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03.03.2017

Südkorea und die USA begannen ihre gemeinsamen Kriegsspiele: Hochrangige Verteidigungs- und Sicherheitsbeamte beider Länder bestätigten am Mittwoch, dass das Raketenabwehrsystem THAAD auf südkoreanischem Boden errichtet wird.

Die Streitkräfte der beiden Verbündeten starteten laut lokalen Medienberichten die Militärübung „Foal Eagle“, die bis Ende April dauern soll. In ihrem Rahmen werden der US-Flugzeugträger USS Carl Vinson und weitere strategische Einheiten zur koreanischen Halbinsel verlegt.

Am ersten Tag der gemeinsamen Übung, welche Nordkorea als Generalprobe für eine Invasion in den Norden bezeichnete, bekräftigten hochrangige Verteidigungs- und Sicherheitsbeamte der beiden Verbündeten den Aufbau des US-Raketenabwehrsystems THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) in Südkorea bis zum Ende dieses Jahres.

Kim Kwan-jin, Sicherheitsberater der suspendierten Präsidentin Park Geun-Hye, telefonierte mit seinem amerikanischen Amtskollegen H. R. McMaster. Während des halbstündigen Dialogs kamen sie überein, die Raketenabwehr wie vereinbart im Südosten des Landes aufzubauen. Damit soll auf das reagiert werden, was das Informationsbüro des Blauen Hauses in einer Pressemitteilung als „atomare Bedrohung“ bezeichnete.

Seoul und Washington hatten im Juli 2016 abgemacht, THAAD noch vor Jahressende zu installieren. Im September wurde ein Golfplatz im Landkreis Seongju in der Provinz Gyeongsang Nord als Standort definiert. Da er sich im Besitz der Lotte-Gruppe befand, tauschte ihn das fünftgrößte familiengeführte Firmenkonglomerat Südkoreas am Dienstag gegen ein Militärareal in der Nähe von Seoul. Der Schritt dürfte den Bau des THAAD-Systems beschleunigen. Nun stehen nur noch eine Übergabe ans US-Militär und eine grundlegende Gestaltung der Raketenbasis bevor.

Auch der südkoreanische Verteidigungsminister Han Min-Koo telefonierte mit seinem US-Amtskollegen James Mattis, der während eines halbstündigen Gesprächs das unerschütterliche Engagement der USA für die Verteidigung Südkoreas bekräftigte.

Die Entscheidung für den Aufbau von THAAD hat das Parlament sowie die Bewohner des Landes erzürnt, da ihr weder eine parlamentarische Beratung noch ein öffentlicher Konsens vorangingen.

China und Russland haben sich gegen THAAD ausgesprochen, da es die regionale Kräftebalance stört und den Sicherheitsinteressen der beiden Länder widerspricht. Außenministeriumssprecher Geng Shuang sagte am Montag auf einer regulären Pressekonferenz, dass China den THAAD Einsatz in Südkorea verurteile und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen werde, um seine Sicherheitsinteressen zu wahren. Die USA und Südkorea hätten alle daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen.