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Ernst ThälmannAus Anlass des 131. Geburtstages von Ernst Thälmann am 16. April fand in Hamburg vor der dem von den Nazis ermordeten KPD-Vorsitzenden gewidmeten Gedenkstätte eine Kundgebung statt. Hier die Rede des Ersten Vorsitzenden des Kuratoriums Gedenkstätte Ernst Thälmann, Hein Pfohlmann:

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Eppendorferinnen und Eppendorfer,
liebe Freunde,

wir haben uns heute hier vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Thälmann versammelt, um an seinem 131. Geburtstag Ernst Thälmanns zu gedenken. Wir denken heute an Teddy, den Hafenarbeiter, den Kommunisten, den Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft und des Deutschen Reichstages, den Kandidaten zur Reichspräsidentenwahl, den Häftling der elf Jahre in Einzelhaft gehalten wurde, um dann auf persönlichen Befehl Hitlers und Himmlers feige in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1944 auf dem Hof des Krematoriums im KZ Buchenwald, ermordet zu werden.

Woher nahm Ernst Thälmann die Kraft, Folter und Demütigung zu überstehen? Was gab ihm über elf Jahre den Mut, gefesselt, gemartert die Ehre des deutschen Volkes zu verteidigen? War es der Glaube an den Sieg der Roten Armee, oder wie er sagte: »Stalin bricht Hitler das Genick«? War es der Glaube, dass man seine Idee nicht ermorden kann?

Kommunisten wie Ernst Thälmann gehörten zu den ersten, die von den Faschisten eingesperrt wurden, es folgten Sozialdemokraten wie Rudolf Breitscheidt, Christen wie Friedrich Bonnhöfer oder Pastor Martin Niemöller. Die Kommunisten zählten bis zum Schluss zu den erbittertsten Gegnern des faschistischen Regimes, sie zahlten einen hohen Blutzoll in diesem Widerstandskampf.

Ernst Thälmann gehörte und gehört zu den Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, an die sich zu erinnern Verpflichtung sein muss.

Am 3. März 1933 wurde Ernst Thälmann durch einen Denunzianten verraten und in seiner illegalen Wohnung in Berlin verhaftet.

Der Kampf um seine Freilassung vereinte Antifaschisten in der ganzen Welt, in Spanien wurde sein Name in den Internationalen Brigaden zum Ansporn für die bedrohte Spanische Republik und gegen den Franco-Faschismus sowie die deutsche »Legion Condor« zu kämpfen. In Frankreich wurden in kurzer Zeit vier Millionen Unterschriften gesammelt. In New York gingen Tausende auf die Straße, überall hieß es »Freiheit für Thälmann«!

Thälmanns Name, seine Kraft und sein Mut unterstützte auch die Gefangenen des KZ Buchenwald bei ihrer Selbstbefreiung vor 72 Jahren im April 1945.

Sein Name darf auch bei den Kämpfen der Gegenwart nicht fehlen. Zum 72. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, den wir in diesem Jahr begehen, gehören auch der Name Ernst Thälmann und der vieler anderer Kommunisten und Antifaschisten, die für die Befreiung des Faschismus an der Seite der Sowjetarmee im Nationalkomitee Freies Deutschland gekämpft haben.

Die Gedenkstätte Ernst Thälmann und die Mitglieder ihres Kuratoriums werden auch weiterhin zu tagespolitischen Themen Stellung nehmen, sei es bei den Aktionen der Friedensbewegung, bei den Ostermärschen oder durch die Teilnahme an Demonstrationen gegen Naziaufmärsche. Das Auftreten der Rechten am 1. Mai auf dem Hamburger Gänsemarkt muss verhindert werden. Der Erste Mai bleibt der Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterklasse!

Wir wenden uns im 72. Jahr der Befreiung vom Faschismus genauso auf das Schärfste gegen Versuche, die Verbrechen des Faschismus zu relativieren oder die Geschichte nach der sogenannten Wende von 1989 neu zu schreiben. Die jetzige Anti-Russland-Propaganda, die Verleumdung und Beleidigung des Präsidenten des Landes, das mit seiner Armee maßgebend zur Befreiung Europas beigetragen hat, muss endlich beendet werden.

Infolge der sogenannten Wende verschwand der Name Thälmann aus Geschichtsbüchern, von Schulen, Kasernen und Straßenschildern. Diese Form der Geschichtsbereinigung betraf aber nicht nur Thälmann, sondern viele Kommunisten, aber auch andere Antifaschisten, die im Kampf gegen den Hitlerfaschismus ihr Leben ließen.

Diesen Mann und andere Antifaschisten zu ehren, heißt nicht nur, heute an ihren wenn überhaupt noch vorhandenen Denkmälern Blumen niederzulegen. Thälmann zu ehren heißt eben auch, sich dafür einzusetzen, dass rechten Parteien wie der AfD der Einzug in die Parlamente nicht gelingt.

Antifaschisten zu ehren bedeutet, Rassismus und rechten Parolen, ob sie Pegida oder sonstwie –ida heißen, die Stirn zu bieten und sich mit den Opfern neofaschistischer Gewalt zu solidarisieren.

Gedenken wir Ernst Thälmann, der Soldat im Ersten Weltkrieg sein musste, indem wir uns für eine friedliche Lösung von Konflikten einsetzen. Deutsche Soldaten haben in Mali genauso wenig zu suchen wie in Afghanistan oder anderen Ländern. Und das gilt natürlich auch für Syrien und die Ukraine! Wir sind nicht bereit, eine Verteidigung am Hindukusch, oder anderswo zu unterstützen.

Getreu den von Thälmann geprägten Worten »Gedenktage sind nur von Bedeutung, wenn sie auch in die Gegenwart ausstrahlen« nutzen wir den heutigen Tag, um an seine Taten im Kampf gegen den Faschismus zu erinnern und in seinem Sinne auch für die Aufhebung des seit 1956 immer noch bestehenden Verbots der Kommunistischen Partei Deutschlands einzutreten.

Wir beenden die Kundgebung mit dem gemeinsamen Singen der »Internationale«.

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