Nachrichten
Zeige alle Artikel in Frauenpolitik
0

frauentag-2015-2Stellen wir uns vor: Jeder Mensch, der einen Arbeitsplatz sucht, bekommt auch einen. Stellen wir uns vor: Nach der Arbeit sind die Menschen nicht ausgelaugt und gestresst, sondern beide, Frau und Mann, haben ausreichend Zeit für sich, die Kinder und den Haushalt. Sie haben genug Zeit und finanzielle Mittel für kulturelle, politische oder sportliche Aktivitäten. Arbeitshetze und Burnout, Angst um den Job und vor sozialem Abstieg, Depressionen aufgrund von Erwerbslosigkeit oder Stress auf der Arbeit – all dies gibt es nicht mehr. Ich stelle mir vor, es gibt keine unterbezahlten und Minijobs mehr, keine Vollzeitjobs, von denen man nicht leben kann, und kein

Hartz IV. Ein Traum? – Noch. Sozialismus? – Noch nicht. Aber es wäre ein Schritt hin zu einem gerechten, solidarischen und selbstbestimmten Leben.

Runter mit der Arbeitszeit!
Wie das gehen soll? Mit einer verkürzten Regelarbeitszeit auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohnund Personalausgleich. Eine gerechte Verteilung der Arbeit auf Arbeitslose und Erwerbstätige trägt den Interessen aller Rechnung. Nur so kann die massive Unterbeschäftigung, von der besonders Frauen betroffen sind, beendet werden. Arbeitslose Frauen können wieder in den Beruf und Frauen, die in Minijobs oder in prekärer Teilzeit arbeiten, haben endlich die Chance auf eine Vollzeittätigkeit. Altersarmut als Folge von weiblicher Unterbe schäftigung wird reduziert.

In typischen Frauenberufen wie Pflege, Erziehung und Handel tritt eine deutliche Stressverminderung ein. Dadurch, dass auch Männer kürzer arbeiten, kann die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung abgebaut werden. Das ist die Voraussetzung für ein harmonisches und solidarisches, für ein gleichberechtigtes Zusammenleben. Arbeitszeitverkürzung schafft Be dingungen für das Ende der Mas senarbeits losigkeit, die Humanisierung der Arbeit, die freie Persönlichkeitsentwicklung und gleichberechtigte Partnerschaften.

Die Geschichte des Kapitalismus ist auch eine Geschichte des Kampfes um die Verkürzung der Arbeitszeit. Heute ist dieser Kampf notwendiger denn je.

Jetzt kommt es auf uns an!

Die DKP fordert:

  • Verbot von Minijobs und Leiharbeit!
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Gesetzlicher Mindest lohn von 10 Euro!
  • 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
  • Weg mit Hartz IV!
  • Bedarfsdeckende Versorgung mit Ganztagsplätzen in Kitas und Schulen!
  • Nein zur Rente mit 67!
  • Qualifizierte Bildung und Ausbildung!

PDF-Download UZ-Extra zum Internationalen Frauentag 2015

0

Liebe Kolleginnen, liebe Genossinnen,

Unbenanntim Namen des Parteivorstands der DKP grüße ich Euch zum internationalen Frauentag. Unsere Gedanken gelten zuerst den Kolleginnen, Freundinnen und Genossinnen, denen die Situation in ihren Ländern, in den Kämpfen nur wenig Zeit und Möglichkeit lässt den internationalen Frauentag zu feiern. Wir denken, stellvertretend für die unzähligen vom Imperialismus ausgelösten Kriege an die Frauen im Donbass. Dort ist trotz Waffenstillstand die Gefahr riesig, und die Zerstörungen, des durch EU und US-Imperialismus angezettelten Krieges sind dramatisch. Der Kampf ums Überleben nicht weniger.

Wir denken an die Frauen in Griechenland, die trotz des täglichen Kampfs um Strom, Heizung, Wohnung und Versorgung mit allem Lebensnotwendigem Teil einer Volksbewegung waren, die eine Regierung der Troika davonjagten und jetzt darum kämpfen, dass diese nicht unter anderem Namen den verbrecherischen Kahlschlag im Auftrag des deutschen Imperialismus fortführt.

Wir denken aber auch an die Frauen in Venezuela, die den Kampf um die fortschrittliche Entwicklung ihres Landes führen, gegen die Versuche der Konterrevolution. Wir denken an die Frauen in Kuba, ohne die es niemals möglich gewesen wäre, einen Etappensieg gegen die Blockade des US-Imperialismus zu erreichen.

Wir grüßen die Kolleginnen, die in diesem reichen Land für ihre Interessen streiken und für gleichen Lohn für gleiche Arbeit kämpfen. Wir grüßen die Millionen Frauen, die in diesem reichen Land nach wie vor tagtäglich um Ihre Existenz, die ihrer Familien und eine Zukunftsperspektive für ihre Kinder kämpfen müssen.

Die bürgerlichen Medien versuchen den 8. März zum inhaltslosen, entpolitisierten Weltfrauentag umzudefinieren. Sie haben ihre Taktik geändert, nachdem das Verschweigen nicht geklappt hat. Aber auch das wird ihnen nicht gelingen. Dafür steht der Kampf von Millionen Kolleginnen und Genossinnen.

Und deswegen geht unser Gruß an die Frauen auf der ganzen Erde, die in diesen Kämpfen stehen.

Mit sozialistischen Grüßen

Patrik Köbele
Vorsitzender der DKP

Seite 7 von 7« Erste...34567