DKP in Aktion
Zeige alle Artikel in DKP in Aktion
0

Solidarität Türkei LübeckUnter dem Motto des bundesweiten Solidaritätsaufrufs fanden sich am Samstag, dem 15 Juni 2013, auch auf dem Lübecker Rathausmarkt ca. 130 Menschen verschiedenster Nationalitäten zusammen, die ihrer Solidarität mit den Demonstrierenden in der Türkei relativ spontan Ausdruck verleihen wollten.

Empört von den Bildern der Tränengasgrananten auf dem Istanbuler Taksim-Platz und im Gezi-Park hatten sich in der vorangegangenen Woche aus verschiedenen Zusammenhängen Initiativen gebildet, welche die Notwendigkeit einer Solidaritätskundgebung erwogen.
Bereits am Montag hatte es eine spontane Versammlung auf dem Rathausmarkt gegeben, doch der Wunsch vieler war es dies auch breit und sichtbar am Wochenende zu unterstreichen.

Schlussendlich hatte sich aus den Verschiedenen Initiativen ein buntes Bündnis formiert, welches u. a. aus alevitischer Gemeinde, kurdischen Gruppen, in Lübeck lebenden Freunden der tunesischen Front populaire, attac Lübeck, der SPD und den Jusos, der Partei Die Linke (PdL), MLPD und der Lübecker DKP heraus getragen wurde und zu diese Kundgebung organisiert hatte.

Neben türkischer Folklore, unter anderem der von einem jungen Mädchen vorgetragenen türkischen Version des Kampfliedes „Bella Ciao“, unterstrichen Sprecher verschiedener Gruppen einerseits ihre Solidarität mit dem Widerstand in der Türkei, stellen andererseits jedoch auch Bezüge zum Widerstand gegen Stuttgart 21, dem geplanten Verkauf des Lübecker Schulgartens sowie dem Pfefferspray-Einsatz deutscher Polizisten beim „Frankfurter Kessel“ gegen die Occupy-Demonstration vor einigen Wochen her. Gerade die Forderung „Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie – wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus!“ fand bei den Anwesenden viel Applaus.

Aus Sicht der Lübecker DKP GenossInnen war diese Veranstaltung, welche auch von vielen jungen Menschen spontan besucht wurde, ein voller Erfolg, da die Vereinbarung der Anwesenden diesen Protest jetzt mittels täglicher Mahnwachen weiterhin aufrecht zu halten der Parole „Überall ist Widerstand“ zusätzliche Kraft verlieh.

0

Solidarität Türkei Recklinghausen

150 Menschen beteiligten sich am 15. Juni an einer Solidaritätskundgebung mit den mutigen Demokraten in der Türkei auf dem Altstadtmarkt in Recklinghausen. Aufgerufen hatte die Alevitische Gemeinde Recklinghausen.

In den zahlreichen Redebeiträgen wurde deutlich, dass die Bewegung in der Türkei längst zu einer Bewegung für die Verwirklichung umfassender Menschenrechte geworden ist. Diese Rechte werden von der AKP-Regierung ständig angegriffen. Über 60 Rechtsanwälte, die verhaftete Demonstrationsteilnehmer der letzten Tage verteidigen wollten, sind mittlerweile ebenfalls verhaftet. Über 40 regierungskritische Journalisten befinden sich nun ebenfalls hinter Gittern – gemeinsam mit tausenden anderen Menschen.

Aber es wurde auch gesungen und getanzt. Unter begeistertem Beifall trug eine junge Alevitin ein Lied vor, in dem es hieß:

„Für das Pfeffer und das Gas,
für die Knüppel und Schläge
für all die Tritte
− danke, das geht schon klar.
Greift uns an ohne Scham, ohne das Gesicht zu verziehen.
Zwar brennen meine Augen, aber noch bin ich nicht platt.
Ich bin frei, sage dir, ich bin auf der Seite des Rechts geblieben.
Immerhin sind wir Menschen. Sag mir, siehst du ein Blatt vor meinem Mund?“

Werner Sarbok

0

UZ-Interview mit Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP zu den Ergebnissen des 20. Parteitages

 

Patrik KöbelePatrik, mit dem dritten Tag in Hannover wurde der 20. Parteitag der DKP beendet, wie bewertest Du seine Ergebnisse?

Erstens bin ich recht stolz auf meine Partei. Beginnend mit dem 19. Parteitag hat sie, in einem Prozess der im Wesentlichen von der Basis der Partei kam, deutlich gemacht, dass die DKP als kommunistische Partei im Sinne der Ideen von Marx, Engels und Lenin weiterentwickelt werden soll. Den Thesen des früheren Sekretariats, wurde eine klare Absage erteilt.

Stolz bin ich auch auf den intensiven Diskussionsprozess, der den Entwurf des Leitantrages „Antworten der DKP auf die Krise“ an den 20. Parteitag so qualifiziert hat, dass er eine gute Leitlinie für die Politikentwicklung und das Eingreifen der Partei in der kommenden Phase ist. Dazu wurden durch Parteigliederungen 217 Anträge gestellt, das Gros davon wurde durch den Parteitag eingearbeitet. Die Berliner Bezirksorganisation hat dadurch ihre anfängliche Meinung, dass der Leitantrag nicht zu qualifizieren sei korrigiert und sie und der Parteitag bewiesen dann die Souveränität auch die Berliner Handlungsorientierung in den Leitantrag zu integrieren. Auch mit seinen restlichen Beschlüssen hat der Parteitag ein großes Arbeitspensum bewältigt und wichtige Beschlüsse gefasst mit denen wir unsere Arbeit im Bereich der Betriebs- und Gewerkschaftspolitik und der Kommunalpolitik weiterentwickeln und Irritationen im Verhältnis zur SDAJ beseitigen, um nur einiges zu nennen.

 

Nun gibt es aber die Aussage, dass der Leitantrag statutenwidrig zustande gekommen sei.

Argumentiert wird hier mit der angeblich zu kurzen Zeit der Diskussion eines längeren Änderungsantrags. Dieser stand aber fast 3 Monate zur Diskussion und seine Bestandteile noch wesentlich länger. Aber egal, wer so etwas behauptet muss konsequent sein und die Schiedskommission anrufen.

 

Ein anderer Beschluss, der zur Europäischen Linkspartei (EL), sorgt aber für Wirbel …

Ja, auch, wenn ich das eher für einen Sturm im Wasserglas halte. Der Beschluss des Parteitags sagt, dass in Delegationen zu EL-Parteitagen künftig die unterschiedlichen Positionen in der DKP vertreten sein sollen. Er sagt, beobachtende Mitgliedschaft heißt nicht im Vorstand der EL mitzuarbeiten und nicht deren Symbole zu verwenden, wenn es nicht explizit eine gemeinsame Aktion mit der EL ist. Darüber hinaus wollen wir die unterschiedlichen Positionen kommunistischer Parteien zum Verhältnis zur EL zusammentragen, um sie in unserem Diskussionsprozess zu berücksichtigen und dann beim 21. Parteitag eine Entscheidung zu treffen. Mit Wirbel meinst Du vielleicht den Auftritt eines zweiten DKP-Blocks mit EL-Symbolen bei der Blockupy-Demo in Frankfurt. Da hast Du recht. Das war ein gezielter Bruch des Parteitagsbeschluss der wohl auch provozieren soll.

 

Was wird er denn provozieren?

Keine administrativen Maßnahmen, aber sicher die Erkenntnis in der Partei, wie manche Genossinnen und Genossen mit Parteitagsbeschlüssen umgehen.

 

Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis – wie beurteilst Du das Eingreifen der Partei in die aktuellen Auseinandersetzungen?

Da gibt es sicher Unterschiede – aber vielerorts greift die Partei ein. Bei Blockupy in Frankfurt standen die Genossen des DKP-Blocks fast bis Mitternacht in der Auseinandersetzung. Dort und bei anderen Aktivitäten dieses Wochenendes haben wir weit mehr als tausend Probe-UZ verteilt. Bei Soliaktionen mit den Kämpfen in der Türkei ist die Partei dabei, in Bottrop hatte die DKP eine führende Rolle beim Erfolg im Bürgerentscheid für den Erhalt des Stenkhoffbads – wir haben ein ausstrahlendes neues Nachrichtenportal. Wir beginnen mit der Reorganisation unserer Bildungsarbeit und haben erste Pläne für die Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit.

 

Heißt das, dass die Diskussion beendet ist?

Keinesfalls – einige Diskussionsprozesse müssen sogar intensiviert werden. Mit der ersten PV-Tagung haben wir dazu aufgerufen die Diskussion zu den EU- und Kommunalwahlen 2014 zu führen. Die 2. PV-Tagung orientiert auf die Diskussion zu einer Mitgliederkampagne und dem Vorschlag nächstes Jahr ein UZ-Pressefest durchzuführen. Wir bereiten für den Herbst die theoretische Konferenz zu unserer Gewerkschaftspolitik vor.

 

Also eitel Freude, Sonnenschein?

Nein, das nun auch nicht. Es ist schon so, dass Genossinnen und Genossen, die nun von einer Mehrheitsposition zu einer Minderheitsposition in der Führung der Partei geworden sind, auch Probleme im Umgang damit haben. Positionen, wie „Mit den „Anderen“ lohnt sich die theoretische Debatte nicht“ oder die Orientierung auf Beratungen der Genossinnen und Genossen, „die sich nicht mehr durch die gegenwärtige Mehrheit im Parteivorstand repräsentiert sehen“, beinhalten die Gefahr das es zur Verfestigung von fraktionellen Tendenzen kommt. Ich glaube aber, dass die Partei in Ihrer Gesamtheit das nicht will.

0

Stenkhoffbad erhalten!

DKP  Bottrop begrüßt das Ergebnis des Bürgerentscheids zum Erhalt des Stenkhoffbads.

Bürgerentscheid Bottrop

Der Sommer kann kommen in Bottrop!

Die DKP hat mit vielfältigen Aktivitäten den Bürgerentscheid „Stenkhoffbad erhalten“ unterstützt. Die DKP beglückwünscht die Bürgerinitiative zu dem deutlichen Ergebnis von 73,6 Prozent JA-Stimmen beim ersten Bürgerentscheid in unserer Stadt. Mit dem Bürgerentscheid wurde erfolgreich eine Maßnahme des so genannten „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ von der Bevölkerung abgelehnt. Dies ist eine deutliche Niederlage für die Ratsparteien von SPD, CDU, ÖDP und FDP, die den Stärkungspakt und die Streichung aller Mittel für das Stenkhoffbad beschlossen hatten. Die gute Beteiligung und das deutliche Votum für die Erhaltung des Freibades, ist ein Zeichen dafür, dass sich Bürgerprotest gegen die Schließung von sozialen Einrichtungen lohnt und erfolgreich ist. Erstmals wurde damit ein Beschluss des Rates durch einen Bürgerentscheid korrigiert. Die Erfahrung des Bürgerentscheides ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit ihrem JA zum Stenkhoffbad auch ihren Protest gegen andere Streichungen und Gebührenerhöhungen im Rahmen des Spardiktates „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ zum Ausdruck bringen wollten. Der Erfolg der Bürgerinitiative kann der Beginn einer lebendigen Kultur des Widerstandes gegen unsoziale Entscheidungen des Rates sein.

Die DKP kündigt bereits jetzt Widerstand an, wenn die Personal- und Betriebskosten für das Stenkhoffbad künftig durch Streichungen bei Sport, Bildung, Kultur oder im Sozialbereich finanziert werden sollen. Überfällig ist die Beendigung der städtischen Zuschüsse für den Flugplatz Schwarze Heide und dem geplanten flugaffinen Gewerbegebiet. Damit kann das beliebte Freibad langfristig finanziert und auch attraktiver gestaltet werden. Rein formal hat das Ergebnis des Bürgerentscheides für den Rat und die Verwaltung eine Verpflichtung, für zwei Jahre das Familienbad zu finanzieren. Es wird sich jede Partei politisch die Finger verbrennen, nach zwei Jahren erneut zu versuchen, die Finanzen für das Stenkhoffbad zu streichen. Der Bürgerentscheid hat damit für einen langfristigen Erhalt des einzigen Freibades der Stadt gesorgt.

Für die Sitzung des Rates am 2. Juli wird die DKP beantragen, dass die kommunale Satzung für Bürgerentscheide dahingehend geändert wird, dass künftig auch Stimmlokale wie bei einer Kommunalwahl geöffnet werden. Viele Bürger haben sich bei der DKP über das komplizierte Verfahren bei der Abstimmung per Briefwahl beschwert.

Michael Gerber

 

0

Soli-Demo in Jena

Am Donnerstag den 06. Juni demonstrierten über 500 Menschen in Jena gegen Polizeigewalt. Anlass dafür war das brutale Vorgehen der Polizei bei der Blockupy Demonstration in Frankfurt am Main und die Proteste gegen die Regierung Erdogans in der Türkei.
Die Demonstration begann am Johannistor, zog dann zur Polizei und von dort zum Bahnhof. Es gab viele Solidaritätsbekundungen. Wir von der SDAJ und DKP waren auch dabei und teilen die Meinung: „Die Grundrechte, die mit Menschenleben erkämpft wurden, geben wir keinem Staat und keiner Polizei kampflos wieder her.“ (Sandro Witt, DGB-Thüringen) Der Jubel und die Zustimmung der Demo zu diesem Ausspruch waren einstimmig.
0

Protest Türkei BerlinÜber 5.000 Menschen demonstrierten gestern durch die Berliner Stadteile Nord-Neukölln und Kreuzberg 36, um sich mit der Widerstandsbewegung gegen die AKP-Regierung in der Türkei zu solidarisieren. Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis aus türkischstämmigen Migranntenverbänden, kurdischen Vereinen, der alevitischen Gemeinde, antifaschistischen Gruppen und Parteien wie der Türkischen Kommunistischen Partei (TKP)  und die Deutsche Kommunistische Partei (DKP), die zusammen mit Genossinnen und Genossen der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) einen gemeinsamen Block bildeten. Die Mobilisierung ist umso erfreulicher, als dass bereits am Vortag kemalistische und nationalistische Kräfte zu einer eigenen Demonstration aufgerufen hatten.

Die Stimmung auf der Demonstration war durch ein friedliches aber auch kämpferisches Klima geprägt. Das hielt die Polizeikräfte allerdings nicht davon ab, die Demonstration streckenweise abzufilmen und zum Ende eine Person ohne ersichtlichen Grund festzunehmen.

Zu den Rednern zählte u.a. auch der Landesvorsitzende der DKP Berlin, Rainer Perschewski. In seinem Beitrag verwies er darauf, dass es bei den Protesten um mehr gehe als die Abholzung von Bäumen im Istanbuler Gezi-Park: „Der Der Zorn richtet sich gegen die religiös begründete fortschreitende Reglementierung des persönlichen Lebens, gegen Gentrifizierung, die Repression von Gewerkschaften, die verstärkte neoliberale Orientierung und nicht zuletzt gegen  die feindlichen Aktivitäten der Regierung gegenüber Syrien“. Gleichzeitig verwies er auf die Parallelen zu den Übergriffen der Polizei hierzulande vor zwei Wochen auf die Blockupy-Demonstration in Frankfurt und stellte fest: „Hier wie dort haben wir es mit Regierungen zu tun, die demokratische Rechte beiseite schieben, wenn sie der Durchsetzung von Kapitalinteressen im Weg stehen.“

0

Scharfer Protest gegen Recep Tayyip Erdogan vor dem Düsseldorfer Landtag

Protest Türkei Düsseldorf

Vor dem Düsseldorfer Landtag: Solidarität
mit den Bürgerprotesten in der Türkei.
Foto: Bettina Ohnesorge

Die rund 500 Teilnehmer an der Demonstration vom DGB-Haus zur Kundgebung am Landtag in Düsseldorf am 7. Juni waren sich einig: Mit Vertretern des Staatsterrors in der Türkei darf es keinen Dialog geben. In einer Solidaritätsresolution forderten sie die Bundesregierung auf, „politischen Druck auf die AKP-Regierung auszuüben und sich von dieser undemokratischen Vorgehensweise zu distanzieren.“

Zu der Veranstaltung hatte ein breites Bündnis um das Düsseldorfer Türkei-Zentrum mit dem Thema „Solidarität mit den Protesten in der Türkei – Taksim ist überall“ aufgerufen. Die Transparente und Fahnen spiegelten diese breite Vielfalt wider. Die „Tagesthemen“ der ARD berichteten nicht über diese Kundgebung, sondern über eine anschließende Demonstration des Vereins „Atatürk Bildungs- und Kulturzentrum e.V. Duisburg“ vom Düsseldorfer Burgplatz zum Landtag.

Rechtsanwalt Ercan Kanar, Vorsitzender des Istanbuler Menschenrechtsvereins (IHD), charakterisierte voller Elan die augenblickliche Situation in der größten Stadt der Türkei, die von Einschüchterungen und staatsterroristischen Praktiken gekennzeichnet werde.

Nihat Öztürk, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, solidarisierte sich mit dem Protest in zahlreichen türkischen Städten. Er verurteilte die Eingriffe der Regierung in viele Bereiche der Privatsphäre, die Sanktionen gegen Journalisten und die Unterstützung des Staatsterrors. Mit Erdogan dürfe es so lange keinen Dialog geben, wie er die demokratischen Rechte der Bürger missachte.

Muzaffer Gürenc, Musiker und Liedermacher, ergänzte politisch und musikalisch engagiert das Programm mit Zeilen von Nazim Hikmet, die er auf seiner Baglama (Saz) aus dem Holz des Maulbeerbaumes begleitete.

Uwe Koopmann

0

Ein Bericht über die Solidaritätskundgebung 8. Juni in Gießen

Michael Beltz

Michael Beltz (DKP, rechts) auf der Solikundgebung

An die 300 Menschen versammelten sich, um ihre Solidarität mit den türkischen Demonstrantinnen und Demonstranten in Istanbul und anderen Städten zu bekunden, die um mehr Freiheit kämpfen. Redner mit türkischem und kurdischem Hintergrund schilderten die Gräuel und forderten Menschenrechte und Freiheit.

Ganime Gülmez, die viele Jahre in einem türkischen Gefängnis eingesperrt war und durch Hungerstreik ihre Gesundheit ruiniert hatte, entlarvte die Unmenschlichkeit des türkischen Staates.

Stefan Walther (Linkes Bündnis) verwies auf das kapitalistische System, und betonte, dass es vor allem um den Gegensatz von unten und oben geht; er forderte, wie auch Ganime, internationale Solidarität.

Michael Beltz (DKP) erläuterte den Zusammenhang von Kapitalismus und den davon abhängigen Politikern, die die Menschen in Elend, Obdachlosigkeit und Altersarmut stürzen. Auch in Deutschland müsse gegen das kapitalistische Ausbeutersystem gekämpft werden im Sinne des Internationalismus.

Ali Gül verlas nochmals den Aufruf mit den wichtigen Forderungen nach Freiheit, Demokratie, und Gerechtigkeit.

Eine Grüne Politikerin versuchte die Wogen zu beschwichtigen und die deutsche Demokratie als ein Ziel für die Türken darzustellen.

Michael Beltz

Quelle: Gießener Zeitung

0

Erklärung der DKP Queer zum geplanten Auftritt von „Pro Köln“ auf dem CSD 2013 in Köln.

Die eng mit Neofaschisten verknüpfte, rechtspopulistische Gruppierung “Pro Köln” plant wie bekannt die Teilnahme am Christopher Street Day in Köln.

Diese Gruppierung will damit sowohl queer-lebende und liebende provozieren als auch prüfen, welches Echo neofaschistisches und rassistisches Gedankengut in der Szene findet.

“Der angekündigte Auftritt von PRO-Köln ist nicht nur eine Provokation für die übrigen Teilnehmer der Parade, sondern auch zutiefst heuchlerisch. Denn in Wirklichkeit geht es PRO Köln nur darum, ihre antimuslimischen Hetzparolen nun unter den Deckmäntelchen des CSD zu verbreiten.” So Ulla Jelpke, Innenpolitische Sprecherin der PDL Bundestagsfraktion, die damit absolut recht hat!

Es kann und darf kein Meter Straße den Neofaschisten, Rechtspopulisten und Rassisten überlassen werden, schon gar nicht auf einem CSD.

Wenn nun Jörg Kalitowitsch, einer der CSD Köln Organisatoren behauptet: “Es wird heftige Aktionen vonseiten des Publikums geben. Ich rechne auch damit, dass Pro Köln Gruppen anzieht, die sonst nie zum CSD gekommen wären, und die sich nur unters Publikum mischen, um Stunk zu machen. Das sind genau die Personen, auf die wir uns konzentrieren müssen, wenn wir Pro Köln schon nicht verhindern können. (…) Wir brauchen keine Hundertschaften von Polizei, nur weil zehn oder 20 Pro Köln-Anhänger an der Parade teilnehmen wollen, die wiederum Linksautonome anziehen.”

So setzt Kalitowitsch und mit ihm der Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST) links und rechts gleich. Viel mehr sogar, denn zum großen Problem werden diejenigen hochstilisiert, die dem braunen Mob entgegentreten wollen. Für KluST gibt es auf der einen Seite die “Guten” – die “einfachen” unpolitischen Schwulen und Lesben, die für Gleichberechtigung auf die Straße gehen und einen zweiten Karneval im Sommer feiern sowie auf der anderen Seite die Extremisten von rechts und links. Auch bei KLuST ist man der Totalitarismusdoktrin aufgesessen.

Noch weiter als Kalitowitsch geht aber Olaf Alp, der Hugenberg der schwulen Medien stellte fest, es sei fraglich “ob ein Ausschluss überhaupt angestrebt werden sollte”. Laut Alp war es die “Fehlende Konfrontation mit der Programmatik (…)(welche) die Nazis erst ermöglicht” habe. Alp, sieht einen Ausschluss von “Pro Köln” als “intellektuelle Notdurft” und deren Teilnahme als “heilsamen Schmerz”. Denn so hätte die Szene die Gelegenheit, “sich intellektuell und kreativ mit abweichenden Positionen auseinander zu setzen und die Parade dadurch politisch aufzuwerten.” Aufwerten tut Alp jedoch “Pro Köln” und das rechtslastige Projekt “Maneo” indem er “Pro Köln” zitiert, die sich auf “Maneo” stützt: “40% der Betroffenen (homophober Gewalt) die Täter als nichtdeutscher Herkunft” einschätzen.

So sollen einmal mehr Minderheiten gegeneinander ausgespielt werden. Hier Migrant_innen gegen Queere und Queere Migrant_innen die im Alltag schon Homo- und Transphobie erleben, sollen auch noch den Rassismus eines Teils der Community abbekommen. Das ist auch das Ziel von “Pro Köln”. Wer sich die Geschichte des Christopher Street Days vor Augen führt muss erkennen, für unsere Emanzipation sind wir selbst verantwortlich.

Queer zu sein bedeutet aber noch lange nicht fortschrittlich zu sein. Allerdings lassen es sich fortschrittliche Queere nicht nehmen auch in die bürgerliche Queer-Bewegung hinein zu wirken! Und genau das wollen reaktionäre, rassistische, neofaschistische Kräfte verhindern!

Dem stellen wir uns entgegen und rufen alle Antifaschist_innen dazu auf, sich dem pro-faschistischen Mob entgegenzustellen! Auch wenn juristisch umstritten sein mag, ob und wie dieser Gruppierung eine Teilnahme verboten werden kann, es gilt die Aussage: Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!

Quelle: DKP Queer

0

Eine Erklärung des Kreisvorstandes der DKP Essen zu den Polizeiübergriffen auf eine Solidaritätsdemo mit den Protesten gegen das Erdogan-Regime in der Türkei.

Am 2. Juni demonstrierten über 1.000 Menschen friedlich in Essen um ihre Solidarität mit den Protesten gegen das Erdogan-Regime in der Türkei zum Ausdruck zu bringen. Alles war friedlich, es wurde musiziert und getanzt bis ein Greiftrupp der Polizei in die Kundgebung einbrach und einen Demonstranten herauszerrte. Das heizte die Stimmung an, aber diesmal gelang es den Demonstranten, darunter auch Ezgi Güyildar, noch einmal zu deeskalieren. Später wurden Demonstranten und Passanten wahllos von der Polizei eingekesselt. Patrik Köbele, DKP, war Augenzeuge: „Ich selbst war auf dem Weg nach Hause als ich in Höhe des Hirschlandplatzes von der Polizei aufgefordert wurde mich in einen Polizeikessel auf der anderen Straßenseite zu begeben. Ich weigerte mich und setzte mich mit zwei anderen Betroffenen auf den Boden um nicht mit Gewalt in den Kessel verbracht zu werden. Dies führte dazu, dass wir fast eine Stunde unter Bewachung festgesetzt wurden. Ich kann nur sagen, die Eskalation ging von der Polizei aus.“
Essen, 6. Juni 2013
Seite 109 von 111« Erste...102030...107108109110111