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30. September 2015

Die Behörden zählten im ersten Halbjahr 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 76 Veranstaltungen der rechtsextremistischen Szene. Darunter fallen größere Demonstrationen, ein Kinderfest in Jamel, aber auch Kundgebungen und Mahnwachen mit wenigen Teilnehmern. Drei Konzerte, eines mit 250 braunen Musikfreunden, wurden aktenkundig.

Demo in Wismar (Foto: ENDSTATION RECHTS., Archiv)

Im ersten Halbjahr stellten Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine. Beginnend mit einer Kundgebung des NPD-Kreisverbandes Westmecklenburg gegen „Islamischen Terror: gestern in London, heute Paris, morgen bei uns“ am 7. Januar in Schwerin bis zum 26. Juni, als die „Kameraden“ des NPD-Verbandes Mecklenburgische Seenplatte gegen „Asylbetrug“ auf die Straße gingen, organisierte die Szene 76 unterschiedliche Aktivitäten. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Barbara Borchardt hervor, die ENDSTATION RECHTS. vorliegt.

Die Teilnehmerzahlen bewegten sich oft im zweistelligen Bereich. Die meisten Anhänger (320) mobilisierte die NPD zu ihrer traditionellen 1. Mai-Demonstration in Neubrandenburg. Überdurchschnittlichen Zuspruch fanden außerdem mit 200 Unterstützern der Aufmarsch in Demmin am 8. Mai, ein Kinderfest mit Sonnenwendfeier am 20. Juni in Jamel mit der gleichen Anzahl an Personen oder die Demonstration der NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Schöner uns sicherer Wohnen“ in Torgelow, bei der sich 150 Neonazis einreihten.

Anlaufpunkt Szeneimmobilien

Erneut fanden interne Treffen hohen Anklang. Laut der Aufstellung des Innenministeriums folgten 150 NPD-Sympathisanten der Einladung der Partei zum Landesparteitag mit anschließendem Neujahrsempfang nach Anklam. Dort steht eine der wichtigsten Szeneimmobilien an der Ostsee. In der früheren Kaufhalle haben neben dem Landesverband der rechtsextremistischen Partei die „Pommersche Volksbibliothek“ oder der Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski mit seinem Anwaltsbüro Räume bezogen.

Das Thinghaus in Grevesmühlen ist für die Szene im Westen weiterhin ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Die dort monatlich stattfindenden „Kneipenabende“ ziehen regelmäßig zwischen 60 und 100 Neonazis, nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch aus den anderen Bundesländern, an. „Zeitzeugenabende“ wirken ebenfalls als Publikumsmagneten.

Konzerte und Straftaten

Bereits seit einigen Monaten sind Konzerte im Thinghaus durch behördliche Auflagen erschwert. Allerdings zählten die Behörden in den ersten sechs Monaten landesweit drei Konzerte. Am 11. April trafen sich nach Behördenangaben 250 Rechtsrock-Fans in Salchow. Zwei weitere Hassmusik-Events, einer in Stralsund (50 Besucher), einer in Steinhagen (120 Besucher), gingen im Mai und im Juni über die Bühne.

Immer wieder stellte die Polizei bei der verschiedenen Veranstaltungen Gesetzesübertritte fest. Neben Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, ermittelten die Beamten wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder Beleidigung. Am 1. Mai wurden außerdem zwei Gefährliche Körperverletzungen aufgenommen. In Güstrow, wo am 21. März Neonazis demonstrierten, wurde sogar ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz aktenkundig.

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Ein Beitrag von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP in der jungen Welt vom 2. Oktober 2015

Sozialismus in der DDR lassen sich an den heutigen Zuständen ablesen…

…Kriege, Not, Elend und ein deutscher Imperialismus, der wieder einmal auf dem Sprung ist.

Der 3. Oktober 1990 war ein schwarzer Tag für die gesamte Linke in Deutschland und darüber hinaus. Die Ereignisse und Entwicklungen, die an dieses Datum geknüpft sind, fügten ihr eine schwere Niederlage zu, von der sie sich bis heute nicht erholt hat. Verkümmerung und Verfall, Resignation und Orientierungslosigkeit waren das unmittelbare Ergebnis, das noch immer das Fortkommen einer grundsätzlichen Opposition lähmt. Auch wenn damit noch lange keine Lösung geboten wird, spricht viel dafür, sich des eigenen Erbes zu besinnen, auch und vor allem angesichts der gegenwärtigen Misere. Oder anders gesagt: Das Verhältnis zum realen Sozialismus in Europa und im Speziellen zur DDR ist für jeden Linken ein Prüfstein, der ehrlich den Anspruch hat, den gegenwärtigen Kapitalismus zu überwinden und eine sozialistische Entwicklung einzuleiten.

Nostalgisch ist daran nichts. Gewiss, der Sozialismus in Europa bzw. der Sozialismus in der DDR war am Ende zu schwach, zu ausgezehrt, zu zerrüttet, um den inneren Widersprüchen zu begegnen, die Angriffe von außen abzuwehren, den konterrevolutionären Bestrebungen entgegenzutreten. Dem Imperialismus nun aber vorzuwerfen, dass er diesen Zustand herbeigeführt, gefördert und ausgenutzt hat, ergibt wenig Sinn, das war sein Job und wird es bei Strafe seines Untergangs immer sein. Gleichwohl, eine gründliche Analyse, wie es soweit kommen konnte, bleibt unverzichtbar, wenn weiterhin die Absicht besteht, daraus die notwendigen Konsequenzen für einen erneuten Anlauf, einen erneuten Ausbruch aus dem Kapitalismus zu ziehen.

Das aber wird nur gelingen, wenn man sich grundsätzlich auf die Seite des Sozialismus stellt, so, wie er sein soll, aber eben auch so, wie er war. Man entschuldigt sich nicht beim Klassengegner – nicht für die einstmalige Verteidigung des Sozialismus und auch nicht für dabei gemachte Fehler. An einer Fehleranalyse hat dieser Klassengegner nämlich naturgemäß kein Interesse. Bei SPD und Grünen, die irgendwann einmal zumindest vorgaben, etwas anderes zu wollen als die reine Bewahrung des Kapitalismus, verhält es sich nicht unbedingt anders. Um gar nicht in die Nähe einer Sympathie für den gewesenen wie den zukünftigen Sozialismus zu geraten, bitten sie um nachträgliche Entschuldigung für das Wagnis der Überwindung des Kapitalismus, leisten Abbitte für ehemals radikalere Positionen, wünschen Pardon für die Enteignung der Faschismusförderer und Kriegsverbrecher, der Großkonzerne und Junker. Es geht ihnen um die Verbreitung ihrer »Wahrheit«: Der Sozialismus hatte keine Fehler, der Sozialismus war der Fehler. Bedauerlicherweise lässt sich auch von der Linkspartei bzw. ihrer Vorgängerorganisation nicht behaupten, dass sie in dieser Frage Haltung bewiesen hätte. Das Bekenntnis zu einem wie auch immer gestalteten Sozialismus ist zwar nach wie vor programmatisch verankert, ein Bezug zur Vergangenheit in den letzten Jahren aber weitgehend gekappt worden. Das Bedürfnis, sich für die Taten oder Untaten der DDR entschuldigen zu müssen, erschien so zwanghaft, dass man sich fragen musste, wann eigentlich das nächste »Mea culpa« ausgesprochen würde. Signalisiert wird damit: Auch wir wollen mit dem gewesenen Sozialismus nichts mehr zu tun haben. Dabei gibt es gute Gründe, sich seiner zu erinnern.

Von der Kette gelassen

Auch als es ihn gab, hatte der Imperialismus nicht aufgehört, das zu tun, was er am besten kann und was ihn so verabscheuungswürdig macht: Er raubte, er mordete, er führte Krieg. Letzteres besonders brutal auch und gerade gegen Versuche, eine Gesellschaft jenseits von Unterwerfung, Kolonialismus und Kapitalismus zu errichten, wie in Korea und Vietnam. Gleichwohl zwang dieser Sozialismus seinen Kontrahenten zu einer veränderten Strategie. Der jederzeitige offene Einsatz des Militärs war ihm nicht mehr ohne weiteres möglich. Zugleich nivellierte der Sozialismus die Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten so stark, dass diese Kriege gegeneinander unterließen und auch kaum mehr ihre Stellvertreterkriege untereinander ausfochten. Anders als irgendwann einmal behauptet, war der Imperialismus zu keiner Zeit »friedensfähig«. Aber der reale Sozialismus zwang ihn zu einer relativen Friedlichkeit.

Das war einmal. Heute erleben wir eine Welt, in der Krieg wieder zum Normalzustand geworden ist. Seit der durch SPD und Grüne organisierten Teilnahme der Bundeswehr am völkerrechtswidrigen Bombardement gegen Jugoslawien 1999 ist auch der deutsche Imperialismus wieder dabei. Nach dem Ende der DDR konnte er sich von einem quasi gefesselten Imperialismus zu einer Macht entwickeln, die über die Kontrolle des EU-Hinterlands daran arbeitet, den Abstand zum US-Imperialismus zu verringern. Dabei gilt jedoch: Der Jugoslawien-Krieg hätte im Falle einer da noch existierenden DDR nie stattgefunden, die derzeit schlimmste Gefahr für den Frieden, die NATO-Osterweiterung, wäre ohne Umwälzung der ehedem sozialistischen Staaten nicht möglich gewesen. Die Vorstellung, mit militärischen Mitteln ließe sich unter den obwaltenden Umständen irgendetwas zum Besseren wenden, weisen Kommunisten als illusionär und verhängnisvoll zurück. Zudem darf angenommen werden, dass eine Billigung von Kriegseinsätzen ganz gleich welcher Art die letzte Bedingung einer Regierungsbeteiligung darstellt. Kräfte in- und außerhalb der Linkspartei arbeiten seit langem daran, dieses Ticket zu lösen. Die ersten Schritte sind längst gegangen, ehemals konsequente Positionen bereits unterminiert. Wenig spricht dafür, dass dieser Trend zu stoppen ist.

Weltweit 60 Millionen Menschen befinden sich in diesen Tagen auf der Flucht, Tausende ertrinken im Mittelmeer, etliche ersticken in Lkw. Und in diesem Land finden erneut rechte Aufmärsche gegen Flüchtlinge statt, ereignen sich beinahe täglich Anschläge auf deren Unterbringungsstätten. Die katastrophalen Ausmaße dieser Zustände stehen in einem ursächlichen Zusammenhang mit einem System, das infolge seines alles beherrschenden Profit-, Konkurrenz- und Ausbeutungsprinzips gleichsam naturwüchsig Elend, Not und Krieg produziert.

Angesichts dessen ist eine zweite Leistung des Sozialismus kaum in ihrer historischen Größe zu erfassen. Er ermöglichte und förderte (politisch, finanziell und teilweise auch durch militärische Unterstützung) die Zurückdrängung von Kolonialismus und Neokolonialismus. Befreiungsbewegungen in den damals direkt abhängigen Ländern konnten genauso auf die Unterstützung der DDR zählen wie fortschrittliche und Friedenskräfte in den kapitalistischen. Da floss viel Geld, auch an die DKP, genauso wie an Kräfte der Friedens- und der antifaschistischen Bewegung in der BRD. Viele wussten das, einige schämten sich deswegen. Aber musste sich die DDR dafür schämen, dass sie das tat? Sicher nicht. Der Imperialismus finanzierte seinerseits die Konterrevolutionen in Chile und Portugal und lieferte Waffen zur Liquidierung der Fortschrittskräfte weltweit.

Formieren und niederwalzen

Deutlich ist heute spürbar, was zu Zeiten der Existenz des realen Sozialismus mancher Gewerkschafter nur hinter vorgehaltener Hand aussprach: Die DDR saß bei Tarifgesprächen als unsichtbarer Verhandlungspartner mit am Tisch. Zu manchem Zugeständnis war das Kapital damals bereit. Denn der BRD kam auch eine Schaufensterfunktion zu: Es sollte ein Land präsentiert werden, das »Wohlstand für alle« garantierte und ein schier unerschöpfliches Warenreservoir zu bieten hatte; ein Land zumal, in dem die Integration der Arbeiterklasse großenteils gelingt und die Sozialstaatsillusion weitgehend verfängt. Alles wurde anders mit dem Datum 3. Oktober 1990. Die Zerschlagung der Industrie in der DDR und eine wachsende Massenarbeitslosigkeit in ganz Deutschland waren geeignete Anknüpfungspunkte für eine Offensive des Kapitals. Wie so oft in solchen Fällen bediente man sich zur Ausführung der schlimmsten Angriffe auf die Rechte und Errungenschaften der Arbeiterbewegung deren immer noch maßgebenden und einflussreichen Teils – der alten Sozialdemokratie. Agenda 2010 und Hartz-Gesetze waren die Waffen, mit denen man Deutschland im Verhältnis zu seiner Produktivität zu einem Niedriglohnland zurechtstutzte. Das wiederum schuf die Voraussetzung dafür, die übrigen Staaten der EU – der Beseitigung der Zollschranken und der Einführung des Euro sei Dank – mit deutschen Exportwaren zu überschwemmen, niederzuwalzen, auszupowern.

Exportorientierung und Strukturreformen auf der einen, der Verlust einer über den Kapitalismus hinausgehenden Perspektive seitens reformistischer politischer Kräfte und der Gewerkschaften – auch eine Folge der Ergebnisse des 3. Oktober 1990 – auf der anderen Seite ließen die Ideologie der Standortlogik innerhalb der Arbeiterbewegung triumphieren. Die unreflektierte Hinnahme dieser Ideologie vor allem bei den Funktionären der Arbeiterbewegung, die auf die Bewusstseinsbildung der gesamten Klasse keinen unerheblichen Einfluss ausüben, hatte und hat verheerende Folgen. Denn sie suggeriert, es gebe eine Interessenübereinstimmung zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Herrschenden und Beherrschten.

Die Akzeptanz einer solchen Behauptung ist aber die Bedingung, den Nationalismus massenwirksam werden zu lassen. Beispiele, auf welche Weise dieser Nationalismus geschürt werden kann, sind in der jüngeren Zeit hinlänglich bekannt geworden. Prominent und hässlich ist da der, wenn nicht medial ersonnene, so zumindest schrill verstärkte Ruf: »Wir zahlen nicht für faule Griechen«. Zum Zwecke einer Formierung aller Deutschen richtet sich so etwas dann schnell gegen die Flüchtlinge, denen unterstellt wird, sie seien »Wirtschaftsflüchtlinge«, die ohne Gegenleistung vom im Schweiße unseres Angesichts erarbeiteten Wohlstand profitieren wollten und daher schnellstmöglich in »sichere Drittstaaten« abgeschoben gehörten.

Eine solche nationalistische Formierung vermag immer auch der Aggression nach außen zu dienen, wie sich das in der Feindmarkierung »des Russen« im Zuge der Ukraine-Krise wieder einmal beobachten ließ. Die Kommunisten in der BRD gehen davon aus, dass eine wachsende Aggressivität des deutschen Imperialismus nach innen und nach außen bevorsteht. Die weitgehende ideologische Entwaffnung der Arbeiterbewegung stellt dabei eine erhebliche Gefahr dar. Gleichwohl müssen auf der Grundlage dieser Einschätzung Wege für ein gemeinsames Handeln aller Linken und der Kräfte des Friedens gefunden werden.

Der Widerspenstigen Zähmung

Eine weitere Entwicklung seit dem 3. Oktober 1990 ist in Augenschein zu nehmen bzw. darf von denjenigen, die noch auf irgendeine Weise an einer gesellschaftsverändernden Perspektive festhalten wollen, nicht übersehen werden. In der DDR wurden Fehler im Umgang mit der Macht begangen. Hauptmoment der Schwäche dieses Staates gegen Ende seiner Existenz war, dass die Arbeiterklasse kein Bewusstsein mehr von ihrer führenden Rolle besaß und die kommunistische Partei das Vertrauen ebendieser Klasse eingebüßt hatte. Dieser Umstand ist nach wie vor gründlich zu analysieren, anstatt ihn, wie es heute in der Regel geschieht, moralisch zu bewerten.

Mangelhafte Analyse ist auch mit Blick auf das kapitalistische Deutschland in seiner politischen Form der bürgerlichen Demokratie festzustellen. Da wird nicht mehr nach seinem Wesen als Herrschaft des Kapitals bzw. des Monopolkapitals gefragt, und über die Fragen der Macht zu reden, gilt als unfein. Das entwaffnet die Linkskräfte, lässt sie durch ihre bloße Parlamentsfixierung verkümmern. Gegen den Kampf um und in bürgerlichen Parlamenten ist nichts einzuwenden, er sollte auch nicht unterschätzt werden. Sobald man allerdings dem Trugschluss aufsitzt, sie seien die realen Stätten der Macht, hat man die Erkenntnisse der politischen Ökonomie und der marxistischen Staatstheorie ad acta gelegt. In den Parlamenten kann dann ungestört geschehen, was eine der Funktionen der Parlamente ist: der Widerspenstigen Zähmung. Der Vorgang lässt sich dieser Tage einmal mehr im Bundestag beobachten.

In der DDR war das Recht auf Arbeit verwirklicht, Arbeitslosigkeit im Grunde unbekannt. Diese Leistung lässt sich 25 Jahre nach ihrer Beseitigung nur noch negativ erfassen: Die Drangsal der Erwerbslosen und der Ausgegrenzten und deren Gängelei von Staats wegen. Letztlich aber betrifft das die gesamte Klasse. Erwerbslosigkeit ist auch ein Kampf- und Spaltungsmittel. Sie ist der beständige Druck, der von der »Reservearmee« auf den in Lohn und Brot stehenden Teil der Klasse ausgeht. Eine hohe Arbeitslosenquote bildete die Rechtfertigung der vergangenen Angriffe unter der Bezeichnung Agenda 2010. Weitere Attacken mit dem Ziel einer fortschreitenden Aushöhlung des Streikrechts werden geführt bzw. sind in Planung. Man denke nur an das jüngste Urteil gegen den von der Spartengewerkschaft Cockpit organisierten Streik der Piloten. Schwer vorstellbar, dass man sich das bei Fortexistenz der DDR, bei einem Weiterbestehen des realen Sozialismus getraut hätte. Allerdings darf bei dieser Angelegenheit nicht übersehen werden, dass sich der Widerstand der großen Gewerkschaften bisher in engen Grenzen hält, bisweilen sogar die Kooperation mit dem Kapital gesucht wird, wie das unrühmliche Beispiel Tarifeinheitsgesetz beweist.

Man mag nun gar behaupten, dass auch die faktische Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus nicht möglich gewesen wäre, gäbe es noch den Konkurrenten von jenseits der Elbe. Bereits vor 1989 waren die Wohnungen in der BRD eine lukrative Einkommensquelle und die Mieten oft sehr hoch. Trotzdem konnte es sich der westdeutsche Staat nicht leisten, im direkten Vergleich mit der DDR, die um genügend Wohnraum für alle kämpfte, abgehängt zu werden. Die Wohnungen in der BRD waren daher nicht selten schöner und komfortabler. Gleichwohl wird heute ein ganz grundsätzlicher Unterschied des Städtebaus erkennbar. Die Plattenbauten des Ostens verfielen im Westen schon zum Zeitpunkt ihrer Errichtung der Verdammnis, man sah in ihnen schauderhafte Wohnghettos. Heute sind diese Siedlungen mancherorts tatsächlich Stätten der Vereinzelung, der Vereinsamung und der Verwahrlosung. Dies aber einzig deshalb, weil sie der entscheidenden städtebaulichen Komponente der DDR beraubt wurden: der wohnortnahen Sozialeinrichtungen, die heute oft als Ruinen vergangener gesellschaftlicher Verhältnisse in der Mitte der Wohnbezirke vor sich hin rotten. Was lässt sich daraus lernen? Der Kapitalismus orientiert sich an Profit und Geldvermehrung, der Sozialismus hatte selbst in der Zeit des Kampfes gegen den Wohnungsmangel ein neues Prinzip hervorgebracht. Eine Stadtplanung, der nicht an Profit, sondern an den Interessen der Menschen gelegen war.

Heutige Schüler und Studenten haben die Existenz der DDR nicht mehr bewusst erlebt. Sie haben mithin auch nicht mehr erlebt, dass das Bildungssystem der BRD einmal von anderer Gestalt war. Heute besteht eine unverkennbare Ausrichtung der Bildungsanstalten und der Lehrinhalte an den Verwertungsinteressen des Kapitals. Dafür stehen die Schlagworte G 12 und Bologna-Reform, also die Einführung des Bachelor- und Masterstudiums. Etabliert hat man letztlich ein Bildungswesen der gesellschaftlichen Spaltung, das tendenziell die Masse der Menschen mit Grundwissen versorgt und einer kleinen Elite spezielle Techniken und Herrschaftswissen beibringt. In Zeiten, als es noch zwei deutsche Staaten gab, war das etwas anders. Bildungsprivilegien wurden zaghaft abgebaut, dem dreigliedrigen Schulsystem war die Integrierte Gesamtschule zur Seite gestellt, und Arbeiterkinder waren an Universitäten nicht mehr ganz die Exoten, die sie heute wieder zu werden drohen. Die alte BRD stand damals gehörig unter Druck, den ein einheitliches und durchgängiges Bildungswesen der DDR sowie Ansätze der Aufhebung der Trennung von Kopf- und Handarbeit, wie sie im polytechnischen Bildungswesen zum Ausdruck kamen, ausübten. Damalige Forderungen der Gewerkschaftsjugend und der Schülerbewegung in der BRD lesen sich heute wie Aufrufe zur Revolution. Sie waren allerdings – solange es die DDR gab – keineswegs unrealistisch.

\“Verordnet\“, na und?

Ein letzter Aspekt dessen, was war, aber nicht mehr ist. Der Antifaschismus der DDR, heißt es allenthalben, sei »verordnet« gewesen. Ein Dauerbrenner der Verleumdungen. Der Antifaschismus war, im Gegensatz zu den westdeutschen Zuständen, den Statuten der DDR gewissermaßen eingeschrieben. Antifaschisten bauten diesen Staat auf, Antifaschismus war dort Bildungsauftrag. Insofern mag man ihn verordnet nennen. Über seinen Inhalt ist damit noch nichts ausgesagt. Die Mühe einer Auseinandersetzung auf dieser Ebene macht man sich selten. Wer dem untergegangenen Staat vorwirft, er habe seinen Antifaschismus »verordnet«, den empört, dass es überhaupt einen gegeben hat. In der BRD existierte er offiziell erst gar nicht. Faschisten waren beteiligt am Aufbau und Funktionieren eines Staatsapparats, von dem Jahrzehnte später herauskam, dass er von den Umtrieben einer neonazistischen Mordorganisation intime Kenntnisse besaß und sein Personal im Umfeld der Täter agieren ließ. Man mag sich die Frage vorlegen, was mehr Unbehagen bereitet: Ein Staat, der Antifaschismus verordnet, oder einer, der die NSU-Morde an Migranten tatenlos mit ansieht, begleitet und mitunter gar fördert?

Wenn behauptet wird, die relative Stärke der Faschisten im Osten sei die Folge der autoritären Strukturen der DDR, so geht das einigermaßen weit an den realen Ursachen vorbei. Wahr dürfte vielmehr sein, dass man verunsicherte und auch wütende Menschen in deindustrialisierten und kahlgeschlagenen, eher verdorrten als blühenden Landschaften zurückgelassen hat, die für die Demagogie organisierter, nicht selten aus dem Westen importierter (auch das sollte man nicht vergessen) faschistischer Kader empfänglich wurden. Faschistische Pogrome hat es in der DDR jedenfalls nie gegeben.

Es bestand hier nicht, wenn auch dieser Vorwurf erhoben werden mag, die Absicht, Untergegangenes zu beschwören, auf dass es bald wiederkehre. Aber die Leistungen der DDR und des Sozialismus lassen sich ein Vierteljahrhundert nach ihrem Ableben durch ihren Verlust sehr genau bemessen. Die bloße Existenz der DDR verhinderte einen Wiederaufstieg des deutschen Imperialismus, der heutzutage zum Wehe der Bevölkerungen anderer Staaten eine unheilvolle Machtstellung auf dem europäischen Kontinent einnimmt.

Man muss die DDR nicht gemocht haben, um sich zu dieser Erkenntnis durchzuringen. Es gibt einen zutreffenden Satz des ungarischen Marxisten Georg Lukács, der so geht: »Der schlechteste Sozialismus ist besser als der beste Kapitalismus.« Daran war zu erinnern.

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Das Pressebüro des ZK der KKE :

Mitte September hat P. Poroschenko, Präsident der Ukraine durch ein Präsidialdekret gegen 105 juristische und gegen 388 natürliche Personen Sanktionen verhangen, wegen angeblichen Aktionen gegen die Ukraine.

Zu den juristischen Personen zählen Unternehmen, Banken, Institutionen und einige russische Organisationen und Institutionen.

Zu den natürlichen Personen zählen hauptsächlich Politiker von Russland, aber auch Abgeordnete, Journalisten, Juristen aus anderen Ländern, unter denen auch folgende Genossen: Sotiris Zarianopoulos, Europaabgeordneter der KKE, Giorgos Lamproulis, Abgeordneter der KKE, und Giorgos Manganas, Kader der KKE.

Die Kader der KKE waren nach einer Einladung der „Volksrepubliken“ von Donbass als „Beobachter“ der Wahlen, die November 2014 dort stattgefunden hatten, dort gewesen.

Die ukrainischen Behörden erheben mit diesem Beschluss gegen die Kader der KKE schwere und unbegründete Vorwürfe, wie unter anderen, die Vorwürfe über Unterstützung des „Terrorismus“ und Aktionen gegen den „nationalen Interessen und territorialen Integrität“ der Ukraine.

Diese unmöglichen Vorwürfe gegen die Kader der KKE werden von den Kräften ausgestoßen, die an die Regierungsmacht mit der Unterstützung der USA und der EU geklettert sind, sogar mit der Unterstützung von faschistischen Kräften.

Den Zerfall der Ukraine bringen aber nicht die Kader der KKE, die wie auch andere staatlichen Personen aus verschiedenen Ländern der Welt als „Beobachter“ bei einem Wahlverfahren anwesend waren, sondern die ukrainischen Behörden selbst. Die ukrainischen Behörden, die sich in einer nationalistischen Halluzination befinden, haben nicht nur durch einen Putsch die vorherige Regierung umgestürzt, sondern auch antifaschistische und sowjetische Denkmäler zerstört und vandalisiert, politische Parteien verboten, unter denen auch die KP, die geschichtliche Wiedergutmachung und Rechtfertigung der ukrainischen Nazis vorgenommen, wie auch Erklärungen für den Beitritt des Landes zu den imperialistischen Unionen der NATO und der EU, wobei sie mit diesen Aktionen den „Laubfall“ ihres eigenen Landes verursachten.

Die KKE beanstandet diesen bestimmten und unmöglichen Beschluss des Präsidenten der Ukraine gegen ihre Kader und fordert die sofortige Aufhebung des Beschlusses.

Athen, den 29.09.2015

 

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Aus der Infobroschüre der SDAJ München zum sogenannten NSU als Teil des faschistischen Terrors (Hinter dem Faschismus steht das Kapital):

Am 26. September 1980 explodierte um 22:19 Uhr eine selbstgebaute Rohrbombe in einem Papierkorb. Diese bestand aus mit TNT gefüllten Mörsergranaten, Schrauben und Nägeln, welche durch einen Feuerlöscher getarnt waren. Die zerstörerische Wirkung des Sprengstoffes schleuderte die Einzelteile mit gewaltiger Wucht durch die Gegend. Insgesamt starben 13 Menschen, 211 weitere wurden verletzt, 68 davon schwer, sodass Amputationen vorgenommen werden mussten und viele Opfer bis heute mit Behinderungen zu kämpfen haben. Da der Anschlag am Rande des Münchner Oktoberfestes stattfand, wird er allgemein als „Oktoberfestattentat“ bezeichnet. Es ist der größte terroristische Vorfall in der Geschichte der Bundesrepublik.

Einen Tag später, am 27. September setzte der CDU/CSU Kanzlerkandidat Franz-Josef Strauß auf Angriff: In einem Interview in der BILD-Zeitung kritisierte Strauß die damalige SPD-FDP-Regierung: Diese stünde für angeblich zu lockere Vorgaben im Bezug auf die Sicherheitsdienste. Strauß, bekannt für seine Freundschaft zu dem faschistischen Diktator Pinochet und seinen guten Beziehungen zu ehemaligen Waffen-SS Mitgliedern, ging noch weiter: Ohne irgendwelche Ansatzpunkte behauptete er medienöffentlich, es handele sich um einen Anschlag der RAF.

Im September 1980 befand sich der Bundestagswahlkampf in seiner heißen Phase und der Anschlag wurde genutzt um Angst vor einer „linken Bedrohung“ zu schüren und Propaganda für den CDU/CSU-Kandidaten Strauß zu machen. Für Strauß stand der Feind links. Für den Bundestagswahlkampf blieb dies nicht ohne Folgen. Die Umfrageergebnisse für die CDU/CSU stiegen rasant an, zwar konnte sich die Regierung SPD/FDP halten, aber das Ergebnis fiel für die CDU/CSU deutlich besser aus als erwartet. Das „Oktoberfestattentat“ hatte also eine enorme politische Bedeutung für den Wahlkampf.

Doch die offiziellen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des bayerischen Kriminalamts kamen zu dem Ergebnis, dass ein gewisser Gundolf Köhler, ein Rechtsradikaler, als sozial isolierter Einzeltäter den Anschlag ausgeführt hatte. Das Märchen vom angeblichen RAF-Anschlag war widerlegt. Der angebliche Einzeltäter Gundolf Köhler starb bei der Explosion, 1982 wurden die Ermittlungen eingestellt, denn es war ja ein Schuldiger gefunden und dieser war nun dummerweise nicht mehr in der Lage auszusagen. Frank Lauterjung bekräftigte als Hauptzeuge die Einzeltäterthese und starb kurz nach seinen Aussagen an Herzversagen, der Fall war für die Behörden abgeschlossen.

Zweifel am offiziellen Ermittlungsergebnis

Doch die Einzeltäterthese sollte nicht unkommentiert bleiben. ZeugInnen berichteten von mehreren verdächtigen Personen. Aussagen zufolge soll Köhler sich kurz vor dem Attentat mit 2 Männern in unmittelbarer Nähe des Zielorts unterhalten haben. Frank Lauterjung (der Hauptzeuge) war, wie sich später herausstellte ein Rechtsradikaler, der vermutlich für den Verfassungsschutz gearbeitet hatte. Außerdem hatte Gundolf Köhler Freunde, wie Raymund Hörnle und Sibylle Vorderbrügge aus der Vereinigung „Deutsche Aktionsgruppen“ und Freunde aus der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, einer paramilitärischen faschistischen Kampfgruppe (Diese war kurz zuvor verboten worden, der ehemalige Ministerpräsident Strauß kritisierte dieses Verbot jedoch öffentlich).

Die Aufklärung des „Oktoberfestattentats“ wurde gekonnt unter den Teppich gekehrt, doch Angehörige, JournalistInnen und andere wollen sich damit nicht zufrieden geben. Neue Erkenntnisse liefern Informationen, wie zum Beispiel, dass bereits 22 Stunden vor dem Anschlag die gesamte verbotene Wehrsportgruppe Hoffmann von insgesamt 3 Verfassungsschutzämtern, aus Bayern, Baden Württemberg und Hessen unter ständige Beobachtung gestellt wurde. Auf Nachfrage im Bundestag 2009, ob diese Beobachtung mit Wissen über den geplanten Anschlag verbunden gewesen ist, wurde von der Bundesregierung ausweichend geantwortet.

Desweiteren sagten Raymund Hörnle und Sibylle Vorderbrügge bereits einen Tag nach dem Anschlag aus, dass ein gewisser Heinz Lembke ihnen Waffen und Sprengstoff angeboten hatte, die Staatsanwaltschaft ging diesem Umstand aber erst nach, als ein Jahr später riesige Waffendepots entdeckt worden sind. Lembke verriet schließlich die Standpunkte von insgesamt 33 solcher Depots. Man fand diverse automatische Waffen, 14.000 Schuss Munition, 50 Panzerfäuste, 156 kg Sprengstoff, 230 Sprengkörper und 258 Handgranaten. Einen Tag vor seiner Vernehmung am 1. November 1981 beging Lembke Suizid in seiner Zelle. Die Ermittlungen, die ihn betrafen wurden auch hier eingestellt.

Trotz seiner freundschaftlichen Beziehungen zur Wehrsportgruppe Hoffmann gab es keine offiziellen Zweifel an der Einzeltäterthese. Sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Waffen lassen an dieser These zweifeln. Merkwürdig ist auch, dass drei der gefundenen Waffenexemplare ausgerechnet von einer Firma stammen, welche die Bundeswehr und die NATO beliefert.

Die Einzeltäterthese nutzte Franz Joseph Strauß

Es liegt auf der Hand, dass der Anschlag von Franz Josef Strauß, der CSU und ihrem extrem-rechten Spektrum politisch genutzt wurde. Der Anschlag passierte zur richtigen Zeit, genau in der Wahlkampfphase, er ließ den Verdacht auf das gesamte linke Umfeld lenken und er legitimierte Forderungen nach verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.

Es lässt sich klar erkennen, dass die Wehrsportgruppe Hoffmann entweder indirekt oder direkt am Anschlag mitwirkte und auch die guten Kontakte des Täters zu den „Deutschen Aktionsgruppen“ und deren Kontakte zu Lembke nicht einfach ignoriert werden können. Die Zeugenaussagen von Lauterjung, welche beinahe komplett zur Fundierung des Ermittlungsergebnisses dienten, sind unglaubwürdig, da dieser aktiver Rechtsradikaler und vermutlich Mitarbeiter des Verfassungsschutzes war. Das staatliche Ermittlungsergebnis ist nicht unsauber, sondern trieft geradezu vor Schmutz.

Gladio, Verfassungsschutz und terroristische Vereinigungen

Dass in den 33 Waffendepots von Heinz Lembke militärische Ausrüstung lagerte, welche aus deutscher Produktion stammte, lässt Zweifel daran aufkommen, ob das wirklich „private Waffendepots“ waren. Um das zu verstehen reicht ein kurzer Blick in die westeuropäische Nachkriegsgeschichte: Die Organsiation Gladio besteht seit ungefähr 1950 (sie wurde angeblich nach dem kalten Krieg aufgelöst) und war eine paramilitärische Geheimorganisation der NATO, des CIA und des britischen MI6. Offizielles Ziel war es, im Fall einer sowjetischen Invasion den jeweils betroffenen Staat schnellst möglichst zu übernehmen und nicht-loyale PolitikerInnen, Organisationen oder Parteien sofort auszuschalten. So gab es in Deutschland beispielsweise Listen mit hochrangigen SPD-Politikern welche nicht als zuverlässig antikommunistisch galten und im Notfall sofort zu eliminieren gewesen seien.

Der Gladio war aber auch dazu gedacht im Falle von erstarkender progressiver Protestbewegungen, diesen Kräften mit allen Mitteln entgegenzuwirken und sie zu zerschlagen. Fortwährende Beschäftigung war es linke Gruppen durch Attentaten und gewalttätige Aktionen indirekt oder direkt zu schwächen und zu diskreditieren, so die Ermordung wichtiger Personen oder „false-flag“-Aktionen, bei denen die Schuld an einem Anschlag linken Kräften zugeschrieben wurde.

Im Zuge der Operation Gladio wurden große Waffendepots angelegt und speziell ausgewählte Personen zu Agenten ausgebildet, die in der Lage waren Sabotageaktionen und Attentate auszuführen. Insgesamt agierte der Gladio in diversen europäischen Ländern. Auf sein Konto gehen die Ermordung zahlreicher Personen sowohl im politischen wie auch im zivilen Umfeld. Der Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof in Bologna 1980, welcher allein 85 Tote und 200 Verletzte forderte, auch der Putsch in Griechenland im Jahr 1967 und die Etablierung einer Militärdiktatur, auch der Militärputsch in der Türkei 1980 wurden vom Gladio ausgeführt oder maßgeblich unterstützt und im Vorfeld geplant.

Die Agenten des Gladio rekrutierten sich vor allem aus dem faschistischen Umfeld. Der Großteil der Gruppen bestand aus diversen rechtsradikalen und faschistisch gesinnten Personen. Der italienische Gladio beispielsweise sammelte alte Anhänger Mussolinis, in der Türkei waren es Mitglieder der Grauen Wölfe u.a., welche den Gladio dort leiteten. In Deutschland bestanden die ersten Gruppen aus ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS und Wehrmacht. Bessere Antikommunisten konnten sich nicht finden. Auch die staatlichen Geheimdienste unterstützten den Gladio sowohl indirekt als auch direkt. So arbeiteten die italienischen Geheimdienste direkt mit den Gruppen des Gladio zusammen um die Kommunistische Partei Italiens zu unterwandern oder zu schwächen und in Deutschland gab es eine rege Zusammenarbeit zwischen Gladio, Staat und rechten TerroristInnen.

Terror um das System zu stabilisieren

Um das Jahr 1990 sickerten Informationen über das Geheimnetzwerk an die Öffentlichkeit. Anhand der heutigen Informationslage über den Gladio, erscheint u.a. das Oktoberfestattentat in einem ganz anderen Licht. Denken wir noch einmal an Heinz Lembke: Dieser hatte also vermutlich seine 33 Waffendepots nicht einfach selbst angelegt (wie auch?). Lembke bot Raymund Hörnle und Sibylle Vorderbrügge ja nicht nur Waffen, sondern auch eine militärische Ausbildung an. Das passt eher in eine NATO-Strategie der paramilitärischen Unruhe, als zu einem faschistischen Einzeltäter. Lembke beging einen Tag vor seiner Vernehmung Suizid, er war nicht mehr in der Lage auszusagen.

Das Beispiel des „Oktoberfestattentats“ weißt an nicht wenigen Stellen Parallelen zur Mordserie des NSU auf. Seien es die Ermittlungspannen, die staatliche Unterstützung durch Waffen und Vertuschung, als auch die mediale Berichterstattung. In beiden Fällen wird rechter Terror zum Alibi reaktionärer Politik.

Die Broschüre der SDAJ zum Oktoberfestattentat kann hier heruntergeladen werden:

Die Broschüre als PDF downloaden

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24. September 2015

Einstimmig hat der ver.di-Bundeskongress in Leipzig am Donnerstag eine vom Landesverband Hessen eingebrachte Resolution gegen die gestrigen Polizeübergriffe auf Gewerkschafter und andere Demonstranten verabschiedet.

Die Menschen hatten sich dem Aufmarsch der »Legida« entgegengestellt. Auch nachdem die Rassisten ihren Umzug beendet hatten, hielt die Polizei mehr als 300 Menschen stundenlang fest (RedGlobe berichtete).

In der Resolution des Gewerkschaftskongresses heißt es nun:

»1. Der ver.di-Bundeskongress verurteilt Polizeigewalt gegen antirassistische Proteste in Leipzig.

2. Der ver.di-Bundeskongress fordert den Bundesvorstand auf, mit allen Mitteln gegen Einkesselungen und rechtswidrige Maßnahmen gegenüber Demonstrantinnen und Demonstranten vorzugehen.

3. Der ver.di-Bundeskongress fordert die sächsische Landesregierung auf, unverzüglich gegenüber dem Bundeskongress zum gestrigen Polizeieinsatz Stellung zu nehmen, und zwar insbesondere dazu, warum die Gegendemonstration trotz vorgenommener Anmeldung am gestrigen Tag nicht so anerkannt wurde, wie dies großzügig gegenüber Legida erfolgt ist.«

RedGlobe

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Aufruf der Gruppe „GET UP! Mannheim“ für Weinheim

20.09.2015

Am 21.11. werden wir nach Weinheim fahren weil… kaum ein Tag vergeht, ohne dass in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brennen, RassistInnen Flüchtlinge angreifen oder Nazis und „besorgte BürgerInnen“ auf die Straße gehen, um gegen Geflüchtete zu hetzen. Einen aktuellen Höhepunkt fand die rassistische Welle am 21.-23. August in Heidenau, als mehrere hundert Nazis ein Wochenende lang randalierten, um die Unterbringung von Flüchtlingen zu verhindern. Während der rassistische Mob tobt und brandschatzt, scheint es die größte Sorge mancher PolitikerInnen zu sein unerwünschte Zuwanderung durch die weitere Aufrüstung der EU-Außengrenzen, an denen ohnehin schon täglich Menschen ertrinken, zu verhindern.

Wenn die Nazipartei NPD am 21.11. in Weinheim zum dritten Mal in Folge ihren Bundesparteitag in Weinheim durchführen will, werden wir mit vielen anderen nach Weinheim fahren und das mit Blockaden verhindern. Weil wir keine Nazis vor unserer Haustür dulden und die NPD eine brandgefährliche & reaktionäre Drecksbande ist – und weil es eine gute Gelegenheit ist, um den Widerstand gegen staatlichen Rassismus und die Abschottungspolitik der EU mit einer Demonstration auf die Straße zu tragen.

Die Nazis sind nur die Spitze des Eisbergs…

So widerlich die Hetze und das Handeln von NPD und Co auch ist, die meisten Toten gehen auf das Konto der Berliner und Brüsseler Architekten der Europäischen Sicherheitsarchitektur mit ihrer Abschottungspolitik. Sie selektieren Menschen, die vor Krieg, Armut, Rassismus und Terror fliehen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die EU wollen in „würdige“ und „unwürdige“ Flüchtlinge. Während oftmals gut qualifizierte Kriegsflüchtlinge aus Syrien gern gesehen sind, wird gegen arme Menschen oder rassistisch verfolgte Sinti und Roma aus den Balkanstaaten mit dem medialen Kampfbegriff des „Asylbetrugs“ vorgegangen.

Willkommen ist, wer als billige und/oder gut qualifizierte Arbeitskraft nützlich für die deutsche Wirtschaft ist. Wer als “Armutsflüchtling“ gilt, trifft auf Stacheldraht, Polizei und Militär und wird letztlich von den Ausländerbehörden wieder in die Zustände zurück verfrachtet, vor denen er geflohen ist. Dieser Verwertungsrassismus ist tödlich. Getragen und gemacht wird diese Politik von der CDU bis zu den Grünen. Allen voran der Grünen-Ministerpräsident Kretschmann, mit dessen Stimmen Serbien, Mazedonien und Bosnien- Herzegowina zu sicheren Drittstaaten erklärt und Massenabschiebungen dorthin möglich gemacht wurden. Dementsprechend heuchlerisch und verlogen ist es, wenn Gabriel, Merkel, und Konsorten den rassistischen Mob verurteilen. Mit der weiteren Verschärfung der Asylgesetze sind sie Stichwortgeber für die Nazis, mit ihrer Abschottungspolitik haben sie selbst das meiste Blut an den Händen.

Dementsprechend sehen wir auch keinerlei Veranlassung, uns im Kampf gegen Nazis und Rassismus auf Polizei, Politik oder Staat zu verlassen. Genauso wenig lassen wir uns vorschreiben, wie wir gegen Nazis vorzugehen haben. Den Kampf gegen Nazis und Rassismus nehmen wir selber in die Hand.

Antifa heißt nach oben treten!

Nazis und RassistInnen nutzen die Steilvorlagen aus Politik und Medien, um gegen Flüchtlinge und MigrantInnen vorzugehen und sie anzugreifen. In ihrem völkischen Wahn schlagen sie gegen alles los, was ihnen nicht deutsch genug ist. Sie hetzen gegen „AusländerInnen“ und wollen sie zu Sündenböcken für die gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten und Verschlechterungen unserer Lebensbedingungen machen.

Spätestens seit 2008 sind Abstiegsängste, die Sorge den eigenen Wohlstand oder das Bisschen, das man hat, durch die Eurokrise zu verlieren, in der „Mittelschicht“ angekommen. Diese Sorgen sind keinesfalls grundlos. Der Kapitalismus steckt in der Krise und die kann jederzeit mit voller Wucht zuschlagen. Immer mehr Menschen sind durch soziale Ausgrenzung und Prekarisierung bedroht.

Hartz 4, Privatisierungen, Rationalisierungsprogramme am Arbeitsplatz, Mieterhöhungen oder immer mehr Stress im Job sind echt mies. Schuld daran sind aber nicht die MigrantInnen und auch nicht Flüchtlinge – im Gegenteil: sie sind noch zusätzlich von rassistischen Ausländergesetzen und zahlreichen Einschränkungen im Alltag betroffen.

Schuld ist ein menschenverachtendes Gesellschaftssystem, in dem es nur darum geht, aus Geld mehr Geld zu machen und in dem Politik nichts anderes tut, als alle gesellschaftlichen Bereiche der Profitlogik des Kapitals unterzuordnen. Es ergibt also keinen Sinn, sich durch Herkunft, Religion oder sonst was gegeneinander ausspielen zu lassen. Sinn macht es, sich gemeinsam für ein besseres Leben für alle einzusetzen.

»Ein Faschist, der nichts ist als ein Faschist, ist ein Faschist. Ein Antifaschist, der nichts ist als ein Antifaschist, ist kein Antifaschist.« (Erich Fried)

Angesichts der rassistischen Welle geht es uns darum, der NPD als eine organisierende Kraft im rassistischen Mob ordentlich eine überzubraten und sie in ihrer Handlungsfähigkeit zu schwächen. Denn klar ist, Nazis sind Mörder im Wartestand, die loslegen, sobald sie können. Das zeigt der Nationalsozialismus, die staatlich gedeckten Morde des NSU und die aktuellen Angriffe auf Geflüchtete. Wo sie auftreten, müssen wir sie stoppen.

Gelingen kann das aber nur, wenn wir ihnen auch auf Dauer das Wasser abgraben. Das heißt da zu sein, bevor sie anfangen zu hetzen, bevor sie probieren soziale Konflikte rassistisch und nationalistisch zu wenden. Das heißt auch, gemeinsam und solidarisch soziale Auseinandersetzungen für bessere Lebensbedingungen zu führen. Sei es auf dem Amt, im Stadtteil oder auf der Arbeit. Das heißt jede Unterscheidung in „würdige“ oder „unwürdige“, „nützliche“ oder „unnütze“ Flüchtlinge zurückzuweisen. Das heißt vor allem nicht dabei stehen zu bleiben, die Nazis in ihre Schranken zu weisen, sondern gegen eine soziale und ökonomische Ordnung vorzugehen, die diese Unterscheidung permanent produziert.

Auf geht’s

Bevor wir am 21.11. zusammen nach Weinheim fahren gibt’s ne Menge zu tun. Bereitet euch in euren politischen Gruppen und Freundeskreisen vor. Bildet Bezugsgruppen. Wehrt euch gegen Nazis und lasst euch nix gefallen. Unterstützt Geflüchtete. Macht den Mund auf bei rassistischen Kontrollen, unterstützt die Mobilisierung, indem ihr Plakate klebt, liked, teilt und die Aufrufe verbreitet. Achtet auf Aktionen gegen staatlichen Rassismus und Nazis und macht mit.

Und weil´s mit der Verhinderung des NPD-Bundesparteitags nicht getan ist, organisiert euch!

In diesem Sinne: Alle nach Weinheim! Wir sehen uns auf der Straße…

GET UP! Mannheim: facebook.com/getup.ma

Weitere Infos:

Bündnis blocknpd2015

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Dringender Aufruf der HDP

Kommission für auswärtige Angelegenheiten der HDP

12. September 2015

Dringender Aufruf zu internationalen Handlungen

cizre

Die Türkei driftet mehr und mehr in einen Bürgerkrieg. Geleitet von der Übergangsregierung der AKP eskalierte die politische Gewalt nach den Parlamentswahlen am 7. Juni.  Heute ist der Friedensprozess zwischen der PKK und dem türkischen Staat zum Erliegen gekommen und der Krieg ist erneut ausgebrochen.

Allein im letzten Monat gab es schwere Zusammenstöße in vielen kurdischen Städten wie Silopi, Lice, Şemdinli, Silvan, Yüksekova und Cizre, in denen die Zivilbevölkerung von staatlichen Kräften angegriffen wurde. Dutzende zivile Personen, Guerillakämpfer*Innen und Mitglieder des staatlichen Sicherheitsapparats haben bei diesen Zusammenstößen ihr Leben verloren. Seit dem 24. Juli hat die AKP-Übergangsregierung keine IS-Stellungen angegriffen. Stattdessen werden die Kandil-Berge auf dem Gebiet der kurdischen Regionalregierung (Irak), ebenso Kurd*Innen, demokratische Kräfte, demokratische Politiker*Innen, zivile Personen, Frauen und die Opposition in der gesamten Türkei attackiert.

Der türkische Staat und die AKP-Übergangsregierung gebrauchen alle Formen oppressiver Maßnahmen wie z.B. das Verbot der Ein- und Ausreise aus kurdischen Städten, in denen sie militärische Operationen durchführen, Abbruch jeglicher Kommunikations-möglichkeiten darunter Telefon und Internet und die Verweigerung von Presse und Beobachter*Innen, um zu verhindern, dass die Wahrheit über die Geschehnisse vor Ort an die nationale und internationale Öffentlichkeit gelangt. Eine Ausgangssperre wurde letzte Woche über Cizre verhängt; seitdem haben 23 Menschen ihr Leben dort verloren. Die Belagerung von Cizre dauerte 9 Tage an; es gab einen ernst zu nehmenden Mangel an Nahrung und Wasser. Einen Zugang zur gesundheitlichen Grundversorgung, Behandlungsmöglichkeiten für Verwundete und Möglichkeiten diejenige zu beerdigen, die von den staatlichen Sicherheitskräften getötet worden sind, gab es nicht.  Es bestand die berechtigte Angst eines Massakers in Cizre, so die Äußerung von gewählten Mitglieder*Innen des türkischen Parlamentes und von Nichtregierungsorganisation (NRO).

In dieser sehr gewalttätigen Situation ist auch die HDP zur Zielscheibe von AKP-Sprechern und regierungsnahen Medien geworden. Nahezu jeden Tag wird unsere Partei und werden besonders unsere Co-Vorsitzenden zum Zielobjekt von Nationalisten und Faschisten Viele Aufrufe und Äußerungen von AKP-Vertretern waren ein Signal zum Aufruf eines Krieges gegen die HDP. Als ein Ergebnis dieses gewaltsamen Diskurses der AKP wurden  viele unserer Gebäude in vielen Städten von Gruppen von Menschen mit  rassistischem und faschistischem Hintergrund angegriffen. Am 8. September zündeten diese unseren Zentralsitz in Ankara an. Unsere Archive und Aufnahmen wurden dabei besonders angegriffen. Es ist niemand während des Brandes des Gebäudes unserer Zentrale verletzt worden, aber Letztere ist derart stark beschädigt worden, dass wir es nicht mehr nutzen können. Bis heute sind über 128 Partei-Zentralen über die ganze Türkei verteilt angegriffen worden. Des Weiteren sind die Polizei und andere Sicherheitskräfte des Staates ihre Aufgabe, diese Angriffe zu verhindern, nicht nachgekommen.

Noch einmal möchten wir bekräftigen, dass die HDP kein Teil dieser gewalt- und kriegsorientierten Politik ist. Als HDP haben wir an keinen Entscheidungen des Krieges teilgehabt. Ganz im Gegenteil, wir versuchen sowohl die PKK als auch den türkischen Staat zu einem Ende des bewaffneten Konfliktes zu führen. Es sollte verstanden werden, dass es die AKP ist, welche auf Kriegspolitik und anti-demokratische Praktiken über die gesamte Türkei beharrt.

Inmitten dieser feindseligen Entwicklungen, rufen wir die internationale Gemeinschaft, NROs und internationale Medien zu Solidarität und Unterstützung für einen sofortigen Waffenstillstand und Beginn von Friedensgesprächen auf. Wir rufen auch auf zu zügigen Handlungen gegen die steigende Gewalt des Staates, die Verletzung von Menschenrechten und anti-demokratischen Praktiken und Maßnahmen in kurdischen Städten und auch in Städten in den westlichen Teilen des Landes. Wir brauchen mehr denn je internationale Öffentlichkeit, um einen lang anhaltenden Frieden im Nahen Osten, in der Türkei und in Kurdistan zu erreichen. In diesem Zusammenhang rufen wir all unsere Freunde, politische Parteien, Institutionen, Netzwerke, NGOs und friedensstrebende Kräfte auf, sich mit uns zu solidarisieren. Wir rufen alle demokratischen, internationalen Institutionen und Kräfte auf, konkrete Schritte gegen die Gewalt des türkischen Staates und dessen anti-demokratische Handlungen gegen ihre eigene Bevölkerung zu unternehmen.

Civaka Asad

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Nation­al­is­tis­cher Mob tobt in der Türkei

Von  Antifa Enter­nasy­onalhttps://​linksun​ten​.indy​media​.org

Brennende kurdische GeschäftePogrome in der Türkei:

In den ver­gan­genen Nächten haben Faschis­ten der türkischen „Grauen Wölfe“ und Anhänger der Regierungspartei AKP in mehreren Städten des Lan­des Jagd auf Kur­dInnen und Oppo­si­tionelle gemacht.

Weit über 100 Büros der linken kur­dis­chen HDP wur­den ange­grif­fen, in Brand gesetzt oder ver­wüstet. Men­schen, die „wie Kur­den aus­sa­hen“, wur­den geschla­gen, es wurde ver­sucht, sie zu lynchen. Der Blu­trausch ging so weit, dass ein Fascho-​Mob einen ihrer eige­nen Leute aufmis­chte, weil er „kur­disch aus­sah“. Hun­derte Demon­stran­ten riefen: „Wir wollen keine Ver­haf­tun­gen, wir wollen Massaker“.

Das Büro der Tageszeitung Hur­riyet wurde zweimal inner­halb von 48 Stun­den von einer wüten­den Menge, die „Allahu Akbar“ und „Recep Tayyip Erdo­gan“ skandierte, angegriffen.

Gle­ichzeitig inten­siviert der türkische Staat seine Attacken gegen die kur­dis­chen Gebi­ete in der Türkei. In Cizre ist die Gefahr eines Mas­sak­ers groß, die Stadt wird von der Armee belagert, Scharf­schützen haben bere­its mehrere Kinder angeschossen und Jugendliche getötet.

Die Zusam­men­fas­sung stammt vom Lower Class Magazine

Aus­sage des HDP Vor­sitzen­den Demir­taş: „In der ganzen Türkei wer­den unsere Partei-​Gebäude nieder gebrannt, zer­stört und geplün­dert. Dies alles geschieht vor den Augen der Polizei und wird von der Regierung gefördert.“

Videos: 1. Istan­bul, 08.09.15 — Türkische Nation­al­is­ten rufen: „Tak­bīr — Allāhu akbar“
https://​video​-fra3​-​1​.xx​.fbcdn​.net/​h​v​i​d​e​o​-​x​p​l​1​/​v​/​t​42​.​17902/​11959658_​1504

2. Istan­bul, 08.09.15 — Türkische Nation­al­is­ten rufen: „Wir wollen keine Militär-​Operation! Wir wollen ein Massaker!“

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3. Bren­nen­des HDP-​Büro in Alanya (Antalya):
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4. Bren­nen­des HDP Gebäude in Kırşe­hir https://​video​-fra3​-​1​.xx​.fbcdn​.net/​h​v​i​d​e​o​-​x​a​l​1​/​v​/​t​42​.​17902/​11981005_​9566

5. Angriff auf kur­dis­ches Geschäft https://​www​.face​book​.com/​751176234929485​/​v​i​d​e​o​s​/​885340294846411​/

6. Angriff auf kur­dis­chen Reise­bus https://​video​-fra3​-​1​.xx​.fbcdn​.net/​h​v​i​d​e​o​-​x​a​p​1​/​v​/​t​42​.​17902/​11965648_​1015

6. Ein türkischer Polizist spricht in Cizre über das Laut­sprecher eines gepanz­erten Fahrzeuges fol­gen­des:“ Ihr seid alle Arme­nier, Armenis­che Bas­tarde!“ https://​video​-fra3​-​1​.xx​.fbcdn​.net/​h​v​i​d​e​o​-​x​l​a​1​/​v​/​t​42​.​17902/​11981224_​1184

7. Gelynchter kur­dis­cher Bauar­beiter: https://​www​.face​book​.com/​K​u​r​d​i​s​c​h​e​N​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​C​o​m​/​p​o​s​t​s​/​1644223115849120

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Wortlaut der Rede Xi Jinpings

Vor Beginn der Parade zur Feier des 70. Jahrestags des Sieges über den japanischen Faschismus hielt der chinesische Präsident Xi Jinping eine Ansprache. Hier der Text:

3. September 2015

“Es siege der Frieden!”

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Vertreter internationaler Organisationen, verehrte Gäste, alle Kommandeure und Soldaten bei der Parade, Meine Damen und Herren, liebe Genossen und Freunde:

Heute ist ein Tag, der in ewiger Erinnerung aller Völker der Welt bleiben soll. Heute vor 70 Jahren hat das chinesische Volk durch 14-jährigen harten und blutigen Kampf den großen Sieg im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression errungen und den vollkommenen Sieg über den weltweit antifaschistischen Krieg erklärt. Der Sonnenschein des Friedens hat die Welt wieder erhellt.

An dieser Stelle wollte ich im Namen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, des Nationalen Volkskongresses, des Staatsrates, der Politischen Konsulativkonferenz des Chinesischen Volkes und der Zentralen der Militärkommission vor Kriegsveteranen, alten Genossen, Patrioten und Kommandeuren und Soldaten im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression und allen Chinesen im In- und Ausland, die große Beiträge für den Sieg unseres Widerstandskrieges geleistet haben, unsere Hochachtung ausdrücken! Allen ausländischen Regierungen und internationalen Freunden, die das chinesische Volk unterstützt und ihm beim Widerstand gegen die fremde Aggression geholfen haben, möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen! Alle internationalen Gäste und militärischen Freunde möchte ich herzlich willkommen heißen!

Meine Damen und Herren, liebe Genossen und Freunde!

Der Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression und der weltweit antifaschistische Krieg waren die ultimative Entscheidungsschlacht, bei der Gute über Böse, Licht über Dunkelheit und fortschrittliche Kräfte über reaktionäre Kräfte triumphiert haben. In jenem erbitterten Krieg hat der chinesische Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression am frühesten begonnen und am längsten angedauert. Angesichts der Aggression hat sich das chinesische Volk nicht gebeugt, bis aufs Blut gekämpft, den militaristischen Aggressor Japans vollständig besiegt, die Errungenschaften aus der 5000-jährigen Zivilisationsentwicklung der chinesischen Nation und Frieden für die Menschheit verteidigt, hat Wunder in der Kriegsgeschichte erzeugt und eine Heldentat der chinesischen Nation vollzogen.

Der Sieg des chinesischen Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression ist der erste vollkommene Sieg gegen die fremde Invasion in der modernen Geschichte Chinas. Dieser große Sieg hat das Wahnvorhaben der japanischen Militaristen, China zu kolonialisieren und zu versklaven vollständig zerschlagen und hat die Schande in der modernen Geschichte Chinas, wo China bei Widerständen gegen fremde Invasionen immer wieder Niederlagen hinnehmen musste, reingewaschen. Der große Sieg hat die Stellung Chinas als Großmacht in der Welt wieder hergestellt, und das Ansehen für das chinesische Volk bei friedliebenden Völkern der Welt gewonnen. Dieser große Sieg hat glänzende Aussichten für die große Auferstehung der chinesischen Nation eröffnet und eine neue Marschroute für das alte China offenbart, die wie der Phönix aus der Asche aufersteht.

Während jenes Krieges hat das chinesische Volk unter schwerstem nationalen Opfer das östliche Hauptschlachtfeld des weltweit antifaschistischen Krieges gestützt und somit einen großen Beitrag zum Sieg des weltweit antifaschistischen Krieges geleistet. Der Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression hat auch allgemeine Unterstützung seitens der Weltgemeinschaft erhalten. Das chinesische Volk wird den Beitrag der Völker der Welt in dem im chinesischen Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression für immer in Erinnerung behalten!

Meine Damen, meine Herren, Genossen und Freunde!

Leute, die den Krieg erlebt haben, schätzen den Frieden noch mehr Wert. Wir gedenken des 70. Jahrestages des Sieges des chinesischen Volkes im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression und des Sieges der Welt im Krieg gegen den Faschismus. Das heißt, wir erinnern uns der Geschichte, zollen den Helden Tribut, schätzen den Frieden und gestalten die Zukunft.

Die Flammen dieses Krieges haben sich über Asien, Europa, Afrika und Ozeanien ausgebreitet. Mehr als 100 Millionen Soldaten und Zivilisten sind dem Krieg zum Opfer gefallen, darunter über 35 Millionen Opfer in China und 27 Millionen Tote in der Sowjetunion. Die Geschichte sich niemals wiederholen lassen ist die beste Art, der Märtyrer, die zur Verteidigung der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens von damals ihr Leben geopfert haben, und der unschuldigen Seelen des Massakers zu gedenken.

Der Krieg ist ein Spiegel und kann den Menschen den Wert des Friedens noch besser erfahren lassen. Heute sind Frieden und Fortschritt bereits zum Hauptthema geworden, aber die Welt bleibt unsicher. Das Damoklesschwert des Krieges hängt weiterhin über den Köpfen der Menschheit. Wir müssen vom Krieg lernen und entschlossen für die Verteidigung des Friedens einstehen.

Für den Frieden müssen wir resolut das Bewusstsein einer menschlichen Schicksalsgemeinschaft schaffen. Vorurteil und Diskriminierung, Hass und Krieg werden nur zu Chaos und Leid führen. Gegenseitiger Respekt, Gleichheit, friedlicher Fortschritt und gemeinsamer Wohlstand ist der richtige Weg der Welt. Alle Länder der Welt sollten zusammenarbeiten, um den Zweck der Charta und der Prinzipien der Vereinten Nationen als Kern der internationalen Ordnung und des Systems aufrechtzuerhalten. Man sollte aktiv eine neue Art von internationalen Beziehungen auf der Grundlage von Win-Win-Kooperation fördern, um gemeinsam das hohe Ziel des Weltfriedens und des Fortschritts voranzutreiben.

Für den Frieden wird China immer dem Pfad der friedlichen Entwicklung folgen. Die chinesische Nation hat immer den Frieden geliebt. Ungeachtet dem Fortschritt wird China niemals eine hegemoniale Position anstreben und Expansionspläne verfolgen. Es wird niemals das eigen erlebte tragische Leid anderen Nationen auferlegen. Das chinesische Volk wird resolut mit den Völkern anderer Nationen freundschaftliche Beziehungen pflegen und die Errungenschaften des Sieges des chinesischen Volkes im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression und des Sieges im Weltkrieg gegen den Faschismus verteidigen. China wird weiter tatkräftig sein und neue, größere Beiträge für die Menschheit leisten.

Die chinesische Armee ist die Armee der Bürger. Die Kommandeure und Soldaten der Volksbefreiungsarmee Chinas sollten sich das fundamentale Ziel in Erinnerung rufen, dass sie mit ganzen Herzen dem Volk dienen und treu ihre heilige Pflicht der Verteidigung der Landessicherheit und des friedlichen Lebens des Volkes erfüllen. Sie sollen darüber hinaus treu die heilige Mission der Erhaltung des Weltfriedens umsetzen. Ich verkünde, dass China die Anzahl der Truppen um 300.000 verringern wird.

Meine Damen und Herren, liebe Genossen und Freunde!

„Jeder will einen guten Anfang, nur wenige führen es jedoch zu Ende.“ Um die Renaissance des chinesischen Volkes zu verwirklichen, bedarf es von Generation zu Generation an harter Arbeit. Die chinesische Nation hat eine wunderbare Zivilisation mit mehr als 5000 Jahren Geschichte erschaffen. Daher wird sie es auch schaffen, eine hellere und glücklichere Zukunft zu gestalten.

Auf diesem Weg nach vorne müssen sich alle ethnischen Gruppen Chinas unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas an den Marxismus und Leninismus, an die Mao Zedong-Ideen, die Deng Xiaoping-Theorie, an die wichtigen Ideen der Dreifachen Vertretungen und dem wissenschaftlich begründeten Entwicklungskonzept als Leitgedanken halten. Auf dem Weg des Sozialismus chinesischer Prägung, und der strategischen Anordnung im Sinne von „Viermal Umfassend“ soll der große patriotische Geist nach vorne getragen werden und der Widerstandsgeist im chinesischen Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression gefördert werden. Millionen von Menschen sollen im engsten Schulterschluss und ungeachtet aller Schwierigkeiten tapfer auf unser Ziel zusteuern!

Lasst uns gemeinsam der von der Geschichte offenbarten Wahrheit erinnern: Es siege die Gerechtigkeit! Es siege der Frieden! Es siege das Volk!

German.china.org

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Beiträge der Beijing Rundschau zum Jahrestag:

Gedenkfeiern anlässlich des 70. Jahrestag des Sieges in Widerstandskkrieg chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression

China verkleinert seine Truppen um 300.000 Soldaten

China wird die Anzahl seiner Soldaten um 300.000 Mann verkleinern, gab der chinesische Staatspräsident Xi Jingping am 3. September bekannt. Es wird die vierte Truppenverkleinerung seit der Reform und Öffnung der 1980er Jahre sein.

Xi gab dies während seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung am 70. Jahrestag des Sieges im Krieg des chinesischen Volkes im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression und des Weltkrieges gegen den Faschismus bekannt.

1985 hatte sich das Land entschlossen, die Truppen um eine Million zu reduzieren, um sich auf die Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Stärkung der Qualität der Truppen zu konzentrieren.

1987 wurde die Gesamtstärke der Volksbefreiungsarmee von 4,238 Millionen auf 3,235 Millionen reduziert.

Bis 1990 wurde die Truppenstärke auf 3,199 Millionen reduziert, mit einer Gesamtreduktion von 1,039 Millionen.

1997 entschloss sich China seine Truppen weiter um 500.000 Soldaten binnen drei Jahren zu verkleinern, was die Truppen auf eine Gesamtzahl von 2,5 Millionen reduzierte.

Zwischen 2003 und 2005, wurden die Truppen zu dritten Mal verkleinert – diesmal um 200.000 Soldaten auf 2,3 Millionen. Die Armee wurde dadurch zur kleinsten in der Geschichte des Landes.(Quelle: china.org.cn)

Mit der Geschichte in die Zukunft blicken

von Lan Xinzhen

 
Anlässlich des 70. Jahrestags des Siegs im Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression und des 70. Jubiläums des Sieges im Weltkrieg gegen den Faschismus, werden große Feierlichkeiten wie eine Parade, Ausstellungen und Aufführungen stattfinden, um der Geschichte und der verstorbenen Helden zu gedenken.

49 Länder und 10 internationale Organisationen werden die Parade besuchen, was zeigt, dass die Stellung Chinas als östlicher Hauptkriegsschauplatz des zweiten Weltkriegs weltweit anerkannt wird. Das chinesische Volk wird gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft das Streben nach Frieden und den unerschütterlichen Willen zur Verteidigung des Friedens demonstrieren.

Es ist die erste große Militärparade zum Gedenken an den Sieg im Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression. Neue Waffen werden zum ersten Mal gezeigt werden, wodurch die umfassende Landesstärke und die Errungenschaften, die China auf dem nationalen selbstständigen Weg erreicht hat, widergespiegelt werden. Die Militärparade zeigt auch den Geist des chinesischen Volkes. 31 asiatische, europäische, afrikanische, ozeanische und amerikanische Länder haben Beobachterteams und Militärtruppen zur Teilnahme an der Parade geschickt.

Die Gedenkveranstaltung beweist, dass die Kommunistische Partei Chinas bei dem Widerstandkrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression eine große Rolle gespielt hat und der Schlüssel zum Sieg war.

Die chinesische Regierung und das chinesische Volk werden die Beiträge und Hilfen aus dem In- und Ausland nie vergessen. Ohne Unterstützung, Hilfe und Teilnahme der damaligen Kuomintang (KMT), der Übersee-Chinesen, der internationalen Freunde und der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten und anderer Länder hätten wir den Krieg nicht gewinnen können. Wir laden Vertreter zur Gedenkveranstaltung ein, um den Respekt und den Dank der chinesischen Regierung und des chinesischen Volkes auszudrücken.

Anlässlich des 70. Jubiläums des weltweiten Kriegs gegen den Faschismus werden auch in vielen anderen Ländern vielfältige Gedenkveranstaltungen abgehalten, in der Hoffnung Weltfrieden und Entwicklung zu wahren.

Die japanische Regierung um Shinzo Abe dagegen negiert die vergangenen Kriegsverbrechen und hat keine Entschuldigung für die Menschen der Länder, welche durch den Krieg gelitten haben, angeboten. Sie warf sogar Ban Ki Moon seine Teilnahme an den Feierlichkeiten in Beijing als unvernünftige Entscheidung vor. Ihr Verhalten zerstört den Frieden, was das chinesische Volk und die Menschen, die Frieden wollen, nie dulden werden.

Man darf die Geschichte niemals vergessen. Der von den japanischen Militaristen ausgelöste Aggressionskrieg hat schwerwiegende Katastrophen für seine asiatischen Nachbarn hervorgerufen. Die Geschichte absichtlich zu vergessen, sogar zu verdrehen und zu verschönern ist nicht empfehlenswert, deshalb soll die japanische Regierung die Geschichte der Aggression erkennen und reflektieren, um die Beziehungen mit asiatischen Ländern wirklich zu verbessern.

China ist ein Land, das den Weltfrieden wahrt, schafft und dazu beiträgt. Das chinesische Volk wird weiterhin positive Beiträge zu Wahrung des Weltfriedens und Förderung globaler Entwicklung leisten.

Veteranen führen die Siegesparade an

Veteranen in einer Formation bei der Parade in Beijing, am 3. September 2015.(Foto: Xinhua)

Veteranen, die im Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression gekämpft hatten, führten am 3. September die massive Militärparade, mit der der 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges gefeiert wurde, an.

Die Veteranen, die im Durchschnitt bereits 90 Jahre alt waren, repräsentierten die Widerstandsarmee unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und der Kuomintang (KMT). Sie fuhren in einer Formation von Wagen mit offenem Verdeck.

Die Menge applaudierte, als die Wagen mit mehr als 100 Kriegsveteranen, in Uniform und mit ihren Ehrenmedaillen, den Tian’anmen passierten.

Es ist das erste Mal, dass Veteranen an einer so großen militärischen Show teilnehmen und es ist womöglich die letzte für sie. Viele Veteranen drückten ihre Freude darüber aus, zur Teilnahme eingeladen worden zu sein.

Fu Longqian, ein 92-jähriger ehemaliger Soldat der KMT, war unter den Veteranen bei der Zeremonie.

„Das Land hat uns nicht vergessen und es ist eine sehr hohe Wertschätzung“, sagte der ehemalige Artillerist, der dem Artilleriefeuer in mehreren bedeutenden Schlachten getrotzt hatte, inklusive der Schlacht um Changsha, der langwierigsten zwischen der KMT-Armee und den japanischen Invasoren. Es ist auch jene Schlacht, bei der die meisten Truppen beider Seiten zum Einsatz kamen.

„Der Kampf gegen die japanischen Aggressoren ist das unvergesslichste Erlebnis meines Lebens“, fügte er hinzu.

Der 95-jährige Zhang Yuanhe, in einer grauen Militäruniform, die speziell für ihn für die Parade gemacht worden war, war dankbar für die Einladung.

„Es ist eine große Ehre“, sagte Zhang, der sich der von der KPCh geführten Roten Armee im Alter von 15 angeschlossen hatte.

Die Repräsentanten der KMT Veteranen wurden ausgewählt aus denen, die an der Front mit japanischen Truppen in den Schlachtfeldern von Shanxi, Hunan, Yunnan, Guangxi und Guizhou gekämpft hatten, während ihre Gegenüber der KPCh aus der Achten-Route-Armee, der Neuen –Vierten-Armee, der Nordöstlichen Vereinigten Widerstandsarmee und den Südchinesischen Guerillas kamen.

Alle der Veteranen hatten, laut Qu Rui, dem Vizedirektor des Organisationsbüros für die Parade, am chinesischen Festland gelebt.

Um sich ihrer guten Gesundheit zu versichern, hatten die lokalen Behörden jeden der Veteranen vor der Parade durch medizinische Untersuchungen gehen lassen und medizinisches Personal bei der Parade bereitgestellt.

„Bei einem solch großen Event sollten wir nicht jene vergessen, die für die Nation gekämpft haben und den Weg für die friedlichen Tage der Gegenwart bereitet haben“, sagte Peng Guangqian, der Vizegeneralsekretär des Rates für Nationale Sicherheitspolitikstudien.

„Veteranen zu solch einer Parade einzuladen, ist eine Gelegenheit ihnen unseren Tribut zu zollen und kann auch die jüngere Generation inspirieren voranzuschreiten“, sagte Peng.

Die Entscheidung Veteranen der KMT in die Feierlichkeiten einzubeziehen wurde von Beobachtern als ein inkludierendes und offenes Geschichtsbild der KPCh begrüßt. Die KMT war im Jahr 1949, nachdem sie den Bürgerkrieg gegen die KPCh verloren hatte, nach Taiwan geflohen.

„Die Parade schichte eine Nachricht, dass jeder, der sein Leben der Nation gewidmet hatte, im Gedächtnis bleiben wird und dass jene, die sich um ihre Nation zu retten, den Gefahren ausgesetzt haben, geehrt werden“, sagte Qiao Liang, ein Professor an der Nationalen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee.

Außer den Kriegsveteranen waren auch Söhne und Töchter gefallener Soldaten der KPCh und KMT sowie herausstehende Mitglieder der Armee die die Frontlinien unterstützt hatten, in den beiden Wagenformationen.

Japan war im September 1931 in Chinas Nordosten eingefallen. Darauf folgte eine umfassende Aggression, die am 7. Juli 1937, mit dem Zwischenfall an der berühmten Lugou-Brücke, oder Marco-Polo-Brücke, einem bedeutenden Zugangspunkt zu Beijing, begann.

Während der japanischen Aggression wurden 35 Millionen chinesische Soldaten und Zivilisten am östlichen Schlachtfeld des weltweiten Krieges gegen den Faschismus getötet oder verwundet. (Quelle: Xinhua)

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