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Von Georges Hallermayer

9.3.2017

Am Mittwoch verurteilte das „Tribunal de police“ (das französische Srafgericht für Bagatellsachen) in Fessenheim den Eigner des AKWs Fessenheim, die staatliche Gesellschaft „Electricite de France“, zu einer Buße von 7.000 Euro für einen Störfall aus dem Jahr 2015, als eine große Menge von kontaminiertem Wasser austrat, wie die Elsässer Regionalzeitung „Est Republicain“ am 9. März berichtete. Zusätzlich
muss der Energiekonzern an drei der fünf Anti-Atom-Initiativen 9.000 Euro zahlen, die den Störfall der Strafjustiz anzeigten – eine öffentliche Anerkennung der jahrelangen Bemühungen der Bürgerinitiativen.

EDF wurde vorgeworfen, nicht ausreichend den Ursachen des Austretens des Wassers aus dem Kühlkreislauf nachgeforscht zu haben, „nach dem Vorfall nicht die notwendigen reparierenden, vorbeugenden und verbessernden Maßnahmen ergriffen zu haben.“ Damit ist gerichtsnotorisch, dass der Energiekonzern in den vergangenen Jahren
nicht nur nicht das technisch Mögliche unternommen hatte, Störfälle zu verhindern, sondern bewusst vorbeugende technische Verbesserungen unterlassen hatte.

EDF hatte im Januar beschlossen, das AKW Fessenheim im kommenden Jahr stillzulegen – gegen eine üppige Entschädigung von mindestens 446 Millionen Euro und eine Reihe von Zusicherungen beim Betrieb anderer Anlagen. Offensichtlich will sich der Konzern aus der Verantwortung stehlen. Nicht zuletzt deswegen bleibt die Anti-Atom-Bewegung im Elsass aktiv und demonstriert am Samstag in Strasbourg und am Sonntag in Fessenheim.

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