DKP in Aktion
Zeige alle Artikel in DKP in Aktion
0

 

 Von LZ

Es ist wie in anderen Zeitungen auch in der UZ nicht üblich, die Leser darüber zu informieren, wenn die Zusammenarbeit mit einem Autor oder, wie im aktuellen Fall mit einem Karikaturisten, beendet wird. Bei Bernd Bücking machen wir eine Ausnahme, weil andere und er selbst öffentlich darüber reden und schreiben. Zwei Leserbriefe auf dieser Seite beschäftigen sich mit der Frage.

Bernd hat viele Jahre für die UZ Karikaturen gezeichnet und, in seinem Fall kann man auch sagen, geschrieben. Er hat mit seinen Karikaturen das Bild der UZ mitgeprägt. Wir danken ihm herzlich und aufrichtig dafür.

Dem widerspricht nicht, dass es gute Gründe gibt, weshalb sich die Redaktion der UZ entschlossen hat, auf die Veröffentlichung seiner Karikaturen künftig zu verzichten. Die Unzufriedenheit mit den Karikaturen gab es schon lange, aber, wie das so ist, nicht bei allen Genossinnen und Genossen der Redaktion. Man kann diese Gründe vielleicht so zusammenfassen: zu viel Worte, zu grob, zu schwer und schlicht und daher auch unwitzig. Das ist eine ungenaue, wenig detaillierte und selbstverständlich anfechtbare Kritik. Sie gab es auch aus der Leserschaft. Wahrscheinlich würden andere die Kritik anders formulieren, und es wäre normalerweise auch nicht angemessen, über sie in der Zeitung öffentlich zu diskutieren.

Bernds Ausstellung von Karikaturen auf dem UZ-Pressefest hat nun dazu geführt, dass sich auch noch weitere Genossen über seine Karikaturen geärgert haben und der Parteivorstand Bernds Karikaturen als „antikommunistisch“ bezeichnet hat. Bernds auf dem Pressefest präsentierte Zeichnungen waren sprichwörtlich der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Wir haben Bernd gegenüber unsere Gründe für das Ende der Zusammenarbeit erläutert und betont, dass die politische Auseinandersetzung bei der Entscheidung nicht im Vordergrund stand, aber eine Rolle gespielt hat. Es ist schließlich nicht entscheidend, ob Karikaturen nun als politisch verfehlt oder als ästhetisch schlecht beurteilt werden. Wahrscheinlich hängt beides zusammen. Aber wenn man zu einem solchen Urteil kommt, muss man die enge Zusammenarbeit beenden.

Die Betonung liegt hier auf „eng“. Denn zusammenarbeiten werden wir hoffentlich weiter. Nur der für die Redaktion angenehme Zustand, dass Bernd zuverlässig und pünktlich Karikaturen ablieferte, wofür wir ihm noch einmal danken, ist beendet. Es ist nicht nur ein versöhnlerisches Schwänzchen, wenn wir hinzufügen: Trotz der Differenzen, die wir in aktuellen Fragen haben, geben wir uns weiter Mühe, solidarisch und respektvoll miteinander umzugehen.

0

DKP wählt Landeslisten

Pressemitteilung des DKP-Parteivorstands, 26. Oktober 2016

Kommunisten wollen im Bundestagswahlkampf die Ursachen von Krieg, Flucht und Armut benennen

In bisher sieben Bundesländern hat die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ihre Kandidatinnen und Kandidaten für Bundestagswahl gewählt, darunter die Sängerin und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano und der Chefredakteur der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“, Lucas Zeise. Mit ihrem Sofortprogramm will die DKP im Wahlkampf die Verursacher von Armut, Krieg und Flucht benennen und zeigen, dass es das gemeinsame Interesse aller arbeitenden Menschen ist, gegen rassistische Hetze und die asoziale Politik der Bundesregierung zu kämpfen.

Am vergangenen Wochenende wählten die DKP-Mitglieder in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ihre Kandidaten, in Hessen und Schleswig-Holstein hatten die DKP-Mitglieder schon vorher Listen aufgestellt. In den anderen Bundesländern haben die für die Wahl einer Landesliste nötigen Landesmitgliederversammlungen noch nicht stattgefunden.

Für die DKP kandidieren unter anderem die Sängerin und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano (Hamburg), der Chefredakteur der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“ Lucas Zeise (Hessen) und der Parteivorsitzende Patrik Köbele (NRW). Darüber hinaus stehen Aktive aus Gewerkschaften und Bewegungen und Mitglieder der SDAJ auf den bisher gewählten Listen.

Die DKP will auf Grundlage ihres Sofortprogramms „Geben wir uns fünf“ in den Wahlkampf gehen. Dieses Programm benennt die Ursachen und Verursacher von Armut, Krieg und Flucht. Die Forderungen, mit denen die dringendsten sozialen Probleme verringert werden könnten, zeigen: Alle arbeitenden Menschen haben gemeinsame Interessen – unabhängig von Pass, Alter, Beschäftigungsform. „Die Ursachen von Krieg, Flucht und Armut zu benennen, die Verursacher ins Visier zu nehmen – das wird die Grundlinie unseres Wahlkampfes sein“, sagte Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP.

Um tatsächlich auf dem Wahlzettel zu stehen müssen die DKP-Mitglieder Unterstützerunterschriften sammeln. Die DKP hält dieses Verfahren, das kleinen Parteien den Wahlantritt erschwert, für undemokratisch, will aber die Unterschriftensammlung dafür nutzen, um ihre Inhalte bekannter zu machen. In den meisten Ländern muss die DKP 2.000 Unterschriften nachweisen.

Einen Bericht über die Landesmitgliederversammlungen der DKP finden Sie in UZ vom 28.10. (unsere-zeit.de).

Das Sofortprogramm „Geben wir uns Fünf“ der DKP finden Sie hier.

0
Die DKP tritt in Bayern mit einer Landesliste zur Bundestagswahl 2017 an. Das beschloss am 23. Oktober eine Landesmitgliederversammlung der bayerischen Kommunistinnen und Kommunisten in Nürnberg. Mit mehr als 82 Prozent Zustimmung der rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fiel diese Entscheidung mit deutlicher Mehrheit, nachdem zuvor noch einmal über das Für und Wider eines eigenständigen Antretens diskutiert worden war.Die Liste umfasst eine Kandidatin und sechs Kandidaten aus allen Teilen Bayerns. Die Liste wird angeführt von Raimund »Hacki« Münder aus München, gefolgt von Gunhild Hartung aus Nürnberg. Ebenfalls vertreten ist Tom Talsky, der bayerische Landesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Alle Nominierten wurden einstimmig als KandidatInnen bestätigt.Zu Beginn der Versammlung hatten der Bezirksvorsitzende der DKP Nordbayern, Gustl Ballin, und der Parteivorsitzende Patrik Köbele in kurzen Referaten die Ziele des Wahlkampfs umrissen. Hauptgegner in Bayern sei die CSU, betonte Ballin. Diese verfolge eine Politik, die den Überwachungsstaat ausbaue und 2000 neue Polizisten einstelle, während zugleich bei Kindertagesstätten Personal abgebaut werde. Aus dieser Konzentration gegen die CSU und die anderen bürgerlichen Parteien ergebe sich auch, dass sich die Kandidatur und der Wahlkampf der DKP nicht gegen die Partei Die Linke richte. Selbst wenn man zur Wahl der Linkspartei aufrufen würde, sei es so, dass potentielle Wählerinnen und Wähler der DKP einem solchen Aufruf nicht unbedingt folgen würden. Der DKP müsse es um die Stärkung der eigenen Partei gehen. Ballin protestierte auch gegen die Schikane des »Verfassungsschutzes« gegen den Münchner DKP-Genossen Kerem Schamberger, dessen Anstellung an der Ludwig-Maximilians-Universität durch die Spitzel blockiert wird. Die Versammlung verabschiedete einstimmig eine Solidaritätsresolution mit Schamberger:

Lieber Genosse Kerem,

aus der Süddeutschen Zeitung mussten wir erfahren, dass deine Stelle als Doktorand an der LMU München gefährdet ist, weil der Verfassungsschutz seit Monaten prüfen muss, ob du diese Stelle erhalten kannst. Es ist beschämend, dass die Universität, deren Professor Michael Meyer dich gerne als Doktorand an seinem Lehrstuhl haben würde, vorab beim Verfassungsschutz um Genehmigung nachfragen muss.
Wir erwarten, dass die Universität München sich diese Bevormundung nicht gefallen lassen wird.
Wir hoffen, dass es für dich kein Berufsverbot geben wird und du deine berufliche und wissenschaftliche Laufbahn einschlagen kannst, wie du es dir wünschst.

Es grüßen dich solidarisch

die an der Landesmitgliederversammlung Bayern der DKP teilnehmenden Genossinnen und Genossen

Nürnberg, 23.10.2016

(Einstimmig angenommen)

Patrik Köbele ging auf Argumente ein, nach denen die DKP zu schwach für eine Kandidatur sei. Man brauche keine Angst zu haben, dass die Wahlen die eigene Schwäche offenlegten – diese sei ja kein Geheimnis. Es werde die Lage aber nicht bessern, die eigene Schwäche zu beklagen, so Köbele. Es komme darauf an, die Situation zu verändern und stärker zu werden. Dazu könne das Antreten bei der Wahl einen Beitrag leisten. Er warnte zugleich vor Illusionen in die Linkspartei. Diese sei längst in die Verwaltung des Kapitalismus eingebunden. Deshalb habe die DKP eine historische Verantwortung – die kommunistische Stimme dürfe nicht fehlen, dem deutschen Imperialismus müsse entschiedener Widerstand entgegengesetzt werden. Köbele verwies auf das Sofortprogramm der DKP, mit dem im Wahlkampf gearbeitet werden müsse. Es enthalte viele vernünftige Forderungen wie die nach bezahlbarem Wohnraum oder einem Ausbau des Gesundheitswesens. Diese könnten nur von Leuten abgelehnt werden, die aus den Notständen Profite schlagen. Bei allen anderen Menschen könne man über diese Punkte ins Gespräch kommen.

Vor den bayerischen Kommunistinnen und Kommunisten steht nun die vom Bundeswahlgesetz auferlegte Hürde der Sammlung von mindestens 2000 Unterschriften, damit die Partei im Freistaat auf dem Stimmzettel steht. Die DKP kritisiert diese Forderung als undemokratisches Hindernis, durch das unliebsame Stimmen ausgegrenzt werden sollen. Sie wird die Unterschriftensammlung jedoch nutzen, um über ihre Politik und Forderungen zu informieren.

Zur Koordination des Wahlkampfs der Gruppen, Kreise und Bezirke soll eine Wahl-AG gebildet werden, die möglichst schnell ihre Arbeit aufnehmen wird.

0

Neue Inernet-Seite der DKP

In Vorbereitung der Kandidatur der DKP zu den Bundestagswahlen 2017 haben bayerische KommunisInnen eine neue Internet-Seite eingerichtet. Hier zum Anklicken:

DKP Bayern

 

0

 

DKP queer fordert eine Straße für Ronald M. Schernikau

Von Wolfgang Sluga

„Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.“ So Ronald M. Schernikau auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR, 1. März 1990
Nach diesem Kongress blieben unserem Genossen Ronald M. Schernikau noch 595 Tage. Von den 31 Jahren seines Lebens hat er zehn Jahre mehrheitlich in der DDR verbracht, sieben davon als deren Bürger: Die ersten sechs in Magdeburg, 1986 erfolgt die „Heimkehr“, am 1. September 1989 erhält er die DDR-Staatsbürgerschaft. Die DDR lebt danach noch ein Jahr, Schernikau wiederum überlebt die DDR nicht lange. Er starb, am 20. Oktober 1991 an AIDS.

Wer war dieser Mensch? Ronald M. Schernikau wird am 11. Juli 1960 in Magdeburg, DDR, geboren. Ab 1966 wächst er in Lehrte, einer Kleinstadt nahe Hannover, BRD, auf. Mit 14 kommt er zur SDAJ, 16-jährig wird er Mitglied der DKP.
Mutter und Sohn begehen 1966 Republikflucht, nicht um in den „goldenen Westen“ zu kommen und auch nicht „wegen was Politischem“, wie Ellen Schernikau immer wieder betont. Es geschah aus Liebe. Ronalds Vater hatte Ellen immer wieder bedrängt zu ihm in den Westen zu kommen. Irgendwann gab sie dem Drängen nach und schon waren sie, ihr Sohn und noch zwei weitere im Kofferaum eines Schleusers. Doch kaum in der BRD angekommen, zeigte sich das wahre Gesicht des Erzeugers von Ronald: Er hatte schon eine Familie und im Wohnzimmer hing ein Hakenkreuz. Ellen erzog ihren Sohn im Sinne des Sozialismus. Kinder und Jugendbücher werden in der DDR bestellt, die Sender DDR1 und DDR2 konnten in Lehrte empfangen werden.
Wenige Wochen vor seinem Abitur erscheint 1980 „Kleinstadtnovelle“ im Rotbuchverlag, an der er 16-jährig, in seinem Zimmer, ohne Wissen Ellens zu schreiben begonnen hatte.Mit 20 zieht Ronald zum „Schreiben, Schwulsein, Kommunistsein“ nach Westberlin. er tritt in die Sozialistische Einheitspartei Westberlins, SEW, über und beginnt an der FU Germanistik, Philosophie und Psychologie zu studieren. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Satzarbeiten und als Babysitter, denn sein Stammverlag lehnt ein Manuskript nach dem anderen ab. Er veröffentlicht in vielen bedeutenden linken und schwulen Medien. So schreibt er für das SEW-Zentralorgan „Die Wahrheit“, die „Deutsche Volkszeitung“ und das Schwulenmagazin „Siegessäule“. Zu dieser Zeit ist er manchem allerdings nur als „Tuntendiva“ bei „Ladies Neid“ im SchwuZ bekannt. Ronald liebt den DDR-Schlager und schreibt für Marianne Rosenbergs LP „Spiegelbilder“ ein Lied über einen anderen Ronald. Im Lied „Amerika“ geht es um Ronald Reagan.
Nach dem Kulturabkommen zwischen DDR, BRD und Westberlin im Mai 1986 wird Ronald als erster und einziger Westdeutscher/Westberliner am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig mit Dauervisum zum Studium zugelassen. 1989 schließt er das Studium erfolgreich ab.
Am 18. Januar 1990 gab er der DDR-Zeitschrift „Temperamente“ ein Interview. Thomas Blume, Redakteur der Zeitschrift, fragte: „Was reizt dich denn an der DDR?“ Schernikau gab ihm eine für ihn typische Antwort: „Es ist wirklich ein ganz egoistischer Grund: In der DDR werden die besseren Bücher geschrieben. Und natürlich mache ich den idealistischen Umkehrschluss: Wenn man in der DDR lebt, schreibt man die besseren Bücher. Auch wenn das logisch nicht haltbar ist.“
Rückwirkend betrachtet hat Ronald M. Schernikau mit vielem Recht behalten, auch wenn er damals von vielen dafür belächelt oder gar angefeindet wurde. Zwei Zitate von ihm, beide von Anfang 1990: „Noch am vierten November, auf dieser riesigen Demo, hätte ich meine rechte Hand darauf verwettet, dass es keine einzige Person in der Deutschen Demokratischen Republik gibt, die die Wiedervereinigung will. (…) (Die Konterrevolution) war eine konzertierte Aktion gegen den Weltgeist. Aber da ich unsterblich bin, nimmt mir das meinen Historischen Optimismus noch lange nicht.“
„Was die Öffnung der Mauer zum Beispiel bedeutet, ist das Signal: Ihr könnt teilhaben an den Bananen. Ich halte die Banane für ein ganz gutes Symbol. Es hat was Orales, man fühlt sich in frühkindliche Phasen versetzt. Und es hat was von Imperialismus. Das sind unsere Bananen. Und wir kriegen die.“
Im Juni 1990 kam die Diagnose AIDS. Er nahm den Kampf gegen die Zeit auf, er will sein Lebenswerk vollenden, das eintausend Seiten umfassende Werk „Legende“! Acht Jahre nach Ronalds Tod erscheint es.
Den 25. Todestag von Ronald M. Schernikau nahm DKP queer zum Anlass seines 32. Bundestreffens in Berlin am vergangenen Wochenende. Der Samstag stand ganz im Zeichen von RMS. Es wird eine Aktion vor seiner letzten Wohnung geben, denn DKP queer fordert die Umbenennung der Cecilienstraße in Ronald-M.-Schernikau-Straße.
Unvergessen – Ronald M. Schernikau!

(Text leicht verändert und gekürzt durch news.dkp.de)

0

Kapitalismus – Krise – Ökologie

Von Lucas Zeise

Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem, was die Begriffe Krise, Kapitalismus und Ökologie bezeichnen? Die Marx-Engels-Stiftung hatte zu einer Konferenz am vergangenen Samstag in Essen geladen. Einleitend bemerkte Wolfgang Garbers (Hamm) vom Vorstand der Stiftung, dass „die Krise der Kapitalverwertung und vielfältige Teilkrisen wie Rohstoffknappheit, Klimawandel, Umweltzerstörung, Hunger, Unterentwicklung und Krieg … Eugen Vargas Formel von der ‚allgemeinen Krise des Kapitalismus‘ zeitgemäßer erscheinen (lassen), als so mancher nach 1989 vermutet“ hatte. In diesem Sinne machte sich Winfried Wolf (Berlin), vielfältiger Buchautor und Chefredakteur der Zeitschrift „Lunapark21“, daran, den aktuellen Krisenstand auf verschiedenen Ebenen darzustellen. Wolf gelang es, die tiefer werdenden zyklischen Wirtschaftskrisen, die tiefe, seit 2007 immer noch andauernde weltweite Finanzkrise, die katastrophal sich ausweitende Produktion extremen Reichtums und extremer Armut, die Krise der EU, sowie der Dollar- und US-Hegemonie als gleichzeitig stattfindende Krisenphänomene zu schildern. Auch die Umweltkrise, besser ihre vielen Aspekte, spielten in seinem Tableau eine Rolle. Das war in den Details überzeugend, etwa sein Urteil über den lächerlichen „Hype mit den Elektroautos“. Die ökologische Krise, die Endlichkeit der Ressourcen und der Klimawandel spielen bei Wolf eine wichtige Rolle. Aber sie sind nicht der alles entscheidende Aspekt.
Anders bei Bruno Kern, nach eigener Darstellung früher Marxist und heute Ökosozialist und Marx-Bewunderer. In seinem Vortrag „Ökologische Wende und Systemfrage“ ist es „die umfassende Biosphärenkrise“, in welcher der Kapitalismus „an seine physische Grenze“ stößt. Es gelte jetzt dafür zu sorgen, „eine möglichst weiche Bauchlandung hinzukriegen“, sagte er. Dass diese physische Grenze für den Kapitalismus (und zugleich den „Industrialismus“) unüberwindbar sei, begründete Kern mit der begründeten Behauptung, dass der von Umweltverbänden und Grünen verbreitete „infantile Technikoptimismus“ völlig verfehlt sei. Es gebe keine „Effizienzrevolution“, und die erneuerbaren Energien reichten bei weitem nicht aus, um weitermachen zu können wie bisher. Es gehe jetzt darum, dass „der Konsum in seiner Gesamtheit drastisch heruntergefahren werden“ müsse. Kerns Thesen wurden unterhaltsam vorgetragen. Seine Kritik an den technizistischen Lösungen der Umweltverbände wirkte plausibel. Weshalb aber Ressourcenknappheit dem Kapitalismus den Garaus machen solle, wusste er nicht einmal anzudeuten. Winfried Wolf hatte dazu eine realistischere Auffassung: Zwar gebe es objektive Grenzen (etwa an Ölvorkommen). Aber das Kapital könne auch diese niederreißen.
In der Diskussion der insgesamt etwa dreißig Teilnehmer wurde immer wieder der nahe liegende und vermutlich zutreffende Gedanke vorgetragen, erst mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und einer geplanten Wirtschaft sei die ökologische Krise zu bewältigen und der Stoffwechsel der Menschheit mit der Natur nachhaltig zu ordnen. Insofern gebe es gute Gründe, um für den Sozialismus zu werben und um ihn zu kämpfen. Zugleich aber könne man mit dem Kampf um die Bewohnbarkeit des Planeten nicht warten, bis der Sozialismus erreicht sei.

0

23. 10. 2016

Bayerischer Verfassungsschutz blockiert Einstellung von DKP-Mitglied – DKP-Vorsitzende protestieren

Die Vorsitzenden der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) erklärten am Sonntag:

An der Ludwig-Maximilians-Universität in München blockiert der sogenannte Verfassungsschutz die Vergabe einer halben Stelle an unseren Genossen Kerem Schamberger. Dies ist ein ausgewachsener politischer Skandal. Er trifft Kerem, aber er zielt auf unsere Partei, die DKP. Er zielt auf alles was fortschrittlich ist, sich gegen eine Politik stellt, die auf Hochrüstung und Sozial- und Demokratieabbau setzt.

Wir, die Vorsitzenden der DKP erklären unsere volle Solidarität mit Kerem. Wir rufen alle Antifaschisten und Demokraten zur Solidarität auf. Wir rufen zum Protest gegen dieses skandalöse und undemokratische Agieren des Geheimdienstes auf.

Dieser Geheimdienst nennt sich Verfassungsschutz und lässt über Jahre zu, dass eine faschistische Mörderbande ungestraft mordend durch dieses Land zieht. Dieser Geheimdienst ignoriert, dass die Gewaltbereitschaft neofaschistischer Kräfte immer mehr anwächst und schaut weg, wenn Flüchtlingsunterkünfte brennen, Migranten bedroht, gejagt verprügelt, Polizisten ermordet werden. Nur nach links, gegen Demokraten, da schlägt er zu.

Dieser Geheimdienst muss aufgelöst werden. Kerem muss seine Stelle antreten können.“

Patrik Köbele (Vorsitzender der DKP), Wera Richter und Hans-Peter Brenner (stellvertretende Vorsitzende der DKP)

0

Kahlschlag nach dem Abbruch

In einer Blitzaktion wurden auf der Industriebrache der Gerresheimer Glashütte sämtliche Bäume gefällt. Der komplette Kahlschlag hat in der Bevölkerung helle Empörung ausgelöst. Die Gruppe der Düsseldorfer Baumschützer hat interveniert, weil die Aktion in krassem Gegensatz zu bisherigen Bekundungen der Patrizia AG gesehen wird, die dort statt der ursprünglich geplantern 1.000 Wohnungen die Fläche nun mit 1.400 Wohnungen „verdichten“ will.

Die DKP Gerresheim hat für die Sitzung der Bezirksvertretung 7 am Dienstag, 22. November, eine Bürgeranfrage eingereicht. Sie will wissen, ob überhaupt eine Genehmigung für die Abholzung der Bäume auf der Brache vorliegt, wann und von wem sie erteilt wurde. Weiter fragt sie, ob eine diesbezügliche Baugenehmigung vorliegt und ob es genaue Festlegungen für Ersatzpflanzungen gibt. Im Jahr 2012 war die Konkretisierung eines Masterplans zur Grundlage eines Bebauungsplans“ angekündigt worden. Erste Grundlage war der „Bebauungsplanvorentwurf“ von 2008.

Schließlich will die DKP noch wissen, was mit den Giftrückständen im Boden wird. Dort sind Schwermetalle, Sulfate, Blei, Cadmium, Arsen, alte Teerablagerungen, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK), Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) abgelagert. Seit 2014 wird der Boden aufbereitet.

Auch die Baumschützergruppe bemängelt die unzureichende Transparenz. Sie fordert seit Jahren klare Bürgerinformationen, die nachvollziebar sind. Es reiche nicht, dass die Anträge im Rathaus in öffentlicher Sitzung beschlossen würden. Eine Recherche nach umfangreichen Sitzungsunterlagen sei oft nicht zu leisten. In bisherigen Veranstaltungen sei die Dimension der Baumfällungen nicht deutlich gemacht worden.

0

 

Samstag, 29.10.2016

DGB Haus,

Bahnhofstr. 6,

Marburg,

11-17 Uhr

Zwischenimperialistische Widersprüche

Die Planung für diese Tagung schien bereits abgeschlossen. Leider aber mussten zwei Referenten ihr Zusage aus gesundheitlichen bzw. beruflichen Gründen kurzfristig zurückziehen. Wir versuchen derzeit, sie zu ersetzen.

Derzeit stehen drei Vorträge fest:

Lucas Zeise (Frankfurt/M., Chefredakteur der UZ):
Unterordnung, Rivalität oder Gegnerschaft? Zum Verhältnis Deutschlands zu den USA

Beate Landefeld (Essen, Redaktion Marxistische Blätter):
Zwischenimperialistische Widersprüche in der Europäischen Union

Dr. Matin Baraki (Marburg, Lehrbauftragter):
Afghanistan als Objekt rivalisierender Imperialmächte

Eintritt frei. Um Spenden wird gebeten.

 

*

 

Samstag, 05.11. 2016,

10-18 Uhr,

Hamburg,

Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20

 

(Wieder-) Begegnung mit Peter Weiss und seinem Werk

Aus Anlass des 100. Geburtstags (* 8.11.1916)

Tagung in Zusammenarbeit mit der Marxistischen Abendschule (MASCH)

Sieht man einmal ab von seinem 1963/64 entstandenen und weltweit aufgeführten Marat/Sade-Stück, war Peter Weiss nie ein besonders „populärer“ Autor. Und doch gab es, von der Mitte der 60er bis Ende der 80er Jahre, also über seinen Tod 1982 hinaus, keinen anderen deutschsprachigen Schriftsteller, dessen Werk, in beiden deutschen Staaten, so intensiv wie kontrovers diskutiert – nicht selten auch: beredt beschwiegen! – wurde.

Gemessen daran ist es um Weiss nach 1989/90 lange still geworden. Weiss’ Bekenntnis von 1965: „Die Richtlinien des Sozialismus enthalten für mich die gültige Wahrheit“ (10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt), erschien nicht wenigen seiner einstigen Adepten widerlegt. Zu Unrecht, wie uns die Verhältnisse in einer Welt vor Augen führen, die wieder „ungeteilt“ kapitalistisch ist. Und dies nicht bleiben darf, soll die Menschheit eine Chance haben. Wo diese Einsicht wächst, wird Peter Weiss erneut zu einem höchst aktuellen Autor.

Es referieren:

Prof. Dr. Manfred Haiduk, Rostock: Begegnungen mit Peter Weiss

Der Literaturwissenschaftler Manfred Haiduk stand seit 1965 in produktivem freundschaftlichem Kontakt mit Peter Weiss und hatte entscheidenden Anteil an der Durchsetzung seines Werks in der DDR

Eva Petermann, Hof: Auschwitz im Deutschunterricht? „Die Ermittlung“ (1965) von Peter Weiss

Eva Petermann, Dozentin und Oberstudienrätin i.R., untersucht die Voraussetzungen für eine angemessene Bearbeitung von Weiss’ „Oratorium“ über den Auschwitz-Prozess und berichtet über Erfahrungen mit dem Theaterstück im Unterricht.

Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Bremen: Die Linie Luxemburg-Gramsci-Weiss. Aus Niederlagen und historischen Fehlern lernen

Der Historiker und Erziehungswissenschaftler Jörg Wollenberg hat zahlreiche Peter-Weiss-Initiativen in Bremen und Nürnberg angeregt und immer wieder auf Weiss’ Bedeutung als kritischer Historiker der Arbeiterbewegung verwiesen

Klaus Stein, Köln: Bilder vom Entsetzen und Aufbegehren in der „Ästhetik des Widerstands“

Klaus Stein war nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf von 1980 bis 2007 Kunstlehrer an einem Aufbaugymnasium. Wie lassen sich die in Kunstwerken verborgenen geschichtlichen Erinnerungsspuren vergegenwärtigen?

Dr. Kai Köhler, Berlin: Selbstermächtigung und sozialistischer Staat. Zu Herakles und Angkor Wat in der „Ästhetik des Widerstands“

Der Literaturwissenschaftler und Publizist Kai Köhler stellt vor, wie Weiss anhand zweier architektonischer Anlagen das Verhältnis von Herrschaftskunst und Widerstand, und innerhalb des Widerstands von Selbsttätigkeit und Organisation, beleuchtet.

Zwischen den Beiträgen bringen Mitglieder des Hamburger Lesekreises zur Ästhetik des Widerstands einige Passagen aus dem Roman zu Gehör.

 

Eintritt: € 12 / 8 (ermäßigt), inkl. Mittagsimbiss.

Für eine Anmeldung unter marx-engels-stiftung@t-online.de oder bei H. Kopp, Tel. 0211-6802828 bis 24.10. wären wir dankbar.

 

*

 

Samstag, 19.11.2016

11-17 Uhr,

Berlin-Lichtenberg,

Begegnungsstätte Undine, Hagenstr. 57

„Europa“ und die revolutionäre Arbeiterbewegung

In Kooperation mit dem Marxistischen Arbeitskreis zur Geschichte der Arbeiterbewegung bei der Partei Die Linke

Prof. Dr. Heinz Karl (Berlin): „Europa“ in der Sicht der revolutionären Arbeiterbewegung (vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg)

Andreas Wehr (Berlin): Geschichte und Wirklichkeit der EU

Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

 

*

Samstag, 26.11.2016,

11-16 Uhr,

Berlin-Charlottenburg,

MEZ, Spielhagenstr. 13

Die EU in der Existenzkrise – Was sind die Antworten der Linken?

Seminar in Kooperation mit dem Marx-Engels-Zentrum Berlin

Nach der Entscheidung vom 23. Juni verlässt mit Großbritannien erstmals ein Mitgliedsland die EU. Auch Linke sprachen sich in der vorausgegangenen Kampagne für den Austritt aus. Einige sehen im Brexit bereits den Beginn der Auflösung der Union, da weitere Länder diesem Beispiel folgen könnten.

Die andauernde Krise um Griechenland zeigt die Schwächen des Eurosystems. Statt zu sozialer und ökonomischer Konvergenz unter den Euroländern beizutragen, führt es zur Auseinanderentwicklung von Löhnen und Produktivität. Neben Griechenland sind auch Portugal, Spanien und selbst Italien davon betroffen.

Unter kritischen Wissenschaftlern und Politikern hat eine Diskussion über eine Alternative zum Euro, über einen Plan B, begonnen. In einigen Ländern mehren sich aber auch die Forderungen, nicht nur die Eurozone sondern auch die EU zu verlassen.

Es referieren:

Peter Wahl, Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie &Entwicklung (WEED):
Wie kann ein Plan B als Alternative zum gescheiterten Euro-System aussehen?

Wilhelm Langthaler, Personenkomitee Euro-Exit gegen Sozialabbau (Wien):

Der Austritt Großbritanniens – ein Vorbild für Österreich?

Keith Barlow, Mitglied der Communist Party of Britain (CPB):

Warum britische Linke für den Austritt Großbritanniens aus der EU kämpfen

Kostenbeitrag: 5 €. Um Anmeldung unter info@mez-berlin.de oder: 030-5587 2315 wird gebeten.

 

*

 Samstag, 10.12.2016

12-17 Uhr,

Münster,

Institut für Theologie und Politik (ITP),

Friedrich-Ebert-Str. 7

 

Hegel, Marx und die Dialektik

Seminar mit Prof. Dr. Andreas Arndt (Humboldt-Universität Berlin).
Moderation: Prof. Dr. Richard Sorg, Hochschullehrer i.R. an der HAW Hamburg

Das Seminar soll einen philosophischen Beitrag zu der Frage leisten, was unter Dialektik bzw. dialektischem Denken insbesondere in der Traditionslinie von Hegel und Marx zu verstehen ist und inwiefern dieses dazu beitragen kann, die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Widersprüchlichkeit zu analysieren und das auf Emanzipation gerichtete Handeln durch methodisch-theoretische Orientierungen zu unterstützen.

Für das Denken und Handeln von Marx und Engels war bekanntlich die Dialektik von zentraler Bedeutung. Das dialektische Denken übernahmen sie von Hegel, beanspruchten aber, es vom Hegelschen ‚Idealismus‘ abzulösen und ‚materialistisch umzustülpen‘. Dies soll genauer betrachtet werden.

Da das Seminar auch einen ‚einführenden‘ Zugang zur Dialektik-Thematik öffnen soll, stellen sich einige allgemeinere Vor-Fragen:

Wir setzen voraus, dass wir, um uns in der Welt zu orientieren, die Wissenschaft und ein wissenschaftliches Vorgehen brauchen. Und dieses brauchen wir deshalb, weil unsere beschränkte sinnliche Wahrnehmung uns immer wieder in die Irre führt und der ‚gesunde Menschenverstand‘ uns die erscheinende Welt nicht hinreichend, nicht in ihren tatsächlichen Ursachenzusammenhängen zu erklären vermag.

Dies zugestanden, stellt sich die Frage, wozu wir ‚zusätzlich‘ überhaupt die Dialektik brauchen. Warum reicht es nicht, sich auf die formale Logik sowie auf die wissenschaftlichen Denk- und Verfahrensweisen (Methodologien) zu beschränken, die bekanntlich eine Kombination von Empirie und Theorie, von methodisch reflektierter Erhebung des Erfahrungsmaterials und dessen theoriegeleiteter Deutung darstellen? Was können wir also von dialektischem Denken über das ‚normale‘ wissenschaftliche Vorgehen hinaus gewinnen? Was ist unter Dialektik, unter dialektischem Denken zu verstehen? Da sich dazu am eingehendsten Hegel geäußert hat, wäre zu klären, wie man die Hegelsche Dialektik charakterisieren kann.

Der nächste Schritt ist dann die Frage, was Marx und Engels unter Dialektik verstanden: wie weit sie die Hegelsche Fassung übernahmen und wo sie ggf. davon abwichen und eine eigene Konzeption, eine ihrem Selbstverständnis nach „materialistische Dialektik“ entwickelten.

Bei der Prüfung dieser Frage wird u.a. zu klären sein, worin genau das ‚Idealistische‘ und das ‚Materialistische‘ des Dialektikverständnisses zu sehen ist. Hierzu gehören Fragen wie: Inwieweit haben die Produkte von Denkprozessen, also Begriffe wie „Materie“ als zusammenfassenden Allgemeinbegriff für die realen materiellen Prozesse oder „Mehrwert“ für die vielgestaltigen Ausbeutungsprozesse, da sie ja etwas Ideelles, nach Marx „Gedankendinge“ und Ergebnisse von Theorie-Arbeit sind, insofern auch etwas ‚Idealistische‘ an sich?

Natürlich unterscheiden Marx und Engels dabei zwischen dem Begriff und der Realität – etwa der Ausbeutung. Zu fragen wäre nun, ob der Realist Hegel das nicht auch tut, ob für ihn tatsächlich der ‚Begriff‘ (oder die ‚Idee‘) der „Demiurg“, der eigentliche Schöpfer und Akteur der Geschichte ist, wie Marx ihm im berühmten Nachwort zur 2. Auflage des Kapital (MEW 23, 27) unterstellt.

Eine weitere, allgemeinere Frage wird schließlich sein, was unter Philosophie im Unterschied zu den Einzelwissenschaften zu verstehen ist, warum wir Philosophie überhaupt zusätzlich zu den Wissenschaften ‚brauchen‘.

Empfohlene Literatur:

Andreas Arndt, Geschichte und Freiheitsbewusstsein. Zur Dialektik der Freiheit bei Hegel und Marx, Verlag Eule der Minerva: Berlin 2015, 167 S., 15,- Euro. Daraus besonders Kapitel 10: „Marx und die Hegelsche Dialektik“, 124-133, und Kapitel 11: „Das vollendete Bewusstsein der Freiheit: Die absolute Idee“, S. 134-147.

Richard Sorg, Das Dialektische in Hegels „Wissenschaft der Logik“. Kommentierende Bemerkungen zum Schlusskapitel: „Die absolute Idee“, in: Aufhebung. Zeitschrift für dialektische Philosophie 8, 2016, S. 11-42

Weitere Literatur des Referenten:

Andreas Arndt, Was ist Dialektik? Anmerkungen zu Kant, Hegel und Marx, in: Das Argument (50) 2008, Heft 1, S. 37–48.

Ders., Karl Marx. Versuch über den Zusammenhang seiner Theorie. Durchgesehene und um ein Nachwort ergänzte zweite Auflage. Berlin: Akademie-Verlag 2011, 276 S. (1. Aufl. Bochum: Germinal 1985, 284 S.)

Aus dem Netz:

Wer denkt absolut? Die absolute Idee in Hegels „Wissenschaft der Logik“. In: Revista Eletronica Estudos Hegelianos Ano 9, no 16, Junho 2012, S. 22–33; http://www.hegelbrasil.org/Reh_16_02.pdf

(Interview) Warum heute noch Hegel? Über den Charakter, die historische Rezeption und Wirkung und die gegenwärtige Bedeutung der Hegelschen Philosophie (türkisch). In: Baykus: Felsefe Yazıları Dergisi, 2008, Heft 2. Deutsch auf der Website von A. Arndt: www.arndt-andreas.de

 

Eintritt frei. Für Spenden sind wir wie immer dankbar.

 

0

Schwerpunkt Antimilitarismus

 

Ratschlag von SDAJ und DKP stärkt Zusammenarbeit

Von Paul Rodermund

Paul Rodermund leitet die Jugendkommission der DKP

Rund 60 Mitglieder von DKP und SDAJ nahmen am vergangenen Wochenende in Berlin am jugendpolitischen und antimilitaristischen Ratschlag beider Organisationen teil. Beim Ratschlag wollten sie gemeinsame Orientierungen für die dringendsten Aufgaben der revolutionären Kräfte in der Friedensbewegung entwickeln, sich austauschen, wie Jugendliche für die antimilitaristische Arbeit gewonnen werden können und wie SDAJ und DKP besser zusammenarbeiten und sich stärken können.
DKP und SDAJ sehen einen Schwerpunkt ihrer Arbeit im Kampf für den Frieden. Der Ratschlag fand im Anschluss an die Friedensdemonstration vom 8. Oktober statt, die ein Beispiel für gemeinsame Aktion unterschiedlicher Teile der Friedensbewegung lieferte. Fast alle Bezirke der DKP und Landesverbände der SDAJ waren mit Leitungsmitgliedern beim Ratschlag vertreten.
Als Leiter der Friedenskommission der DKP leitete Björn Schmidt am Samstagabend in seinem Referat her, wie der relative ökonomische Aufschwung der BRICS-Staaten und der damit zusammenhängende Abstieg des westlichen Imperialismus auch eine militärische Konfrontation neuen Ausmaßes nach sich zieht. An der jeweiligen Haltung zu den beteiligten Konfliktparteien hatten sich die Akteure der Friedensbewegung in den letzten Jahren vielerorts geschieden. Schmidt plädierte in seinem Referat dafür ohne Illusionen in die Motive der russischen Politik ihre in der Wirkung aktuell objektive Übereinstimmung mit den Positionen der Friedensbewegung auch stärker in unserer Agitation und Bündnisarbeit zu berücksichtigen. Das Referat legte bewusst den Schwerpunkt auf Themen, die auch in DKP und SDAJ in den letzten Jahren kontrovers diskutiert worden waren. Die folgende Diskussion war von verschiedenen Positionen geprägt, aber auch von dem Bedürfnis, gemeinsame Orientierungen zu erarbeiten.
Am Folgetag standen konkretere Fragen der Friedensarbeit und Jugendpolitik auf dem Programm. Ein Workshop wertete die Erfahrungen aus, die die SDAJ in ihrer laufenden Kampagne mit dem „Outen“ von Kriegstreibern macht. Die Teilnehmer diskutierten, wie das Sofortprogramm der DKP in diese Arbeit einbezogen und wie die Aktionsform im Bundestagswahlkampf genutzt werden kann. Der zweite Workshop diskutierte Thesen zur aktuellen Flüchtlingspolitik und leitete konkrete Forderungen für gemeinsame Kämpfe auf Grundlage einer objektiv gemeinsamen Interessenlage her. Wie Arbeiter- und Friedensbewegung wieder zusammengebracht werden können, diskutierte ein dritter Workshop. Betont wurde, dass es sich bei betrieblichen Auseinandersetzungen lohne, auch stärker die Kosten für Kriegseinsätze den staatlichen Investitionen in Gesundheit und Soziales gegenüberzustellen. Um auch in den Gewerkschaften Diskussionen um Krieg und Frieden wieder stärker auf die Tagesordnung zu rücken, schlugen die Workshop-Teilnehmer vor, die Gründung friedenspolitischer Arbeitskreise anzugehen. Ein vierter Workshop befasste sich mit der Frage, wie es gelingen kann, mehr Jugendliche für antimilitaristische Arbeit zu gewinnen, und welche Organisationsformen es dafür braucht. Zurückgegriffen wurde dafür auch auf erste Erfahrungen, die die SDAJ mit der Gründung von „Offenen Antikriegstreffen“ sammeln konnte. In einem letzten Workshop ging es dann allgemeiner um die Frage, wie es gelingen kann, gemeinsam und geplant neue SDAJ-Gruppen zu gründen. Wenn es eine DKP-Gruppe gibt, ist es leichter, die SDAJ vor Ort aufzubauen, aber kein Selbstläufer.
Zum Abschluss des Ratschlags berieten die Teilnehmer für die jeweiligen Bundesländer, was die nächsten Schritte in der Zusammenarbeit von DKP und SDAJ sind. Die Jugendkommission der DKP plant die Ergebnisse des Ratschlags für die Parteigruppen bereitzustellen.

Seite 20 von 101« Erste...10...1819202122...304050...Letzte »