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Gestern, 31. Mai 2017, wurde ein aus Afghanistan stammender Schüler mit Polizeigewalt aus einer Nürnberger Berufsschule geholt. Er soll nach Afghanistan abgeschoben werden. Afghanistan ist ja ein „sicheres Herkunftsland“ ( Innenminister de Maizière ). Zur selben Zeit zeigte ein verheerender Bombenanschlag in Kabul, wie „sicher“ das Land ist – über hundert Tote und über 500 Verletzte. Schwer beschädigt wurde auch die deutsche Botschaft. „Rückführungen“ nach Afghanistan wurden vorübergehend ausgesetzt – keineswegs wegen der Gefahr, der die Deportierten in ihrem Herkunftsland ausgesetzt sind, sondern mit der zynischen Begründung, den deutschen Botschaftsangehörigen sei es derzeit nicht zuzumuten, dass sie sich um die Deportierten kümmern.

Mitschüler des Verhafteten versuchten, den Abtransport Assifs zu verhindern. Sie wurden von der Polizei brutal weggeprügelt. – Menschenrechte in Deutschland!

Heute, 1. Juni 2017, findet in München eine Protestkundgebung vor dem bayerischen Kultusministerium statt. Solidarität ist gefragt!

Die SDAJ auf facebook am 31. Mai:
„Heute Morgen wurde Assif, ein Schüler aus einer Nürnberger Berufsschule verhaftet. Etwa 200 Mitschülerinnen und Mitschüler versuchten, die Abschiebung des jungen Afghanen zu verhindern. Erfolglos: Ihre Sitzblockade wurde von einem massiven Polizeiaufgebot mit Hunden und unter Schlagstockeinsatz aufgelöst. Festnahmen zur Abschiebung aus dem Unterricht sind kein Einzelfall, ähnliche Vorfälle sind uns auch aus anderen Berufsschulen zum Beispiel aus Kelheim bekannt.“
Nur wenige Stunden später in Deutschland:
Ein 20-jähriger Berufsschüler afghanischer Herkunft wird in Nürnberg von Polizeibeamten aus dem Klassenzimmer geführt, weil er zurück in seine Heimat abgeschoben werden soll. Denn die Bundesregierung wie auch die etablierten Partein waren in letzter Zeit nicht müde zu betonen das es sich bei Afghanistan um ein „sicheres Herkunftsland“ handelt. So sicher das sich dort alle paar Wochen große Anschläge ereignen, deutsche Soldaten lieber im Stützpunkt bleiben und SPD-Politiker Steinmeier in der Vergangenheit beim Besuch des Landes mit Schutzweste und Stahlhelm unterwegs war.

Auch im Falle des Berufsschülers wird sich aufgrund des Anschlags von heute Morgen wohl keiner im Kanzleramt oder in einer der Landesregierungen dazu bewegen die Abschiebepraxis der letzten Monate und das gebetsmühlenartige Predigen vom sicheren Herkunfstland aufzugeben.

Die Mitschüler des Betroffenen sind es letztlich, die dagegen Widerstand leisten. Sie versammelten sich vor der Schule, um den Streifenwagen in dem sich ihr Kollege befindet an der Weiterfahrt zu hindern. Spontan kamen immer mehr Leute hinzu und mittlerweile blockieren bis zu 300 Personen das Gelände. Die Polizei geht bereits gegen die Blockade vor und versucht mit Gewalt den Protest aufzulösen. https://www.youtube.com/watch?v=pIbtvUOV43k

Wir forden einen sofortigen Stopp aller Abschiebungen! Kein Mensch ist illegal!

Am morgigen Donnerstag soll eine Kundgebung vor dem Bayerischen Kultusministerium in München stattfinden. Dort wollen Demonstranten gegen die Abschiebung und das Vorgehen der Polizei am Mittwoch demonstrieren (Quelle: nordbayern.de) Kommt vorbei!

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