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Pendler-Rekord

Frankfurt am Main, 01.08.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert angesichts der wachsenden Pendlerzahlen stärkere Anstrengungen im Wohnungsbau und bessere Arbeitsbedingungen. „An der steigenden Zahl der Pendler zeigen sich exemplarisch Fehlentwicklungen in Deutschland.“

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum bildet in Verbindung mit niedrigen Löhnen und Befristungen einen problematischen Mix. Menschen werden sozial wie räumlich an den Rand gedrängt. Sie müssen überlange Arbeitswege auf dazu völlig überlasteten Straßen ertragen, während eine kleine Schicht Wohlhabender die citynahen einstigen Arbeiterstadtteile für sich in Anspruch nimmt“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen in den Ballungszentren. Das heißt, jährlich müssen mindestens 400 000 Einheiten gebaut werden. Gleichzeitig müssen wir aber auch das Befristungsunwesen stoppen. Die Menschen brauchen Zukunftssicherheit. Wer fürchten muss, in wenigen Wochen wieder einen neuen Job suchen zu müssen, zieht selbst dann nicht um, wenn er in Arbeitsplatznähe eine Bleibe finden sollte. Die Arbeitsmarktflexibilisierung ist hier völlig aus dem Ruder gelaufen. Sie passt mit den Rahmenbedingungen, in denen viele Menschen leben, hinten und vorn nicht mehr zusammen.“

Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung von gestern ist die Zahl der Pendler im vergangenen Jahr von rund 18 auf 18,4 Millionen gestiegen. Dazu wächst die Distanz, die Betroffene zurücklegen müssen. Experten warnen vor gesundheitsschädlichen Folgen des durch das Pendeln verursachten Stresses.

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