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Kalk Wuppertal: Forderungen der Tarifrunde 2017

IG BAU

20.03.2017
Am 16. März hat die gemeinsame Tarifkommission der IG BAU und der IG BCE für die rechtsrheinische und westfälische Kalk- und Dolomitindustrie in Wuppertal folgende Forderungen für die Gewerkschaftsmitglieder der Tarifrunde 2017 einstimmig beschlossen:

Laufzeit des Entgelttarifvertrages soll 12 Monate betragen,
Erhöhung der Entgelte soll um 5,5 Prozent steigen,
dieser Entgelttarifvertrag soll ein Anschlusstarifvertrag sein.

Die neuen Tarifverträge sollen ausschließlich für Mitglieder der IG BAU und IG BCE gelten.

Wir werden in den nächsten Tagen dem Arbeitgeberverband die Forderungen schriftlich mitteilen.

Für die Aufnahme der Tarifverhandlungen wurde der 5. April als Termin vereinbart.

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Ver.di hat einen Tarifvertrag mit den Helios-Kliniken abgeschlossen. Die Gewerkschaftseinschätzung: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Hier die Vereinbarungen:

21.03.2017

ver.di

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Helios-Kliniken haben sich in der dritten Runde der Tarifverhandlungen am Montagabend (20. März 2017) auf ein Ergebnis verständigt. Danach steigen die Entgelte für die rund 24.000 Beschäftigten in 36 Kliniken in drei Schritten: zum 1. Januar 2017 um 2,3 Prozent, zum 1. Januar 2018 um 2,3 Prozent und zum 1. Oktober 2018 um weitere 0,5 Prozent. Auszubildende erhalten gestaffelt nach Ausbildungsjahren im Jahr 2017 zwischen 35 Euro und 45 Euro und im Folgejahr noch einmal zwischen 30 Euro und 40 Euro. Außerdem bekommen sie ab diesem Jahr einen Tag mehr Urlaub.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der dritten Verhandlungsrunde hat sich Helios deutlich bewegt“, erklärte Sylvia Bühler, Verhandlungsführerin und Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Bis zum 13. April 2017 werde nun eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2018.

Allerdings sei es angesichts der außerordentlich guten Finanzlage von Fresenius/Helios nicht nachvollziehbar, warum es nicht möglich gewesen sei, bei der Ost-West-Angleichung voranzukommen und damit den Beschäftigten in den östlichen Bundesländern ein wichtiges Signal der Anerkennung zu senden, bedauerte Bühler. Noch immer hätten die Beschäftigten dort eine um 1,5 Stunden längere Wochenarbeitszeit. Auch zu einer Zusage, zeitnah Verhandlungen über eine Entgeltordnung analog des Tarifvertrages für die kommunalen Kliniken (TVöD) aufzunehmen, sei der Konzern nicht bereit gewesen. Nach Vorstellungen von Helios sollen frühestens 2018 die Verhandlungen zur Eingruppierung beginnen.

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Streikposten bei Starbucks am Berliner Alexanderplatz. Foto: RedGlobeStreikposten bei Starbucks am Berliner Alexanderplatz. Foto: RedGlobe

Mit bundesweiten Streiks und Kundgebungen hat die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) am Freitag den Druck auf die Unternehmer in der »Systemgastronomie« (McDonald’s, Burger King, Nordsee, Starbucks, Tank & Rast, Autogrill, Kentucky Fried Chicken, Vapiano u.a.) erhöht. Damit reagierte die Gewerkschaft auf das drohende Scheitern der aktuell laufenden Tarifverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten der Fast-Food-Ketten. Auch nach drei Verhandlungsrunden bieten die Unternehmer nur eine »Erhöhung« an, nach der die Beschäftigten gerade einmal drei Cent mehr als den Mindestlohn verdienen würden.

»Wertschätzung für gute Arbeit geht anders! Um unserer Forderung nach einem verhandlungsfähigen Angebot der Arbeitgeber noch vor dem nächsten Verhandlungstermin weiter Nachdruck zu verleihen, finden in den letzten zwei Märzwochen bundesweit weitere Streiks und Aktionen statt«, teilte die NGG mit. Die Gewerkschaft fordert Gehaltssteigerungen von sechs Prozent.

 

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Zum Tarifabschluss in der nordwestdeutschen Stahlindustrie teilt die IG Metall mit:

Die Tarifparteien in der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben sich in der dritten Tarifverhandlung auf ein Verhandlungsergebnis geeinigt.

Demnach steigen die Entgelte für die rund 72.000 Beschäftigten ab 01.April 2017 für 13 Monate um 2,3 Prozent und ab 01.Mai 2018 für 8 Monate um 1,7 Prozent. Der Tarifvertrag endet am 31.12.2018. Die Ausbildungsvergütung steigt durchgehend um den Erhöhungsbetrag des 4. Ausbildungsjahres. Außerdem verständigten sich die Tarifvertragsparteien auf die Fortsetzung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und zum Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten.

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16.03.2017

Türkiye’de Sendikaların ve Çalışanların Durumu

Ihre Solidarität und die weitere Zusammenarbeit haben der türkische Gewerkschaftsbund  DİSK und der DGB betont.  „Diese Solidarität unserer Gewerkschaften ist in einer Zeit, in der rechtsnationale Bewegungen stärker werden, besonders wichtig. Sie muss bekräftigt werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die gemeinsame Erklärung im Wortlaut auf Deutsch und Türkisch:

GEMEINSAME ERKLÄRUNG
DGB – DİSK
Lage der Gewerkschaften und Beschäftigten in der Türkei
Berlin, 16.3.2017

Die Beziehungen zwischen unseren Gewerkschaften hat lange Tradition. Selbst als die DİSK 1980 verboten wurde, hat der DGB den Kontakt nicht aufgegeben und die DİSK weiter unterstützt. Diese guten Beziehungen führen wir jetzt weiter. Für die arbeitenden Menschen ist diese Zusammenarbeit auch deshalb sehr wichtig, weil es in Deutschland sehr viele türkische Beschäftigte gibt. Deswegen ist es von historischer Bedeutung, dass wir uns heute mit dem Vorsitzenden des DGB, Reiner Hoffmann, und in den nächsten Tagen mit den Vorsitzenden von IG Metall und ver.di austauschen.

Diese Solidarität unserer Gewerkschaften ist in einer Zeit, in der rechtsnationale Bewegungen stärker werden, besonders wichtig. Sie muss bekräftigt werden. Ein wichtiger Beitrag dazu ist, die Rechte der türkischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zu wahren, damit sie nicht unter den Folgen dieser neuen politischen Strömungen leiden.

Der einzige Schutz gegen Entwicklungen zu Lasten der Beschäftigten ist die weltweite Zusammenarbeit und Solidarität aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

Arzu Çerkezoğlu Generalsekretärin DİSK, DGB-Vorsitzender Reiner HoffmannTürkisch-Deutsches Gewerkschaftstreffen in Berlin: DİSK Generalsekretärin Arzu Çerkezoğlu und DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann.DGB

DGB ile DİSK Ortak Açıklaması
Türkiye’de Sendikaların ve Çalışanların Durumu
Berlin, 16.3.2017

Sendikalarımız arasındaki ilişkilerin uzun bir geleneği bulunmaktadır. 1980 yılında DİSK kapatıldığında DGB iletişimi kesmemiş, DİSK’i desteklemeye devam etmiştir. Bu iyi ilişkilerimizi sürdürüyoruz. Çalışanlar için bu ilişkinin bir önemi de Almanya’da da çok sayıda Türkiye kökenli çalışanın olmasıdır. Bu bağlamda DGB Başkanı Reiner Hoffmann ile ileriki günlerde IG Metall ve Ver.Di sendikalarıyla görüş alışverişinde bulunmanın tarihsel bir anlamı vardır.

Sendikalarımız arasındaki dayanışmanın aşırı sağ eğilimli hareketlerin arttığı bir döneme rastlaması da özellikle önem taşımaktadır. Bu dayanışma daha da geliştirilmelidir. Buna önemli bir katkı, Almanya’daki Türk çalışanların haklarının gelişen yeni politik akımlar karşısında korunmasının sağlanmasıdır.

Çalışanların haklarını kısıtlamalara karşı tek korunma mekanizması dünyada tüm çalışan ve emekçilerin ortak çalışmaları ve dayanışmalarıdır.

 

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14.03.2017

ver.di

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Arbeitgeber auf, ein verhandlungsfähiges Angebot für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste in Berlin vorzulegen. Nur so könne der Konflikt beigelegt werden. „Während die Berliner Arbeitgeber sich weiterhin weigern, ein verhandelbares Lohnangebot zu machen, konnten für die Beschäftigten an anderen Flughäfen bereits Tarifverträge abgeschlossen werden, die in die richtige Richtung gehen“, betont ver.di-Bundesvorstandmitglied Christine Behle. So sei am Montag in Stuttgart ein Tarifabschluss vereinbart worden, mit dem bis zu 15,2 Prozent Lohnsteigerungen erreicht wurden. „Was an anderen Standorten erreicht wurde, muss auch in Berlin möglich sein“, so Behle.

ver.di verhandelt seit Anfang des Jahres an sechs Flughäfen Lohnerhöhungen, verbesserte Entgeltstrukturen und andere Tarifkomponenten für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste. Erste Abschlüsse konnten in Hamburg, Köln und Düsseldorf erzielt werden. Dabei wurden Steigerungen zwischen 8 Prozent in den höheren und 22 Prozent in den niedrigsten Lohngruppen erreicht. In Stuttgart sei am Montag in letzter Minute ein weiterer Streik abgewendet worden, nachdem in der fünften Verhandlungsrunde ein Abschluss erzielt wurde. Danach steigen die Einkommen je nach Lohngruppe um bis zu 15,2 Prozent auf drei Jahre. Ab dem 1. März 2017 wird für alle Beschäftigten 1 Euro mehr pro Stunde gezahlt, das bedeute eine Steigerung um rund 10 Prozent in 2017.

„In Stuttgart erhalten die Beschäftigten ab sofort einen Euro mehr pro Stunde. Mir erschließt sich nicht, warum das in Berlin nicht ebenso möglich sein soll und die Arbeitgeber weiterhin an einem Angebot von 27 Cent festhalten. Damit haben sie eine Eskalation des Konfliktes herbeigeführt. Jetzt liegt es an ihnen, den Konflikt zu beenden und ein Angebot zu unterbreiten, wie es auch an anderen Standorten getan wurde“, erklärt Behle.

Neben Berlin bestünde am Flughafen Frankfurt ein weiterer Tarifkonflikt. ver.di fordert für die Beschäftigten des spanischen Bodenverkehrsdienstleisters Acciona neben der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen 1,50 Euro mehr pro Stunde. Seit Anfang des Jahres verzögert die Acciona jedoch eine Einigung, da es Ende April 2017 zu einer Entscheidung über die Abfertigungslizenz am Flughafen kommen wird. „Das erste Angebot der Acciona, eine Lohnerhöhung durch die Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes zu finanzieren, hat bei den Beschäftigten zu großem Unmut geführt“, so die Gewerkschafterin. Auch hier sei eine hohe Streikbereitschaft zu erwarten. Die Verhandlungen in Frankfurt werden am 15. März fortgeführt.

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RedGlobe

verdiDie Streikleitung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am Morgen des 13. März 2017 beschlossen, den Streik an den Berliner Flughäfen auch auf Dienstag, den 14. März auszudehnen. Der Streik endet dann am Mittwoch mit Beginn der Frühschichten gegen 5.00 Uhr. Den Grund dafür liefern die Unternehmer, die immer noch kein Entgegenkommen signalisiert haben und sich einer Lösung am Verhandlungstisch widersetzen. Es sei bedauerlich, so ver.di-Streikleiter Enrico Rümker, dass somit der Flugverkehr von und nach Berlin auch noch einen weiteren Tag eingeschränkt sei.

ver.di sei weiterhin gesprächsbereit, so Rümker, jedoch seien erneute Verhandlungen an ein deutlich verbessertes Angebot geknüpft. Es sei wenig hilfreich, wenn die Unternehmer nach wie vor die vermeintlichen Vorzüge des Angebotes vom 7. März hervorheben lassen. Dieses Angebot, das ein Volumen von acht Prozent, gestreckt auf drei Jahre beinhaltete, sei einstimmig von der ver.di-Tarifkommission abgelehnt worden. Die Unternehmer sollten zur Kenntnis nehmen, dass es auf dieser Grundlage keine Verhandlungen geben könne. Eine Kompromisslösung müsse deutliche Einkommensverbesserungen für die Bodendienst-Beschäftigten der WISAG, Aeroground, Ground Solution, AHS und Swissport Berlin enthalten.

Die insgesamt rund 2.000 Beschäftigten dieser Unternehmen erhalten vielfach Löhne, von denen sie nicht leben können. Viele müssen aufstocken oder einen Zweitjob ausführen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Daher fordert ver.di bei einer Laufzeit von einem Jahr Einkommensverbesserungen von einem Euro pro Stunde sowie Verbesserungen im Tarifvertrag.

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Lars Mörking zum Verkauf von Opel

Ende 2014 wurde das Opel-Werk in Bochum geschlossen. Die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aus anderen Opel-Standorten hielt sich in Grenzen, auch deshalb, weil es eine Standortkonkurrenz innerhalb des Konzerns gab. Die Schließung in Bochum sicherte für kurze Zeit die Auslastung an anderen Standorten. Bis Ende 2018 reicht dies für eine „Beschäftigungsgarantie“, auch nach dem Verkauf von Opel an PSA, dem Peugeot und Citroën gehören, soll sie eingehalten werden. Danach gebe es „selbstverständlich“ keine Standort- und keine Arbeitsplatzgarantie, schreibt die „FAZ“. Peugeot und Citroën bedienen das selbe Segment, bauen kleine und Mittelklasseautos, also „margenarme“ Modelle.
PSA hat also einen direkten Konkurrenten aufgekauft, zu einem Schnäppchenpreis. Damit will der Autokonzern sich vergrößern, sicherlich auch, um im Preiskampf auf einem Markt zu bestehen, auf dem ein ständiges Überangebot bzw. unzureichende Nachfrage herrscht. „Synergieeffekte“ müssen genutzt werden, um das zu erreichen. Wie groß der Druck auf die Beschäftigten ist, zeigt PSA selbst. Hier wurden seit 2012 bereits 8 000 Stellen abgebaut, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben – auch ein Werk wurde geschlossen. Und deshalb wird nun in deutschen Zeitungen spekuliert, ob es wohl Eisenach trifft, das Komponentenwerk in Kaiserslautern oder gar Rüsselsheim. In der „Zeit“ hält ein Mutiger seinen Daumen in den Wind und äußert – gestützt von „Expertenaussagen“, 10 000 von 19 000 Stellen in Deutschland könne man bei Opel „locker“ einsparen.
Alles kein Problem, beruhigt Carlos Tavares, PSA-Vorstandschef. Schließungen seien vermeidbar, wenn die Werke produktiver würden. Leistung schaffe Zukunft, ist seine Botschaft. Schon 2020 soll Opel wieder Gewinn bringen – nach 20 Jahren Verlusten. Die Beschäftigten müssen halt nur mitmachen. Dabei wird es nicht bleiben. Die Standortkonkurrenz innerhalb des Opelkonzerns wird auf 20 Werke (Opel+PSA) erweitert. Oder was glauben die Rüsselsheimer, was Tavares den französischen Kollegen in Souchaux und Rennes erzählen wird, wenn die deutschen produktiver und billiger sind?
Als erstes könnte es allerdings wieder die Kollegen in Bochum treffen. Für die 700 Beschäftigten, die als Folge der Werksschließung nun im Warenlager arbeiten, steht eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2020 auf dem Spiel. Diese wurde von der PSA-Spitze bisher nicht erwähnt, wenn es um die Übernahme von Garantien geht. Und der „Synergie-Effekt“? PSA hat die Logistik ausgelagert. Die frühere PSA-Tochter, nach eigener Darstellung der größte Automobil-Logistik-Anbieter in Europa, unterhält in Deutschland zwölf Standorte, darunter ein 20 000 qm großes zentrales Warenverteillager im niedersächsischen Industriepark in Rieste bei Osnabrück – also anderthalb LKW-Stunden von Bochum entfernt.
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10.03.2017

ver.di Berlin/Brandenburg

Der von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) angekündigte Streik der Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hat mit den Frühschichten am Freitag, dem 10. März 2017 gegen 4.00 Uhr begonnen. Der Streik wird Sonnabendfrüh gegen 5.00 Uhr enden. Fluggäste müssen mit starken Beeinträchtigungen rechnen, bislang wurden bereits zahlreiche Flüge gestrichen.

Besondere Vorfälle oder Streikbrecher wurden bislang nicht registriert. „Unser Streikaufruf wird von den Beschäftigten befolgt“, so ver.di-Gewerkschaftssekretär und Streikleiter Enrico Rümker heute früh. Es sei bedauerlich, dass die Arbeitgeber bislang kein Entgegenkommen signalisiert hätten, so Rümker. ver.di sei verhandlungsbereit und strebe eine faire Lösung des Konfliktes an, wenn die Arbeitgeber ein Angebot vorlegen, das deutliche Einkommenssteigerungen für die Beschäftigten ermöglicht. „Leider reagieren die Arbeitgeber nicht und sind daher für die Verschärfung des Konfliktes verantwortlich“, so Enrico Rümker. ver.di fordert bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr einen Euro pro Stunde mehr sowie zusätzlich strukturelle Verbesserungen im Tarifvertrag.

Die Gewerkschaft will den Arbeitgebern mit dem eintägigen Streik ein deutliches Signal senden. „Wir hoffen, dass die Arbeitgeber heute begreifen, wie ernst den Beschäftigten die Situation ist. Wir sind jederzeit, natürlich auch am Wochenende, gesprächsbereit und offen für ein neues Angebot der Arbeitgeber“, so Enrico Rümker.

Bei einer Urabstimmung vom 28. Februar bis 3. März hatten sich 98,6 Prozent der ver.di-Mitglieder für Streik ausgesprochen. Der zurzeit geltende Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich und muss von allen Firmen angewendet werden, die Bodenverkehrsdienstleistungen anbieten. Tätig sind in Tegel und Schönefeld über 2.000 Beschäftigte zurzeit neben der WISAG mit ihren Tochter- und Subunternehmen, die Aeroground Berlin GmbH, die Swissport Berlin GmbH, die Ground Solution Berlin GmbH und deren Tochterunternehmen und die AHS Berlin Aviation Handling Service.

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„Einer für alle – Tarifverträge, die für alle gelten!“

09.03.2017

ver.di

Unter dem Motto „Einer für alle“ startet ver.di heute (9. März 2017) eine bundesweite Kampagne zur Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen. „Wir wollen damit erreichen, dass die Tarifverträge in der Handelsbranche nicht nur für tarifgebundene Unternehmen, sondern branchenweit für alle Beschäftigten gelten. Tarifflucht darf sich nicht länger auszahlen“, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, zuständig für den Handel, heute in Düsseldorf.

Hintergrund der Kampagne ist die starke Tarifflucht der Unternehmen im Einzel- und Versandhandel, aber auch im Groß- und Außenhandel in den letzten Jahren. Nur noch etwa 30 Prozent der Branche sind tariflich gebunden. „Dadurch sind zigtausende von prekären und unterbezahlten Arbeitsverhältnissen entstanden“, so Nutzenberger.

Lohn und Gehalt der Beschäftigten der Branche reichen oft vorne und hinten nicht aus, weil die Bezahlung vor allem in den vielen tariflich ungebundenen Betrieben bis an die Armutsgrenze gerückt ist“, stellt Nutzenberger klar. „Wir fordern daher, dass dieser Unterbietungswettbewerb über Dumpinglöhne endlich aufhört. Um Tarifflucht und Lohndumping zu bekämpfen, fordern wir die Arbeitgeber, aber auch die Politik auf, endlich wieder allgemeinverbindliche Tarifverträge möglich zu machen. Kein Arbeitgeber darf sich mehr zu Lasten der Allgemeinheit, tarifgebundener Unternehmen und insbesondere auf den Rücken der Beschäftigten aus der Verantwortung stehlen. Tarifflucht darf sich nicht auszahlen“, so Nutzenberger.

Der Einzelhandel mit seinen 3 Millionen Beschäftigten ist eine Frauenbranche. Diese Branche ist geprägt von vielen Teilzeit- und Minijobs, was sich dramatisch auf die Renten der Beschäftigten auswirkt. Die Tarifflucht der Handelsunternehmen erhöht und verschärft das Risiko der Altersarmut der Beschäftigten zusätzlich.

Laut dem Tarifvertragsgesetz können Tarifverträge durch die Länderarbeitsministerien bzw. das Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt werden, und zwar auf Antrag der Tarifparteien. Dann gilt ein Tarifvertrag für die gesamte Branche, unabhängig davon, ob ein Unternehmen tarifgebunden ist oder nicht.

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