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Pressemitteilung der DKP Nordrhein-Westfalen

4. November 2016

DKP kandidiert zu den Landtagswahlen in NRW

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) tritt mit einer Landesliste zu den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017 an. Sie will sich in ihrem Wahlkampf sowohl gegen die unternehmerfreundliche Politik der Landesregierung als auch gegen die rechte Hetze der AfD richten. Ihre Forderungen hat sie in ihrem „Sofortprogramm für NRW“ zusammengefasst.

Bei ihrer Landesmitgliederversammlung am 23. Oktober beschlossen die DKP-Mitglieder der beiden Bezirksorganisationen Rheinland-Westfalen und Ruhr-Westfalen, zu den Landtagswahlen anzutreten und wählten eine Landesliste.

Auf den ersten drei Listenplätzen kandidieren:
Siw Mammitsch, Essen, 39 Jahre, Sozialwissenschaftlerin, Geschäftsführerin eines Mietervereins;

Peter Lommes, Krefeld, 60 Jahre, Kaufmann in der Wohnungswirtschaft, Vorsitzender des FB 13 im Verdi Bez. Linker Niederrhein und

Shabnam Shariatpanahi, Duisburg, 36 Jahre, mit Eltern im Alter von 12 Jahren aus politischen Gründen aus dem Iran geflüchtet, Diplom Pädagogin.

Außerdem will die DKP in mehreren Wahlkreisen Direktkandidaten aufstellen.

„Krieg ist Fluchtursache Nummer Eins“ – und: „Geld ist genug da – es muss umverteilt werden“, stellt die DKP NRW in ihrem Sofortprogramm fest, mit dem sie in den Landtagswahlkampf geht. Mit ihren Forderungen wollen die Kommunisten zeigen, dass eine andere Politik sofort die größten sozialen Probleme in NRW entschärfen könnte: Armut und Sozialabbau, die Integration der Flüchtlinge, die Explosion der Mieten und die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher. Die Voraussetzung sieht sie darin, die Kriegspolitik der Bundesregierung zu beenden und die größten Unternehmen zu zwingen, soziale Verbesserungen zu bezahlen. Die Spitzenkandidatin Siw Mammitzsch fasst zusammen: „Einheimische und Flüchtlinge haben dieselben Interessen, und sie haben dieselben Gegner: Die Banken und Konzerne, die von Armut und Krieg profitieren. Die DKP sagt: ‚Unsere Willkommenskultur heißt gemeinsam kämpfen‘.“ Die Kommunisten fordern zum Beispiel, aus öffentlichen Mitteln 40.000 Arbeitsplätze zu schaffen, die an den Krankenhäusern in NRW fehlen, und sofort mit dem Bau von 200.000 Sozialwohnungen zu beginnen.

Damit die DKP mit einer Landesliste kandidieren darf, muss sie die Unterschriften von 1.000 UnterstützerInnen vorlegen, für jeden Direktkandidaten außerdem 100 Unterschriften aus dem jeweiligen Wahlkreis. Die DKP hält dieses Verfahren, das kleinen Parteien erschwert zu kandidieren, für undemokratisch. Sie will die Diskussion mit möglichen Unterstützern jedoch dazu nutzen, um ihre Auffassungen bekannter zu machen.

Bei ihrer Landesmitgliederversammlung wählten die DKP-Mitglieder auch eine Landesliste für die Bundestagswahlen. Die DKP will flächendeckend mit Landeslisten zum Bundestag kandidieren. Bei vergangenen Wahlen hatte die DKP häufig die Linkspartei unterstützt. In der Diskussion bei der Versammlung machten die Mitglieder deutlich, dass sich die Kandidatur der DKP nicht gegen die Linkspartei richte, es gebe an einigen Punkten Gemeinsamkeiten. Sie gehen jedoch davon aus, dass die DKP am meisten zur Stärkung linker Kräfte beitragen kann, wenn sie für ihre eigenen, konsequent antikapitalistischen Auffassungen Unterstützer gewinnt.

Marion Köster, Bezirksvorsitzende DKP Ruhr-Westfalen
Wolfgang Bergmann, Bezirksvorstand DKP Rheinland-Westfalen

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Der Personalmangel in den Krankenhäusern ist eklatant. Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft ver.di haben es durch eine Vielzahl kreativer Aktionen wie den Nachtdienstcheck und „162 000 fehlen“ geschafft, die Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung in die Öffentlichkeit zu tragen.
Einen großen Erfolg haben die KollegInnen in der Berliner Charité erkämpft: In der Intensivpflege, der Kinderklinik und den Funktionsbereichen werden personelle Mindeststandards festgeschrieben, die sich an den Empfehlungen der Fachgesellschaften orientieren.
Vor diesem Hintergrund lädt die Kommission Betriebs- und Gewerkschaftspolitik beim Parteivorstand der DKP ein zu einem bundesweiten Branchentreffen für Beschäftigte in den Krankenhäusern. Diskutiert werden soll der Stand der Auseinandersetzung in der Personalbemessung sowie die Vernetzung interessierter Genossinnen und Genossen.

Die Beratung findet statt

am Samstag, 10. Dezember 2016,

von 11.15 Uhr bis 16.00 Uhr

im Haus der DKP,

Hoffnungstraße 18

in 45127 Essen.

Um Anmeldung wird gebeten:
dkp.pv@t-online.de

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Viele große Transparente und Fahnen, laute Parolen und Forderungen drückten auf dem Grabbe-Platz in Düsseldorf eindrucksvoll die Solidarität mit den Menschen von Kobane-Rojava in Nordsyrien aus. Auch die Düsseldorfer DKP war beim „Welt-Kobane-Tag“ vertreten.

Gegen die IS-Terroristen hatten sich die Kurden von den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ sowie von den internationalistischen Brigaden 134 Tage erfolgreich verteidigt, obwohl die IS-Milizen die Unterstützung aus der Türkei und von Saudi-Arabien, Katar und Kuweit bekommen.

Auf große Anerkennung stieß der Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Stadt. Kritisiert wurde das Embargo, mit dem die Grenzen von der Türkei und der kurdischen Regionalregierung (KRG) versperrt werden. Die Aufmerksamkeit wurde auf die Gefahr eines zweiten Kobane im Kanton Afrin gerichtet, das momentan von türkischen Streitkräften, der Freien Syrischen Armee und dem IS umzingelt sei.

Uwe Koopmann

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Wozu kandidieren?

Bezirksmitgliederversammlung der DKP Hessen zur Wahl der Landesliste

Die Frage wird oft vor dem Hintergrund der zu erwartenden 0,2 oder gar 0,3 Prozent gestellt. Hinzu kommt die Frage auch einiger Freunde, ob wir damit nicht der PDL schaden und ihr Stimmen wegnehmen.

Darauf gab der Bezirksvorsitzende der hessischen Organisation der DKP, Axel Koppey, eine klare Antwort, der auch in der Diskussion nicht widersprochen wurde:
Die Kandidatur der DKP ist dringend erforderlich, da wir Kommunisten die einzigen sein werden, die konsequent gegen Kriege, gegen die NATO und gegen jegliche Kriegsvorbereitungen auftritt.
Kriege dienen ausschließlich den Interessen des Kapitals, nicht nur der Rüstungspolitik.
Mit unserem antimilitaristischen Kampf, gerade auch gemeinsam mit der SDAJ und anderen Antimilitaristen, unterstützen wir jene in der PDL, die ebenfalls gegen Krieg und Verelendung auftreten. Ein wenig Druck von links, so wurde allgemein festgestellt, kann der PDL nicht schaden.

Die Aufstellung der Landesliste erfolgte einmütig; Kampfkandidaturen wurden nicht ausgefochten, was auch daran liegt, dass selbst für die Kandidaten auf den ersten Plätzen die Chancen auf ein Mandat für Berlin gering sind. Auf die ersten Plätze wurden gewählt:
Axel Koppey aus Offenbach, Erika Beltz aus Gießen und der Chefredakteur der UZ, Lucas Zeise. Insgesamt kandidieren 22 Genossinnen und Genossen zu Bundestagswahl

Welche Erfolge können wir im Wahlkampf erringen? Da es notwendig ist, 2000 Unterschriften für die Zulassung der Landesliste zu sammeln (Direktkandidaten 200), sind wir aufgefordert, Gespräche zu führen und unsere kommunistischen Positionen darzustellen. Aufgefordert sind wir ebenfalls mit unseren Genossinnen zu sprechen, um mehr von ihnen für den Wahlkampf zu gewinnen, als ihr Erscheinen auf der Liste vermuten lässt.
Wir verbreiten keine Illusionen. Die Verwirklichung der Forderung nach Überwindung von Elend und Arbeitslosigkeit, nach Frieden wird erst im Sozialismus möglich sein; dennoch müssen wir jetzt darum ringen und in diesem Kampf die dem Kapitalismus innewohnende Logik deutlich machen und aufzeigen: Es geht um die Machtfrage, also um die Eigentumsfrage.
Michael Beltz

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„Roter Pfeffer ins Dürener Rathaus“– unter diesem Motto wurde am Dienstag, 18. Oktober 2016, ein einer öffentlichen Veranstaltung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) Düren über Kommunalpolitik diskutiert. Als Gast für diese gut besuchte Versammlung im Kulturzentrum Düren (KOMM) konnte das Bezirksvorstandsmitglied Uwe Koopmann gewonnen werden. Koopmann, der selbst zehn Jahre für die DKP im Rathaus von Düsseldorf-Gerresheim engagiert war, konnte anhand konkret gemachter Erfahrungen recht gelungen ein Bild davon entwerfen, wie kommunistische Kommunalpolitik auszusehen hat.

Aktuelles Beispiel: Die DKP setzte sich in einer außerparlamentarischen Aktion dafür ein, die Hans-Günther-Sohl-Straße in Düsseldorf umzubenennen. Offensichtlich war ausgeblendet worden, dass der Industriemagnat von 1933 bis 1945 NSDAP-Mitglied und Wehrwirtschaftsführer war. In der anschließenden Diskussion  einigten sich die Teilnehmer/innen: Arbeit, Soziales, Umwelt sowie Antifaschismus und Antimilitarismus sollen zukünftig Schwerpunkte für DKP-Kommunalpolitik in Düren sein.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde das langjährige Mitglied der kommunistischen Bewegung (erst KPD, dann DKP) Barthel Rankers geehrt. Schon in seiner Jugend war der heute 88jährige Rankers aktiv im Kampf gegen Remilitarisierung, für ein friedliches und einiges Deutschland. Dafür wurde er von der Adenauer-Justiz verfolgt. Aus einem kommunistischen Elternhaus stammend ist er bis heute unermüdlich als Zeitzeuge und von allen geachtete kommunistische Persönlichkeit Teil der Dürener Öffentlichkeit. Als Delegierter der IG-Metall-Senioren ist er in Düren immer noch gewerkschaftlich aktiv. Für sein jahrzehntelanges gewerkschaftliches Engagement wurde er 2003 mit der höchsten Auszeichnung des DGB, der „Hans-Böckler-Medaille“,  ausgezeichnet.
Heiner Krüger
Bild:
Aus dem Fundus der Kommunalpolitik: DKP aktiv auf der Straße
Foto: Heiner Krüger
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 Von LZ

Es ist wie in anderen Zeitungen auch in der UZ nicht üblich, die Leser darüber zu informieren, wenn die Zusammenarbeit mit einem Autor oder, wie im aktuellen Fall mit einem Karikaturisten, beendet wird. Bei Bernd Bücking machen wir eine Ausnahme, weil andere und er selbst öffentlich darüber reden und schreiben. Zwei Leserbriefe auf dieser Seite beschäftigen sich mit der Frage.

Bernd hat viele Jahre für die UZ Karikaturen gezeichnet und, in seinem Fall kann man auch sagen, geschrieben. Er hat mit seinen Karikaturen das Bild der UZ mitgeprägt. Wir danken ihm herzlich und aufrichtig dafür.

Dem widerspricht nicht, dass es gute Gründe gibt, weshalb sich die Redaktion der UZ entschlossen hat, auf die Veröffentlichung seiner Karikaturen künftig zu verzichten. Die Unzufriedenheit mit den Karikaturen gab es schon lange, aber, wie das so ist, nicht bei allen Genossinnen und Genossen der Redaktion. Man kann diese Gründe vielleicht so zusammenfassen: zu viel Worte, zu grob, zu schwer und schlicht und daher auch unwitzig. Das ist eine ungenaue, wenig detaillierte und selbstverständlich anfechtbare Kritik. Sie gab es auch aus der Leserschaft. Wahrscheinlich würden andere die Kritik anders formulieren, und es wäre normalerweise auch nicht angemessen, über sie in der Zeitung öffentlich zu diskutieren.

Bernds Ausstellung von Karikaturen auf dem UZ-Pressefest hat nun dazu geführt, dass sich auch noch weitere Genossen über seine Karikaturen geärgert haben und der Parteivorstand Bernds Karikaturen als „antikommunistisch“ bezeichnet hat. Bernds auf dem Pressefest präsentierte Zeichnungen waren sprichwörtlich der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Wir haben Bernd gegenüber unsere Gründe für das Ende der Zusammenarbeit erläutert und betont, dass die politische Auseinandersetzung bei der Entscheidung nicht im Vordergrund stand, aber eine Rolle gespielt hat. Es ist schließlich nicht entscheidend, ob Karikaturen nun als politisch verfehlt oder als ästhetisch schlecht beurteilt werden. Wahrscheinlich hängt beides zusammen. Aber wenn man zu einem solchen Urteil kommt, muss man die enge Zusammenarbeit beenden.

Die Betonung liegt hier auf „eng“. Denn zusammenarbeiten werden wir hoffentlich weiter. Nur der für die Redaktion angenehme Zustand, dass Bernd zuverlässig und pünktlich Karikaturen ablieferte, wofür wir ihm noch einmal danken, ist beendet. Es ist nicht nur ein versöhnlerisches Schwänzchen, wenn wir hinzufügen: Trotz der Differenzen, die wir in aktuellen Fragen haben, geben wir uns weiter Mühe, solidarisch und respektvoll miteinander umzugehen.

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DKP wählt Landeslisten

Pressemitteilung des DKP-Parteivorstands, 26. Oktober 2016

Kommunisten wollen im Bundestagswahlkampf die Ursachen von Krieg, Flucht und Armut benennen

In bisher sieben Bundesländern hat die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ihre Kandidatinnen und Kandidaten für Bundestagswahl gewählt, darunter die Sängerin und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano und der Chefredakteur der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“, Lucas Zeise. Mit ihrem Sofortprogramm will die DKP im Wahlkampf die Verursacher von Armut, Krieg und Flucht benennen und zeigen, dass es das gemeinsame Interesse aller arbeitenden Menschen ist, gegen rassistische Hetze und die asoziale Politik der Bundesregierung zu kämpfen.

Am vergangenen Wochenende wählten die DKP-Mitglieder in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ihre Kandidaten, in Hessen und Schleswig-Holstein hatten die DKP-Mitglieder schon vorher Listen aufgestellt. In den anderen Bundesländern haben die für die Wahl einer Landesliste nötigen Landesmitgliederversammlungen noch nicht stattgefunden.

Für die DKP kandidieren unter anderem die Sängerin und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano (Hamburg), der Chefredakteur der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“ Lucas Zeise (Hessen) und der Parteivorsitzende Patrik Köbele (NRW). Darüber hinaus stehen Aktive aus Gewerkschaften und Bewegungen und Mitglieder der SDAJ auf den bisher gewählten Listen.

Die DKP will auf Grundlage ihres Sofortprogramms „Geben wir uns fünf“ in den Wahlkampf gehen. Dieses Programm benennt die Ursachen und Verursacher von Armut, Krieg und Flucht. Die Forderungen, mit denen die dringendsten sozialen Probleme verringert werden könnten, zeigen: Alle arbeitenden Menschen haben gemeinsame Interessen – unabhängig von Pass, Alter, Beschäftigungsform. „Die Ursachen von Krieg, Flucht und Armut zu benennen, die Verursacher ins Visier zu nehmen – das wird die Grundlinie unseres Wahlkampfes sein“, sagte Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP.

Um tatsächlich auf dem Wahlzettel zu stehen müssen die DKP-Mitglieder Unterstützerunterschriften sammeln. Die DKP hält dieses Verfahren, das kleinen Parteien den Wahlantritt erschwert, für undemokratisch, will aber die Unterschriftensammlung dafür nutzen, um ihre Inhalte bekannter zu machen. In den meisten Ländern muss die DKP 2.000 Unterschriften nachweisen.

Einen Bericht über die Landesmitgliederversammlungen der DKP finden Sie in UZ vom 28.10. (unsere-zeit.de).

Das Sofortprogramm „Geben wir uns Fünf“ der DKP finden Sie hier.

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Die DKP tritt in Bayern mit einer Landesliste zur Bundestagswahl 2017 an. Das beschloss am 23. Oktober eine Landesmitgliederversammlung der bayerischen Kommunistinnen und Kommunisten in Nürnberg. Mit mehr als 82 Prozent Zustimmung der rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fiel diese Entscheidung mit deutlicher Mehrheit, nachdem zuvor noch einmal über das Für und Wider eines eigenständigen Antretens diskutiert worden war.Die Liste umfasst eine Kandidatin und sechs Kandidaten aus allen Teilen Bayerns. Die Liste wird angeführt von Raimund »Hacki« Münder aus München, gefolgt von Gunhild Hartung aus Nürnberg. Ebenfalls vertreten ist Tom Talsky, der bayerische Landesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Alle Nominierten wurden einstimmig als KandidatInnen bestätigt.Zu Beginn der Versammlung hatten der Bezirksvorsitzende der DKP Nordbayern, Gustl Ballin, und der Parteivorsitzende Patrik Köbele in kurzen Referaten die Ziele des Wahlkampfs umrissen. Hauptgegner in Bayern sei die CSU, betonte Ballin. Diese verfolge eine Politik, die den Überwachungsstaat ausbaue und 2000 neue Polizisten einstelle, während zugleich bei Kindertagesstätten Personal abgebaut werde. Aus dieser Konzentration gegen die CSU und die anderen bürgerlichen Parteien ergebe sich auch, dass sich die Kandidatur und der Wahlkampf der DKP nicht gegen die Partei Die Linke richte. Selbst wenn man zur Wahl der Linkspartei aufrufen würde, sei es so, dass potentielle Wählerinnen und Wähler der DKP einem solchen Aufruf nicht unbedingt folgen würden. Der DKP müsse es um die Stärkung der eigenen Partei gehen. Ballin protestierte auch gegen die Schikane des »Verfassungsschutzes« gegen den Münchner DKP-Genossen Kerem Schamberger, dessen Anstellung an der Ludwig-Maximilians-Universität durch die Spitzel blockiert wird. Die Versammlung verabschiedete einstimmig eine Solidaritätsresolution mit Schamberger:

Lieber Genosse Kerem,

aus der Süddeutschen Zeitung mussten wir erfahren, dass deine Stelle als Doktorand an der LMU München gefährdet ist, weil der Verfassungsschutz seit Monaten prüfen muss, ob du diese Stelle erhalten kannst. Es ist beschämend, dass die Universität, deren Professor Michael Meyer dich gerne als Doktorand an seinem Lehrstuhl haben würde, vorab beim Verfassungsschutz um Genehmigung nachfragen muss.
Wir erwarten, dass die Universität München sich diese Bevormundung nicht gefallen lassen wird.
Wir hoffen, dass es für dich kein Berufsverbot geben wird und du deine berufliche und wissenschaftliche Laufbahn einschlagen kannst, wie du es dir wünschst.

Es grüßen dich solidarisch

die an der Landesmitgliederversammlung Bayern der DKP teilnehmenden Genossinnen und Genossen

Nürnberg, 23.10.2016

(Einstimmig angenommen)

Patrik Köbele ging auf Argumente ein, nach denen die DKP zu schwach für eine Kandidatur sei. Man brauche keine Angst zu haben, dass die Wahlen die eigene Schwäche offenlegten – diese sei ja kein Geheimnis. Es werde die Lage aber nicht bessern, die eigene Schwäche zu beklagen, so Köbele. Es komme darauf an, die Situation zu verändern und stärker zu werden. Dazu könne das Antreten bei der Wahl einen Beitrag leisten. Er warnte zugleich vor Illusionen in die Linkspartei. Diese sei längst in die Verwaltung des Kapitalismus eingebunden. Deshalb habe die DKP eine historische Verantwortung – die kommunistische Stimme dürfe nicht fehlen, dem deutschen Imperialismus müsse entschiedener Widerstand entgegengesetzt werden. Köbele verwies auf das Sofortprogramm der DKP, mit dem im Wahlkampf gearbeitet werden müsse. Es enthalte viele vernünftige Forderungen wie die nach bezahlbarem Wohnraum oder einem Ausbau des Gesundheitswesens. Diese könnten nur von Leuten abgelehnt werden, die aus den Notständen Profite schlagen. Bei allen anderen Menschen könne man über diese Punkte ins Gespräch kommen.

Vor den bayerischen Kommunistinnen und Kommunisten steht nun die vom Bundeswahlgesetz auferlegte Hürde der Sammlung von mindestens 2000 Unterschriften, damit die Partei im Freistaat auf dem Stimmzettel steht. Die DKP kritisiert diese Forderung als undemokratisches Hindernis, durch das unliebsame Stimmen ausgegrenzt werden sollen. Sie wird die Unterschriftensammlung jedoch nutzen, um über ihre Politik und Forderungen zu informieren.

Zur Koordination des Wahlkampfs der Gruppen, Kreise und Bezirke soll eine Wahl-AG gebildet werden, die möglichst schnell ihre Arbeit aufnehmen wird.

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Neue Inernet-Seite der DKP

In Vorbereitung der Kandidatur der DKP zu den Bundestagswahlen 2017 haben bayerische KommunisInnen eine neue Internet-Seite eingerichtet. Hier zum Anklicken:

DKP Bayern

 

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DKP queer fordert eine Straße für Ronald M. Schernikau

Von Wolfgang Sluga

„Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.“ So Ronald M. Schernikau auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR, 1. März 1990
Nach diesem Kongress blieben unserem Genossen Ronald M. Schernikau noch 595 Tage. Von den 31 Jahren seines Lebens hat er zehn Jahre mehrheitlich in der DDR verbracht, sieben davon als deren Bürger: Die ersten sechs in Magdeburg, 1986 erfolgt die „Heimkehr“, am 1. September 1989 erhält er die DDR-Staatsbürgerschaft. Die DDR lebt danach noch ein Jahr, Schernikau wiederum überlebt die DDR nicht lange. Er starb, am 20. Oktober 1991 an AIDS.

Wer war dieser Mensch? Ronald M. Schernikau wird am 11. Juli 1960 in Magdeburg, DDR, geboren. Ab 1966 wächst er in Lehrte, einer Kleinstadt nahe Hannover, BRD, auf. Mit 14 kommt er zur SDAJ, 16-jährig wird er Mitglied der DKP.
Mutter und Sohn begehen 1966 Republikflucht, nicht um in den „goldenen Westen“ zu kommen und auch nicht „wegen was Politischem“, wie Ellen Schernikau immer wieder betont. Es geschah aus Liebe. Ronalds Vater hatte Ellen immer wieder bedrängt zu ihm in den Westen zu kommen. Irgendwann gab sie dem Drängen nach und schon waren sie, ihr Sohn und noch zwei weitere im Kofferaum eines Schleusers. Doch kaum in der BRD angekommen, zeigte sich das wahre Gesicht des Erzeugers von Ronald: Er hatte schon eine Familie und im Wohnzimmer hing ein Hakenkreuz. Ellen erzog ihren Sohn im Sinne des Sozialismus. Kinder und Jugendbücher werden in der DDR bestellt, die Sender DDR1 und DDR2 konnten in Lehrte empfangen werden.
Wenige Wochen vor seinem Abitur erscheint 1980 „Kleinstadtnovelle“ im Rotbuchverlag, an der er 16-jährig, in seinem Zimmer, ohne Wissen Ellens zu schreiben begonnen hatte.Mit 20 zieht Ronald zum „Schreiben, Schwulsein, Kommunistsein“ nach Westberlin. er tritt in die Sozialistische Einheitspartei Westberlins, SEW, über und beginnt an der FU Germanistik, Philosophie und Psychologie zu studieren. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Satzarbeiten und als Babysitter, denn sein Stammverlag lehnt ein Manuskript nach dem anderen ab. Er veröffentlicht in vielen bedeutenden linken und schwulen Medien. So schreibt er für das SEW-Zentralorgan „Die Wahrheit“, die „Deutsche Volkszeitung“ und das Schwulenmagazin „Siegessäule“. Zu dieser Zeit ist er manchem allerdings nur als „Tuntendiva“ bei „Ladies Neid“ im SchwuZ bekannt. Ronald liebt den DDR-Schlager und schreibt für Marianne Rosenbergs LP „Spiegelbilder“ ein Lied über einen anderen Ronald. Im Lied „Amerika“ geht es um Ronald Reagan.
Nach dem Kulturabkommen zwischen DDR, BRD und Westberlin im Mai 1986 wird Ronald als erster und einziger Westdeutscher/Westberliner am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig mit Dauervisum zum Studium zugelassen. 1989 schließt er das Studium erfolgreich ab.
Am 18. Januar 1990 gab er der DDR-Zeitschrift „Temperamente“ ein Interview. Thomas Blume, Redakteur der Zeitschrift, fragte: „Was reizt dich denn an der DDR?“ Schernikau gab ihm eine für ihn typische Antwort: „Es ist wirklich ein ganz egoistischer Grund: In der DDR werden die besseren Bücher geschrieben. Und natürlich mache ich den idealistischen Umkehrschluss: Wenn man in der DDR lebt, schreibt man die besseren Bücher. Auch wenn das logisch nicht haltbar ist.“
Rückwirkend betrachtet hat Ronald M. Schernikau mit vielem Recht behalten, auch wenn er damals von vielen dafür belächelt oder gar angefeindet wurde. Zwei Zitate von ihm, beide von Anfang 1990: „Noch am vierten November, auf dieser riesigen Demo, hätte ich meine rechte Hand darauf verwettet, dass es keine einzige Person in der Deutschen Demokratischen Republik gibt, die die Wiedervereinigung will. (…) (Die Konterrevolution) war eine konzertierte Aktion gegen den Weltgeist. Aber da ich unsterblich bin, nimmt mir das meinen Historischen Optimismus noch lange nicht.“
„Was die Öffnung der Mauer zum Beispiel bedeutet, ist das Signal: Ihr könnt teilhaben an den Bananen. Ich halte die Banane für ein ganz gutes Symbol. Es hat was Orales, man fühlt sich in frühkindliche Phasen versetzt. Und es hat was von Imperialismus. Das sind unsere Bananen. Und wir kriegen die.“
Im Juni 1990 kam die Diagnose AIDS. Er nahm den Kampf gegen die Zeit auf, er will sein Lebenswerk vollenden, das eintausend Seiten umfassende Werk „Legende“! Acht Jahre nach Ronalds Tod erscheint es.
Den 25. Todestag von Ronald M. Schernikau nahm DKP queer zum Anlass seines 32. Bundestreffens in Berlin am vergangenen Wochenende. Der Samstag stand ganz im Zeichen von RMS. Es wird eine Aktion vor seiner letzten Wohnung geben, denn DKP queer fordert die Umbenennung der Cecilienstraße in Ronald-M.-Schernikau-Straße.
Unvergessen – Ronald M. Schernikau!

(Text leicht verändert und gekürzt durch news.dkp.de)

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