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Protest gegen BundeswehrEin Streifzug durch die Deutsche Militärzeitschrift

In der offiziell neutralen Republik Österreich wird, jedenfalls in den Bahnhofskiosks, die in Deutschland gedruckte Deutsche Militärzeitschrift (DMZ) zum Verkauf angeboten. Das Heft Mai / Juni 2917 ist eine unverhüllte Dokumentation des ökonomischen, politischen und militärischen Anspruchs der Bundesrepublik Deutschland als Hauptmacht des imperialistischen Europas.

Unter >Nachrichten aus Deutschland< (Seite 14) wird über den Rekordumsatz bei Rheinmetall berichtet: >Im Jahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro und steigert sich damit gegenüber dem Vorjahr um stolze acht Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 23 Prozent auf 353 Millionen Euro. Damit ist es vor allem die Rüstungssparte, die dem Unternehmen wieder Geld einbringt. […] Im ersten Quartal 2017 konnten bereits große Aufträge an Land gezogen werden, beispielsweise die Belieferung der US-Luftwaffe mit Munition für deren F-35-Kampfflugzeuge. Außerdem wurde mit dem amerikanischen Rüstungsunternehmen Raytheon ein Kooperationsvertrag abgeschlossen.<

Der Bericht über die süddeutsche Firma Heckler & Koch, die das neue Gewehr HK 433 entwickelt hat, stellt dessen spezielle Munitionsinnovation für den Einsatz in Afghanistan vor: >Künftig soll es auch Gewehre des Herstellers im Kaliber .300 ‚Blackout‘ geben. […] Das Kaliber .300 ‚Blackout‘ wurde nach der anhaltenden Kritik an der Durchschlagskraft der 5,56-mm-Munition entwickelt, vor allem bei Einsätzen von Spezialkräften beispielsweise in Afghanistan erwies sich diese als zu schwach<. Das deutsche Aggressionspotential wird durch den Kauf der US-amerikanischen Aufklärungsdrohne >Triton< – Drohnemorde! – begleitet.

Es überrascht nicht, dass unter der Überschrift >Nachrichten aus Deutschland< notiert wird, dass ein „Jagdkommando im Mittelmeer“ im Einsatz ist: >Seit dem 2. März sind Elitesoldaten des österreichischen Bundesheeres im Mittelmeer im Einsatz<, und zwar auf dem deutschen Tender >MainNachrichten aus Deutschland< stehen nicht isoliert. Umgeben sind sie von Wehrmachtsberichten und Angeboten von dazu gehöriger (SS-) Literatur. Fast randständig wird angezeigt, dass die EU ein Zentrum für >Militärische Planungs- und Führungsfähigkeit< errichtet hat. Dazu: >Im Berliner Benderblock knallen die Korken<. Was für ein Verhöhnung der deutschen Widerstandskämpfer der Wehrmacht! Ursula von der Leyen meint, die Wehrmachtstradition dürfe keine Bedeutung haben. Aber sie ist tragender Teil deutschen Geschehens in der Gegenwart und dient der praktischen Vorbereitung für den dritten Weltkrieg, in dem wir, auch nach Auffassung von Papst Franziskus, bereits sind. Die Beschwörung des friedlichen Europas ist tatsächlich nur ideologischer Kitt.

Gerhard Oberkofler