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6900 Stellen in Gefahr
Diese Zahl nannte die Konzernleitung, als sie am 16. die Pläne offenlegte. 6900 Stellen, 3500 davon in Deutschland. Zwar sollen diese Streichungen nach Personalleiterin Janina Kugel „so sozialverträglich wie möglich“ ablaufen, jedoch bleibt abzuwarten wie das ganze umgesetzt werden soll. Manche Standorte sollen auch komplett gestrichen werden, wie Leipzig, Görlitz, Offenbach und das „Dynamo“ Werk in Spandau. Und auch sonst soll massiv abgebaut werden. Besonders davon betroffen sind die Bereiche der Energieversorgung (PG, PS) und der Antriebstechnik (PD). Wichtig hierbei ist auch, dass die Zahl 6900 sich auf Vollzeitstellen bezieht, sprich mehr Leute entlassen werden, wenn Teilzeitkräfte entlassen werden.

Geld ist da, halt nicht für die Belegschaft
Doch warum wird überhaupt abgebaut? Der Grund hierfür liegt in der Prognose, dass die entsprechenden Bereiche 2018 weniger Gewinn erwirtschaften, als 2017 und man dementsprechend personell zurückstecken müsse. Die entsprechenden Bereiche hatten jedoch 2017 eine Marge von über 10% und auch nach der neuen Prognose würden die Bereiche – selbst wenn man alle Mitarbeiter weiterbeschäftigt und alle Standorte aufrecht erhält – Gewinn machen. Hinzu kommt, dass Kaeser erst im Oktober auf der Jahreshauptversammlung einen Rekordgewinn für den Gesamtkonzern von 6,2 Mrd Euro verkündet hatte. Es werden also Leute entlassen um den Aktionären ein paar Euro mehr in die Kasse zu spielen.

Wir sitzen alle im gleichen Boot
Der erneute Stellenabbau bei Siemens kommt nicht überraschend.
Er reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, die in den letzten Jahren ergriffen wurden, um das Unternehmen zu verschlanken. So wurden Bereiche, die man nicht mehr benötigt hat vor die Tür gesetzt, wie z.B. Healthcare (heute Healthineers), WindPower (heute Gamesa) oder jüngst Mobility (demnächst Siemens-Alstom). Und auch sonst sieht es bei Siemens alles andere als rosig für die Belegschaft aus. Die GS-IT kämpft seit Jahren gegen den Personalabbau, die Azubizahlen gehen seit Jahren zurück und tarifliche Instrumente wie Altersteilzeit werden in erster Linie dazu genutzt Stellen nicht mehr neu besetzen zu müssen. Es ist an der Zeit sich divisionsübergreifend zu wehren. Niemand weiß wo als nächstes gespart wird.

Solidarität endet nicht am Werkstor!
Der Kampf um Arbeitsplätze bei Siemens endet nicht bei den Angestellten der Siemens AG. Überall auf der Welt sind Zulieferer und Dienstleister von Siemens abhängig. Stellenabbau bei Siemens bedeutet auch Stellenabbau bei diesen Firmen.

Was kann man dagegen tun?
Der erste Schritt ist immer: Sprich mit deinen Kolleginnen und Kollegen. Wenn du das getan hast, halte nach Aktionsmöglichkeiten Ausschau. Die lokalen Betriebsratsgremien der betroffenen Standorte laufen, unterstützt von der IG Metall, bereits Sturm gegen die geplanten Maßnahmen. In Berlin wurde eine Menschenkette um das von der Schließung bedrohte „Dynamo“ Werk gebildet und auch an anderen Orten fanden Aktionen gegen den Stellenabbau statt. Solche Aktionen sind eine gute Möglichkeit der Konzernleitung zu zeigen, was man vom Stellenabbau hält, zumal die Schlagkraft solcher Aktionen von der Anzahl der Beteiligten abhängt. Auch gibt es für solche Aktionen keinen Masterplan. Es ist sowohl möglich sie während der Arbeitszeit zu machen, wenn man in erster Linie das Management ansprechen will, als auch sie außerhalb der Arbeitszeit zu machen, wenn man einen Zeitpunkt wählt, zu dem die Öffentlichkeitswirksamkeit am höchsten ist.

Flugblatt der SDAJ

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