DKP in Aktion
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Michael Götze, Bezirksvorsitzender der DKP Hamburg, erläutert, wie es zu den Fragen um die Bundestagskandidatur von Esther Bejarano für die DKP gekommen ist. Esthers Erklärung bringen wir im Anschluss im Wortlaut.

Die Kandidatur der DKP zu den Bundestagswahlen 2017 ist inzwischen vielen Menschen bekannt geworden. Auch in Hamburg tritt die DKP mit einer Landesliste an und befindet sich im Endspurt der Sammlung der nötigen Unterstützungsunterschriften. Weniger bekannt war bisher die Zusammensetzung unserer Landesliste, die anfänglich aus vier Kandidat/inn/en bestand. Unsere Genossin Esther Bejarano zog aus gesundheitlichen Gründen bereits Anfang des Jahres ihre Kandidatur von der Landesliste zurück.

Ein Interview in der österreichischen „Kleinen Zeitung“ hatte dabei kürzlich Fragen zu ihrer Kandidatur aufgeworfen. Da uns zahlreiche Nachfragen aus dem gesamten Bundesgebiet dazu erreichten, hielten wir es für sinnvoll, dazu Stellung zu nehmen.

In einem sehr entspannten, freundschaftlichen und ernsthaften Gespräch über diese konkrete Angelegenheit als auch über ihre diversen musikalischen und antifaschistischen Aktivitäten, über die Notwendigkeit der Herstellung und Unterstützung breiter antifaschistischer Bündnisse und anderes mehr hat Esther die nachfolgende Erklärung abgegeben.

Gemeinsam sind wir der Auffassung, dass die Fragen hinsichtlich ihrer Kandidatur damit geklärt sind und wir den Fokus weiterhin auf die notwendigen politischen Aktivitäten richten können: Gegen alte und neue Nazis – Für Frieden, Arbeit und Solidarität.

Michael Götze

Bezirksvorsitzender DKP-Hamburg

 

Erklärung von Esther Bejarano zur Frage der Kandidatur auf der Liste der DKP-Hamburg  zu den Bundestagswahlen

Die DKP-Hamburg hatte mich auf einer Bezirksmitgliederversammlung 2016 als Kandidatin für die Bundestagswahl auf der Landesliste aufgestellt, wobei sie mein Einverständnis aufgrund meiner Unterschrift auf einem dafür vorgesehenen Formular vorausgesetzt hatte. Nun sorgte ein am 19.05.17 veröffentlichtes Interview mit mir in der „Kleine Zeitung“ aus Österreich für Aufregung und Nachfragen, nicht zuletzt beim Hamburger Landeswahlleiter. Zu meiner Kandidatur soll ich dort gesagt haben, ich sei nicht gefragt worden. Das ist falsch. Ich habe der Kandidatur zunächst zugestimmt. Es stimmt, dass ich Bedenken hatte, weil ich, wenn ich meinen Namen hergebe, auch etwas aktiv dafür tun will. Dafür bin ich aber zu viel unterwegs. Hinzu kommt, dass mein Kuba-Aufenthalt mich gesundheitlich angeschlagen hat. Ich hatte meiner Partei bereits im Februar auch gesagt, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Kandidatin zur Bundestagswahl auf der Liste der DKP Hamburg zur Verfügung stehe.  Wir waren und sind uns einig, dass es richtig ist, meine Kraft auf meine antifaschistischen und künstlerischen Aktivitäten in diesem Land und international zu konzentrieren.  Es gab schon immer Diskussionen darüber, ob eine Eigenkandidatur der DKP in der jeweiligen Zeit sinnvoll ist. Völlig unstrittig ist die absolute Notwendigkeit, alle Kräfte gegen Kriegspolitik, Neofaschismus, Antisemitismus und Rassismus, sowie Sozial- und Demokratieabbau zusammen zu führen.  Mir ist wichtig, dass Menschen gemeinsam gegen die Rechtspopulisten und Nazis aktiv sind, und zwar unabhängig von der eigenen Mitgliedschaft in einer Partei. Ich bin bereit, mit jedem gegen menschenverachtende Ansichten zu kämpfen, auch wenn er in der CDU oder sogar in der CSU ist. Auch darin bin ich mir mit meiner Partei einig.

Esther Bejarano

Hamburg, 25.05.2017