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Lernen, lernen, lernen …
position-4-2015-CoverDie ErzieherInnen streiken und wie sie das tun, ist vorbildlich: Zusammenarbeit der Gewerkschaften und massive Öffentlichkeitsarbeit, um der Hetze gegen sie zuvorzukommen.
Die GdL zeigt wie man die gegen sie gerichtete Hetze einfach ignoriert, die Bahn wie man sie forciert und der deutsche Staat zeigt mit dem Gesetz zur Tarifeinheit auf welcher Seite er steht. Daraus ist mindestens zu lernen, dass wir auf der anderen stehen. Während die großen Medien schon bei 6 Tagen Bahnstreik den Untergang des Abendlandes erkennen wollen, hoffen wir einfach mal, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Damit es nicht beim Hoffen bleibt, werfen wir in diesem Heft einen Blick nach Griechenland. Dort hat die Gewerkschaftsfront PAME in den letzten Jahren dutzende Streiks organisiert, da gibt es sicher auch noch was zu lernen. Lernen kann man vielleicht sogar von der RAF – zumindest wie das mit der Revolution nicht funktioniert und wie man gemeinsam mit vielen Widerstand entwickelt. Angesichts rassistischer Hetze gegen Geflüchtete, niedrigen Löhnen (und noch niedrigeren in Ostdeutschland) und allgegenwärtiger Kriegstreiberei gegen Russland wäre genau das aber bitter nötig. Dagegen Widerstand zu leisten, heißt auch gegen die Treffen der G7 aktiv zu werden. Wie das am besten geht, lässt sich auch lernen. Ein paar Ideen & Standpunkte dazu und zu einigem mehr – in diesem Heft.

Euer Zeitungskollektiv

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Probleme der Arbeit des kommunistischen Jugendverbandes

Granma, 15. Juni 2015

Kurze Zeit vor dem im Juli stattfindenden 10. Kongress der UJC wurde gestern im Kongresszentrum Lazaro Peña das 11. Plenum des Nationalen Komitees dieser Organisation abgehalten.

Es war dies der Raum, um über den Stand der auf dem 9. Kongress angenommenen Vereinbarungen zu sprechen, und man kam zu dem Schluss, dass wenn sich auch die Organisation fortentwickelt habe, noch Unzufriedenheit darüber bestehe, dass die großen Events eine größere Wirkung auf die Jugend gehabt hätten als die eigenen sich selbst gestellten täglichen Ziele. Außerdem gab es verschiedenartige Auffassungen darüber, was die Ausbildung der Kader der UJC angeht.

Darüber sagte José Ramón Machado Ventura, dass die Zeit der schematisch handelnden Kader zu Ende sei und dass es jetzt darauf ankomme, Führungspersonen zu formen, die mit ihrem eigenen Kopf denken, zum Nutzen derer, die sie vertreten. Er sagte weiter, dass auch wenn man diesen Orientierungen geben müsse, sie aber dennoch Autonomie haben müssten, damit es ihnen möglich sei, geeignete Problemlösungen zu finden. An anderer Stelle der Debatte sagte Machado Ventura, es sei notwendig, dass die Komitees an der Basis über ihre Schwierigkeiten vor Ort sprechen, um so die Beschlüsse beeinflussen und an ihnen teilhaben zu können. Er betonte die elementare Rolle des Generalsekretärs.

Was die Vereinbarungen angehe, die noch vom vorherigen Kongress bestehen geblieben seien und auf denen man bestehen müsse, unterstrich die zweite Sekretärin der UJC Susely Morfa González die integrale Vorbereitung der Kader, der Aktiven und der Jugendlichen, das Eingehen auf deren Besorgnisse, die aufmerksame Beobachtung des Umfelds der Jugend als Möglichkeit, die Anzahl der Aktiven zu erhöhen, den Eintritt in die Kommunistische Partei Kubas, die Förderung von Aktivitäten, die die Geschichte Kubas den Jugendlichen näher bringen, die Berufsausbildung sowie die Fortsetzung der Studien und die Arbeitsvermittlung.

Weiter müsse man sich mit den Laufbahnen beschäftigen, denen Priorität eingeräumt werde, dem nicht-staatlichen Sektor Aufmerksamkeit zuwenden und Jugendliche für den freiwilligen weiblichen Militärdienst gewinnen. Ein besonderer Schwerpunkt müsse auf die Nutzung neuer Technologien und sozialer Netze für den ideologischen Kampf gelegt werden sowie auf die Förderungt von Freizeitaktivitäten.

Die erste Sekretärin der UJC in Holguín, Neyla Leyva Rodriguez, hob hervor, dass es in dem Kontext, in dem Kuba aktuell lebe, wichtig sei, gemeinsam an der besseren Vorbereitung der Kader zu arbeiten und mehr Möglichkeiten in der politischen und ideologischen Arbeit zur Verfügung zu haben.

Von Amaya Saborit Alfonso

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Lukas Anastasopoulos aus dem Zentralkomitee der kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE) berichtet auf dem Festival der Jugend 2015 vom Leben der arbeitenden und lernenden Jugend Griechenlands und ihren Kämpfen in Betrieben, Stadtteilen und Universitäten. Wie sieht die Strategie der KNE aus – vor den Wahlen im Januar und nach dem vermeintlichen „Linksruck“, der mit dem Wahlsieg von SYRIZA in aller Munde ist?

Quelle: SDAJ

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Unternehmer-Angriff stoppen!

14. Juni 2015

Anfang des Jahres gründete die Post AG 49 Tochtergesellschaften, um so ca. 9000 Beschäftigte auszugliedern. Trotz Milliardengewinnen und hohen Dividenden für die Aktionäre wird alles getan, um die Beschäftigten noch mehr auszupressen.Die Ausgliederungen werden genutzt, um Löhne zu senken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Euer Widerstand dagegen zeigt, dass wir garnicht so machtlos sind, wie uns immer erzählt wird. Mit eurer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung, Lohnerhöhung und Kündigungsschutz stellt ihr klar: ihr werdet keine weiteren Verschlechterungen hinnehmen. Nur der gemeinsame Kampf aller Postangestellten kann die Angriffe verhindern, denn früher oder später kann jeder betroffen sein. Aber nicht nur die Ausgliederungen sind unerträglich, auch die zunehmende Arbeitsbelastung sind nicht mehr zu ertragen. Deshalb haltet die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung aufrecht und setzt sie durch.

Wir, die SDAJ, sind solidarisch mit eurem Kampf! Lasst euch von der Post nicht über den Tisch ziehen. Gegen Ausgliederung in die delivery GmbHs ! Für eine Arbeitszeitverkürzung!

Quelle: SDAJ

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Zur Lage im Jemen

Erklärung des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ)

Die Eskalation militärischer Spannungen in der Weltpolitik geht weiter. Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten setzen arabische Länder den Krieg im Jemen fort, der das Leben Tausender Menschen fordert und zur massiven Zerstörung von Infrastruktur und historischen Monumenten der gesamten menschlichen Zivilisation beiträgt. Eben dieser Krieg zielte auch auf Wohngebiete und Lager von Geflüchteten und führte zu einer festen Belagerung im Luftraum und an den Häfen, um so die Einfuhr von Lebensmitteln, Medizin und Treibstoff zu verhindern. Das verschlechterte die humanitäre Läge weiterhin und verdoppelte die Zahl der Vertriebenen, welche nunmehr nahezu eine halbe Million erreicht hat.

Mit der Wahl des Krieges statt des politischen Prozesses, der die Zerstörung und den Zerfall der Gesellschaft verhindert hätte, ist der Krieg im Jemen auf den internationalen Imperialismus angewiesen. Das passiert in der selben Art und Weise wie bei anderen Kriegen weltweit sowie in der arabischen Region, um Spannungen als auch das Ausmaß der Gewalt zu erhöhen, um den Prozess der Veränderungen zu blockieren und politische Logik sowie interne Dialoge, welche für die innere Einheit notwendig sind, auszuschließen – vom Jemen über die Ukraine bis nach Syrien und vielen anderen Ländern, wo der Prozess der Veränderungen von Regierung und System vorgeschlagen wird.

Dieser unter Beteiligung der von Saudi-Arabien geleiteten »Arabischen Allianz« geführte Krieg ist das Werk des Imperialismus. Der Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) betont erneut die Notwendigkeit einer politischen Lösung, die auf der Beteiligung der jemenitischen Gesellschaft beruht. Die Unnachgiebigkeit im Erreichen einer politischen Lösung führt nur zum Festhalten an der Tragödie des jemenitischen Volks und zur weiteren Zerstörung der Gemeinschaft. Insbesondere jetzt, wo der Krieg immer noch von manchen Ländern der Region unterstützt wird – speziell von Saudi-Arabien,das direkt in die internationale Beteiligung involviert ist.

Der Beginn eines politischen Prozesses ist der Ausweg aus den enormen Gegensätzen und wird die Bedürfnisse des jemenitischen Volks nach einem einheitlichen Staat erfüllen, entgegen der Vorschläge einiger Parteien, die auf eine Teilung pochen.

Koordinierungsrat des WBDJ
Budapest, 10. Juni 2015

Übersetzung: Fabian Linder

Quelle: RedGlobe

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So normal wie abscheulich – Warum Repression nie Privatsache ist

6. Juni 2015

Lübeck: eine Gruppe SDAJlerInnen befindet sich gerade auf dem Heimweg von der Demo gegen die G7- Außenministerkonferenz, als eine Polizeieinheit heranstürmt, die ohne Vorwarnung schubst, um sich schlägt und tritt.

Schwabach: Als eine DKP- Genossin morgens zu ihrem Auto geht, findet sie es demoliert vor. Alle Scheiben sind eingeschlagen, die Reifen zerstochen. Es ist der bisher sechste Angriff aus der rechten Szene auf sie und ihre Familie in den letzten 10 Jahren. Die gerufene Polizei fragt lapidar, ob sie Streit mit ihren Nachbarn habe.

Das ist die BRD 2015, das ist der ganz normale, kapitalistische Wahnsinn. Was aber ist der richtige Umgang mit dem grenzwertigen Erfahren von Ungerechtigkeit, Ohnmacht und Gewalt? Um die Handlungsmacht dieses Staates zu spüren, müssen nicht erst vier Polizeibeamte auf einem knien und die Kabelbinder in die fixierten Handgelenke schneiden. Repression ist nichts, was nur die „bösen, gewaltbereiten“ Teile einer Demo trifft. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen den Krawallmachern auf der einen und den friedlichen Demonstranten und Polizisten auf der anderen Seite, sondern zwischen jenen, die aktiv für ihre Interessen eintreten und denen, die dafür bezahlt werden, sie daran zu hindern.

Die Prügel beziehen Menschen, mit denen zusammen man gegen Nazis, Krieg oder die Ungerechtigkeit dieser Gesellschaft auf die Straße gegangen ist – stellvertretend für alle, denen demokratische Rechte etwas wert sind. Was folgt sind tagelange Blessuren und die dumpfe Gewissheit, dass der prügelnde Beamte nie zur Rechenschaft gezogen werden wird. Oft genug sind die körperlichen Schmerzen gerade erst abgeklungen, wenn die ersten Vorladungen ins Haus flattern.

Was also tun?

Fakt ist: Egal in welcher Form und welchem Ausmaß eine Person zum Ziel staatlicher Übergriffe wird, sie darf damit niemals alleine dastehen. Repression ist keine Privatangelegenheit, man erfährt sie als Teil eines politischen Kollektivs und aufgrund seiner politischen Arbeit, deshalb ist es nur konsequent sich als Gruppe damit auseinander zu setzen. Gemeinsame Vorbereitung und vertrauensvolle Debatte darum, wie man sich auf einer Demo verhält und auch was wir als politisch sinnvoll erachten, hilft, das reale Risiko und die Auswirkungen von Repression zu minimieren und besser damit fertig zu werden.

Dieser Staat wendet Repression an, meist gegen Einzelne, dafür ist er da. Unsere Aufgabe ist es weder, sie gezielt zu suchen, noch davor zurück zu schrecken, sondern sie als möglichen Aspekt unserer politischen Arbeit zu begreifen und einen gemeinsamen, solidarischen Umgang damit zu finden. Denn es bleibt dabei: egal, wen die Repression trifft, gemeint sind wir alle. Das gilt auch für jene, die keine Blessuren oder Anzeigen haben, sondern es vielleicht einfach nur wichtig finden, demonstrieren zu dürfen oder öffentlich ihre Meinung zu äußern. All’ diejenigen sind hiermit aufgerufen, ein paar Euro für das zerstörte Auto der Genossin aus Schwabach zu überweisen.

Tatjana, Rostock

Bankverbindung:

VVN-BdA Nürnberg
IBAN-Nummer: DE84 760100 850 195 239 857
BIC: PBNKDEFF Stichwort: Solidarität mit Christel

SDAJ

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Von SDAJ

Deutschland, Frankreich und Japan treffen sich in einem Schloss… – So oder so ähnlich könnte ein schlechter Witz beginnen.
Leider endet dieser schlechte Witz recht aprupt bei dem ganzen Stacheldraht, der Polizei und Bundeswehr um dieses besagte Schloss Elmau, in dem der G7-Gipfel verrichtet wird, herum. Die Presse muss draußen bleiben – lediglich der Bayerische Rundfunk darf als bayerischer Staatssender vor Ort Bilder drehen. Die Themen, über die die Vertreter der 7 Industrienationen beraten werden, sind so schwammig wie weitreichend. Vom Ukraine-Konflikt über Ebola hin zum Klimaschutz, viele Themen wurden durch die Bundesregierung auf die Agenda gesetzt. Was wirklich besprochen wird, ist nicht bekannt.

Alles nur eine Verschwörung?

Viele glauben entweder an eine Art Weltregierung, die die Geschicke der Welt im Kaminzimmer leiten wird oder glauben, dass der Gipfel einfach nur durchsichtiger, offener, transparenter sein müsse. Die Staatsvertreter, die dort zusammenkommen, sind allesamt demokratisch legitimiert – allerdings nur in dem Sinne, dass sie für solche Aufgaben gewählt wurden. Die bürgerliche Demokratie, in der wir leben, hat nichts mit Demokratie im eigentlichen Sinne zu tun. In diesem System, im Kapitalismus, genauer im imperialistischen Stadium des Kapitalismus, liegt die Macht nicht bei irgendwelchen Volksvertretern verschiedener Parteien, sondern bei den größten Banken und Konzernen, den Monopolen. Diese sichern sich durch Stiftungen, Bestechungen, Spenden oder Personalunion den entscheidenden Einfluss bei politischen Entscheidungen.

Was wollen „die“?

Die Monopole wollen vor allem ihre Profite sichern und ausbauen. Sie wollen „nicht Freiheit, sondern Herrschaft“ analysierte bereits Rudolf Hilferding, zweimaliger Reichsfinanzminister in der Weimarer Republik. „Der Imperialismus widerspricht ‚logisch‘ der ganzen politischen Demokratie schlechthin.“ führte Vladimir Illjitsch Uljanov, genannt Lenin, weiter aus. Es geht also gar nicht, die G7-Gipfel irgendwie demokratisch zu gestalten, wenn es ihnen vor allem darum geht, ihre Herrschaft zu sichern. Henry Kissinger, der ehemalige nationale Sicherheitsberater und Außenminister der USA, hat einmal gesagt, wofür solche Gipfeltreffen eigentlich gut sind: „Die Idee von Wirtschaftsgipfeln geht auf die Überlegung zurück, dass die Führer des Westens ihren Völkern Vertrauen einflößen, ihren Völkern das Gefühl geben müssen, dass sie die Entwicklung im Griff haben, die demokratischen Industrienationen immer noch Herren ihres Schicksals, nicht die Opfer blind wirkender Kräfte sind…“

Warum machen die das?

Es geht also darum, propagandistisch darzustellen, dass alles unter Kontrolle wäre. Die Krux dabei: Im Imperialismus wollen die Monopole stets alles beherrschen – können es aber nicht. Alles ist der Anarchie des Marktes ausgeliefert, nichts ins wirklich planbar, da es keine planbare Wirtschaft gibt. Mit diesem Problem haben die Herrschenden ständig zu kämpfen – und genau deshalb treffen sie sich auf Schloss Elmau. Die imperialistischen Staaten konkurrieren stets untereinander und wollen auf diesem Treffen ihre Interessen gegen die der anderen imperialistischen Staaten durchsetzen. Darum geht es bei den Treffen und die Kompromisse, die auf solchen Gipfeln geschlossen werden, sind damit auch stets nur der Ausdruck des aktuellen Kräfteverhältnisses zwischen diesen Staaten – und die gemeinsame Ziele, die sich ergeben. Gegen die G7 zu protestieren, bedeutet also auch, dass wir uns gegen dieses System richten müssen, das solche Gipfel erst notwendig macht. Das System heißt Kapitalismus – und diesen gilt es zu überwinden.

Quelle: SDAJ

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1. Juni 2015

In wenigen Tagen beginnen die Aktionen gegen den G7-Gipfel, der unter deutscher Führung im Luxushotel Elmau stattfinden wird. Vielfältige Gegenproteste sind geplant und angekündigt, die staatlichen Behörden versuchen hingegen mit allen Mitteln die Proteste zu kriminalisieren und zu verbieten. Bekannt ist mittlerweile, dass über 20.000 Einsatzkräfte im Einsatz sind: Von Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet bis zu Bundeswehr-Truppen. Vor Ort wird seit Monaten ein Hochsicherheitsgebiet eingerichtet, der Tourismus liegt flach, stattdessen steht an jeder Ecke ein mobiler Funkmast. Die offiziellen Ausgaben von Bund, Land und Kommune liegen wohl mittlerweile deutlich über 230 Millionen Euro. Seit Anfang der Woche ist außerdem das Schengenabkommen ausgesetzt, womit der freie Grenzübertritt unmöglich gemacht wird. Angekündigt sind massive Kontrollen und Straßensperrungen.

Mit einem internationalen Gipfel der Alternativen beginnen am Mittwoch die Gegenproteste in der Münchner Freiheizhalle. Ein Zusammenschluss an globalisierungskritischen Organisationen und der bayerischen Parteiorganisation der Grünen möchte „ökonomische, ökologische, menschenrechtliche und friedenspolitische Ansätze“ vorstellen und diskutieren. Zu den ReferentInnen zählen u.a. Jayati Ghosh und Jean Ziegler. Nach diesem Gipfel ruft dann ein ähnlich aufgestelltes Bündnis zu einer G7-Demo unter dem Motto „TTIP Stoppen! Klima retten! Armut bekämpfen!“ am Donnerstag nach München. Die Demonstration startet um 14.00 Uhr am Stachus.

Zeitgleich soll dann in Garmisch-Partenkirchen das Protestcamp starten. Mit der geplanten Bereitstellung von Zeltflächen, Essen, Wasser und Strom im Norden von Garmisch-Partenkirchen will das große Bündnis „Stop G7 Elmau“ ab Mittwoch den Aufenthalt von DemonstrantInnen ermöglichen. Dabei wird von Seiten der Repressionsbehörden behauptet, dass solch ein Camp ein Hort der Gewalt wäre. Mit einer angeblichen Überflutungsgefahr wurde das Camp letzte Woche verboten. Ob die Entscheidung für das Camp-Verbot standhält, wird zur Zeit vor dem Verwaltungsgericht in München verhandelt – das Urteil wird jederzeit erwartet.

Am Tag vor dem Gipfel, am Samstag 6.6. ruft eben dieses Aktionsbündnis „Stop G7 Elmau“ dann zu einer Großdemo nach GAP auf. So nah als möglich sollen die Gipfelgegner ihren Protest ausdrücken. Die Auftaktkundgebung findet ab 12 Uhr am Bahnhofsplatz in Garmisch-Partenkirchen statt. Um 14:30 Uhr startet die Demonstration über die Bahnhofstraße – Hauptstraße – Mittenwalder Str. – B2 Richtung Mittenwald bis zur Abzweigung Wildenauerstraße – Zwischenkundgebung – die Lautis werden gedreht, auf B2 zurück bis Rathausplatz, dann rechts in die Ludwigstraße, links in die Hindenburgstraße, links wieder auf die Hauptstraße, rechts in die Bahnhofstraße zum Kundgebungsplatz zurück. Ab 17 Uhr soll dann wieder am Bahnhofsplatz eine Abschlusskundgebung mit Musik und Reden stattfinden. Für den Samstag ist sowohl Sonnenschein als auch Regen angesagt. Packt euch also auch passende Wechselklamotten ein.

Vor der Großdemo finden am Donnerstag und Freitag Aktionstage in der Region statt. Abgerundet werden sollen die Aktionen in der Region mit einem Sternmarsch nach Elmau am Sonntag, auch dieser wird von den Behörden massiv eingeschränkt, sowie mit einer Abschlussdemonstration am Montag.

Wir rufen dazu auf, zusammen mit uns und vielen anderen Zusammenschlüssen, Initativen und Organisationen solidarisch und entschlossen der staatlichen Repression und der imperialistischen Logik der G7-Politik entgegenzutreten. Beteiligt Euch an den Aktivitäten gegen den G7-Gipfel, vor allem an der G7-Demo am Donnerstag, 4. Juni 2015 in München und kommt alle zur Großdemonstration am Samstag, 6. Juni 2015 in Garmisch-Partenkirchen.

Lasst uns den G7 den Kampf ansagen!

Für gemeinsame Anreise könnt ihr Euch bei busse@stop-g7-elmau.info melden.
Das Infotelefon erreicht ihr unter 0049 (0)1520 832 180 7
Den Ermittlungsausschuss der Roten Hilfe erreicht ihr unter 0049 (0)89 448 96 38
Weitere Informationen findet ihr auf der Seite des Bündnisses: stop-g7-elmau.info

Quelle: SDAJ

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Fotostrecke

https://www.flickr.com/photos/redpicture/sets/72157652926804338

„Make capitalism history – Die Zukunft gehört uns!“

1 500 Jugendliche zu Gast der SDAJ auf dem Festival der Jugend in Köln Alles spielte mit: Die gute Vorbereitung und Organisation des Festivals, das inhaltliche und kulturelle Programm, das Wetter und nicht zuletzt die gute Stimmung der Besucher. So konnten Organisatoren und Unterstützer das Festival der Jugend in Köln als ein sehr erfolgreiches Pfingstwochenende verbuchen.

Auf und nach dem Fest waren von unterschiedlichen Seiten positive Stimmen zu hören. „Besonders gefreut habe ich mich, dass wir in diesem Jahr so viele Unterstützer gewinnen konnten. 29 politische Organisationen haben das Festival unterstützt, vier Medienpartner haben im Vorhinein die Werbetrommeln gerührt und die Naturfreundejugend NRW sowie die Deutsche Kommunistische Partei haben von Anfang an überall mit angepackt“, meint Paul Rodermund, Bundesvorsitzender der SDAJ.

Die SDAJ hatte alle Register gezogen, um in diesem Jahr viele Jugendliche unter dem Motto „Make capitalism history – Die Zukunft gehört uns!“ für die Teilnahme am Festival zu gewinnen. 650 Dauercampern und 1 500 Besuchern nahmen das Angebot an. Das ist bemerkenswert, denn auch wenn Konzerte, Party, Sport und Kulturprogramm nicht zu kurz kamen, stand das politische Programm im Vordergrund. Von Politikverdrossenheit keine Spur.

Auch viele internationale Gäste waren auf dem Festival anzutreffen. Der Belgier Peter Mertens las aus seinem Bestseller „Wie können sie es wagen?“, griechische Kommunisten berichteten vom Widerstand gegen die Erpressungspolitik der Troika und Ukrainer warben für Solidarität mit den Kämpfenden im Donbass. Erstmals bereicherte eine Delegation der Bewegung junger Kommunisten aus Frankreich das Festival.

Mit attraktiven Angeboten waren DKP und UZ auf dem Fest sichtbar. Nicht nur kulinarische Angebote, auch Diskussionsrunden, u. a. mit Patrik Köbele zur Notwendigkeit der Kommunistischen Partei, fanden lebhaften Zuspruch. Der Einsatz rund um das „Café K“ wurde reich belohnt: Mehr als zehn junge Menschen füllten ihren Antrag auf Mitgliedschaft in der DKP aus, die UZ kann sich über fast 50 neue Abonnenten freuen.

Werner Sarbok

Aus UZ, Zeitung der DKP, Nr. 22/2015

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Ein Termin, eine Bewegung

Als Reaktion auf den Selbstmord des Lehrlings Paul Nähring im Juni 1904 entstanden unabhängig voneinander der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und der Verein junger Arbeiter Mannheims, in den Folgejahren gründeten junge ArbeiterInnen reichsweit in Deutschland zahlreiche weitere Vereine. Mit dem Reichsvereinsgesetz 1908 verbot die Reaktion Jugendlichen unter 18 Jahren jegliche politische Betätigung. Das Wechseln der Sozialdemokratie in das Lager des Militarismus spaltete nicht nur die Arbeiterbewegung, sondern auch die Jugend. Vor diesem Hintergrund schlossen sich im Oktober 1918 oppositionelle Gruppen zur Freien Sozialistischen Jugend (FSJ) zusammen, auf deren Gründungskongress der wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis freigekommene Karl Liebknecht begeistert gefeiert wurde. 1920 benannte sie sich in „Kommunistische Jugend“ und 1925 in den „Kommunistischen Jugendverband Deutschlands“ um. Untrennbar verknüpft mit der Geschichte der Arbeiterjugend ist die Geschichte von Jugendtreffen zu Pfingsten: Bereits im Jahr 1909 fand in Deutschland das erste Arbeiterjugendtreffen zu Pfingsten statt. Veranstalter dieser „Jugendtage“ war die Sozialistische Arbeiterjugend. Während der gesamten Dauer der Weimarer Republik führten unterschiedliche Arbeiterjugendorganisationen Pfingsttreffen durch, die teilweise auch internationalen Charakter annahmen. Die Tradition wurde nach der Zerschlagung des Faschismus fortgeführt.

Nicht bemuttert

Nina Hager wuchs in der DDR auf, in der FDJ war sie unter anderem Mitglied der Kreisleitung in Berlin-Prenzlauer Berg. Heute ist sie Chefredakteurin dieser Zeitung und stellvertretende Vorsitzende der DKP.

„Pfingsten 1966 fuhr ich zum ersten Mal als junge FDJlerin zu einem Treffen der FDJ-Bezirksorganisationen Berlin und Frankfurt/Oder nach Eisenhüttenstadt. Ältere Schüler aus der 11. Klasse hatten über uns die Patenschaft übernommen und passten auf, dass wir ‚nicht über die Stränge‘ schlugen. Nein, Spaß beiseite, das war in Ordnung, weil sie uns eben nicht ‚bemutterten‘, sondern in Diskussionen auch politisch ernst nahmen. Damals debattierten wir – soweit ich mich erinnere – in unserer Unterkunft unter anderem intensiv über einen Brief der SED an die Mitglieder der SPD, der im ‚Neuen Deutschland‘, dem Zentralorgan der SED erschienen war. Die Fahrt galt übrigens als Auszeichnung für gute schulische Leistungen und gesellschaftliche Arbeit.

Wir erlebten – mir war das damals nicht klar – den Beginn der Singebewegung der FDJ mit den Auftritten des Hootenanny-Clubs aus Berlin, der von dem kanadischen Sänger Perry Friedman mitbegründet worden war. Friedman war 1959 in die DDR übergesiedelt. Mit einem Leierkasten zogen die ‚Hootenannies‘ durch die Stadt und warben für ihre Veranstaltungen, die auf teils improvisierten oder auch teils sehr kleinen Bühnen mit viel Erfolg abliefen. Zwei Jahre später war ich auf dem großen Pfingsttreffen der FDJ in Karl Marx-Stadt, von dem wir völlig übermüdet, aber voller Eindrücke wieder nach Hause kamen. Der Höhepunkt meiner FDJ-Zeit aber waren die Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin 1973.“

Erholen und verändern

Rolf Priemer trat 1960 der illegalen KPD bei und war seitdem in der sozialistischen Jugendarbeit aktiv – als Gewerkschafter, als Redakteur der Zeitschrift „elan“ und von 1968 bis 1974 als Bundesvorsitzender der neu gegründeten SDAJ.

„Vor 110 Jahren ist die Arbeiterjugendbewegung in Deutschland gebildet worden. Seitdem gibt es die Tradition der Pfingsttreffen – Kampf und Freizeit, Erholung und Sport gehören dabei zusammen. In den frühen 1960er Jahren waren sowohl die KPD als auch der antifaschistisch-demokratische Jugendverband FDJ in der Bundesrepublik verboten. Aber auch in dieser Zeit gab es Zeltlager und Ähnliches an Pfingsten, die Gewerkschaftsjugend, die Naturfreundejugend und die Falken waren da sehr aktiv. Ich habe zum Beispiel 1964 das Jugendtreffen der IG Metall in Heilbronn besucht und habe für die sozialistische Jugendzeitschrift ‚elan‘ darüber berichtet. Wir haben als Kommunisten natürlich an diesen Treffen teilgenommen. Wir wollten uns ja auch erholen. Aber das war eben auch eine Möglichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen, um stärker zu werden, um fortschrittliche Dinge durchzusetzen.

Trotz des KPDVerbots war da überhaupt nichts Illegales, nichts Verbotenes dabei, das war ein ganz freundschaftlicher Umgang mit den Kollegen – wohl wissend, dass man in einigen Positionen nicht einig war. Ich war damals aktiv in der Jugend der IG Druck und Papier in Düsseldorf. Natürlich gab es da Leute, die fanden, dass ich etwas besondere Ansichten habe. Aber ich war ein normaler Kollege, ich war Betriebsratsvorsitzender und habe in der Interessenvertretung versucht, meine nicht gerade sozialpartnerschaftlichen Positionen durchzusetzen.

Das ist mir gelungen, weil ich das Vertrauen der Kollegen hatte, nicht, weil ich irgendwie verdeckt gearbeitet hätte. Es gab zwar Repressionen. Einmal hat die Polizei unser Betriebsratsbüro durchsucht, auch bei mir zu Hause gab es zwei Durchsuchungen. Dieser Druck bestand schon. Aber in der alltäglichen Arbeit hat uns das nicht sehr belastet, weil wir am Arbeitsplatz Kollegen waren und in der Gesellschaft normale Bürgerinnen und Bürger.

Nach der antikommunistischen Hysterie der 50er Jahre war die Gesellschaft im Umbruch, und es gab bestimmte Freiräume, in denen wir uns bewegen konnten und in denen wir Übereinstimmungen mit anderen fortschrittlichen Kräften erzielen konnten. In den späten 60ern fand dann dieser riesige Aufschwung statt, ein regelrechter Aufruhr der Jugend gegen das System, gegen die herrschende politische Orientierung und gegen die politischen Repräsentanten der alten Bundesrepublik.

So konnten wir als SDAJ entstehen – es gab plötzlich ein Potential für eine politische, für eine sozialistische Arbeiterjugendorganisation.
Die SDAJ hat 1969 zum ersten Mal Pfingstcamps veranstaltet und seitdem Jahr für Jahr, in allen Landesverbänden – größere oder kleinere Camps, am Stadtrand oder ganz weit draußen. Immer mit vielen Diskussionen, mit Spiel und Sport und immer mit der Gitarre. Da kamen natürlich die Mitglieder der SDAJ, aber die meisten waren keine Mitglieder. Das waren Lehrlinge, junge Arbeitern, die SDAJ war damals stark in der Lehrlingsbewegung verankert. Schülern weniger, die kamen erst später. 1971 bin ich mit einem Sonderzug der SDAJ Ruhr-Westfalen zu einem Pfingstcamp an der Ostsee, bei Kiel, gefahren. In dem Zug fuhren 600 bis 800 Jugendliche mit, die Hälfte keine SDAJ-Mitglieder, sondern Kollegen und Freunde. Durch die gemeinsame Diskussion und das gemeinsame Erholen sind dann viele in die SDAJ eingetreten. Viele von denen hatten die Ostsee noch nie vorher gesehen.

1973 hat die SDAJ Ruhr-Westfalen ein Camp mit der Rockgruppe Floh de Cologne gemacht. Die hatten für uns damals eine große Bedeutung, weil sie aktuelle Texte sangen und spielten, die die Lage und die Probleme der Arbeiterjugend abbildeten. Da sind über 1000 Leute gekommen, so etwas wie die Festivalkultur heute gab es damals ja noch nicht. In der Arbeiterjugend gab es eine andere Kultur als in der Studentenbewegung. Die Lehrlingsbewegung, das war ein Aufstand von Lehrlingen und jungen Arbeitern gegen die miese Berufsausbildung, und die Lieder von Floh de Cologne waren eine Reaktion darauf. edes dieser Pfingstcamps war ein Moment, der zusammengeschweißt hat, ein Erlebnis, ein politischer Diskurs und eine Werbung für die SDAJ. Das ist bis heute so, bis zum Festival der Jugend in diesem Jahr, und das ist grandios. Ich erinnere mich immer noch daran, dass es damals in Bonn einen späteren Professor gab, der wilde Pamphlete gegen die ‚Volksfront-Akteure‘ der SDAJ verfasst hat, die mit den Jusos gemeinsam den Umsturz betreiben wollten. Naja, wir wollten das Land schon ändern.“
„Jedes dieser Pfingstcamps war ein Moment, der zusammengeschweißt hat.“

Selbst gemacht

Ruth M. aus Frankfurt a. M. erlebte als Vierzehnjährige die Befreiung vom Faschismus – und, wie in der FDJ ein solidarisches Miteinander unter Jugendlichen entstand.

„Im Faschismus, dieser Drill, das war ja Pflicht. Du musstest dich bei der Hitlerjugend melden. Wir waren froh, dass das vorbei war mit diesen Uniformen und Appellen, das hat man ja nicht gerne gemacht. Wenn ich heute die Melodie des Deutschlandliedes höre, dann muss ich immer daran denken, wie wir in der Schule beim Morgenappell dazu mit erhobenem Arm strammstehen mussten. Zu Pfingsten sind wir zum Zelten gefahren, zum Beispiel in den Hintertaunus. Wir waren Lehrlinge, so kamen wir mal raus aus der Geschäftigkeit. Von diesen Zeltlagern kam ich manchmal total heruntergerissen wieder zu Hause an, weil ein Unwetter war, und alles war nass, die Kleider und die Zelte. Es gab damals nur wenige Jugendgruppen, die richtige Zelte hatten, die anderen mussten dann irgendetwas aus Decken oder so bauen. Aber unsere Gruppe im Frankfurter Stadtteil Westhausen-Praunheim hatte Zelte. Die hatte jemand 1933 vor den Nazis in Sicherheit gebracht. Wir sind gewandert, wir haben Lieder gesungen und am Feuer gesessen, und wir hatten uns viel zu erzählen.

Wir hatten den Krieg hinter uns, und jeder wollte, dass wir jetzt endlich das machen können, was wir wollen, dass wir freier leben können. Und diese Fahrten, das haben wir alles selbst gemacht. Das mit dem Essen war damals so eine Sache – der eine konnte vielleicht drei Kartoffeln mitbringen, der andere eine Stange Lauch, da haben wir dann etwas draus gemacht. Und wenn das Geld nicht für den Zug gereicht hat, dann sind wir mit dem Fahrrad gefahren. In der Jugendgruppe war klar, dass wir uns gegenseitig unterstützen, das war in der Not dieser Zeit auch gar nicht anders möglich. Wir haben in der Jugendgruppe auch Geld gesammelt, damit Einzelne zum Beispiel an den Weltfestspielen teilnehmen konnten, oder an Demonstrationen in anderen Städten. 1952 haben wir Geld gesammelt, damit jemand von uns zu der Demonstration gegen die Wiederbewaffnung nach Essen fahren konnte. Bei dieser Demonstration hat die Polizei dann den Philipp Müller erschossen.

Auch das Programm in unserer Jugendgruppe haben wir selbst gestaltet. Wir haben zum Beispiel jemanden von den alten Antifaschisten eingeladen, der uns aufgeklärt hat. Wir waren da sehr wissbegierig, weil die uns über das andere Leben in Deutschland erzählt haben, über den Widerstand gegen den Faschismus. Solche Fahrten waren für uns große Erlebnisse, das war unsere schönste Zeit. Aber dafür gab es ja gar nicht lange die Gelegenheit, weil dann 1951 die FDJ auch schon verboten wurde.“

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