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POSITION – Ausgabe #5/2016

Themen: Deutsche Kriegsvorbereitungen | Es gibt mehr unten als oben | Die Türkei vor und nach dem Putsch

4-ArchivVor den „Systemverächtern am rechten und linken Rand“ warnte kürzlich Pfaffe Gauck, der noch deutsches Staatsoberhaupt und vor allem größter selbsternannter Bürgerrechtler ist. Stattdessen müsste man davor warnen, die Augen vor der Realität zu verschließen. Denn wenn wir in dieses Land schauen, dann sind da nicht wenige Politiker in rechten Parteien und in den Regierungen, die immer weiter gegen Geflüchtete Stimmung machen. Dann sind da weiterhin Anschläge und Hetzjagden auf Ausländer und ihre Unterkünfte. Dann wird von AfD und den Regierenden mehr Überwachung und mehr Abschiebung gefordert. Dann sind sich rassistische Hetzer, regierende Sozialdemokraten, Unionschristen und „Bürgerrechtler“ einig, dass die Bundeswehr größer und schlagkräftiger werden soll. Da reden sie alle von Leistung und Chancengleichheit und interessieren sich doch einen Dreck um unsere nicht-vorhandenen Chancen nach der Schule. Da reden sie von unseren Interessen und meinen doch eigentlich ihre eigenen. Wenn der Herr Bundespräsident von „Systemverächtern am rechten und linken Rand“ spricht, verschweigt er doch, dass da am rechten Rand gar keine Verachtung für dieses System ist. AfD und Freunde würden nicht auf die Idee kommen, das herrschende System, diese „marktkonforme Demokratie“ wie die Kanzlerin es nennt, in Frage zu stellen. Dabei gibt es genug Gründe sich mit diesem System nicht abzufinden, sondern es zu verachten. Gute Gründe dagegen aktiv zu werden wollen wir mit dieser Ausgabe liefern.

Euer Zeitungskollektiv

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Putin-Russland ist böse. Putin hat die Krim besetzt. Das wissen alle, sich ihr Russlandbild von den Mainstream-Medien malen lassen. Diese Medien malen aber böswillig verzerrte Karikaturen, die den Konsumenten Feindschaft zu Russland beibringen sollen. Das wirkliche Leben ist anders. Hier der Bericht einer bayerischen Schülerin über ihr Gastschülerleben auf der Krim:

Brav und fleißig in der Schule? – Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

Brav und fleißig in der Schule? - Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

Alona Bartenschlager kommt aus Bayern, ist 16 Jahre alt und hatte sich mit dem Zug auf den Weg nach Russland gemacht. Dort besuchte Alona für mehrere Monate die Schule in Sotschi. In ihrer neuen Kolumne berichtet Alona über ihren Schulalltag und die größten Unterschiede zum deutschen Schulsystem.

Hi, da bin ich wieder. Ich möchte euch in meine Schule mitnehmen, die ich besucht habe. Also, ich bin als Gastschülerin ins Gymnasium Nummer 16 gegangen. Das ist eine Gesamtschule. Das heißt, dort lernen auch Grundschüler und es gibt einen Realschulzweig. Rektorin ist Manana Leonidowna Peschkowa. Ich bin ihr dankbar, dass sie mich als Gastschülerin aufgenommen hat.

Die Rektorin meiner Gastschule in Sotschi: Manana Leonidowna Peschkowa

Die Rektorin meiner Gastschule in Sotschi: Manana Leonidowna Peschkowa

Eine der Konrektoren ist Jelena Nikolajewna Bylowa. Sie ist eine ehemalige Klassenkameradin von meiner Mama und war eine der besten Schülerinnen, wie meine Mama oft voller Bewunderung sagt. Alle mögen Jelena Nikolajewna. Ich auch. Sie ist sehr beliebt, genießt aber auch großen Respekt. Sie gibt Mathe.

Von links nach rechts: Meine Mathelehrerin, die Korektorin sowie die Sekretärin,

Von links nach rechts: Meine Mathelehrerin, die Korektorin sowie die Sekretärin

Ich bin in eine nette Klasse gekommen und habe schnell Anschluss gefunden. Wir waren fast 30 Schüler. Mit Nastja, Paulina, Katja, Mascha, Lisa, Anja, Tatjana und vielen anderen Mädels und Jungs  habe ich mich angefreundet und wir haben eine richtig gute Clique gebildet. Sie wollten von mir wissen, wie es in Deutschland zugeht und wie ich in Deutschland lebe. Ich war neugierig, was meine russischen Freunde so den ganzen Tag treiben. In unserer Clique ging es immer lustig zu.

Was mir sofort gefallen hat, war der Weg zur Schule. Ein paar hundert Meter und schon war ich da. In Deutschland bin ich Fahrschülerin und mindestens eine halbe Stunde unterwegs. Im Gymnasium Nummer 16 war ich schon bekannt, das habe ich früher schon besucht. Dort haben auch meine Mama und mein Onkel ihre Schulzeit verbracht und ihr Abitur gemacht. Einige Lehrer kennen die beiden noch als Schüler.

Ein paar Mal habe ich versucht, rauszukriegen, wie meine Mama in meinem Alter so war, aber ich habe fast nur Antworten wie „brav“ und „fleißig“ und „gute Schülerin“ bekommen. Nur ihre frühere Klassenlehrerin Swetlana Pogosowna Tersijan – sie hat mich in Russisch und Literatur unterrichtet – hat gesagt, dass meine Mama „keine so gute Schülerin“ war.

Die früheren Lehrer von meiner Mama

Die früheren Lehrer von meiner Mama

Meine Mama, die Swetlana Pogosowna sehr mag, hat mir dann ihr Zeugnis gezeigt: Sie hatte, aufs deutsche Notensystem übertragen, einen Schnitt von 2,0. Aha, das heißt in Russland „nicht so gut“. Da muss ich mich aber anstrengen.

In der russischen Schule mussten die Schüler damals viel Literatur lesen und lange Aufsätze schreiben, manchmal ein ganzes Heft voll. Meine Mama war Mitglied der russischen Jugend-Nationalmannschaft in Tennis und war viel  unterwegs und hat nicht immer alles geschafft. Deshalb der Zweier.

Aber Gedichte kann sie noch heute auswendig vortragen, auch lange Gedichte. Was mir aufgefallen ist: Nicht nur meine Mama, sondern so viele andere ehemalige Schüler haben nach wie vor engen Kontakt und ein gutes Verhältnis zur Schule und zu den Lehrern und sind immer dankbar. Ich habe selbst gesehen, dass die Grundschullehrer eine ganz wichtige Rolle spielen. Ein Lehrer begleitet die Kinder die gesamte Grundschulzeit und auch in der Oberstufe haben die Schüler in der Regel stets den selben Klassenlehrer. Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler bleibt meistens eng.

Ehemaligen Treffen. In der Mitte zwischen ehemaligen Lehrern und Schülern, die ehemalige Direktorin Zoé Fadeewna Strelkowa. Sie verbrachte 40 Jahre in dieser Funktion an derselben Schule.

Ehemaligen Treffen. In der Mitte zwischen ehemaligen Lehrern und Schülern, die ehemalige Direktorin Zoé Fadeewna Strelkowa. Sie verbrachte 40 Jahre in dieser Funktion an derselben Schule.

Galina Nikolajewna ist Grundschullehrerin. Als ich sechs Jahre alt war, bin ich einen Monat dort zur Schule gegangen und hatte sie in der ersten Klasse als Lehrerin. Sie hat mich nach zehn Jahren wieder erkannt, was mich überrascht und gefreut hat. Manchmal sitzt sie im Flur und korrigiert Arbeiten. Dann kommen Schüler mit 16 oder 17 Jahren vorbei, die früher bei ihr in der Klasse waren, begrüßen sie freudig, fragen sie, wie es geht und erzählen ihr, was sie gerade im Unterricht machen oder welche Noten sie bekommen haben. Auch meine Mutter hat ein sehr warmherziges Gefühl zu ihrer ersten Lehrerin Alexandra Wasilewna Malnewa sowie zu ihren weiterführenden Lehrern. In Sotschi ist der ersten Lehrerin sogar ein Denkmal errichtet worden.

Galina Nikolajewna, die Grundschullehrerin mit ihrer neuen Klasse

Galina Nikolajewna, die Grundschullehrerin mit ihrer neuen Klasse

Die Lehrer sind streng, halten Disziplin, verlangen viel, aber sie mögen ihre Schüler und vergessen sie auch nicht, wenn die die Schule längst verlassen haben.

So, „brav und fleißig“ war also meine Mama, heißt es.

Aber ich bin auch brav und fleißig. Sage zumindest ich.

In manchen Fächern war ich richtig gut. In Englisch zum Beispiel. Da hat mich meine Lehrerin Marina Georgiewna immer gelobt. In Deutsch natürlich auch, aber damit kann ich ja nicht angeben. Russisch und russische Literatur waren auch prima. In Russisch habe ich mich echt verbessert. Sagt meine Mama und die lobt nicht so leicht. Meine Mathe- und Informatik-Lehrerin Larissa Viktorowna hat mich sehr unterstützt und mit mir nach dem deutschen Lehrplan gearbeitet, damit ich in meiner deutschen Schule nichts versäume. Das fand ich super.

Tatjana Iwanowna hat Geschichte unterrichtet. Das war natürlich ein anderer Stoff als in Bayern, aber die Lehrerin hat mir immer angeboten, mir alles genau zu erklären, wenn ich etwas nicht verstanden hatte.

Viel Spaß hat mir der Unterricht bei Jurij Gregorjewitsch Sacharow gemacht. Auch er kennt meine Mama als Schülerin. Bei ihm habe ich Gesang und Klavier gehabt und ich habe sehr viel gelernt bei ihm. Klavier hatte ich zuvor nie gespielt und er hat mir die Anfänge beigebracht. Die Stunden bei Jurij Gregorjewitsch sind immer sehr fröhlich abgelaufen, aber er verlangt auch viel.

Mein Musiklehrer Jurij Gregorjewitsch Sacharow

Mein Musiklehrer Jurij Gregorjewitsch Sacharow

In Literatur haben wir viele Bücher gelesen, auch schwierige Sachen wie „Krieg und Frieden“ von Lew Tolstoi oder „Hundeherz“ von Michail Bulgakow. Auch über deutsche Autoren haben wir viel erfahren. Oft haben wir Gedichte auswendig gelernt. Wir haben uns außerdem viel mit Geschichten aus Russland befasst.

Deutsch gibt eine Lehrerin mit Namen Nina Borisowna Dsaganija. Sie liebt Deutschland und die deutsche Sprache und steckt die Schüler mit ihrer Begeisterung an. Die Schüler lernen Grammatik und Vokabeln, übersetzen Texte und Nina Borisowna erzählt über Deutschland und über Österreich. Zum Fach gehört ebenso deutsche Kultur. Wir haben das Gedicht „Lorelei“ von Heinrich Heine und das Gedicht „Der Taucher“ von Goethe auswendig gelernt.

Klassenlehrerin war Larissa Nikolajewna. Sie unterrichtet Kunst und führt das Schulmuseum. Mit ihrer Unterstützung habe ich einen Vortrag über die Weiße Rose ausgearbeitet und durfte ihn in mehreren Klassen halten. Dafür habe ich sogar eine Urkunde bekommen. Da war ich sehr stolz.

Meine Klassenlehrerin Larissa Nikolajewna

Meine Klassenlehrerin Larissa Nikolajewna

Es gibt viele Schulaufgaben, Exen und Ausfragen in jedem Fach. Das hat den Vorteil, dass man eine schlechte Note schnell wieder ausbügeln kann. Das Notensystem ist anders als bei uns: Die Fünf ist die beste, die Eins die schlechteste Note. Wenn die Schule in Bayern wieder losgegangen ist, werde ich meiner Deutschlehrerin hier erzählen, dass ich eine Fünf in Deutsch bekommen habe. Mal sehen, wie sie reagiert. Natürlich gibt’s auch Physik, Chemie, Biologie, Geographie, Sport, aber kein Latein.

Ein Fach gibt es, das ich von Deutschland nicht kenne. Unterrichtet wird es von einem ehemaligen Offizier, Alexander Iwanowitsch, der viel Humor hat. Manchmal sind wir mit ihm in einem abgemauerten Bereich der Schule gegangen und haben mit dem Luftgewehr geschossen. Wir haben gelernt, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten sollen. Zum Beispiel, wenn irgendwo Gas austritt. (In Sotschi wird überall mit Gas gekocht.) Oder im Fall eines Attentats. Auch in Erster Hilfe hat er uns viel beigebracht. Schon sein Vater war Offizier und in der DDR stationiert. Alexander Iwanowitsch war deshalb als Kind längere Zeit in Deutschland und hat mir viele lustige Geschichten erzählt.

Der ehemalige Offizier, Alexander Iwanowitsch, gibt uns Wehrunterricht.

Der ehemalige Offizier, Alexander Iwanowitsch, gibt uns Wehrunterricht.

Ein anderes Fach ist wie Werken und Handarbeiten. Die Jungs arbeiten mit Sachen aus Holz und wir Mädels haben mit Nadel und Faden gearbeitet. Jetzt kann ich Knöpfe annähen und sowas.

Die Schule beginnt um 8 Uhr und hört um 13 Uhr auf. Jede Stunde dauert wie bei uns in Bayern 45 Minuten, aber es gibt nach jeder Stunde eine kurze Pause. Nachmittags haben wir keinen Unterricht, dafür müssen die Gymnasialklassen auch am Samstag die Schulbank drücken. Für Grund- und Realschüler gilt das nicht. In der Schule gibt es eine Mensa, in der frisch gekocht wird.

Das Kantinen-Team

Das Kantinen-Team

Die unteren Klassen werden von ihren Lehrern in den Speisesaal geführt. Dort steht dann schon das Essen für sie auf dem Tisch. Wir älteren holen uns das Essen natürlich selbst. Mir hat´s immer geschmeckt. Als Ausgleich, dass wir am Samstag in die Schule mussten, war das Essen an diesem Tag kostenlos. Dass die Schüler mit dem Brot in der Hand über den Pausenhof rennen, habe ich im Gymnasium Nummer 16 nie erlebt.

Noch ein Unterschied zu Deutschland: Die Schüler tragen einheitliche Kleidung. Die Jungs dunkle Hosen und weiße Hemden. Die Mädchen dunkle Röcke und weiße Blusen. Manchmal taucht auch ein Mädel mit Hosen auf. Da sagt aber keiner was. Der Sinn des einheitlichen Outfits ist der: Keiner soll mit seinen teueren Desingerklamotten angeben können und keiner soll sich schämen müssen, weil sich seine Eltern die In-Marken nicht leisten können. Ich selbst fand die Schuluniform – es gibt eine für Grundschüler und eine für uns Ältere – eigentlich recht schick.

Ganz toll sind die Sommerferien: Sie dauern von Anfang  Juni bis zum 1. September, nicht nur sechs Wochen wie bei uns. Jetzt ist der Unterricht wieder losgegangen. Die Schüler haben ganz schön lang Pause. Aber sie bekommen Listen mit Büchern, die sie in den Ferien lesen sollen. Und eine Schule arbeitet gerade in den Ferien besonders intensiv: die Sportschulen. Außerdem sind während der Ferien viele interessante Tätigkeiten organisiert. Da wird es nicht langweilig.

Noch was ist mir aufgefallen: manche Schüler betreiben Leistungssport und müssen zu Wettkämpfen fahren. Da gibt es nie Probleme mit der Schule. Im Gegenteil: Die Schule ist stolz auf ihre erfolgreichen Schüler. Die Fotos der besten Sportler werden an einer richtigen Ehrentafel im Flur veröffentlicht. Das gilt auch für Schüler, die auf eine andere Weise Preise oder Auszeichnungen, zum Beispiel in Kunst, bekommen haben.

Einen besonderen Platz bekommen die Schüler, die mit goldener oder silberner Medaille das Abitur gemacht haben. Ihre Namen bleiben für immer an diesem Platz.

Es gibt drei Absolventen, die herausragend geehrt werden: ein Politiker, ein Offizier, der den Titel „Held von Russland“ trägt, und Jelena Vesnina, die jetzt bei den Olympischen Spielen in Rio im Tennis die Goldmedaille im Damendoppel gewonnen hat.

Was mir an der russischen Schule sehr gefällt, sind die Feiern am Anfang und am Ende von jedem Schuljahr. Am Anfang werden die Erstklässler willkommen geheißen. Ein Mädchen schwingt eine große Glocke und ein Schüler der letzten Klasse trägt sie auf den Schultern durch den ganzen Schulhof. Deshalb heißt dieser Tag „Erstes Klingeln“. Dann nehmen die Großen die Kleinen bei der Hand und führen sie zu ihrem Klassenzimmer. Auch während des Schuljahres gibt es Feiern, die Konrektorin Elvira Revkatjewna immer sehr stimmungsvoll organisiert. Eine hieß „Festival der Nationen“.

Am letzten Schultag ertönt die „Letzte Klingel“ für die, die die Schule nun verlassen. Das ist eine fantastische Feier mit Musik, Liedern, Tänzen und Theateraufführungen. Durch das Programm führen Schüler und Lehrer. Die Schüler bedanken sich bei ihren Lehrern, bei den Köchen, beim Sicherheitsdienst (den hat jede Schule) und bei den Eltern mit Geschenken und Blumen. Die Entlassschüler tragen eine Schärpe, auf der ein kleines Glöckchen befestigt ist. Luftballons steigen in den Himmel und alles ist sehr feierlich.

Ein der Männer vom Sicherheitsdienst an meiner Schule

Ein der Männer vom Sicherheitsdienst an meiner Schule

Die Prüfungen beginnen erst danach. Die Noten werden auf Listen offen ausgehängt. Das soll uns anspornen.

Aber Schlussprüfungen habe ich ja nicht gemacht. Jetzt geht es erstmal für mich in der deutschen Schule weiter. Ich kann es kaum erwarten, meinen Freunden alles zu erzählen und gespannt bin ich, ob ich hier viel verpasst habe.

So, das war´s erst mal mit meinen Erlebnissen aus Sotschi. Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr mich begleitet habt und für Eure vielen netten und aufmunternden Kommentare. Auch die kritischen habe ich gelesen und mir Gedanken dazu gemacht. Ich wollte Euch einfach nur mitnehmen auf meiner Reise und Euch zeigen, wie ich Sotschi erlebt habe. Und ich hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spaß daran. Mir jedenfalls hat das Schreiben viel Freude gemacht. RT Deutsch bin ich dankbar, dass ich hier veröffentlichen konnte. RT Deutsch hat mir nie vorgeschrieben, worüber ich berichten sollte und hat auch meine Texte nie geändert. Die Redakteure dort haben mich einfach machen lassen und mussten sich genauso überraschen lassen wie Ihr, was ich als nächstes schreibe.

Vielleicht lasse ich sehr bald wieder von mir hören.

Macht es gut bis dahin.

Liebe Grüße

Eure Alona

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Sich einsetzen macht Spaß!
Sich einsetzen macht Spaß! © Carsten Wirth
02.09.2016
„Normal ist, wer Menschen achtet“ unter diesem Motto stand 2016 der Hamburger Christopher Street Day (CSD). Rund 150 000 Menschen verfolgten die gut fünfstündige Demonstration in der Innenstadt für die Rechte von Homosexuellen. Der Bezirksverband Holstein nahm zum zweiten Mal teil.
Auf Aktive aus dem Bezirksverband Holstein geht auch die Gründung der IGay BAU zurück. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, Beschäftigte, die wegen ihrer Sexualität Probleme am Arbeitsplatz haben, zu unterstützen.

Der Wagen, der am 36. Hamburger CSD teilnahm, mit den von der Jungen BAU Hamburg gestalteten Transparenten, fiel besonders positiv auf. Das gewerkschaftlich abgewandelte Motto „Normal ist, wer Kollegen achtet“ prangte riesig auf den Seitenwänden.

Medien, bis hin zum NDR-Fernsehen, berichteten über das Engagement des IG BAU-Ehrenamtes. …

„Leider ist es immer noch nicht selbstverständlich, dass jeder auch am Arbeitsplatz ohne Angst über seine sexuelle Orientierung sprechen kann. Wir wollen das ändern!“, so der Gewerkschafter weiter. „Die Gewerkschaft IG BAU ist auf einem guten Weg mit diesem Thema umzugehen, helfen wir der Gesellschaft das Gleiche zu tun.“

Jeder kann sich engagieren. Einfach bei IgaybauE-Mail-Adressefreenet.de melden oder auf Facebook IGayBAU folgen.

IG BAU – die tun was !

(gekürzt)

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Wie Arbeiterkinder schon während des Studiums in die Schuldenfalle getrieben werden – möglichst gleiche Bildungschancen, das war einmal


Bildmontage: HF

30.08.16 

Gewerkschaftsforum Dortmund

Als am 1. September 1971 das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Kraft trat, konnte man noch von einer Reform sprechen, die auch ihren Namen verdiente. Das BAföG gab es als Vollzuschuss, es musste nichts zurückgezahlt werden. Individuell bedürftigen  Studierenden wurde ein garantierter Rechtsanspruch auf Förderung zugesprochen, damit war diese Förderung einklagbar.

Erst das BAföG ermöglichte in den 1970er Jahren es den Kindern, einen Bildungsweg einzuschlagen, der in ein Studium münden konnte und den Arbeiterfamilien die reale Chance, in die Mittelschicht aufzusteigen. Die jungen Menschen hatten das Gefühl, in eine Gesellschaft hineinzuwachsen, die an ihnen interessiert ist und sie als Vollmitglied integrieren will.

Die Erfolgsstory des BAföGs war anfangs recht rasant. BAföG half z.B. die Ende der 1960er Jahre durch den Sputnikschock (Start des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik 1, am 4. Oktober 1957) ausgelöste Bildungslücke zu schließen und führte zu einer umfassenden Reformierung des deutschen Bildungssystems. Doch das ging nicht lange gut.

Während es bis Mitte der 1970er Jahre noch Erweiterungen der Förderungsvoraussetzungen und strukturelle Verbesserungen gab, wurde dann der Kreis der Anspruchsberechtigten und die Ausgestaltung der Förderung immer wieder verändert. So ging man bei der Förderung von Studierenden von der Vollförderung auf eine Mischförderung durch Zuschuss und Grunddarlehen über und für Schüler, insbesondere an allgemeinbildenden Schulen wurde die Leistung von einengenden Voraussetzungen abhängig gemacht.

Im Jahr 1998 erreichte das BAföG seinen Tiefpunkt, es war nur noch für 13 Prozent der Studierenden eine (Teil-)Finanzierungsquelle.

Die Umstellung auf Volldarlehensförderung (1983 bis 1990) bedeutete bei durchschnittlich 10 Semestern Studienzeit bis zu 70.000 DM BAföG-Schulden für die mit dem Höchstsatz geförderten Studierenden. Rund zwei Drittel aller deutschen Absolventen beenden das Studium mit Schulden.

Doch die Schulden am Ende des Studiums sind nicht das vorrangige Problem der Studierenden von heute geworden, sondern die finanzielle Situation während des Studiums.

Untersuchungen, wie z.B. die von Deals.com zeigen, dass die Studierenden auf mehrere Geldquellen angewiesen sind. Die meisten finanzieren sich über ihre Eltern und einen Nebenjob (jeweils 61 Prozent). Jeder Dritte erhält Unterstützung durch BAföG (31 Prozent) und jeder Vierte greift auf eigene Ersparnisse zurück (24 Prozent). Fünf Prozent nehmen einen Kredit auf, um sich ihr Studium leisten zu können. Nach dem Abschluss stehen dann bei zwei Dritteln der Studierenden Schulden an. Im Durchschnitt sind das 8.510 Euro, die zurückgezahlt werden müssen.

Die Eltern sind die Topfinanzierer der Studierenden. Wenn diese selbst materiell schlecht dastehen, stehen die Kinder vor dem Aus. Lediglich 16 Prozent der deutschen Studenten finanzieren ihr Studium ganz alleine über Nebenjobs und eigenes Vermögen. Die meisten greifen auf Stipendien, BAföG und vor allem die elterliche Hilfe zurück. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) waren davon überzeugt, dass ihr Studium ohne die Unterstützung der Eltern gar nicht möglich gewesen wäre. Viele hätten sich aber sogar noch mehr Unterstützung während des Studiums durch ihre Eltern gewünscht: Ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gab an, ihre Kinder – sollten diese studieren – bei ihrem Studium mehr unterstützen zu wollen, als es die eigenen Eltern getan haben.

Die Rückzahlung der Schulden braucht mehr Zeit als ursprünglich gedacht war. Rund zwei Drittel aller deutschen Studierenden beenden das Studium mit Schulden, nur 37 Prozent werden schuldenfrei ins Berufsleben einsteigen. Jeder zweite Verschuldete behauptete, dass die Rückzahlung ihm manchmal Sorgen macht (50 Prozent). 44 Prozent versuchten, regelmäßig Geld zur Seite zu legen, um die Studienschulden schneller abbezahlen zu können.

Lediglich 14 Prozent der Studierenden mit Schulden gaben an, das Geld in dem ersten Jahr nach ihrem Abschluss zurückzahlen zu können. Im Schnitt rechneten die Studierenden mit einer Tilgungsdauer von über vier Jahren, doch fast jeder Vierte (23 Prozent) ging von sechs Jahren und mehr aus. Am Ende des Studiums sind bei deutschen Studierenden durchschnittlich 8.510 Euro an Schulden angehäuft. Bei Medizinern sind es sogar 16.667 Euro Schulden nach dem Studium. Am schwersten haben es die Geisteswissenschaftler. Diese haben nach den Medizinern den zweitgrößten Schuldenberg (9.918 Euro) und haben mit einem Einstiegsgehalt von 1.479 Euro die geringsten Erwartungen an ihr erstes Einkommen.

Doch die Schulden am Ende des Studiums belasten die Studierenden von heute nicht so wie die oftmals katastrophale finanzielle Situation während des Studiums.

Studienfinanzierung ist mittlerweile zu einer echten Herausforderung geworden, die nicht jeder leisten kann.

Vor allem kommen jungen Menschen schnell in einen Teufelskreis hinein, da sie

  • mehr Zeit für den Nebenjob aufbringen müssen als für das Studium
  • die geförderte Regelstudienzeit überschreiten müssen
  • Schulden haben, die durch Nebentätigkeiten und Nebeneinkünften bei Finanzämtern und Krankenkassen entstanden sind
  • durch Nebentätigkeiten (z.B. durch Vollzeitjobs in den Semesterferien oder selbständige Tätigkeiten während des Studiums) zu einem höheren Einkommen kommen und damit sich die Forderungssumme der Sozialversicherungsträger erhöhen bzw. Nachzahlungen erhoben werden
  • die öffentlichen Verkehrsmittel nun nicht mehr kostenlos im Zusammenhang mit dem Semester- oder Azubi-Ticket nutzen können
  • nach der Regelstudienzeit auch den Platz im Studentenwohnheim verlieren
  • nicht mehr eine öffentliche Förderung erhalten und sie sich Studienkredite bei den Banken aufnehmen müssen
  • die Ausgaben für Semestergebühren und Bücher nicht mehr aufbringen können

und die Kosten für Wohnung, Nahrung und weiteren Unterhalt nicht gedeckt werden und sich dann mit schlechter Schufa auf dem Wohnungsmarkt um eine Unterkunft bemühen müssen.

Auch ein Wechsel des Studienfachs kann den finanziellen Abstieg bedeuten. Wenn dann noch zusätzlich der Unterhalt durch die Eltern versickert, sind die jungen Menschen ganz unten angekommen und haben erfahren müssen, dass sie zu den Überflüssigen dieser Gesellschaft gehören. Dieser Kreislauf prägt die konkrete Lebenssituation und macht die jungen Menschen körperlich und seelisch krank.

Um sie erst gar nicht in das Dilemma hineinlaufen zu lassen, ist kurzfristig eine Beratung zu Beginn des Studiums einzurichten. Auch sollten schnellstens alle staatlichen Angebote wie Bafög, KfW-Studienkredit, Abschlussdarlehen des Bundesverwaltungsamts, Deutschlandstipendium und andere Stipendien gebündelt werden und es entsprechend nur einen Ansprechpartner für die Studierenden geben.

Wie fast alles, ist auch die Bildung zur Ware geworden.

Wie lauteten unsere Forderungen noch vor einigen Jahren: Freier Zugang zu allen Bildungsangeboten für alle jungen Menschen, von der Kinderkrippe bis zum Hochschule, inklusive ein kostenloses, tägliches und gutes Mittagessen.

Quellen: deals.com, Studierendenwerk Dortmund

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DGB-Jugend

„Prak­ti­kum und Min­dest­lohn. Der Fak­ten­check“ heißt die neue Aus­wer­tung der DGB-Ju­gend. Sie bie­tet ei­ne Ana­ly­se der ge­gen­wär­ti­gen Si­tua­ti­on von Prak­ti­kant_in­nen – und zeigt, wie an­fäl­lig Prak­ti­ka für Miss­brauch sind.

Praktika Check

© DGB-Ju­gend

„Ich ha­be in ei­nem Un­ter­neh­men ein Prak­ti­kum von ins­ge­samt neun Mo­na­ten ab­sol­viert. Die ers­ten sechs Mo­na­te im Rah­men ei­nes Pflicht­prak­ti­kums, die letz­ten drei Mo­na­te als frei­wil­li­ge Prak­ti­kan­tin. Das Un­ter­neh­men hat mir zwei ver­schie­de­ne Prak­ti­kums­ver­trä­ge aus­ge­stellt. Ei­ne Ver­gü­tung ha­be ich nicht be­kom­men“, klagt die 24-jäh­ri­ge Hü­l­ya.

Fäl­le wie der von Hü­l­ya wer­den in der neu­en DGB-Ju­gend-Bro­schü­re „Prak­ti­kum und Min­dest­lohn“ be­schrie­ben und ana­ly­siert. Je­des Jahr wer­den in Deutsch­land ca. 600.000 Prak­ti­ka ab­sol­viert. Wel­che Aus­wir­kun­gen hat der Min­dest­lohn auf Prak­ti­ka? Ist jetzt al­les gut?

Nein: Trotz Ein­füh­rung des Min­dest­lohns be­kla­gen Ab­sol­vent_in­nen auch heu­te noch, dass die Ver­gü­tung nicht für den Le­bens­un­ter­halt reicht – bei­spiels­wei­se durch Aus­nah­men bei Prak­ti­ka, die wäh­rend ei­nes Stu­di­ums ab­sol­viert wer­den. Vie­le Ar­beit­ge­ber zei­gen sich zu­dem krea­tiv bei der Aus­le­gung des Min­dest­lohn­ge­set­zes. Neue Prak­ti­kums­ar­ten ent­ste­hen, wie das aus frei­wil­li­gen und Pflicht­tei­len be­ste­hen­de Prak­ti­kum. Re­gu­lä­re Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se wer­den zu Prak­ti­ka um­ge­wan­delt.

Und auch in­ner­halb der Prak­ti­ka fin­det ei­ne Ver­schie­bung zum min­dest­lohn­frei­en Raum statt. „Der Min­dest­lohn hilft vie­len Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten nicht, denn 73 Pro­zent al­ler Prak­ti­ka fin­den wäh­rend des Stu­di­ums statt. Dort hat der Ge­setz­ge­ber aber mas­si­ve Aus­nah­men vom Min­dest­lohn zu­ge­las­sen“, stellt DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tär Flo­ri­an Hag­gen­mil­ler fest.

Praktika sind Teil eines insgesamt unsicheren Berufseinstiegs für junge Menschen, oft verbunden mit erheblichen Auswirkungen auf Lebens- und Familienplanung. 

Vor al­lem die Qua­li­tät der an­ge­bo­te­nen Prak­ti­kums­plät­ze schwankt: Schrift­lich ver­ein­bar­te Lern­in­hal­te wer­den nicht ein­ge­hal­ten, Ver­gü­tun­gen häu­fig ein­fach nicht ge­zahlt, Be­treu­er_in­nen feh­len, Ar­beits­zei­ten wer­den oft über­schrit­ten.

Das Prak­ti­kum zeigt auch oft kei­ne be­ruf­li­che Per­spek­ti­ve auf: Über 78 Pro­zent al­ler Prak­ti­kant_in­nen – im Durch­schnitt sind sie 25 Jah­re alt – ma­chen sich Sor­gen um Ih­re wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on: Die Prak­ti­kant_in­nen er­war­ten weitaus mehr Ver­än­de­run­gen ih­rer Er­werbs­si­tua­ti­on als an­de­re Be­schäf­tig­ten­grup­pen. Sie ge­hen da­von aus, dass sie häu­fi­ger ih­ren Ar­beits­platz wech­seln, wenn nicht ver­lie­ren wer­den.

Da­mit sind Prak­ti­ka Teil ei­nes ins­ge­samt un­si­che­ren Be­rufs­ein­stiegs für jun­ge Men­schen, oft ver­bun­den mit er­heb­li­chen Aus­wir­kun­gen auf Le­bens- und Fa­mi­li­en­pla­nung. „Die Qua­li­tät von vie­len an­ge­bo­te­nen Prak­ti­ka ist nach wie vor un­zu­rei­chend. Vor al­lem die Be­treu­ungs­si­tua­ti­on muss ver­bes­sert wer­den. Not­wen­dig sind auch ein­heit­li­che ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen für Ur­laub und Krank­heit im Prak­ti­kum“, sagt Hag­gen­mil­ler.

Für die DGB-Ju­gend steht fest: Recht­li­che Lücken beim Min­dest­lohn müs­sen schleu­nigst ge­schlos­sen wer­den. Es braucht ein Min­des­tent­gelt für al­le Prak­ti­ka, die nicht un­ter den Min­dest­lohn fal­len, ei­ne Re­ge­lung zur Höchst­dau­er und dar­über hi­n­aus die An­glei­chung von Ur­laubs- und Krank­heits­re­ge­lun­gen. Hag­gen­mil­ler: „Die Ge­werk­schafts­ju­gend for­dert, die Aus­nah­men beim Min­dest­lohn ge­ra­de für frei­wil­li­ge Prak­ti­ka wäh­rend des Stu­di­ums zu schlie­ßen und ei­ne ge­ne­rel­le Ein­füh­rung ei­nes Min­des­tent­gelts für Pflicht­prak­ti­ka ana­log dem je­wei­li­gen BAföG-Höchst­satz.“

Praktika Check
Praktika-Check (PDF, 1 MB)

Prak­ti­ka sind ei­ne weit ver­brei­te­te Be­schäf­ti­gungs­art in Deutsch­land. Wel­che Ar­beits­be­din­gun­gen ha­ben Prak­ti­kant_in­nen? Wo gibt es Pro­ble­me? Was hat sich in den letz­ten Jah­ren ver­än­dert? Wie wirkt der ge­setz­li­che Min­dest­lohn? Wo trick­sen die Ar­beit­ge­ber? Auf die­se und an­de­re Fra­gen gibt die Bro­schü­re Ant­wort. Als Grund­la­ge die­nen die Da­ten des so­zio­öko­no­mi­schen Pa­nels (SO­EP) und qua­li­ta­ti­ve Be­fra­gun­gen. Die Er­geb­nis­se zei­gen deut­lich: Es ist noch längst nicht al­les gut beim The­ma Prak­ti­kum. DGB Bun­des­vor­stand, Ab­tei­lung Ju­gend und Ju­gend­po­li­tik, Bro­schü­re, Au­gust 2016

 

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Die Grüne Jugend Göttingen hat sich an der Aktion des Göttinger Bündnisses gegen Rechts beteiligt, mit der gegen eine Kundgebung der NPD protestiert wurde. Den Erfolg der Aktion schätzt sie wie folgt ein:


Bildmontage: HF

14.08.16

scharf-links

Von Grüne Jugend Göttingen

Mehr als 700 Menschen sind einem Aufruf des Göttinger Bündnis gegen Rechts gefolgt und haben am Freitagabend und Samstag gegen eine Kundgebung der neonazistischen NPD protestiert. Die GRÜNE JUGEND Göttingen sieht die Platzbesetzung durch über 40 Zelte und eine Sitzblockade mit mehr als 150 Teilnehmer*innen als großen Erfolg. Die etwa 40 sichtlich wütenden und enttäuschten Neonazis mussten sich anstelle des zentralen Bahnhofsvorplatzes mit einer Nische am Rande begnügen.

Scharfe Kritik übt die GJ an der Göttinger CDU, die sich im Vorfeld gegen die Proteste des Bündnis gegen Rechts positioniert und das BgR für vergangene Eskalationen allein verantwortlich gemacht hatte. Die GJ wirft der CDU ein wahlkampftaktisches Manöver vor, das einer versuchten Sabotage der Proteste gegen die NPD gleichkommt. Durch das zurückhaltende Agieren der ansonsten massiv präsenten Polizei sind Auseinandersetzungen vollständig ausgeblieben. Dieses sieht die GJ als Beleg, dass die CDU mit ihren Ansichten fernab jeder Realität rangiert.

Ein Mitglied der GJ kommentiert: „Das Ziel der antifaschistischen Proteste wurde erreicht: Durch entschlossene, laute und bunte Aktionen wurde die NPD-Kundgebung massiv behindert – und das ohne jede Eskalation. Das Bündnis gegen Rechts hat geschlossen an einem Strang gezogen, das hat diesen Erfolg erst möglich gemacht. Besonderer Dank gilt dabei auch den Bündnissen aus Duderstadt und Adelebsen, die ebenfalls die ganze Zeit vor Ort waren. Die Platzbesetzung mit Zelten ist als innovatives Konzept voll aufgegangen. Ein breites Spektrum von Nazigegner*innen hat großartiges Durchhaltevermögen gezeigt. Dieser Tag war für die Nazis eine krachende Niederlage. Falls die Nazis wiederkommen: Brace yourself – Der antifaschistische Widerstand läuft gerade erst warm. Nationalismus und Rassismus haben in Göttingen keinen Platz – das haben Hunderte Göttinger*innen wieder einmal mehr als deutlich gemacht.“

Das Mitglied der GJ weiter: „Es ist sehr zu begrüßen, dass die Polizei auf eine unverhältnismäßige Räumung des Bahnhofsvorplatzes verzichtet hat. Dass dadurch Eskalationen vollständig ausgeblieben sind, widerlegt die Behauptung der CDU, dass das Verhalten der Polizei kein Grund für die Auseinandersetzungen bei vorherigen Demonstrationen war. Es hat sich

gezeigt: Es braucht keine an den Haaren herbeigezogene Spaltung in angeblich „gute“ und „böse“ Gegendemonstrant*innen, sondern eine Polizei, die auf unverhältnismäßiges Vorgehen verzichtet und konsequent deeskaliert. Wer etwas anderes behauptet, leidet unter Realitätsverlust.

Die CDU sollte dringendst aufhören, den Protest gegen NPD und Konsorten zu sabotieren. Wahlkampf auf dem Rücken von Nazigegner*innen ist unerträglich. Eine CDU, die nicht bereit ist, gemeinsam mit den Göttinger Bürger*innen gegen den Nationalismus und Rassismus der NPD, gegen verurteilte Gewalttäter wie Mario Messerschmidt und Thorsten Heise zu demonstrieren, verabschiedet sich aus dem Konsens der demokratischen Kräfte.“

 

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Vom 1. bis 4. September 2016 treffen sich junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus den Bereichen Nahrung, Genuss und Gaststätten zum diesjährigen NGG-Sommercamp. Beim „Trashdog-Festival“ am Edersee diskutieren sie vier Tage lang Politik und erleben Gewerkschaft und Gemeinschaft. Tagsüber stehen neben Kanufahren, Campolympiade und Badeausflug die Diskussion über eine neue Vision für Europa auf dem Programm. Abends werden die Gäste im Partyzelt bei DJ und Live-Musik gefordert..

Mehr Infos und Anmeldung auf www.ngg.net/trashdog

NGG

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16. Juli 2016

SDAJ

In der Türkei haben Teile der Militärführung versucht einen Putsch durchzuführen und eine Militärdiktatur zu errichten. Das hat das türkische Volk in der Geschichte schon mehrfach erleben müssen. Es bedeutete jedes Mal die brutalste Unterdrückung und Verfolgung von KommunistInnen, Linken, GewerkschafterInnen und DemokratInnen.

Auch wenn die Lage noch nicht vollständig klar ist, scheint die Erdogan-Regierung den Putsch erfolgreich niedergeschlagen zu haben. Doch gewonnen ist dadurch nichts. Die Erdogan-Regierung hat selbst auch schon in den letzten Jahren demokratische Rechte, wie Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, immer weiter eingeschränkt. Sie hat massive Polizeigewalt gegen Kritikerinnen und Kritiker angewandt und gegen die unterdrückte, kurdische Bevölkerung auch das Militär eingesetzt. Den Putsch wird sie jetzt als Vorwand dafür benutzen, nicht nur das Militär zu säubern, wie es Präsident Erdogan im Fernsehen angekündigt hat. Vor allem wird sie die Verfolgung und die Gewalt vor allem gegen linke und demokratische AktivistInnen, Parteien, politische Bewegungen und PressevertreterInnen verschärfen.

Sie wird damit nicht, wie es von deutschen PolitikerInnen dargestellt wird, die demokratische Ordnung in der Türkei wiederherstellen, sondern das genaue Gegenteil tun. Auch vor dem Putschversuch stellte sich die Bundesregierung hinter Erdogan, mit Waffenlieferungen, Militärpartnerschaft in der NATO und politischer Rückendeckung.

Die Verteidigung oder gar der Ausbau demokratischer Rechte, ist weder von der AKP noch dem Militär zu erwarten. Das muss durch demokratische und soziale Bewegungen aus dem türkischen Volk erkämpft werden. Egal ob in der Türkei oder in Deutschland, wenn wir ein besseres Leben wollen kann es nur heißen: Selber tun!

  • Gegen die Unterstützung Erdogans durch die Bundesregierung!
  • Für die Wiederherstellung der demokratischen Rechte in der Türkei!
  • Solidarität mit allen fortschrittlichen und demokratischen Kräften in der Türkei!

Raus auf die Straße! Hier könnt ihr den Text als Flyervorlage zum selber ausdrucken und verteilen herunterladen: Flyervorlage Putsch Türkei

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12. Juli 2016

SDAJ

Wie wir mit allen Arbeiterjugendlichen gemeinsam um den Frieden kämpfen wollen. Interview mit Florian Hainrich.

 

POSITION: Die IG Metall hat auf ihrem letzten Gewerkschaftstag erneut beschlossen, für Rüstungskonversion zu sein. Warum ist euch das so wichtig?
Flo: Rüstungskonversion meint die Umstellung bisheriger Rüstungsproduktion auf zivile Produktion. Deutschland produziert heute Waffen ohne Ende. Ob Kleinwaffen aus Ingolstadt, U-Boote von der Kieler Werft, Raketenleitsysteme, Panzer von Rheinmetall Landsysteme und noch vieles mehr. Rüstungskonversion hat zum Ziel die Beschäftigten in den Rüstungsbetrieben mit einzubeziehen in die Friedensbewegung. Es geht darum dem Totschlag-Argument Arbeitsplatzverlust etwas entgegen zusetzen. Denn nicht die Menschen die dort arbeiten haben ein Interesse an Rüstung, das haben vor allem jene die daran verdienen.

Was ist denn das Interesse der KollegInnen vor Ort?
Flo: Zuerst einmal wollen wir alle natürlich keinen Krieg, über 80% der Deutschen lehnen Auslandseinsätze der Bundeswehr ab. Viele sind gegen Rüstungsexporte und Kriegsproduktion.
Trotz dieser Einstellungen möchte man natürlich seinen Arbeitsplatz nicht verlieren genau hier setzt die Forderung nach Konversion an. Gleichzeitig stellt sie auch die Frage „wer entscheidet, was produziert wird?“, die, die arbeiten oder die, die denen die Fabrik gehört. Es geht hier um Demokratie im Betrieb. Und zwar eine die weit über die bisherige Mitbestimmungsmöglichkeiten der betrieblichen Interessenvertretungen hinausgeht. Nur durch Druck gegen die Unternehmensleitungen und Besitzer ist das durchzusetzen, denn in der Rüstungsbrache winken dicke Profite.

Florian Hainrich, Leiter der AG Betrieb und Gewerkschaft beim Bundesvorstand der SDAJ, ehem. JAVi in einem Rüstungsbetrieb und Mitglied der IG Metall.

Seitdem ist aber nicht so richtig viel passiert.
Flo: Das stimmt. Die Beschlüsse sind bisher sehr geduldiges Papier. Aktionen müssten vor Ort beschlossen werden, groß angelegte Debatten brauchen organisatorische Unterstützung. Das passiert momentan nicht. Deshalb müssen wir das selbst in die Hand nehmen. Konversion darf nicht nur auf Konferenzen thematisiert werden, sondern muss von uns in die betrieblichen und gewerkschaftlichen Gremien eingebracht werden. Kolleginnen und Kollegen müssen überhaupt erst einmal informiert werden, und Jugendgremien müssen praktische Aktionen auf der Straße hinlegen.

Woran liegt es, dass dazu so wenig passiert?
Flo: Die Frage der Konversion ist nur mit erheblichen Druck gegen die Unternehmer durchzusetzen. Außerdem ist sie momentan auch unter den KollegInnen nicht unglaublich populär bzw. häufig gar nicht bekannt. Zusätzlich spielt hier ebenfalls eine Rolle, dass in den Gewerkschaften Sozialpartnerschaft existiert. Nach dem Motto: „Geht‘s meinem Betrieb gut – geht‘s uns allen gut“. Im Rüstungsbereich heißt das dann konsequent zu Ende gedacht, sich z.B. gegen Begrenzungen bei den Rüstungsexporten auszusprechen.

Vor zwei Jahren gab es großen Wirbel um die Zusammenarbeit des DGB mit der Bundeswehr. Wenn Krieg nicht im Interesse der Arbeiterklasse ist und Auslandseinsätze abgelehnt werden, warum macht der DGB dann so was?
Flo: Weil es derzeit keineswegs so ist das der DGB eine marxistische Analyse der Gesellschaft vertritt. Als Einheitsgewerkschaft gibt es im DGB natürlich Auseinandersetzungen und diese wiederum sind abhängig vom Kräfteverhältnis in der Gesellschaft und vom Bewusstseinsstand der KollegInnen.Beides ist ja nicht gerade zu unseren Gunsten. Das ermöglicht es Sozialpartnern ihre Politik in den Gewerkschaften durchzusetzen. Wichtig ist aber zu sehen, dass meisten Gewerkschaftler die eine sozialpartnerschaftliche Politik machen, ehrlich davon ausgehen, dass sie damit am besten fahren. Es ist keine groß angelegte Verschwörung gegen kämpferische Positionen, sondern häufig wird die Möglichkeit in Auseinandersetzungen zu siegen nicht gesehen.

Und was machen wir nun?
Flo: Einerseits Positionen und Personen, die Sozialpartnerschaft und Standortlogik predigen oder praktisch umsetzen, kritisieren. Anderseits aber vor allem selbst den Arsch hochbekommen! Nur wenn kämpferische Positionen in der betrieblichen Praxis relevant werden, wenn Aktionen in, vor und aus Betrieben stattfinden, wenn sich Gewerkschaftler aus Rüstungsunternehmen wieder ernsthaft mit Konversion befassen, haben wir die Möglichkeit auch das Handeln der Führung zu beeinflussen. Einheitsgewerkschaften wurden auch von KommunistInnen mit aufgebaut. Arbeiten wir daran, sie zu stärken und den Kampf auch ihn ihnen aufzunehmen!

KW28.1_3-16_th_interview_floUnd wie geht das? Ist ja nun kein kleines Ziel …
Flo: Wenn wir stärkere Gewerkschaften wollen, brauchen wir auch organisiertere und kämpferischere Gewerkschafter. Wie wir das unter den heutigen Bedingungen organisieren, müssen wir mit den KollegInnen zusammen entwickeln. Erst die gemeinsame Praxis, die gemeinsamen Kämpfe können dann ganz praktisch zeigen, was wir erreichen können, wenn wir in die Auseinandersetzungen gehen.

Irgendwelche Ideen wie wir das organisieren?
Flo: Sicher als erstes natürlich die Arbeit im Betrieb also die Mitarbeit in JAV, Vertrauensleutekörper, aber natürlich auch die Arbeit in den Jugendgremien der Gewerkschaften. Da das aber nicht reicht wollen wir im Rahmen unserer Kampagne auch offene antimilitaristische Treffen organisieren in denen verschiedene Menschen zusammenkommen sollen, die sich gegen Kriegspolitik und Rüstungswahnsinn stellen.

Gibt es da weitere Möglichkeiten?
Flo: In die Aktion kommen hilft an dieser Stelle immer: einen Kriegstreiber aus Politik oder Wirtschaft in der eigenen Stadt outen, mit den KollegInnen aus einem Rüstungsbetrieb in die Diskussion darüber kommen was sie produzieren wollen, Straßentheater und und und. Ideen haben wir schon viele, wir setzen aber drauf, dass die KollegInnen um uns herum noch viel mehr haben.

Und wozu soll das führen?
Flo: Wir wollen die Friedhofsruhe, die in Deutschland herrscht durchbrechen, nur wenn Kolleginnen und Kollegen selbst aktiv werden und erleben dass diese Aktivität auch etwas bringt und dann vielleicht auch noch Spaß macht, werden wir sowohl Sozialpartnern als auch Kriegstreibern Feuer unterm Arsch machen.

 

Die Fragen stellte Kurt, Hamburg

Der Artikel ist aus der POSITION #3-16. Du kannst unser Magazin ab 10€ im Jahr abonnieren. Oder Du lässt Dir erst einmal eine Ausgabe zuschicken. Schreib uns einfach eine Mail an position@sdaj-netz.de

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KKE

Antiimperialistisches Veranstaltungswochenende der KNE zum 70. Jahrestag der DSE-Gründung

Die Kommunistische Jugend Griechenlands (KNE) organisierte das 25. Antiimperialistische Veranstaltungswochenende vom. 1 bis zum 3. Juli  auf dem Berg Vitsi in Nordgriechenland. Dort fanden in den Jahren 1946-1949 bedeutende Kampfaktionen der Demokratischen Armee Griechenlands (DSE) statt, deren Gründung die KKE dieses Jahr vielfältig ehrt.

Tausende junge Menschen aus ganz Griechenland kamen zusammen, zelteten dort, und besuchten die zahlreichen politischen und kulturellen Veranstaltungen mit Bezug auf die heldenhafte Geschichte der DSE.

An den Veranstaltungen nahm auch eine Delegation des ZK der KKE, geführt vom Generalskretär, Dimitris Koutsoumbas, teil. Grußworte an die Teilnehmer richteten Vertreter der Front der Kommunistischen Jugend Italiens und der Vereinigung Kommunistischer Jungend Jugoslawiens.

 

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