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Lars Mörking zum Verkauf von Opel

Ende 2014 wurde das Opel-Werk in Bochum geschlossen. Die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aus anderen Opel-Standorten hielt sich in Grenzen, auch deshalb, weil es eine Standortkonkurrenz innerhalb des Konzerns gab. Die Schließung in Bochum sicherte für kurze Zeit die Auslastung an anderen Standorten. Bis Ende 2018 reicht dies für eine „Beschäftigungsgarantie“, auch nach dem Verkauf von Opel an PSA, dem Peugeot und Citroën gehören, soll sie eingehalten werden. Danach gebe es „selbstverständlich“ keine Standort- und keine Arbeitsplatzgarantie, schreibt die „FAZ“. Peugeot und Citroën bedienen das selbe Segment, bauen kleine und Mittelklasseautos, also „margenarme“ Modelle.
PSA hat also einen direkten Konkurrenten aufgekauft, zu einem Schnäppchenpreis. Damit will der Autokonzern sich vergrößern, sicherlich auch, um im Preiskampf auf einem Markt zu bestehen, auf dem ein ständiges Überangebot bzw. unzureichende Nachfrage herrscht. „Synergieeffekte“ müssen genutzt werden, um das zu erreichen. Wie groß der Druck auf die Beschäftigten ist, zeigt PSA selbst. Hier wurden seit 2012 bereits 8 000 Stellen abgebaut, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben – auch ein Werk wurde geschlossen. Und deshalb wird nun in deutschen Zeitungen spekuliert, ob es wohl Eisenach trifft, das Komponentenwerk in Kaiserslautern oder gar Rüsselsheim. In der „Zeit“ hält ein Mutiger seinen Daumen in den Wind und äußert – gestützt von „Expertenaussagen“, 10 000 von 19 000 Stellen in Deutschland könne man bei Opel „locker“ einsparen.
Alles kein Problem, beruhigt Carlos Tavares, PSA-Vorstandschef. Schließungen seien vermeidbar, wenn die Werke produktiver würden. Leistung schaffe Zukunft, ist seine Botschaft. Schon 2020 soll Opel wieder Gewinn bringen – nach 20 Jahren Verlusten. Die Beschäftigten müssen halt nur mitmachen. Dabei wird es nicht bleiben. Die Standortkonkurrenz innerhalb des Opelkonzerns wird auf 20 Werke (Opel+PSA) erweitert. Oder was glauben die Rüsselsheimer, was Tavares den französischen Kollegen in Souchaux und Rennes erzählen wird, wenn die deutschen produktiver und billiger sind?
Als erstes könnte es allerdings wieder die Kollegen in Bochum treffen. Für die 700 Beschäftigten, die als Folge der Werksschließung nun im Warenlager arbeiten, steht eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2020 auf dem Spiel. Diese wurde von der PSA-Spitze bisher nicht erwähnt, wenn es um die Übernahme von Garantien geht. Und der „Synergie-Effekt“? PSA hat die Logistik ausgelagert. Die frühere PSA-Tochter, nach eigener Darstellung der größte Automobil-Logistik-Anbieter in Europa, unterhält in Deutschland zwölf Standorte, darunter ein 20 000 qm großes zentrales Warenverteillager im niedersächsischen Industriepark in Rieste bei Osnabrück – also anderthalb LKW-Stunden von Bochum entfernt.

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