DKP in Aktion
0

Wir trauern um unseren Genossen Günter Judick, der am 23. Februar im Alter von 87 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben ist. Mit Günter Judick verliert die DKP einen treuen Kommunisten, der in seiner frühen Jugend
Krieg und Faschismus erleben musste und auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen sein ganzes weiteres Leben unermüdlich dafür gekämpft hat, die Herrschaft des deutschen Imperialismus und Militarismus, die diese Geißeln der Menschheit hervorgebracht haben, durch eine auf Gemeineigentum und die Macht des arbeitenden Volkes gründende Gesellschaftsordnung, den Sozialismus, zu überwinden.

Günter wurde am 15. Dezember 1929 in Tönisheide als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Nach Abschluss der Schule arbeitete er zunächst in Metallbetrieben, später als Redakteur und hauptamtlicher politischer Funktionär. An der Humboldt-Universität in Berlin (DDR) absolvierte er neben seiner beruflichen Tätigkeit ein Fernstudium, das er 1971 als Diplom-Historiker abschloss.

Günter war ein Vorbild für kommunistische Massenarbeit. Er organisierte sich als Metallarbeiter selbstverständlich in seiner Gewerkschaft IGM-Metall und ist ihr bis zu seinem Tode treu geblieben. Viele Jahre wirkte er als Mitglied der Vertreterversammlung der IG-Metall in Velbert, er wirkte in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit mit und stellte ihr seine Fähigkeiten als Historiker zur Verfügung. Ausdruck dafür war auch seine 1991 im PapyRossa-Verlag, Köln erschienene Studie „Ihr sollt die Kraft von dem Verband noch lange Zeiten spüren! Aus 100 Jahren Geschichte der IG-Metall Velbert.“ Neben der Gewerkschaft war Günter in der Naturfreunde-Bewegung aktiv und auch in der Kommunalarbeit. So vertrat er von 1999 bis 2004 die offene Liste der PDS im Stadtrat von Velbert.

Günters politisches Wirken in der kommunistischen Bewegung begann unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges. Schon 1945 wurde er Mitglied der KPD und dann auch der Freien Deutschen Jugend. In beiden Organisationen übte er sowohl während ihres legalen Wirkens als auch nach ihrem Verbot durch das Adenauer-Regime wichtige Funktionen auf verschiedenen Ebenen aus. 1968 wurde Günter Mitglied der neukonstituierten DKP und bald darauf Mitarbeiter im Referat Theorie und marxistische Bildung beim Parteivorstand. Hier hat er aktiv an der Ausarbeitung von Konzepten für die marxistische Bildungsarbeit und deren Umsetzung mitgewirkt, war Autor verschiedener Bildungshefte, insbesondere zu Themen der Geschichte der Arbeiterbewegung. Günter war lange Jahre wegen seiner großen Kenntnisse und seiner geduldigen Art, komplizierte Fragen einfach und verständlich zu erklären, ein gern gesehener Referent in Partei-Versammlungen und an der Karl-Liebknecht-Schule.

Günters Leidenschaft galt der Erforschung und Vermittlung der Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung. Das hat seinen Niederschlag im langjährigen Wirken als Vorsitzender der Geschichtskommission der DKP und in zahlreichen Publikationen als Autor oder Mitautor von Dokumentenbänden, Büchern, Zeitschiften- und Zeitungsartikeln gefunden. Darin hat sich Günter als kritischer und selbstkritischer Geist gezeigt, der um Probleme und dunkle Seiten in der Geschichte der kommunistischen Bewegung keinen Bogen gemacht hat. Dafür stehen u.a. die Einleitungen zu den gemeinsam mit Josef Schleifstein und Kurt Steinhaus herausgegebenen Dokumentenbänden „KPD 1945 – 1968“ sowie zu dem zusammen mit Kurt Steinhaus herausgegebenen Band „Stalin bewältigen. Sowjetische Dokumente der 50er, 60er und 80er Jahre.“

DKP-Bezirksvorstand Rheinland-Westfalen
DKP-Parteivorstand