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Der Fall des terrorverdächtigen Oberleutnants der Bundeswehr geht zur Zeit durch die Medien. Es wird spekuliert, dass er Hintermänner hat, Teil eines faschistischen Netzwerks in der Bundeswehr ist. Tatsächlich ist er ein Auswuchs der Verflechtung der Bundeswehr mit der faschistischen Wehrmacht. Die Bundeswehr wurde von Nazigenerälen aufgebaut, zu ihrer „Traditionspflege“ gehört bis heute, dass Einrichtungen der Bundeswehr nach Nazi-Offizieren benannt sind. Ein Beispiel:

Der Name beleidigt die Toten – immer noch!

Von Georges Hallermayer

Französische Antifaschisten sind empört über den Namen „Karl Theodor Molinari“, den die Bildungseinrichtung für Bundeswehrsoldaten trägt. Die „gemeinnützige“ Stiftung des  Bundeswehrverbandes treibt Weiterbildung auch an der französischen Elite-Militärakademie St. Cyr in der Bretagne, an der Franco A. seine nunmehr als faschistoid eingestuften Studien betrieb. Ministerin von der Leyen könnte hier den Besen ansetzen, die unselige faschistische Traditionspflege auszukehren.

Der Deutsche Bundeswehrverband DBwV betreibt seit über 25 Jahren die Karl-Theodor-Molinari-Stiftung als Bildungswerk. Rene Vissè (77), ein französischer kommunistischer Politiker aus den Ardennen, ist empört: „Der Name beleidigt die Toten“, zitierte ihn die regionale Tageszeitung L‘Union am 22. August 2014. Und René Vissé schrieb an den französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, denn „der Skandal dauert schon viel zu lange“, leider ohne Antwort.

Schon am 30. Juli 2014 schrieb René Vissé an den französischen Verteidigungsminister: “Diese Stiftung organisiert oder ko-organisiert mit Euromil, geleitet von (dem belgischen Offizier, G.H.) Emmanuel Jacob,  Seminare zu Problemen der Zivilgesellschaft und Verteidigung“ auch in Frankreich. Auf diese Seminare nehmen die Bundeswehrverbandsvertreter Einfluss, die den Kriegsverbrecher Molinari verehren.. René Vissé: „Das geringste, was wir ohne jeden Zweifel erwarten können, ist aus Respekt und Ehrerbietung den Massakrierten von Manises und der Gesamtheit der Resistance gegenüber die Elimination dieser Stiftung wie auch eine ernste Untersuchung der ideologischen Natur der Ziele, die diese Stiftung wie auch Euromil bis heute verfolgt.“

Kasernennamen der Bundeswehr kamen in den letzten Jahren ins Gerede, manche wurden geändert. Die Benennung der Kasernen liegt juristisch bei den Soldaten, klärte 1999 Vizeadmiral Hans Frank, stellvertretender Generalinspekteur, die beim Bundeswehrverband versammelten Generale und Obersten sowie Spitzenbeamten auf.

Pikanterweise gehört auch Karl-Theodor Molinari (1915-1993), Namensgeber für die gleichnamige Stiftung, die 1999 das Traditions-Forum ausgerichtet hatte, zu den Gründern des Bundeswehrverbandes. Er war nicht nur Ritterkreuzträger – den Orden erhielt er für seine „Tapferkeit“, so der Oberst Gertz von der Stiftungsleitung -, sondern auch Korpschef der Bundeswehr in Mainz.

Über den Namensgeber teilte der DBwV mit, dass Molinari Generalmajor der Bundeswehr und der erste Bundesvorsitzende des Verbandes war. Dass Molinari im Juni 1944 als Kommandeur eines Panzerregiments in einem Wald nahe Les Hauts Buttés in den Ardennen 106 französische Resistance-Kämpfer erschießen ließ und deswegen 1951 in Frankreich in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde, erwähnt beim DBwV niemand. Was der Oberst auch vergaß: Molinari mußte einst aus dem Verkehr gezogen werden, weil er in Belgien und Frankreich wegen Kriegsverbrechen gesucht wurde.

René Vissé gibt auch mit 77 Jahren keine Ruhe. Fünfmal in den Generalrat von Monthermé (Ardennes) gewählt, vertrat er bis 2004die Interessen der kleinen Leute, während drei Jahre auch als Abgeordneter in der Nationalversammlung. Er verschrieb sich besonders dem  französischen Widerstand – sein Vater wurde von den Nazis deportiert. Deshalb sein Engagement gegen den Namen Molinari.

Er stützt sich auf eine Studie von Roland Pietrini, der aus Gründen der Ethik wie des einfachen Respekts vor den Opfern die Frage erhebt, ob es wirklich notwendig sei, „dass eine Stiftung noch einen Namen trägt, der durch den starken Verdacht beschmutzt ist, an einem Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein, selbst wenn es der Name des Gründers ist …  Pardon verhindert weder die Erinnerung noch macht es das Leiden das Leiden jener vergessen, die in Juni 1944 bestialisch ermordet wurden. … Die deutsch-französische Freundschaft verlangt nur ein Verhalten, das des Respekts vor der Erinnerung“.

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