Nachrichten
Zeige alle Artikel von oeffentlichkeitsarbeit
0

Die Beschäftigten der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Seit 5 Wochen streiken sie für ihre Zukunft.
Es geht um 1.500 Arbeitsplätze, um Existenzen, es geht um die Familien und die Zukunft der Kinder. Es geht um einen Sozialplan, der den totalen Absturz abfedern soll.
Die Entwicklung von Halberg Guss ist realer Kapitalismus live. Über viele Jahre gute Profitquelle, dann 2009 in Folge der Automobilkrise Insolvenz. Dann die Übernahme durch die niederländische Private-Equity-Gesellschaft HTP Investment, dessen Geschäft es ist, insolvente Unternehmen für einen „Knopf und Klicker“ zu bekommen und das Geld seiner Anleger zur profitablen Verwertung anzulegen.
2018 erfolgte die Übernahme durch die Prevent-Gruppe. Nun hat sich die Situation für die Beschäftigen in Saarbrücken und Leipzig weiter zugespitzt. Hintergrund ist eine Gemengelage aus Spekulation, verschärfter Konkurrenz auf dem Automobilzulieferermarkt, Druck durch Großkonzerne wie VW, Profitstreben, Erpressung und Heuschreckenverhalten.
Prevent hat einen Konflikt mit ihrem Hauptkunden VW angezettelt und will ihn auf dem Rücken der Belegschaft austragen: Das Werk in Leipzig mit 600 Beschäftigten soll dicht gemacht und am Standort Saarbrücken die Massenentlassung von 300 Beschäftigten durchgesetzt werden. Und was die Zukunft des Werkes in Saarbrücken angeht, ist lediglich von einer Beschäftigungsgarantie bis Ende 2019 die Rede.
Damit war die Geschäftsgrundlage für den sog. Zukunftsvertrag hinfällig, in dem die Belegschaft nach Ende der Insolvenz viele Vorleistungen für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze erbracht hat. Zu Recht hat die IG-Metall und der Betriebsrat den Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt. Sie fordert für Saarbrücken und Leipzig einen Sozialtarifvertrag für alle Beschäftigte und die Einrichtung eines Fonds, damit Vermögen im Betrieb bleibt und Geld für mögliche Abfindungen gesichert ist.
Die Knebelpolitik der Automobilkonzerne, nicht nur von VW, gegenüber ihren Zulieferern ist ebenfalls ein Faktor in dieser Auseinandersetzung. Sie ist Ausdruck der Krise in der Branche, die darauf reagiert, in dem sie den Kostendruck auf Personal und Zulieferer abwälzt.
Die Zulieferindustrie ist ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette, in der Lieferkette der monopolisierten Autoindustrie meist aber das schwächere Glied: abhängig von den großen OEM (Fahrzeughersteller), krisenanfälliger, für Investoren oftmals leichte Beute für den schnellen Profit. Wer nicht zu den großen in dieser Branche gehört, läuft Gefahr unter die Räder zu kommen. Es setzt sich der bekannte kapitalistische Wahnsinn durch: Wenn der Druck auf Kosten und Preise nicht mehr weiter gegeben werden kann, beschleunigt dies die Konzentrationsprozesse.
NHG ist ein traditionsreiches Unternehmen und das zweitgrößte Industrieunternehmen in Saarbrücken. Mit dem Aus von Halberg würden weitere industrielle Arbeitsplätze und ein wichtiger Ausbildungsbetrieb verloren gehen. Dies in einer Situation, in der Arbeitsplatzabbau ein tagtäglicher Vorgang im Saarland ist: Eberspächer in Neunkirchen, ABB/Alstom Power in Bexbach, Schmiede in Völklingen, usw…
Nicht abzuschätzen sind die weiteren negativen Auswirkungen der krisenhaften Entwicklung in der kapitalistischen Weltwirtschaft, von Handels- und Absatzkriegen. Hinzu kommt der beschleunigte Umbau der Automobilindustrie nach Konzernherrenart in Richtung Elektroauto und die schnelle Anwendung von Industrie 4.0. Besonders für das Saarland mit seinen fast 50.000 Beschäftigten in der Automobilindustrie ziehen dunkle Wolken für die Zukunft der Arbeit auf.
Dies alles ist bekannt. All diese Gefahren müssten doch Nachdenklichkeit, Schlussfolgerungen, geeignete Maßnahmen in Wirtschafts- und Landespolitik, konsequentes und rasches Handeln auslösen.
Zuerst heißt dies den Arbeitenden die ganze Wahrheit zu sagen und alles auf den Tisch zu legen.
Dazu gehört nach Auffassung der KommunistInnen, festzustellen, dass diese Entwicklungen Ergebnisse kapitalistischen Wirtschaftens im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen sind. Im Mittelpunkt stehen dabei die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln und das Streben nach Maximalprofiten. Solange die sogenannte „soziale Marktwirtschaft“ und der kapitalistische (Verteilungs‑)Markt als alternativlos „vergöttert“ werden, sind Sackgassen Realität.
Wie handelt vor diesem Hintergrund die Landesregierung aus CDU und SPD? Parteien, die einmal das „C“ im Namen haben und anderseits die SPD, die von sich behauptet, die Zukunftsinteressen der Arbeitenden zu vertreten?
Unsere Wertung: Diese Landesregierung handelt nach der neoliberalen Richtschnur, gepaart mit Ohnmacht und ständigem Einknicken. Da bleiben höchstens noch die Moderatorenrolle und eine dargestellte Betriebsamkeit, die in der Sache nichts bringt. Die Groko regiert mit „Weiter so“.
Besonders dramatisch ist dies angesichts wirtschaftlicher Monostruktur und verlängerter Werkbank für die Zukunft der Arbeit im Saarland. Wann folgt auf den Eid, den Minister und Regierungschef geschworen haben „Schaden von den SaarländerInnen abzuwehren“ die Taten?
Wir Kommunisten fordern eine Wirtschafts- und Industriepolitik, die den Belegschaften und Arbeitenden eine Zukunft sichert:
gesetzliche Maßnahmen ausgehend von der Landesverfassung für radikale strukturelle Reformen, um den Auftrag der Landesverfassung „Eigentum verpflichtet“ und das „Recht auf Arbeit“ endlich umzusetzen,
neue Eigentumsformen zum Beispiel in Belegschaftseigentum und Genossenschaftslösungen,
Bildung von landeseigenen Fonds und Einrichtungen, die günstige Rahmenbedingungen für solche Modelle schaffen können;
Neudefinition der Rolle und Ausweitung der Strukturholding Saar oder andere Auffanggesellschaften unter Mitbestimmung und demokratischer Kontrolle
Wir KommunistInnen betonen: Die schlimmsten Auswirkungen des realen Kapitalismus im Interesse der Arbeitenden zu bekämpfen heißt heute, die Macht der Konzerne zurückdrängen und politische Entscheidungen für die Arbeitenden durchzusetzen. Es geht jetzt darum, mit strukturellen Reformmaßnahmen auch massiv in Eigentums- und Verfügungsverhältnisse einzugreifen. Ohne entschlossenen und solidarischen Kampf werden diese Veränderungen aber nicht erreichbar sein.
Nichts wird sich positiv verändern, wenn nicht über radikale Politik- und Handlungskonzepte nachgedacht und diese in eine öffentliche gesellschaftspolitische Debatte gebracht werden. Es liegen viele Vorschläge und Forderungen auf dem Tisch. Angesichts der Lage darf es keine Tabus geben. Den Gewerkschaften fällt hier eine besondere und bedeutende Rolle zu. Sie müssen diese entschlossener und gesellschaftspolitischer wahrnehmen. Diese „Hausaufgaben“ müssen gemacht werden!
Jetzt gilt es die Solidarität mit den Belegschaften der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken und Leipzig auszubauen und zu verstärken:
Keine Standortschließungen – keine Entlassungen! Arbeitsplatzgarantien!
Wir fordern entschlossene und wirksame Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze durch die CDU-SPD-Landesregierung und damit konkrete Hilfe für die kämpfenden Belegschaften!

Fred Herger, DKP Saarland Saarbrücken, 19.07.18

0

Pressemitteilung der Deutschen Kommunistischen Partei vom 20. Juli 2018

Kommunisten und Friedensfreunde blockierten den Fliegerhorst Büchel in den frühen Morgenstunden

Über 50 Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), unterstützt durch Friedensfreunde aus dem In- und Ausland, haben am heutigen Freitagmorgen den Fliegerhorst Büchel in der Eifel ab 5.45 Uhr an drei Eingängen blockiert. Diese Aktion des zivilen Ungehorsams richtete sich gegen die Stationierung von 20 US-Atomwaffen im Rahmen der NATO-Nuklearstrategie, die sich zusammen mit dem militärischen Aufmarsch der NATO in Osteuropa klar gegen Russland richtet. Diese Atomwaffen, die in den nächsten Jahren nach dem Willen der US-Regierung gegen neue Atomwaffen ausgetauscht werden sollen, sind Teil einer wachsenden Kriegsgefahr, die die gesamte Menschheit bedroht.
Die DKP vertritt den Standpunkt, dass diese und andere Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen den Atomwaffenstandort Büchel im Einklang mit dem Grundgesetz, Artikel 20, Absatz 4, stehen, in dem das Recht auf Widerstand festgehalten wird gegen jeden, der die Verfassungsordnung beseitigt. Es ist hingegen die deutsche Bundesregierung, die gegen Artikel 26, Absatz 1 des Grundgesetzes verstößt, in dem Handlungen, die mit der Absicht vorgenommen werden, einen Angriffskrieg vorzubereiten, als verfassungswidrig eingestuft und unter Strafe zu stellen sind. Die deutsche Bundesregierung verstößt in diesem Sinne gegen das Grundgesetz, weil sie die Stationierung von US-Atomwaffen auf dem Gebiet der BRD erlaubt und mitfinanziert. Die deutsche Bundesregierung macht sich nicht zuletzt des Verfassungsbruchs schuldig, weil Bundeswehrpiloten im Rahmen der nuklearen Teilhabe die US-Atombomben im Ernstfall abwerfen würden und dafür trainieren. Diesen Aggressionskurs treibt die Bundesregierung zusätzlich aktiv voran mit ihrer Weigerung, den Atomwaffenverbotsantrag in der UNO zu unterzeichnen.
Die Kommunisten stimmten gegen das Grundgesetz bei seiner Verabschiedung. Aber gleichzeitig sagte der KPD-Vorsitzende Max Reimann in der Debatte: „Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!“ Dieser Tag ist gekommen und wir rufen alle Friedenskräfte und Demokraten auf, sich mit uns zusammenzuschließen, um diese NATO-Aggression zu stoppen. Wir fordern deshalb:

  • Atomwaffenverbot und sofortiger Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland!
  • Deutschland raus aus der NATO – NATO raus aus Deutschland!
  • Frieden mit Russland ist das Gebot der Stunde!
0

Die Sommer-Ausgabe des Rotlichts ist erschienen.

Rotlicht

0

Die neue Betriebszeitung der DKP Thüringen, „Der Motor“, ist erschienen und bei Opel in Eisenach verteilt worden. Mitglieder der DKP verteilten die Betriebszeitung vor dem Werkstor an die Nacht- und Frühschicht und im Anschluss in einem Wohngebiet, in dem zahlreiche Opelbeschäftigte wohnen. Die Betriebszeitung soll zukünftig einmal im Quartal erscheinen.

Der Motor

0

UZ-Extra zum Pressefest

Das UZ-Extra zum UZ-Pressefest der DKP am 7. und 9. September 2018 in Dortmund ist erschienen und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

0

Die Juli-Ausgabe der AufDraht ist erschienen.

AufDraht

0

Eine Welt zu gewinnen

Das SDAJ-Buch ist da! Es kann beim UZ-Shop für 10 Euro bestellt werden.

Einen Vorabdruck zum reinlesen gibt es in der aktuellen UZ.

Beschreibung:

Lena Kreymann / Paul Rodermund (Hg,)

Eine Welt zu gewinnen
Marx, der Kapitalismus von heute und was wir tun können
Mit einem Vorwort von Dietmar Dath

Neue Kleine Bibliothek 259, ca. 220 Seiten, mit ca. 15 Cartoons

ISBN 978-3-89438-674-0

Der Sammelband wendet sich gerade auch an junge Menschen. Er bietet Einsichten in das Leben und die Erkenntnisse von Karl Marx, eine marxistische Interpretation der Widersprüche unserer Zeit sowie einen Überblick über Klassenkämpfe des 20. Jahrhunderts. Das einführende Kapitel behandelt die Entwicklung des dialektischen und historischen Materialismus, die Analyse der Grundstruktur der kapitalistischen Produktionsweise, den Kampf für den Sozialismus vom Bund der Gerechten bis zur Pariser Commune. Das zweite Kapitel befasst sich mit den grundlegenden Widersprüchen und Problemfeldern unserer heutigen Gesellschaft und diskutiert mögliche Lösungen. Das dritte Kapitel beginnt mit der russischen Oktober- und der deutschen Novemberrevolution und beleuchtet die Debatten um eine antifaschistische Strategie vor 1933. Weitere Themen sind die unterschiedlichen Entwicklungen in DDR und BRD sowie die Protestbewegung von 1968 und die Frage, ob mit dem Ende des Sozialismus nach sowjetischem Modell nun auch das Ende der Geschichte gekommen sei.

Mit Beiträgen von Hans-Peter Brenner, Dietmar Dath, Heiko Humburg, Georg Fülberth, Patrik Köbele, Philipp Krämer, Lena Kreymann, Beate Landefeld, Jürgen Lloyd, Seta Radin, Paul Rodermund, Björn Schmidt, Arnold Schölzel, Werner Seppmann, Jürgen Wagner und Lucas Zeise.

Lena Kreymann, *1989, Studium der Philosophie und Neurowissenschaften in Berlin, Bundesvorsitzende der SDAJ; Paul Rodermund, *1989, Studium der Neurowissenschaften und Doktorand in Tübingen. Ehemaliger Bundesvorsitzender der SDAJ.

0

Berliner Spur ignoriert

Urteile im NSU-Prozess: Verantwortliche bleiben straffrei

Es war ein Mammutverfahren. Der sogenannte NSU-Prozess am Oberlandesgericht München ist am vergangenen Mittwoch nach 250 Verhandlungstagen zu Ende gegangen (nach Redaktionsschluss, Anm. der Redaktion).
Sind die Urteile gegen Beate Zschäpe und ihre vier Mitangeklagten wirklich von Belang? Nein. Denn klar war von Anfang an, dass eine „umfassende Aufklärung“ der beispiellosen Mord-, Anschlags- und Raubserie, wie sie Angela Merkel den Opfern und ihren Angehörigen versprochen hatte, nicht stattfinden würde. Die Hintermänner, Unterstützer und Finanziers saßen nicht auf der Anklagebank. Die Bundesanwaltschaft (BAW) beschuldigt drei Personen, für die Taten verantwortlich zu sein. Dieses NSU-Trio habe, allenfalls unterstützt durch einige wenige Helfershelfer, die zehn Morde, zwei Nagelbombenattentate und diverse Raubüberfälle begangen. Einzige Überlebende des Trios und deshalb Hauptangeklagte: Beate Zschäpe. Die Verflechtungen der Verfassungsschutzämter mit ihren V-Leuten, die nach der Selbstenttarnung des NSU und noch während des laufenden Prozesses aufgedeckt wurden, sollten keine Rolle spielen.
Immer wieder versuchten Nebenklageanwälte Licht ins Dunkel zu bringen. Sie setzten Vernehmungen von Verfassungsschutzmitarbeitern und von V-Leuten durch. Die Mauern aber standen perfekt. Es gab kein Durchkommen durch das Dickicht von dreisten Lügen, Falschaussagen und „Erinnerungslücken“. In einer konzertierten Aktion wehrten Bundesanwaltschaft und Gericht alle Versuche ab, die Beteiligung der Staatsschutzbehörden aufzudecken. Beweisanträge wurden abgelehnt, Aktenhinzuziehungen verwehrt, die Glaubwürdigkeit unglaubwürdiger Zeugen wie z.?B. Andreas Temme vom Gericht festgestellt.
Es blieb bei der bekannten Einzeltätertheorie. Wie schon beim Oktoberfest-Attentat 1980 wird auch hier nach der Maxime gearbeitet: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Die Staatsräson erfordert die Feststellung, dass es in der Bundesrepublik keine terroristischen rechtsextremistischen Strukturen gibt. So gut organisiert, ausgerüstet und finanziell abgesichert gäbe es sie ohne die Sicherheitsdienste auch nicht. Ein ehemaliger V-Mann äußerte sich so: „Ohne die Gelder vom Verfassungsschutz hätte die Gründung der NPD, mindestens in NRW, nie stattfinden können.“ Dasselbe gilt nach allen Erkenntnissen auch für den Aufbau brauner Kameradschaften, wie des Thüringer Heimatschutzes, der ein brauner Brutkasten für Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe war.
Auch nachdem sich mindestens 24 Zeugen im Prozess als Unterstützer geoutet hatten, hielt die BAW daran fest, dass das V-Leute-System keinen Bezug zum NSU-Komplex hätte. Gegen weitere mögliche Beschuldigte würde in eigenen Staatsschutzverfahren verhandelt. Der Nebenklageanwalt Mehmet Daimagüler ist in seinem Plädoyer ausführlich auf die Verwicklung/Beteiligung der Verfassungsschutzbehörden eingegangen. Ihm ist es zu verdanken, dass zumindest auf diesem Weg die stetige Rede vom „massiven Behördenversagen“ ad absurdum geführt wird. Die BAW unterliegt der Weisung des Justizministeriums, die Aufsicht über den Verfassungsschutz obliegt dem Bundeskanzleramt, dessen Chef bis 2005 Frank Walter Steinmeier war. Es ist davon auszugehen, dass beide Behörden ihren Weisungen Folge leisteten und leisten. Es ist also politischer Wille, wenn – statt Konsequenzen aus dem NSU-Terror zu ziehen – weiterhin Nazis gehätschelt und vor Strafverfolgung geschützt werden.
Ein anderer Aspekt, der nicht in den Prozess einging, war die Ermittlungsarbeit der Polizei. Die Morde an neun türkisch- und einem griechischstämmigen Mann wurden über Jahre als „Dönermorde“ behandelt. Angehörige der Opfer – auch die der Bombenanschläge – wurden als Tatverdächtige behandelt und diffamiert. Es gab eine eindeutig rassistische Einordnung als Taten der Türken-Mafia. Das FBI kam in einer Analyse der ihm zur Verfügung gestellten Akten zu dem Schluss, dass es sich um rassistische Morde handele. Gefahndet werden solle nach Personen, die einen Groll auf Türken hätten. Die deutschen Ermittler ließ das völlig unbeeindruckt. Wäre man diversen Zeugenaussagen nachgegangen, hätten weitere Morde möglicherweise verhindert werden können. Daimagüler nennt in seinem Plädoyer einige Beispiele für schwerste Straftaten von Rechtsradikalen, die bagatellisiert oder gar nicht erst verfolgt wurden. Und stellt Parallelen zum NSU-Verfahren fest: „Tote Migranten, Opfer, die beschuldigt werden, mangelnder Ermittlungswille in Richtung rassistisch motivierter Taten und die Verwicklung von V-Leuten.“ Mangelnder Aufklärungswille muss auch dem Gericht bescheinigt werden. Der Prozess, der nun endete, war nur eine Show-Veranstaltung.

Vorab aus der UZ vom 13.07.2018

0

Die SDAJ über den Ausgang des NSU-Prozesses
Das Urteil steht fest. Lebenslange Haft für Beate Zschäpe ohne anschließende Sicherheitsverwahrung. Angeklagt ist sie wegen Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung und als Mittäterin bei 9 Morden, 2 Bombenanschlägen, 15 Raubüberfällen und 2 Mordanschläge auf Polizistinnen. Bei den Nebenangeklagten lautet das Urteil schuldig zur Beihilfe der Morde. Für Carsten S. bedeutet das 3 Jahre Haft und für Wohlleben ganze 10 Jahre Haft. Weiter wurde André E. zu zwei Jahren und sechs Monaten wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Angela Merkel hatte 2012 bei der Trauerfeier für die NSU-Ofer eine bedingungslose Aufklärung versprochen, hat sie dieses Versprechen eingehalten? Meral Sahin, die Vorsitzende der Interessensgemeinschaft Keupstraße sagte im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger (KSA): „Es wäre schön, wenn jeder sich die Frage stellen würde, ob er mit so einem Urteil 14 Jahre nach einer Tat, die schon 24 Stunden später türkischen Banden zugeschrieben wurde, zufrieden ist?“ Und weiter wünsche sie sich „Solidarität, von der wir nach dem Anschlag zum Glück auch viel erfahren haben, Engagement und Journalisten, die helfen, die Versäumnisse der Behörden aufzudecken.“. Hasan Yildirim, der damals Opfer des Nagelbombenanschlags war, sagte dem KSA: „Das Urteil gegen Beate Zschäpe finde ich gut. Was die anderen vier bekommen haben ist ein Witz. Und es ist auch ein Witz, dass nur fünf Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“. Eine bedingungslose Aufklärung war versprochen, doch diese kann es bei diesen Aussagen und weiteren offenen Fragen nicht gegeben haben. Die militanten Nazistrukturen die den NSU unterstützen und bilden, die Beamten, welche die Unterlagen des Verfassungsschutzes vernichteten, die V-Männer und alle weiteren Unterstützer die ein Nebel um die Taten brachten stehen nicht vor Gericht. Doch genau diese sind es die das Morden und Verbreiten von Terror möglich machten. Wieder einmal wurden Strohmänner zur Verantwortung gezogen, doch die Strukturen bleiben erhalten. Die Politiker versuchen mit falschen Versprechen und nun mit gespielter Gutmütigkeit wie von Horst Seehofer der nach dem Urteil meint, dass dieses für die Gesellschaft und Sicherheitsbehörde „kein Schlusspunkt“ sein dürfe und das der Rechtsextremismus in Deutschland auch zukünftig entschieden bekämpft werden müsse. Der selber Seehofer machte in den vergangenen Wochen jedoch damit Schlagzeilen, dass er Deutschlands Grenzen dichtmachen wolle und hartes Vorgehen gegen „illegale“ Flüchtlinge voranbringt. Faschisten jeglicher Coleur haben Positionen wie die Seehofers in den letzten Jahren überhaupt erst hoffähig gemacht. Hierin liegt der (bzw. ein) Nutzen für das Kapital faschistischer Bewegungen – das Interesse an ihrer konsequenten Bekämpfung ist deshalb gering. Sie dienen der Einschüchterung fortschrittlicher Kräfte und halten, wenn nötig für militante Aktionen her, die der Staat in seiner Funktion nicht selber verfolgen kann. Der Staat hat zum Beispiel ein erhöhtes Interesse an Kontrollmaßnahmen und Überwachung, er möchte ohne sich lange erklären zu müssen „eingreifen“ können wie es in Hamburg bei den G20 Protesten schon erprobt wurde. Dafür kommt ihn eine Faschistische Terrororganisation recht, denn dadurch werden die Rufe nach Schutz und Sicherheit lauter und der Staat kann dann mit neuen Gesetzen wie den neuen Polizeigesetzen “reagieren“. Heute sind in München etwa 5000 Menschen auf der Straße um lautstark gegen Rassismus und gegen ein Ende der Aufklärung zu Protestieren. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass wir das Schweigen zu bestimmten Fragen im Prozess nicht hinnehmen wollen und Rassismus und Faschismus an der Wurzel zerschlagen wollen!

Quelle: sdaj.org

0

Förderkreis der Karl-Liebknecht-Schule braucht neue Mitglieder
Klassenbewusste Arbeiterinnen und Arbeiter haben vor rund 90 Jahren das Haus der heutigen Karl-Liebknecht-Schule in Leverkusen finanziert und in Eigenleistung erbaut. Zwei Jahre nach der Einweihung, die im März 1931 stattfand, beschlagnahmten die Faschisten das Haus. Zahlreiche am Bau beteiligte Genossinnen und Genossen wurden in Zuchthäusern und KZs eingekerkert oder mussten ins Exil fliehen. Nach der Befreiung vom Faschismus wurde das Haus im Februar 1946 dem neugegründeten Arbeiter-Kulturkartell e.?V., der heutigen Kulturvereinigung Leverkusen e.V., zurückübereignet. Seither hat es seinen festen Platz in der proletarischen Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit. Unzählige freiwillige Arbeitsstunden und eine hohe Spendenbereitschaft haben die Existenz des Hauses gesichert. Tausende Genossinnen und Genossen waren in den zurückliegenden Jahrzehnten Gast in Leverkusen. Dieser Tradition sind wir verpflichtet.
Die KLS wird saniert
Die KLS soll modernisiert werden, um auch in Zukunft eine Stätte humanistischer Kultur und kommunistischer Bildung sein zu können. Noch in diesem Jahr können wir dank einer großen Spende mit der Sanierung des Hauses beginnen. In den nächsten Wochen werden die Umbaupläne erstellt. Ziel ist es, die sanitären Einrichtungen zu modernisieren, die Tagungsräume zu erweitern und barrierefreie Zugänge zu schaffen. Die Einrichtung des Hauses soll auf den Standard einer modernen Jugendherberge gehoben werden. Viel Arbeit kommt auf uns zu! Mit den Aufräum- und Rückbauarbeiten möchten wir schnellstens beginnen. Wer handwerklich geschickt ist und anpacken kann, ist herzlich eingeladen und aufgefordert, sich beim Parteivorstand zu melden.
Förderkreis stärken
Seit 1990 existiert der Förderkreis „Erhaltet die Karl-Liebknecht-Schule“. Es ging und geht darum, dass das Haus als eine Einrichtung der revolutionären Arbeiterbewegung erhalten bleibt, dass die Karl-Liebknecht-Schule ihre Aufgabe als zentrale Bildungs- und Begegnungseinrichtung der DKP wahrnehmen kann. Die Sanierung ist ein bedeutender Schritt, der neue Standard muss allerdings nachhaltig abgesichert werden. Dafür brauchen wir neue Mitglieder des Förderkreises, die mit ihrer regelmäßigen Spende die Arbeit der Karl-Liebknecht-Schule unterstützen und langfristig ermöglichen.

Wenn Du Mitglied des Förderkreises werden und spenden möchtest, wende Dich bitte an den DKP-Parteivorstand oder überweise auf das Konto der Karl-Liebknecht-Schule bei der Sparkasse Leverkusen: IBAN: DE39 3755 1440 0101 0050 64 • BIC: ELADEDLLEV • Kennwort: Erhaltet die KLS. Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Weitere Infos: finanzen@dkp.de

Vorab aus der UZ vom 13.07.2018

Weiter zur Karl-Liebknecht-Schule

Seite 1 von 8312345...102030...Letzte »

UZ-Pressefest 2018

UZ-Pressefest 2018

Mitglied werden

Mitglied werden

Nächste Termine

Alle DKP-Infos auf einem Blick

Alle DKP-Infos auf einem Blick

Neueste Beiträge