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Genossinnen

Polizisten schießen, Chefs entlassen, sie kämpfen weiter: Zwei Frauen berichten. Von offener und versteckter Arbeit, alten Nazis und neuen Hoffnungen, von den Anfängen der DKP – und davon, wie sie in der täglichen Arbeit für den Sozialismus Verantwortung übernommen haben.

 

In die Offensive und nie allein

UZ: Wie bist du zur KPD gekommen?

Heidi Hummler: Ich bin in Rheinsberg bei Heilbronn geboren und in Heilbronn aufgewachsen bis zum fürchterlichen Luftangriff im Dezember 1944. Wir sind dann zu meinen Großeltern nach Boxberg in Baden. Ich musste die Schule in Heilbronn abbrechen. In Boxberg habe ich bis zum Kriegsende Kämpfe miterlebt.
Bei den ersten Wahlen in der Bundesrepublik begann sich meine Mutter, die davor völlig unpolitisch war, für Politik zu interessieren – aus Schreck, was die Nazis alles getan haben. Sie hat dann alle Versammlungen der verschiedenen Parteien in Boxberg besucht. Die KPD wollte auch eine Versammlung veranstalten. Es gab aber keine Kommunisten in Boxberg und da hat sich meine Mutter gemeldet und sagte, alle Parteien sollten die Möglichkeit haben zu sprechen, und erklärte sich bereit die Einladungsflugblätter für die KPD in Boxberg zu verteilen. Ich habe dann gesagt, ich ziehe aus! Bei einer Kommunistin bleibe ich nicht. Dann kamen Kommunisten aus Stuttgart, ehemalige KZler, und diskutierten mit meiner Mutter und mir. Fakt ist, dass meine Mutter und ich gleichzeitig in die KPD eingetreten sind.
Weil es in Boxberg keine Arbeit für mich gab, meinte der KPD-Landtagsabgeordnete Julius Schätzle zu mir, wenn ich die Höhere Handelsschule mit der Mittleren Reife abschließe, dann könnte ich bei ihm in der KPD-Landesleitung in Stuttgart arbeiten. 1950 bin ich dann nach Stuttgart gezogen.

UZ: Was waren deine ersten Erfahrungen in Stuttgart? Du hast doch dort auch deinen Mann kennengelernt.

Heidi Hummler: Weil ich alleine in Stuttgart war, haben Julius und vor allem Gertrud Strohbach, KPD-Bundestagsabgeordnete, mich dann bemuttert und bevatert. Die sagten, das Mädle, die kann net nur unter uns alte Leut sein, die muss zur Jugend. Dann haben sie mich zur FDJ geschickt.
Am Königsbau in Stuttgart hing ein großes Transparent mit „Kampf dem Kommunismus“ und die FDJ beschloss dieses Transparent zu entfernen und es wurde ein Plan ausgearbeitet. Möglichst spät wollte man mit Hämmern und Seilen das Transparent entfernen. Ich sollte das Seil unter meinem Anorak zum Königsbau bringen. Um nicht aufzufallen, sollte ich mit einem Genossen ein Liebespaar spielen. Es hieß dann, der Genosse Heinz Hummler spielt mit dir das Liebespaar. Ich kannte ihn davor noch garnicht. Dann haben wir ein Liebespaar gespielt, bevor wir eins waren.

UZ: Welche Aufgaben hattest du zu dieser Zeit?

Heidi Hummler: Die KPD-Landesleitung hat mich als Instrukteurin die Mobilisierung zu den 3. Weltfestspielen vorbereiten lassen. Wir mussten illegal über die innerdeutsche Grenze. Auf dem Rückweg von den Weltfestspielen musste ich miterleben, wie BRD-Grenzer auf uns schossen. Ich bin verhaftet und mit 20 Genossen eingesperrt worden. Ich war fünf Wochen im Gefängnis in Bamberg ohne Anwalt, ohne Haftbefehl. Meine Genossen haben dann einen Hungerstreik begonnen. Ich habe mich dem angeschlossen, aber nur einen Tag gefastet, weil mich dann der KPD-Bundestagsabgeordnete Rudolf Kohl im Gefängnis besuchte und dann klar wurde, dass ich noch minderjährig war und sie gegen sämtliche Gesetze verstoßen hatten. Dann wurden wir Hals über Kopf freigelassen und die ganze Sache vertuscht. Später beim Prozess wurden nur die Genossen verurteilt, die beim Grenzübertritt verletzt wurden. Ich stand zwar in der Anklageschrift, wurde aber während der ganzen Verhandlung nicht ein einziges Mal erwähnt.
Wir haben damals den Fehler gemacht, dass wir so was zu wenig thematisiert haben. Wir haben uns gedacht, das ist halt der Klassengegner. Wir hätten mehr publik machen müssen, dass sie sich wie ihre Vorgänger, die Nazis, verhielten.

UZ: Und nach der Haft?

Heidi Hummler: Nachdem ich aus der Haft entlassen worden war, habe ich wieder für die KPD-Landesleitung gearbeitet. Im Zuge der „Ohne-mich“-Bewegungen gegen die Remilitarisierung der BRD bin ich mit Heinz und den Genossen nach Essen zur Friedenskarawane gefahren. Im Sonderzug nach Essen, der aus München kam, habe ich Philipp Müller am Stuttgarter Hauptbahnhof kennen gelernt. Ein lustiger, netter und gut aussehender Bayer. Mit dem habe ich geflirtet. In Essen habe ich dann gesehen, wie Polizisten ihn auf den Wagen geworfen haben. Auf der Rückfahrt hörte ich dann, dass „Fips“ tot war.

UZ: Du hast mit Philipp Müller geflirtet und warst aber mit Heinz zusammen?

Heidi Hummler: Na ja, wenn sich Jugendliche halt kennen lernen, da macht man seine Späße, so von Abteil zu Abteil. Der Zug wurde ja auch immer voller, da stiegen noch später welche zu und dann war …

UZ: … Party?

Heidi Hummler: Ja, so würden das heute die jungen Leute sagen!

UZ: Die KPD wurde dann 1956 widerrechtlich verboten. Wie hast du darauf reagiert?

Heidi Hummler: Ich habe mich in anderen Organisationen verankert. Ich war in der Gewerkschaft und bei den Naturfreunden, die in Stuttgart und Umgebung eine größere Rolle spielten. Ich wurde zuerst zur Kindergruppenleiterin und dann zur Jugendgruppenleiterin gewählt. Heinz war Betriebsrat. Und dann haben wir immer Kandidaturen gehabt. Nach dem KPD-Verbot gab es in Baden-Württemberg bei der ersten Wahl die Demokratische Linke, später die Deutsche Friedensunion.
Wir waren in Fünfergruppen organisiert und trafen uns heimlich. Das Überängstliche kam noch aus der Nazizeit. Aus meiner Gruppe waren dann alle bei den Naturfreunden aktiv und angesehen, aber immer auch bekannt als Kommunisten. Ich erinnere mich an keine Zeit, wo wir nicht verankert waren.
Der Vorteil von Stuttgart als Großstadt war, dass die ganzen Friedensaktionen gegen den Vietnamkrieg hier stattfanden. Da waren die ganzen linken Jugendgruppierungen und bei den Studenten veränderte sich der SDS vom sozialdemokratischen Studentenbund zum praktisch marxistischen.

UZ: Wie habt ihr es geschafft als illegale Organisation an die Jugend- und Studentengruppen ran zu kommen?

Heidi Hummler: Bei Heinz und mir war es klar, dass wir Kommunisten sind. Heinz hat immer für die Demokratische Linke und später für die Deutsche Friedensunion kandidiert. Dort wurde immer gesagt, dass er Kommunist ist. Zudem wurde sein Vater im 3. Reich hingerichtet. Da war der Name Hummler eh als Widerstandskämpfer bekannt.
Niemand konnte behaupten, Kommunisten unterwandern die Naturfreunde oder die Gewerkschaft, weil wir verankert waren. Es kamen mal Leute auf mich zu und meinten, uns geht es nichts an, was Sie machen, aber wenn Sie etwas zu verstecken haben, dann geben Sie es uns. Ich habe ihnen dann meine Schreibmaschine aus der KPD-Landesleitung gegeben.

UZ: Wie kam der Gedanke einer legalen Partei auf?

Heidi Hummler: Wir hatten dann wilde Streiks in Baden-Württemberg. Alles drängte danach, eine legale Kommunistische Partei musste her. Heinz war im Sekretariat der illegalen KPD hier in Stuttgart. Dann gab es die Information, es steht was bevor. Wir wussten aber noch nicht was.
Dann gab es die Orientierung, Schritte hin zur Legalität zu unternehmen. Wir begannen Leute anzusprechen, Sympathisanten zu werben, Unterschriften zu sammeln und Initiativen für die Wiederzulassung der KPD zu gründen. Wir haben nicht gesagt, wir wollen die Neukonstituierung der DKP, sondern es muss eigentlich die KPD wieder legal werden.

UZ: Wann wurde es für euch klar, es kommt keine legale KPD, sondern der Kampf geht jetzt darum, eine Partei neu zu kostituieren?

Heidi Hummler: Ich bin immer noch der Meinung, man muss heute noch um die Legalität der KPD kämpfen, aber wir fanden es notwendig, dass es eine legale Kommunistische Partei gibt, die offiziell nicht verboten ist und nicht im Untergrund arbeiten muss. Unsere Devise war: Immer in die Offensive und nie allein.

 

Immer fragen – dann wird man Kommunistin

UZ: Du hattest engen Kontakt zu Genossen der illegalen KPD. Wann wurde für dich die Neukonstituierung der Kommunistischen Partei konkret?

Elfriede Haug: Als eine KPD-Genossin, mit der ich Veranstaltungen zum 8. März vorbereitete, im September 1968 zu uns kam und sagte: „Es hat sich die Kommunistische Partei als DKP neu konstituiert, wollt ihr Mitglied werden?“ Mein Mann hat zunächst gesagt, er müsse sich das noch überlegen und ich habe gleich gesagt, dass ich Mitglied werden will.

UZ: Warum der Vorbehalt deines Partners?

Elfriede Haug: Er musste ja erst einmal schauen wie das läuft. Er war Mitglied der KPD und jetzt wollte er erst einmal wissen, was da vor sich geht. Es gab ja vor der Neukonstituierung auch in Bielefeld den Versuch, den Programm-Entwurf der KPD vorzustellen. Die Genossen, die das Programm vorstellen sollten, wurden aber nicht aus dem Zug gelassen oder am Bahnhof verhaftet. Da war der Manfred Kapluck (Mitglied des ZK der illegalen KPD, Anm. d. Red.) dabei. Die Genossen waren sehr vorsichtig, auch weil nach dem KPD-Verbot einige Gruppen aufgeflogen waren.
Als es dann um die Neukonstituierung der Partei in Bielefeld ging und da 35 Leute saßen und im Präsidium Genossen, die ich u. a. vom Ostermarsch her kannte, da war dann alles klar und da haben wir angefangen die Partei aufzubauen.
Inhaltliche Vorbehalte hatte auch Alfred keine. Außerdem wussten wir ja zunächst nicht, ob das nicht schiefgeht mit der Neukonstituierung. Da ging es auch darum, eine illegale Struktur in der Hinterhand zu behalten.

UZ: Du bist 1930 geboren und hast als Kind Faschismus und Krieg miterlebt. Wie bist du zur kommunistischen Bewegung gekommen?

Elfriede Haug: Manche saugen das ja angeblich mit der Muttermilch auf. Bei mir war es so, dass ich in einem Kinderwagen gelegen habe, unter dem eine Schreibmaschine versteckt war.
Als Kind habe ich gefragt, warum Papa weg ist, und mir wurde geantwortet, dass er weg ist, dass er im KZ sitzt. Als Drei- oder Vierjährige hört man solche Buchstaben wie „KZ“, aber man versteht die Bedeutung nicht.
Ich war ein Kind, das nie allein gelassen, immer mitgenommen wurde. Ich war dabei, wenn meine Mutter zu Genossen ging und sie den Moskauer Rundfunk hörten. Nach jeder Sendung waren sie ganz glücklich, weil sie im Rundfunk erfuhren, dass der Teddy – Ernst Thälmann – noch lebt. Von Teddy wusste ich, dass mein Vater ihn auf einer Kundgebung in Oldenburg anlässlich des Bauernhilfsprogramms der KPD 1930 in den Saal begleitete. Teddy war ein Name, der in meiner Kindheit immer wieder vorkam.
Damit fing das Fragen an. Ich habe dann nicht mehr aufgehört zu fragen und nach Ursachen zu forschen. Und wenn man damit angefangen hat, dann wird man Kommunistin.

UZ: Und nach der Befreiung vom Faschismus?

Elfriede Haug: Ich bin 1948 in die FDJ, und 1949 in die KPD eingetreten und dann gleich in die Kreisleitung der KPD gewählt worden. Nach meiner Ausbildung 1951 hat die Partei gesagt, ich solle erst einmal ein Jahr zur Parteischule. Das war zu der Zeit, als die FDJ gerade verboten worden war und die Bundesregierung das KPD-Verbot beantragte.
Nach Rücksprache mit den Genossen in Berlin hieß es dann, wir schicken dich nicht auf die Parteischule, sondern zum Studium. Ich bin dann direkt zum Institut für Publizistik nach Leipzig gegangen, ohne vorher das Abitur nachmachen zu müssen, ohne Vorstudium. Das war ein hartes Brot. Ich hatte keine Vorkenntnisse und eine schwache Schulausbildung. Jetzt hieß es, drei Jahre Publizistik studieren und dann noch mit „gut“ abschließen.
Nach dem Studium ging es nach Hannover in die kommunistische Tageszeitung „Die Wahrheit“. Es gab damals eine Verfolgung kommunistischer Zeitungen, den Namen „Niedersächsische Volksstimme“ hatte man uns geklaut. Um diesen Namen haben wir dann gekämpft.
Am 16. August 1956 stürmte eine Polizeitruppe die Verlags- und Redaktionsräume, nahm uns alle gefangen, sperrte uns in einen Raum, nahm unsere Fingerabdrücke und schickte uns anschließend auf die Straße. Damit waren wir arbeitslos, die Zeitung existierte fortan nicht mehr. Uns kleinere Redakteure hat man damals laufen lassen, leitende Genossinnen und Genossen kamen ins Gefängnis. Wir wurden in alle Richtungen verstreut, der Kontakt zu den Genossinnen und Genossen der Redaktion war erst einmal weg. Wir kriegten ab sofort keinen Lohn mehr und die Solidarität der Partei – der illegalen KPD – und der Gewerkschaft IG Druck & Papier war für uns überlebenswichtig.

UZ: Hattest du nach dem KPD-Verbot noch Kontakt zu deiner Parteigruppe?

Elfriede Haug: Nein, die legale Struktur der Partei war mit dem Verbot vollkommen weg. Ich bin erst einmal zurück zu meinen Eltern. Ich habe mich dann als Buchhalterin – ich hatte vor meinem Studium eine Ausbildung zur Buchhalterin gemacht – bei einem Waschmaschinenvertrieb beworben. Die haben mich auch sofort genommen, weil sie mich brauchten. Aber auch da wurde Druck ausgeübt, keine Kommunistin zu beschäftigen, und ich wurde wieder entlassen. Ich habe dann bei einem Industrie- und Handelsverlag angefangen zu arbeiten.

UZ: Gab es da noch Genossinnen und Genossen oder eine Parteigruppe, die dich unterstützt oder mit dir deinen weiteren Werdegang besprochen hat?

Elfriede Haug: Es gab keine Parteigruppe, aber irgendwo gab es immer Genossinnen und Genossen, zu denen ich Kontakt hatte. Irgendwie hatte ich immer die Partei im Hinterkopf. Es gab auch immer jemanden, der mich auf dem Laufenden gehalten hat. Die haben einen nie hängen lassen.
Als ich mit meinem Lebenspartner damals von Hannover nach Bielefeld ging, habe ich einen Kollegen aus dem Verlag gefragt, wie ich dort an die Partei herankomme. Der sagte zu mir, ich müsse einfach schauen, was draußen in der Welt los sei, und da gäbe es bestimmt Veranstaltungen, vielleicht auch von der Gewerkschaft, und wenn ich auf solchen Veranstaltungen aufträte, dann werde die Partei schon auf mich aufmerksam.

UZ: Wie war die Arbeit in der illegalen KPD organisiert, hast du davon etwas mitbekommen?

Elfriede Haug: Mein Partner war in einem illegalen Dreierkopf, was auch bedeutete, dass wir über seine Arbeit nicht gesprochen haben. Ich erinnere mich aber an eine Stubenversammlung, also eine Versammlung mit vertrauten Genossen privat bei jemandem zu Hause, aber mit einem Referenten. Da kam ein Genosse, der Axel hieß und zu uns sprechen sollte. Ich kam da hin und bekam tellergroße Augen, weil der Genosse Axel Herbert Mies war. Herbert Mies bekam genauso große Augen und wir taten aber nun so, als hätten wir uns nie zuvor gesehen. Ich durfte mir ja nicht anmerken lassen, dass ich Herbert aus der Zeit meiner Arbeit im FDJ-Landesvorstand Niedersachsen kannte.

UZ: Und der Übergang zur Neukonstituierung der kommunistischen Partei bei euch, hast du davon etwas mitbekommen?

Elfriede Haug: Bei einem Besuch einer offiziellen Feier der Stadt Leipzig ergab sich eine Möglichkeit, relativ gefahrlos alle möglichen Kommunistinnen und Kommunisten über die Grenze zu bringen und sich dort zu treffen. Dort waren auch Max Reimann und Herbert Mies als Axel. Der Kurs war zu dieser Zeit schon auf Legalisierung gesetzt. Herbert hat dann alle Kommunistinnen und Kommunisten im Saal aufgefordert, die Politik der KPD offen zu vertreten und öffentlich aufzutreten.

UZ: Und wie habt ihr das umgesetzt?

Elfriede Haug: Bei einer IG-Metall-Versammlung, bei der über den Sechstagekrieg 1967 diskutiert wurde, bin ich aufgetreten gegen Israels Überfall auf Ägypten. Das war eine andere Meinung. Das Gebrüll danach war entsprechend. Am Ende der Delegiertenkonferenz wusste ich: Ein Drittel der Delegierten sind eher links und zwei Drittel sind rechte Gewerkschafter, Sozialdemokraten. Mit dem öffentlichen Auftreten habe ich dann gelernt, wie man sich mit dem linken Drittel verständigen kann.
Im Ausschuss gegen die Atombewaffnung war es beispielsweise so, dass mich jemand gefragt hat, wo ich herkäme, und hat mich zur Gründung des Bündnisses „Blumen für Stukenbrock“ eingeladen. Das war in der Zeit vor der Neukonstituierung der DKP, da haben wir uns schon keinen Maulschutz mehr auferlegt. Da haben wir dann offen gesagt, wer wir sind und was wir diskutieren.

 

Erschienen in der UZ vom 02.03.2018: Heidi Hummler, Elfriede Haug

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Freya Pillardy zum Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Frauen werden schlechter als Männer bezahlt. Sie können schließlich jederzeit ausfallen, weil sie Kinder bekommen können. Wenn eine Frau weniger Geld bekommt, dann hat sie eben schlecht verhandelt. Mit dieser Begründung wurde vor rund einem Jahr die Klage einer ARD-Mitarbeiterin gegen eine geringere Bezahlung gegenüber ihren männlichen Kollegen mit gleicher Tätigkeit abgewiesen.
Der Kapitalismus weiß eben die historisch mit dem Privateigentum an Produktionsmitteln entstandene Unterdrückung der Frau zu nutzen, um größeren Profit zu generieren. Rechtfertigend heißt es, dass Frauen sowieso nur dazuverdienen müssen. Das wird aber schwierig, wenn niedrige Frauenlöhne die Männerlöhne unter Konkurrenzdruck setzen. Also gewinnt das Kapital doppelt. Nein, sogar dreifach: Frauen, die durch die Überausbeutung eher als der Mann ihren Job für Haushalt und Kinder aufgeben, wechseln oft in noch schlechter bezahlte Teilzeit. Wenn die Frau durch geringen Lohn vom Mann finanziell abhängig ist, hält sie eher die Klappe, wenn es um häusliche Gewalt geht.
Die Regierung, in deren Auftrag am 21. Juni ein Gleichstellungsbericht erschienen ist, um Maßnahmen für Gleichstellung auszuarbeiten, ist selbst für die Armut von Frauen mit verantwortlich. Frauen arbeiten häufig im Reproduktionssektor. Dieser ist zu Gunsten von Rüstungsausgaben und Unternehmenssubventionen massiv unterfinanziert, und die Löhne sind entsprechend niedrig. Schließlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen ein bisschen mit Kindern spielen und sich um Schwache kümmern. Wenn nicht zu geringem Lohn, dann einfach selber im Privaten, komplett ohne Bezahlung. Das ist noch billiger.
Ein Effekt besteht darin, dass Deutschland in Europa auch bei der Ungleichheit von Mann und Frau an der Spitze steht. In vielen, auch kapitalistischen Staaten Europas ist die Lohndifferenz zwischen Mann und Frau geringer und häusliche Gewalt seltener. Und auch der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung muss zugeben: Frauen in Ostdeutschland sind heute immer noch emanzipierter. Die Situation von Frauen im „Unrechtsstaat DDR“ war wesentlich besser als sie aktuell in allen kapitalistischen Staaten Europas ist.
Es ist lächerlich, wenn diese Regierung behauptet, den Anspruch zu haben, Gleichberechtigung zu fördern. Die Frauenfrage ist nicht von der Klassenfrage zu trennen.

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Der Mainstream-Feminismus und wir – zum 160. Geburtstag von Clara Zetkin

Von Melina Deymann

Frauenrechte stehen weltweit wieder zur Disposition, aber es regt sich Widerstand. Beim Women‘s March on Washington zeigen hunderttausende Frauen dem frauenverachtenden, pussygrabbenden Präsidenten, was sie von ihm halten. In der Türkei stellen Frauen sich gegen Erdogan, in Polen verhindern sie mit ihren Protesten ein totales Verbot der Abtreibung, wie es die rechtskonservative Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ durchsetzen wollte.
Währenddessen treffen sich beim Women-20-Gipfel Angela Merkel, Christine Lagarde, Königin Maxíma der Niederlande und Ivanka Trump. Sie stellen einhellig fest, dass sie Feministinnen sind. Die Bundesregierung verabschiedet ein wirkungsloses Gesetz zur Lohngleichheit. H&M verkauft niedliche rosa T-Shirts mit Blümchen und der Aufschrift „Feminist“ – runtergesetzt im Ausverkauf. So ein Verkaufsschlager ist der Feminismus dann nun doch nicht.
Sind wir uns einig …

Clara Zetkin (l.) mit Rosa Luxemburg

Clara Zetkin (l.) mit Rosa Luxemburg

Zumindest in Deutschland mutet es so an, als würden die Rechte der Frau auf der politischen Agenda relativ weit oben stehen: Die große Koalition wird geführt von einer Bundeskanzlerin und hat zudem noch eine Verteidigungsministerin zu bieten, in Aufsichtsräten gibt es eine Frauenquote und das Recht der Frau auf sexuelle Selbstbestimmung ist in aller Munde. Die Jugendausgaben von „Spiegel Online“ und „Süddeutscher Zeitung“ (bento.de und jetzt.de) überschlagen sich mit Artikeln zum Thema. Angefangen vom „Grundkurs Feminismus: Diese Bücher solltest du gelesen haben“ (bento.de) über „Donald Trump und sexistische Werbung aus den 1950er Jahren“ (jetzt.de) und der Frage „Ich trage gerne BHs – Macht mich das etwa zur Anti-Feministin?“ (jetzt.de) bis zu „Wir sind Männer – und Feministen“ (bento.de) – gerade unter jungen Frauen (und Männern) scheint Feminismus en vogue zu sein.
Aber mit welchen Inhalten? Frauen können alles, was Männer auch können (klar), niemand darf uns anfassen, wenn wir das nicht wollen (auch klar – so klar, dass wir zu hilflosen Weibchen degradiert werden, die vor den bösen Flüchtlingsmännern beschützt werden müssen), niemand darf so über Frauen reden, wie es der amtierende US-Präsident tut (auch klar, hat aber niemanden davon abgehalten ihn zu wählen), und Abtreibung ist unser gutes Recht (aber am Paragraphen 218 scheint sich niemand mehr zu stören).
Ansonsten gehen die Inhalte des Mainstream-Feminismus ziemlich weit auseinander: Wir sind uns halt einig, dass Frauen nicht benachteiligt werden dürfen. Davon abgesehen: Was hat eine zwanzigjährige Studentin, die kellnert, um ihre Miete zu bezahlen, mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds gemein? Teilen sie die gleichen Interessen? Eher nicht. Und doch nennen beide sich Feministin.
„Damenwahlrecht und gleicher Lohn“
Im Kampf um die Befreiung der Frau stellt sich dieselbe Frage wie in allen anderen Kämpfen: Wer teilt unsere Interessen?
Jedes Jahr feiern wir den internationalen Frauentag als Kampftag für unsere Rechte, aber auch als Kampftag der Frauen für Frieden, gegen Krieg und Faschismus.
Am 27. August 1910 nahm die II. Internationale Konferenz sozialistischer Frauen den Antrag Clara Zetkins und Käte Dunckers einstimmig an, künftig einen Internationalen Frauentag durchzuführen.
Die Genossinnen hatten erkannt, dass sie mit den Frauen der bürgerlichen Frauenbewegung gemeinsam das uneingeschränkte Frauenwahlrecht erstreiten können, obwohl sich die bürgerliche Frauenbewegung bis dahin mit einem „beschränkten Wahlrecht“ (von Clara Zetkin abschätzig „Damenwahlrecht“ genannt) zufrieden geben wollten. Dieses hätte den Frauen der besitzenden Klasse die Teilnahme an Wahlen ermöglicht, die Proletarierinnen aber weiterhin ausgeschlossen.
Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beteiligten sich. Die Frauen machten außer der zentralen Forderung nach dem Wahlrecht weitere Punkte zum Inhalt des Frauentags:
Den Kampf gegen den imperialistischen Krieg, die Forderungen nach Arbeitsschutzgesetzen, einem ausreichenden Mutter- und Kinderschutz, dem Achtstundentag, der Festsetzung von Mindestlöhnen und, nicht zuletzt, nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
Die Bilanz nach mehr als 100 Jahren ist ernüchternd: Noch heute müssen wir für ganz ähnliche Forderungen kämpfen. Clara Zetkin selbst wäre wohl wenig ernüchtert. Sie hatte bereits auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris am 19. Juli 1889 festgestellt:
„Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“
So sind wir auch heute weit entfernt von einer gerechten Bezahlung, verdienen immer noch 21 Prozent weniger als die Männer und arbeiten damit 77 Tage im Jahr faktisch ohne Entlohnung. Daran ändert auch nichts, dass den Frauen der Bourgeoisie nun per Quote ein Posten in den Aufsichtsräten zur Verfügung steht (die vom Gesetzgeber vorgegebene 30-Prozent-Quote gilt für 108 börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen, für weitere etwa 3 500 Unternehmen gilt die Pflicht, sich eine beliebige Zielvorgabe zu setzen – wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass von den meisten Frauen in so einer Position mehrere verschiedene Aufsichtsratsposten eingenommen werden, findet sich also auch trotz Gesetz nur ein kleiner Bruchteil der Frauen der besitzenden Klasse in hohen Führungspositionen wieder).
Gleichstellung
und Ausbeutung
Mit der bürgerlichen Frauenbewegung führen uns punktuell Themen und Ziele zusammen. Solange die Rechtsentwicklung den Sexismus von Herrenwitzen über „Lebensschutz“ bis Pussygrabschen nach oben spült, haben wir mit bürgerlichen Feministinnen sogar eine ganze Menge gemeinsamer Forderungen – unser grundsätzliches Ziel bleibt ein anderes. Während die bürgerliche Frauenbewegung sich darauf verlässt, dass Proteste, so sie denn lautstark, andauernd und zahlreich genug sind, sowohl die Gesetzeslage als auch den Chauvinismus im Land ändern werden, ist uns klar, dass nicht nur das Geschlechterverhältnis die Unterdrückung der Frau bestimmt, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit.
Vor allem ist uns aber klar, wer unser engster Verbündeter im Kampf um unsere Emanzipation ist. So stellte Clara Zetkin in der Auseinandersetzung um die Erwerbstätigkeit der Frau im Oktober 1896 in der Zeitschrift „Gleichheit“, deren Herausgeberin sie war, klar:
„Im Proletariat ist es das Ausbeutungsbedürfnis des Kapitals, das die Frau zur Erwerbsarbeit zwingt und die Familie zerstört. Durch ihre Erwerbsarbeit wird die proletarische Frau dem Manne ihrer Klasse wirtschaftlich gleichgestellt. Aber diese Gleichstellung bedeutet, dass sie, wie der Proletarier, nur härter als er, vom Kapitalisten ausgebeutet wird. Der Emanzipationskampf der Proletarierinnen ist deshalb nicht ein Kampf gegen die Männer der eigenen Klasse, sondern ein Kampf im Verein mit den Männern ihrer Klasse gegen die Kapitalistenklasse.“
Werkzeug der Emanzipation
Das Ausspielen der Geschlechter gegeneinander hat denselben Grund – und denselben Effekt, wenn es erfolgreich ist – wie das Ausspielen von deutschen gegen migrantische Arbeiter: Der gemeinsame Kampf soll erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden, das Kapital ist der lachende Dritte. Denn solange wir nicht gemeinsam mit den Männern unserer Klasse gegen die Ausbeuter kämpfen, werden wir uns die Zähne ausbeißen an der doppelten Ausbeutung im Kapitalismus, an der allein getragenen Care-Arbeit, an den zu niedrigen Löhnen und an der fehlenden Kinderbetreuung und an so vielem mehr.
Clara Zetkin hat uns das Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem wir in der Frauenfrage der Bourgeoisie, aber auch den eigenen Genossen – wenn es noch nötig sein sollte – begegnen können. Clara Zetkin kämpfte, wie die Kommunistinnen, die auch heute Frauenpolitik machen, nicht allein für die Befreiung der Frau. Doch diese war für Clara Zetkin untrennbar verbunden mit der sozialen Frage, Nebenwiderspruch im Kapitalismus, der doch ein so enormes Ausmaß hat.
Der Mainstream-Feminismus heute ist anscheinend der Ansicht, es wäre für Frauenrechte förderlich, wenn eine Hillary Clinton statt eines Donald Trump Kriegspolitik betreibt und Frauen, Kinder und Männer bombardiert. Er freut sich, wenn es sich in der Textilindustrie um eine Ausbeuterin statt um einen Ausbeuter handelt. Er feiert die Quote, auch wenn sie keiner Frau etwas bringt, die nicht zu den oberen Zehntausend gehört. Er akzeptiert teilweise widerwärtigen Rassismus, so wie Alice Schwarzers Gefasel vom „muslimischen Inferno“ nach der Silvesternacht in Köln. Für den Mainstream-Feminismus bedeutet der Kampf um Frauenrechte genauso scheiße sein zu dürfen wie die Männer der Bourgeoisie und das wird dann auch noch als hipper Lebensstil begriffen, auf den frau stolz sein kann, während sie an ihrem Latte Macchiato für fünf Euro schlürft.
Wir bleiben bei den scheinbar verstaubten Ideen der Kommunistin, die vor 160 Jahren, am 5. Juli 1857, geboren wurde: Happy Birthday, Clara!

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Der Präsident der Vereinigten Staaten bewies bei einem politischen Meeting in Iowa wieder seine völlige Unkenntnis was Kuba angeht und beschuldigte jetzt die kubanische Regierung die Frauen „schrecklich“ zu behandeln

Photo: Yander Zamora

Donald Trump hat sich wieder auf Kuba eingeschossen. Der Präsident der Vereinigte Staaten bewies bei einem politischen Meeting in Iowa erneut seine völlige Unkenntnis, was Kuba angeht und beschuldigte jetzt die kubanische Regierung die Frauen „schrecklich“ zu behandeln.

Bei einem politischen Meeting in Cedar Rapids Iowa sagte der Präsident, der bereits wegen seiner zahlreichen sexistischen, rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen aufgefallen ist, dass Havanna ein feindlicher Ort für Frauen sei, um dort zu leben.

Entsprechend den Ankündigungen vom 16. Juni, als er die Politik der Insel gegenüber der extremen Rechte Floridas für ein paar Stimmen im Kongress einlöste, nahm Trump dort das Thema Kuba mit dem gleichen Unwissen wieder auf.

Ganz im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hat Kuba beim Empowerment der Frauen viel vorzuweisen.

Die Worte Donald Trumps stehen in starkem Kontrast zu der Realität der kubanischen Frau und ganz allgemein mit den Prinzipien der Würde und der Emanzipation für alle, die im Januar 1959 gesiegt haben.

Der Magnat und Präsident, der bereits wegen seiner Kommentare Frauen gegenüber in einige Skandale verwickelt war, weiß nicht, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Autonomie der Frau eine der am höchsten geschätzten Leistungen der Revolution sind.

Die Kubanerinnen genießen nicht nur die volle Gleichberechtigung, sondern haben außerdem einen universellen und kostenlosen Zugang zu Bildung und Gesundheit, zu einem Familienbetreuungssystem, Dienstleistungen was die sexuelle und reproduktive Gesundheit betrifft, wozu auch Familienplanung, bezahlter Mutterschaftsurlaub und das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Bezug auf die Männer gilt.

Donald Trump wagte es die international gewonnene Anerkennung, was das Empowerment der Frauen angeht, in Frage zu stellen, ohne auch nur im mindesten einmal die Zahlen zu betrachten, die in unserem Fall überzeugend sind.

In Kuba sind 48% der im staatlichen Sektor beschäftigten Personen Frauen und eine ähnlich hohe Zahl besetzt hohe Führungsposten.

Die Sonderorganisation der UNO für die Gleichheit der Geschlechter und Empowerment von Frauen führt konstant Kuba als Beispiel für eine Gesellschaft an, die dem weiblichen Geschlecht alle Möglichkeiten und gleichen Zugang einräumt.

Die Kubanerinnen besitzen außerdem gute Chancen für Karriere, Mitbestimmung und Führungspositionen. Im kubanischen Parlament sind sie mit 48,86% vertreten, was zur Folge hat, dass ihr Beitrag bei der Gestaltung der Politik zur Steuerung und Perfektionierung des sozialistischen Systems mehr als deutlich in Erscheinung tritt.

Im lateinamerikanischen und karibischen Kontext, wo die Männer durchschnittlich 19% mehr als die Frauen verdienen und 55% der weiblichen Arbeitsstellen sich im informellen Sektor befinden, sind in Kuba 78% des Personals im Gesundheitsbereich, fast die Hälfte der wissenschaftlichen Forscher und über 66% der Beschäftigten mit hoher technischer Qualifikation weiblich. Fast 60% haben ein Hochschuldiplom, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht.

Mit Behauptungen, die jeglicher Glaubwürdigkeit entbehren, wird versucht die Arbeit unseres Landes und speziell des Kubanischen Frauenverbandes (FMC) zu ignorieren, eine Institution mit aktuell über vier Millonen Mitgliedern, die weltweit für ihre Arbeit in der Verteidigung und dem Aufbau eines Struktur des Wohlergehens für die Frauen gelobt wird.

EINE REVOLUTION INNERHALB DER REVOLUTION

Nur acht Monate nach dem Sieg der Revolution begann sich die Lage der kubanischen Frauen bereits zu verändern.

Unter der Diktatur von Fulgencio Batista (1952 – 1958) stellten die Frauen nur 17% des aktiv arbeitenden Teils der Bevölkerung dar und ihre Rolle beschränkte sich in der Mehrheit der Fälle auf die Arbeit als Hausfrau. Die Frauen stellten außerdem die Mehrheit der über 800.000 Analphabeten dar, die es damals gab.

Seit Beginn des vom Comandante en Jefe Fidel Castro angeführten Prozesses, hatte die Gestaltung einer öffentlichen Politik, die die Inklusion und die Entfaltung des Potenzials der Kubanerinnen vorantreibt, Priorität und so wurde am 23. August 1960 die FMC mit Vilma Espín Guillois als Präsidentin gegründet.

Damit öffnete sich eine neue Etappe im Leben der kubanischen Frauen und ein unrühmliches Kapitel der Geschichte Kubas wurde geschlossen.

„Die Frau ist eine Revolution innerhalb der Revolution“, sagte Fidel an jenem historischen Tag und er rief dazu auf „ den schöpferischen Geist, den Enthusiasmus der kubanischen Frau zu organisieren und zu aktivieren, damit in dieser revolutionären Etappe auch das letzte Überbleibsel der Diskriminierung der kubanischen Frau verschwinde und sie wegen ihrer Tugenden und Verdienste den Platz in der Geschichte des Vaterlandes einnehme, der ihr gebührt.“ Worte, die Donald Trump, wenn er sie kennte, schwerlich verstehen könnte.

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11.05.2017
GermanChina.org

Chinas Mutterschaftsversicherung verzeichnete im Jahr 2016 ein leichtes Defizit aufgrund der umfassenden Umsetzung der Zwei-Kind-Politik. Das Gesamtbudget reiche jedoch aus, um für weitere 15,3 Monate zu bezahlen, teilte Chinas Ministerium für Personalwesen und Soziale Sicherheit mit.

Das Ministerium gab an, dass der Umsatz der Mutterschaftsversicherung im Jahr 2016 insgesamt 52,19 Milliarden Yuan (6,95 Milliarden Euro) erreichte. Die jährlichen Ausgaben lagen bei 53,06 Milliarden Yuan (7,07 Milliarden Euro). Das Defizit trat nur während eines kurzen Zeitraumes auf, was auf die umfassende Umsetzung der Zwei-Kind-Politik zurückzuführen sei, berichtete die Tageszeitung Beijing Youth Daily am Dienstag.

Das Ministerium betonte, dass trotz des leichten Defizits insgesamt eine gesunde Bilanz in Höhe von 67,59 Milliarden Yuan (9 Milliarden Euro) vorliege.

Offizielle Statistiken zeigen, dass bis Ende 2016 insgesamt 184 Millionen Personen die nationale Mutterschaftsversicherung beantragten und neun Millionen Personen von der Versicherung profitierten, darunter erhielten rund sechs Millionen medizinische Behandlungen und drei Millionen Zulagen.

Die durchschnittlichen Ausgaben der Regierung für die Mutterschaftsversicherung lagen bei 15.385 Yuan (2.049 Euro).

Seit der umfassenden Umsetzung der Zwei-Kind-Politik im Jahr 2016 gab es in China 18,46 Millionen Neugeborene im Jahr– gemäß den Statistiken von Chinas nationaler Kommission zur Gesundheit und Familienplanung das höchste Niveau seit dem Jahr 2000.

Die Anpassung der chinesischen Bevölkerungspolitik hat zu einem erheblichen Anstieg der Zweitgeburten geführt.

Gleichzeitig versuchte das Ministerium für Personalwesen, die Last durch Zweitkinder für die Mutterschaftsversicherung, welche von Unternehmen bezahlt wird, zu lindern. Das Ministerium veröffentlichte eine Mitteilung zur Senkung des Mutterschaftsversicherungsbeitrags im Jahr 2015; bereits 25 Provinzen passten den Beitragssatz an.

Nach Angaben der chinesischen Behörden lag der Beitrag für die nationale Mutterschaftsversicherung im Jahr 2016 bei 0,618 Prozent des Bruttoverdienstes des Versicherten.

Außerdem wurde im ersten Halbjahr 2017 eine neue Politik zur Kombination der Mutterschaftsversicherung und einer Grundversicherung in 12 Pilotstädten für eine egalitäre und nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen.

Vor der Umsetzung der neuen Politik umfassten die chinesischen Sozialversicherungsfonds, Grundpensionsfonds, Grundversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitsunfallversicherung und Mutterschaftsversicherung.

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6. April 2017

SDAJ

Von prekären Arbeitssituationen junger Frauen und täglichem Seximsus im Jahr 2017

Arbeiten im klassischen Frauenberuf oder als Frau auf dem Bau. Zwei Beispiele zeigen, was es konkret bedeutet, mit reaktionären Frauenbildern während der Ausbildung konfrontiert zu sein.

Mandy wohnt in Rostock-Lichtenhagen im Sonnenblumenhaus mit drei Kindern von zwei verschiedenen Männern und arbeitet wie ich im Schichtdienst. „Ihr Kerl“, wie sie sagt, ist mitten in der Prüfungszeit abgehauen, weil er findet sie nehme seine Bedürfnisse nicht ernst genug. „Aber mal ehrlich“, schiebt sie in der ruhigen Art, die ich gleichzeitig schätze und verfluche, nach „Was erwartet der denn? Mit dem Haushalt, der Ausbildung und den Kindern, klar ist das stressig, aber doch nicht meine Schuld, oder?“. Unsere Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft haben wir beide auf der gleichen Station eines Altenheimes geschafft. Jetzt sitzen wir uns gegenüber und reden von gemeinsamen Zeiten.
„Weißt du noch“, fragt Mandy, „damals die Sache mit dem Putzen?“. Ich nicke. Es war einer dieser ganz wenigen Tage, an denen wir mal wirklich gut besetzt waren auf Station. Promt überlegte die Schichtleiterin laut, womit man uns Auszubildende wohl beschäftigen könnte. Die Wahl fiel auf:„Fensterputzen. Und wenn ihr schon die Lappen in der Hand habt: die Bilderrahmen in den Gängen könnt ihr auch gleich abstauben“. Als wir protestierten, wurden wir von den Kolleginnen belehrt: „Nun stellt euch nicht so an. Bei einer Ausbildung geht es schließlich auch darum, dass man was für‘s spätere Leben und seine Aufgaben zuhause lernt“.

Traditionelles Rollenbild
Pflegefachkraft ist nachwievor ein klassischer Frauenberuf. So dominierend weibliches Personal auf den Stationen ist, so selten finden sich Frauen in den höheren Positionen der Heim- und Klinikleitungen, dort, wo tatsächlich Geld verdient wird. In den ambulanten Pflegediensten dagegen gibt es Kolleginnen, die nach einer 40-Stunden-Woche mit 800 Euro nach Hause gehen. Eine Mitschülerin in der Berufsschule bekam nur 230 Euro, wovon noch einmal 160 Euro Schulgeld abgingen. Sie hat die Ausbildung nicht beendet, sondern aufgehört, sobald sie mit einem Bundeswehrsoldaten vom Stützpunkt Rostock-Laage liiert war. Zwei Mädchen aus meiner Klasse wurden nicht zur Abschlussprüfung zugelassen, weil sie zwischenzeitlich schwanger wurden.
Es gibt gleich mehrere Frauenbilder, die derartige Verhältnisse stützen und begünstigen. Das reicht vom altgedienten Klischee-Bild der sich kümmernden, aufopfernden, die eigenen Bedürfnisse zurückstellenden Krankenschwester bis hin zur klassischen Doppelbelastung von Familie und Beruf, für deren Bewältigung die Frauen individuell in die Pflicht genommen werden. Im theoretischen Ausbildungsplan für Pflegekräfte gibt es mehrere Unterrichtseinheiten zum Thema, wie Pflegeberufe in der Gesellschaft aufgewertet werden könnten. Nur die Frage nach dem Verdienst wird nicht gestellt.

Notwendige Gegenwehr
Wie wichtig und richtig es dagegen ist, auch im sozialen Bereich und in klassischen Frauenberufen, diese Ungerechtigkeiten und Probleme zu thematisieren und dagegen anzukämpfen haben die (Streik-)Auseinandersetzungen der letzten Jahre im Sozial- und Erziehungsbereich, an der Berliner Charité, aber auch darüber hinaus gezeigt. Endlich wurde das altbekannte Muster durchbrochen, das besagte, im sozialen Bereich könne aus Rücksicht auf die Kinder, die Patienten oder die Alten nicht gestreikt werden. Der Spieß wurde umgedreht, und daraus die Logik der Beschäftigten gemacht: „Besser für uns ist besser für Alle!“.
Als Mandy mich zum Abschied fragt, was ich außer arbeiten sonst so mache, erzähle ich ihr von den Vorbereitungen für die DGB-Berufsschultour im Norden. Zum ersten Mal überhaupt steht dieses Jahr die größte Berufsfachschule für Sozial-und Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Tourplan. So erschreckend präsent reaktionäre Frauenbilder in vielen sozialen Berufen auch sind, so lohnenswert ist es dagegen anzugehen. Der erste und wichtigste Schritt ist dabei der Kampf um mehr Verdienst und bessere Arbeitsbedingungen. Dass die uns nicht geschenkt, sondern nur gemeinsam von allen, weiblichen und männlichen KollegInnen zusammen, erkämpft werden können, muss in möglichst vielen Köpfen hängen bleiben, wenn sich was verändern soll.

Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION #1/17. Du kannst sie ab 10€ jährlich abonieren. Schreib uns einfach an position@sdaj-netz.de

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Kein Lohn und „Schön kuschelig“
Doch nicht nur im sozialen Bereich haben Beschäftigte mit dem Einfluss reaktionärer Rollenbilder zu kämpfen. Das es immer auch noch schlimmer geht wird mir einige Tage später bei einem Telefonat mit meiner Freundin Mareike klar. Sie ist Tischlerin und 24 Jahre alt. Gewerkschaftsmitglied ist sie seit dem ersten Ausbildungsjahr, als es zu einer Auseinandersetzung in ihrem Ausbildungsbetrieb kam. Dort hat sie wegen nicht bezahltem Lohn und sexueller Belästigung gekündigt. Bemerkungen darüber, wie schön sie mit dem Arsch wackelt hat sie noch überhört, als ihr Chef begann sie mit der Bemerkung „schön kuschelig“ anzufassen, ist sie gegangen. Weil ihr Chef auf stur geschalten hat und ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs einvernehmlich sein muss, war erst nicht klar, ob sie überhaupt weitermachen kann. Doch schließlich kam sie in einen neuen Betrieb. Auch dort zahlt der Chef den Lohn oft verspätet, wenn überhaupt.
Am Telefon erzählt sie. „Ich wünsche mir echt mal genug Geld für eine ordentliche Winterarbeitsjacke! Heute morgen, als der Bus gehalten hat und ich aussteigen musste, wär ich viel lieber sitzen geblieben. Es war arschkalt. Das mit dem Geld ist echt ein Problem, zurzeit überweist der Chef nix. Ein Kollege hat heute gesagt: ‚Ich verstehe gar nicht wie du das machst mit dem bisschen Geld, was du als Lehrling kriegst. Und wenn du nicht mal dat kriegst…‘. Ehrlich gesagt versteh ich es auch nicht. Meine Hauptmieterin will mich rausschmeißen, wenn ich ihr die Kohle am Wochenende nicht gebe“.

Zusammen stehen
Das fehlende Geld ist die eine Sache, die Sprüche, die ihren Arbeitsalltag begleiten noch eine andere. „Hey Blondie“, „blond und süß“, „Zeig mal, ob du mit Latten umgehen kannst“, „ Der Maler meint, du wärst ne geile Sau“ – das heißt es, als Frau auf dem Bau zu arbeiten. Es ist schwierig, dabei das richtige Maß an Arbeitsleistung zu finden. Zu wenig, und man bestätigt das Klischee der schwachen, unfähigen Frau; zu viel, und man wird als unliebsame Konkurrenz wahrgenommen.
Ich muss bitter lächeln, als wir zum Schluss darauf zu sprechen kommen, mit welchen Sprüchen Mareike all das kontert, vor allem aber, als sie erzählt wie es war, als ihr Altgeselle sie das erste mal mit zum Gewerkschaftstreffen begleitet hat. „Und man hat richtig gemerkt, wie es in seinem Kopf rattert“, erzählt sie mit einer eigenartigen Mischung aus Resignation und Überraschung. „Vielleicht nützt es ja was. Immerhin standen wir später alle zusammen vor dem Chef und der Altgeselle hat gesagt: „Wir wollen unser Geld.“

Am Ende steht die Erkenntnis: Ob Pflegebranche oder Handwerk: Frauen haben es vor dem Hintergrund ohnehin prekärer, kapitalistischer Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse oft zusätzlich schwer. Reaktionäre Rollenbilder spalten und verschlimmern die Situation, letztendlich für Alle. Doch wenn es gelingt, gemeinsam für eine Verbesserung einzutreten, lassen sich diese Zuständen verändern. Nicht nur für Frauen, sondern für Alle.

Tatjana, Rostock

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18. März 2017

SDAJ

Jedes Jahr im März ist equal pay day. An diesem Tag machen wir darauf aufmerksam, dass Frauen pro bezahlter Arbeitsstunde durchschnittlich 24% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Diese Ungerechtigkeit wird unterschiedlich begründet: entweder offen sexistisch mit dem Verweis auf mögliche Schwangerschaften und die „geringere Leistungsfähigkeit von Frauen“ oder aber Frauen seien selbst Schuld an ihrer Lage und das sei doch alles gar nicht so dramatisch.

„Im gleichen Beruf ist der Unterschied gar nicht so groß!“

Fakt ist: Frauen verdienen auch bei gleicher Qualifikation im gleichen Beruf vom ersten Tag an weniger Geld!

So liegt in den Gesundheitsberufen der Lohnunterschied pro Stunde bei Berufsanfang bei etwa 20%, in Büro- und Verwaltungsberufen sind 13%,  in der Wissenschaft 9%. Durch alle Berufsgruppen hinweg beträgt der Lohnunterschied bei Berufseinstieg und gleicher Qualifikation im gleichen Berufsfeld durchschnittlich bei 16,8%. Tendenz deutlich steigend!

Denn nach elf Jahren Berufserfahrung liegt die Differenz in den Gesundheitsberufen bei durchschnittlich 24%, in den Büro- und Verwaltungsberufen steigt sie auf 23% und in der Wissenschaft auf 19%.

Durch alle Berufsgruppen hinweg steigert sich der Lohnunterschied pro Stunde innerhalb von elf Jahren auf 21,4%.

Diese schlechtere Bezahlung von Frauen in nahezu allen Berufen ist kein Zufall.Tatsächlich erreichen Unternehmer hiermit gleich mehrere Dinge: Zum Einen ist jeder Euro, den sie den Frauen weniger bezahlen, ein Euro mehr Profit und gleichzeitig spalten sie damit die Beschäftigten und mindern so ihre gemeinsame Kampfkraft. Daher geht es auch nicht darum, dass Männern etwas weggenommen werden soll, im Gegenteil es muss darum gehen, dass Frauen und Männer gemeinsam gegen die Unternehmer und für ihre Interessen, für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen eintreten!

„Sie wählen die falschen Berufe!“

Die absolute Mehrheit der Beschäftigten im Bereich Soziales und Erziehung, sowie der Pflege und in der Reinigungsbranche ist weiblich. Das sind ebenso Berufe, die schlechter bezahlt werden als „klassische Männerberufe“. Dabei sind die Erziehung und gesundheitliche Versorgung von Menschen ebenso körperlich belastend wie verantwortungsvoll und obendrein häufig emotional aufreibend. Dass diese Jobs schlechter bezahlt liegen liegt nicht daran, dass sie leichter sind, sondern schlichtweg daran, dass die Mehrheit aller Beschäftigten weiblich sind.

Natürlich können Frauen versuchen entgegen dem vorherrschen Rollenbild der sich kümmernden Frau naturwissenschaftlich-technische Berufe zu ergreifen. Aber auch in diesen Berufen gibt es gewaltige Lohnunterschiede zwischen ihnen und ihren männlichen Kollegen. So verdient eine Fachinformatikerin bei gleicher Qualifikation beim Berufseinstieg durchschnittlich 600€ weniger im Monat. Darüber hinaus löst das auch nicht das Problem, dass bisher klassisch „weiblich“ besetzte Berufsgruppen wie Bürokräfte sowie der Pflege- und Erziehungsbereich völlig unterbezahlt sind.

Wir verdienen mehr!

Selbstverständlich fordern wir gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Aber wir brauchen noch mehr! Es muss darum gehen auch die „klassischen Frauenberufe“ finanziell und in der gesellschaftlichen Anerkennung aufzuwerten. Zum Beispiel hat die Gewerkschaft ver.di mit ihren Streiks in Kindertagesstätten gezeigt, dass die Kolleginnen in diesem Bereich bereit sind, für mehr Geld und auch für eine bessere Wahrnehmung ihrer Jobs, kämpferisch auf die Straße zu gehen.

Aktuell findet in den Krankenhäusern eine Auseinandersetzung um die Personalbemessung statt. Und auch hier sind es vor allem Kolleginnen, die sich einbringen, beginnen sich zu wehren und zu kämpfen. Wir erklären uns solidarisch mit diesen Kämpfen, denn nur so, im gemeinsamen Kampf gegen die Konzerne kann die ungleiche Bezahlung beendet werden.

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17.03.2017

ver.di

Immer noch klafft zwischen den Gehältern von Frauen und Männern eine Lücke von rund 21 Prozent. Sie wächst sich bei Rentnerinnen und Rentnern im Alter auf eine Lücke von rund 57 Prozent aus (Gender Pension Gap, https://tinyurl.com/jms95k8 ). „Das ist ein Skandal und muss sich ändern“, fordert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger anlässlich des Equal Pay Days am 18. März 2017:

„Wir brauchen mehr Geschlechtergerechtigkeit. Es ist einfach absurd, dass Frauen im Jahr 2017 auf dem Arbeitsmarkt immer noch schlechtere Bedingungen haben als Männer. Wichtige Dienstleistungsberufe, in denen vor allem Frauen beschäftigt sind, wie etwa im Handel, in der Pflege sowie in Erziehung und Bildung, müssen endlich aufgewertet werden. Wir brauchen existenzsichernde, gleiche Einkommen für gleichwertige Arbeit, bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen und müssen prekäre Arbeitsformen wie Minijobs oder unfreiwillige Teilzeit, die vielfach Frauen treffen, zurückdrängen. Um die Einkommenssituation grundsätzlich zu verbessern, ist zudem eine höhere Tarifbindung unerlässlich. Allgemeinverbindliche Tarifverträge sind ein wichtiges Instrument gegen Altersarmut.“

Viele Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger und sind auf niedrigeren Stufen der Karriereleiter als ihre männlichen Kollegen. Frauen leisten zugleich im Schnitt jeden Tag rund anderthalb Stunden mehr sogenannte unbezahlte Sorgearbeit (Erziehung von Kindern, Pflege von Angehörigen) als Männer.

„Das hat gravierende Auswirkungen sowohl auf die eigenständige Existenzsicherung als auch auf eine Absicherung im Alter. Altersarmut hat ein Gesicht und das ist weiblich. Die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern entwickelt sich im Erwerbsverlauf zu einem erschreckenden Ausmaß von rund 57 Prozent. Wir brauchen nicht nur einen Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Rentenpolitik. Das gesetzliche Rentenniveau muss stabilisiert und langfristig erhöht werden. Zudem muss die rentenrechtliche Absicherung bei der Pflege deutlich verbessert werden und für die Erziehung aller Kinder unabhängig vom Geburtsjahr gelten. Diese wertvollen Leistungen für die Allgemeinheit müssen aus Steuermitteln finanziert werden“, forderte Nutzenberger.

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09.03.2017

Alternative Presseschau

Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DKP-Feier zum 8. März, dem internationalen Tag des Kampfes für Frauenrechte und Frieden, erklären uns solidarisch mit den Frauen in der Donezker und Lugansker Volksrepublik und gratulieren ihnen herzlich zum Frauentag.

Ihr, die Frauen des Donbass, steht in dieser für euer Volk so schweren Zeit nicht nur an der Seite eurer Männer, sondern ihr lebt, arbeitet und kämpft mit ihnen für eine Zukunft ohneFaschismus, Krieg und Ausbeutung. Ob mit der Waffe in der Hand an der Front, an eurem Arbeitsplatz, bei eurem Engagement in gesellschaftlichen Organisationen und Parteien, in der Familie – in allen Sphären des Lebens und des Kampfes leistet ihr einen unverzichtbaren Beitrag zum Sieg.

Wir wünschen euch, dass ihr euch trotz dieser schweren Aufgaben und der harten Kampfbedingungen euer Lächeln und eure Schönheit bewahrt, dass euch Liebe und Warmherzigkeit begleiten, nicht nur an diesem Frühlingstag, sondern immer im Leben. Aber am meisten wünschen wir euch, euren Kindern und Angehörigen, euren Freunden
einen friedlichen Himmel über dem Kopf.

Gemeinsam werden wir den Kampf gewinnen und es wird der Frühling einer gerechten,
menschlichen, friedlichen Gesellschaft anbrechen.

Mit solidarischen kommunistischen Grüßen

Die Genossinnen und Genossen der DKP Berlin sowie die Gäste der Veranstaltung

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