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Zeit für Widerstand!

Unterstützt das Festival der Jugend 2017 der SDAJ

festival_dkpnews_sidebarbannerDie SDAJ will beim Festival der Jugend an Pfingsten das Kulturprogramm ausweiten. Um Künstler zu gewinnen und ihnen eine angemessene Gage anbieten zu können, hat der Jugendverband eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Am Pfingstwochenende, vom 2. bis zum 5. Juni, werden am Rheinufer in Köln wieder Zelte aufgeschlagen, Bühnen aufgebaut und Banner aufgehängt, denn das Festival der Jugend wird an diesem Wochenende zum fünften Mal stattfinden. Das ehrenamtliche Orga-Team der SDAJ arbeitet seit Monaten an den Vorbereitungen für eines der größten linken Jugendfestivals in Deutschland. Mitveranstalter sind die Naturfreundejugend und die DKP, bereits jetzt haben mehr als 15 Organisationen ihre Unterstützung zugesagt. Das Festival steht unter dem Motto „Zeit für Widerstand“.
Besonders viel Kraft will die SDAJ in diesem Jahr in das Kulturprogramm stecken. Es soll eine zweite Bühne geben, beim Konzert am Samstagabend werden unter anderem die italienische Streetpunkband Los Fastidios und der deutsche Rapper Disarstar spielen. In einem Kino sollen Filme gezeigt und diskutiert werden, die Veranstalter bieten Yoga, Geocaching – eine Art Schnitzeljagd mit GPS-Geräten – und Sport an.

„Doch das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“, sagt Paula. Die 24-Jährige leitet das ehrenamtliche Organisationsteam des Festivals und ist in den letzten Tagen damit beschäftigt gewesen, eine Crowdfunding-Kampagne vorzubereiten, eine Spendensammlung über eine Internet-Plattform, bei der die Unterstützer ein kleines Dankeschön für ihre Spende erhalten. Diese Spendensammlung läuft bis zum 20. Februar. „Wir versuchen mit dieser Art der Spendensammlung ausreichend Geld zusammenzubekommen, um den Künstlerinnen und Künstlern angemessene Gagen für ihren Einsatz zahlen zu können. Wir sind der Meinung dass wir beides brauchen: einerseits den kostenlosen Zugang zum Programm des Festivals für alle Jugendlichen – unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. Doch andererseits wollen wir nicht immer an die Solidarität der Künstler appellieren, wenn wir ihnen nicht mehr als einen Hungerlohn zahlen können.“ Die SDAJ möchte mit dem Festival fortschrittliche Gegenkultur unterstützen.

Im politischen Programm wird der Journalist Volker Hermsdorf ein von ihm herausgegebenes Buch vorstellen, in dem 15 junge Autorinnen und Autoren ihre Erfahrungen mit dem kubanischen Sozialismus beschreiben. Die Festivalgäste können Argumente gegen rassistische Stammtischparolen und Bundeswehrwerbung trainieren.

In Podiumsdiskussionen werden Aktive aus Schulen und Betrieben über den Leistungsdruck im Betrieb und die Unterfinanzierung deutscher Schulen sprechen, in Workshops werden die Teilnehmer lernen, sich gegen die Diskriminierung von Homosexuellen einzusetzen, für ihre Rechte in der Ausbildung zu kämpfen und Aktionen an ihren Schulen zu planen. Für den einen mag es besonders spannend sein, mit der russischen Schwesterorganisation der SDAJ darüber zu diskutieren, mit welchen Herausforderungen sie sich beim Klassenkampf in Russland auseinandersetzen müssen, die anderen mögen es vorziehen sich darüber auszutauschen, ob Mainstream-HipHop eigentlich einen Klassencharakter hat.

Zum letzten Festival der Jugend 2015 kamen 1 500 Besucherinnen und Besucher, 35 Organisationen unterstützten das Festival.

Mehr Infos: https://www.startnext.com/fdj2017

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6. Januar 2017

SDAJ

In NRW wehren sich SchülerInnen dagegen, dass für Schule und Bildung kein Geld da ist. Wir haben darüber mit Laura von der LandesschülerInnenvertretung gesprochen.

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Laura ist 16 Jahre alt und besucht ein Gymnasium in Witten. Sie ist Bezirksschülerinnensprecherin im Kreis Ennepe-Ruhr und seit 2014 in der SchülerInnenvertretung an ihrer Schule aktiv. Im Landesvorstand der LSV ist sie seit Mai 2016.

POSITION: Ihr macht dieses Jahr eine Kampagne zum Thema „Unterfinanzierung“, warum macht ihr diese Kampagne gerade jetzt?
Laura: Die Kampagne richtet sich gegen Unterfinanzierung. Wir diskutierten auf der 117. Landesdelegiertenkonferenz, was wir machen wollten und die Zustände an den Schulen in NRW waren uns einfach zu viel. Nächstes Jahr im Mai sind Landtagswahlen, da bietet es sich an, im Vorfeld Druck auf die Parteien aufzubauen.

Was ist geplant im Laufe der Kampagne?
Laura: Viele Aktionen, zum Beispiel wollen wir eine große Demonstration im April oder Mai in Düsseldorf zur Landtagswahl machen. In verschiedenen Städten machen SchülerInnen mit Straßentheater und Infoständen auf die Situation in Schulen aufmerksam. Wir, der Landesvorstand, gehen an die Schulen um mit SchülerInnen Mängelkataloge zusammenzustellen und machen mit den Schülervertretungen auf Bezirksdelegiertenkonferenzen Workshops zu dem Thema.
Auf der anderen Seite versuchen wir, so viel Medienaufmerksamkeit wie möglich zu erlangen. Dies hat im Ennepe-Ruhr Kreis schon sehr gut funktioniert. Wir haben einen offenen Brief an einen Landrat geschickt und wir sind mit einem Journalisten an eine Schule im Kreis gegangen. Dort haben wir uns eine Baustelle angeschaut und ihm die aktuelle Situation geschildert. Zusätzlich haben wir mehrere Zeitungs- und Radiointerviews gegeben und wir waren mit der Kampagne im Programm von RTL.

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Was ist die LSV NRW? Die Landesschülerinnenvertretung vertritt alle Schüler und Schülerinnen in NRW. Sie besteht aus den Bezirksschülerinnvertretungen, die alle Schülervertretungen aus ihrer Stadt oder ihrem Kreis zusammenschließen. Sie vertreten die Interessen der Schülerschaft NRWs, dafür machen sie Aktionen und setzen sich mit der aktuellen Bildungspolitik auseinander. Sie selber sagen über sich: „Unsere konkreten Aufgaben legen wir auf den Landesdelegiertenkonferenzen fest. Delegierte der Schülerschaft schlagen Vorhaben vor, diese werden dann diskutiert und abgestimmt. Natürlich freuen wir uns über jeden und jede, die gegen Unterfinanzierung aktiv sein will und sich zusammen mit der LSV für die Interessen der Schülerinnen einsetzen möchte.“ Mehr Informationen auf www.lsvnrw.de oder bei deiner Bezirksschülervertretung.

Was ist die LSV NRW? Die Landesschülerinnenvertretung vertritt alle Schüler und Schülerinnen in NRW. Sie besteht aus den Bezirksschülerinnvertretungen, die alle Schülervertretungen aus ihrer Stadt oder ihrem Kreis zusammenschließen. Sie vertreten die Interessen der Schülerschaft NRWs, dafür machen sie Aktionen und setzen sich mit der aktuellen Bildungspolitik auseinander. Sie selber sagen über sich: „Unsere konkreten Aufgaben legen wir auf den Landesdelegiertenkonferenzen fest. Delegierte der Schülerschaft schlagen Vorhaben vor, diese werden dann diskutiert und abgestimmt. Natürlich freuen wir uns über jeden und jede, die gegen Unterfinanzierung aktiv sein will und sich zusammen mit der LSV für die Interessen der Schülerinnen einsetzen möchte.“ Mehr Informationen auf www.lsvnrw.de oder bei deiner Bezirksschülervertretung.

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Die Landesschülerinnenvertretung hat im Zuge der Kampagne auch eine Petition gestartet mit dem Ziel 46.000 Unterschriften bis zum 24. Februar gegen Unterfinanzierung zu sammeln. Wenn wir das schaffen, muss sich der Landtag damit beschäftigen. Da wir noch etliche brauchen, versuchen wir immer und überall weitere zu bekommen. Wir freuen uns natürlich über Unterstützung!
Wir wollen so viele Aktionen mit Schülerinnen und Schülern machen wie möglich. Eine Idee ist zum Beispiel, im Sommer mit Schülerinnen und Schülern auf einem Schulhof zu campen, um auf die mangelnden Aufenthaltsräume aufmerksam zu machen. Und jetzt im Winter werden wir Wunschzettel an Weihnachtsmärkten auslegen, wo SchülerInnen aufschreiben können, was sie sich für ihre Schule wünschen. Und noch Vieles mehr.

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Wie steht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eigentlich zur Unterfinanzierung? POSITION hat nachgefragt bei Dorothea Schäfer, der Landesvorsitzenden der GEW Nordrhein-Westfalen: „Die GEW setzt sich ein für ein Menschenrecht auf Bildung für alle Menschen in Deutschland. Dafür brauchen wir mehr und bessere Bildungsangebote für alle Menschen, ungeachtet ihres Alters, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihres sozialen Status. Gute Bildung gibt es nicht ohne ausreichende finanzielle und sachliche Rahmenbedingungen und hinreichende personelle Ausstattung. Nur so kann individuelles und gemeinsames Lernen gelingen, und die Qualität von Bildung und Betreuung gewährleistet werden. Die Realität sieht anders aus: zu wenig Personal und mangelhafte Ausstattung mit modernen Lernräumen und –mitteln. Der Sanierungsstau an deutschen Schulen im Jahr 2016 beläuft sich auf 34 Milliarden Euro. Fakt ist: der Bildungserfolg ist in Deutschland wie in kaum einem anderen Staat vom Geldbeutel der Eltern abhängig. Das darf so nicht bleiben. Dies ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Deshalb fordern wir mehr Geld und Investitionen für die Zukunftsaufgabe Bildung. Wie sagte der einstige US-Präsident John F. Kennedy? ‚Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung – keine Bildung.‘“

Wie steht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eigentlich zur Unterfinanzierung? POSITION hat nachgefragt bei Dorothea Schäfer, der Landesvorsitzenden der GEW Nordrhein-Westfalen:
„Die GEW setzt sich ein für ein Menschenrecht auf Bildung für alle Menschen in Deutschland. Dafür brauchen wir mehr und bessere Bildungsangebote für alle Menschen, ungeachtet ihres Alters, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihres sozialen Status.
Gute Bildung gibt es nicht ohne ausreichende finanzielle und sachliche Rahmenbedingungen und hinreichende personelle Ausstattung. Nur so kann individuelles und gemeinsames Lernen gelingen, und die Qualität von Bildung und Betreuung gewährleistet werden.
Die Realität sieht anders aus: zu wenig Personal und mangelhafte Ausstattung mit modernen Lernräumen und –mitteln. Der Sanierungsstau an deutschen Schulen im Jahr 2016 beläuft sich auf 34 Milliarden Euro.
Fakt ist: der Bildungserfolg ist in Deutschland wie in kaum einem anderen Staat vom Geldbeutel der Eltern abhängig. Das darf so nicht bleiben. Dies ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Deshalb fordern wir mehr Geld und Investitionen für die Zukunftsaufgabe Bildung. Wie sagte der einstige US-Präsident John F. Kennedy? ‚Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung – keine Bildung.‘“

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Was ist besonders wichtig in der Kampagne?
Laura: Uns ist besonders wichtig, dass wir viele andere Schülerinnen und Schüler mit einbeziehen. Sie sind direkt davon betroffen, da sie jeden Tag viel Zeit in der Schule verbringen. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern zeigen, dass sie selbst aktiv werden können und woran es liegt, dass so vieles falsch läuft. Wir als Schülerschaft sollten mitentscheiden dürfen, wenn es um Bildungspolitik geht, schließlich baden wir das aus.

 

Mit wem zusammen wollt ihr gegen die Unterfinanzierung kämpfen?
Laura: Neben den Schülern wollen wir mit anderen Personengruppen, die auch von Unterfinanzierung im Bildungswesen betroffen sind zusammenarbeiten: mit den Gewerkschaften (GEW, Junge GEW, DGB, ver.di-Jugend, DGB-Jugend), die die Lehrer und Lehrerinnen organisieren, welche genauso wie wir unter dem allseitigen Mangel in der Schule leiden. Das Bündnistreffen dazu wird noch stattfinden. Wir wollen außerdem die Allgemeinen Studierenden Ausschüsse, also die Studi-Vertretungen, der verschiedenen Hochschulen in NRW einbeziehen. An den Universitäten herrschen ja ähnliche Probleme wie an den Schulen. Daneben werden wir auch mit verschiedenen Jugendorganisationen zusammenarbeiten, die auch gegen die Unterfinanzierung der Bildung aktiv sind.

Was würdest Du sagen, wenn dich ein Schüler oder eine Schülerin fragt, was sie gegen Unterfinanzierung tun kann?
Laura: Der beste erste Schritt ist zu seiner SchülerInnenvertretung (SV) zu gehen und dort über Missstände zu reden. Im Internet kann man sich informieren, ob es Aktionen gegen Unterfinanzierung in nächster Zeit gibt oder wann sich die SV in der Region, zum Beispiel die Stadt- oder BezirksschülerInnenvertretung trifft. Das wichtigste dabei ist: Kommunikation. Wenn man z.B. nicht weiß, ob man auf einer BSV-Sitzung vorbeikommen darf, einfach fragen.
Und in der Schule gilt: immer alles Hinterfragen. Wenn etwas schlecht ist, fragen wieso das so ist und wie es geändert werden kann. Und allgemein gilt immer: engagieren und fragen, dafür stehen die BSVen und alle Personen aus dem Vorstand der LSV immer gerne zur Verfügung.

Das Interview führte Timo, Dortmund

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj-netz.de

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Mängelsystem Schule
Im Schulsystem läuft einiges schief. SchülerInnen können ein Lied davon singen – dreckige Toiletten, kaputte Turnhallen, schimmlige Klassenräume. Viele Schulen werden trotz offensichtlichen Mängeln jahrelang nicht saniert. Nicht nur gebäudetechnisch mangelt es gewaltig. Die Klassen sind zu groß und es gibt zu wenig Lehrkräfte. Aufenthaltsräume zum Erholen sind rar, noch seltener ist eine Mensa für Mittagessen. Die Schulen sind ungeeignet für einen langen Unterrichtstag. Die Technik ist meist veraltet, Computer mit gestriger Software ausgestattet, Overhead-Projektoren haben schon unsere Elterngeneration geblendet. Wo die Medien modern sind, mangelt es an anderer Stelle. Zum Beispiel, wenn es zu wenig SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen gibt, um ganz alltäglichen Problemen und Konflikten von Jugendlichen zu begegnen. In den wenigsten Regionen ist es SchülerInnen möglich, kostengünstig den Nahverkehr zu nutzen, ganz zu Schweigen von Kostenfreiheit. Auch Inklusion kann nur dann gelingen, wenn der Schulalltag entsprechend gestaltet ist, wenn es genug ausgebildetes Personal gibt, wenn sich der Unterricht grundsätzlich verändert. Natürlich krankt das Schulsystem auch noch an vielen anderen Stellen. Aber zumindest hinter diesen Dingen steht ein generelles Problem: Die schlechte Finanzierung.
Lia, Dortmund

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Deutsche Bad Boys?

 

2. Januar 2017

Oliver, München

POSITION, Magazin der SDAJ

Hintergrund: Woher kommen die nationalistischen Töne im Deutsch-Rap?

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Photos © JCS / Wikimedia (CC BY 3.0); © MakksDamage posiert auf facebook gerne mit einem „Grenzschutz Damals wie heute“- Tshirt mit abgebildeten Wehrmachts-Soldaten; © Aggro Berlin / Wikimedia (CC BY SA 2.0); © Metropolico.org / Flickr CC BY SA 2.0)

Anlässlich der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kam es Anfang September, am Rande einer Wahlparty der Münchner AfD zu einer Auseinandersetzung. Dabei griffen Anhänger der rechtsextremen Partei kurz vor Verkündung der Wahlergebnisse GegendemonstrantInnen und PressevertreterInnen an. Mit dabei waren neben dem Faschisten Lukas Bals, welcher seit dem versuchten Sturm auf das Dortmunder Rathaus im Mai 2014 im Umfeld der Partei „Die Rechte“ bekannt ist, auch ein Mitglied des „Bund deutscher Patrioten“. Dieser hat sich als Rapper „Chris Ares“ einen Namen gemacht.

»Bereicherung wird propagiert von ganz oben / Ich kann das nicht nachvollziehen, was sie gewissenlos in unser Land holen« »Früher wurden Völker und Länder von Grenzen geschützt – in Zukunft müssen wir es selbst tun« AfD-Rapper Chris Ares, auf dem Foto in Aktion als friedlicher Patriot. Photo © Anne Wild / twitter

»Bereicherung wird propagiert von ganz oben / Ich kann das nicht nachvollziehen, was sie gewissenlos in unser Land holen«
»Früher wurden Völker und Länder von Grenzen geschützt – in Zukunft müssen wir es selbst tun«
AfD-Rapper Chris Ares,
auf dem Foto in Aktion als friedlicher Patriot.
Photo © Anne Wild / twitter

Seine Musikvideos auf YouTube haben bereits hunderttausende Klicks. Außerdem durfte er bereits bei einer AfD-Kundgebung in Geretsried bei München auftreten, bei der er sich eine Anzeige wegen Waffenbesitz einhandelte. Bilder der Ereignisse am Wahlabend zeigen Chris Ares, der sich in seinen Texten als friedlicher Patriot ausgibt und sich brav von Rechtsextremismus distanziert, wie er gemeinsam mit seinen rechten Kameraden brutal gegen politische GegnerInnen und JournalistInnen vorgeht.

Historisches Vorbild?

Doch wie kommt es überhaupt, dass weiße Nationalisten ausgerechnet Hip-Hop als Mittel zur Verbreitung ihrer Propaganda entdeckt haben? Die Musik, die Ende der 70er Jahre in den Armenvierteln US-amerikanischer Großstädte entstanden ist und die vorwiegend afroamerikanische Jugendliche nutzten, um ihren Protest gegen rassistische Polizeigewalt und soziale Ungerechtigkeit zu artikulieren.
Nationalistische Tendenzen sind besonders im Deutschrap keine neue Erscheinung, sondern bereits lange Vorhanden. Den Anfang dürfte der Berliner Rapper „Fler“ gemacht haben, der zusammen mit seinem Label „Aggro Berlin“ bereits seine deutsche Identität in der überwiegend migrantisch geprägten Berliner Hip-Hop Szene als Alleinstellungsmerkmal zur Vermarktung nutzte. So trug sein 2005 erschienenes Debutalbum den Titel „Neue deutsche Welle“. Der provokante Name war dabei Programm. Neben „alt-deutscher“ Frakturschrift, Schwarz-Rot-Goldenen Fahnen und Reichsadlern in seinen Videos, wurde das Album mit „Ab dem 1. Mai wird zurückgeschossen“, einem abgewandelten Hitler-Zitat, beworben.

Deutscha Bad Boy?

Auch inhaltlich bietet Fler‘s „Lyrik“ auf dem Album wenig Innovation. Seine Texte bestehen, wie für sein Label üblich, aus mackerhaften, sexistischen und homophoben Battle-Rap-Phrasen. Diese präsentiert er seinen Hörern dazu noch handwerklich deutlich schlechter, als man dies beispielsweise von seinen Kollegen Sido oder B-Tight kennt. Von denen grenzt er sich jedoch mit seinem Nationalstolz ab, was sich allein durch die Wahl seiner Songtitel erkennen lässt. In Texten wie: „Deutscha Bad Boy“ (2008), „Ich bin Deutscha“ (2008), „Das alles ist Deutschland“ (2010) oder „Stabiler Deutscher“ (2014), macht er klar, welche Eigenschaften ein „stabiler Deutscher“ in seinen Augen erfüllen muss. Heraus kommt am Ende nicht mehr als ein Klischee: blaue Augen, Stolz, Kraft, Kampfgeist und Ehre.

„Der Deutsche“ alias „Fler“ wirbt gern mit abgewandelten Hitler-Zitaten. Photo © Nico Jenner (CC BY SA 3.0)

„Der Deutsche“ alias „Fler“ wirbt gern mit abgewandelten Hitler-Zitaten.
Photo © Nico Jenner (CC BY SA 3.0)

Nur National, nicht rechts?

Kritiker, die ihm vorwerfen, dass seine Texte rechtsextremes Gedankengut fördern, kontert Fler geschickt mit dem Hinweis, dass er ja auch ausländische Freunde habe und begibt sich wie jeder „missverstandene“ Patriot in die Opferrolle. Dies ändert jedoch nichts daran, dass er es, wenn auch ungewollt, mit seiner Line: „Bei mir hängt die Fahne nicht nur zur Fußball WM“, 2014 in den Europawahlkampf der Nazi-Partei NPD geschafft hat.
Ist Fler also ein Nazi? Nein, das ist er nicht, im Unterschied zu organisierten Faschisten, wie z.B. bei der NPD, ist Fler nicht dabei, wenn sogenannte „national-befreite Zonen“ ausgerufen werden, wenn Ausländer bedroht oder Flüchtlingsheime angezündet werden. Doch sein Nationalismus trägt genauso wie die Hetze der NPD zur Spaltung in Deutsche und Ausländer bei und verschleiert die realen Trennlinien in dieser Gesellschaft: zwischen den herrschenden Kreisen, den Banken und Konzernen, und uns. Seine Musik ist damit die Hintergrundmusik zu den brennenden Heimen und den brutalen Schlägern, die sich selber als Herrenrasse betrachten. Ob Fler sich dessen bewusst ist und ob er Kontakt zu den Nazis hat oder haben möchte, ist dabei nicht entscheidend und macht seine Musik kein Stück besser.

Gegen das System?

Das Schlimme ist, dass Fler mit seinen nationalistischen Ansichten innerhalb der deutschen Hip-Hop-Szene nicht alleine da steht. Da wäre sonst zum Beispiel Bushido, der bereits seine gesamte Laufbahn hindurch mit provokanten und chauvinistischen Texten auf sich aufmerksam machte. Er sorgte in einem Blog auf Youtube Ende Mai diesen Jahres erneut für Schlagzeilen, als er verkündete, dass er vorhabe in Berlin die AfD zu wählen.
Als sein Rapperkollege Ali Bumaye daraufhin einwendete, dass es sich dabei doch um eine Nazi-Partei handele, entgegnete Bushido lachend: „Ja, einfach so Alter. Ist mir scheißegal, ich wähle nie wieder CDU, diese Bastarde, alter!“ Seine Begründung ist dabei bezeichnend. Für ihn, wie auch für viele andere Wähler der AfD, handelt es sich bei der Wahl dieser Partei um einen reinen Akt des Protestes gegen die etablierte Politik.
Dieser scheinbare Protest äußert sich darin, dass es die politische Rechte – trotz reaktionären Inhalten, die den Interessen eines großen Teiles der lohnabhängigen Bevölkerung entgegen stehen – geschafft hat, sich als einzig scheinbare Alternative zum bestehenden System zu präsentieren.

 »Die deutschen Helden kämpften, töteten und starben für UNS! (...) Ihr soldatisches Opfer ist ein glänzendes Vorbild für uns alle! Denn auch heute stehen wir wieder mitten in einem Existenzkampf, in dem uns Gewalt aufgezwungen wird und wir uns und unsere Familien verteidigen müssen um nicht zu Sklaven Fremder zu werden! (...) DEUTSCHLAND ÜBER ALLES« Julian Fritsch alias Makss Damage gedenkt gerne den „gefallenen Helden der Nation“ Photo © Julian Fritsch posiert auf seinem Facebook-Account vor ei- nem Kriegerdenkmal und prophezeit: „Der Adler wird wieder fliegen!“.

»Die deutschen Helden kämpften, töteten und starben für UNS! (…) Ihr soldatisches Opfer ist ein glänzendes Vorbild für uns alle! Denn auch heute stehen wir wieder mitten in einem Existenzkampf, in dem uns Gewalt aufgezwungen wird und wir uns und unsere Familien verteidigen müssen um nicht zu Sklaven Fremder zu werden! (…) DEUTSCHLAND ÜBER ALLES«
Julian Fritsch alias Makss Damage gedenkt gerne den „gefallenen Helden der Nation“
Photo © Julian Fritsch posiert auf seinem Facebook-Account vor ei- nem Kriegerdenkmal und prophezeit: „Der Adler wird wieder fliegen!“.

Offener „NS-Rap“
Doch neben den oben genannten „Reihenhausrebellen“ haben auch offene Faschisten in den letzten Jahren angefangen, sich als Rapper zu betätigen. Von ihnen dürfte der aus Gütersloh stammende Julian Fritsch aka „Makss Damage“ der einzige sein, der auch ausserhalb der Szene einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Interessant ist, dass er seine politische Laufbahn nicht in der extremen Rechten begonnen hat, sondern sich zunächst in linken Gruppen, also bei uns, politisierte. Aus diesem Grund verarbeitete er zu Beginn seiner „Karriere“ auch noch antikapitalistische und antiimperialistische Themen, welche jedoch damals schon innerhalb der linken Szene sehr kontrovers aufgenommen wurden. Anstelle von Analyse und Kritik von gesellschaftlichen Missständen setzte Fritsch auf Antisemitismus und Verharmlosung des deutschen Faschismus. So heißt es in seinem Track „Antideutsche Hurensöhne“: „Ich würde eher Adolf Hitler, Heinrich Himmler oder Ernst Röhm als euch links nennen.“ In „Arabisches Geld“ rappt Makss Damage: „Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen, die jüdisch sind“.

Der Sohn Mannheims Xavier Naidoo tritt für die Reichsbürger auf, die sich einbilden noch im Deutschen Reich zu leben. Photo © maniadb.com (CC BY SA 2.0)

Der Sohn Mannheims Xavier Naidoo tritt für die Reichsbürger auf, die sich einbilden noch im Deutschen Reich zu leben.
Photo © maniadb.com (CC BY SA 2.0)

Keine reine Szene-Angelegenheit

Eben dieser Fritsch, aka Makss Damage schaffe es nun kürzlich sogar eine halbe Stunde in den Berliner Radiosender KissFM, als sei seine faschistische Einstellung etwas spannendes, worüber er mal locker berichten könne. Überhaupt scheinen die politischen Überzeugungen von Musikern nicht immer öffentlich hinterfragt zu werden. Xavier Naidoo z.B. gehört mit seiner Karriere bei den „Söhnen Mannheims“ zu einem der bekanntesten deutschen Musikern. Er hat Charts- und PR-Geschichte geschrieben, bei der Fußball-WM in Deutschland lief sein Song auf und ab. Kaum ein Musiker hatte so viel Kontakt zu Promis und Politikern wie er. Und doch zweifelt er an der Existenz dieses Staates und paktiert mit der faschistoiden Reichsbürgerbewegung, welche sich einreden, noch im „Deutschen Reich“ zu leben, welches 1945 von den antifaschistischen Siegermächten zerschlagen wurde. Sein fundamentalistischer, christlich-evangelikaler Glaube schien Jahre lang niemanden zu stören, bis letztes Jahr seine Kandidatur zum Eurovision Song Contest zurückgezogen wurde. Dabei hatte er schon 2012 bewiesen, wo er steht, als er in einem Track zusammen mit Kool Savas darüber phantasiert hat, einen Pädophilen zu verstümmeln. Verschwörungstheorie, Fundamentalismus und Gewaltphantasien: So wäre er fasst Deutschlands Botschafter für den ESC geworden.

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj-netz.de

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Nicht auf den Leim gehen

Die durch den Rechtsruck immer stärker werdende Übermacht reaktionärer Ideen wird auch im musikalischen Bereich auf fruchtbaren Boden treffen. Das ist der Grund, warum nun auch Personen wie Chris Ares oder Makss Damage mit ihren nationalistischen Texten besonders junge Zuhörer begeistern und für ihren Kulturkampf gegen die vermeintliche Islamisierung rekrutieren können. Dabei wäre die notwendige Aufgabe kein Kulturkampf, sondern Klassenkampf. In der Schule gegen die Kürzungspolitik der Ministerien, im Betrieb gegen die Bosse und ihre Profite, auf der Straße gegen die herrschende Ordnung und in der Liedzeile gegen ihre Ideologie und Propaganda.

 

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And the winner is…

bildschirmfoto-2016-12-21-um-10-13-53Steinmeier? Die Chefs der Regierungsparteien haben sich entschieden, wer die Wahl im Februar gewinnen wird, um dann als neuer Grüßaugust im Hauptstadt-Schloss zu wohnen. Soll auch diese Wahl alternativlos sein? Die Linkspartei schickt mit dem Politikwissenschaftler Butterwegge einen Armutsforscher ins Rennen und prangert damit die scheiß Situation von so vielen Menschen an. Dass die Regierungsparteien deswegen jedoch über Lösungen nachdenken würden, wäre zu viel erwartet.
Eine gute Sache hat die anstehende Wahl jedoch: Gauck wird gehen. Armut wird ihm nicht drohen, er bekommt auch nach seiner Amtszeit noch 214.000 € im Jahr. Dazu kommen noch Büroräume, Personal, Dienstwagen und Fahrer für ungefähr nochmal so viel Geld. Puh, wo soll man soviel Geld hernehmen? Achja, bei uns! Der Pfaffe würde einen nun beruhigen, man soll ja immer dankbar sein. Dankbar können wir sein, dass der Präsident zum Glück über seine Propagandareden hinaus nichts zu melden hat.
So ist es auch in Österreich. Einer wollte das ändern und sich als politische Größe aufspielen. Doch den Nachbarn ist aufgefallen, wie unpassend ein deutsch-nationaler doch für so ein Amt außerhalb Deutschlands ist. Unpassend fanden die US-Amerikaner bei ihrer Wahl das neoliberale Weiter-so, also wurde da einer gewählt, der sich gekonnt aufspielt. Problematisch ist nur, dass er Präsident in den USA wirklich was zu sagen hat.
Unter‘m Strich bleibt für uns alles gleich, egal welcher Name die jeweiligen Präsidenten der Banken und Konzene tragen. Wir stellen uns deswegen in diesem Heft die relevanten Fragen. Aber lest selber!

Euer Zeitungskollektiv

Die POSITION, das Magazin der SDAJ erhaltet ihr bei eurer SDAJ-Gruppe vor Ort oder im Abo für nur 10€ im Jahr! Mehr Infos gibts unter: http://www.sdaj-netz.de/material/position/abo-service/

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Das Banas-Pojekt

Die imperialistische Kriegspropaganda kennt keine Schamgrenze. Zu den abscheulichsten Mitteln gehört die Instrumentalisierung von Kindern. Die Brutkastenlüge ist vielen noch in Erinnerung- eine frei erfundene Gräuelgeschichte, nach der die irakische Armee in Kuweit Frühgeborene aus den Brutkästen genommen und an die Wand geschleudert haben sollte. Die „Fakenews“, wie man nach der neuesten propagandistischen Wortschöpfung heute sagt, diente als Vorwand für das Eingreifen der US-Armee, das letzten Endes zur Besetzung und Zerstörung des Irak führte.

Sonderlich einfallsreich sind die Propagandapparate nicht. Die Leier ist immer die selbe. Aber, wenn auch vermutlich mit abnehmender Wirkung, ist das doch immer noch erfolgreich . Hier einer der dutzendfachen „Fakes“ im Syrienkrieg:

Die Instrumentalisierung von Kindern: Wer ist „Bana aus Aleppo“?

Southfront

Zuerst gab es 2011 das „Gay Girl in Damaskus“ und nun haben wir @AlabedBana, die aus Aleppo twittert.

„Liebe Welt, lieber einen 3. Weltkrieg anfangen als Russland & assad ein #HolocaustAleppo begehen lassen.“

„Liebe Welt, lieber einen 3. Weltkrieg anfangen als Russland & assad ein #HolocaustAleppo begehen lassen.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf 21stcenturywire.com – Übersetzung von FritztheCat

Von BarbaraMcKenzie

Die Bana-Geschichte beginnt im September 2016. Die 7-jährige Bana fängt an, aus Ost-Aleppo zu twittern. Sie will ihre Angst über das Leben in einer vom Krieg geplagten Stadt der Welt mitteilen. Ihr Auftritt in den Sozialen Medien hat ein gewisses Maß an Skepsis und sogar Heiterkeit ausgelöst. Das ist vielleicht ein trauriges Spiegelbild der Welt, in der wir leben. Es ist nur gerecht wenn wir uns dem Fall Bana objektiv nähern.

Wir lernen, dass Bana mit ihren Eltern und zwei Brüdern in Aleppo lebt. Ihre Mutter Fatemah ist Lehrerin, die „Banas Twitterkonto managt“ und manchmal selbst twittert. Und ihr Vater Ghassan arbeitet in der „rechtlichen Abteilung des Ortsbeirats“, was immer das auch bedeuten mag – das Gebiet ist vollständig unter Kontrolle von al-Nusra (AlQaeda in Syrien), die ihren eigenen Ortsbeirat aufgestellt hat:

(Foto: Der Ortsbeirat von Ost-Aleppo)

(Foto: Der Ortsbeirat von Ost-Aleppo)

Banas erster Tweet ist herzerweichend:

„Ich brauche Frieden.“

„Ich brauche Frieden.“

Bana twittert nur, um uns das Bombardement Aleppos durch Putin und Assad mitzuteilen. Und dass wir doch etwas dagegen unternehmen sollen (Bana hat beim Bombardement eine oder zwei Freundinnen verloren, aber ihre Namen erfahren wir nie). Die Tweets sind nahezu unterschiedslose Variationen über diese Themen: Bomben, Sehnsucht nach Frieden, Betet für uns. Rettet uns.

„Tausende von Assad-Truppen stürmen jetzt Ost-Aleppo um uns abzuschlachten, liebe Welt, rette uns. – Fatemah“

„Tausende von Assad-Truppen stürmen jetzt Ost-Aleppo um uns abzuschlachten, liebe Welt, rette uns. – Fatemah“

Und es gibt auch die Aufforderungen, Assad und Putin wegen Kriegsverbrechen anzuklagen:

„Russland und Assad sollte man vor den ICC zerren, und wenn nicht, dann sollte gar niemand dort angeklagt werden – Fatemah#Aleppo“

„Russland und Assad sollte man vor den ICC zerren, und wenn nicht, dann sollte gar niemand dort angeklagt werden – Fatemah#Aleppo“

Die lütte Bana legte am 24. September mit 20 Tweets los. Und seitdem hat sie ordentlich weitergemacht, am 4. Oktober schaffte sie es auf 120 (inkl. Retweets). Bevor ich Hashtags benutzte, habe ich wochenlang schon Twitter benutzt und den Jargon habe ich mir nur langsam angewöhnt. Bana hat jedoch alles schnell kapiert und an den beiden ersten Tagen bekamen wir schon die Hashtags #Aleppo, #HolocaustAleppo, #MassacreInAleppo und #StopAleppoMassacre. Mit Abkürzungen wie POTUS und OMG kennt sie sich aus. Die Follower waren über Banas Englischkenntnisse erstaunt:

„Ich werde der glücklichste Mensch der Welt sein wenn der Aleppo-Krieg zu Ende ist. – Bana#Aleppo“

„Ich werde der glücklichste Mensch der Welt sein wenn der Aleppo-Krieg zu Ende ist. – Bana#Aleppo“

„Hier sterben die Menschen wie die Fliegen Ich weiß nicht was als nächstes kommt. Die Bomben fallen wie Regen“

„Hier sterben die Menschen wie die Fliegen Ich weiß nicht was als nächstes kommt. Die Bomben fallen wie Regen“

„Wenn ich die Flugzeuge höre dann fürchte ich mich jetzt sehr. Dunkelheit und sehr gefährliches Aleppo Ich bete dass die heutige Nacht für mich und alle ruhig wird.“

„Wenn ich die Flugzeuge höre dann fürchte ich mich jetzt sehr. Dunkelheit und sehr gefährliches Aleppo Ich bete dass die heutige Nacht für mich und alle ruhig wird.“

„Ich will aus diesem schrecklichen Traum aufwachen, den ich morgens und abends durchlebe“

„Ich will aus diesem schrecklichen Traum aufwachen, den ich morgens und abends durchlebe“

Wenn man Zusammenziehungen im Englischen wie „I’ll“ und redensartliche Ausdrücke wie „schrecklicher Traum“ im Alter von 7 Jahren beherrscht, dann muss man Bana zu den Genies zählen. Es gibt nur ein Problem: Wenn die putzige Bana in einem Video erscheint, dann wird es offensichtlich, dass sie kein Wunderkind ist. Ja, sie könnte nicht einmal zwei englische Wörter aneinanderreihen, es sei denn auswendig gelernt. Es wurde klar, dass wer auch immer die Tweets geschrieben hat, nichts mit der kleinen rezitierenden Schauspielerin zu tun hat, z. B. am ersten Tag ihres Twitterns (ja, auch das war vom ersten Tag an geplant):

„Ich… hasse Krieg… Und die Welt hat uns vergessen.. Aleppo“ (Video)

„Ich… hasse Krieg… Und die Welt hat uns vergessen.. Aleppo“ (Video)

Am 6. Oktober war sie schon etwas geübter:

(„Haben kein Essen – Aleppo unter Belagerung“)

(Anm.der Autorin: Ganz eindeutig spricht Bana nicht viel Englisch, zumindest nicht annähernd ihre prägnanten, hoch differenzierten und politischen, und oft zynischen Kommentare auf Twitter. Dass westliche Medien-Klitschen wie NBC News, The Guardian, the London Telegraph und andere behaupten, dass Bana auch nur einen ihrer Tweets selbst geschrieben habe, das zeigt das Ausmaß an Nachrichtenfälschung dessen sich die Konzern-Massenmedien normalerweise bedienen.)

Der 29. Oktober war ein weiteres Unglück.

Ein aufmerksamer Fan war sehr von der neuen Kleidung beeindruckt, mit der Bana und ihre Brüder in dem folgenden Clip ausgerüstet sind (Dank an Vivienne@KitchandBot):

„Wir genossen den Regen. – Bana#Aleppo“

„Wir genossen den Regen. – Bana#Aleppo“

Bana hat einen Freund, Herrn Alhamdo, der sich als Lehrer, Reporter und Aktivist bezeichnet. Es kann sein, dass er bei den technischen Dingen zum Twitter Account hilft, etwa mit den Videos und dem Hochladen oder Weiterverbreiten; er twittert ziemlich gut, seine Ausdrucksweise ähnelt der von Bana und ihrer Mutter und daher kam die Frage auf, ob er auch ihre Tweets zusammenstellt (manche bestreiten das).

„heute bin ich bei bana, dem twitter-mädchen. Sie twittert immer mit hilfe ihrer Mom“

„heute bin ich bei bana, dem twitter-mädchen. Sie twittert immer mit hilfe ihrer Mom“

Anscheinend wohnt Al Hamdo in Aleppo, so wie Bana. Jedoch wurde Gaziantep, die Basis etlicher vom Westen unterstützter NGOs, von den Türken bombardiert und könnte die notwendige apokalyptische Szenerie bieten, sowohl für Bana als auch die Journalisten, die behaupten, sie würden aus Ost-Aleppo berichten. Ob er jetzt Bana ist oder nicht: es erscheint unwahrscheinlich, dass die Tweets aus Aleppo kommen, wenn man die Häufigkeit der Tweet betrachtet.

Banas „Vater“, ‚Ghassan Alabed‘, scheint eine reale Person zu sein: er hat seine eigene Facebook-Seite (seit 2001) und einen Twitter Account, @ghassanalabed77, der erst im September eröffnet wurde, gleichzeitig mit dem Beginn des „Bana Project“ (Dank an @Qoppa999). Er kommt in Banas Tweets und Videos nicht vor, kann also sein dass er tatsächlich in Aleppo arbeitet (für ein Sharia-Gericht, vermutet @Qoppa999). Sehr unwahrscheinlich dass er mit Bana verwandt ist, denn sie taucht nur auf seiner Facebook-Seite vom Oktober 2016 auf, d.h. als Teil des Projekts. Darüber hinaus scheint es eine Verwirrung über ihren Namen zu geben:

„Mein kleines Mädchen zahra daddy Gott schütze dich und alle Kinder“

„Mein kleines Mädchen zahra daddy
Gott schütze dich und alle Kinder“

Noch jemand wird als „Mr. Bana“ vermutet: AJ Joshi @AJ) hat Bana interviewt, besser gesagt Banas Mutter, über Periscope. Es ist eine Qual, das Interview anzuhören, aber John Delacour (@John Delacour) hat einen typischen Ausschnitt übersetzt:

„Banas Mutter, Fatameh Alabed, spricht mit @AJ (a gull) (Ausschnitt)

„Banas Mutter, Fatameh Alabed, spricht mit @AJ (a gull)
(Ausschnitt)


AJ – Ja…ja äähm also die Luftangriffe
FA – (simul) Sie greifen nur ääh Krankenhäuser, ääh, Schulen, ääh, mmmm, Gebäude und ääh brave Menschen an
AJ – Sind die Luftangriffe wahllos?
FA – mmm?
AJ – Sind die Luftangriffe völlig wahllos, dass sie nur flächendeckend wahllos abwerfen ääh an vielen verschiedenen wahllosen Orten oder zielen sie, ich meine, in den Medien und den Nachrichten sagen sie dass sie ääh nur auf bestimmte Gebiete zielen.
FA – Nein. Überall, wo man sich nur vorstellen kann, jede Straße, jedes Gebäude, Sie…überall ist es hier gefährlich. Nicht ist es ääh Gebiete sind nicht betroffe sind kein Ziel. Weil sie blind. Sie machen ihre Augen zu und bomben.
AJ – …“

Mitte November hat Fatemah auf YouTube ein seltsames Video hochgeladen. Es soll beweisen wie Banas Familie tatsächlich bombardiert wird. Fatemah redet und man hört Kinderstimmen, aber es gibt keine Versuche einen dieser Menschen zu filmen. Man sieht zerstörte Gebäude und in der Entfernung Rauch, as könnte von Bomben stammen, aber keines der versprochenen Flugzeuge. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass das nicht eine Aufnahme mit einer später hinzugefügten Tonspur ist.

Nach drei Wochen folgte Bana 51 Menschen. Niemand davon ist eine offensichtliche Wahl für ein sieben Jahre altes Mädchen: Es sind ausnahmslos Politiker, Konzernmedien oder Aktivisten aus den Sozialen Medien. Die meisten davon könnte man als Sympathisanten des Kriegs gegen Syrien bezeichnen; viele davon haben enge Beziehungen zu terroristischen Gruppen.

Iyad el-Baghdadi, Louisa Loveluck, Julian Roepcke, Sophie McNeill – alles entschiedene Unterstützer der syrischen „Revolution“ – sind sehr mit den pro-syrischen Aktivisten vertraut, die Zeit auf Twitter verbringen. Bana folgt auch der pro-terroristischen „National Coalition of Syrian Revolution and Opposition Forces“ und den „White Helmets“ – jener gefälschten humanitären Organisation, die zur Zeit eine Petition für eine Flugverbotszone in Syrien (d.h. NATO-Bombardement) verbreitet. Eine besonders seltsame Wahl ist @IranArabSpring, das sich auf einen Regimewechsel im Iran fokussiert, vermutlich mit dem selben blutigen Kurs.

Eine der ersten Follower von Bana war, und das ist typisch, die australische Journalistin Sophie McNeill, die bei der Verbreitung des Madaya-Schwindels im Januar 2016 behilflich war. Die Geschichte geht so: Die Einwohner von Madaya, einer von der Regierung belagerten Stadt, mussten Hunger leiden. Und das sei nur die Schuld der syrischen Regierung, die verhindere, dass Hilfe in die Stadt kommt. In Wahrheit waren viele, wenn nicht alle Fotos gefälscht, im Oktober kam Hilfe für drei Monate in Madaya an, und das Hauptproblem war, dass die Terroristen die Lebensmittel zu exorbitanten Preisen verkauften. Viele der anderen Follower Banas sind ebenfalls in die Verbreitung von Falschinformationen über den Syrienkrieg verwickelt.

Bana hat innerhalb kürzester Zeit eine riesige Gefolgschaft erreicht, 65.000 am 3. Oktober. Ein sehr großer Teil der Follower scheint von Fake Accounts zu stammen, was wieder darauf hindeutet, dass einige sehr gescheite Leute das Projekt managen.

Die Konzernmedien haben Bana jedoch ausnahmslos ins Herz geschlossen, mit ergreifenden Geschichten ohne jeden Zweifel. Im Telegraph, dem Guardian und auf allen Hauptsendern. Der New Statesman ging zum Angriff über, nachdem sich viele Leute über den Account lustig gemacht hatten.

Die letzte Werbung kommt von der Schriftstellerin JK Rowling, die Bana einen Satz Harry Potter ebooks (in Englisch) schickte:

„Ich hab dich auch lieb, Bana! Ich denke an dich, pass auf dich auf #Aleppo“

„Ich hab dich auch lieb, Bana! Ich denke an dich, pass auf dich auf #Aleppo“

„Das ist mein Leseort, wo ich anfangen wollte Harry Potter zu lesen aber er ist bombardiert. Ich werde nie vergessen. – Bana“

„Das ist mein Leseort, wo ich anfangen wollte Harry Potter zu lesen aber er ist bombardiert. Ich werde nie vergessen. – Bana“

Die Agenda

Es kann keinen Zweifel daran geben, dass das Bana Project ein Schwindel ist. Dass die Tweets dazu geschrieben werden, die NATO-Sichtweise zum Syrienkrieg zu befördern, hinsichtlich der Beteiligung des syrischen und der russischen Streitkräfte, um einen Regimewechsel in Syrien zu erleichtern.

Die Sympathien für das Bana Project liegen vollständig bei den Extremisten, die die Bevölkerung von Ost-Aleppo terrorisieren, West-Aleppo beschießen und denen die Gefahr droht, von der Syrisch Arabischen Armee und Alliierten wie Hisbollah und der palästinensischen Al Quds-Brigade vertrieben zu werden.

Von Anfang an hat Bana Assad und Putin dafür beschuldigt, einen Holocaust, ein Massaker zu begehen. Eine Bombardierung mit Splitterbomben, Phosphor, Thermitbomben und natürlich mit Fassbomben. Seither macht der Account mit dem Thema Bomben und „Assad/Putin ist schuld“ weiter, zusammen mit ständigen Aufrufen an die Welt etwas zu unternehmen, „das Bomben zu beenden“.

„2 Phosphor & 2 Fassbomben schlugen in der Nähe unseres Hauses ein der Boden hat gewackelt, wir haben geweint. – Fatemah #Aleppo“

„2 Phosphor & 2 Fassbomben schlugen in der Nähe unseres Hauses ein der Boden hat gewackelt, wir haben geweint. – Fatemah #Aleppo“

Niemals kommt zur Sprache, dass die Terroristen Demonstranten auf den Straßen Aleppos niedermähen und dass sie verhindern, dass humanitäre Hilfe das Gebiet erreicht. Banas Familie ist vielleicht in der Lage, dubiose Behauptungen über eine russische Bombardierung einer Schule in Idlib nachzuplappern, aber an den Grausamkeiten durch die Hellfire-Kanonen, die von den Terroristen auf West-Aleppo gerichtet werden, daran hat sie kein Interesse. Als die junge Schwimmerin Mireille Hindoyan im armenischen Viertel von West-Aleppo durch die Granate eines Terroristen getötet wurde, da hat das Bana Project, zusammen mit dem Independent (UK) sanft anklingen lassen, das sei wegen einer russischen Bombe geschehen.

„Diese kostbare Leben wurde durch die fortgesetzte Bombardierung in #Aleppo ausgelöscht, – Fatemah #Aleppo“

„Diese kostbare Leben wurde durch die fortgesetzte Bombardierung in #Aleppo ausgelöscht, – Fatemah #Aleppo“

„BANA PROPAGANDA PROJEKT“: Mireille Hindoyan, die Schwimmerin aus West-Aleppo, wurde durch die „Rebellen“-Terroristen der US-Koalition getötet – nicht durch die Russen, wie ‚Bana‘ auf Twitter andeutet.

Der Zweck von Bana Project ist es, in der Außenwelt die Überzeugung zu schaffen, dass Russland und Syrien durch die rücksichtslose Bombardierung von Zivilisten (in Ost-Aleppo) schwere Kriegsverbrechen begingen. Tatsache ist, dass sowohl Russland als auch Syrien dementiert haben, sie würden Aleppo bombardieren. Und wenn man davon ausgeht, dass Syrien eine massive Bodenoffensive zur Einnahme Aleppos gestartet hat, so scheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Allianz gleichzeitig bombardiert.

Jedoch könnte ein Überzeugung der Welt, es würden Gräueltaten begangen, zu einem von zwei Ergebnissen führen. So wie mit Madaya wird auf Syrien und Russland Druck ausgeübt, die Belagerung und die Hoffnung auf eine Befreiung Aleppos (Ost und West) von der terroristischen Verwüstung aufzugeben. Syrien und seine Verbündeten würden eingeschränkt, schlimmstenfalls könnten die Terroristen Fortschritte machen und zumindest würde es ein Patt geben, was eine mögliche Teilung erleichtern würde.

Das zweite ersehnte Ergebnis, von vielen seit Anfang des Kriegs bevorzugt, wäre, wenn man die Unterstützung für eine Flugverbotszone gewinnen würde. Russland und China haben bisher gegen jede UN-Resolution zu diesem Zweck ihr Veto eingelegt. Man hat gesehen wie diese Resolution in Libyen umgesetzt wurde.

„Russland hat kein Veto gegen „die Rettung von Kindern in Aleppo“ eingelegt – Russland hat gegen eine Neuauflage von Libyen, was jetzt von Großbritannien als ein Verbrechen anerkannt wurde, ein Veto eingelegt.“

„Russland hat kein Veto gegen „die Rettung von Kindern in Aleppo“ eingelegt – Russland hat gegen eine Neuauflage von Libyen, was jetzt von Großbritannien als ein Verbrechen anerkannt wurde, ein Veto eingelegt.“

Die USA haben jedoch vor kurzem eine Resolution verabschiedet, die zu einer Bewertung und Entwicklung eines Plans für eine Durchsetzung einer „No Fly Zone“ in Syrien auffordert. Auch wenn das zwingend zu einer Auseinandersetzung mit Russland führen wird. Ob man zu diesem Schritt bereit ist, oder ob man handeln kann bevor Aleppo vollständig befreit ist, das bleibt abzuwarten.

Steht Bana vor dem Aus?

In Aleppo passiert jetzt alles sehr schnell. Die Syrisch Arabische Armee, Hisbollah und die palästinensische Quds-Brigade nehmen täglich neue Gebiete ein. Bana hat verzweifelte Warnungen über einen drohenden Untergang abgeschickt, mit einem letzten Tweet von Fatemah (27 Nov 2016):

„Letzte Meldung – jetzt unter schwerem Bombardement, wir können nicht mehr leben. Wenn wir sterben, redet weiter für die 200.000 Eingeschlossenen. BYE. – Fatemah“

„Letzte Meldung – jetzt unter schwerem Bombardement, wir können nicht mehr leben. Wenn wir sterben, redet weiter für die 200.000 Eingeschlossenen. BYE. – Fatemah“

Und ein paar Minuten später von Bana (mit Foto):

„Heute Nacht haben wir kein Haus, es ist bombardiert und ich lag im Schutt. Ich sah Tote und ich bin fast gestorben. – Bana #Aleppo“

„Heute Nacht haben wir kein Haus, es ist bombardiert und ich lag im Schutt. Ich sah Tote und ich bin fast gestorben. – Bana #Aleppo“

Es ist bemerkenswert, dass 7-8.000 Menschen das Obige retweetet haben während ich es durchsah und von dem etwa ein Dutzend Menschen die das kommentierten, sich die Mehrzahl der Menschen über den Tweet lustig gemacht haben, ein paar Andere waren eindeutig Aktivisten oder Trolle, und nur einer oder zwei gehörten in die Kategorie „gutherzige Fremde“.

Wie viele echte Follower Bana tatsächlich hat, darüber bestehen ernste Zweifel.

Es gab Spekulationen, Bana hätte ausgetwittert. Am 28. November um 10 Uhr vormittags syrischer Zeit war sie jedoch noch am Leben und twitterte immer noch…

Anmerkung der Autorin: Schauen Sie sich dieses lächerliche Video an. Man merkt eindeutig, dass hinter der Kamera Erwachsene stehen und das Kind dazu zwingen etwas von Karteikarten abzulesen. Es wird klar dass Bana eigentlich kein Englisch kann. Und schon wieder ein Beweis, was für ein kompletter Beschiss dieses grausame PR Medienexperiment ist:

Im zweiten Video vom 6. November, offenbar aus Ost-Aleppo, kann das Kind Bana nicht wirklich Englisch, wenn es ohne Karteikarten reden soll.

[Anm.d.Ü.: die zwei Videos wurden von „Democratic Revolution with Syrian Characteristics“ hochgeladen. Immerhin 158 Abonnenten oder so. Was für eine Schmierenkomödie! Hier noch ein kurzer „Clip von Bana“, sehr überzeugend inszeniert, schon 51 Aufrufe]:

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Kriegspropaganda

 

23. Dezember 2016

Alan, Siegen

SDAJ

Mit dem Smartphone zur Truppe: Über die YouTube-Serie „Die Rekruten“

Alex kennt den Alltag bei der Bundeswehr noch aus der Zeit seiner eigenen Grundausbildung: „Die Serie "Die Rekruten" spiegelt die Grundausbildung bei der Bundeswehr gut wieder und ist professionell mit hohem Budget und Aufwand gemacht. Sie zeigt, dass Sport, Spaß und auch mal ein raues Wort hier und da dazu gehören, Körper und Geist gefördert und gefordert werden sollen. Was bleibt ist die Frage, warum die Bundeswehr auf solche Mittel zur Rekrutierung von jungen Soldatinnen und Soldaten zurückgreifen muss? Wohl weil das Besetzen fremder Länder und das Töten unschuldiger Menschen eben auch zum Job dazugehören - nur lässt sich das weniger gut vermarkten.“

Alex kennt den Alltag bei der Bundeswehr noch aus der Zeit seiner eigenen Grundausbildung: „Die Serie „Die Rekruten“ spiegelt die Grundausbildung bei der Bundeswehr gut wieder und ist professionell mit hohem Budget und Aufwand gemacht. Sie zeigt, dass Sport, Spaß und auch mal ein raues Wort hier und da dazu gehören, Körper und Geist gefördert und gefordert werden sollen. Was bleibt ist die Frage, warum die Bundeswehr auf solche Mittel zur Rekrutierung von jungen Soldatinnen und Soldaten zurückgreifen muss? Wohl weil das Besetzen fremder Länder und das Töten unschuldiger Menschen eben auch zum Job dazugehören – nur lässt sich das weniger gut vermarkten.“

Fünf Jahre ist es her, dass die Wehrpflicht ausgesetzt und die Bundeswehr zu einer Berufsarmee wurde. Seitdem hat sie Probleme, mit denen auch zivile Arbeitgeber der Politik in den Ohren liegen: Sie finden kein qualifiziertes Personal. Oder noch schlimmer: Es fehlt überhaupt an jungen Leuten, die zum Bund wollen.
Aber Kriegsministerin von der Leyen hat die Zeichen der Zeit erkannt und eine Charme-Offensive in Sachen Arbeitnehmerfreundlichkeit gestartet. Die Propaganda gibt es oben drauf: zwölf junge „Rekruten“ berichten in einer Webserie über die dreimonatige Grundausbildung. Ziel ist es, uns, die YouTube-Generation als Kanonenfu…äh Bürger in Uniform für die Kriege von morgen zu rekrutieren. Rund acht Millionen Euro lässt die Bundeswehr uns das kosten.

Gut gemacht

Die Anleihen beim bekannten Trash-TV sind unübersehbar. Das aufgenommene Material wird per Postproduction so aufbereitet, dass vom Lacher, über die Entwicklung der einzelnen Personen, bis hin zu emotionalen Momenten genug Schmackes hinter die kurzen, schnell geschnittenen Szenen gepackt ist.
Horror-Musik und Schwarzweiß-Filter umrahmen ein bei der Stubeninspektion gefundenes Schamhaar, Zeitlupe und emotionale Klaviermusik verleihen dem Fortgang von Matrose Palme gebührende Tiefe. Leider entsteht dabei nicht selten der Eindruck, dass sich die Produzenten in den ersten Folgen auf Kosten der Jugendlichen lustig machen oder ihre Fehler bei den strengen Verhaltensegeln breittreten.

Erfolgreiche Online-Soap

Das Youtube- und Vlog-Feeling entsteht durch die Legria-Kamera mit ihrem Bullaugeneffekt. Oftmals sehr nah am Gesicht abgefilmte Szenen fokussieren persönliche Gedanken und Gefühle. Dadurch wird nicht nur eine Bindung der Zuschauer zu den Rekruten aufgebaut. Auch entsteht bei ernsten Themen wie der 22-Push-Up-Challenge für die Opfer von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) oder dem Erstkontakt mit der Waffe der Eindruck, dass die Bedenken, Überlegungen und Wünsche nur individuell geäußert werden. Bis jetzt hat man die Jungs und Mädels selten wirklich miteinander darüber reden gesehen, welchen Sinn ihr Dienst hat oder wofür sie eigentlich kämpfen.

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj-netz.de

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Die Serie ist mit einer viertel Millionen Abos und fast 17 Millionen Clicks ein voller Erfolg. Viele Kommentare deuten darauf hin, dass vor allem sehr junge Menschen sich von der Serie angesprochen fühlen und jetzt Bock haben, zur Bundeswehr zu gehen. Das, in Kombination mit der Ansage von von der Leyen auch Menschen ohne Hauptschulabschluss zuzulassen, zeigt, dass jetzt ganz offiziell Jagd auf Minderjährige gemacht wird – vor allem wenn sie keine Perspektive haben.

 

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Spickzettel: „Terrorismus“

21. Dezember 2016

Nora, Göttingen

SDAJ

51-2_6-16_cb-spickzettel-terror2Die Anschläge am 11. September oder die jüngsten Geschehnisse in Brüssel und Paris… Seit über 15 Jahren kennen nun auch „wir“ im Westen islamistischen Terror. Durch diese Attacken sind viele unschuldige Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitspolitik und der „Krieg gegen den Terror“ beherrschen seitdem die Medien, das Zusammenleben und auch immer wieder unseren Sozialkundeunterricht. Auch weil Deutschland in diesem Krieg mitmischt, z.B. in der Türkei, wo deutsche Soldaten stationiert sind, um, wie es heißt, die Grenze des NATO-Partners zu schützen.
Klar diskutiert man im Unterricht mal darüber, ob es okay ist, überall Kameras zu installieren und Telefone und Internet zu überwachen. Für mehr Sicherheit vor Terroristen werden auch die sozialen Medien überwacht. Oder es wird diskutiert, ob die Kriege in Afghanistan und Irak sinnvoll waren. Immer mehr wird diskutiert, dass man jedoch gegenüber dem Terror nicht tatenlos zusehen kann. Aber selten schaut man auf die Hintergründe, warum Menschen in europäischen Städten Zivilisten angreifen, sich in die Luft sprengen oder eigene Gottesstaaten, sogenannte „Kalifate“, ausrufen, wie es der sogenannte „islamische Staat“ in Syrien macht.

Aufgebaut vom Westen

Der IS ist eigentlich ein gutes Beispiel, um zu verstehen, wo die Zusammenhänge liegen. Denn am IS sieht man, wie sehr auch diejenigen, die sagen sie würden gegen den Terrorismus kämpfen, geholfen haben, dass er so stark werden konnte.
Die USA und ihre Verbündeten hatten nach dem Afghanistan-Krieg und dem zweiten Golfkrieg in der arabischen Welt ein Chaos hinterlassen. Die irakische Armee wurde z.B. komplett zerschlagen – Korruption und Vetternwirtschaft waren an der Tagesordnung. Kein Wunder dass ein Großteil der IS-Kämpfer übergelaufene Soldaten waren, die monatelang keinen richtigen Sold gesehen hatten. Auch unterstützten einige Länder wie die USA, die Golfmonarchien und die Türkei den IS in seiner Entstehungsphase, weil er zu den erfolgreichen Gegnern des syrischen Präsidenten Assad und des Iran zählte. Nicht zum ersten Mal ging ein solches Spiel – der Feind meines Feinde ist mein Freund – nach hinten los. In den Achtzigern schon wurde Osama Bin Laden als Freiheitskämpfer mit Waffen und Geld unterstützt.

Teile und Herrsche

Während im Nahen und Mittleren Osten fast nur säkulare, also nicht religiöse Staaten, Ziel westlicher Kriege wurden, machte sich keiner klar, was danach aus den vielen religiösen Gruppierungen werden sollte, welche in relativem Frieden gelebt hatten. Nach dem Prinzip ‚Teile und Herrsche‘ legte man den einen religiösen Gruppen besonders viel Macht in die Hände und spielte die anderen dagegen aus – ganz wie zur Zeit des Kolonialismus. Als die zerstörten Länder dann wieder aufgebaut werden sollten, waren die Gräben so tief, dass statt Ausgleich und Zusammenarbeit oftmals Hass, Ausgrenzung und Gewalt den Alltag prägten. Dazu kamen Arbeitslosigkeit, und Perspektivlosigkeit. Das perfekte Rezept, Menschen in die Arme von Islamisten und für einen vermeintlichen Krieg gegen die Ungläubigen zu treiben.

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Oft gelten die Islamisten den Menschen in den ausgebombten Städten auch als Kämpfer gegen die Invasion und Rächer jahrelanger Ausbeutung, Bevormundung und Angriffskriege durch den Westen. Eine Spirale der Gewalt, die durch die andauernden Besetzungen, Investitionen, Kriege nicht durchbrochen, sondern weiter befeuert wird. Und einen Gegner hervorbringt, den Terrorismus, der so stark ist, dass er sogar die Entrechteten, Verwirrten und Abgehängten unserer Gesellschaft in seinen Bann zieht und mit Äxten und Autos auf andere Menschen losgehen lässt.

 

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9. Dezember 2016

SDAJ

In der dritten Verhandlungsrunde der DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmer e.V (iGZ) wurden in den letzten Tagen ein Abschluss erzielt.

Klingt erstmal gut, allerdings gibt es dabei ein paar Probleme. Tarifverträge sind dazu da, bestimmte Dinge die in Gesetzten nicht oder unzureichend geregelt sind, zu regeln und zu präzisieren. Dabei gilt, dass in einem Tarifvertrag nichts festgeschrieben werden darf, was für die Arbeiter und Angestellten eine schlechtere Regelung wäre als das Gesetz.

Ohne den Leiharbeitstarifvertrag vom DGB würde das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ (equal pay) gelten. Das heißt, dass Leiharbeiter für die gleiche Arbeit nicht schlechter bezahlt werden dürfen als ihre Kollegen aus der Stammbelegschaft. Der Tarifvertrag des DGB verhindert allerdings genau das. Hinzu kommt unsere generelle Kritik an dem System der Leiharbeit. Mit 961.000 Leiharbeitern gab es im letzten Jahr einen neuen Höchststand. Im Jahr 2014 waren es noch 50.000 weniger. Die Tendenz ist weiter steigend.

Leiharbeit spaltet. Sie spaltet die Kolleginnen und Kollegen in Stammbelegschaft und Leiharbeiter. Das schwächt den Kampf für die gemeinsamen Interessen und freut die Führungsetage der Betriebe. Außerdem diszipliniert sie die Stammbelegschaft. Denn der Verlust des Arbeitsplatzes kann einen schnell selbst in die Leiharbeit bringen. So dient Leiharbeit auch als abschreckung für alle die einen festen Arbeitsvertrag haben und ihn nicht verlieren möchten. Viele Jugendliche die nach der Ausbildung nicht übernommen werden, finden nur in der Leiharbeit eine Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Konzept der Leiharbeit, nur so viele Menschen zu beschäftigen wie eben gerade benötigt werden und bei schlechter Auftragslage alle wieder schnell rauszuschmeißen die nicht mehr gebraucht werden, nutzt nur den Besitzern der Betriebe, den Chefs und Aktionären der Banken und Konzerne.

Wir fordern:

  • Das Verbot von Leiharbeit!
  • Einen garantierten Ausbildungsplatz für alle Jugendlichen!
  • Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung!
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solidarität mit der evg!

8. Dezember 2016

SDAJ

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt mit der Deutschen Bahn über einen neuen Tarifvertrag. Wir als SDAJ unterstützen die Forderung der EVG nach weniger Arbeitszeit oder mehr Urlaub. Um das zu erreichen können die Signale auch mal auf Halt bleiben. Hier könnt ihr unsere Solidaritätserklärung nachlesen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ihr verhandelt gerade mit der DB AG über neue Tarifverträge.

Wir unterstützen eure Forderung nach einem einheitlichen Abschluss mit der Bahn, bei dem alle Mitarbeiter, unabhängig vom Geschäftsfeld, profitieren.

Überstunden, Stress und Hektik führen immer häufiger zu Ausfällen und Verspätungen bei der Bahn.

Während Grube, Pofalla und Co. sich immer mehr Boni einstecken dürfen, werden durch ständigen Personalabbau und Überalterung die Probleme bei der Bahn immer weiter gesteigert.

In Zeiten des technischen Fortschritts kommt es gerade aktuell immer mehr zur Vernichtung von Arbeitsplätzen. Umso wichtiger wird daher der Kampf nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Eure aktuellen Forderungen nach mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitszeit sollen die Deutsche Bahn dazu zwingen mehr Mitarbeiter einzustellen.

Die Folge daraus wären der Abbau von Überstunden und weniger Stress für die Mitarbeiter, doch all das muss erkämpft werden, denn von alleine wird ein profitorientierter Konzern wie die Bahn dies nicht zulassen, da der Profit im Widerspruch mit der Lebensqualität steht.

Die bisherigen Ausflüchte des Konzerns wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation, teilen wir nicht. Guter Bahnverkehr geht für uns vor allem über gute Arbeitsbedingungen und Löhne für die Bahnangestellten.  In diesem Zusammenhang stellen wir uns die Frage, ob die Entwicklung der DB AG mit den Milliardenverlusten im vergangenen Jahr, nicht deutlich macht, dass an der Frage der Organisation des Konzerns gerüttelt werden muss. Es wird doch offensichtlich, dass der Schienenverkehr  nicht nach wirtschaftlichen Kennzahlen betrachtet werden kann. Kurz: Wir sind der Meinung, dass wir eine Organisationsform finden müssen, die den Schienenverkehr wieder stärker als öffentliche Daseinsvorsorge betrachtet. Wir wollen eine Bahn als Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge und keinen profitorientierten Konzern.

 

Doch dafür heißt es zu Kämpfen und zu Streiken in Gewerkschaft, auf der Straße, im Betrieb!

Mit kämpferischen Grüßen,

 

Jan Meier (Bundesvorsitzender der SDAJ)

Florian Hainrich (Leiter AG Betrieb und Gewerkschaft der SDAJ)

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05.12.2016
german.china.org

Beijings Olympia-Park ist nach Sonnenuntergang am belebtesten. Erwachsene gehen dann auf einen Verdauungsspaziergang oder joggen.

Es sind auch Kinder zu sehen, aber selten trifft man auf Jugendliche. Diese sind üblicherweise zuhause und beschäftigen sich mit Mathematik oder englischer Grammatik. Während sie immer bessere Noten bekommen, werden sie aber auch dick, schwach und bequem.

Zwischen 1985 und 2014 wurden sieben staatliche Umfragen zur Gesundheit von Chinas Jugendlichen durchgeführt. Sie zeigen trotz besserer Ernährung eine Abnahme der Fitness.

„1989 sind männliche Schüler in der Fitnessprüfung durchgefallen, wenn sie mehr als drei Minuten und 55 Sekunden für einen 1000 Meter-Lauf gebraucht haben. Dieser Standard wurde 2014 auf vier Minuten und 32 Sekunden abgeschwächt“, sagte Wang Zongping, Fachmann für Bewegungsentwicklung an der Nanjing Universität für Wissenschaft und Technologie.

Gemäß der Umfrage von 2014 sind chinesische Schüler inzwischen größer, aber auch dicker und haben schlechtere Augen. Ein Mangel an Training wird als Hauptgrund dafür gesehen.

„Unsere Umfrage hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der männlichen Schüler mit mittlerer oder besserer Schulbildung keinen einzigen Klimmzug schafft“, sagte Wang.

Sogar wenn sie ins College kommen, behalten sie ihren Couch-Potato-Lebensstil bei. Mehr als 84 Prozent der College-Studenten machen weniger als eine Stunde am Tag Sport. 27 Prozent gehen nicht Laufen. Stattdessen verbringen sie den größten Teil ihrer Zeit mit Hausaufgaben und Online-Spielen.

In den 1980er Jahren betrieben Schüler und Studenten gerne Athletik und Gymnastik. Ein Großteil der Ausrüstungsgegenstände wurde aber in den 1990er Jahren wegen Klagen der Eltern vom Campus entfernt.

„Wenn sich ein Schüler im Unterricht verletzt, wird die Schule dafür verantwortlich gemacht“, sagte Shi Fei, Sportlehrer.

Weil es in den meisten Familien nur ein Kind gibt, wird dieses gehätschelt und übermäßig behütet.

Verletzungen seien im Sport normal und würden einer Person helfen, ihren eigenen Körper besser zu verstehen, sagte Wang.

„Wir sind zu sehr um den IQ der Kinder besorgt und machen uns zu wenig Gedanken über ihre Bewegungsfertigkeiten, ihren Teamgeist und ihre Ausdauer. Diese ‚unsichtbaren‘ Qualitäten kann man nur durch Sport im Freien erwerben“, sagte Wang.

Unterstützung durch die Regierung

Laut dem Plan für ein gesundes China 2030, der im Oktober herausgegeben wurde, benötigen gesündere Kinder bessere Sportanlagen.

Der gesamte „Übungsraum“ wird bis 2030 auf mindestens 2,3 Quadratmeter pro Person erweitert. Heute sind es nur 1,5 Quadratmeter. Es wird künftig also mehr Laufstrecken, mehr Turnhallen und mehr Schulsportplätze geben. Der Plan fordert auch für alle Schüler mindestens dreimal wöchentlich eine Stunde stramme sportliche Übungen.

„Ein gesundes China sollte mit einem sportlichen China beginnen“, sagte Wang. „Die Schulen sollten die Schüler ermutigen, den Klassenraum zu verlassen und aufs Sportfeld zu kommen. Wir sollten die Gesundheit und Lebensfreude unserer jungen Menschen wieder herstellen.“

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