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Das Festival läuft

 

RedGlobe

Cunning Mantrap am Freitag beim Festival der Jugend. Foto: FacebookCunning Mantrap am Freitag beim Festival der Jugend. Foto: Facebook

In Köln hat am Freitag das Festival der Jugend begonnen. Das gesamte Pfingstwochenende über gibt es im Jugendpark am Rhein Konzerte, Diskussionen, Lesungen, sportliche Aktivitäten und vieles mehr. Organisiert wurde das Spektakel selbstorganisiert von Jugendlichen, in erster Linie von Mitgliedern der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Den Auftakt machte am Freitag ein Konzert unter anderem mit den Kölner Lokalmatadoren von »Cunning Mantrap«.

Am heutigen Samstag stehen unter anderem Punk und Ska mit Los Fastidios aus Italien sowie kubanische Musik vom Proyecto Son Batey auf dem Programm. Satire steuert Wiglaf Droste bei. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu bewegen – und die Chance zur Diskussion oder dafür, bei Workshops neue Dinge zu lernen.

Der Eintritt zum Festival ist für TagesbesucherInnen frei – einfach mal vorbeikommen!

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Gestern, 31. Mai 2017, wurde ein aus Afghanistan stammender Schüler mit Polizeigewalt aus einer Nürnberger Berufsschule geholt. Er soll nach Afghanistan abgeschoben werden. Afghanistan ist ja ein „sicheres Herkunftsland“ ( Innenminister de Maizière ). Zur selben Zeit zeigte ein verheerender Bombenanschlag in Kabul, wie „sicher“ das Land ist – über hundert Tote und über 500 Verletzte. Schwer beschädigt wurde auch die deutsche Botschaft. „Rückführungen“ nach Afghanistan wurden vorübergehend ausgesetzt – keineswegs wegen der Gefahr, der die Deportierten in ihrem Herkunftsland ausgesetzt sind, sondern mit der zynischen Begründung, den deutschen Botschaftsangehörigen sei es derzeit nicht zuzumuten, dass sie sich um die Deportierten kümmern.

Mitschüler des Verhafteten versuchten, den Abtransport Assifs zu verhindern. Sie wurden von der Polizei brutal weggeprügelt. – Menschenrechte in Deutschland!

Heute, 1. Juni 2017, findet in München eine Protestkundgebung vor dem bayerischen Kultusministerium statt. Solidarität ist gefragt!

Die SDAJ auf facebook am 31. Mai:
„Heute Morgen wurde Assif, ein Schüler aus einer Nürnberger Berufsschule verhaftet. Etwa 200 Mitschülerinnen und Mitschüler versuchten, die Abschiebung des jungen Afghanen zu verhindern. Erfolglos: Ihre Sitzblockade wurde von einem massiven Polizeiaufgebot mit Hunden und unter Schlagstockeinsatz aufgelöst. Festnahmen zur Abschiebung aus dem Unterricht sind kein Einzelfall, ähnliche Vorfälle sind uns auch aus anderen Berufsschulen zum Beispiel aus Kelheim bekannt.“
Nur wenige Stunden später in Deutschland:
Ein 20-jähriger Berufsschüler afghanischer Herkunft wird in Nürnberg von Polizeibeamten aus dem Klassenzimmer geführt, weil er zurück in seine Heimat abgeschoben werden soll. Denn die Bundesregierung wie auch die etablierten Partein waren in letzter Zeit nicht müde zu betonen das es sich bei Afghanistan um ein „sicheres Herkunftsland“ handelt. So sicher das sich dort alle paar Wochen große Anschläge ereignen, deutsche Soldaten lieber im Stützpunkt bleiben und SPD-Politiker Steinmeier in der Vergangenheit beim Besuch des Landes mit Schutzweste und Stahlhelm unterwegs war.

Auch im Falle des Berufsschülers wird sich aufgrund des Anschlags von heute Morgen wohl keiner im Kanzleramt oder in einer der Landesregierungen dazu bewegen die Abschiebepraxis der letzten Monate und das gebetsmühlenartige Predigen vom sicheren Herkunfstland aufzugeben.

Die Mitschüler des Betroffenen sind es letztlich, die dagegen Widerstand leisten. Sie versammelten sich vor der Schule, um den Streifenwagen in dem sich ihr Kollege befindet an der Weiterfahrt zu hindern. Spontan kamen immer mehr Leute hinzu und mittlerweile blockieren bis zu 300 Personen das Gelände. Die Polizei geht bereits gegen die Blockade vor und versucht mit Gewalt den Protest aufzulösen. https://www.youtube.com/watch?v=pIbtvUOV43k

Wir forden einen sofortigen Stopp aller Abschiebungen! Kein Mensch ist illegal!

Am morgigen Donnerstag soll eine Kundgebung vor dem Bayerischen Kultusministerium in München stattfinden. Dort wollen Demonstranten gegen die Abschiebung und das Vorgehen der Polizei am Mittwoch demonstrieren (Quelle: nordbayern.de) Kommt vorbei!

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Bild könnte enthalten: 9 Personen, Menschenmasse und im Freien
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Die von der KKE unterstützte PANSPOUDASTIKI konnte bei den Wahlen ihre Position halten und ausbauen. An den Universitäten bleibt sie nach der bürgerlichen Rechten zweitstärkste Kraft, an den Fachhochschulen steht sie am dritter Position. Die von SYRIZA unterstützten Listen erlitten erneut ein Fiasko gut 1 % an den Universitäten und gut 0,7 % an den Fachhochschulen.

Hier ein Überblick über die Ergebnisse:

KKE

PANSPOUDASTIKI konnte auch bei den diesjährigen Studentenschaftswahlen ihren 2. Platz an den Universitäten (AEI) mit 20,69 % und 9.284 Stimmen, und ihre starke Position mit 20,70 % und 2.737 Stimmen an den Fachhochschulen (TEI) behaupten.

 

Viele junge Menschen schlossen sich in den Studierendenvereinigungen zum ersten Mal unter den Listen der Panspoudastiki zusammen, Tausende bekräftigten am 24. Mai 2017 landesweit mit ihrer Stimme an den vordersten Reihen der Anstrengungen für die Neuformierung der Studentenbewegung kämpfen zu wollen.

 

Sehr gering fiel auch dieses Jahr die Unterstützung der Studierenden für die Wahlliste „BLOKO“ (SYRIZA)aus (469 Stimmen und 1,05 % bei den Universitäten bzw. 88 Stimmen und 0,72 % bei den Fachhochschulen.

Landesweite Endergebnisse

 

 

 

Mehr Erstplatzierungen für PANSPOUDASTIKI bei den diesjährigen Wahlen

Die Liste der PANSPOUDASTIKI baute dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr ihre Erstplatzierungenauf 47 studentischeVereinigungen aus,und konnte bei 25 von ihnen die absolute Mehrheit bei den Vorstandssitzen erreichen.

 

 

 

 

26.05.2017

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»Zeit für Widerstand!« – Unter diesem Motto startet am Freitag im Kölner Jugendpark das Festival der Jugend 2017. Die Organisatoren des größten unkommerziellen und von Jugendlichen selbst veranstalteten politischen Festivals Deutschlands erwarten einen Besucherrekord.

Heute starten die Vorbereitungen am Kölner Rheinufer: Bühnen, Großzelte und Essensstände werden aufgebaut, Licht und Technik installiert, Infrastruktur für die Verpflegung von über tausend BesucherInnen eingerichtet. In drei Tagen startet im Jugendpark Köln ein vielfältiges politisches und kulturelles Angebot.

Die Chef-Koordinatorin des Festivals, Paula Kaltendorf, skizziert das geplante Programm: »Für dieses Jahr haben wir uns dazu entschieden das Kultur- und Freizeitprogramm auf dem Festival auszubauen. Das heißt es wird eine Reihe von praktischen Workshops geben, in denen man sich von Fotografen, Rappern, Tänzern oder DJs ein paar Skills mitgeben lassen kann. Beim Demo-Training kann man sich fit machen für die nächste Demo oder man kann in der Werkstatt lernen mit Holz zu arbeiten. Und wem der Kopf platzt, der kann morgens Yoga machen oder mittags zum Fußballturnier antreten. Und natürlich darf Musik nicht fehlen. Ob am Lagerfeuer oder bei unseren Konzerten.«

Am Freitag- und Samstagabend finden ab 18 Uhr kostenfreie Konzerte im Freien statt. »ResisDANCE against fascism« heißt es am Samstagabend, wenn u.a. der Hamburger Rapper und HipHop-Charts-Stürmer Disarstar und die italienische Ska-Formation Los Fastidios auftreten. Die Finanzierung des Konzerts wurde im Vorfeld mit einem Crowdfunding abgesichert, über welches 7.000 € gesammelt wurden. Das Konzert wird in Zusammenarbeit mit dem Musik- und Kulturmagazin Melodie und Rhythmus veranstaltet.

Unterstützt wird auch das alle zwei Jahre stattfindende Festival an sich. Dieses Jahr sind über dreißig Organisationen dabei, darunter die Naturfreundejugend NRW als Mitveranstalter. Weitere Unterstützer sind u.a. die migrantische DIDF-Jugend oder die EVG-Jugend (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft). Aus NRW ist die größte und älteste antifaschistische Organisation, die VVN-BdA Unterstützer, wie auch die Jugend der Partei DIE LINKE Linksjugend [’solid]. Aus Köln beteiligen sich die BezirksschülerInnenvertretung (BSV Köln) oder das antifaschistische Aktionsbündnis Köln gegen Rechts. Maßgeblich unterstützt wird das SDAJ-Festival in diesem Jahr wieder von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

Vor Ort gibt es noch Tickets fürs Campen und Frühstück plus Mittagessen für 40 € bzw. ermäßigt 30 €. Mehr Informationen zum Programm und dem Festival an sich unter
www.festival-der-jugend.de oder über info@festival-der-jugend.de.

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Our future is unwritten – let’s fight together Wir, als „Jugend gegen G20“, sind eine bundesweite Plattform, die der Anlaufpunkt für junge Menschen ist, welche sich in die Proteste gegen den G20-Gipfel einbringen wollen. Wir rufen dazu auf, sich an den vielseitigen Aktivitäten im Rahmen der „G20-Plattform“ zu beteiligen.
Wir wollen:

– den Gegengipfel („Gipfel für globale Solidarität“) vom 5.7. (Mi.) bis 6.7. (Do.) dafür nutzen, um in einen internationalen Austausch zu kommen und uns weiter zu vernetzen.

– am 7.7. (Fr.) durch Kreativität, Vielfalt und massenhafte Aktionen des zivilen Ungehorsams unseren Protest nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar machen.

– auf der Großdemonstration am 8.7. (Sa.) ein internationales Zeichen der grenzenlosen Solidarität setzen.
Wir organisieren uns in diesem Rahmen, um unsere Situation und Interessen zur Geltung zu bringen. Hierfür werden wir unsere verschiedenen Alltagskämpfe zusammenführen und im Rahmen der Proteste gegen den G20-Gipfel unsere Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen einen gemeinsamen Ausdruck verleihen.  Seien es die Ängste um eine lebenswerte Zukunft, aufgrund einer fortlaufenden Zerstörung unserer ökologischen Lebensgrundlage. Sei es die Ablehnung von Herrschaftsmechanismen, welche insbesondere in jüngster Vergangenheit in Form eines erstarkenden Sexismus und Rassismus auf dem Vormarsch sind. Seien es die Auswirkungen kapitalistischer Krisen, welche z.B. durch die europäische Austeritätspolitik (unter deutscher Führung) in Form einer massiven Jugendarbeitslosigkeit auf dem Rücken junger Menschen abgewälzt wird. Weltweit betreffen uns diese Entwicklungen als Jugend in besonderem Maße: es ist an der Zeit sich gemeinsam dagegen zu erheben!
Im Juli 2017 trifft sich unter Beteiligung von Trump, Putin und Erdogan die 1. Liga der Unsympath*innen in Hamburg. Sie tun dies vor allem als Krisenverwalter*innen eines immer autoritärer werdenden Kapitalismus, welcher weltweit unsere Lebensbedingungen bedroht. Beim G20-Gipfel geht es daher bei weitem nicht um unsere Interessen.  Diesen Entwicklungen stellen wir uns entgegen. Wir werden im Rahmen der Proteste eine solidarische Perspektive einer lebenswerten Zukunft sichtbar machen.

Deshalb rufen wir auf: Fahrt mit uns nach Hamburg und beteiligt euch an den internationalen Protesten! Organisiert euch im Rahmen von Jugend gegen G20 für eine solidarische Gesellschaft!

Wer wir sind: Wir sind ein Zusammenschluss aus sozialen, internationalistischen, gewerkschaftlichen und antifaschistischen Jugendgruppen, Organisationen, Verbänden und Einzelpersonen, die im Juli 2017 gegen den G20-Gipfel in Hamburg auf die Straße gehen werden. Wir werden den Protest gegen den G20-Gipfel nutzen, um unsere unterschiedlichen Kämpfe zusammenzuführen und ein deutliches Signal für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Diskriminierung, Unterdrückung und Ausbeutung zu setzen. In uns wächst die Erkenntnis, dass ein gutes Leben für alle im Kapitalismus nicht möglich ist, daher soll unser Zusammenkommen über den Widerstand gegen den Gipfel der G20 hinausgehen.

Jugend gegen G20 (Stand: 18.04.17):

– à Gauche Bremen

– AGIR

– Demokratische Jugend, Rosenheim

– AStA Uni Hamburg

– DGB Jugend Hamburg

– DGB Jugend Nord

– IG Metall Jugend Küste

– IG Metall Jugend Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

– IG Metall Jugend Region Hamburg

– Jugendantifa Kreuzberg

– Jugendrat Hamburg

– JXK Berlin

– JXK Hamburg

– Lelka & Mania

– Workshoptage

– OpenGlobe NRW

– SDAJ

– SJD

– Die Falken

– SJ – Die Falken Braunschweig

– SJ – Die Falken Hamburg

– Spolek!, Hamburg

– Verdi Jugend

– Verdi Jugend Hamburg

– Verdi Jugend Nord

– YXK Berlin

– YXK Hamburg
Ihr wollt bei uns mitmachen?  Schreibt uns eine Mail an: jugendgegeng20@riseup.net

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RedGlobe

Festival der JugendÜber das Pfingstwochenende, vom 2. bis zum 5. Juni 2017, wird erneut das Festival der Jugend seine Zelte im Jugendpark Köln am Rhein aufschlagen. Das Festival wird ehrenamtlich von Jugendlichen organisiert und bietet neben Konzerten und Partys ein vielfältiges politisches Programm aus Workshops, Podiumsdiskussionen und Lesungen. Dabei werden die Veranstalter der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und ihre Mitveranstalter von der Naturfreundejugend NRW auch in diesem Jahr von mehr als 30 Organisationen und Gruppen unterstützt, darunter auch zahlreiche Gewerkschaftsgliederungen wie die bundesweite EVG-Jugend oder regionale Strukturen der IG-Metall-Jugend und der ver.di-Jugend. Rund 800 Camping- und 2000 Tagesgäste aus ganz Deutschland werden erwartet.

»Das wird nicht irgendein Festival«, sagt Lena Kreymann, stellvertretende Vorsitzende der SDAJ und Mitorganisatorin des Festivals. »Das wird ein Ort des solidarischen Widerstands gegen Krieg und Faschismus, für eine Kultur jenseits von Kommerz und Konkurrenz, für eine Welt, in der wir selbst bestimmen statt in Schule, Uni und Betrieb lohngekürzt, aussortiert und immer mehr unter Druck gesetzt zu werden. Das wird eine Party, von uns organisiert und für unsere eigene Zukunft.«

Auch die Künstlerinnen und Künstler, die auf den Konzerten und Partys zum Feiern und Tanzen einladen, kommen aus allen Ecken der Republik. Rapper Disarstar reist aus Hamburg an, DJane EL!SAI aus Göttingen und die Jungs von Barrio 245 kommen aus Berlin. Aber keiner von ihnen hat so einen weiten Weg wie die Punk-Rockband Los Fastidios aus Italien. Mit Rapper MC Smook, dem Mondo MashUp Soundsystem und dem in Düsseldorf sehr bekannten DJ Orhan Bay sind auch einige lokale Größen vertreten. Sie alle stehen für Gegenkultur – für eine Kultur jenseits des oberflächlichen Mainstreams heutiger Popmusik.

Doch das Festival der Jugend ist mehr als nur Musik und ausgiebiges Feiern. Es ist vor allem ein politisches Festival, wo Jugendliche über ihre Situation in der Schule und in der Ausbildung diskutieren und gemeinsam Aktionen planen. Die vier Tage bieten Raum, um sich auszutauschen – über Nazis in der eigenen Stadt, die Bundeswehr an der Schule oder die Reaktionen in Deutschland auf die Wahl von Donald Trump. Die Themen der Workshops und Diskussionsrunden reichen von Bildungspolitik über Gewerkschaftsarbeit und Antifaschismus bis hin zu Antimilitarismus und internationalen Fragen. »Argumentieren gegen Stammtischparolen«, »Unser Weg zur Traumschule« und »Gegenkultur statt Massenbetrug« – so heißen drei der knapp 80 Veranstaltungen.Besonders spannend für die Tagesgäste aus der Umgebung wird wohl die Podiumsdiskussion »Recht neu, Neurechts? – Köln im Rechtsruck« sein, bei der die Entwicklungen vom NSU-Terror bis zum jüngsten AfD-Parteitag diskutieren werden.

In diesem Jahr wird außerdem das Freizeitprogramm auf dem Festival weiter ausgebaut. Jugendliche können von Rappern lernen, wie sie ihre Gedanken in eigene Texte gießen, und DJs bringen ihnen bei, Plattenteller zu bedienen. In einer Werkstatt können die Besucher selbst etwas aus Holz herstellen und werden dabei von jungen Handwerkerinnen unterstützt. Auch das Kinoprogramm wurde in diesem Jahr erweitert. So können die Besucher mit den beiden Hauptdarstellern des Films »Als wir träumten«, Merlin Rose und Julius Nitschkof, ins Gespräch kommen oder mit der Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen über ihren Film »Comrade, where are you today« diskutieren. Und last but not least können Interessierte den Film »Der junge Karl Marx« ansehen und sich im Anschluss darüber austauschen.

Paula Kaltendorf, Hauptorganisatorin des Festivals, erklärt: »Dieses Festival ist gelebte Solidarität. Es wird ausschließlich von ehrenamtlichen Jugendlichen organisiert. Alle vereint die Überzeugung, dass es Zeit ist für Widerstand – Widerstand gegen Rechts, gegen Bildungsabbau, gegen Jugendarbeitslosigkeit, gegen den Kapitalismus. Dafür gibt es dieses Festival, deren Veranstalter keinen Cent Profit machen, das Tagesgäste kostenlos besuchen können und das von Jugendlichen für Jugendliche gemacht ist. Und dafür braucht dieses Festival ebenfalls Solidarität – durch Spenden, aber vor allem durch deine Teilnahme.«

Weitere Informationen: www.festival-der-jugend.de

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Der Offene Brief an Katrin Göring-Eckardt

11. Mai 2017

Position, Magazin der SDAJ

Liebe Katrin,

das Leben ist nicht fair. Seit die SPD Martin Schulz als Kanzlerkandidaten nominiert hat, geht es dort wieder bergauf. Fast so, als hätte es die letzten Regierungsjahre der Sozialdemokraten, die voller Angriffe auf den Sozialstaat zugunsten des deutsche Kapitals waren, nie gegeben. Dies geht zu Lasten der kleinen Parteien, insbesondere deines Bündnis90/Die Grünen. Seit dem Hype um Schulz ist das Thema soziale Gerechtigkeit immer mehr in den Fokus des Bundestagswahlkampfes gerückt, während gleichzeitig die Grünen mit jeder neuen Umfrage einen Schritt näher auf die 5% Marke zugehen. Einen kleinen Vorgeschmack, was deiner Partei blühen könnte, gab es im Saarland, wo ihr eben unter die 5 %-Hürde geflogen seid. Irgendwie scheinen die BürgerInnen deiner Partei nicht zuzutrauen, die soziale Frage in ihrem Interesse anzugehen. „Völlig zu Unrecht!“ findest du, immerhin hätten die Grünen sich bereits 2003 für einen Mindestlohn eingesetzt! Und tatsächlich: Es gab bereits zu dieser Zeit Forderungen deiner Basis nach einem Mindestlohn. Diese haben es jedoch nie in die Regierung geschafft und das hauptsächlich, weil du – als Fraktionsvorsitzende – auf eiserne Disziplin gegenüber dem Koalitionspartner gesetzt hast.

Sollten es die Grünen dieses Jahr erneut in den Bundestag schaffen, lassen Özdemir und Du relativ wenig Spekulationsraum offen, in welche politische Richtung die Reise gehen wird. Die momentan stark diskutierte Möglichkeit einer Rot-Rot-Grünen Regierung siehst du skeptisch, da du es dir nicht vorstellen kannst, „mit Sahra Wagenknecht an einem Kabinettstisch zu sitzen“. Nun gibt es sicherlich einiges, was es an Sarah Wagenknecht zu kritisieren gibt. Ihre Aussagen zur Flüchtlingspolitik dürften einer Koalition jedoch weniger im Wege stehen, als ihre ablehnende Haltung gegenüber einer aggressiven deutschen Außenpolitik und Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Denn darin, diese wieder salonfähig zu machen, hat deine ehemalige „Friedenspartei“ eine aus den Geschichtsbüchern nicht wegzudenkende Vorreiterrolle. Du hattest in der Vergangenheit wenig Probleme mit deutschen Soldaten im Kampfeinsatz. So hast du 1999 mit der Beteiligung der Bundeswehr am so genannten „Kosovo-Konflikt“, der Jugoslawien zerbombte, dem ersten deutschen Kriegseinsatz seit dem 2.Weltkrieg zugestimmt. Das gleiche gilt für den Afghanistankrieg und während der Ukrainekrise 2014 gehörtest du zu den stärksten BefürworterInnen einer aggressiven Politik gegenüber Russland.

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION #2/17. Du kannst sie ab 10€ jährlich abonieren. Schreib uns einfach an position@sdaj-netz.de

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Allgemein gilt: wenn es ums Mitregieren geht war sich deine Partei noch nie für etwas zu schade. So sagtest du: „Mit der CSU würde das sicher keine Koalition der Herzen. Aber wenn die grünen Inhalte stimmen, geht selbst eine Koalition mit der CSU“. Es gab mal Zeiten, da hätte eine solche Vorstellung bei manchen an der grünen Basis Übelkeit verursacht. Ein paar von der Basis und eine Landtagsabgeordnete haben in Bayern noch schnell das sinkende Schiff verlassen, der Aufschrei war gering. Dass diese Zeiten inzwischen also vorbei sind, spricht für sich.

Insgesamt zeigt sich, dass eine grüne Partei mit dir an der Spitze eine gute Wahl für das deutsche Kapital ist, jedoch absolut keine Alternative für den Teil der Bevölkerung, der ein Interesse an Frieden und sozialer Gerechtigkeit hat.

Olli, Frankfurt und euer Zeitungskollektiv

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SDAJ Bochum
3. Mai 2017

Pressemeldung der SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) Bochum
zu Werbematerialien der Bundeswehr an der Nelson-Mandela-Schule in Bochum-Langendreer.

Nach Angaben von SchülerInnen der Nelson-Mandela-Schule sind im Schulsekretariat große Mengen an Collegeblöcken von der Bundeswehr angekommen. „Wahrscheinlich sollen diese bald an uns die SchülerInnen ausgeteilt werden“, vermutete eine Schülerin der Sekundarschule.
Auf der Titelseite des Collegeblocks wirbt die Bundeswehr mit dem Slogan: „Nach der Schule liegt dir die Welt zu Füssen. Mach sie sicherer.“ Auf der Innenseite wird spekuliert ob ein echter Kamerad nicht mehr wiegen würde als 1.000 Freunde im Netz.

Die SDAJ Bochum kritisiert die Bundeswehr für ihre Werbemaßnahmen an Schulen und fordert die Schulleitung auf die Materialien nicht auszuteilen. „Minderjährige mit Werbegeschenken für den Soldatenberuf zu werben, finden wir besonders perfide“, meint Eric Young, Vorsitzender der Bochumer SDAJ Gruppe. „Hinzu kommt, dass es an öffentlichen Geldern für Schulen und Ausbildungsplätze mangelt, jedoch nicht, wenn es der Rekrutierung von SoldatInnen dient – es wird deutlich, dass ausreichend Geld vorhanden ist.“ Die SDAJ Bochum sieht in der Werbeoffensive der Bundeswehr eine massive Militarisierung der Gesellschaft. Durch Werbeplakate, Anzeigen in Jugendzeitschriften und Schulmaterial werden die SchülerInnen einseitig beeinflusst. Der Dienst an der Waffe als ein Beruf unter vielen, und Kriege als Normalität dargestellt.

In den vergangenen Jahren haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland Proteste gegen Bundeswehrwerbung an ihren Schulen organisiert, nun setzt die SDAJ auch auf Engagement an der Nelson Mandela Schule seitens der SchülerInnen. Sie fordert außerdem Schulleitung und Stadtverwaltung dazu auf, die Collegeblöcke umweltgerecht zu entsorgen und allen SchülerInnen kostenloses Schreibmaterial, ohne Werbung für eine Armee im Auslandseinsatz, zur Verfügung zu stellen. Sie fordert alle demokratischen Kräfte in Bochum dazu auf sich ebenfalls entsprechend zu positionieren.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
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Vieles im Schulalltag wird dem Leistungsdruck geopfert

Von Janis Lindwardt

 (Foto: Koutoukidou / pixelio.de)
(Foto: Koutoukidou / pixelio.de)

Es ist Montag, 8.00 Uhr. Physik. Knapp vor dem Klingeln schaffe ich es noch in den Raum und blicke in die verschlafenen, noch viel zu wenig auf Unterricht eingestellten Augen meiner Mitschüler. Aber es hilft nichts, in der kommenden Stunde steht die nächste Arbeit an und das bedeutet jetzt aufpassen, mitarbeiten, konzentrieren.

Danach geht es weiter, Stunde um Stunde. In jedem Fach ist dieser Druck allgegenwärtig. Klausuren, Tests, mündliche Leistungskontrollen, Referate: Das sind die Dreh- und Angelpunkte im Schulalltag, unter die sich alles Andere bitte schön unterzuordnen hat. Was zählt, sind die Leistungen des Einzelnen. Dafür wird viel gegeben, schließlich geht es um die eigene Zukunft, die stark vom Abschluss und damit auch von den eigenen erbrachten Leistungen abhängt. Viele Lehrerinnen und Lehrer lächeln nur noch, wenn sie gefragt werden, ob man nicht zu diesem Thema freiwillig einen Vortrag halten oder zu jenem Unterrichtsinhalt eine mündliche Leistungskontrolle absolvieren könnte. Das bedeutet natürlich zusätzliche Arbeit und Stress. Doch für viele ist es die einzige Möglichkeit, ihren Notendurchschnitt zu verbessern.

Projekte, Ausflüge, Arbeitsgemeinschaften, organisierte Interessenvertretung, außerschulische Angebote, kurzum all das, was den Schulalltag interessanter und erträglicher macht, steht ständig im Fadenkreuz des vorgeschriebenen Leistungsdrucks.

Es ist 15.00 Uhr. Ein langer Tag – in viel zu großen Klassen, mit viel zu gestressten Lehrern, in viel zu kleinen Räumen, unter Nutzung von viel zu alten und maroden Lernmaterialien – geht zu Ende. Also jetzt Freizeit? Für die Wenigsten.

Da sind die einen, die ihren Nachmittag freiwillig für Nachhilfe opfern, um zumindest zu versuchen, im Unterricht am Ball zu bleiben. Da sind die Anderen, die das eigentlich auch müssten und sogar gerne würden, die sich aber schon rein finanziell keine professionelle Nachhilfe leisten können. Für sie bleibt häufig nur zu improvisieren und sich von solidarischen Mitschülern helfen zu lassen.

Auch wer nicht auf Nachhilfe angewiesen ist, kann die Schule in der Freizeit nicht einfach ausblenden. Die vielen Arbeiten und Tests fordern selbstständiges Lernen. Hinzu kommen die Hausaufgaben. Sie sind zeitintensiv, wenn man sie ordentlich macht, und stressintensiv, wenn man sie nicht (ordentlich) macht. Denn Hausaufgaben dienen in den wenigsten Fällen einfach nur der Wiederholung. Sie sind Vermittlung des in der Stunde nicht geschafften Unterrichtsinhalts, Vorbereitung auf kommende Leistungskontrollen und Voraussetzung für die nächste Stunde.

Ach ja, wir reden immer noch von der „Freizeit“. Eigentlich die Zeit, um seinen Hobbys nachzugehen oder um Freunde zu treffen. All diese Beschäftigungen werden jedoch durch die Schule eingeschränkt.

Viele Schülerinnen und Schüler haben außerhalb der Unterrichtszeit Nebenjobs. Hinzu kommen bei nicht wenigen Aufgaben in der Familie, sei es zu kochen oder auf die kleinen Geschwister aufzupassen. Auch diese Tätigkeiten stehen im Widerspruch zur geforderten Vorbereitung auf den Unterricht und eines von beiden zieht immer den Kürzeren.

Am nächsten Tag beginnt alles wieder von vorn und so geht es weiter bis Freitag. Aber auch das Wochenende bleibt natürlich nicht verschont von Hausaufgaben und Lernstress. Oft ist es sogar die einzige Möglichkeit, die in einer vollen Schulwoche angestauten Arbeiten nachzuholen.

„Ihr lernt für das Leben, nicht für die Schule“, sagte neulich mal jemand zu mir. Aber wer so viel für die Schule lernen mus, hat zum Lernen für das Leben gar keine Zeit mehr.

Bei all dem Schlamassel gibt es immerhin eine gute Nachricht: Wir können uns gegen den Leistungsdruck wehren! Wie das am besten gehen könnte, darüber kann man auf dem diesjährigen Festival der Jugend vom 2. bis 5. Juni in Köln diskutieren. In den Workshops „Unser Weg zur Traumschule“ und „Voice Of Pupils – Aktiv(werden) an der Schule!“, Samstag um 13.00 Uhr und Sonntag um 16.30 Uhr auf dem Festivalgelände. Schaut vorbei!

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Working Whistleblowers

 

26. April 2017

SDAJ

Leiharbeit in der Ausbildung

Phil macht seine Ausbildung zum Gesundheits-und Krankenpfleger bei der Schwesternschaft des Bayrischen Roten Kreuzes in Nürnberg

„Wir haben dadurch, dass wir die Ausbildung an der Berufsfachschule der Schwesternschaft machen keinen eigentlichen Betrieb, der uns ausbildet. Stattdessen werden wir von der Schwesternschaft an unterschiedliche Kliniken verliehen. Im Grunde sind wir also LeiharbeiterInnen. Wir arbeiten auf der Grundlage von Gestellungsverträgen. Die Schwesternschaft des Roten Kreuzes unterläuft so auf gleich mehreren Ebenen das geltende Arbeitsrecht an den Kliniken. Für uns ist zum Bespiel offiziell weder der Betriebsrat, noch die Jugendausbildungsvertretung zuständig und wir zählen als ZeitarbeiterInnen auch nicht zum Mitarbeiterstamm, nach dem sich die Größe dieser Interessenvertretungsgremien bemisst. Zwar kenne ich die eine Kollegin der JAV persönlich, und sie ist auch wirklich sehr bemüht uns zu helfen, aber ein reguläres Vertretungsrecht hat sie gegenüber den Auszubildenden der Schwesterschaft nicht. Es gibt dort auch ein sehr konservatives Rollenbild. Als Mann darf ich den Schülerbeirat, den es in der Schwesternschaft an der Berufsfachschule gibt, weder mit wählen noch mich aufstellen lassen. Die Schwesternschaft sagt auch: „Wir brauchen bei uns keine Gewerkschaften.“ Ich war schon immer Gewerkschaftsmitglied und ich bleib auch Gewerkschaftsmitglied. Aber es gab Unterricht darüber, warum Gewerkschaften schlecht sind, und man lieber auf Pflegekammern und sowas setzen soll. Den Tarifvertrag nehmen sie alle mit, da sagen sie nicht nein, aber woher der kommt, und dass man auch was dafür tun muss, das sehen sie nicht.“

 

Prüfungsbedingungen im Handwerk

Anne aus Kiel hat gerade ihre Ausbildung zur Tischlerin beendet

„Ich habe gerade meine Ausbildung im größten Tischlereibetrieb in Kiel abgeschlossen. Die Bedingungen der Ausbildung waren die ganze Zeit über nicht super. So wurde ich beispielsweise deutlich unter Tarif bezahlt und ausbildungsfremde Tätigkeiten, sowie unzählige Überstunden waren Alltag. Nebenbei wurden alle Ansätze betrieblicher Interessenvertretung behindert, da die Gesellen im Betrieb nach einem Punktesystem entlohnt werden. Das führt zu einer unterschiedlichen Bezahlung und erschwert einen gemeinsamen solidarischen Kampf für bessere Bedingungen für alle. Besonders prekär wurde die Situation allerdings als es auf den Abschluss der Ausbildung zuging. Alle Azubis müssen als praktische Prüfung ein Gesellenstück anfertigen. Dafür wurden uns 100 Stunden zur Verfügung gestellt und bezahlt. Mit diesen 100 Stunden kommt aber inzwischen niemand mehr aus, denn die Anforderungen, die an das Gesellenstück gestellt werden, werden ständig schwieriger und komplizierter. Real habe ich daher das dreifache an Zeit aufgebracht, wurde aber nur für ein Drittel bezahlt. Ich musste dafür meinen Jahresurlaub aufbrauchen und nebenbei die Kosten für das Gesellenstück, circa 700 Euro, selbst tragen. Bei nur 24 Urlaubstagen im Jahr und einer Ausbildungsvergütung von gerade einmal 500 Euro netto ist das kaum zumutbar.“

 

Betrug und Repression bei Verivox

Pascal hat 4 Monate als Leiharbeiter beim deutschen Marktführer von Tarifvergleichsanbietern Verivox (vornehmlich Strom und Gas) in Mannheim gearbeitet.

„Zusammen mit vielen anderen KollegInnen nahm ich in einem großen Sammlungsraum Anrufe von Kunden entgegen, die sich einen fairen, unabhängigen Vergleich der deutschen Strom- und Gasanbieter erhofften. Stattdessen wurde den Angestellten in den Schulungen eingetrichtert, dass die Verivoxvertragspartner stets bevorzugt zu nennen seien. Jene Verträge lassen sich jedoch als ‚Knebelverträge’ bezeichnen: Günstige Bedingungen im ersten Jahr, eine Vertragsdauer von bis zu 3 Jahren und massiv steigende Kosten nach Ablauf des günstigen ersten Jahres. Betrug am Kunden in einem so essentiellen Lebensbereich, wie der Strom- und Gasversorgung. Auch, oder besser gerade für die Angestellten ist so ein Job kein Zuckerschlecken. Während der Arbeitszeiten liefen ständig so genannte ‚Supervisoren’ durch die Reihen der Angestellten, kontrollierten und gängelten sie, machten sie vor den KollegInnen fertig. Gründe hierfür reichten von ‚zu langsamer Anrufannahme’ bis hin zur ‚Bevorzugung von Anbietern ohne vertraglicher Bindung‘. Meine eigene Entlassung begründete sich darauf, Kunden regelmäßig über die genannten Knebelverträge zu informieren und ihnen zu empfehlen sich auf das eigene und nicht das Vergleichsurteil eines Mitgewinnlers der lobbyistischen Energiebranche in der BRD zu verlassen.

Kampf um Entlastung im Pflegebereich

Weil sich die Zustände an Krankenhäusern immer weiter verschlechtern, laufen seit einigen Monaten Kämpfe unter dem Stichwort „Entlastung“. Kern des Ganzen sind vielerorts Situationen von Dauerstress und Hetze auf immer mehr Stationen, herbeigeführt durch Personalmangel und Unterbesetzung in der Pflege. Um derartige Arbeitsbedingungen nicht länger hinzunehmen, stellten u.a. die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Charite-Klinik ihre Tarifauseinandersetzung unter das Motto: „Kampf um Personalbemessung“. Sie streikten also dafür, dass geregelt und festgeschrieben wird, wie viele Pflegekräfte auf eine bestimmte Anzahl an PatientInnen kommen müssen. Dabei rückten sie ins Bewusstsein, dass ihre schlechten Arbeitsbedingungen auch zu Lasten ihrer PatientInnen gehen, und Streiks an Kliniken für eine Verbesserung der Versorgung deshalb auch in deren Interesse sind. In diesem Kampf sind ihnen seit Anfang des Jahres nun auch die Beschäftigten vieler Kliniken im Saarland gefolgt, die ebenfalls für einen Tarifvertrag zur Personalbemessung streiten und bereit sind, dafür auch zu streiken. Während des Warnstreiktages wurde in Vorbereitung der Auseinandersetzung eine Streikkonferenz abgehalten, auf der Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Stationen und Krankenhäuser zusammen kamen, um über konkrete Forderungen und das weitere Vorgehen zu beraten. In Zukunft sollen auch bundesweit Schritte gegangen werden, um im Rahmen von Tarifauseinandersetzungen Arbeitsbelastung und Entlastung zum Thema und gegebenenfalls auch zum Streikgegenstand zu machen.

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