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Mehrere hundert Pflegekräfte des Uni-Klinikums Gießen/Marburg demonstrierten heute kampfbereit für die Einstellung von mehr Pflegekräften, nicht nur, weil sie mit der permanenten Überlastung an ihre Grenzen stoßen, sondern auch im Interesse der Patienten. 800 Pflegekräfte fehlen derzeit am UKGM. Die verbindliche Einführung eines Personalmindesstandards ist unumgänglich.

Von der Klinikstraße zog die Demo lautstark über die Frankfurter Straße durch die Innenstadt bis zum Kirchenplatz, wo um 11 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand.

Auch die DKP bekundete ihre Solidarität mit einem Redebeitrag von Michael Beltz, in dem er u.a. ausführte: „Vor den Wahlen wird gelogen – nach den Wahlen wird betrogen. Wir brauchen keine Obergrenze, für das Pflegepersonal brauchen wir eine Untergrenze. Die Asozialen sind nicht die, die hier auf dem Kirchenplatz mal ein Bier trinken, sondern die, die ihre Profite durch Waffengeschäfte und aus privatisierten Krankenhäusern herausholen. Getötet werden Menschen durch Waffen, durch Hunger und durch mangelnde Gesundheitsvorsorge.“

Das Solidaritätsschreiben des DKP-Kreisvorstands war bald verteilt – die Anzahl von 400 war für die vielen Anwesenden zu gering:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auch an Eurem zweiten Warnstreik grüßen Euch die Mitglieder der DKP Gießen und versichern ihre Solidarität in Eurem Kampf um Verbesserung Eurer Arbeitsbedingungen.
Wie dramatisch der Pflegenotstand ist, hat gerade die Deutsche Stiftung für Patientenschutz (DSP) deutlich gemacht indem sie veröffentlichte, dass die Belastung des Pflegepersonals heute um 34% höher liegt als vor 25 Jahren. Es müssen dringend mehr Stellen eingerichtet werden, die verbindliche Einführung eines Personalmindeststandards ist unumgänglich. Dies liegt nicht nur in Eurem Interesse, sondern auch im Interesse der Patienten – und wir alle können irgendwann auf eine gute Pflege angewiesen sein.
Die Geschäftsleitung der UKGM mauert, ihr geht es einzig um den Profit. In keiner anderen Uniklinik in der BRD wird ein so großer Teil der Einnahmen, die eigentlich für die Krankenversorgung bestimmt sind, für Gewinn, Zinsen und Tilgung abgezweigt wie hier. 800 fehlende Stellen sind das Ergebnis. Die Geschäftsleitung muss zu Verhandlungen gezwungen werden, an deren Ende eine deutliche Verbesserung der Personalsituation stehen muss.
In diesem Sinne betrachten wir Euren Kampf als unseren Kampf. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um auch öffentlich für Eure berechtigten Forderungen an den Rhön-Konzern einzutreten.
Das UKGM muss wieder vom Land Hessen zurückgekauft werden.
Wir unterstützen Euren Streik und wünschen Euch viel Erfolg.
Mit solidarischen Grüßen
DKP – Kreisvorstand Gießen

Quelle: Gießener Zeitung, Michael Beltz

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