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19.04.2017
German.China.org

Chinas Außenministerium hat Japan für seine Änderung der Lehrpläne in Schulen kritisiert. Dort soll Adolf Hitlers Autobiographie „Mein Kampf“ im Unterricht verwendet werden dürfen. „Faschismus und Militarismus müssen gründlich ausradiert werden“, hieß es in einer Stellungnahme Beijings. Japan sollte seinen jungen Bürgern „den richtigen Blickwinkel auf die Geschichte“ lehren, sagte Ministeriumssprecher Lu Kang am Dienstag.

Die japanische Regierung hatte das Buch am Freitag zur Verwendung im Schulunterricht genehmigt und damit die Sorge vor einer zunehmenden Militarisierung des Landes angefacht. Die Verwendung des Werkes solle sich jedoch lediglich auf die „hilfreichen und angemessenen“ Textpassagen beschränken, stellte das Regierungskabinett klar. Die Schulen können ab sofort selbst entscheiden, ob sie das Buch verwenden wollen oder nicht.

„Die ganze Welt hat eine klare Vorstellung davon, um was für eine Art Buch es sich bei Hitlers ‚Mein Kampf‘ handelt“, sagte Lu Kang. „Trotzdem hat sich die japanische Regierung dafür entschieden, dieses Buch als Lehrmaterial für heranwachsende Schüler zu verwenden. Dieser Schritt hat in Japan große Besorgnis ausgelöst, was ich gut verstehen kann“, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Zeitungsberichts soll das Buch als Unterstützung eingesetzt werden, um bestimmte historische Zusammenhänge wie den Zweiten Weltkrieg besser erklären zu können. Die japanische Regierung verbot jedoch die Verwendung zum Zwecke der Rassendiskriminierung.

Bereits Anfang des Monats hatte die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe entschieden, das „Imperial Rescript on Education“ aus dem 19. Jahrhundert wieder in den Klassenzimmern des Landes einzuführen. Die Schrift ist eine Sammlung erzieherischer Werte und Prinzipien der Vorkriegszeit.

„Mein Kampf“ erschien erstmals 1925. Das Buch ist die politisch-programmatische Autobiographie des späteren Reichskanzlers Adolf Hitler. Es wurde 1945 verboten und wird in Deutschland erst seit 2016 wieder in einer kommentierten Ausgabe verlegt.