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SDAJ Bochum
3. Mai 2017

Pressemeldung der SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) Bochum
zu Werbematerialien der Bundeswehr an der Nelson-Mandela-Schule in Bochum-Langendreer.

Nach Angaben von SchülerInnen der Nelson-Mandela-Schule sind im Schulsekretariat große Mengen an Collegeblöcken von der Bundeswehr angekommen. „Wahrscheinlich sollen diese bald an uns die SchülerInnen ausgeteilt werden“, vermutete eine Schülerin der Sekundarschule.
Auf der Titelseite des Collegeblocks wirbt die Bundeswehr mit dem Slogan: „Nach der Schule liegt dir die Welt zu Füssen. Mach sie sicherer.“ Auf der Innenseite wird spekuliert ob ein echter Kamerad nicht mehr wiegen würde als 1.000 Freunde im Netz.

Die SDAJ Bochum kritisiert die Bundeswehr für ihre Werbemaßnahmen an Schulen und fordert die Schulleitung auf die Materialien nicht auszuteilen. „Minderjährige mit Werbegeschenken für den Soldatenberuf zu werben, finden wir besonders perfide“, meint Eric Young, Vorsitzender der Bochumer SDAJ Gruppe. „Hinzu kommt, dass es an öffentlichen Geldern für Schulen und Ausbildungsplätze mangelt, jedoch nicht, wenn es der Rekrutierung von SoldatInnen dient – es wird deutlich, dass ausreichend Geld vorhanden ist.“ Die SDAJ Bochum sieht in der Werbeoffensive der Bundeswehr eine massive Militarisierung der Gesellschaft. Durch Werbeplakate, Anzeigen in Jugendzeitschriften und Schulmaterial werden die SchülerInnen einseitig beeinflusst. Der Dienst an der Waffe als ein Beruf unter vielen, und Kriege als Normalität dargestellt.

In den vergangenen Jahren haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland Proteste gegen Bundeswehrwerbung an ihren Schulen organisiert, nun setzt die SDAJ auch auf Engagement an der Nelson Mandela Schule seitens der SchülerInnen. Sie fordert außerdem Schulleitung und Stadtverwaltung dazu auf, die Collegeblöcke umweltgerecht zu entsorgen und allen SchülerInnen kostenloses Schreibmaterial, ohne Werbung für eine Armee im Auslandseinsatz, zur Verfügung zu stellen. Sie fordert alle demokratischen Kräfte in Bochum dazu auf sich ebenfalls entsprechend zu positionieren.

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