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Liebe Genossinnen und Genossen,

1987, beim 9. Bundeskongress der SDAJ sprach ein Genosse anlässlich der Auszeichnung der Sieger des sozialistischen Wettbewerbs um die Stärkung der SDAJ. Er sagte:

„Und wenn Euch heute gewisse Herrschaften in unserem Land von Freiheit und Frieden erzählen, (…) dann vergesst nie die befreiten Gefangenen von Buchenwald. Die Kommunisten unter ihnen haben in ihrem weltberühmt gewordenen Schwur den Kampf für Frieden und Freiheit gelobt, als Leute wie Dregger und Strauß als Hitleroffiziere das Hakenkreuz an der Uniform trugen. Sagt ihnen das ins Gesicht. Wenn wir heute vor Euch stehen, dann nicht, weil Mut, Überzeugungstreue, Kampfbereitschaft etwa das Vorrecht des Alters wären. Nein. Gerade die Jugend ist es, die mit heißem Herzen und spontanem Einsatz für die Wahrheit gegen die Lüge, für das Recht gegen Unrecht, für die Freiheit gegen die Unterdrückung, für die aufsteigende weltbewegende Sache des Sozialismus kämpft.

Die Jugend ist die reinste Flamme der Revolution sagte unser Karl Liebknecht und das gilt heute, wie es zu seiner Zeit gegolten hat. Ihr seht heute um euch eine Welt, die von schreienden Gegensätzen gekennzeichnet ist. Von protzigem Luxus auf der einen Seite, von unmenschlichem Elend auf der anderen. Mercedeswagen hier, Arbeitslose dort. Bankpaläste hier, Obdachlose dort. Überschuss an Weizen und Butter hier, Hungertod und bitterste Not auf der anderen Seite. Ihr wisst und spürt es jeden Tag, jede Kaserne stiehlt Euch die Lehrwerkstätten. Jede Rakete raubt die Mittel für Ausbildungsplätze. Wo ein Bankpalast entsteht, da wird eine Schule nicht gebaut. Wo Plutonium produziert wird, da stirbt die Natur und da sterben später die Menschen. Da sagen die in Bonn Kohle und Stahl hätten keine Zukunft, sie seien Defizitbetriebe. Nun wir nennen den größten Defizitbetrieb unseres Landes beim Namen. Er heißt Wehrmacht Bundeswehr.“

Der, diese Worte gesprochen hat war Emil Carlebach. Blockältester im jüdischen Häftlingsblock des KZ Buchenwald, Mitglied der illegalen Häftlingsorganisation – er gab mit den Aufruf zur Selbstbefreiung von Buchenwald.

Außer das Strauß und Dregger und leider auch unser Genosse Emil Carlebach tot sind, haben diese Worte kaum etwas an Aktualität verloren. Leider sogar manches dazugewonnen. Ich war damals Delegierter des Kongresses. Hätte mir jemand erzählt, dass wenige Jahre später die Bundeswehr sich wieder an Angriffskriegen beteiligt, hätte mir jemand vom Szenario der Hartz-Gesetze erzählt, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Und ihr müsst heute erleben, wie die Kriegsministerin eine neue offensive Hochrüstung plant und uns dafür in den nächsten Jahren zusätzlich zum Rüstungsetat 130 Milliarden € abknöpfen will. Ihr müsst heute erleben, wie man die Hartzgesetze verschärft um vor allem auf junge Menschen noch mehr Druck zu machen.

Hätte gar jemand erzählt, das knapp 30 Jahre später, die Anzahl der weltweiten Kriege größer denn ja, die Gefahr einer Eskalation zum Flächenbrand real und mehr Menschen auf der Flucht sind, denn zu Zeiten des Raubkriegs der Faschisten – ich hätte das für völlig unmöglich gehalten.

Was zeigt das? Natürlich, wie schrecklich man sich irren kann. Es zeigt aber auch, wie weit wir waren. Der reale Sozialismus, so schwach er am Ende war, war so stark, dass er den Imperialismus in Schach hielt und keiner daran glaubte er könnte wieder die Verbrechen vollbringen, die er heute vollbringt.

Ja, die Kriege in Syrien, in Afghanistan, in Mali, die Zerstörung von Staaten und Strukturen in Libyen, im Irak, das Abschlachten von Völkern in Kurdistan, die Umweltkatastrophe, der Klimawandel, die Zerstörung der Lebensgrundlagen für hunderte Millionen, sie haben einen Namen und der heißt Imperialismus und sie haben Verursacher, den militärisch-industriellen Komplex, die Konzerne und Banken, die Monopole. Sie sind die Verursacher von Kriegen und Flucht und sie nutzen das was sie verursachen aus, um Rassismus zu säen, damit sie ihre Gegenkräfte spalten und verhindern, dass ihr Totengräber, die Arbeiterklasse in der Lage ist ihre Mission zu erfüllen.

Das alles zeigt wie faulend und parasitär dieses System ist, leider zeigt es aber auch faulend und parasitär heißt keineswegs schwach und instabil – leider gilt auch hier, alles muss man selber machen.

Ich bin nicht froh, vor Jugendlichen zu sprechen und ihnen sagen zu müssen, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben. Ich bin aber froh vor Jugendlichen zu sprechen, die das erkennen und weder resignieren, noch sich arrangieren.

Ja, wir die Deutsche Kommunistische Partei sind froh und stolz Euch an unserer Seite zu haben – viele beneiden uns darum. Wir freuen uns, dass ihr Euch die Intensivierung des Friedenskampfes, des Antimilitarismus vornehmen wollt. Wir werden gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wir sind froh und stolz, dass ihr darüber diskutiert, welche Bedeutung der kommunistischen Partei zukommt und dass ihr dabei die Freundschaft zwischen unseren Organisationen in den Mittelpunkt stellt. Hier dürft ihr uns ruhig ein bisschen mehr fordern, sollt ihr mehr darauf pochen, dass eine Jugendorganisation alles andere ist als eine junge Partei und dass die Jugend eben auch ihren eigenen Weg zum Sozialismus sucht und findet.

In den kommenden Monaten werden wir, das zeigen die Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen darum ringen müssen, dass wir vielen Menschen, vielen Jugendlichen, vielen Klassengenossen, die Gefahr laufen den Rassisten, den Speichelleckern der Monopole auf den Leim zu gehen, deutlich machen: Nicht die Flüchtlinge sind eure Gegner, es sind die Kriegstreiber, es sind die, die die Flucht ausnutzen wollen, um den lächerlichen Mindestlohn zu schleifen, die Spaltung der Ausgebeuteten zu vertiefen.

Dabei dürfen und müssen wir plakativ sein. In Deutschland haben wir 1,14 Millionen Millionäre, sie besitzen 2,381 Billionen €, Kriegsministerin von der Leyen will 130 Milliarden € für die offensive Umrüstung der Bundeswehr. Die Rüstungsindustrie verdient sich an Kriegen dumm und dämlich, die Auslandseinsätze der Bundeswehr kosten Milliarden. Das alles zu ändern ist noch keine Revolution, aber notwendig.

Wir suchen die Diskussion über das einfache, das so schwer zu machen ist, den Sozialismus. Wir streuen aber vor allem den Widerspruch, der das Nachdenken über das einfache befördert.

Ran an die Massen, das wir das gemeinsam können, haben wir beim Festival der Jugend gezeigt. Im Geist und Sinn von Emil Carlebach, offensiver, mutiger werden.

Das können wir gut verbinden. Ich lade Euch ganz herzlich zum UZ-Pressefest ein. Ihr wisst sicher, es gibt Einladungen, da kann man nicht Nein sagen. Ich schlage vor, dass jede und jeder von Euch mindestens zwei Kumpels oder Kumpelinnen mitbringt, dann geht das doch in eine gute Richtung. Das wird das größte Fest der Linken, das wird das Fest des Friedens und der Solidarität und es wird das Fest von DKP und SDAJ – unsere Freunde und Feinde sollen neidisch werden auf unsere Freundschaft – die lebe hoch. Kämpfen wir gemeinsam um die Stärkung von SDAJ und DKP, um mehr Mitglieder und mehr Abonnenten für die Position und die UZ.

Rotfront!

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POSITION 2-2016 ist da!

Verrückter Normalzustand?

position-2-2016-2Hürden und Schranken begegnen uns an jeder Ecke, leider ist das fast schon normal. Für Menschen mit Behinderung ist es jedoch besonders schwer in einer Gesellschaft, die sich vom Profit treiben lässt und nicht von den Bedürfnissen der Menschen. Deswegen beleuchten wir im Thema, wie es um Inklusion in der Schule und in der Arbeitswelt steht. Arbeitgeber gibt es ja einige, besonders auffällig tut sich aktuell jedoch die Bundeswehr hervor. Aber nicht nur da versucht sie sich als normal darzustellen. Auch in den Schulen ist ihre Werbetour fast schon der Normalzustand. Aktiv wird die Bundeswehr auch im Mittelmeer. Sie übernimmt Verantwortung- für die Flüchtlinge und den gegen sie gerichteten NATO-Einsatz. Im Mittelmeer und in der Flüchtlingskrise schießt die Bundeswehrgemeinsam mit dem türkischen Militär. Das passt ganz gut, schließlich hat der türkische Präsident, und aber auch so mancher US-Präsidentschaftsbewerber, z.B. in Sachen Gleichberechtigung den Schuss wohl nicht gehört. So viel verrücktes, wie aktuell einige verantwortliche Politiker von sich geben, das ist nicht normal. Oder eben doch, schließlich sind es auch verrückte Zustände, in denen wir leben. Gegen die Auswüchse dieser wehren sich einige, z.B. unsere Working Wistleblower oder die KollegInnen an der Berliner Charité. Wie es um Gleichberechtigung im Ärzteberuf steht, darum geht’s im CultureBeat. Daneben gibt es aktuelle Buch- und Filmbesprechungen sowie einen marxistischen Spickzettel. Und in der Reportage berichten wir dieses mal über verrückt-gewordene CDU-Jünger.

Euer Zeitungskollektiv

Die POSITION, das Magazin der SDAJ erhaltet ihr bei eurer SDAJ-Gruppe vor Ort oder im Abo für nur 10€ im Jahr! Mehr Infos gibts unter: http://www.sdaj-netz.de/material/position/abo-service/

 

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20. März 2016

Der Weltbund der Demokratischen JugendDer Weltbund der Demokratischen Jugend verurteilt den erneuten mörderischen Anschlag, der sich im Stadtzentrum von Istanbul ereignet hat. Das Attentat verursachte den Tod von fünf Menschen und verletzte Dutzende. Dies ist der zweite Anschlag, der innerhalb weniger Tage in der Türkei stattgefunden hat. Der letzte wurde vor sechs Tagen in Ankara verübt und verursachte den Tod von 37 Menschen.

Das imperialistische Handeln der von der AKP-Regierung geführten Türkei führt das Land derzeit in eine chaotische Situation, die das Volk täglich in Angst versetzt. Der Weltbund der Demokratischen Jugend hat vielfach klargestellt, dass die Wurzel des Problems in den imperialistischen Plänen und Handlungen zu finden ist. Das Handeln der Türkei im Mittleren Osten hat damit zu tun, die imperialistischen Pläne und Profite voranzutreiben, während sie zugleich die Unterstützung der NATO und der EU genießt.

Die Türkei wird sich im Namen des »Kriegs gegen den Terrorismus« erneut nicht die Gelegenheit entgehen lassen, den Anschlag auszunutzen, um ihre Aggressivität in der Region zu verschärfen. Aber, wie wir bereits in einer vorherigen Erklärung gesagt haben, werden Freundschaft und Solidarität zwischen den Völkern den Terrorismus besiegen, und die Niederlage des Imperialismus wird Frieden bringen.

Abschließend möchte der WBDJ seine Solidarität mit dem Volk der Türkei und sein ehrliches Mitgefühl und seine Unterstützung für die Familien der Anschläge in Istanbul und Ankara ausdrücken.

Im Namen des WBDJ
Hauptquartier des WBDJ
Budapest, 19. März 2016

Übersetzung: RedGlobe

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Zum Bundeskongress der SDAJ

Viele Augen blicken nach Eschborn

Kolumne von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP |

Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP

Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP

Eigentlich ist es eher eine Mischung aus Schlafstadt Frankfurts und Businessstädtchen. An diesem Wochenende richten sich viele Blicke nach Eschborn im Taunus. Augen und Ohren von Menschen, die beruflich rechts blind und links alarmiert sind, wenn sich junge Menschen nicht damit abfinden, dass Kriege und Flucht Naturgesetz seien sollen, sondern nach dem Zusammenhang mit Profit und Kapital fragen. Diese Berufslauscher werden genau nach Eschborn hören.

Es werden auch diejenigen ihre Blicke nach Eschborn richten, die die DKP darum beneiden, dass sie eine enge Verbundenheit mit einer Organisation hat, die kontinuierlich beweist, dass ein Teil der Jugend nicht nur die genannten Zusammenhänge erkennt, sondern aus der Erkenntnis die Notwendigkeit des Kampfes zieht.
Und darum blicken auch die Kommunistinnen und Kommunisten dieses Landes nach Eschborn, wenn sie nicht gar selbst vor Ort sind: Denn in Eschborn treffen sich die rund 150 jungen Revolutionäre, die von ihren Gliederungen zu Delegierten zum Bundeskongress der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend gewählt wurden. In Eschborn tagt das höchste Organ der SDAJ, der Organisation der jungen Revolutionäre Deutschlands.
Für mich selbst jährt sich in diesem Jahr zum 39. Mal mein Eintritt in die SDAJ. Es wird mir gehen wie vielen Mitgliedern der DKP. Das war der Anfang eines anderen Lebens. Bewusst war ich mir dessen damals in der Konsequenz wohl eher nicht. Klar, Ende der 70er Jahre war links schick, Sozialismus, wie man heute sagen würde, „en vogue“. Was mich aber die SDAJ lehrte, war, dass die moralische Empörung der Anfang, eine notwendige Konsequenz aber die wissenschaftliche Analyse und ein dafür unverzichtbares Instrument die wissenschaftliche Weltanschauung ist.
An bestimmten Punkten beeinflusste die SDAJ mein Leben entscheidend. Nach dem Abitur als Alternative zum Studium den Weg in den Großbetrieb zu wählen, auf diese Überlegung wäre ich ohne die SDAJ nicht gekommen. Zu versuchen, den Friedenskampf auch in die Bundeswehr unter die anderen Wehrpflichtigen zu tragen, dieser Konsequenz hätte ich mich ohne die SDAJ nicht gestellt, allerdings wollte mich dann die Bundeswehr nicht. Ohne das, was ich in der SDAJ und natürlich dann auch in der DKP gelernt habe, hätte ich vielleicht auch die Illusion gehabt, dass die Konterrevolution in den sozialistischen Ländern Europas zum friedliebenden Kapitalismus führt.
Ja, im Moment ist die SDAJ eine kleine Organisation. Im Verhältnis dazu aber eine sehr ausstrahlende. Sie ist ein revolutionärer Jugendverband, der kampagnenfähig, streitbar und organisiert ist. Sie ist eine hochpolitische Organisation und zugleich eine, die kein bisschen dünkelhaft oder gar abgehoben ist. Sie ist die beste Freundin der kommunistischen Partei.
Ich schaue nicht nur nach Eschborn, ich fahr da hin.
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Szenetrends unwichtig: SDAJ will Antirassismus und Friedenspolitik mit der sozialen Frage verbinden. Ein Gespräch mit Paul Rodermund

Interview: Markus Bernhard

Paul Rodermund ist Bundesvorsitzender der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)

Am 19. März führt die SDAJ turnusgemäß ihren Bundeskongress durch. Sie waren nun zweieinhalb Jahre Vorsitzender des DKP-nahen Jugendverbandes und treten nicht erneut an. Wie fällt Ihre Bilanz aus?Die SDAJ ist noch lange nicht die gesellschaftliche Kraft, die sie sein sollte, aber es gibt positive Trends. Mit unserer Kampagne für ein Ausbildungsgesetz im Jahr 2014 haben wir vielerorts unseren Draht in die Betriebe verbessert. 2015 hat unser Festival der Jugend stattgefunden. Mit 650 Dauergästen und über 1.500 Besuchern haben wir damit ein deutlich größeres Publikum erreicht als in den Vorjahren. Und wir sind bundesweit gestärkt, vor allem im Osten.

Die kommunistische Linke ist derzeit fast bedeutungslos. Sehen Sie Chancen für eine Trendwende?

Das Widerstandspotential in der BRD ist insgesamt noch unterentwickelt, aber wir sehen auch, wie die bürgerliche Herrschaft immer wieder in neue Krisen gerät. Es zeigt sich auch ein großes Protestpotential – es muss uns nur gelingen, die Deutungshoheit über die Krisen des Kapitalismus zu gewinnen, vor allem in Fragen der Flüchtlingspolitik.

Die SDAJ hat immer die Kernelemente linker Politik – wie einen offensiven Antikapitalismus, Antifaschismus und den Kampf um Frieden – großgeschrieben und nicht gegen eine gewisse Beliebigkeit eingetauscht, die in manchen anderen Gruppen zu beobachten ist. Ist diese Strategie erfolgversprechend, oder hat das den Ruf Ihrer Organisation verfestigt, etwas altbacken zu sein?

Statt jedem neuen Szenetrend hinterherzulaufen, setzen wir darauf, kontinuierlich dort aktiv zu sein, wo Jugendliche leben, lernen und arbeiten. Dabei machen wir deutlich, wie die alltäglichen Missstände mit dem Kapitalismus zusammenhängen. Unser Ziel ist dabei, dass die Leute selbst aktiv werden und gemeinsame Kampferfahrungen sammeln. Aber es stimmt schon, der Kampf für ein kostenloses Mittagessen, für ausreichend Ausbildungsplätze und ein Leben in Frieden mag weniger »sexy« sein als »Raven gegen Deutschland« – es ist unbequemer, als über die Postmoderne zu schwafeln. Wenn sich eine revolutionäre Linke aber nicht davon verabschieden will, dass die Eigentumsverhältnisse umgewälzt werden müssen, dann kommt sie nicht darum herum, den Kampf um den Lohngroschen, das Teewasser und die Macht im Staat zu organisieren, wie Brecht das altbacken sagt.
Ihr Verband will sich schwerpunktmäßig den Themen Friedenspolitik und Antimilitarismus widmen. Was genau schwebt Ihnen vor?

Das deutsche Kapital und sein Staat vertreten wieder ganz offen Weltmachtsambitionen. Ganze Länder werden durch Einsätze der NATO-Staaten dem Erdboden gleichgemacht. Auch Jugendliche in Deutschland haben zu Recht zunehmende Angst vor Krieg und Terror. Wir planen deshalb eine antimilitaristische Kampagne, in der wir Akteure deutscher Kriegspolitik outen um mit der Vorstellung zu brechen, dass das deutsche Engagement in der Welt Brandherde löschen würde statt sie zu verursachen. Wir wollen offene Antikriegstreffen ins Leben rufen, Bundeswehrauftritte stören und deutlich machen, dass sie weder ein sicherer Arbeitgeber ist, noch den Frieden in der Welt bewahrt.

Das Thema Frieden ist nicht zu trennen von den aktuellen Fluchtbewegungen und der Zunahme rechter Gewalt. Wie wollen Sie diese Themen verknüpfen?

Im Kapitalismus läuft es nun mal so, dass die vielen Menschen, die hierzulande Schutz suchen, ohne eigenes Verschulden die Konkurrenz unter den Armen weiter verschärfen. Menschen mit Zukunftsängsten haben deshalb einen richtigen Riecher. Aber sie liegen falsch, wenn sie die Flüchtlinge für die sozialen Probleme verantwortlich machen. Niemand flieht freiwillig auf lebensgefährlichen Routen, um am Ende in Sammelunterkünften zu leben. Natürlich sind aber auch Eltern, Lehrer und Schüler zu Recht verärgert, wenn Turnhallen dauerhaft belegt sind. Der beste Schutz gegen Rassismus sind gemeinsame Kämpfe. Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum, einem Stopp der Rüstungsexporte und nach Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitssystem sind zum Beispiel ebenso im Interesse der deutschen Arbeiterklasse wie in dem der Geflüchteten.

www.sdaj-netz.de

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Frauentag ist unser TagEhemann, Kinder, einen guten Job mit Verantwortung, toll aussehen und den Haushalt schmeißen! Am besten natürlich alles gleichzeitig. Das ist der Anspruch, den diese Gesellschaft an Frauen stellt. Die Karrierefrau, die nebenbei locker noch Familie und Haushalt wuppt, dann klappt es auch sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Ums Durchsetzen geht es – Selten hören wir, dass wir für alle Verbesserungen dann durchsetzen können, wenn wir gemeinsam agieren. Dass Frauen zusätzlich noch die Kinder und der Haushalt zufallen, naja das ist dann Pech und gehört eben „naturgemäß“ zur Rolle der Frau. Aber ist das wirklich so? Und wenn ja, muss es so bleiben?

In der Schule…

Ist Euch in der Schule schonmal aufgefallen, dass in Eurer Klasse Jungen und Mädchen getrennt oder anders behandelt werden? Wenn der Sportunterricht vertreten wird und das spontane Programm dann heißt: „Die Jungs spielen Fußball und die Mädchen können Seilspringen“. „Wählt Euch doch zum Klassensprecher ein Mädchen, die sind doch einfühlsamer.“ Das ist alles kein Zufall! Rollenbilder werden uns schon in der Schule vermittelt. Mädchen als die Fürsorglichen, die keinen „aggressiven“ Sport machen sollen, das ist dann eher eine Rolle, die von Jungen übernommen werden sollen.

Im Betrieb…

Diese Trennung begleitet uns im späteren Leben weiter! Frauen verdienen im Durchschnitt 22% weniger als ihre männlichen Kollegen, arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit, sind wesentlich seltener in Führungsetagen zu finden und das alles dann gerne auch noch in „Frauenberufen“. Z.B. im so genannten „Care“ Bereich, also in Berufen, die häufig mit Sorgearbeit wie Pflege und Betreuung zu tun haben. Letzteres sollte uns nicht wundern, wenn uns früh vermittelt wird, dass Frauen ja von Natur aus fürsorglicher sind. Mit der Natur hat das wenig zu tun und doch sitzt es natürlich sehr tief, wenn wir schon so früh lernen, dass wir als Frauen „soziale Wesen“ und als Männer durchsetzungsfähig sind.

Das erklärt dann auch warum Frauen öfter in Teilzeitarbeit arbeiten als Männer. Auch wenn es wie ein altes Klischee klingt: Der Haushalt und die Betreuung der Kinder ist weiterhin die Aufgabe der Frau. Spannenderweise auch dann, wenn Paare sich ganz bewusst vornehmen, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen. Und da das Betreuungsangebot für Kinder nicht dem Bedarf entspricht, muss die Frau die Zeit dafür irgendwie aufbringen. Mit einer vollen Stelle ist das schwierig bis unmöglich, wenn man nicht das nötige Kleingeld übrig hat, um das privat zu organisieren.

Das alles ist jedoch nicht die Natur der Frau, sondern die Natur des Kapitalismus!

Der Frau nützen diese Rollenbilderoffensichtlich wenig, klingt ja alles nach viel Arbeit und Stress. Doch auch Männern bringt das alles nichts. Selbst wenn sie sich gerne mehr in der Kindererziehung einbringen würden, macht es häufig finanziell überhaupt gar keinen Sinn, dass er als Besserverdiener seinen Job zugunsten der Kinderbetreuung aussetzt. Und auch, dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist auf dem Arbeitsmarkt für die männlichen Kollegen ein großes Problem, denn Frauen werden gegen ihre männliche Kollegen ausgespielt und als Lohndrückerinnen eingesetzt!

Damit sind wir auch schon am springenden Punkt, warum es in der Natur des Kapitalismus liegt die Frauen schlechter zu stellen. Wenn die Kinderbetreuung privat geregelt wird, kann man sich das Geld für Kitas und die dazu gehörenden Arbeitsplätze sparen. Weiter können Unternehmen die Schlechterstellung der Frau und die künstliche Spaltung zwischen Männern und Frauen nutzen, um Druck aufzubauen, die Lohnkosten gering zu halten und die Profite zu steigern.

Das ändern können wir nur gemeinsam!

  • Gemeinsam gegen Prekarisierung!
  • Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit!
  • Ausbau vom Betreuungsangebot für Kinder!
  • Aufwertung der Care-Berufe!
  • Gemeinsam gegen sexistische Rollenbilder!
  • Für ein selbstbestimmtes Leben!

Quelle: SDAJ

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Abfuckprämie

 

23. Februar 2016

Wie die Interessen der Automobilindustrie unseren Interessen entgegenstehen

„Wenn es unserer Wirtschaft gut geht, geht es auch uns gut“ ist eine der Phrasen, die man oft hört, wenn mal wieder Milliarden öffentlicher Gelder ausgegeben werden, um einem Großkonzern unter die Arme zu greifen. Und „unsere Wirtschaft“ meint oft „unsere Automobilindustrie“. Schließlich gilt der VW-Käfer noch immer als das Symbol für deutschen Wohlstand und Reichtum. So wurden seit der Krise 2008 Milliarden investiert, um die Monopole der Automobilindustrie zu retten – angeblich zu unser aller Nutzen. Dass es dieses gemeinsame Interesse nicht gibt, zeigt sich, wenn man sich anschaut, wer wirklich von Maßnahmen wie der Abwrackprämie oder der Einführung von Kurzarbeit profitiert.

2009 – mitten in der Krise wird in Deutschland die sogenannte Abwrackprämie eingeführt: wer sein altes Auto in dieser Zeit verschrottet, bekommt dafür 2500 Euro beim Kauf eines Neuwagens. Finanziert wurde das Projekt aus Geldern des Bundes. Das Ziel war, die Nachfrage nach neuen Kraftfahrzeugen zu fördern und damit die in die Krise geratenen Automobilkonzerne zu unterstützen.

Zeitgleich wird die Kurzarbeit eingeführt. Dabei kann die normale Arbeitszeit drastisch gekürzt werden, um Auftragsausfälle auszugleichen. Dies wird als sehr sozial verkauft, schließlich werden weniger Leute sofort gefeuert. Der Clou dabei: natürlich erhalten die Arbeiter damit weniger Lohn. Gewinner sind wieder die Konzerne, deren Profite auf Kosten der Arbeiterklasse erwirtschaftet werden. Den Monopolen werden zusätzlich ausreichend Möglichkeiten geboten, eventuelle Verluste durch Steuererleichterungen wieder auszugleichen. So zahlte VW 2012 einfach mal 319 Millionen Euro weniger Gewinnsteuern, als es den Gewinnen des Konzerns entsprochen hätte.

Es zeigt sich: wir sind nicht Volkswagen oder Daimler und die gerade beschriebenen Maßnahmen nützen nicht uns, sondern diesen Monopolen. Deren Interesse immer mehr Profit zu machen, steht unseren Interessen unvereinbar entgegen. Wir als Schülerinnen, Studierende und junge Arbeiter brauchen eine gesicherte Existenzgrundlage, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Wir wollen mobil sein – unabhängig vom Geldbeutel unserer Eltern. Dazu brauchen wir ein flächendeckend gut ausgebautes und kostenlos nutzbares Netz des öffentlichen Personennahverkehrs. Mit den Milliarden an Profit, den sich die Automobilkonzerne jährlich in die eigene Tasche stecken, ließe sich dies problemlos finanzieren. Für die Stadt Tübingen würde der kostenlose Busverkehr beispielsweise circa 14 Millionen Euro pro Jahr kosten – also nur etwa ein Fünftel dessen, was VW, dank staatlicher Schlupflöcher, an Gewinnsteuern spart. Freiwillig werden die Monopole ihre Profite jedoch nicht abtreten. Es bleibt an uns, dafür zu kämpfen, dass das, was wir als Arbeiterklasse erwirtschaften, auch uns zu Gute kommt.

Roxy, Tübingen

SDAJ

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16. Februar 2016

Ende des vergangenen Jahres fand die alle vier Jahre stattfindenden Vollversammlung des Weltbundes der demokratischen Jugend (WBDJ) in Havanna statt. Vertreter der Mitgliedsorganisationen haben gemeinsame Arbeit und vor allem die Entwicklungen der letzten vier Jahre in der Welt analysiert und auf dieser Basis Beschlüsse für die Arbeit der nächsten Legislatur getroffen. Jetzt ist die Abschlusserklärung mit allen diskutierten Änderungen veröffentlicht worden.

Kapitalismus bedeutet Krise

Die Delegierten ziehen für die Entwicklungen in der Welt ein weitestgehend negatives Fazit: „In den letzten vier Jahren hat sich die Situation der Jugend weiter verschlechtert, was unsere Analyse bestätigt, dass das Wohlergehen der Völker und Jugend nicht mit dem imperialistischen Weltsystem vereinbar ist.“ Der Imperialismus wird in der Erklärung klar als höchstes Stadium des Kapitalismus definiert, aus dessen Natur auch die noch immer herrschende Wirtschaftskrise entstand: „[Die Krise] zeigt die Unfähigkeit des Kapitalismus weiteren Fortschritt für die Menschheit zu schaffen. Unglaublicher Reichtum, durch eine mehr und mehr gesellschaftliche Produktion der Arbeiterklasse und der Völker geschaffen, landet nicht in deren eigenen Händen sondern in denen der großen kapitalistischen Monopole. Seit dem Beginn der Krise stürzen sich die Kräfte des Kapitals in jedem Land und die reaktionären Kräfte rund um die Welt darauf, die Krisenfolgen auf die Bevölkerung abzuwälzen…“.

Kapitalismus bedeutet Krieg

Ebenso sehen die Delegierten der Versammlung im Zuge der Krise eine Verschärfung der Konflikte zwischen den Imperialisten selbst, da sich diese im Kampf um Zugang zu Absatzmärkten, Ressourcen und Handelswegen gegenüberstehen. In diesem Kampf sind auch militärische Drohungen, Besatzungen und Invasionen Mittel der Wahl. Entsprechend werden in der Erklärung, neben vielen anderen, die Kriege in Syrien, Jemen und in der Ost-Türkei und ihre Gründe als imperialistisch und von Wirtschaftsinteressen getrieben entlarvt und verurteilt. Und wieder leiden vor allem die Bevölkerungen unter der Politik der Herrschenden und werden dazu getrieben ihre Heimat zu verlassen und ihr Heil in der Flucht zu suchen. Die WBDJ-Mitglieder schreiben in ihrer Erklärung, dass die Hauptverursacher der Migration, die EU, Migranten mit ihrer Politik nicht nur in deren Heimatländern töten sondern auch an den eigenen Grenzen durch die „Politik der Festung-Europa-Doktrin töten (und manchmal klar ermorden)“. Daher verurteilt der WBDJ „die Staaten, welche sich als Flüchtende-freundlich darstellen, aber die aktuellen Debatten nutzen um ihre Asylgesetzgebung zu verschärfen und rassistische Debatten zu befeuern und dadurch das Menschenrecht auf Asyl und Migration zu unterwandern.“

Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte

Diese barbarischen Zustände hindern den WBDJ und seine Mitglieder nicht daran an einer besseren Zukunft zu arbeiten und welche die Delegierten in ihrer Erklärung auch umreißen: „Der Anti-imperialistische Kampf der Jugend, des WBDJs und seiner Mitglieder ist der einzige Weg. Das Ersetzen von Krieg durch Frieden, von Armut und Elend durch Wohlergehen, von Arbeitslosigkeit durch das Recht auf Arbeit und Bildung für alle, all das fordert das Ersetzen des Imperialismus durch ein anderes fortschrittliches sozio-ökonomisches System, in dem die Produktionsmittel in den Händen der Völker sind und die Wirtschaft nach den Bedürfnissen der Menschen entwickelt wird.“. Um dies zu erreichen ist der WBDJ ein Instrument der arbeitenden und lernenden Jugend der Welt, und so ist es nur konsequent, „die Stärkung des WBDJs als einen Schlüsselaspekt in unserem gemeinsamen Kampf gegen den Imperialismus“ zu sehen. Und so schließt die Erklärung mit: „Vereinigt, organisiert und kämpfend sind die Völker unbesiegbar, stärken wir den WBDJ und den anti-imperialistischen Kampf, für eine Welt des Friedens, der Solidarität und des revolutionären sozialen Fortschritts.“

SDAJ

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POSITION 1-2016 ist da!

Keinen Schritt zurück!

„Der Imperialismus,“ sagt Lenin „das ist Reaktion auf der ganzen Linie.“ Der Kriegseinsatz in Syrien, rassistische Bewegungen auf den Straßen, ein nicht an Aufklärung interessierter Staat im NSU-Prozess. Während die Bundesregierung hier einen neuen Kriegseinsatz beschlossen hat, konnten die Rechten in Venezuela den Wahlsieg davon tragen und die Kommunistische Partei der Ukraine wurde verboten. Schön sind diese Zeiten wahrlich nicht. Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen ist weiterhin mehr Gerede als Realität. Hinter den vielen einzelnen Kriegstreibern, Rassisten und Rassisten-Verstehern, hinter Frauenfeinden und Profiteuren der „Flüchtlingskrise“ stehen letztendlich die Interessen des deutschen Monopolkapitals. Einen von dessen Kernbereichen, die Monopole der Autoindustrie, und die Kämpfe der Arbeiterklasse in und gegen diese Monopole haben wir uns im Thema genauer angesehen.
Lenin schreibt eben auch, dass der Imperialismus den Kampf um Demokratie und Sozialismus auf die Tagesordnung setzt. Packen wir’s an. Ein paar Argumente, Hintergründe und Ideen wie es gehen könnte, findet ihr in diesem Heft.

Euer Zeitungskollektiv

Die POSITION, das Magazin der SDAJ erhaltet ihr bei eurer SDAJ-Gruppe vor Ort oder im Abo für nur 10€ im Jahr! Mehr Infos gibts unter: http://www.sdaj-netz.de/material/position/abo-service/

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Lara arbeitet für ein Jahr umsonst im städtischen Jugendzentrum in Hagen

12. Februar 2016

SDAJ

„Ich mache ein Fachabi im Sozialwesen und dazu gehört auch ein Jahrespraktikum. Ich arbeite 7 Stunden am Tag ohne Pause. Weil ich aber auf 8 Stunden am Tag kommen muss, arbeite ich auch häufig am Wochenende, natürlich auch ohne Pause. Arbeiten heißt für mich dort vor allem putzen, weil das Jugendzentrum oft schlecht besucht ist. Lernen oder pädagogisch arbeiten, wie ich es gerne würde, geht hier nicht und Lohn oder Vergütung gibt es auch nicht.

Wenn ich meine Vorgesetzten auf meine Rechte anspreche, kommen nur dumme Ausreden. Sie würden ja auch nichts dafür kriegen und auch keine Pause machen. Hinzu kommt das mein Mitarbeiter nicht mit mir zusammenhält, sondern sich wie der Chef aufführt und seinen Frust immer an mir ablässt. Ich soll mein ‚Gehirn benutzen‘ oder ‚endlich mal nachdenken‘. Selbst wenn ich mal was richtig mache, ist es auch falsch.

Auf Hygiene wird bei uns im Jugendzentrum auch nicht geachtet: Es werden Burger verkauft, die oft schon über einen Monat über’s Verfallsdatum sind. Als ich meine Vorgesetzten drauf angesprochen habe, weil ein Kind sich beschwert hatte, dass das Fleisch komisch schmecke, wurde nur gesagt, es sei doch noch gut und eingefroren ginge das schon. Dem Kind wurde erklärt, dass der Geschmack aufgrund der verschiedenen Hersteller entstehen würde. Das stimmt aber nicht, denn es war der gleiche Hersteller wie immer.“

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