Asia­ti­schen Ent­wick­lungs­bank vor al­len da­durch, dass kei­ne po­li­ti­schen Be­din­gun­gen ge­stellt wer­den und dass Kre­dit­geschäfte nicht mehr grundsätz­lich in US-Dol­lar son­dern vor al­lem in Yuan und den Währun­gen der ver­schie­de­nen be­tei­lig­ten Länder ge­schlos­sen wer­den.

Das An­ge­bot für Zu­sam­men­ar­beit um­fasst über 60 Länder der „Sei­den­s­traßen­re­gi­on“, un­abhängig da­von, ob es sich um be­freun­de­te oder nicht be­freun­de­te Staa­ten han­delt. Die VR Chi­na ver­la­gert ihre Auf­merk­sam­keit auf die­se Re­gi­on ins­ge­samt. Auf der UNO – Ta­gung zum 70. Jah­res­tag ih­rer Gründung sag­te Chi­na um­fang­rei­che Ent­wick­lungs­hil­fe für die am we­nigs­ten ent­wi­ckel­ten Länder, Bin­nen­ent­wick­lungsländer und klei­ne In­sel­staa­ten zu.

Die Be­zie­hun­gen zwi­schen der VR Chi­na und Russ­land ha­ben sich stark ent­wi­ckelt, be­son­ders die wirt­schaft­li­che und po­li­ti­sche Zu­sam­men­ar­beit. Die Staats­oberhäup­ter Chi­nas und Russ­lands be­tei­lig­ten sich ge­gen­sei­tig an den Ge­denk­ver­an­stal­tun­gen anläss­lich des Sie­ges im an­ti­fa­schis­ti­schen Welt­krieg. Die Zu­sam­men­ar­beit bei Großpro­jek­ten geht mit si­che­ren Schrit­ten vor­an. Stark aus­ge­prägt sind die stra­te­gi­schen Be­zie­hun­gen. Es han­delt sich aber nicht um ein Bünd­nis. Wich­ti­ger Teil die­ser Part­ner­schaft ist die ge­mein­sa­me Ar­beit bei der Lei­tung der Shang­hai­er Or­ga­ni­sa­ti­on für Zu­sam­men­ar­beit[4].

Große Fort­schrit­te wur­den in der Zu­sam­men­ar­beit mit la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten und dem afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent er­zielt. Be­son­de­re Ak­ti­vitäten ent­wi­ckelt die VR Chi­na zur Ent­span­nung der Lage auf der ko­rea­ni­schen Halb­in­sel und zur Klärung der Fra­gen im Südchi­ne­si­schen Meer mit fried­li­chen Mit­teln.

Zum 95. Jah­res­tag ih­rer Gründung kann die KP Chi­nas auf große Er­fol­ge bei der Ent­wick­lung des ei­ge­nen Lan­des und auf in­ter­na­tio­na­lem Ge­biet zurück­bli­cken. Dafür die Gra­tu­la­ti­on ei­nes al­ten Freun­des des chi­ne­si­schen Vol­kes und der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Chi­nas.

Anmerkungen:
  1. Wir veröffentlichen diesen Beitrag mit freundlicher Zustimmung des Autors.
  2. Formuliert 1979: Festhalten am sozialistischen Weg, an der demokratischen Diktatur des Volkes, an der Führung durch die KP Chinas sowie am Marxismus-Leninismus und den Mao Zedong – Ideen. Die vier Grundprinzipien bilden die Grundlage für den Staat und das politische Fundament für die Existenz und die Entwicklung von Partei und Staat.
  3. Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika; erste Gipfelkonferenz 2009 in Jerkaterinburg, Russland (damals noch ohne Südafrika).
  4. Bisher einzige Internationale Organisation, die auf Initiative der VR China ins Leben gerufen wurde. Offizielle Gründung 2001 in Shanghai. Teilnehmer: Russland, China, Kirgisistan, Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan. Neue Mitglieder: Indien, Pakistan; Anwärter auf Mitgliedschaft bzw. Beobachter: Mongolei, Afghanistan, Iran, Belarus.

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