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Freya Pillardy zum Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Frauen werden schlechter als Männer bezahlt. Sie können schließlich jederzeit ausfallen, weil sie Kinder bekommen können. Wenn eine Frau weniger Geld bekommt, dann hat sie eben schlecht verhandelt. Mit dieser Begründung wurde vor rund einem Jahr die Klage einer ARD-Mitarbeiterin gegen eine geringere Bezahlung gegenüber ihren männlichen Kollegen mit gleicher Tätigkeit abgewiesen.
Der Kapitalismus weiß eben die historisch mit dem Privateigentum an Produktionsmitteln entstandene Unterdrückung der Frau zu nutzen, um größeren Profit zu generieren. Rechtfertigend heißt es, dass Frauen sowieso nur dazuverdienen müssen. Das wird aber schwierig, wenn niedrige Frauenlöhne die Männerlöhne unter Konkurrenzdruck setzen. Also gewinnt das Kapital doppelt. Nein, sogar dreifach: Frauen, die durch die Überausbeutung eher als der Mann ihren Job für Haushalt und Kinder aufgeben, wechseln oft in noch schlechter bezahlte Teilzeit. Wenn die Frau durch geringen Lohn vom Mann finanziell abhängig ist, hält sie eher die Klappe, wenn es um häusliche Gewalt geht.
Die Regierung, in deren Auftrag am 21. Juni ein Gleichstellungsbericht erschienen ist, um Maßnahmen für Gleichstellung auszuarbeiten, ist selbst für die Armut von Frauen mit verantwortlich. Frauen arbeiten häufig im Reproduktionssektor. Dieser ist zu Gunsten von Rüstungsausgaben und Unternehmenssubventionen massiv unterfinanziert, und die Löhne sind entsprechend niedrig. Schließlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen ein bisschen mit Kindern spielen und sich um Schwache kümmern. Wenn nicht zu geringem Lohn, dann einfach selber im Privaten, komplett ohne Bezahlung. Das ist noch billiger.
Ein Effekt besteht darin, dass Deutschland in Europa auch bei der Ungleichheit von Mann und Frau an der Spitze steht. In vielen, auch kapitalistischen Staaten Europas ist die Lohndifferenz zwischen Mann und Frau geringer und häusliche Gewalt seltener. Und auch der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung muss zugeben: Frauen in Ostdeutschland sind heute immer noch emanzipierter. Die Situation von Frauen im „Unrechtsstaat DDR“ war wesentlich besser als sie aktuell in allen kapitalistischen Staaten Europas ist.
Es ist lächerlich, wenn diese Regierung behauptet, den Anspruch zu haben, Gleichberechtigung zu fördern. Die Frauenfrage ist nicht von der Klassenfrage zu trennen.

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Der Mainstream-Feminismus und wir – zum 160. Geburtstag von Clara Zetkin

Von Melina Deymann

Frauenrechte stehen weltweit wieder zur Disposition, aber es regt sich Widerstand. Beim Women‘s March on Washington zeigen hunderttausende Frauen dem frauenverachtenden, pussygrabbenden Präsidenten, was sie von ihm halten. In der Türkei stellen Frauen sich gegen Erdogan, in Polen verhindern sie mit ihren Protesten ein totales Verbot der Abtreibung, wie es die rechtskonservative Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ durchsetzen wollte.
Währenddessen treffen sich beim Women-20-Gipfel Angela Merkel, Christine Lagarde, Königin Maxíma der Niederlande und Ivanka Trump. Sie stellen einhellig fest, dass sie Feministinnen sind. Die Bundesregierung verabschiedet ein wirkungsloses Gesetz zur Lohngleichheit. H&M verkauft niedliche rosa T-Shirts mit Blümchen und der Aufschrift „Feminist“ – runtergesetzt im Ausverkauf. So ein Verkaufsschlager ist der Feminismus dann nun doch nicht.
Sind wir uns einig …

Clara Zetkin (l.) mit Rosa Luxemburg

Clara Zetkin (l.) mit Rosa Luxemburg

Zumindest in Deutschland mutet es so an, als würden die Rechte der Frau auf der politischen Agenda relativ weit oben stehen: Die große Koalition wird geführt von einer Bundeskanzlerin und hat zudem noch eine Verteidigungsministerin zu bieten, in Aufsichtsräten gibt es eine Frauenquote und das Recht der Frau auf sexuelle Selbstbestimmung ist in aller Munde. Die Jugendausgaben von „Spiegel Online“ und „Süddeutscher Zeitung“ (bento.de und jetzt.de) überschlagen sich mit Artikeln zum Thema. Angefangen vom „Grundkurs Feminismus: Diese Bücher solltest du gelesen haben“ (bento.de) über „Donald Trump und sexistische Werbung aus den 1950er Jahren“ (jetzt.de) und der Frage „Ich trage gerne BHs – Macht mich das etwa zur Anti-Feministin?“ (jetzt.de) bis zu „Wir sind Männer – und Feministen“ (bento.de) – gerade unter jungen Frauen (und Männern) scheint Feminismus en vogue zu sein.
Aber mit welchen Inhalten? Frauen können alles, was Männer auch können (klar), niemand darf uns anfassen, wenn wir das nicht wollen (auch klar – so klar, dass wir zu hilflosen Weibchen degradiert werden, die vor den bösen Flüchtlingsmännern beschützt werden müssen), niemand darf so über Frauen reden, wie es der amtierende US-Präsident tut (auch klar, hat aber niemanden davon abgehalten ihn zu wählen), und Abtreibung ist unser gutes Recht (aber am Paragraphen 218 scheint sich niemand mehr zu stören).
Ansonsten gehen die Inhalte des Mainstream-Feminismus ziemlich weit auseinander: Wir sind uns halt einig, dass Frauen nicht benachteiligt werden dürfen. Davon abgesehen: Was hat eine zwanzigjährige Studentin, die kellnert, um ihre Miete zu bezahlen, mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds gemein? Teilen sie die gleichen Interessen? Eher nicht. Und doch nennen beide sich Feministin.
„Damenwahlrecht und gleicher Lohn“
Im Kampf um die Befreiung der Frau stellt sich dieselbe Frage wie in allen anderen Kämpfen: Wer teilt unsere Interessen?
Jedes Jahr feiern wir den internationalen Frauentag als Kampftag für unsere Rechte, aber auch als Kampftag der Frauen für Frieden, gegen Krieg und Faschismus.
Am 27. August 1910 nahm die II. Internationale Konferenz sozialistischer Frauen den Antrag Clara Zetkins und Käte Dunckers einstimmig an, künftig einen Internationalen Frauentag durchzuführen.
Die Genossinnen hatten erkannt, dass sie mit den Frauen der bürgerlichen Frauenbewegung gemeinsam das uneingeschränkte Frauenwahlrecht erstreiten können, obwohl sich die bürgerliche Frauenbewegung bis dahin mit einem „beschränkten Wahlrecht“ (von Clara Zetkin abschätzig „Damenwahlrecht“ genannt) zufrieden geben wollten. Dieses hätte den Frauen der besitzenden Klasse die Teilnahme an Wahlen ermöglicht, die Proletarierinnen aber weiterhin ausgeschlossen.
Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beteiligten sich. Die Frauen machten außer der zentralen Forderung nach dem Wahlrecht weitere Punkte zum Inhalt des Frauentags:
Den Kampf gegen den imperialistischen Krieg, die Forderungen nach Arbeitsschutzgesetzen, einem ausreichenden Mutter- und Kinderschutz, dem Achtstundentag, der Festsetzung von Mindestlöhnen und, nicht zuletzt, nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
Die Bilanz nach mehr als 100 Jahren ist ernüchternd: Noch heute müssen wir für ganz ähnliche Forderungen kämpfen. Clara Zetkin selbst wäre wohl wenig ernüchtert. Sie hatte bereits auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris am 19. Juli 1889 festgestellt:
„Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“
So sind wir auch heute weit entfernt von einer gerechten Bezahlung, verdienen immer noch 21 Prozent weniger als die Männer und arbeiten damit 77 Tage im Jahr faktisch ohne Entlohnung. Daran ändert auch nichts, dass den Frauen der Bourgeoisie nun per Quote ein Posten in den Aufsichtsräten zur Verfügung steht (die vom Gesetzgeber vorgegebene 30-Prozent-Quote gilt für 108 börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen, für weitere etwa 3 500 Unternehmen gilt die Pflicht, sich eine beliebige Zielvorgabe zu setzen – wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass von den meisten Frauen in so einer Position mehrere verschiedene Aufsichtsratsposten eingenommen werden, findet sich also auch trotz Gesetz nur ein kleiner Bruchteil der Frauen der besitzenden Klasse in hohen Führungspositionen wieder).
Gleichstellung
und Ausbeutung
Mit der bürgerlichen Frauenbewegung führen uns punktuell Themen und Ziele zusammen. Solange die Rechtsentwicklung den Sexismus von Herrenwitzen über „Lebensschutz“ bis Pussygrabschen nach oben spült, haben wir mit bürgerlichen Feministinnen sogar eine ganze Menge gemeinsamer Forderungen – unser grundsätzliches Ziel bleibt ein anderes. Während die bürgerliche Frauenbewegung sich darauf verlässt, dass Proteste, so sie denn lautstark, andauernd und zahlreich genug sind, sowohl die Gesetzeslage als auch den Chauvinismus im Land ändern werden, ist uns klar, dass nicht nur das Geschlechterverhältnis die Unterdrückung der Frau bestimmt, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit.
Vor allem ist uns aber klar, wer unser engster Verbündeter im Kampf um unsere Emanzipation ist. So stellte Clara Zetkin in der Auseinandersetzung um die Erwerbstätigkeit der Frau im Oktober 1896 in der Zeitschrift „Gleichheit“, deren Herausgeberin sie war, klar:
„Im Proletariat ist es das Ausbeutungsbedürfnis des Kapitals, das die Frau zur Erwerbsarbeit zwingt und die Familie zerstört. Durch ihre Erwerbsarbeit wird die proletarische Frau dem Manne ihrer Klasse wirtschaftlich gleichgestellt. Aber diese Gleichstellung bedeutet, dass sie, wie der Proletarier, nur härter als er, vom Kapitalisten ausgebeutet wird. Der Emanzipationskampf der Proletarierinnen ist deshalb nicht ein Kampf gegen die Männer der eigenen Klasse, sondern ein Kampf im Verein mit den Männern ihrer Klasse gegen die Kapitalistenklasse.“
Werkzeug der Emanzipation
Das Ausspielen der Geschlechter gegeneinander hat denselben Grund – und denselben Effekt, wenn es erfolgreich ist – wie das Ausspielen von deutschen gegen migrantische Arbeiter: Der gemeinsame Kampf soll erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden, das Kapital ist der lachende Dritte. Denn solange wir nicht gemeinsam mit den Männern unserer Klasse gegen die Ausbeuter kämpfen, werden wir uns die Zähne ausbeißen an der doppelten Ausbeutung im Kapitalismus, an der allein getragenen Care-Arbeit, an den zu niedrigen Löhnen und an der fehlenden Kinderbetreuung und an so vielem mehr.
Clara Zetkin hat uns das Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem wir in der Frauenfrage der Bourgeoisie, aber auch den eigenen Genossen – wenn es noch nötig sein sollte – begegnen können. Clara Zetkin kämpfte, wie die Kommunistinnen, die auch heute Frauenpolitik machen, nicht allein für die Befreiung der Frau. Doch diese war für Clara Zetkin untrennbar verbunden mit der sozialen Frage, Nebenwiderspruch im Kapitalismus, der doch ein so enormes Ausmaß hat.
Der Mainstream-Feminismus heute ist anscheinend der Ansicht, es wäre für Frauenrechte förderlich, wenn eine Hillary Clinton statt eines Donald Trump Kriegspolitik betreibt und Frauen, Kinder und Männer bombardiert. Er freut sich, wenn es sich in der Textilindustrie um eine Ausbeuterin statt um einen Ausbeuter handelt. Er feiert die Quote, auch wenn sie keiner Frau etwas bringt, die nicht zu den oberen Zehntausend gehört. Er akzeptiert teilweise widerwärtigen Rassismus, so wie Alice Schwarzers Gefasel vom „muslimischen Inferno“ nach der Silvesternacht in Köln. Für den Mainstream-Feminismus bedeutet der Kampf um Frauenrechte genauso scheiße sein zu dürfen wie die Männer der Bourgeoisie und das wird dann auch noch als hipper Lebensstil begriffen, auf den frau stolz sein kann, während sie an ihrem Latte Macchiato für fünf Euro schlürft.
Wir bleiben bei den scheinbar verstaubten Ideen der Kommunistin, die vor 160 Jahren, am 5. Juli 1857, geboren wurde: Happy Birthday, Clara!

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Der Präsident der Vereinigten Staaten bewies bei einem politischen Meeting in Iowa wieder seine völlige Unkenntnis was Kuba angeht und beschuldigte jetzt die kubanische Regierung die Frauen „schrecklich“ zu behandeln

Photo: Yander Zamora

Donald Trump hat sich wieder auf Kuba eingeschossen. Der Präsident der Vereinigte Staaten bewies bei einem politischen Meeting in Iowa erneut seine völlige Unkenntnis, was Kuba angeht und beschuldigte jetzt die kubanische Regierung die Frauen „schrecklich“ zu behandeln.

Bei einem politischen Meeting in Cedar Rapids Iowa sagte der Präsident, der bereits wegen seiner zahlreichen sexistischen, rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen aufgefallen ist, dass Havanna ein feindlicher Ort für Frauen sei, um dort zu leben.

Entsprechend den Ankündigungen vom 16. Juni, als er die Politik der Insel gegenüber der extremen Rechte Floridas für ein paar Stimmen im Kongress einlöste, nahm Trump dort das Thema Kuba mit dem gleichen Unwissen wieder auf.

Ganz im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hat Kuba beim Empowerment der Frauen viel vorzuweisen.

Die Worte Donald Trumps stehen in starkem Kontrast zu der Realität der kubanischen Frau und ganz allgemein mit den Prinzipien der Würde und der Emanzipation für alle, die im Januar 1959 gesiegt haben.

Der Magnat und Präsident, der bereits wegen seiner Kommentare Frauen gegenüber in einige Skandale verwickelt war, weiß nicht, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Autonomie der Frau eine der am höchsten geschätzten Leistungen der Revolution sind.

Die Kubanerinnen genießen nicht nur die volle Gleichberechtigung, sondern haben außerdem einen universellen und kostenlosen Zugang zu Bildung und Gesundheit, zu einem Familienbetreuungssystem, Dienstleistungen was die sexuelle und reproduktive Gesundheit betrifft, wozu auch Familienplanung, bezahlter Mutterschaftsurlaub und das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Bezug auf die Männer gilt.

Donald Trump wagte es die international gewonnene Anerkennung, was das Empowerment der Frauen angeht, in Frage zu stellen, ohne auch nur im mindesten einmal die Zahlen zu betrachten, die in unserem Fall überzeugend sind.

In Kuba sind 48% der im staatlichen Sektor beschäftigten Personen Frauen und eine ähnlich hohe Zahl besetzt hohe Führungsposten.

Die Sonderorganisation der UNO für die Gleichheit der Geschlechter und Empowerment von Frauen führt konstant Kuba als Beispiel für eine Gesellschaft an, die dem weiblichen Geschlecht alle Möglichkeiten und gleichen Zugang einräumt.

Die Kubanerinnen besitzen außerdem gute Chancen für Karriere, Mitbestimmung und Führungspositionen. Im kubanischen Parlament sind sie mit 48,86% vertreten, was zur Folge hat, dass ihr Beitrag bei der Gestaltung der Politik zur Steuerung und Perfektionierung des sozialistischen Systems mehr als deutlich in Erscheinung tritt.

Im lateinamerikanischen und karibischen Kontext, wo die Männer durchschnittlich 19% mehr als die Frauen verdienen und 55% der weiblichen Arbeitsstellen sich im informellen Sektor befinden, sind in Kuba 78% des Personals im Gesundheitsbereich, fast die Hälfte der wissenschaftlichen Forscher und über 66% der Beschäftigten mit hoher technischer Qualifikation weiblich. Fast 60% haben ein Hochschuldiplom, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht.

Mit Behauptungen, die jeglicher Glaubwürdigkeit entbehren, wird versucht die Arbeit unseres Landes und speziell des Kubanischen Frauenverbandes (FMC) zu ignorieren, eine Institution mit aktuell über vier Millonen Mitgliedern, die weltweit für ihre Arbeit in der Verteidigung und dem Aufbau eines Struktur des Wohlergehens für die Frauen gelobt wird.

EINE REVOLUTION INNERHALB DER REVOLUTION

Nur acht Monate nach dem Sieg der Revolution begann sich die Lage der kubanischen Frauen bereits zu verändern.

Unter der Diktatur von Fulgencio Batista (1952 – 1958) stellten die Frauen nur 17% des aktiv arbeitenden Teils der Bevölkerung dar und ihre Rolle beschränkte sich in der Mehrheit der Fälle auf die Arbeit als Hausfrau. Die Frauen stellten außerdem die Mehrheit der über 800.000 Analphabeten dar, die es damals gab.

Seit Beginn des vom Comandante en Jefe Fidel Castro angeführten Prozesses, hatte die Gestaltung einer öffentlichen Politik, die die Inklusion und die Entfaltung des Potenzials der Kubanerinnen vorantreibt, Priorität und so wurde am 23. August 1960 die FMC mit Vilma Espín Guillois als Präsidentin gegründet.

Damit öffnete sich eine neue Etappe im Leben der kubanischen Frauen und ein unrühmliches Kapitel der Geschichte Kubas wurde geschlossen.

„Die Frau ist eine Revolution innerhalb der Revolution“, sagte Fidel an jenem historischen Tag und er rief dazu auf „ den schöpferischen Geist, den Enthusiasmus der kubanischen Frau zu organisieren und zu aktivieren, damit in dieser revolutionären Etappe auch das letzte Überbleibsel der Diskriminierung der kubanischen Frau verschwinde und sie wegen ihrer Tugenden und Verdienste den Platz in der Geschichte des Vaterlandes einnehme, der ihr gebührt.“ Worte, die Donald Trump, wenn er sie kennte, schwerlich verstehen könnte.

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11.05.2017
GermanChina.org

Chinas Mutterschaftsversicherung verzeichnete im Jahr 2016 ein leichtes Defizit aufgrund der umfassenden Umsetzung der Zwei-Kind-Politik. Das Gesamtbudget reiche jedoch aus, um für weitere 15,3 Monate zu bezahlen, teilte Chinas Ministerium für Personalwesen und Soziale Sicherheit mit.

Das Ministerium gab an, dass der Umsatz der Mutterschaftsversicherung im Jahr 2016 insgesamt 52,19 Milliarden Yuan (6,95 Milliarden Euro) erreichte. Die jährlichen Ausgaben lagen bei 53,06 Milliarden Yuan (7,07 Milliarden Euro). Das Defizit trat nur während eines kurzen Zeitraumes auf, was auf die umfassende Umsetzung der Zwei-Kind-Politik zurückzuführen sei, berichtete die Tageszeitung Beijing Youth Daily am Dienstag.

Das Ministerium betonte, dass trotz des leichten Defizits insgesamt eine gesunde Bilanz in Höhe von 67,59 Milliarden Yuan (9 Milliarden Euro) vorliege.

Offizielle Statistiken zeigen, dass bis Ende 2016 insgesamt 184 Millionen Personen die nationale Mutterschaftsversicherung beantragten und neun Millionen Personen von der Versicherung profitierten, darunter erhielten rund sechs Millionen medizinische Behandlungen und drei Millionen Zulagen.

Die durchschnittlichen Ausgaben der Regierung für die Mutterschaftsversicherung lagen bei 15.385 Yuan (2.049 Euro).

Seit der umfassenden Umsetzung der Zwei-Kind-Politik im Jahr 2016 gab es in China 18,46 Millionen Neugeborene im Jahr– gemäß den Statistiken von Chinas nationaler Kommission zur Gesundheit und Familienplanung das höchste Niveau seit dem Jahr 2000.

Die Anpassung der chinesischen Bevölkerungspolitik hat zu einem erheblichen Anstieg der Zweitgeburten geführt.

Gleichzeitig versuchte das Ministerium für Personalwesen, die Last durch Zweitkinder für die Mutterschaftsversicherung, welche von Unternehmen bezahlt wird, zu lindern. Das Ministerium veröffentlichte eine Mitteilung zur Senkung des Mutterschaftsversicherungsbeitrags im Jahr 2015; bereits 25 Provinzen passten den Beitragssatz an.

Nach Angaben der chinesischen Behörden lag der Beitrag für die nationale Mutterschaftsversicherung im Jahr 2016 bei 0,618 Prozent des Bruttoverdienstes des Versicherten.

Außerdem wurde im ersten Halbjahr 2017 eine neue Politik zur Kombination der Mutterschaftsversicherung und einer Grundversicherung in 12 Pilotstädten für eine egalitäre und nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen.

Vor der Umsetzung der neuen Politik umfassten die chinesischen Sozialversicherungsfonds, Grundpensionsfonds, Grundversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitsunfallversicherung und Mutterschaftsversicherung.

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6. April 2017

SDAJ

Von prekären Arbeitssituationen junger Frauen und täglichem Seximsus im Jahr 2017

Arbeiten im klassischen Frauenberuf oder als Frau auf dem Bau. Zwei Beispiele zeigen, was es konkret bedeutet, mit reaktionären Frauenbildern während der Ausbildung konfrontiert zu sein.

Mandy wohnt in Rostock-Lichtenhagen im Sonnenblumenhaus mit drei Kindern von zwei verschiedenen Männern und arbeitet wie ich im Schichtdienst. „Ihr Kerl“, wie sie sagt, ist mitten in der Prüfungszeit abgehauen, weil er findet sie nehme seine Bedürfnisse nicht ernst genug. „Aber mal ehrlich“, schiebt sie in der ruhigen Art, die ich gleichzeitig schätze und verfluche, nach „Was erwartet der denn? Mit dem Haushalt, der Ausbildung und den Kindern, klar ist das stressig, aber doch nicht meine Schuld, oder?“. Unsere Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft haben wir beide auf der gleichen Station eines Altenheimes geschafft. Jetzt sitzen wir uns gegenüber und reden von gemeinsamen Zeiten.
„Weißt du noch“, fragt Mandy, „damals die Sache mit dem Putzen?“. Ich nicke. Es war einer dieser ganz wenigen Tage, an denen wir mal wirklich gut besetzt waren auf Station. Promt überlegte die Schichtleiterin laut, womit man uns Auszubildende wohl beschäftigen könnte. Die Wahl fiel auf:„Fensterputzen. Und wenn ihr schon die Lappen in der Hand habt: die Bilderrahmen in den Gängen könnt ihr auch gleich abstauben“. Als wir protestierten, wurden wir von den Kolleginnen belehrt: „Nun stellt euch nicht so an. Bei einer Ausbildung geht es schließlich auch darum, dass man was für‘s spätere Leben und seine Aufgaben zuhause lernt“.

Traditionelles Rollenbild
Pflegefachkraft ist nachwievor ein klassischer Frauenberuf. So dominierend weibliches Personal auf den Stationen ist, so selten finden sich Frauen in den höheren Positionen der Heim- und Klinikleitungen, dort, wo tatsächlich Geld verdient wird. In den ambulanten Pflegediensten dagegen gibt es Kolleginnen, die nach einer 40-Stunden-Woche mit 800 Euro nach Hause gehen. Eine Mitschülerin in der Berufsschule bekam nur 230 Euro, wovon noch einmal 160 Euro Schulgeld abgingen. Sie hat die Ausbildung nicht beendet, sondern aufgehört, sobald sie mit einem Bundeswehrsoldaten vom Stützpunkt Rostock-Laage liiert war. Zwei Mädchen aus meiner Klasse wurden nicht zur Abschlussprüfung zugelassen, weil sie zwischenzeitlich schwanger wurden.
Es gibt gleich mehrere Frauenbilder, die derartige Verhältnisse stützen und begünstigen. Das reicht vom altgedienten Klischee-Bild der sich kümmernden, aufopfernden, die eigenen Bedürfnisse zurückstellenden Krankenschwester bis hin zur klassischen Doppelbelastung von Familie und Beruf, für deren Bewältigung die Frauen individuell in die Pflicht genommen werden. Im theoretischen Ausbildungsplan für Pflegekräfte gibt es mehrere Unterrichtseinheiten zum Thema, wie Pflegeberufe in der Gesellschaft aufgewertet werden könnten. Nur die Frage nach dem Verdienst wird nicht gestellt.

Notwendige Gegenwehr
Wie wichtig und richtig es dagegen ist, auch im sozialen Bereich und in klassischen Frauenberufen, diese Ungerechtigkeiten und Probleme zu thematisieren und dagegen anzukämpfen haben die (Streik-)Auseinandersetzungen der letzten Jahre im Sozial- und Erziehungsbereich, an der Berliner Charité, aber auch darüber hinaus gezeigt. Endlich wurde das altbekannte Muster durchbrochen, das besagte, im sozialen Bereich könne aus Rücksicht auf die Kinder, die Patienten oder die Alten nicht gestreikt werden. Der Spieß wurde umgedreht, und daraus die Logik der Beschäftigten gemacht: „Besser für uns ist besser für Alle!“.
Als Mandy mich zum Abschied fragt, was ich außer arbeiten sonst so mache, erzähle ich ihr von den Vorbereitungen für die DGB-Berufsschultour im Norden. Zum ersten Mal überhaupt steht dieses Jahr die größte Berufsfachschule für Sozial-und Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Tourplan. So erschreckend präsent reaktionäre Frauenbilder in vielen sozialen Berufen auch sind, so lohnenswert ist es dagegen anzugehen. Der erste und wichtigste Schritt ist dabei der Kampf um mehr Verdienst und bessere Arbeitsbedingungen. Dass die uns nicht geschenkt, sondern nur gemeinsam von allen, weiblichen und männlichen KollegInnen zusammen, erkämpft werden können, muss in möglichst vielen Köpfen hängen bleiben, wenn sich was verändern soll.

Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION #1/17. Du kannst sie ab 10€ jährlich abonieren. Schreib uns einfach an position@sdaj-netz.de

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Kein Lohn und „Schön kuschelig“
Doch nicht nur im sozialen Bereich haben Beschäftigte mit dem Einfluss reaktionärer Rollenbilder zu kämpfen. Das es immer auch noch schlimmer geht wird mir einige Tage später bei einem Telefonat mit meiner Freundin Mareike klar. Sie ist Tischlerin und 24 Jahre alt. Gewerkschaftsmitglied ist sie seit dem ersten Ausbildungsjahr, als es zu einer Auseinandersetzung in ihrem Ausbildungsbetrieb kam. Dort hat sie wegen nicht bezahltem Lohn und sexueller Belästigung gekündigt. Bemerkungen darüber, wie schön sie mit dem Arsch wackelt hat sie noch überhört, als ihr Chef begann sie mit der Bemerkung „schön kuschelig“ anzufassen, ist sie gegangen. Weil ihr Chef auf stur geschalten hat und ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs einvernehmlich sein muss, war erst nicht klar, ob sie überhaupt weitermachen kann. Doch schließlich kam sie in einen neuen Betrieb. Auch dort zahlt der Chef den Lohn oft verspätet, wenn überhaupt.
Am Telefon erzählt sie. „Ich wünsche mir echt mal genug Geld für eine ordentliche Winterarbeitsjacke! Heute morgen, als der Bus gehalten hat und ich aussteigen musste, wär ich viel lieber sitzen geblieben. Es war arschkalt. Das mit dem Geld ist echt ein Problem, zurzeit überweist der Chef nix. Ein Kollege hat heute gesagt: ‚Ich verstehe gar nicht wie du das machst mit dem bisschen Geld, was du als Lehrling kriegst. Und wenn du nicht mal dat kriegst…‘. Ehrlich gesagt versteh ich es auch nicht. Meine Hauptmieterin will mich rausschmeißen, wenn ich ihr die Kohle am Wochenende nicht gebe“.

Zusammen stehen
Das fehlende Geld ist die eine Sache, die Sprüche, die ihren Arbeitsalltag begleiten noch eine andere. „Hey Blondie“, „blond und süß“, „Zeig mal, ob du mit Latten umgehen kannst“, „ Der Maler meint, du wärst ne geile Sau“ – das heißt es, als Frau auf dem Bau zu arbeiten. Es ist schwierig, dabei das richtige Maß an Arbeitsleistung zu finden. Zu wenig, und man bestätigt das Klischee der schwachen, unfähigen Frau; zu viel, und man wird als unliebsame Konkurrenz wahrgenommen.
Ich muss bitter lächeln, als wir zum Schluss darauf zu sprechen kommen, mit welchen Sprüchen Mareike all das kontert, vor allem aber, als sie erzählt wie es war, als ihr Altgeselle sie das erste mal mit zum Gewerkschaftstreffen begleitet hat. „Und man hat richtig gemerkt, wie es in seinem Kopf rattert“, erzählt sie mit einer eigenartigen Mischung aus Resignation und Überraschung. „Vielleicht nützt es ja was. Immerhin standen wir später alle zusammen vor dem Chef und der Altgeselle hat gesagt: „Wir wollen unser Geld.“

Am Ende steht die Erkenntnis: Ob Pflegebranche oder Handwerk: Frauen haben es vor dem Hintergrund ohnehin prekärer, kapitalistischer Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse oft zusätzlich schwer. Reaktionäre Rollenbilder spalten und verschlimmern die Situation, letztendlich für Alle. Doch wenn es gelingt, gemeinsam für eine Verbesserung einzutreten, lassen sich diese Zuständen verändern. Nicht nur für Frauen, sondern für Alle.

Tatjana, Rostock

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18. März 2017

SDAJ

Jedes Jahr im März ist equal pay day. An diesem Tag machen wir darauf aufmerksam, dass Frauen pro bezahlter Arbeitsstunde durchschnittlich 24% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Diese Ungerechtigkeit wird unterschiedlich begründet: entweder offen sexistisch mit dem Verweis auf mögliche Schwangerschaften und die „geringere Leistungsfähigkeit von Frauen“ oder aber Frauen seien selbst Schuld an ihrer Lage und das sei doch alles gar nicht so dramatisch.

„Im gleichen Beruf ist der Unterschied gar nicht so groß!“

Fakt ist: Frauen verdienen auch bei gleicher Qualifikation im gleichen Beruf vom ersten Tag an weniger Geld!

So liegt in den Gesundheitsberufen der Lohnunterschied pro Stunde bei Berufsanfang bei etwa 20%, in Büro- und Verwaltungsberufen sind 13%,  in der Wissenschaft 9%. Durch alle Berufsgruppen hinweg beträgt der Lohnunterschied bei Berufseinstieg und gleicher Qualifikation im gleichen Berufsfeld durchschnittlich bei 16,8%. Tendenz deutlich steigend!

Denn nach elf Jahren Berufserfahrung liegt die Differenz in den Gesundheitsberufen bei durchschnittlich 24%, in den Büro- und Verwaltungsberufen steigt sie auf 23% und in der Wissenschaft auf 19%.

Durch alle Berufsgruppen hinweg steigert sich der Lohnunterschied pro Stunde innerhalb von elf Jahren auf 21,4%.

Diese schlechtere Bezahlung von Frauen in nahezu allen Berufen ist kein Zufall.Tatsächlich erreichen Unternehmer hiermit gleich mehrere Dinge: Zum Einen ist jeder Euro, den sie den Frauen weniger bezahlen, ein Euro mehr Profit und gleichzeitig spalten sie damit die Beschäftigten und mindern so ihre gemeinsame Kampfkraft. Daher geht es auch nicht darum, dass Männern etwas weggenommen werden soll, im Gegenteil es muss darum gehen, dass Frauen und Männer gemeinsam gegen die Unternehmer und für ihre Interessen, für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen eintreten!

„Sie wählen die falschen Berufe!“

Die absolute Mehrheit der Beschäftigten im Bereich Soziales und Erziehung, sowie der Pflege und in der Reinigungsbranche ist weiblich. Das sind ebenso Berufe, die schlechter bezahlt werden als „klassische Männerberufe“. Dabei sind die Erziehung und gesundheitliche Versorgung von Menschen ebenso körperlich belastend wie verantwortungsvoll und obendrein häufig emotional aufreibend. Dass diese Jobs schlechter bezahlt liegen liegt nicht daran, dass sie leichter sind, sondern schlichtweg daran, dass die Mehrheit aller Beschäftigten weiblich sind.

Natürlich können Frauen versuchen entgegen dem vorherrschen Rollenbild der sich kümmernden Frau naturwissenschaftlich-technische Berufe zu ergreifen. Aber auch in diesen Berufen gibt es gewaltige Lohnunterschiede zwischen ihnen und ihren männlichen Kollegen. So verdient eine Fachinformatikerin bei gleicher Qualifikation beim Berufseinstieg durchschnittlich 600€ weniger im Monat. Darüber hinaus löst das auch nicht das Problem, dass bisher klassisch „weiblich“ besetzte Berufsgruppen wie Bürokräfte sowie der Pflege- und Erziehungsbereich völlig unterbezahlt sind.

Wir verdienen mehr!

Selbstverständlich fordern wir gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Aber wir brauchen noch mehr! Es muss darum gehen auch die „klassischen Frauenberufe“ finanziell und in der gesellschaftlichen Anerkennung aufzuwerten. Zum Beispiel hat die Gewerkschaft ver.di mit ihren Streiks in Kindertagesstätten gezeigt, dass die Kolleginnen in diesem Bereich bereit sind, für mehr Geld und auch für eine bessere Wahrnehmung ihrer Jobs, kämpferisch auf die Straße zu gehen.

Aktuell findet in den Krankenhäusern eine Auseinandersetzung um die Personalbemessung statt. Und auch hier sind es vor allem Kolleginnen, die sich einbringen, beginnen sich zu wehren und zu kämpfen. Wir erklären uns solidarisch mit diesen Kämpfen, denn nur so, im gemeinsamen Kampf gegen die Konzerne kann die ungleiche Bezahlung beendet werden.

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17.03.2017

ver.di

Immer noch klafft zwischen den Gehältern von Frauen und Männern eine Lücke von rund 21 Prozent. Sie wächst sich bei Rentnerinnen und Rentnern im Alter auf eine Lücke von rund 57 Prozent aus (Gender Pension Gap, https://tinyurl.com/jms95k8 ). „Das ist ein Skandal und muss sich ändern“, fordert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger anlässlich des Equal Pay Days am 18. März 2017:

„Wir brauchen mehr Geschlechtergerechtigkeit. Es ist einfach absurd, dass Frauen im Jahr 2017 auf dem Arbeitsmarkt immer noch schlechtere Bedingungen haben als Männer. Wichtige Dienstleistungsberufe, in denen vor allem Frauen beschäftigt sind, wie etwa im Handel, in der Pflege sowie in Erziehung und Bildung, müssen endlich aufgewertet werden. Wir brauchen existenzsichernde, gleiche Einkommen für gleichwertige Arbeit, bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen und müssen prekäre Arbeitsformen wie Minijobs oder unfreiwillige Teilzeit, die vielfach Frauen treffen, zurückdrängen. Um die Einkommenssituation grundsätzlich zu verbessern, ist zudem eine höhere Tarifbindung unerlässlich. Allgemeinverbindliche Tarifverträge sind ein wichtiges Instrument gegen Altersarmut.“

Viele Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger und sind auf niedrigeren Stufen der Karriereleiter als ihre männlichen Kollegen. Frauen leisten zugleich im Schnitt jeden Tag rund anderthalb Stunden mehr sogenannte unbezahlte Sorgearbeit (Erziehung von Kindern, Pflege von Angehörigen) als Männer.

„Das hat gravierende Auswirkungen sowohl auf die eigenständige Existenzsicherung als auch auf eine Absicherung im Alter. Altersarmut hat ein Gesicht und das ist weiblich. Die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern entwickelt sich im Erwerbsverlauf zu einem erschreckenden Ausmaß von rund 57 Prozent. Wir brauchen nicht nur einen Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Rentenpolitik. Das gesetzliche Rentenniveau muss stabilisiert und langfristig erhöht werden. Zudem muss die rentenrechtliche Absicherung bei der Pflege deutlich verbessert werden und für die Erziehung aller Kinder unabhängig vom Geburtsjahr gelten. Diese wertvollen Leistungen für die Allgemeinheit müssen aus Steuermitteln finanziert werden“, forderte Nutzenberger.

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09.03.2017

Alternative Presseschau

Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DKP-Feier zum 8. März, dem internationalen Tag des Kampfes für Frauenrechte und Frieden, erklären uns solidarisch mit den Frauen in der Donezker und Lugansker Volksrepublik und gratulieren ihnen herzlich zum Frauentag.

Ihr, die Frauen des Donbass, steht in dieser für euer Volk so schweren Zeit nicht nur an der Seite eurer Männer, sondern ihr lebt, arbeitet und kämpft mit ihnen für eine Zukunft ohneFaschismus, Krieg und Ausbeutung. Ob mit der Waffe in der Hand an der Front, an eurem Arbeitsplatz, bei eurem Engagement in gesellschaftlichen Organisationen und Parteien, in der Familie – in allen Sphären des Lebens und des Kampfes leistet ihr einen unverzichtbaren Beitrag zum Sieg.

Wir wünschen euch, dass ihr euch trotz dieser schweren Aufgaben und der harten Kampfbedingungen euer Lächeln und eure Schönheit bewahrt, dass euch Liebe und Warmherzigkeit begleiten, nicht nur an diesem Frühlingstag, sondern immer im Leben. Aber am meisten wünschen wir euch, euren Kindern und Angehörigen, euren Freunden
einen friedlichen Himmel über dem Kopf.

Gemeinsam werden wir den Kampf gewinnen und es wird der Frühling einer gerechten,
menschlichen, friedlichen Gesellschaft anbrechen.

Mit solidarischen kommunistischen Grüßen

Die Genossinnen und Genossen der DKP Berlin sowie die Gäste der Veranstaltung

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Eine Frau als Bundeskanzlerin. Bei der Bundeswehr dürfen auch Frauen das Todeshandwerk lernen, die Kriegsministerin ist eine Frau. Selbst in Aufsichtsräten von Großkonzernen finden sich Frauen – die Gleichberechtigung kommt massiv voran – da hat Frau doch am „Weltfrauentag“ was zu feiern.

Das möchten SIE UNS weißmachen. SIE, die herrschende Klasse, die daran verdient, dass Textilien vorwiegend von Frauen zu Hungerlöhnen und unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen produziert werden. SIE, die herrschende Klasse, die Krieg führt und Flucht verursacht. SIE, die herrschende Klasse, die Flüchtlinge gegen „Hiesige“, die Männer gegen Frauen ausspielt, um besser an Krieg, Flucht und Armut verdienen zu können. SIE, die herrschende Klasse, die daran verdient, dass man Frauen den gleichen Lohn vorenthält.

Die Folgen treffen UNS. Aber immer treffen sie Frauen noch härter. Da ändert eine
Bundeskanzlerin, eine Aufsichtsrätin, eine Kriegsministerin nichts, denn DIE sind Teil der Herrschaft, die die Unterdrückung der Frau zur Absicherung braucht.

Deswegen wird den Frauen weltweit, in Europa, in Deutschland auch 100 Jahre nach der Oktoberrevolution nichts anderes übrig bleiben, als um ihre Rechte zu kämpfen.

Die proletarische Revolution, der Sozialismus sie haben nicht schlagartig die Gleichberechtigung verwirklicht, aber sie hatten die Grundlagen zur Verwirklichung gelegt und manchen Fortschritt erreicht. Warum, weil sie der herrschenden Klasse die Macht entrissen hatte. Die Verbindung des Kampfes um die Gleichberechtigung der Frau mit dem Kampf gegen die herrschende Klasse ist auch heute der richtige Weg.

In diesem Sinne gratuliere ich nicht zum „Weltfrauentag“, sondern zum Kampftag für Frauenrechte, dem Internationalen Frauentag.

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Arnold Schölzel

RotFuchs, Heft März 2017

Am 8. März 1917, dem 23. Februar nach altem russischem Kalender, schlugen die seit Wochen anhaltenden Streiks und Betriebsversammlungen in Petrograd in die Revolution um. Die 1928 im von Willi Münzenberg geleiteten Neuen Deutschen Verlag herausgegebene „Illustrierte Geschichte der russischen Revolution 1917“ beschrieb die Ereignisse so: „Diesen Tag kann man als den ersten Tag der bereits ausgebrochenen Revolution betrachten. Die Bewegung war nicht mehr aufzuhalten. Ganz Petrograd war von Unruhe ergriffen. Es streikten ungefähr 50 Betriebe mit 90 000 Arbeitern. Die Kampfstimmung machte sich durch Demonstrationen und in Zusammenstößen mit der Polizei Luft. Eine dichte Menge von Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen zog zum Rathaus und forderte Brot. An verschiedenen Punkten der Stadt tauchten Fahnen mit den Parolen ‚Nieder mit der Selbstherrschaft!‘, ‚Nieder mit dem Krieg!‘ auf.“

 

Allen unseren Leserinnen und Autorinnen herzliche Grüße zum Frauentag!

Allen unseren Leserinnen und Autorinnen
herzliche Grüße zum Frauentag!

Es waren vor allem Frauen, die an diesem Tag entscheidend in den Geschichtsverlauf eingriffen. Am 15. 3. dankte Zar Nikolaus II., genannt „der Blutige“, ab. Aber die an die Macht gekommene bürgerliche Regierung wurde von den Westmächten gezwungen, den Krieg gegen das kaiserliche Deutschland und dessen Verbündete wiederaufzunehmen. Am Klassencharakter des Krieges änderte sich nichts, nur weil nun eine „demokratische“ russische Regierung im Amt war: Es blieb ein imperialistischer Krieg von Räuberstaaten im Kampf um Annexionen und die koloniale Neuaufteilung der Welt. Erst die Oktoberrevolution brachte mit Lenins Dekret über den Frieden das Ende des Weltkriegs für Rußland. Das Gemetzel hatte das Land zweieinhalb Millionen Tote und mehr als fünf Millionen Verwundete gekostet.

Die bisherigen Verbündeten beantworteten den „Verrat“ am imperialistischen Krieg mit rasendem Haß. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert. Es folgte ihre Intervention, um die Revolution zu erwürgen. In den 30er Jahren taten einige in London und Paris alles, um Nazideutschland auf die Sowjetunion zu hetzen. Seit deren Ende lebt die Menschheit wieder wie bis 1917 in einer Ära der Konterrevolution, Restauration, reaktionärer Ideologie einschließlich faschistischer, vor allem aber des hemmungslosen imperialistischen Krieges, des Staatsterrorismus. In Europa wird die Kriegsvorbereitung gegen Rußland vor aller Augen vorangetrieben. Die bloße Möglichkeit, daß sich die Beziehungen zwischen den USA und der Russischen Föderation nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zum Positiven ändern könnten, läßt hiesige Strategen über eine deutsche Atombombe nachdenken.

Noch ist offen, wie es zwischen Washington und Moskau weitergeht. Nach den ersten Amtshandlungen Trumps steht allerdings fest: Am imperialistischen Klassencharakter der US-Außenpolitik hat sich nichts geändert. Das schließt Konfrontation im eigenen Lager nicht aus und das Bestreben, einen imperialistischen Frieden zu diktieren, ein.

Lenin veröffentlichte 1917 nach der Oktoberrevolution zum Entsetzen der Westmächte deren Geheimverträge mit Rußland. Einer davon, das Sykes-Picot-Abkommen von 1916, das auch Rußland seinen Teil an der osmanischen Beute zusicherte, hat bis heute im Nahen und Mittleren Osten verheerende Folgen.

Nicht nur deswegen blieb der 8. März 1917 in Petrograd von brennender Bedeutung, machte ihn die Zweite Internationale Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau zum Gedenktag. Heute ist die Forderung „Nieder mit dem imperialistischen Krieg!“ und für Milliarden Menschen auf der Welt die nach Brot eine Überlebensfrage. Die sich daraus ergebende Aufgabe lautet wie 1917 oder 1921, Ausbeutung, Kolonialismus, Krieg und Frauenunterdrückung zu überwinden und eine sozialistische Gesellschaft zu schaffen.

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