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Kriegspropaganda

 

23. Dezember 2016

Alan, Siegen

SDAJ

Mit dem Smartphone zur Truppe: Über die YouTube-Serie „Die Rekruten“

Alex kennt den Alltag bei der Bundeswehr noch aus der Zeit seiner eigenen Grundausbildung: „Die Serie "Die Rekruten" spiegelt die Grundausbildung bei der Bundeswehr gut wieder und ist professionell mit hohem Budget und Aufwand gemacht. Sie zeigt, dass Sport, Spaß und auch mal ein raues Wort hier und da dazu gehören, Körper und Geist gefördert und gefordert werden sollen. Was bleibt ist die Frage, warum die Bundeswehr auf solche Mittel zur Rekrutierung von jungen Soldatinnen und Soldaten zurückgreifen muss? Wohl weil das Besetzen fremder Länder und das Töten unschuldiger Menschen eben auch zum Job dazugehören - nur lässt sich das weniger gut vermarkten.“

Alex kennt den Alltag bei der Bundeswehr noch aus der Zeit seiner eigenen Grundausbildung: „Die Serie „Die Rekruten“ spiegelt die Grundausbildung bei der Bundeswehr gut wieder und ist professionell mit hohem Budget und Aufwand gemacht. Sie zeigt, dass Sport, Spaß und auch mal ein raues Wort hier und da dazu gehören, Körper und Geist gefördert und gefordert werden sollen. Was bleibt ist die Frage, warum die Bundeswehr auf solche Mittel zur Rekrutierung von jungen Soldatinnen und Soldaten zurückgreifen muss? Wohl weil das Besetzen fremder Länder und das Töten unschuldiger Menschen eben auch zum Job dazugehören – nur lässt sich das weniger gut vermarkten.“

Fünf Jahre ist es her, dass die Wehrpflicht ausgesetzt und die Bundeswehr zu einer Berufsarmee wurde. Seitdem hat sie Probleme, mit denen auch zivile Arbeitgeber der Politik in den Ohren liegen: Sie finden kein qualifiziertes Personal. Oder noch schlimmer: Es fehlt überhaupt an jungen Leuten, die zum Bund wollen.
Aber Kriegsministerin von der Leyen hat die Zeichen der Zeit erkannt und eine Charme-Offensive in Sachen Arbeitnehmerfreundlichkeit gestartet. Die Propaganda gibt es oben drauf: zwölf junge „Rekruten“ berichten in einer Webserie über die dreimonatige Grundausbildung. Ziel ist es, uns, die YouTube-Generation als Kanonenfu…äh Bürger in Uniform für die Kriege von morgen zu rekrutieren. Rund acht Millionen Euro lässt die Bundeswehr uns das kosten.

Gut gemacht

Die Anleihen beim bekannten Trash-TV sind unübersehbar. Das aufgenommene Material wird per Postproduction so aufbereitet, dass vom Lacher, über die Entwicklung der einzelnen Personen, bis hin zu emotionalen Momenten genug Schmackes hinter die kurzen, schnell geschnittenen Szenen gepackt ist.
Horror-Musik und Schwarzweiß-Filter umrahmen ein bei der Stubeninspektion gefundenes Schamhaar, Zeitlupe und emotionale Klaviermusik verleihen dem Fortgang von Matrose Palme gebührende Tiefe. Leider entsteht dabei nicht selten der Eindruck, dass sich die Produzenten in den ersten Folgen auf Kosten der Jugendlichen lustig machen oder ihre Fehler bei den strengen Verhaltensegeln breittreten.

Erfolgreiche Online-Soap

Das Youtube- und Vlog-Feeling entsteht durch die Legria-Kamera mit ihrem Bullaugeneffekt. Oftmals sehr nah am Gesicht abgefilmte Szenen fokussieren persönliche Gedanken und Gefühle. Dadurch wird nicht nur eine Bindung der Zuschauer zu den Rekruten aufgebaut. Auch entsteht bei ernsten Themen wie der 22-Push-Up-Challenge für die Opfer von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) oder dem Erstkontakt mit der Waffe der Eindruck, dass die Bedenken, Überlegungen und Wünsche nur individuell geäußert werden. Bis jetzt hat man die Jungs und Mädels selten wirklich miteinander darüber reden gesehen, welchen Sinn ihr Dienst hat oder wofür sie eigentlich kämpfen.

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj-netz.de

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Die Serie ist mit einer viertel Millionen Abos und fast 17 Millionen Clicks ein voller Erfolg. Viele Kommentare deuten darauf hin, dass vor allem sehr junge Menschen sich von der Serie angesprochen fühlen und jetzt Bock haben, zur Bundeswehr zu gehen. Das, in Kombination mit der Ansage von von der Leyen auch Menschen ohne Hauptschulabschluss zuzulassen, zeigt, dass jetzt ganz offiziell Jagd auf Minderjährige gemacht wird – vor allem wenn sie keine Perspektive haben.

 

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Spickzettel: „Terrorismus“

21. Dezember 2016

Nora, Göttingen

SDAJ

51-2_6-16_cb-spickzettel-terror2Die Anschläge am 11. September oder die jüngsten Geschehnisse in Brüssel und Paris… Seit über 15 Jahren kennen nun auch „wir“ im Westen islamistischen Terror. Durch diese Attacken sind viele unschuldige Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitspolitik und der „Krieg gegen den Terror“ beherrschen seitdem die Medien, das Zusammenleben und auch immer wieder unseren Sozialkundeunterricht. Auch weil Deutschland in diesem Krieg mitmischt, z.B. in der Türkei, wo deutsche Soldaten stationiert sind, um, wie es heißt, die Grenze des NATO-Partners zu schützen.
Klar diskutiert man im Unterricht mal darüber, ob es okay ist, überall Kameras zu installieren und Telefone und Internet zu überwachen. Für mehr Sicherheit vor Terroristen werden auch die sozialen Medien überwacht. Oder es wird diskutiert, ob die Kriege in Afghanistan und Irak sinnvoll waren. Immer mehr wird diskutiert, dass man jedoch gegenüber dem Terror nicht tatenlos zusehen kann. Aber selten schaut man auf die Hintergründe, warum Menschen in europäischen Städten Zivilisten angreifen, sich in die Luft sprengen oder eigene Gottesstaaten, sogenannte „Kalifate“, ausrufen, wie es der sogenannte „islamische Staat“ in Syrien macht.

Aufgebaut vom Westen

Der IS ist eigentlich ein gutes Beispiel, um zu verstehen, wo die Zusammenhänge liegen. Denn am IS sieht man, wie sehr auch diejenigen, die sagen sie würden gegen den Terrorismus kämpfen, geholfen haben, dass er so stark werden konnte.
Die USA und ihre Verbündeten hatten nach dem Afghanistan-Krieg und dem zweiten Golfkrieg in der arabischen Welt ein Chaos hinterlassen. Die irakische Armee wurde z.B. komplett zerschlagen – Korruption und Vetternwirtschaft waren an der Tagesordnung. Kein Wunder dass ein Großteil der IS-Kämpfer übergelaufene Soldaten waren, die monatelang keinen richtigen Sold gesehen hatten. Auch unterstützten einige Länder wie die USA, die Golfmonarchien und die Türkei den IS in seiner Entstehungsphase, weil er zu den erfolgreichen Gegnern des syrischen Präsidenten Assad und des Iran zählte. Nicht zum ersten Mal ging ein solches Spiel – der Feind meines Feinde ist mein Freund – nach hinten los. In den Achtzigern schon wurde Osama Bin Laden als Freiheitskämpfer mit Waffen und Geld unterstützt.

Teile und Herrsche

Während im Nahen und Mittleren Osten fast nur säkulare, also nicht religiöse Staaten, Ziel westlicher Kriege wurden, machte sich keiner klar, was danach aus den vielen religiösen Gruppierungen werden sollte, welche in relativem Frieden gelebt hatten. Nach dem Prinzip ‚Teile und Herrsche‘ legte man den einen religiösen Gruppen besonders viel Macht in die Hände und spielte die anderen dagegen aus – ganz wie zur Zeit des Kolonialismus. Als die zerstörten Länder dann wieder aufgebaut werden sollten, waren die Gräben so tief, dass statt Ausgleich und Zusammenarbeit oftmals Hass, Ausgrenzung und Gewalt den Alltag prägten. Dazu kamen Arbeitslosigkeit, und Perspektivlosigkeit. Das perfekte Rezept, Menschen in die Arme von Islamisten und für einen vermeintlichen Krieg gegen die Ungläubigen zu treiben.

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Oft gelten die Islamisten den Menschen in den ausgebombten Städten auch als Kämpfer gegen die Invasion und Rächer jahrelanger Ausbeutung, Bevormundung und Angriffskriege durch den Westen. Eine Spirale der Gewalt, die durch die andauernden Besetzungen, Investitionen, Kriege nicht durchbrochen, sondern weiter befeuert wird. Und einen Gegner hervorbringt, den Terrorismus, der so stark ist, dass er sogar die Entrechteten, Verwirrten und Abgehängten unserer Gesellschaft in seinen Bann zieht und mit Äxten und Autos auf andere Menschen losgehen lässt.

 

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9. Dezember 2016

SDAJ

In der dritten Verhandlungsrunde der DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmer e.V (iGZ) wurden in den letzten Tagen ein Abschluss erzielt.

Klingt erstmal gut, allerdings gibt es dabei ein paar Probleme. Tarifverträge sind dazu da, bestimmte Dinge die in Gesetzten nicht oder unzureichend geregelt sind, zu regeln und zu präzisieren. Dabei gilt, dass in einem Tarifvertrag nichts festgeschrieben werden darf, was für die Arbeiter und Angestellten eine schlechtere Regelung wäre als das Gesetz.

Ohne den Leiharbeitstarifvertrag vom DGB würde das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ (equal pay) gelten. Das heißt, dass Leiharbeiter für die gleiche Arbeit nicht schlechter bezahlt werden dürfen als ihre Kollegen aus der Stammbelegschaft. Der Tarifvertrag des DGB verhindert allerdings genau das. Hinzu kommt unsere generelle Kritik an dem System der Leiharbeit. Mit 961.000 Leiharbeitern gab es im letzten Jahr einen neuen Höchststand. Im Jahr 2014 waren es noch 50.000 weniger. Die Tendenz ist weiter steigend.

Leiharbeit spaltet. Sie spaltet die Kolleginnen und Kollegen in Stammbelegschaft und Leiharbeiter. Das schwächt den Kampf für die gemeinsamen Interessen und freut die Führungsetage der Betriebe. Außerdem diszipliniert sie die Stammbelegschaft. Denn der Verlust des Arbeitsplatzes kann einen schnell selbst in die Leiharbeit bringen. So dient Leiharbeit auch als abschreckung für alle die einen festen Arbeitsvertrag haben und ihn nicht verlieren möchten. Viele Jugendliche die nach der Ausbildung nicht übernommen werden, finden nur in der Leiharbeit eine Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Konzept der Leiharbeit, nur so viele Menschen zu beschäftigen wie eben gerade benötigt werden und bei schlechter Auftragslage alle wieder schnell rauszuschmeißen die nicht mehr gebraucht werden, nutzt nur den Besitzern der Betriebe, den Chefs und Aktionären der Banken und Konzerne.

Wir fordern:

  • Das Verbot von Leiharbeit!
  • Einen garantierten Ausbildungsplatz für alle Jugendlichen!
  • Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung!
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solidarität mit der evg!

8. Dezember 2016

SDAJ

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt mit der Deutschen Bahn über einen neuen Tarifvertrag. Wir als SDAJ unterstützen die Forderung der EVG nach weniger Arbeitszeit oder mehr Urlaub. Um das zu erreichen können die Signale auch mal auf Halt bleiben. Hier könnt ihr unsere Solidaritätserklärung nachlesen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ihr verhandelt gerade mit der DB AG über neue Tarifverträge.

Wir unterstützen eure Forderung nach einem einheitlichen Abschluss mit der Bahn, bei dem alle Mitarbeiter, unabhängig vom Geschäftsfeld, profitieren.

Überstunden, Stress und Hektik führen immer häufiger zu Ausfällen und Verspätungen bei der Bahn.

Während Grube, Pofalla und Co. sich immer mehr Boni einstecken dürfen, werden durch ständigen Personalabbau und Überalterung die Probleme bei der Bahn immer weiter gesteigert.

In Zeiten des technischen Fortschritts kommt es gerade aktuell immer mehr zur Vernichtung von Arbeitsplätzen. Umso wichtiger wird daher der Kampf nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Eure aktuellen Forderungen nach mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitszeit sollen die Deutsche Bahn dazu zwingen mehr Mitarbeiter einzustellen.

Die Folge daraus wären der Abbau von Überstunden und weniger Stress für die Mitarbeiter, doch all das muss erkämpft werden, denn von alleine wird ein profitorientierter Konzern wie die Bahn dies nicht zulassen, da der Profit im Widerspruch mit der Lebensqualität steht.

Die bisherigen Ausflüchte des Konzerns wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation, teilen wir nicht. Guter Bahnverkehr geht für uns vor allem über gute Arbeitsbedingungen und Löhne für die Bahnangestellten.  In diesem Zusammenhang stellen wir uns die Frage, ob die Entwicklung der DB AG mit den Milliardenverlusten im vergangenen Jahr, nicht deutlich macht, dass an der Frage der Organisation des Konzerns gerüttelt werden muss. Es wird doch offensichtlich, dass der Schienenverkehr  nicht nach wirtschaftlichen Kennzahlen betrachtet werden kann. Kurz: Wir sind der Meinung, dass wir eine Organisationsform finden müssen, die den Schienenverkehr wieder stärker als öffentliche Daseinsvorsorge betrachtet. Wir wollen eine Bahn als Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge und keinen profitorientierten Konzern.

 

Doch dafür heißt es zu Kämpfen und zu Streiken in Gewerkschaft, auf der Straße, im Betrieb!

Mit kämpferischen Grüßen,

 

Jan Meier (Bundesvorsitzender der SDAJ)

Florian Hainrich (Leiter AG Betrieb und Gewerkschaft der SDAJ)

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05.12.2016
german.china.org

Beijings Olympia-Park ist nach Sonnenuntergang am belebtesten. Erwachsene gehen dann auf einen Verdauungsspaziergang oder joggen.

Es sind auch Kinder zu sehen, aber selten trifft man auf Jugendliche. Diese sind üblicherweise zuhause und beschäftigen sich mit Mathematik oder englischer Grammatik. Während sie immer bessere Noten bekommen, werden sie aber auch dick, schwach und bequem.

Zwischen 1985 und 2014 wurden sieben staatliche Umfragen zur Gesundheit von Chinas Jugendlichen durchgeführt. Sie zeigen trotz besserer Ernährung eine Abnahme der Fitness.

„1989 sind männliche Schüler in der Fitnessprüfung durchgefallen, wenn sie mehr als drei Minuten und 55 Sekunden für einen 1000 Meter-Lauf gebraucht haben. Dieser Standard wurde 2014 auf vier Minuten und 32 Sekunden abgeschwächt“, sagte Wang Zongping, Fachmann für Bewegungsentwicklung an der Nanjing Universität für Wissenschaft und Technologie.

Gemäß der Umfrage von 2014 sind chinesische Schüler inzwischen größer, aber auch dicker und haben schlechtere Augen. Ein Mangel an Training wird als Hauptgrund dafür gesehen.

„Unsere Umfrage hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der männlichen Schüler mit mittlerer oder besserer Schulbildung keinen einzigen Klimmzug schafft“, sagte Wang.

Sogar wenn sie ins College kommen, behalten sie ihren Couch-Potato-Lebensstil bei. Mehr als 84 Prozent der College-Studenten machen weniger als eine Stunde am Tag Sport. 27 Prozent gehen nicht Laufen. Stattdessen verbringen sie den größten Teil ihrer Zeit mit Hausaufgaben und Online-Spielen.

In den 1980er Jahren betrieben Schüler und Studenten gerne Athletik und Gymnastik. Ein Großteil der Ausrüstungsgegenstände wurde aber in den 1990er Jahren wegen Klagen der Eltern vom Campus entfernt.

„Wenn sich ein Schüler im Unterricht verletzt, wird die Schule dafür verantwortlich gemacht“, sagte Shi Fei, Sportlehrer.

Weil es in den meisten Familien nur ein Kind gibt, wird dieses gehätschelt und übermäßig behütet.

Verletzungen seien im Sport normal und würden einer Person helfen, ihren eigenen Körper besser zu verstehen, sagte Wang.

„Wir sind zu sehr um den IQ der Kinder besorgt und machen uns zu wenig Gedanken über ihre Bewegungsfertigkeiten, ihren Teamgeist und ihre Ausdauer. Diese ‚unsichtbaren‘ Qualitäten kann man nur durch Sport im Freien erwerben“, sagte Wang.

Unterstützung durch die Regierung

Laut dem Plan für ein gesundes China 2030, der im Oktober herausgegeben wurde, benötigen gesündere Kinder bessere Sportanlagen.

Der gesamte „Übungsraum“ wird bis 2030 auf mindestens 2,3 Quadratmeter pro Person erweitert. Heute sind es nur 1,5 Quadratmeter. Es wird künftig also mehr Laufstrecken, mehr Turnhallen und mehr Schulsportplätze geben. Der Plan fordert auch für alle Schüler mindestens dreimal wöchentlich eine Stunde stramme sportliche Übungen.

„Ein gesundes China sollte mit einem sportlichen China beginnen“, sagte Wang. „Die Schulen sollten die Schüler ermutigen, den Klassenraum zu verlassen und aufs Sportfeld zu kommen. Wir sollten die Gesundheit und Lebensfreude unserer jungen Menschen wieder herstellen.“

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Fataler Irrweg

 

Hans Christoph Stoodt über Verantwortung für verhetzte Jugendliche

Weit mehr Jungnazis (NPD, Identitäre usw.) als salafistisch inspirierte Jugendliche sind während der letzten Jahrzehnte in hessischen Schulen herangezogen worden. Einige dieser braunen Figuren standen womöglich im Kontakt zum Thüringer NSU-Umfeld. Selbstverständlich wurden ihretwegen nie Versammlungen besorgter Schulleiter vom Verfassungsschutz zu Wachsamkeit aufgefordert – hatte dieser doch den NSU mitorganisiert, -bezahlt und -bewaffnet.

Wenn heute Jugendliche im Fernsehen vorgeführt bekommen, wie während einer Razzia gegen Salafisten palettenweise Koranexemplare polizeilich beschlagnahmt werden, sind diese Bilder für sie machtvolle, staatlich gelieferte Beweise für die Richtigkeit ihres Empfindens, als Jugendliche und als Muslime in der hiesigen Gesellschaft abgelehnt, ausgegrenzt, nicht gewollt zu sein. Und wenn sie dann tatsächlich gehen, in den Krieg ziehen, tun sie genau das, was ihnen durch Bilder dieser Art, durch die Erfahrung von rassistischer Diskriminierung und einer als mickrig empfundenen Lebensperspektive jahrelang nahegelegt wurde. Falls sie auf diesem fatalen Irrweg ums Leben kommen, wiederholt sich tödlich noch einmal die eigentliche Kollaboration – die des „abendländischen“ Imperialismus mit reaktionärem Fundamentalismus.

Unsere Aufgabe ist es, um Jugendliche wie Enes G. aus Frankfurt, der für den IS kämpfte und starb, um Menschen besonders aus der Arbeiterklasse, zu kämpfen. Wir haben eine revolutionäre Perspektive auf eine Welt, in der es letztendlich Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit real und, egal ob religiös oder nicht, für alle geben soll und wird – wenn wir gemeinsam erfolgreich darum kämpfen. Auch SDAJ und DKP haben Menschen wie Enes gegenüber die riesige Verantwortung, in der mühsamen und begeisternden Arbeit praktischer Organisation und gleichberechtigt geführter Kämpfe dafür zu sorgen, dass Fundamentalismus und Imperialismus auf dem Müllhaufen der Geschichte verschwinden.

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28. November 2016

SDAJ

Am 25. November ist unser Genosse Fidel Castro, der Comandante en Jefe der kubanischen Revolution und Präsident bis 2008, im Alter von 90 Jahren gestorben.

Mit der Revolution 1959 befreite sich das kubanische Volk von der grausamen Herrschaft des Batista-Regimes und der wirtschaftlichen Ausbeutung durch den US-Imperialismus. Dabei spielte Fidel Castro als „Comandante en Jefe“ eine herausragende Rolle – er war es, der 1961 die Revolution zu einer sozialistischen erklärte.

Unter Führung der PCC (Kommunistische Partei Kubas) und Präsident Fidel Castro machten sich die Kubanerinnen und Kubaner nun daran, sich ein besseres Leben aufzubauen. Sie enteigneten die US-amerikanischen Konzerne, die das Land ausbeuteten; sie verteilten in einer Agrarreform das Land an die, die es bewirtschaften; sie führten Bildung für alle ein, in einem Land, in dem zuvor die Wenigsten lesen und schreiben konnten; sie schufen sich ein Allen kostenlos zugängliches Gesundheitssystem, das noch heute seinesgleichen sucht; sie verteilten mit den wenigen Mitteln eines Dritte-Welt-Staats den produzierten gesellschaftlichen Reichtum.

Seither war Kuba wirtschaftlichen und militärischen Angriffen seitens der USA ausgesetzt. Denn eine erfolgreiche gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus – und das direkt vor der eigenen Haustür – war den Herrschenden in den USA ein Dorn im Auge. Die kleine Insel trotzte der Wirtschaftsblockade, die sie bis heute mehr als das 20-fache ihres Bruttoinlandsproduktes gekostet hat. Unter Führung von Fidel wurde auch die Invasion von Konterrevolutionären 1961 in der Schweinebucht inklusive Bombardierung durch die US-Luftwaffe abgewehrt. Auf Fidel selbst wurde eine Vielzahl von Attentaten verübt, die hauptsächlich von der CIA geplant oder finanziert wurden.

Seit der Revolution stand Kuba auch außerhalb des eigenen Landes an der Seite der Unterdrückten. Der Inselstaat leistete unter Fidel praktische internationale Solidarität, indem er politisch wie auch materiell nationale Befreiungsbewegungen oder sozialistische Versuche in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützte sowie bis heute medizinisches Fachpersonal in Krisenregionen entsendet.

Fidel wird fehlen – doch sein Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung, erst für die kubanische Unabhängigkeit und später für den Kommunismus, geht weiter! Denn ohne die breite Unterstützung des kubanischen Volkes wären die Revolutionäre nicht erfolgreich gewesen; ohne das Bewusstsein der Massen, dass es sich im Sozialismus besser lebt, hätte der sozialistische Aufbauprozess nicht fortgeführt werden können; ohne das Durchhaltevermögen aller KubanerInnen während der Sonderperiode hätte Kuba der Niederlage des sozialistischen Lagers nicht trotzen können.

Wir alle verdanken dem unermüdlichen Kampf Fidels und der kubanischen Bevölkerung viel – denn bis heute zeigt das Beispiel Kubas Tag für Tag, dass eine Welt jenseits des Kapitalismus möglich ist! Zu diesem traurigen Anlass erklären wir unsere Solidarität mit der Bevölkerung Kubas und unseren kubanischen Genossinnen und Genossen!

Bürgerliche Kommentatoren versuchen sich schon seit über 20 Jahren in der Weissagung, dass ohne Fidel, als Maximo Lider an der Spitze, der kubanische Sozialismus zusammenbrechen würde. Nach dem er in 47 Jahren Amtszeit ganzen zehn US-Präsidenten die Stirn geboten hatte, zog sich Fidel Castro 2006 in den verdienten Ruhestand zurück und kommentierte von dann ab das Weltgeschehen in seinen reflexiones. Da hat das kubanische Volk schon einmal bewiesen, dass es auch ohne ihn Sozialismus kann.

Auf diese Probe ist es jetzt erneut gestellt. Fidel stirbt zu einem Zeitpunkt, an dem Kuba an einem Scheideweg steht. Wir hoffen, dass das kubanische Volk das sozialistische Erbe Fidels weiterführt und uns Beispiel und Verbündeter im Kampf für die klassenlose Gesellschaft ist! Wir wünschen den kubanischen GenossInnen dabei Kraft und Willensstärke. Wir stehen ihnen tatkräftig und solidarisch zur Seite!

¡Hasta la victoria siempre!

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Zweites internationales Vorbereitungstreffen in Namibia

19. Weltfestspiele Russland 2017

In Windhoek, der Hauptstadt Namibias, hat in dieser Woche das zweite internationale Vorbereitungstreffen für die XIX. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden stattgefunden. Die Delegierten aus rund 30 Ländern diskutierten unter anderem das Programm des Festivals, das im Oktober 2017 im russischen Badeort Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, stattfinden wird.

Eröffnet wurde das Treffen vom Generalsekretär der früheren Befreiungsbewegung und heutigen Regierungspartei SWAPO, Nangolo Mbumba. Er würdigte die Unterstützung, die der Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ) und die antiimperialistische Jugendbewegung der Welt in früheren Jahrzehnten dem Freiheitskampf des namibischen Volkes gegen die Besatzung durch das südafrikanische Rassistenregime gewährt habe.

Das russische Vorbereitungskomitee schlug vor, jeden Tag des Festivals einer der großen Weltregionen zu widmen: Amerika, Europa, Asien und Ozeanien, den Mittleren Osten sowie Russland als Gastgeberland, berichtete der Moskauer Fernsehsender RT unter Berufung auf die russische Agentur für Jugendangelegenheiten. Inhaltlich sollen demnach Themen wie kulturelle Zusammenarbeit, internationale Sicherheit, Bildung, Wissenschaft, Umweltschutz, Telekommunikation sowie die Lage junger Arbeiter behandelt werden. Die russischen Veranstalter rechnen mit 20.000 TeilnehmerInnen aus 150 Ländern aller Kontinente.

WBDJ-Generalsekretär José Ángel Maury de Toro sieht die Bedingungen für eine erfolgreiche Veranstaltung vom 14. bis 22. Oktober 2017 in Sotschi gegeben. Das Festival werde einen Raum zum Austausch von Ideen und Erfahrungen bieten und stelle eine Plattform dar, um die Kräfte der Jugend der Welt für den Kampf gegen den Imperialismus, für den Frieden und den Aufbau einer besseren Welt zusammenzuführen.

Wie die kubanische Tageszeitung Juventud Rebelde berichtete, wurden in Namibia auch logistische Fragen diskutiert, zum Beispiel die Medienstrategie im Zusammenhang mit dem Festival. Im Vorfeld der Weltfestspiele sollen zudem weltweit Workshops und regionale Solidaritätsforen stattfinden. Nach dem Abschluss des Vorbereitungstreffens sollte der Generalrat des WBDJ zusammenkommen, um die Aktivitäten der internationalen Organisation im zu Ende gehenden Jahr auszuwerten und die Aktionen für die kommenden zwölf Monate vorzubereiten.

Quellen: Juventud Rebelde, RT, Energy 100 FM

Foto: RT

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Zehntausend Auszubildende werden nicht entlohnt

Von Hannes Schinder

Auszubildende der Physiotherapie der Uniklinik Essen

Auszubildende der Physiotherapie der Uniklinik Essen

(Foto: Schinder)

Am Dienstag forderten etwa 50 Auszubildende der Physiotherapie der Uniklinik Essen die Aufnahme ihrer Forderungen in die Tarifrunde der Länder. Unter dem Motto „Aktive Mittagspause“ versammelten sie sich während ihrer Pause, um zu zeigen, dass sie durch die finanzielle Lage „Blank bis auf die Knochen“ sind und stellen die Frage, warum sie keine Ausbildungsvergütung bekommen.

Viele Auszubildende, die in Krankenhäusern eine Lehre machen, werden für diese nicht entlohnt. Betroffen sind die fachschulischen Ausbildungsgänge wie Diätassistenz, Physiotherapie, Logopädie und Medizinisch-technische Labor- und Radiologieassistenz. Bundesweit sind davon etwa 10 000 betroffen, an der Essener Universitätsklinik etwa 250.
Für diese Auszubildenden existiert kein Tarifvertrag. Denn die fachschulische Ausbildung wird in einem Bundesgesetz geregelt, und darin ist keine Bezahlung vorgesehen. Die Auszubildenden erhalten aber auch keine Zuschüsse für ihre Fachbücher oder Fahrkarten. So müssen die Auszubildenden an Wochenenden, neben ihrer Ausbildung in Vollzeit, noch arbeiten gehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Dadurch haben sie häufig unzureichende Ruhepausen und nicht die ausreichende Zeit zum Lernen.
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung in Essen (JAV) hat sich schon mehrfach an das Krankenhaus gewendet, um wenigstens eine Bezuschussung der Bücher durchzusetzen. Doch die Krankenhäuser stellen sich bei den Forderungen quer. Sie bemühen einerseits die finanziell angespannte Lage, und argumentieren weiter, dass die Krankenkassen kein Geld erstatten, solange keine gesetzliche Regelung besteht.
Daher hat sich die JAV in einem Schreiben an den ver.di-Bundesfachbereichsvorstand für Gesundheit und Soziales gewendet. In diesem Brief fordern sie ver.di auf, die Forderungen mit in die Tarifrunde der Länder zu nehmen und diese auch zu unterstützen. Darin heißt es: „Die Gewerkschaft ist hier in der Pflicht, sich auch für diese Menschen einzusetzen.“
Diese Forderungen beinhalten eine gesetzliche Regelung der Ausbildungsvergütung und die Abschaffung der Schulgebühren, die mancherorts von den Auszubildenden auch noch zu bezahlen sind. Und die betroffenen Ausbildungsberufe sollen in den Tarifvertrag aufgenommen werden. Dass eine gesetzliche Regelung möglich ist, zeigt die Situation der Krankenpfleger. „Es gab eine Zeit, in der die Krankenpflegeausbildung schulisch und ohne Vergütung war, das wurde schließlich auch geändert,“ sagt Alexander Mrosek von der JAV. Diese Änderung wird nun auch für andere Ausbildungsgänge gefordert.
Mit einer Aktion „Wir bluten für unsere Bücher“ machte die JAV im März auf das Problem in Essen aufmerksam. Dabei spendeten Auszubildende Blut, um ihre Lehrbücher finanzieren zu können. Denn pro Spende zahlt die Uniklinik 26 Euro Aufwandsentschädigung. Am 8. November startete die JAV die nächste Aktion unter dem Motto „Aktive Mittagspause“.
Für die Auszubildenden bleibt zu hoffen, dass ver.di ihre Forderungen mit in die Tarifrunde nimmt und auch durchsetzt. Und damit Ausbildung im Gesundheitswesen wieder attraktiver macht. Denn dass im Gesundheitswesen ein massiver Mangel an Fachpersonal herrscht, dürfte ein offenes Geheimnis sein.

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Tausende Studierende von Universitäten und Fachhochschulen folgten dem Aufruf mehrerer Studierendenvertretungen und demonstrierten in Athen, Thessaloniki und weiteren 15 Städten des Landes gegen die Regierung, die EU und den IWF. In Athen versammelten sie sich nach dem Aufruf von 26 Verbänden vor der Universität, wo die Kämpferische Studierendenfront (MAS) ein Riesentransparent an der Fassade des Dekanatsgebäudes aufhängte.

Athen

 

 

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Thessaloniki

 

 

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04.11.2016

KKE

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