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Ein Interview in der SDAJ-Zeitschrift POSITION:

14. April 2016

Barrieren für das gemeinsame Lernen aus dem Weg räumen

Wie ist es, an einer Schule zu sein, die sich selbst als inklusiv bezeichnet? Um das zu erfahren haben wir mit Paul aus Kassel gesprochen. Er geht in die 10. Klasse an der offenen Schule Waldau (OSW).

POSITION: Was genau bedeutet es, wenn sich deine Schule als „inklusiv“ bezeichnet?

Paul: Konkret heißt das, es gibt in jedem Jahrgang eine Klasse, in der auch 1-3 SchülerInnen mit Beeinträchtigungen, körperlicher oder geistiger Art, unterrichtet werden. Dort gibt es dann eine zusätzliche Lehrkraft für diese SchülerInnen und, wenn der Bedarf dafür gegeben ist, auch noch zusätzliche Alltagsbegleiter, die den entsprechenden Schülerinnen zur Seite stehen. Letztendlich ist es dann so, dass die SchülerInnen mit Beeinträchtigung zwar mit in der Klasse sitzen, aber unterschiedliche Aufgaben bearbeiten, eben die, die sie bewältigen können.

POSITION: Wie wird dieses Schulmodell angenommen? Wie ist die Stimmung unter den Schülerinnen?

Paul: Naja, es ist verschieden. Es gibt SchülerInnen mit Einschränkungen, die relativ gut sozial anerkannt sind. Es gibt aber auch SchülerInnen, da merkt man, dass sich nicht genug gekümmert wird, dass sie nicht richtig aufgenommen werden. Es funktioniert eben nach dem Prinzip: entweder es klappt mit dem sozialen Anschluss oder nicht. Im schlimmsten Fall geht das bis hin zu Mobbing. Und gegengesteuert wird auch nicht groß. Die Lehrer kriegen oft nichts mit und die Alltagsbegleiter sind ja auch nicht immer da. Und in der SchülerInnenvertretung (SV) sind die SchülerInnen mit Beeinträchtigung auch nicht vertreten.

POSITION: Wird der Titel „ inklusive Schule“ auch zur Außerdarstellung, als Werbung für die Schule genutzt?

Paul: Klar, die Schule wirbt schon damit. Die OSW ist eine staatliche Schule, eine integrierte Gesamtschule, und außerdem Versuchsschule des Landes Hessen, darüber wird das Alles finanziert und deshalb geht das. Ich denke, für die Eltern, die sich über verschieden Schulen informieren, spielt es schon eine Rolle wenn sie lesen, dass hier Inklusion betrieben wird. Das klingt erst mal gut.

POSITION: Und funktioniert es? Wird der Vorsatz der Inklusion deiner Meinung nach richtig umgesetzt?

Paul: Eigentlich nicht. So, wie unser Schulsystem ist, mit all dem Stress und Lerndruck, ist es ja schon für Menschen ohne Beeinträchtigung nicht immer leicht. Gerade im sozialen Bereich läuft dann oft einiges schief. Inklusion kann nicht funktionieren, wenn alles auf Konkurrenz angelegt ist. Dann ist es doch klar, dass es meistens zum Schaden der Schwächeren geht und das sind dann eben die SchülerInnen mit Beeinträchtigungen. Auch die Art, wie gelernt wird, ist nicht gerade hilfreich. Momentan ist das klassischer Frontalunterricht, bei dem die SchülerInnen mit Beeinträchtigung mit drin sitzen. Trotz zusätzlicher Unterstützung müssen sie andere Aufgaben bekommen, weil sie sonst nicht mitkommen. Es ist ein Problem, dass der Unterricht so gestaltet ist, dass viel Förderung notwendig ist, um ihm folgen zu können. Und das betrifft nicht nur die SchülerInnen mit einer Behinderung. Es wird hier der zweite Schritt vor dem ersten gemacht: es werden einfach alle gemeinsam in eine Klasse gesetzt und dann wird gehofft, dass schon alles gut wird. So ist das aber doch kein gemeinsames Lernen. Man könnte und müsste viel mehr in Richtung Projektarbeit und kleineren Arbeitsgruppen gehen, dann können wir alle auch voneinander lernen.

POSITION: Und warum wird das nicht gemacht?

Paul: So einfach würde das auch nicht gleich funktionieren. Als allererstes müssten Schritte gegangen werden, um die Klassengemeinschaft zu stärken. Das, was es da bisher gibt, das reicht einfach nicht. Keine gemeinsamen Projekte, keine Diskussionen zum Thema Inklusion oder Behinderung. Das ist ja auch nicht Teil des Konzeptes. Es soll ja eben explizit nicht versucht werden SchülerInnen mit Beeinträchtigung durch eine Sonderbehandlung zu integrieren, sondern sie als etwas ganz Normales, Selbstverständliches anzunehmen. Doch nur, weil man sich das so überlegt, funktioniert es nicht automatisch. Niemand kommt aus einem luftleeren Raum in die Schule. Auch meine MitschülerInnen und ich haben schon Vorurteile gehört und bringen gewisse Einstellungen mit. Und die sind eben nicht immer: Klar, Behinderung ist ganz normal. Es sollte deshalb Zeit für die Klassengemeinschaft geben, um einander kennen zu lernen. Und wenn das geschafft ist, wenn auch Vorurteile überwunden sind, dann kann man wirklich gemeinsam Lernen. Doch das ist im aktuellen Schulsystem, auch an unserer Schule, nicht vorgesehen.

Das Interview führte Tatjana, Rostock

Der Artikel ist aus der POSITION #2-16. Du kannst unser Magazin ab 10€ im Jahr abonnieren. Oder Du lässt Dir erst einmal eine Ausgabe zuschicken. Schreib uns einfach eine Mail an position@sdaj-netz.de

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DDR Kabinett Bochum

In Trauer um unseren Freund und Genossen Klaus Steiniger

Mit großer Trauer erfuhren wir, dass unser langjähriger Freund und Genosse, Klaus Steiniger, vergangene Nacht für immer von uns gegangen ist. Er hat mit dem „RotFuchs“ unschätzbares geleistet und stand uns beim Aufbau des DDR-Kabinett-Bochum, von Anfang an, als geduldiger und guter Ratgeber zur Seite. Sein Kampf gegen die Delegitimierung der DDR und sein Eintreten für die Einigung innerhalb der sozialistischen und kommunistischen Bewegung wird für Generationen Bestand haben. Lieber Klaus, wir werden unsere Arbeit in Deinem Sinne fortsetzen!

Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

 

Klaus Steiniger wurde am 28. Dezember 1932 in Berlin geboren. Als Sohn des kommunistischen Rechtsanwalts jüdischer Abstammung Peter Alfons Steiniger wurde Klaus durch die deutschen Faschisten 1943 vom Gymnasium verwiesen und zahlreiche seiner Verwandten wurden im Vernichtungslager von Auschwitz ermordet. An seinem 16. Geburtstag trat er 1948 in West-Berlin in die SED ein. Nach der Übersiedlung in den Osten der Stadt studierte er Jura und war als Staatsanwalt, Bürgermeister und Redakteur des Deutschen Fernsehfunks tätig. Nach der Promotion wechselte Klaus 1967 in das Ressort Außenpolitik des Zentralorgans der SED „Neues Deutschland“, dessen Redaktion er bis 1992 angehörte. 1998 war er Mitbegründer der Zeitschrift RotFuchs, deren Chefredakteur er bis zu seinem Tode war und Autor zahlreicher Bücher.

In Würdigung seines großen Lebenswerkes, ein Leitartikel von Klaus Steiniger aus der RotFuchs-Ausgabe Dezember 2013:

Über Junge und Alte

Wir Alten aus dem Osten, welche – die Zeit der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung nach 1945 nicht mitgerechnet – vier Jahrzehnte lang durch die Wissen, Erfahrung und Klassenbewußtsein vermittelnde Schule der DDR gegangen sind, setzen bei anderen oftmals Dinge voraus, die sie gar nicht kennen können. Nicht nur bei den meisten älteren Landsleuten aus dem Westen, die während der gleichen 40 Jahre ohne Unterlaß im „schwarzen Kanal“ der kapitalistischen Medien gebadet wurden und dadurch zwangsläufig ein Zerrbild der DDR-Wirklichkeit verinnerlicht haben, sondern auch bei weitaus Jüngeren und ganz Jungen aus östlichen Breiten. Wahrheiten, die in der DDR jeder Oberschüler erfuhr, kommen ihnen begreiflicherweise wie böhmische Dörfer vor. Solide politische Bildung ist längst auch zwischen Chemnitz und Rostock zur Mangelware oder gar zum Fremdwort geworden.

Die Marxschen Erkenntnisse, daß alle menschliche Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, daß jeder Staat nur als Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse und das Recht als deren zum Gesetz erhobener Wille zu betrachten sind, wurden in der guten alten DDR in jeder Volkshochschule vermittelt. Es handelte sich also keineswegs nur um theoretische Abstraktionen für eine „Parteielite“, sondern um gesellschaftliches Wissen, das sich Millionen Menschen erschloß.

Die inzwischen 20- bis 30jährigen, die heute im Osten lernen oder studieren, arbeiten oder ohne Job dastehen, haben von solchen Grundwahrheiten nie etwas gehört – es sei denn, sie kommen aus Elternhäusern, wo der wissenschaftliche Sozialismus noch eine Heimstatt besitzt.

In Gesprächen mit jungen Leuten auch aus dem eigenen Umfeld habe ich immer wieder feststellen müssen, daß die DDR – der trotz seiner Defizite und des Debakels am Ende beste Staat in der deutschen Geschichte – für sie so lange zurückliegt wie für uns der Große Deutsche Bauernkrieg. Begegnen sie aber aussagefähigen und an Bord gebliebenen Zeugen aus sozialistischen Tagen, empfinden sie die Schilderung des Geschehens nicht selten als regelrechte Offenbarung.

Vom Jahrgang 1932, habe ich ähnliche Erfahrungen mit Ereignissen vor „meiner Zeit“ sammeln können. Obwohl kurz vor der Machtauslieferung an die Hitlerfaschisten – also noch in der Weimarer Republik – geboren, empfinde ich diese bis heute als eine „relativ weit zurückliegende Etappe“ der deutschen Geschichte, vom 1. Weltkrieg, der erst 14 Jahre zuvor sein Ende gefunden hatte, ganz abgesehen.

Solcherlei sollten wir uns stets vor Augen führen, wenn wir in die Gefahr geraten, der Unwissenheit nachfolgender Generationen mit dem Hochmut von Wissenden zu begegnen. Und noch etwas wäre da zu beachten: Weniger ist oft mehr. Es bringt keinen Nutzen, mit der Fülle eigener Kenntnisse und Erkenntnisse über Jüngere herzufallen. Einfühlsame Schilderungen von Wahrgenommenem, bei denen nicht nur an den Kopf appelliert werden sollte, wecken weit eher Interesse als belehrende Monologe.

In einer glitzernden und gleißenden kapitalistischen Kulissenwelt, der gegenüber die schlichte Solidität der DDR scheinbar grau in grau war, ist das durchaus keine leichte Aufgabe. Hinzu kommt die Übermacht alter und neuer Medien, die zum Verzicht auf Tiefgründigkeit und inhaltliche Werte auffordern. Die „gebildete Nation“, wie man die DDR-Bürger – obwohl das keineswegs alle betraf – einst mit gutem Grund nannte, ist längst Vergangenheit.

Dennoch sollte man nicht daran zweifeln, daß uns künftige Generationen darum beneiden werden, den vorerst einzigen ausbeutungsfreien, im Ansatz bereits sozialistischen Abschnitt der deutschen Geschichte selbst erlebt und mitgestaltet zu haben. Wenn ich in der Endphase meines Lebens dessen Glückssträhnen – von ganz Persönlichem abgesehen – benennen sollte, fiele mir zweierlei ein: In diesem Monat sind es bereits 65 Jahre her, daß ich – gerade 16 – in Westberlin der Partei des solidarischen Händedrucks zwischen dem Kommunisten Wilhelm Pieck und dem Sozialdemokraten Otto Grotewohl beigetreten bin. In all dieser Zeit habe ich die Reihen organisierter Marxisten nie verlassen. Erwähnen möchte ich auch die Tatsache, daß ich mit der Übersiedlung nach Ostberlin 40 Jahre Bürger der Deutschen Demokratischen Republik sein durfte.

Bei deren Gründung im Steinsaal des späteren Hauses der Ministerien war ich unter jenen, welche das historische Ereignis von den Zuschauerplätzen aus verfolgen konnten, mit Sicherheit der Jüngste. Niemals hätte ich mir in dieser Sternstunde der Geschichte unseres Volkes vorstellen können, daß unter BRD-Ägide ausgerechnet in Karlshorst, wo Hitlers später gehenkter Feldmarschall Keitel im Mai 1945 vor Stalins Heerführer Shukow kapitulieren mußte, einmal staatlich geschützte Plakate der legalen Faschistenpartei NPD zu deren Einzug ins Bundesparlament aufrufen würden. Während die DDR für Deutschland Ehre einlegte, schändet die BRD Tag für Tag dessen Namen.Auch deshalb war die Zerschlagung der DDR die größte Niederlage des Antifaschismus und der Arbeiterbewegung auf deutschem Boden.

Kehren wir zum Ausgangspunkt der Betrachtung zurück. Es gilt Verständnis dafür aufzubringen, daß Jüngere und Heranwachsende völlig anderen Einflüssen ausgesetzt sind und unter mit den unseren absolut unvergleichbaren gesellschaftlichen Bedingungen aufwachsen.

Wir haben auf Redliche, denen der konterrevolutionäre Sieg und der Schmerz über eigenes Versagen in kritischer Stunde vorübergehend den klaren Blick nahmen, keine Steine geworfen. So müssen wir auch jenen, die von den uns „heiligen Kühen“ gar nichts wissen können, mit Fairneß und Geduld begegnen. Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund, was keineswegs mit Tatenlosigkeit gleichzusetzen ist. Prinzipienfestigkeit und Toleranz gehören für uns zusammen.

Als im Herbst 1989 Wankelmütige und Abdriftende das Schicksal von SED und DDR besiegeln halfen, versammelten sich Abend für Abend Tausende vor dem Berliner ZKGebäude der Partei. Sie forderten Auskunft und warteten auf ein Hoffnungssignal. Fahnen und Spruchbänder waren in der Menge zu sehen. Für einen Augenblick erfaßte die Fernsehkamera auch das von einem kleinen Jungen emporgehaltene Schild. Auf ihm stand von Kinderhand geschrieben: „Denkt auch an mich!“ Sein Träger war, wie ich dann am Bildschirm erfuhr, mein jüngster Sohn. Der ist inzwischen 33. Sein um 11 Jahre älterer Bruder, der ihn damals geschultert hatte, arbeitet seit etlichen Jahren als Internet-Redakteur bei der „jungen Welt“. Zwei ihrer Geschwister und deren Lebenspartner bekennen in der Linkspartei Farbe. Dieser Tage sagte der Jüngste fast beiläufig zu mir: „Es ist wohl an der Zeit, daß ich mich kommunistisch organisiere.“

So nimmt die Zahl der Nachwachsenden, die uns verstehen und zu uns stoßen, allmählich wieder zu. Tun wir etwas dafür!

Dr. Klaus Steiniger

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7. April 2016

Vom 13. bis zum 16. Mai 2016 ist es wieder so weit: statt einem bundesweiten Festival der Jugend organisieren wir von der SDAJ alle zwei Jahre vier verschiedene Pfingstcamps. Wir wollen mit euch zusammen feiern, uns in die Sonne legen, diskutieren, zelten und die Beine ins Wasser, aber den Kopf nicht hängen lassen. Klar: die fehlenden Ausbildungsplätze stressen uns. Uns nerven unsere Zukunftsängste und wir haben keine Lust mehr auf die andauernden Kürzungen im Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsbereich. LehrerInnenmangel und veraltetes Unterrichtsmaterial? Kommt uns irgendwie bekannt vor. Und dass Frauen bei gleicher Arbeit immer noch wesentlich weniger verdienen als Männer ist sowas von … kapitalismusmäßig. Genauso wie die anhaltenden deutschen Waffenverkäufe, Hochrüstung, deutsche Angriffskriege, rassistische Hetze gegen Geflüchtete, prügelnde Polizisten und die großen Ohren und Augen des „Verfassungsschutzes“. Es geht uns super? Joa, abgesehen von so ziemlich allem, auf was es eigentlich ankommt.

Wir denken, in Zeiten wie diesen gibt es mehr als genug Gründe, selber politisch aktiv zu werden. In den Workshops, Podiumsdiskussionen und Vorträgen wollen wir uns mit euch austauschen: Wie kann eine zeitgemäße antifaschistische Strategie aussehen? Wie siehts aus mit der Stellung der Frau im Kapitalismus? Warum ist es sinnvoll, für eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich einzutreten? Und wie können wir effektiv gegen Rüstungsindustrie und Kriegslobby vorgehen? Aber neben dem reichhaltigen inhaltlichen Programm gibt’s auch stabile Musik, nice künstlerische Workshops, genug Leute mit Lust auf Sport und sicherlich auch mal Zeit zum Nichtstun. Das konkrete Programm findet ihr (wenn nicht schon jetzt, dann in Kürze) auf den einzelnen Pfingstcamp-Seiten – am Besten ihr schreibt einfach gleich unseren GenossInnen vor Ort, wie es aussieht mit den Karten und der Anfahrt und … kommt vorbei! Einfach vorbeikommen ist kostenlos! Die Kosten für Tickets (inkl. Übernachtungen und Essen) findet ihr bei den Camps – am Geld solls aber nicht scheitern.

Bildschirmfoto 2016-04-07 um 12.11.31Nordcamp: In Kiel am Strand. Karten: 25-35€.

 

 

 

 

 

12507164_1257840677565844_2148123503724857314_nOstcamp: Waldbad Königssee. Karten: 25-35@€.

 

 

 

 

Süd2Westcamp: Bei Münster. Karten: 15-20€.

 

 

 

 

10402835_588501814652500_8309184907486857321_nSüdcamp: Am Marbachstausee (Odenwald). Karten: 25-30€.

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Teil 1

Teil 2

Teil 3 und Schluss:

Keine Kompromisse mit den Herrschenden

Außerparlamentarische Bewegungen wie Blockupy oder die Kampagne gegen TTIP sind wichtiger als alle Sitze in irgendeinem Parlament, das ist uns klar. Und Genossinnen und Genossen der Partei Die Linke (PdL) waren und sind auch vor Ort Bündnispartner im direkten Kampf gegen diese Politik. Wir haben aber in den vergangenen Jahren auch gesehen, dass sich die Versuche mehren, die Linke auf den Kurs der Regierungsbeteiligung zu bringen und dafür alle Positionen über Bord zu werfen, die dem im Wege stehen, sei es etwa in der Friedensfrage oder in der Frage des Bleiberechts für Alle. Mit Positionen, die den Herrschenden im Wege stehen, kommt man eben nicht an die Regierung. Diese Entwicklung wird von der Parteispitze selbst forciert.

Ein warnendes Beispiel sind all die Fälle, in denen es die Linke schon zur Regierungsbeteiligung auf der Ebene der Bundesländer gebracht hat. Da wurden Sozialabbau und Privatisierungen mit getragen und mit umgesetzt oder da lässt der linke Ministerpräsident Thüringens auch im Winter abschieben. Von einer linken Regierungsbeteiligung haben wir also rein gar nichts zu erwarten, immer weniger aber auch von einer Linkspartei in der Opposition. Mit der geplanten Kandidatur der DKP zur Bundestagswahl 2017 wird es die Möglichkeit geben, für eine solche garantiert konsequente Opposition zu stimmen.

Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn wir den Stand der Klassenkämpfe in Deutschland und die Kräfte des Widerstands analysieren, dann gehört dazu natürlich auch eine Einschätzung unserer Rolle als SDAJ. Natürlich ist das Widerstandspotential in der BRD insgesamt noch unterentwickelt, aber immer wieder gerät die bürgerliche Herrschaft in neue Krisen und immer wieder zeigen sich dort auch Ansätze eines schnellen Anstiegs von Protestpotential. Unsere wichtigste Aufgabe ist es solche Ansätze ausfindig zu machen, herauszufinden an welchen Punkten Wut in Protest und Widerstand umschlagen kann und diesen Prozess zu befördern.

Widerstand in Betrieb und Gewerkschaft bündeln

In den letzten Jahren haben wir schwerpunktmäßig versucht uns in der Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit weiterzuentwickeln und mit unserer Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“ versucht betriebliche Kämpfe zu entfachen, bzw. zu unterstützen. Vor dem Hintergrund, dass der Anteil an Arbeiterjugendlichen im Verband relativ gering war und es nur in wenigen Gruppen kollektive Erfahrungen mit betrieblichen Auseinandersetzungen gab, war die Kampagne ein großer Schritt nach vorne für den Verband. Mehr Gruppen haben sich auch dauerhaft einen betrieblichen Schwerpunkt gesetzt, an dem kontinuierlich gearbeitet wird und der Anteil an Arbeiterjugendlichen im Verband ist gestiegen. Unsere AJP-Aktiventreffen wachsen weiter und es gibt erste Branchentreffen mit Unterstützung der DKP.

Unter linken Jugendorganisationen ist unsere Orientierung auf Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit noch immer ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist auch der Hintergrund davon, dass unsere Kampagne uns vielerorts den Kontakt zu Gewerkschaftsjugendlichen verbessert hat. Unser Jugendkongress in Köln hat bereits gezeigt, dass es eine nicht zu vernachlässigende Zahl an Jugendlichen gibt, die ein Interesse daran haben mit uns über unsere Orientierungen in einzelnen Auseinandersetzungen zu diskutieren. Darauf müssen wir in der nächsten Zeit aufbauen, das ist der Hintergrund unserer Orientierung auf Netzwerke kämpferischer Gewerkschafter. […]

Selbstorganisiert in konkrete Kämpfe gehen

Liebe Genossinnen und Genossen,
wenn wir über die organisationspolitische Entwicklung unseres Verbandes reden, dann kommen wir mit Hinblick auf die letzte Legislatur vor allem um eins nicht herum, unser Festival der Jugend. Als wir beschlossen haben das Festival zu Gunsten des Pressefests um ein Jahr nach hinten zu verlegen, hat die DKP uns zugesichert, das Festival ihrerseits nach Kräften zu unterstützen. Als Patrik Köbele, der Parteivorsitzende der DKP, uns gegenüber davon sprach, dass das Festival der Jugend doppelt so groß werden müsse wie das zuvor, hielten wir das für einen netten, aber unrealistischen Wunsch. Aber der Verband hat gezeigt, was er schaffen kann, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit über 650 Dauergästen und über 1500 Besuchern ist es uns tatsächlich fast gelungen, die Größe des Festivals zu verdoppeln. Nicht nur das, auch unsere riesige Programmauswahl konnte sich sehen lassen und die Diskussionen haben gezeigt, dass wir am Puls der Zeit liegen und nicht einfach abgehoben unsere Meinung verkünden. Besonders deutlich hat sich das auch im Zuge unserer Bündnispolitik gezeigt. Ich halte es für einen riesigen Schritt nach vorne, dass wir die Naturfreundejugend NRW als Partner für das Festival gewinnen konnten und insgesamt über 30 Gruppen das Festival unterstützt haben.

Wichtiger noch als die klassische Bündnisarbeit ist es für uns aktuell die Einheit der Klasse herzustellen. Wenn wir ehrlich sind, ist der Großteil der Jugendlichen eben nicht politisch organisiert und tummelt sich auf Bündnistreffen. Gleichzeitig sind auch diejenigen, die ein erhöhtes Interesse an politischer Theorie und Praxis zeigen, nicht immer bereit, sich gleich einem marxistischen Jugendverband anzuschließen. Was wir deshalb vermehrt brauchen, sind Angebote zur Selbstorganisation von Jugendlichen für konkrete Kämpfe. In einigen Städten gibt es bereits entsprechende Erfahrungen im Antifa-Bereich. Im Zuge der vorgeschlagenen Kampagne ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, offene Antikriegstreffen zu etablieren, in denen wir gemeinsam mit anderen Jugendlichen antimilitaristische Aktionen planen und durchführen. Für unorganisierte Jugendliche sollen sie die Möglichkeit bieten, die Angst vor Krieg und Terror in Wut und Widerstand gegen die herrschende Politik umzumünzen.

Weltweit die Gegenwehr stärken …

Wie Widerstand im fortgeschrittenen Stadium aussehen kann, konnten 25 SDAJler letzten Sommer bei ihrer Reise nach Griechenland erfahren. Mit am eindrücklichsten in Erinnerung geblieben ist unseren BrigadistInnen die Arbeit der KKE und KNE in den Massenorganisationen, von denen die PAME sicherlich die beeindruckendste ist. In der Frage, wie es gelingen kann gemeinsam mit allen Betroffenen dort Widerstand zu leisten wo man lebt und arbeitet, können uns die griechischen GenossInnen ein großes Vorbild sein. Die Volksbündnisse stehen nicht nur an vorderster Front gegen die Austeritätspolitik von Troika und griechischer Regierung, sie sind auch die Keimzelle für die Selbstorganisation des Volkes im Sozialismus. […]

… heißt vor Ort die SDAJ stärken

Liebe Genossinnen und Genossen,
wenn wir noch einen engeren Blick auf die organisationspolitische Entwicklung unseres Verbandes in den letzten 2,5 Jahren richten wollen, gilt es auch zu bewerten, welche der beschlossenen Maßnahmen wir wie erfolgreich umsetzen konnten. Zentral haben wir uns vorgenommen, einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung unserer Landesverbände zu richten. In diesem Sinne ist es mir eine riesige Freude, unseren jüngsten Landesverband, den LV Ost, im Verband willkommen zu heißen.

[…] Die POSITION hat sich in den letzten Jahren inhaltlich und optisch stark weiter verbessert. Insgesamt stecken viele Genossinnen und Genossen viel Zeit und Herzblut in die Erstellung jeder einzelnen Ausgabe. […]

Wenn wir über die Entwicklung unseres Verbandes reden, dürfen wir nicht vergessen, dass wir einen starken Partner an unserer Seite haben, die Deutsche Kommunistische Partei. Sie ist nicht nur deshalb unser wichtigster Partner, weil sie auf gleicher weltanschaulicher Grundlage den Klassenkampf generationenübergreifend organisiert, sie ist auch ganz praktisch einer der wichtigsten Hebel zur Stärkung der SDAJ. […]

Dem Imperialismus eine Absage erteilen

Liebe Genossinnen und Genossen,
vor uns liegen große Aufgaben und stürmische Zeiten. Bei aller angebrachten Bescheidenheit können wir doch konstatieren, dass wir stärker geworden sind. Wir sind besser organisiert, haben einen größeren Teil an Aktiven im Verband und konnten auf mehr Jugendliche als noch vor zwei Jahren ausstrahlen. Ein weiter Weg liegt noch vor uns und er scheint umso größer vor dem Hintergrund der sich vollziehenden Rechtsentwicklung. Doch offenbart sich gleichzeitig für die Krisenhaftigkeit dieses Systems, zweifeln immer mehr Menschen daran, dass der Kapitalismus ihre Probleme lösen kann. Das bietet Möglichkeiten für uns, die wir nutzen müssen. In diesem Sinne stimmen wir ein in die Kämpfe der Jugendlichen aller Welt, die dem Imperialismus eine Absage erteilen:

•In Kuba, wo die Befreiung der Cuban 5 gelang
•In Syrien, wo sich die Jugend gegen imperialistische Angriffe von allen Seiten verteidigt
•In Griechenland und Portugal, wo die Arbeiterklasse immer wieder mit riesigen Streiks und Demonstrationen daran erinnert, welche mächtigen Waffen wir haben, wenn wir organisiert handeln
•Und auch in Deutschland, wo sich die Streikbereitschaft erhöht, wo Menschen immer mehr an der Kriegspropaganda der Medien zweifeln und sich bei TTIP und in der Flüchtlingspolitik Bruchstellen zeigen, an denen wir ansetzen können.

Dieses System hat uns nichts zu bieten. Es hält uns in Ausbeutung, es verbaut uns die Zukunft, es droht uns mit Armut, es schickt uns in den Krieg! Und wenn wir uns in der BRD und auch weltweit erst noch zusammenschließen und lernen, wie wir kämpfen müssen: Der Imperialismus wird nicht das Ende der Geschichte sein.

Nieder mit dem Kapitalismus – Die Zukunft muss sozialistisch sein!

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Hier haben wir den ersten Teil des Referats des neuen Bundesvorsitzenden der SDAJ auf deren 22. Bundeskongress veröffentlicht: SDAJ: Referat auf dem 22. Bundeskongress, Teil 1 . Es folgt Teil 2 des Referats:

Schulen leiden unter Sparpolitik und Geschichtsfälschung

Für die lernende Jugend bedeutet der Angriff des Kapitals, dass es ständig Verschlechterungen im Bildungsbereich gibt. Durch Sparmaßnahmen werden unsere Schulen und Unis kaputtgespart. Allein in NRW fehlen 2,4 Milliarden Euro für Baumaßnahmen in Schulen. Um weiteres Geld zu sparen, lassen sich die Schulen dann gerne auch mal von Konzernen sponsern, was diese nutzen, um ihre Inhalte in die Köpfe der Schüler zu bringen. Und immer wieder kommt auch die Bundeswehr, um für ihre Kriege zu werben. Doch nicht nur die Bundeswehr und Konzerne wollen uns ihre reaktionären Inhalte eintrichtern: auch der Staat selbst fördert das. Das zeigt sich in Umdeutungen der Geschichte nach der Deutschland dann bspw. in den ersten Weltkrieg geschlafwandelt sei, oder indem die DDR als Unrechtsstaat abgestempelt wird, während ihre Errungenschaften keine Rolle spielen.

Rassistisches Klima stoppen – aber wie?

Der zugespitzte Klassenkampf von Oben, wie wir ihn momentan erleben, drückt sich ideologisch in einer verschärften Rechtsentwicklung aus. Allen voran gewinnen gerade AfD und PEGIDA immer mehr Anhänger, aber auch die offen militante Naziszene schafft es, sich bei ihnen zu verankern.

Sie schaffen es, einen Teil der Menschen zu erreichen, die die Widersprüche des Kapitalismus besonders zu spüren bekommen. Sie lenken deren Protestpotenzial in Hetze gegen Flüchtlinge um. Außerdem haben sie eine Alibifunktion für reaktionäre Flüchtlingspolitik, sodass problemlos die flüchtlingsfeindlichen Asylpakete I und II verabschiedet werden konnten. So tragen sie insgesamt zur Rechtsentwicklung in Deutschland bei.

Viele Antifa-Gruppen reagieren auf diese Entwicklungen, indem sie feuerwehrartig von einem Nazi-Aufmarsch zum nächsten rennen. Das kann langfristig keine effektive Strategie gegen die kontinuierliche Massenmobilisierung der Rechten sein. Unsere Aufgabe ist es, sich mit allen zusammen zu schließen, die bereit sind, sich gegen Rassismus, Krieg und Krise zu stellen. Wir müssen klar machen, warum es in unserem objektiven Interesse ist, gegen Faschisten zu kämpfen. Konsequenter Antifaschismus muss auch die Interessen der Werktätigen verteidigen und gerade darüber die Menschen gegen Pegida, AfD und Co auf die Straße zu bekommen.

Kriegstreiber und Bundeswehr sind keine Perspektive!

Währenddessen versucht die Bundeswehr die aktuelle Situation für sich zu nutzen. Sie propagiert das ideologische Bild eines starken Deutschlands und profitiert von der Angst der Bevölkerung vor Terrorangriffen. Gleichzeitig will sie die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen ausnutzen, um Nachwuchs für ihre Kriegseinsätze anzuwerben. Dazu dienen groß angelegte Werbekampagnen wie die zu ihrem 60. Geburtstag. Die Bundeswehr soll dabei als sicherer Arbeitgeber mit Karrierechancen etabliert werden. Dabei werden die Auslandseinsätze und ihre Gefahren in den Hintergrund gerückt. In ihren Werbekampagnen wird nicht erwähnt, dass die Bundeswehr in mittlerweile 20 Auslandseinsätzen aktiv ist. Nicht nur in Syrien, Mali oder Afghanistan sondern zum Beispiel auch in Somalia, Sudan und im Kosovo. Bis 2015 sind schon 106 Soldaten bei Auslandseinsätzen gestorben. Sehr viele kommen verwundet oder traumatisiert zurück.

Laut der Shell Jugendstudie haben Jugendliche ein widersprüchliches Bewusstsein gegenüber der Bundeswehr. Einerseits gibt es grundlegende Skepsis gegenüber Militäreinsätzen, konkrete deutsche Einsätze finden sie dann aber doch gut. Es ist unsere Aufgabe, mit der Kampagne das Bewusstsein zu verbreiten, dass Kriege der Bundeswehr niemals in unserem Interesse sind und dass wir immer gegen ihre Kriegseinsätze kämpfen müssen. Wenn wir für mehr Ausbildungsplätze, die außerdem noch gut bezahlt werden, kämpfen, können wir so den Jugendlichen wieder eine Perspektive geben und der Bundeswehr den Nachwuchs abgraben.

Widerstand gegen die Kriegspolitik stärken

Denn es gibt auch immer wieder Widerstand gegen die Politik der Herrschenden. Gegen den Einsatz der Bundeswehr in Syrien gingen wieder deutlich mehr Menschen auf die Straße als noch gegen den NATO-Angriffskrieg gegen Libyen. Und das, obwohl laut Umfragen eine Mehrheit für diesen Einsatz ist, wohl auch vor dem Hintergrund der verlogenen Begründung, es ginge hier nach den Terroranschlägen von Paris um Solidarität mit Frankreich und um die Bekämpfung von Fluchtursachen. Wir sind dagegen mit der Friedensbewegung, aber auch mit einer wachsenden Zahl von Jugendlichen auf die Straße gegangen, um klar zu machen: Fluchtursachen zu bekämpfen heißt die imperialistischen Kriege zu beenden!

Unser Jugendblock auf der Demonstration gegen die Nato-Sicherheitskonferenz im Februar in München hat das laut und kämpferisch nach außen getragen. Damit haben wir ausgestrahlt. Aber es geht uns ja nicht nur um Demos, sondern darum, dass sich Jugendliche kontinuierlich gegen Militarismus engagieren. Darum sind solche Initiativen wie der von unseren Genossen vor Ort unterstützte Arbeitskreis „Schüler gegen Krieg“ der Stadt-SV Nürnberg so wichtig. In den Schulen und Betrieben müssen wir unsere Mitschüler und Kollegen erreichen und mit ihnen darüber diskutieren, warum die Kriege geführt werden, wer hier wen bedroht, in wessen Interesse das alles geschieht und warum es wichtig ist, dass auch sie sich gemeinsam mit uns dagegen wehren.

Gemeinsam für unsere Interessen! Gegen Faschisten und Kapital

Das gleiche gilt für die Frage, wie wir die Rechtsentwicklung stoppen können. Das ist etwas, das wir alle jeden Tag deutlich wahrnehmen können. Die Wahlerfolge der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen sprechen eine deutliche Sprache: wir müssen etwas tun! Und dazu müssen wir so viele Leute wie möglich mitnehmen. Dass das Aussicht auf Erfolg hat, wissen wir nicht nur deswegen, weil wir erklären können, wie wenig die Politik der Rechten mit unseren Interessen zu tun hat, sondern auch, weil wir im letzten Jahr gesehen haben, wie viele bereit waren, auf die Straße zu gehen gegen PEGIDA und Co und damit in vielen Städten auch verhindern konnten, dass sich solche Aufmärsche dort etabliert haben.

Und wir haben gesehen, wie viele Leute sich freiwillig in der ganz konkreten Hilfsarbeit für Geflüchtete engagiert haben und weiter engagieren. Das waren weitaus mehr Menschen, als sie bisher mit einer üblichen Antifa-Nischenpolitik erreicht wurden. Und es zeigt uns deutlich, dass für eine antifaschistische Politik, wie wir sie verstehen, eine die raus kommt aus einer engen Szene und sich an unseren Interessen orientiert, ein großes Potential da ist, das dringend genutzt werden muss.

Wer seine Interessen erkennt, der geht den rechten Rattenfänger nicht mehr so schnell auf den Leim und der wird sich auch nicht mehr erzählen lassen, die imperialistischen Kriege trügen zu Frieden und Stabilität in der Welt bei. Und der wird sich auch nicht mehr sagen lassen, dass er als Kindergärtner oder Kindergärtnerin nicht streiken darf und hier seine Interessen zurückstellen soll. Das haben wir bei der Tarifrunde im Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste im letzten Jahr gesehen. Auch wenn die Ergebnisse das dann nicht widergespiegelt haben, hier herrschte bei den Kolleginnen und Kollegen eine große Kampfbereitschaft, die wir als SDAJ unterstützt haben, wo wir konnten. So machen wir das auch in allen anderen Tarifrunden.

Selber in Aktion kommen und alle mitnehmen

Und wir sind nicht nur solidarisch mit den kämpfenden KollegInnen, wir sind ein Teil der kämpfenden KollegInnen! Wir kämpfen in unseren Betrieben und Gewerkschaften dafür, dass unsere Forderungen konsequent vertreten werden, dass unserem Kampf nicht im letzten Moment am Verhandlungstisch die Spitze abgebrochen wird. Und unsere Aufgabe ist es, alle, die das auch so sehen, denen es nicht reicht, die eigenen Interessen nur den Stellvertretern zu überlassen, zu sammeln und immer wieder gemeinsam aktiv zu werden. Das lohnt sich und dafür gibt es auch Grundlagen, wie bspw. Beschlüsse der Gewerkschaftsjugenden zur Friedensfrage oder zu TTIP zeigen.

Auf solchen Grundlagen ist es dann auch möglich, Kolleginnen und Kollegen für Aktionen zu gewinnen, die über die betriebliche Ebene hinausgehen. Mit unseren Jugendblöcken auf Großdemonstrationen, – wie zuletzt bei der Demo gegen die Münchener Sicherheitskonferenz – bieten wir dafür den Rahmen. Aber bei unseren Mobilisierungen zu den großen Aktionstagen der vergangenen Jahre, zu den Protesten gegen die Eröffnung der EZB in Frankfurt, oder gegen den G7 Gipfel in Elmau haben wir auch organisiertere Auftritte hingelegt und den deutschen Imperialismus offensiver angegriffen. Gleichzeitig war unser Ziel, so aufzutreten, dass solche Demos nicht mehr das Spezialgebiet „autonomer Straßenkämpfer“ bleiben, sondern eine breite Masse Jugendlicher dort gegen die Herrschenden und ihre Politik auf die Straße gehen. Denn die Beteiligung an diesen unterschiedlichen Demos hat gezeigt: die Wut ist groß und die Bereitschaft auf die Straße zu gehen ist da – Widerstand ist machbar – trotz Repression.

SDAJ

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Jan Meier: »Der Kapitalismus hat für die Jugend nichts zu bieten!«

25. März 2016

Am Wochenende vom 19./20. März 2016  hat die SDAJ ihren 22. Bundeskongress in Eschborn bei Frankfurt am Main durchgeführt. Einen Bericht dazu findet ihr z.B. in der UZ – Sozialistische Wochenzeitung. Zu Beginn hat der Bundesvorstand in einem Referat die politische Situation in Deutschland und der Welt eingeordnet und daraus die nächsten Herausforderungen und Aufgaben für den Verband entwickelt. Wir veröffentlichen im Folgenden eine um Zwischenüberschriften ergänzte und leicht gekürzte Version des Referates, das Jan Meier für den Bundesvorstand gehalten hat.

Teil 1

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir halten unseren Bundeskongress in einer politisch hoch brisanten Zeit ab. Vor unseren Augen vollzieht sich eine dramatische Rechtsentwicklung. Konnten die herrschenden Parteien bis zur Flüchtlingskrise rechte Weltanschauungen noch einigermaßen integrieren, formiert sich mit der AfD mittlerweile eine offen rassistische Kraft. Bei den Kommunalwahlen in Hessen und den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt konnte sie durchweg zweistellige Ergebnisse einfahren und stabilisiert sich als drittstärkste Kraft in den deutschen Parlamenten. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl rechter Gewalttaten zu, allein von 2014 auf 2015 ist sie um 40% gestiegen.

Opfer der Rechtsentwicklung sind aktuell vor allem die Flüchtlinge. Sie sind entrechtet, müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und sich vor Gewalt und Brandstiftung fürchten. Und trotz hoch gezogener Grenzen in Europa flüchten die Menschen weiter massenhaft aus Krisenregionen. Sie flüchten vor Krieg, Armut und Naturkatastrophen die v.a. Machwerk des Imperialismus selbst sind.

Imperialismus bedeutet Krieg

Die Lage in der Welt ist mehr denn je geprägt von der stetig wachsenden Aggressivität des Imperialismus, der Zuspitzung der zwischenimperialistischen Widersprüche und der damit einhergehenden gesteigerten Kriegsgefahr.

Gerade zwischen den USA mit seinen NATO-Partnern auf der einen und Russland auf der anderen Seite spitzen sich die Konflikte immer weiter zu. Russland versucht dabei auch selbst eigene Bündnisse zu etablieren, um gegen die NATO bestehen zu können. Das wird in Syrien sehr deutlich. Hier unterstützt Russland die syrische Regierung, während die NATO-Mächte Völkerrecht brechen und an der Seite terroristischer Kräfte stehen. Der Konflikt zwischen Russland und den NATO-Mächten hat sich aber schon vorher in der Ukraine abgezeichnet. Es ist vor allem aggressive Politik der NATO-Staaten, die die Gefahr einer Ausweitung der Kriegsschauplätze gefährlich zuspitzt.

Zur Sicherung von Handelsvorteilen, der Einschränkung des russischen Einflusses und für Extraprofite werden das Paktieren mit Faschisten, der Aufbau von Terrorbanden, das Verwüsten ganzer Landstriche und die Vertreibung von Millionen von Menschen aus ihrer Heimat billigend in Kauf genommen. Entgegen der hiesigen Propaganda ist deshalb auch der russische Einsatz in Syrien anders zu bewerten. Er schafft dringend nötige Spielräume für fortschrittliche Kräfte in dem er auf eine Stabilisierung des Landes statt auf regime change setzt.

Beim Ukrainekonflikt wurde aber auch deutlich, dass es innerhalb der NATO unterschiedliche imperialistische Interessen gibt. Deutschland zieht es vor, es sich nicht völlig mit Russland zu verscherzen. Dagegen haben die USA in Russland nichts zu verlieren und wählen einen noch aggressiveren Kurs.

Dennoch sind gute trans-atlantische Beziehungen für das deutsche Kapital vorerst unverzichtbar. Indem der deutsche Imperialismus im Windschatten der USA mitfährt, springt so für ihn objektiv am meisten heraus. Gleichzeitig ist die deutsche Dominanz innerhalb der EU überdeutlich und langfristig Voraussetzung, um ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen – auch um die Dominanz des US-Imperialismus in Frage stellen zu können. Dafür füllt der deutsche Imperialismus schon jetzt die Lücken, die der ökonomisch schwächelnde US-Imperialismus mehr und mehr hinterlässt und betont verstärkt seine Eigenständigkeit.

Deutsche Großmachtpolitik

Dass die EU mittlerweile zum Instrument des deutschen Imperialismus geworden ist, wird am Beispiel Griechenlands deutlich. Hier waren es v.a. deutsche Banken und Konzerne, die vom Sparkurs gegen die griechische Arbeiterklasse profitierten. Die Situation der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren rasant verschlechtert: jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos und Stundenlöhne unter 3,50€ sind keine Seltenheit. Auf der Griechenlandrundreise im September letzten Jahres konnten wir uns selbst ein Bild davon machen. Wir haben eine Uni besucht, die ein Jahr lang nicht mehr geputzt wurde, weil das Reinigungspersonal gefeuert worden ist; wir haben dort viele junge Erwachsene gesehen, die in Callcentern arbeiten statt in ihrem erlernten Beruf; wir haben mit Schülern gesprochen, die selbst teuren Privatunterricht bezahlen müssen, um ihre Prüfungen bestehen zu können. All das sind auch die Folgen des Memorandums, das die SYRIZA-ANEL-Regierung verabschiedet hat.

Griechenland und auch andere EU-Länder, wie Spanien oder Portugal sind Beispiele wie der Imperialismus seine Krisen zu lösen versucht. Steuergelder in Billionenhöhe, also Geld, das v.a. von der arbeitenden Bevölkerung kommt, werden an die Banken und Konzerne verschenkt, gleichzeitig werden hier wie dort die Löhne gedrückt und Sozialleistungen abgebaut, um so die Verwertungsbedingungen des Kapitals zu verbessern. Darin sind sich die Regierungen und die EU einig. Gleichzeitig kann der deutsche Imperialismus aufgrund seiner relativen Stärke zusätzlich Krisenkosten auf andere EU-Staaten abwälzen, die ihrerseits alles tun, um die Kosten von der arbeitenden Bevölkerung, und das heißt vor allem von der Jugend bezahlen zu lassen. 50% Jugendarbeitslosigkeit fallen nicht vom Himmel! Sie zeigen überdeutlich: Der Kapitalismus hat für die Jugend nichts zu bieten!

Klassenkämpfe spitzen sich zu

Und auch außerhalb Europas ist einiges passiert. Cuba ist es gelungen, die USA zu einem Strategiewechsel zu zwingen. Einer, der der Revolution international mehr Spielräume verschafft. Aber die USA haben ihr Ziel, Cuba wieder zu beherrschen, nicht aufgeben. Und wir wissen aus der Vergangenheit, dass „weiche Strategien“ und Wandel durch Annäherung im Zweifel die gefährlicheren sind. Aber es ist es als riesiger Erfolg der internationalen Solidaritätsarbeit zu werten, dass die Cuban Five endlich freigelassen wurden.

Genossinnen und Genossen,

Gerade an Flüchtlingen kann leicht erprobt werden, was alles an Repression und sozialer Verschlechterung möglich ist. So wird z.B. der Mindestlohn weiter ausgehöhlt, Flüchtlinge werden allgemein als Lohndrücker eingesetzt oder dürfen gar nicht erst arbeiten, sodass sie völlig abhängig vom Staat sind. Diese Maßnahmen werden ausgenutzt, zur Spaltung der Klasse im Allgemeinen, zum Abbau der letzten Reste des Asylrechts, zum Abbau demokratischer Rechte, zum Ruf nach mehr Polizei und Überwachung im Konkreten.

Ängste werden ausgenutzt

Auch die dramatischen Wahlergebnisse der AfD zeigen: wir müssen die komplizierte Situation im Massenbewusstsein noch besser erkennen. Perspektivangst ist beileibe kein Rassismus, kann aber Nährboden dafür sein. Wenn wir die Ängste und Befürchtungen vieler Menschen analysieren, dann müssen wir feststellen, dass dahinter durchaus ein feines Gespür steckt. Natürlich droht unter kapitalistischen Bedingungen die Zuwanderung von hunderttausenden Menschen in unser Land, die Konkurrenz innerhalb der Arbeiterklasse zu verschärfen.

Natürlich ist davon auszugehen, dass auch die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt zunimmt. Die Gefahr von Mietsteigerungen und des Anwachsens von Armutsquartieren ist real. Wenn Menschen befürchten, dass auch in dieser Situation die Lasten über die Kommunen auf sie abgewälzt werden sollen, dann haben sie Recht. Die Verschuldung vieler Kommunen wächst und bürgerliche Politik wird sie als Begründung für Kürzungen, Schließungen, Gebührenerhöhungen und Privatisierung nehmen.
Und noch viel aktueller, in der Tarifrunde des öffentlichen Diensts wird das gegeneinander ausspielen vorexerziert. Die Kommunen werden finanziell mit den Auswirkungen der Unterbringung von Flüchtlingen weitgehend allein gelassen. Schon jetzt müssen die Flüchtlinge herhalten, um die Tarifforderung von ver.di als völlig überhöht zurückzuweisen.

Probleme gehen auf die Politik der Herrschenden zurück

Wir sehen also, dass die Perspektivängste vieler Menschen durchaus eine äußerst realistische Grundlage haben, aber die Verursacher sind eben nicht die Flüchtlinge, sondern die Verursacher der Flucht: das Kapital, seine Politiker, die führenden imperialistischen Staaten. Unsere Aufgabe ist es die Spaltung in Flüchtlinge und Deutsche zu überwinden, indem wir Forderungen aufstellen die Grundlage gemeinsamer Kämpfe sein können. Refugees Welcome ist gut, reicht aber nicht. Nicht selten wird hier Solidarität missverstanden als „Wir geben denen etwas ab“. Wer täglich weniger im Portemonnaie hat, der muss so eine Art Solidarität als weiteren Angriff verstehen. Und diese Angriffe kennen wir aus den letzten Jahren nur zu Genüge:
Es sind Agenda 2010, Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67, Leiharbeit, Werkverträge und Minijobs – sie treffen vor allem uns Jugendliche. Im Zuge der Hartz-IV-Gesetzgebung wurde wieder mal einiges an Sondermaßnahmen für Jugendliche verschärft. Zum Leben reicht Hartz-IV hinten und vorne nicht. Wer nicht unmittelbar eine Ausbildungsstelle findet, muss in diesem Land schauen wo er bleibt.

 

SDAJ

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UZ-Interview mit dem neuen SDAJ-Vorsitzenden

Das Gespräch führte Olaf Matthes |

UZ: Du heißt eigentlich anders, wirst als neu gewählter SDAJ-Vorsitzender aber nur unter Pseudonym auftreten. Warum?

Jan Meier: Es ist Mist, dass ich dazu gezwungen bin. Ich will Lehrer werden, der deutsche Staat hält missliebige Personen aus dem öffentlichen Dienst fern. Natürlich ist es ungünstig, wenn ich als Bundesvorsitzender nicht mit Namen und Gesicht nach außen gehen kann. Daran zeigt sich auch, wie demokratisch dieser Staat in Wirklichkeit ist.

UZ: Euer Bundeskongress hat eine positive Bilanz der letzten zwei Jahre gezogen, gleichzeitig hat die SDAJ kaum neue Mitglieder gewonnen. Wie passt das zusammen?

Jan Meier: Mit unserer letzten Kampagne „Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen!“ haben wir uns eine neue Verankerung in Betrieb und Gewerkschaft erarbeitet. Wir haben neue Kontakte in den Gewerkschaftsjugenden geknüpft, wir haben den Anteil von Azubis, Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeitern an der Mitgliedschaft erhöht. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, Missstände in den Betrieben öffentlich zu machen und zu skandalisieren. Das hieß aber auch, dass wir weniger im Bereich Schülerpolitik aktiv waren. Daher ist das Durchschnittsalter der SDAJ-Mitglieder gestiegen.
Wir konnten zwar unsere Mitgliederzahl kaum steigern, aber die Zahl der aktiven Mitglieder hat sich erhöht, unsere Aktionstätigkeit hat zugenommen. Das ist die Voraussetzung, um offensiv für unsere Positionen zu werben und neue Mitglieder zu gewinnen – die nötigen Schritte haben wir auf dem Kongress beschlossen.

UZ: Der Kongress hat deutlich gemacht: „Raus aus der Szene, ran an die Massen.“ Was heißt das für die antimilitaristische Arbeit der SDAJ?

Jan Meier: Moralische Empörung ist richtig, sie kann ein Ansatzpunkt für Widerstand sein. Sie greift zu kurz, wenn sie nicht mit einem Bewusstsein über unsere eigenen Interessen verbunden ist. Wir wollen in unserer Kampagne klarmachen, dass die große Mehrheit der Jugendlichen ein objektives Interesse daran hat, die deutschen Kriegseinsätze zu beenden und gegen die Militarisierung der Gesellschaft aktiv zu werden. Wir sind diejenigen, deren Schulen vergammeln, denen die Ausbildungsplätze fehlen, die im Kriegseinsatz an der Front ihr Leben riskieren sollen.

UZ: Wie wollt ihr das klarmachen?

Jan Meier: Auf der einen Seite gibt es unter Jugendlichen eine breite Ablehnung von Kriegseinsätzen. Auf der anderen Seite stellt die Shell-Jugendstudie fest, dass die Bundeswehr als Institution eine relativ hohe Anerkennung genießt. Mit unserer Kampagne wollen wir zeigen, dass jeder Cent für Krieg und Militär bei uns fehlt. Wir wollen einfache Möglichkeiten aufzeigen, um selbst gegen Krieg und Militarisierung aktiv zu werden.

UZ: Wie erfolgreich sind denn die Werbekampagnen der Bundeswehr unter Jugendlichen?

Jan Meier: Der Werbeetat der Bundeswehr wird seit Jahren immer wieder um Millionenbeträge aufgestockt. Erstens zeigt das: Die Bundeswehr hat Nachwuchsprobleme. Das spricht dafür, dass viele Jugendliche instinktiv nicht zum Bund wollen, weil sie wissen, dass das Tod oder Traumatisierung bedeuten kann. Aber zweitens geht die riesige Propagandakampagne der Bundeswehr nicht spurlos an den Leuten vorbei.
Wir müssen dagegenhalten und die vorhandene Ablehnung der Kriegspolitik in Widerstand umsetzen. Wir haben beschlossen, Offene Antikriegs-Treffen zu initiieren. Diese Treffen sollen allen offenstehen, die sich aus unterschiedlichen Gründen gegen Krieg und Militarismus engagieren wollen. Sie sollen ein Angebot an diejenigen sein, denen es bis jetzt an einer Form und einer Struktur fehlt, um aktiv zu werden.

UZ: Darin zeigt sich eine Schwäche der Friedensbewegung. Wie sollen sich die Offenen Antikriegs-Treffen von den bisherigen Ansätzen der Friedensbewegung unterscheiden?

Jan Meier: Bei den Protesten gegen den Syrien-Einsatz der Bundeswehr konnten wir feststellen, dass sich wieder mehr Menschen an den Protesten beteiligten – auch Jugendliche. Was wir aber auch feststellen müssen, ist, dass Teile der Friedensbewegung von Jugendlichen als überaltert und von gestern angesehen werden. Das müssen wir ändern.
Die Offenen Antikriegs-Treffen sollen keine Bündnisse von Organisationen sein, denn das kann eine Hürde sein, wenn ich mich als Einzelner engagieren will. Das sollen Treffen sein, zu denen ich einfach hingehen kann, ohne irgendeinen Aufnahmeantrag auszufüllen, einfach nur, weil ich gegen Krieg und Militarisierung bin.

UZ: Antimilitarismus und alltägliche Interessen von Jugendlichen vertreten – wie wollt ihr das in der Arbeit der SDAJ-Gruppen verbinden?

Jan Meier: Das einfachste Mittel, das wir in der Kampagne nutzen werden, ist der Aufruf „Nicht in meinem Namen!“, mit dem wir Jugendliche für eine Unterschrift gegen die Kriegseinsätze der Bundeswehr gewinnen wollen. Das kann der erste Schritt zu mehr sein.
Nehmen wir die aktuelle Situation: Wenn eine Schulsporthalle genutzt wird, um Flüchtlinge unterzubringen, ist es naheliegend zu sagen: Das ist Mist. Wenn Jugendliche prekär beschäftigt sind und sehen, dass über eine Million Flüchtlinge kommen, ist es leicht zu glauben, dass die an der Lage schuld sind. Wir wollen mit möglichst vielen Mitschülerinnen und Kollegen diskutieren, wer die Verursacher der Flucht und der sozialen Misere sind. Wir wollen diejenigen öffentlich anprangern und outen, die an den Kriegen verdienen und in deren Interesse Kriege geführt werden – vor allem die deutschen Banken und Konzerne.
Dabei machen wir deutlich: Krieg, Sozialabbau und Rassismus gehören zum Kapitalismus. Die Profitlogik zwingt Kapital und Bundesregierung zu Kriegseinsätzen, zu Bildungsabbau, zur Verschlechterung unserer Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Dagegen hilft nur Widerstand, letztendlich bis zum Sturz des kapitalistischen Systems. Auch diesen Zusammenhang wollen wir in der Kampagne deutlich machen.

UZ: Die Delegierten waren sich einig, dass SDAJ und DKP enger zusammenarbeiten sollten. Was erwartet ihr von der DKP?

Jan Meier: Als Jugendverband, der sich mit den kapitalistischen Verhältnissen nicht abfinden will, der für eine sozialistische Zukunft kämpft, brauchen wir die kommunistische Partei. Wir brauchen ihre Analysen, wir brauchen ihre jahrzehntelangen Erfahrungen in den Klassenkämpfen unseres Landes, wir brauchen sie als Partnerin auf der Straße in den täglichen Auseinandersetzungen.
Wir brauchen mehr Bildungsangebote der DKP. Wir haben festgestellt: Selbst wenn wir – was wir vorhaben – unsere Bildungsarbeit weiter ausbauen, sind wir nicht in der Lage, ausreichend Angebote zu machen. Wir brauchen die Unterstützung der DKP bei der Gründung und Stärkung neuer SDAJ-Gruppen. Wir brauchen von der DKP klare, marxistisch-leninistische Analysen, die uns helfen, aktuelle Entwicklungen einzuschätzen und Orientierungen für anstehende Kämpfe bieten.

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Vorreiterrolle

 

SDAJ-Kongress beschließt antimilitaristische Kampagne

Von Olaf Matthes

Der 22. Bundeskongress der SDAJ beschloss am vergangenen Wochenende, eine bundesweite antimilitaristische Kampagne unter dem Titel „Stop Wars – Gemeinsam gegen ihre Kriege“ durchzuführen. Die Delegierten werteten die Arbeit der vergangenen Jahre positiv aus und beschlossen neue Ziele für die Arbeit in Schule und Betrieb.

Die bayrische Polizei hatte der SDAJ im vergangenen Jahr eine militärische Disziplin bescheinigt. Das bezog sich auf den SDAJ-Block bei der Demo gegen den G7-Gipfel im vergangenen Juni in Garmisch-Partenkirchen. Polizeibeamte kennen den Unterschied zwischen dem Kadavergehorsam der bürgerlichen Armee und der bewussten Disziplin der revolutionären Organisation nicht. Aber auch die SDAJ selbst schätzt ein, dass sich die Disziplin im Verband in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat: 2015 hatte die SDAJ im Zusammenhang mit der Ausgabe neuer Mitgliedsbücher ihre Organisation analysiert. Das Referat des Bundesvorstandes, das der später zum neuen Bundesvorsitzenden gewählte Jan Meier hielt, fasste zusammen: Die Zahl der Mitglieder sei kaum gestiegen. Der Anteil der Aktiven unter den Mitgliedern sei aber gewachsen. Das spiegele sich auch darin wieder, dass die Aktionstätigkeit des Verbandes zugenommen habe. Gerade die hohe Diszi­plin der Mitglieder mache es dem Verband möglich, einen Beitrag für stärkere Interessenvertretungen zu leisten.

Die rund 140 Delegierten blickten deshalb zu Beginn des Kongresses auf eine positive Entwicklung des Verbandes seit dem letzten Kongress 2013 zurück. Mit der Gründung des „Landesverbandes Ost“ konnte die SDAJ zum ersten Mal überhaupt eine stabile regionale Organisation auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bilden. Das Festival der Jugend 2015 war fast doppelt so groß wie das vorangegangene 2012, auch zu anderen Aktionstagen konnte die SDAJ in den vergangenen zwei Jahren mehr Mitglieder und Sympathisanten mobilisieren.

Mit der beschlossenen Kampagne „Stop Wars – Gemeinsam gegen ihre Kriege“ soll die Verbindung von Interessenvertretung und Widerstand gegen die Kriegspolitik umgesetzt werden – „interessengeleiteteter Antimilitarismus“, die Verbreitung von Klassenbewusstsein unter Jugendlichen aus der Arbeiterklasse, steht im Mittelpunkt. Bereits in der Vergangenheit hatte der Verband die Erfahrung gemacht, dass er der Friedensbewegung Impulse geben kann, wenn er seine Kräfte in einer Kampagne konzentriert. Nun stellt er sich das Ziel, eine „Vorreiterrolle im Bereich Antimilitarismus“ einzunehmen, so der beschlossene Antrag. Die Kampagne soll bereits im Mai starten.

Mit „Outings“ will die SDAJ gegen diejenigen vorgehen, die die militaristische Politik betreiben und von ihr profitieren: Rüstungsunternehmen, militaristische Organisationen, bürgerliche Politiker, militärische Einrichtungen. Von Wandzeitungen bis zu Besetzungen: Mit verschiedenen Aktionen sollen die Kriegstreiber angegriffen werden. Mit einem Aufruf „Nicht in meinem Namen“ will die SDAJ gemeinsam mit Bündnispartnern Unterschriften gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung sammeln. Die SDAJ hat gute Erfahrungen damit gemacht, Auftritte der Bundeswehr in Schulen, bei Volksfesten und auf Ausbildungsmessen zu stören, solche Störaktionen sollen Teil der Kampagne sein. Der Verband hält es für nötig, auch über die vorhandenen Strukturen der Friedensbewegung hinaus Angebote an Jugendliche zu machen, die sich gegen die Kriegspolitik wehren wollen. Er hat daher beschlossen, im Rahmen der Kampagne „Offene Antikriegstreffen“ zu initiieren. Diese Treffen sollen eine Plattform bieten, um antimilitaristische Aktionen zu planen, die Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen zu verbessern und mit mehr Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Die Delegierten begrüßten Gäste ihrer Schwesterorganisationen aus Griechenland (KNE), Portugal (JCP), Spanien (CJC) und Zypern (EDON), außerdem einen Vertreter der Migrantenorganisation DIDF. Patrik Köbele, der Vorsitzende der DKP, betonte in seinem Grußwort, dass die Partei stolz auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der SDAJ sei. Die Handlungsorientierung enthält für die meisten Arbeitsbereiche konkrete Schritte, um die Zusammenarbeit zwischen SDAJ und DKP weiterzuentwickeln.

Die Delegierten beschlossen Maßnahmen, um die Verankerung der SDAJ in Schülervertretungen zu verbessern, die SDAJ will sich in Betrieben und Gewerkschaftsjugenden für eine engere Zusammenarbeit kämpferischer, klassenbewusster Kolleginnen und Kollegen einsetzen. Der Bundesvorstand wird eine Arbeitsgruppe „Frauenpolitik“ einrichten. Die SDAJ will zusätzliche zentrale Schulungen anbieten und die Landesverbände stärker bei eigenen Bildungsangeboten unterstützen, um dem gestiegenen Bedarf nach marxistischer Grundlagenbildung zu begegnen.

Die SDAJ plant, in den nächsten Jahren über eine neue Satzung und in diesem Zusammenhang über das Selbstverständnis der SDAJ zu diskutieren. Die gültige Satzung wurde vor 1989 verabschiedet, sie entspricht nicht der heutigen Lage der SDAJ. Die Diskussionen des Kongresses drehten sich nicht um Kontroversen in grundsätzlichen Fragen, die rund 700 Anträge und Änderungsanträge, die den Delegierten vorlagen, zielten darauf, genaue Einschätzungen und realistische Arbeitsvorhaben zu beschließen.

„Raus aus der Szene, ran an die Massen“ – die Redebeiträge und Beschlüsse des Kongresses machten deutlich, dass die Grenzen der linken Szene, zum Beispiel der traditionellen Antifagruppen und der üblichen linksradikalen Demonstrationen, zu eng seien, um breite und starke Kämpfe zu entwickeln. Einen roten Faden in den Debatten des Kongresses wie in der bisherigen Arbeit der SDAJ bildete der Anspruch, den Widerstand gegen Kriegspolitik und Rechtsentwicklung mit dem alltäglichen Interessen von Jugendlichen aus der Arbeiterklasse zu verbinden. Die SDAJ-Mitglieder sehen die Interessenvertretung in Schule, Betrieb und Stadtteil als ihre zentrale Aufgabe. Das Referat des Bundesvorstandes stellte klar, dass das eine revolutionäre Programmatik erfordert: „50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland fallen nicht vom Himmel. Sie zeigen: Der Kapitalismus hat der Jugend nichts zu bieten.“

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Liebe Genossinnen und Genossen,

1987, beim 9. Bundeskongress der SDAJ sprach ein Genosse anlässlich der Auszeichnung der Sieger des sozialistischen Wettbewerbs um die Stärkung der SDAJ. Er sagte:

„Und wenn Euch heute gewisse Herrschaften in unserem Land von Freiheit und Frieden erzählen, (…) dann vergesst nie die befreiten Gefangenen von Buchenwald. Die Kommunisten unter ihnen haben in ihrem weltberühmt gewordenen Schwur den Kampf für Frieden und Freiheit gelobt, als Leute wie Dregger und Strauß als Hitleroffiziere das Hakenkreuz an der Uniform trugen. Sagt ihnen das ins Gesicht. Wenn wir heute vor Euch stehen, dann nicht, weil Mut, Überzeugungstreue, Kampfbereitschaft etwa das Vorrecht des Alters wären. Nein. Gerade die Jugend ist es, die mit heißem Herzen und spontanem Einsatz für die Wahrheit gegen die Lüge, für das Recht gegen Unrecht, für die Freiheit gegen die Unterdrückung, für die aufsteigende weltbewegende Sache des Sozialismus kämpft.

Die Jugend ist die reinste Flamme der Revolution sagte unser Karl Liebknecht und das gilt heute, wie es zu seiner Zeit gegolten hat. Ihr seht heute um euch eine Welt, die von schreienden Gegensätzen gekennzeichnet ist. Von protzigem Luxus auf der einen Seite, von unmenschlichem Elend auf der anderen. Mercedeswagen hier, Arbeitslose dort. Bankpaläste hier, Obdachlose dort. Überschuss an Weizen und Butter hier, Hungertod und bitterste Not auf der anderen Seite. Ihr wisst und spürt es jeden Tag, jede Kaserne stiehlt Euch die Lehrwerkstätten. Jede Rakete raubt die Mittel für Ausbildungsplätze. Wo ein Bankpalast entsteht, da wird eine Schule nicht gebaut. Wo Plutonium produziert wird, da stirbt die Natur und da sterben später die Menschen. Da sagen die in Bonn Kohle und Stahl hätten keine Zukunft, sie seien Defizitbetriebe. Nun wir nennen den größten Defizitbetrieb unseres Landes beim Namen. Er heißt Wehrmacht Bundeswehr.“

Der, diese Worte gesprochen hat war Emil Carlebach. Blockältester im jüdischen Häftlingsblock des KZ Buchenwald, Mitglied der illegalen Häftlingsorganisation – er gab mit den Aufruf zur Selbstbefreiung von Buchenwald.

Außer das Strauß und Dregger und leider auch unser Genosse Emil Carlebach tot sind, haben diese Worte kaum etwas an Aktualität verloren. Leider sogar manches dazugewonnen. Ich war damals Delegierter des Kongresses. Hätte mir jemand erzählt, dass wenige Jahre später die Bundeswehr sich wieder an Angriffskriegen beteiligt, hätte mir jemand vom Szenario der Hartz-Gesetze erzählt, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Und ihr müsst heute erleben, wie die Kriegsministerin eine neue offensive Hochrüstung plant und uns dafür in den nächsten Jahren zusätzlich zum Rüstungsetat 130 Milliarden € abknöpfen will. Ihr müsst heute erleben, wie man die Hartzgesetze verschärft um vor allem auf junge Menschen noch mehr Druck zu machen.

Hätte gar jemand erzählt, das knapp 30 Jahre später, die Anzahl der weltweiten Kriege größer denn ja, die Gefahr einer Eskalation zum Flächenbrand real und mehr Menschen auf der Flucht sind, denn zu Zeiten des Raubkriegs der Faschisten – ich hätte das für völlig unmöglich gehalten.

Was zeigt das? Natürlich, wie schrecklich man sich irren kann. Es zeigt aber auch, wie weit wir waren. Der reale Sozialismus, so schwach er am Ende war, war so stark, dass er den Imperialismus in Schach hielt und keiner daran glaubte er könnte wieder die Verbrechen vollbringen, die er heute vollbringt.

Ja, die Kriege in Syrien, in Afghanistan, in Mali, die Zerstörung von Staaten und Strukturen in Libyen, im Irak, das Abschlachten von Völkern in Kurdistan, die Umweltkatastrophe, der Klimawandel, die Zerstörung der Lebensgrundlagen für hunderte Millionen, sie haben einen Namen und der heißt Imperialismus und sie haben Verursacher, den militärisch-industriellen Komplex, die Konzerne und Banken, die Monopole. Sie sind die Verursacher von Kriegen und Flucht und sie nutzen das was sie verursachen aus, um Rassismus zu säen, damit sie ihre Gegenkräfte spalten und verhindern, dass ihr Totengräber, die Arbeiterklasse in der Lage ist ihre Mission zu erfüllen.

Das alles zeigt wie faulend und parasitär dieses System ist, leider zeigt es aber auch faulend und parasitär heißt keineswegs schwach und instabil – leider gilt auch hier, alles muss man selber machen.

Ich bin nicht froh, vor Jugendlichen zu sprechen und ihnen sagen zu müssen, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben. Ich bin aber froh vor Jugendlichen zu sprechen, die das erkennen und weder resignieren, noch sich arrangieren.

Ja, wir die Deutsche Kommunistische Partei sind froh und stolz Euch an unserer Seite zu haben – viele beneiden uns darum. Wir freuen uns, dass ihr Euch die Intensivierung des Friedenskampfes, des Antimilitarismus vornehmen wollt. Wir werden gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wir sind froh und stolz, dass ihr darüber diskutiert, welche Bedeutung der kommunistischen Partei zukommt und dass ihr dabei die Freundschaft zwischen unseren Organisationen in den Mittelpunkt stellt. Hier dürft ihr uns ruhig ein bisschen mehr fordern, sollt ihr mehr darauf pochen, dass eine Jugendorganisation alles andere ist als eine junge Partei und dass die Jugend eben auch ihren eigenen Weg zum Sozialismus sucht und findet.

In den kommenden Monaten werden wir, das zeigen die Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen darum ringen müssen, dass wir vielen Menschen, vielen Jugendlichen, vielen Klassengenossen, die Gefahr laufen den Rassisten, den Speichelleckern der Monopole auf den Leim zu gehen, deutlich machen: Nicht die Flüchtlinge sind eure Gegner, es sind die Kriegstreiber, es sind die, die die Flucht ausnutzen wollen, um den lächerlichen Mindestlohn zu schleifen, die Spaltung der Ausgebeuteten zu vertiefen.

Dabei dürfen und müssen wir plakativ sein. In Deutschland haben wir 1,14 Millionen Millionäre, sie besitzen 2,381 Billionen €, Kriegsministerin von der Leyen will 130 Milliarden € für die offensive Umrüstung der Bundeswehr. Die Rüstungsindustrie verdient sich an Kriegen dumm und dämlich, die Auslandseinsätze der Bundeswehr kosten Milliarden. Das alles zu ändern ist noch keine Revolution, aber notwendig.

Wir suchen die Diskussion über das einfache, das so schwer zu machen ist, den Sozialismus. Wir streuen aber vor allem den Widerspruch, der das Nachdenken über das einfache befördert.

Ran an die Massen, das wir das gemeinsam können, haben wir beim Festival der Jugend gezeigt. Im Geist und Sinn von Emil Carlebach, offensiver, mutiger werden.

Das können wir gut verbinden. Ich lade Euch ganz herzlich zum UZ-Pressefest ein. Ihr wisst sicher, es gibt Einladungen, da kann man nicht Nein sagen. Ich schlage vor, dass jede und jeder von Euch mindestens zwei Kumpels oder Kumpelinnen mitbringt, dann geht das doch in eine gute Richtung. Das wird das größte Fest der Linken, das wird das Fest des Friedens und der Solidarität und es wird das Fest von DKP und SDAJ – unsere Freunde und Feinde sollen neidisch werden auf unsere Freundschaft – die lebe hoch. Kämpfen wir gemeinsam um die Stärkung von SDAJ und DKP, um mehr Mitglieder und mehr Abonnenten für die Position und die UZ.

Rotfront!

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POSITION 2-2016 ist da!

Verrückter Normalzustand?

position-2-2016-2Hürden und Schranken begegnen uns an jeder Ecke, leider ist das fast schon normal. Für Menschen mit Behinderung ist es jedoch besonders schwer in einer Gesellschaft, die sich vom Profit treiben lässt und nicht von den Bedürfnissen der Menschen. Deswegen beleuchten wir im Thema, wie es um Inklusion in der Schule und in der Arbeitswelt steht. Arbeitgeber gibt es ja einige, besonders auffällig tut sich aktuell jedoch die Bundeswehr hervor. Aber nicht nur da versucht sie sich als normal darzustellen. Auch in den Schulen ist ihre Werbetour fast schon der Normalzustand. Aktiv wird die Bundeswehr auch im Mittelmeer. Sie übernimmt Verantwortung- für die Flüchtlinge und den gegen sie gerichteten NATO-Einsatz. Im Mittelmeer und in der Flüchtlingskrise schießt die Bundeswehrgemeinsam mit dem türkischen Militär. Das passt ganz gut, schließlich hat der türkische Präsident, und aber auch so mancher US-Präsidentschaftsbewerber, z.B. in Sachen Gleichberechtigung den Schuss wohl nicht gehört. So viel verrücktes, wie aktuell einige verantwortliche Politiker von sich geben, das ist nicht normal. Oder eben doch, schließlich sind es auch verrückte Zustände, in denen wir leben. Gegen die Auswüchse dieser wehren sich einige, z.B. unsere Working Wistleblower oder die KollegInnen an der Berliner Charité. Wie es um Gleichberechtigung im Ärzteberuf steht, darum geht’s im CultureBeat. Daneben gibt es aktuelle Buch- und Filmbesprechungen sowie einen marxistischen Spickzettel. Und in der Reportage berichten wir dieses mal über verrückt-gewordene CDU-Jünger.

Euer Zeitungskollektiv

Die POSITION, das Magazin der SDAJ erhaltet ihr bei eurer SDAJ-Gruppe vor Ort oder im Abo für nur 10€ im Jahr! Mehr Infos gibts unter: http://www.sdaj-netz.de/material/position/abo-service/

 

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