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Wehr.di, Mitteilungen für die Beschäftigten am Flughafen München

Jan Böwe

Welche Arbeitsbedingungen bei Ryanair herrschten, erklärte Hessens grüner Verkehrsminister Tarek Al-Wazir Anfang November verblüfften Abgeordneten der Opposition, gehöre nun wirklich nicht in seinen Zuständigkeitsbereich. Mit Sonderrabatten bei den Airportgebühren hatte die mehrheitlich im Landesbesitz befindliche Flughafengesellschaft Fraport gerade Europas größten Billigflieger nach Frankfurt geholt. „Bis heute war es für mich nicht vorstellbar“, sagte SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel, „dass ausgerechnet der Grüne Tarek Al-Wazir einem Gebührenmodell für Frankfurts Flughafen zustimmt, das dafür sorgt, dass man künftig für 9,99 Euro nach Mallorca fliegen kann.“

 

Die Episode zeigt auf, was sich in 25 Jahren verändert hat: im Luftverkehr, bei den Grünen, im ordnungspolitischen Selbstverständnis der öffentlichen Hand. Der Triumph der Billigflieger ist dabei nur eine, aber die auffälligste von tiefgreifenden Verschiebungen, die die zivile Luftfahrt von einer weitgehend staatlich organisierten Angelegenheit zu einem durch und durch kapitalistischen Business machten. Letzteres wird dieser Tage etwa durch Tarifauseinandersetzungen und Streiks wie bei der Lufthansa und ihren Tochterfirmen sichtbar.

Nirgends ist der Flugverkehr zuletzt so schnell gewachsen wie in Europa. Starteten 1990 noch 24,2 Millionen Fluggäste von deutschen Flughäfen, waren es 2014 schon 81,6 Millionen. Überdurchschnittlich stieg der Anteil innereuropäischer Flüge: der Wochenendtrip nach Berlin oder Barcelona als fester Bestandteil des Lifestyles einer neuen Konsumentengeneration.

Es wird immer dreckiger

Trotz schadstoffärmerer Triebwerke haben sich die Treibhausgasemissionen der zivilen Luftfahrt in diesem Zeitraum praktisch verdoppelt. Zwar liegt die Fliegerei mit EU-weit derzeit drei Prozent als Klimakiller immer noch deutlich hinter Industrie, Kraftwerken und Autoverkehr. Doch ihre Emissionen wachsen schneller als die jeder anderen Branche. Auf absehbare Zeit rechnet das Umweltbundesamt mit einem Anstieg des flugbedingten CO2-Ausstoßes um drei bis vier Prozent jährlich. Dazu kommen weitere Klimaeffekte in großer Flughöhe durch Stickoxide und Wolkenbildung, die mindestens noch einmal so gravierend sind wie die Folgen des CO2.

Wachstumsmotor ist fast ausschließlich die Billigfliegerei. 20 Jahre nachdem das Modell in den USA von Southwest Airlines entwickelt worden war, kopierte es die bis dahin eher unbedeutende irische Regionalfluggesellschaft Ryanair und eroberte in den späten 1990ern den europäischen Markt. „No frills“, kein Schnickschnack, ist die Devise. Gespart wird nicht nur bei „Extras“ wie Bordverpflegung, Beinfreiheit, Tageszeitungen oder Freigepäck. Ryanair ist berüchtigt für seine Niedriglohn- und Sozialdumpingstrategie: Ein in Deutschland lebender und arbeitender Vollzeit-Flugbegleiter erhält nach Angaben der Gewerkschaft UFO ein Bruttojahresgehalt zwischen 11.000 und maximal 18.000 Euro, hat aufgrund seines irischen Arbeitsvertrags keine deutsche Krankenversicherung, erwirbt keine deutschen Rentenansprüche und bekommt bei Entlassung nicht einmal Arbeitslosengeld – „no frills“ eben.

Nur rund jeder zweite Pilot bei Ryanair fliegt mit Festanstellung, zeigte 2014 eine EU-Studie. Nicht besser sei es beim Mitbewerber Norwegian Air Shuttle, 1993 in Oslo gestartet. Ryanair definierte Trends und Maßstäbe, andere zogen nach. 1998 kam die britische Easyjet als zweiter erfolgreicher Low-Cost-Carrier nach Deutschland, 2002 drängten die deutschen Billigfluggesellschaften Hapag-Lloyd Express, heute TUIfly, und Germanwings nach.

Die Lufthansa, die damals schon 24,9 Prozent der Germanwings-Aktien hielt, spielte frühzeitig mit im Billigfluggeschäft. Deutschlands ehemaliger „Flag Carrier“, der seine Sparprogramme für Personal und Kunden heute unter dem Label Eurowings bündelt, war bis 1997 komplett privatisiert worden. So ging es früher oder später fast allen staatlichen Fluggesellschaften in Europa: British Airways 1984, KLM 1986/87, Air France 1998, Iberia 2001, Swissair 2001/02. Parallel dazu wurden Flughäfen privatisiert, Sicherheitsdienste, Gepäckabfertigung, sogar die Flugsicherung.

Der Prozess war kein Naturereignis, sondern durch politische Entscheidungen in Gang gesetzt: für die USA durch den Airline Deregulation Act von 1978, in Europa durch diverse Liberalisierungsrichtlinien der EU seit 1987, die durch nationale Gesetze und Strategiepläne ergänzt und umgesetzt wurden. Weniger staatliche Regulation bei Zulassung, Streckenführung, Marktzutritt und Preisbindung würde zu mehr Effizienz und Wettbewerb, weniger staatlichen Subventionen und sinkenden Ticketpreisen sowie mehr Kundenfreundlichkeit führen – so die Erzählung, gegen die in jenen Jahren kaum jemand ankam.

Wie weit die handelnden Politiker sich nur vom neoliberalen Zeitgeist hatten anstecken lassen und welche Richtungsentscheidungen direkte Resultate konzertierter Lobbyarbeit waren, ist bemerkenswert wenig erforscht. Fest steht, dass mit dem Abflauen des industriellen Nachkriegsbooms in den 70ern jede Menge frei flottierendes Kapital weltweit nach neuen Anlagemöglichkeiten suchte und seine Lobby eine breite und strategisch angelegte Privatisierungsdebatte initiierte, die die kommenden Jahrzehnte prägen sollte.

Die Unterstützung der Politik beschränkte und beschränkt sich aber nicht darauf, marktfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Wie das aktuelle Beispiel Ryanair in Frankfurt zeigt, wird ganz praktisch und handfest ins „freie Spiel der Kräfte“ eingegriffen, wo immer es vertretbar scheint.

Nun erwartet man von Union und FDP nichts anderes. Aber auch Grüne, Linke, SPD und Gewerkschaften spielten das Spiel mehr oder weniger mit: Um den Flughafen Berlin-Schönefeld für Easyjet attraktiv zu machen, gründete der damals noch mehrheitlich im öffentlichen Besitz befindliche Abfertiger Globeground 2003 auf Druck des rot-roten Senats die Billiglohntochter Ground Service International aus. Betriebsrat und Verdi stimmten zu. 2007 wurde Globeground mitsamt der Billigtochter an den privaten Frankfurter Dienstleistungskonzern Wisag, einen der aggressivsten Player der Branche, verkauft. Vorher verzichteten die Beschäftigten mit einem Absenkungstarifvertrag noch auf ein Fünftel ihres Einkommens. Hätte man Easyjet erst einmal nach Berlin gelockt, könnte man das Niveau wieder anheben, so Verdis „Plan“. Er schlug völlig fehl. Nicht einmal zehn Jahre nach dem Startschuss für die Dumpinglohnstrategie bei Globeground arbeiteten 40 Prozent aller Bodenverkehrsbeschäftigten an deutschen Flughäfen im Niedriglohnsektor, oft zu Stundenlöhnen von weniger als acht Euro, mit Leiharbeitsquoten um 50 Prozent, schätzte 2012 der damalige Verdi-Fachgruppenleiter Luftverkehr, Ingo Kronsfoth.

Unselige Gewerkschafter

Zwei Jahre später wechselte Kronsfoth die Seiten und wurde Geschäftsführer bei der Wisag. Der Fall erinnert an den früheren ÖTV-Vorsitzenden Herbert Mai, der nach seiner Gewerkschaftskarriere 2001 für ein Jahrzehnt Arbeitsdirektor bei der gerade teilprivatisierten Fraport AG wurde. Beide stehen für eine unselige „Mauschel-Tradition“, eine Altlast, die Verdi aus der alten ÖTV geerbt hat. Schon immer fragwürdig, wurde sie in der Ära des finanzgetriebenen Kapitalismus völlig dysfunktional – jedenfalls aus Beschäftigtensicht.

Wenig verwunderlich ist es da, dass die Branche heute wohl die mit der höchsten Anzahl teilweise konkurrierender Gewerkschaften ist: Seit 1969 gibt es die Pilotenvereinigung Cockpit. Als eigenständige Gewerkschaft tritt sie allerdings erst seit der Jahrtausendwende auf. 1992 entstand die Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO aus einer ÖTV-Abspaltung. Nach eigenen Angaben ist sie beim Kabinenpersonal seit Jahren stärker als Verdi. 2004 gründeten die Lotsen der inzwischen voll auf Privatisierungskurs befindlichen Deutschen Flugsicherung ihre eigene Gewerkschaft GdF. Vorausgegangen war ein schlechter, von Verdi ausgehandelter Tarifvertrag.

Allerdings hat sich mittlerweile auch Verdi verändert. Mit harten Bandagen und mit Organizing an der Basis konnte die Gewerkschaft in den vergangenen Jahren beachtliche Lohnerhöhungen beim Sicherheitspersonal durchsetzen. Diesen Weg will man nun auch bei der Bodenabfertigung gehen. Mit einer Kampagne für einen Flächentarifvertrag aller deutschen Großflughäfen will Verdi den Unterbietungswettbewerb bei den Löhnen stoppen.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 47/16.

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Angebot inakzeptabel

 

Die Forderungen der EVG sind die richtigen

Von Rainer Perschewski

(Foto: EVG)

Erst vor zwei Wochen hat die Verhandlungsführerin der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Regina Rusch-Ziemba, auf dem kleinen Gewerkschaftstag die Bedingungen für einen Tarifabschluss beim größten Eisenbahnbetrieb, der Deutschen Bahn, für einen Tarifabschluss genannt: Wahlmöglichkeiten zwischen Urlaub, Lohnprozente oder Wochenarbeitszeitverkürzung, gleicher Abschluss für alle und Lohnerhöhungen. Rusch-Ziemba betonte, dass der Tarifabschluss nach vier Verhandlungsrunden erreicht werden soll und forderte die Delegierten des kleinen Gewerkschaftstages auf „die Winterstiefel anzuziehen“ und die Verhandlungen mit Protesten zu begleiten. Vor Verhandlungsbeginn der dritten Runde in der letzten Woche in Berlin formierten sich etwa zweihundert Eisenbahner zu einer überdimensionierten „7“, um ihre Forderung vom Verhandlungsfenster aus sichtbar deutlich zu machen. Mehrere Redner aus den unterschiedlichsten Bahnbereichen betonten auf der Kundgebung, dass die Forderungen der EVG die richtigen für die Kolleginnen und Kollegen seien.
Seitens des Bahnkonzerns wurde dennoch versucht, Gräben zwischen den Bahnbetrieben aufzumachen. Geringe Lohnerhöhungen und Ausnahmen für einige Bereiche sollen den unterschiedlichen Bedingungen in dem einheitlichen Unternehmen gerecht werden. Auch das Thema mehr Urlaub scheint für den Konzern schwer verdaubar. Dazu soll die Laufzeit des Tarifvertrages 27 Monate betragen. „Das ist für uns völlig inakzeptabel, wir werden keinen Tarifvertrag unterschreiben, der eine wie auch immer geartete Ungleichbehandlung vorsehen soll“, erklärte die EVG-Verhandlungsführerin. Dem Arbeitgeber müsse klar sein, dass dies einer der Knackpunkte in der augenblicklichen Tarifauseinandersetzung sei. „Da kriegen wir die Kolleginnen und Kollegen, wenn nötig, sofort vom Arbeitsplatz auf die Straße“, erklärte Regina Rusch-Ziemba. Die EVG fordert deutliche Nachbesserungen bis zum vierten Verhandlungstermin am 8. Dezember.

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05.12.2016
IG BAU
Am vergangenen Freitag, 2. Dezember, fand in Ismaning die zweite Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Ziegelindustrie Bayern statt. Nach mehrstündigen Verhandlungen ließen sich die Arbeitgeber zu einem „Angebot“ hinreißen. Sie bieten an:

Einen Abschluss für zwei Jahre: Im ersten Jahr eine Erhöhung um 2 Prozent, im zweiten Jahr eine Erhöhung um 1,6 Prozent.

Obwohl wir der Arbeitgeberseite nochmals unsere Forderungen deutlich gemacht haben, wurde uns dieses Angebot vorgelegt und nichts zu unseren Forderungen:
– Erhöhung der Löhne und Gehälter um 150 Euro in allen Lohn und Gehaltsgruppen monatlich.
– Erhöhung der Ausbildungsvergütungen in jedem Ausbildungsjahr um 75 Euro je Monat, sowie eine Regelung zur Ausbildungsförderung.
– Regelung zur Übernahme von Auszubildenden in der Ziegelindustrie in Bayern.
– Gewerkschaftsmitglieder erhalten eine angemessene Ausgleichszahlung für Ausfallstunden.

Das lässt nur den Schluss zu, dass die Arbeitgeber uns noch nicht so richtig verstanden haben; sorgen wir dafür dass sie verstehen was wir wollen!

Die Verhandlungen werden Ende Januar, Anfang Februar 2017 fortgesetzt.

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02.12.2016

ver.di

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Geschäftsführung der Eurowings haben heute Abend (2. Dezember 2016) ein Verhandlungsergebnis für die rund 460 Kabinenbeschäftigten bei Eurowings erzielt.

Danach erhöhen sich die Gehälter der Flugbegleiter zum 1. Oktober 2016 um 2,5 Prozent, am 1. Oktober 2017 um weitere 2,5 Prozent und zum 1. Oktober 2018 nochmals um 1,25 Prozent für den Zeitraum von sechs Monaten.

Für die Eurowings-Purser (Chefs de Cabine) wurde eine Tabelle erarbeitet, in der bisherige Zulagen und Zuschläge als Gesamteinkommen dargestellt werden. Diese Tabelle wird um 5 Prozent erhöht. Weitere Erhöhungen der Gehälter um 2,5 Prozent folgen zum 1. Oktober 2017 und 1,25 Prozent zum 1. Oktober 2018. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2019.

Für alle Beschäftigten wurden zudem Verbesserungen bei Mehrflugstundenvergütungen erzielt. Diese werden für die Laufzeit des Tarifvertrages ebenfalls an die Tabellenerhöhungen für die Flugbegleiter gekoppelt. Die Provisionsvergütungen werden auf 12 Prozent erhöht.

„Das ist für alle Flugbegleiter bei Eurowings ein sehr gutes Ergebnis“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Nachdem es über sieben Jahre keine tabellenwirksame Erhöhung gegeben hat, konnte ver.di jetzt einen Abschluss erreichen, mit dem die Gehälter tabellenwirksam deutlich angehoben werden. Das gute Ergebnis ist vor allem auch aufgrund der Bereitschaft der Beschäftigten erzielt worden, für ihre berechtigten Forderungen zu streiken und gemeinsam als ver.di zu erkämpfen.“

Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt einer Mitgliederbefragung. Die ver.di-Tarifkommission hat ihm bereits zugestimmt.

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ver.di fordert Bezahlung wie in anderen großen Kinoketten

30.11.2016

ver.di

Die erste Runde der Firmentarifverhandlungen für die rund 3.000 Beschäftigten der bundesweit etwa 50 Kinos der CineStar-Gruppe ist gestern am frühen Abend (29. November 2016) in Hamburg ergebnislos zu Ende gegangen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert eine Anpassung der Entgelttabelle an das marktübliche Niveau, damit die Beschäftigten so bezahlt werden, wie ihre Kolleginnen und Kollegen bei den Kinoketten UCI oder CinemaxX. Das würde, je nach Tätigkeit und Beschäftigungszeit, Lohnerhöhungen zwischen 60 Cent und 1,10 Euro pro Stunde bedeuten. Derzeit erhält ein Teil der Beschäftigten nur den Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Arbeitgeber lehnten die Forderung als zu hoch ab, legten jedoch kein eigenes Angebot vor.

„Bei den großen Kinoketten haben wir bundesweit eine nahezu gleiche Ausgangslage. Es ist unverständlich, warum die Beschäftigten bei CineStar nicht dasselbe verdienen sollen, wie die Beschäftigten anderer großer Kinoketten“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Schreckenberg.

Die Arbeitgeberseite verlangt nicht nur grundsätzlich niedrigere Entgeltsteigerungen, sondern will auch die je nach Kinostandort unterschiedlichen Entgelthöhen bei gleicher Tätigkeit beibehalten. „Wir haben uns auf diese Ausdifferenzierung 2012 eingelassen, um einen ersten Tarifvertrag zu realisieren. Diese große Anzahl unterschiedlicher Entgeltkategorien kann in diesem Umfang nicht mehr bestehen bleiben“, so Schreckenberg. ver.di verlangt, dass die Entgeltkategorien von fünf auf zwei reduziert werden.

Die Verhandlungen werden am 15. Dezember 2016 fortgesetzt.

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EVG-Pressemitteilung

Bei der Busverkehr Rheinland GmbH legen Busfahrer vorübergehend die Arbeit nieder. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit denen bereits Anfang Oktober begonnen wurde.

Bestreikt werden zunächst nur die vier Einsatzstellen Dormagen, Düren, Velbert und Wesel. Der Ausstand beginnt am 01.12. um 3:30 Uhr und soll fünfeinhalb Stunden bis um 9 Uhr dauern. Dadurch kann es massive Störungen im Berufs- und Schülerverkehr in den genannten Bereichen geben.

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 300 Beschäftigten zeichnet sich keine Lösung ab. „Die Geschäftsführung hat einen weitreichenden Kompromissvorschlag der EVG Tarifkommission abgelehnt“, erklärte der Verhandlungsführer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Carsten Ganser. Die Arbeitgeber suchen „offenbar nicht den Kompromiss, sondern die Eskalation.“

„Wir bedauern, dass wir auch die Fahrgäste treffen und bitten dafür um Verständnis“, so der Streikleiter der EVG, Ludger Ingendahl. „Aber wenn es nach vier Verhandlungsrunden in zentralen Punkten keine Lösung gibt, bleibt uns angesichts der Unbeweglichkeit der Arbeitgeberseite keine andere Möglichkeit, als Druck auszuüben. Die Mitglieder akzeptieren bereits, dass es übergangsweise bei der Umstellung der beiden geltenden Tarifvertragswerke zu einer stufenweisen Zusammenführung kommen muss.
Wir fordern aber, dass es bei der Bezahlung sowie bei den Zulagen keinen Unterschied mehr zwischen vor und nach dem 14.05.1996 eingestellten Busfahrern gibt.

Die Arbeitgeberseite lehnt dies aber bei einem zentralen Punkt (Aufwandsentschädigung für anrechenbare Arbeitszeit als Busfahrer) weiterhin ab. Das ist für unsere Mitglieder absolut inakzeptabel! Denn nach zahlreichen Zugeständnissen unserseits, ist unsere Kompromissbereitschaft nun aufgebraucht. Der Arbeitgeber hatte es in der letzten Verhandlungsrunde am vergangenen Montag selbst in der Hand, im Grunde ging es nur noch um 16 Cent pro Stunde bei der Aufwandsentschädigung für unsere Busfahrer, die auf das branchenübliche Niveau von 65 Cent angehoben werden muss.“, so Ingendahl.

An folgende Standorten kann es massive Störungen des Berufs- und Schülerverkehrs geben:
• Dormagen – Stadtverkehr
• Düren – Stadtverkehr
• Velbert – Stadtverkehr / Schnellbusverkehr
• Wesel – Stadtverkehr/ Überlandverkehr

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4. Verhandlungsrunde DB AG: Kommt zur Demo in Berlin!

EVG – Tarifrunde 2016

Mit der EVG gibt es nur einen Tarifabschluss – inhaltsgleich für alle Mitglieder. Einheitliche Lohnerhöhung, einheitliches Wahlrecht, einheitliche Laufzeiten. Eine Ungleichbehandlung werden wir nicht zulassen.

am 08.12. ab 13 Uhr
vor dem Hotel Maritim, Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin

Gemeinsam werden wir eine Spaltung der Eisenbahnerfamilie verhindern.

Einen Tarifabschluss gibt es nur, wenn das Wahlrecht zwischen mehr Urlaub, weniger Arbeitszeit oder mehr Geld so kommt, wie wir das wollen.

Und wenn die verhandelte Lohnerhöhung uneingeschränkt für alle Mitglieder
gleich gilt.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Werden wir im Dezember nicht am Verhandlungstisch fertig, müssen wir eine deutlich härtere Gangart einschlagen. Auch das werden wir am 8. Dezember gemeinsam deutlich machen.

Wahlmodell kommt – die Frage ist jetzt wie? / EVG will Spaltung der Eisenbahnerfamilie verhindern / Nachbesserungen gefordert

EVG-Pressemitteilung

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist ihrem Ziel, für EVG-Mitglieder im Tarifvertrag eine Wahlmöglichkeit zwischen mehr Urlaub, einer Verringerung der Arbeitszeit oder mehr Geld zu vereinbaren, deutlich näher gekommen.

„Der Arbeitgeber hat uns hierzu ein erstes Angebot unterbreitet, damit ist unsere diesbezügliche Forderung schon mal grundsätzlich akzeptiert“, machte die EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba deutlich.

„Die Frage ist jetzt nicht mehr, ob wir ein Wahlrecht bekommen, die spannende Frage ist nun, wie wir dieses ausgestalten können“, erklärte Regina Rusch-Ziemba. „Die große Herausforderung für uns wird jetzt sein, die drohende Spaltung der Eisenbahnerfamilie zu verhindern“, stellte sie fest.

Denn: der Arbeitgeber habe erklärt, dass es nach seiner Auffassung bei der Wahlmöglichkeit – zwischen einer Stunde Arbeitszeitverkürzung, sechs Tagen mehr Urlaub oder weiteren 2,5 Prozent mehr an Geld – Einschränkungen im Geltungsbereich geben müsse. Und: „Statt, wie gefordert, sechs Tage mehr Urlaub sind uns lediglich arbeitsfreie Tage angeboten worden, das haben wir strikt zurückgewiesen“, machte die EVG-Verhandlungsführerin deutlich. Auch die zu verhandelnde Lohnerhöhung solle nicht an alle Beschäftigten gleichermaßen in voller Höhe ausgezahlt werden.

„Das ist für uns völlig inakzeptabel, wir werden keinen Tarifvertrag unterschreiben, der eine wie auch immer geartete Ungleichbehandlung vorsehen soll“, erklärte die EVG-Verhandlungsführerin. Dem Arbeitgeber müsse klar sein, dass dies einer der Knackpunkte in der augenblicklichen Tarifauseinandersetzung sei. „Da kriegen wir die Kolleginnen und Kollegen, wenn nötig, sofort vom Arbeitsplatz auf die Straße“, erklärte Regina Rusch-Ziemba. Zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde hatte es bereits erste Protestaktionen gegeben. EVG-Mitglieder hatten in Berlin und an verschiedenen Standorten gegen die vom Arbeitgeber beabsichtigte Spaltung der Eisenbahnerfamilie demonstriert.

Die EVG-Verhandlungsführerin kündigte an, den aktuellen Verhandlungsstand umgehend in den zuständigen Gremien zu diskutieren. Die entsprechenden Delegationen waren bereits am Mittag in Berlin zusammengekommen und bewerten derzeit erneut den Sachstand.

Die DB AG hatte in der dritten Verhandlungsrunde, wie von der EVG gefordert, zu allen Forderungen verhandlungsfähige Angebote vorgelegt. „Klar ist allerdings schon jetzt, dass zwischen dem, was wir fordern und dem, was jetzt auf dem Tisch liegt, noch gravierende Unterschiede bestehen. Damit sind wir noch lange nicht zufrieden, da muss deutlich nachgebessert werden“, machte die EVG-Verhandlungsführerin deutlich. So sei die angebotene Lohnerhöhung in Höhe von 1,5 Prozent im Volumen völlig inakzeptabel. Auch eine Laufzeit von 27 Monaten komme für die EVG nicht in Frage.

Die Tarifverhandlungen zwischen der EVG und der DB AG werden am 8. Dezember 2016 fortgesetzt. „Wir wollen noch vor Weihnachten einen für alle Mitglieder einheitliche Tarifvertrag abschließen, ansonsten werden wir eine härtere Gangart einschlagen“, erklärte Regina Rusch-Ziemba. Diese Botschaft sei heute hoffentlich angekommen.

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27. November 2016

Vereinigung Cockpit Pressemitteilung

Kurzfristig anberaumtes Spitzengespräch zwischen Vereinigung Cockpit und Lufthansa ergebnislos

Fortführung des Arbeitskampfes bei Lufthansa. Streikankündigung für Dienstag, 29.11.16, 00:01 bis 23:59 Uhr auf der Kurzstrecke und für Mittwoch, 30.11.16, 00:01 bis 23:59 Uhr, auf der Kurz- und Langstrecke

Die Vereinigung Cockpit (VC) führt ihren Arbeitskampf bei Lufthansa fort. Für Dienstag, den 29.11.2016 werden in der Zeit von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr alle Piloten der Kurzstrecken-Flotten zum Streik aufgerufen. Für Mittwoch, den 30.11.2016 werden in der Zeit von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr alle Piloten der Kurz- und Langstrecken-Flotten zum Streik aufgerufen. Es sind jeweils alle Flugverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen.

„Leider hat ein kurzfristig anberaumtes heutiges Spitzengespräch zum Vergütungstarifvertrag kein Ergebnis gebracht. Es liegt weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot der Lufthansa zur Vergütung der Piloten vor, so dass die Arbeitskampfmaßnahmen weitergeführt werden müssen.“ so Jörg Handwerg, Mitglied des VC-Vorstandes. “Es ist völlig unverständlich, dass ein Tarifpartner sich nach wie vor strikt weigert zumindest ein Angebot vorzulegen auf dessen Basis man verhandeln kann.“

Die VC bedauert die Auswirkungen auf die betroffenen Passagiere, Kabinenbesatzungen und Bodenmitarbeiter. Passagiere mögen sich hinsichtlich ihrer geplanten Flugverbindungen bitte direkt an Lufthansa wenden, da nicht alle Flüge bei den Konzerntöchtern bestreikt werden und nur das Unternehmen selbst sagen kann, welche Flüge durchgeführt werden.

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Erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit im Fokus

EVG- Pressemitteilung

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, hat auf dem kleinen Gewerkschaftstag der EVG in Fulda eine positive Bilanz der Arbeit der zurückliegenden zwölf Monate gezogen. So sei die EVG bei den jüngsten Wahlen wieder als maßgebliche Kraft in den Betrieben bestätigt worden.

Bei den Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung konnten die Bewerberinnen und Bewerber der EVG mehr als 94 Prozent aller Mandate erringen. Auch bei den vorangegangenen Personalratswahlen hatte die EVG ihr Wahlergebnis deutlich verbessert; ein Stimmenplus von 3,3 Prozent bedeutet 76,3 Prozent im Ergebnis. Und bei den Aufsichtsratswahlen bei der Transdev konnten, gemeinsam mit verdi, alle Mandate geholt werden.

„Diese Ergebnisse sind eindeutig und Bestätigung dafür, dass unsere Arbeit bei den Kolleginnen und Kollegen ankommt und von diesen mitgetragen wird“, so Kirchner.

Der EVG-Vorsitzende verwies gleichzeitig auf die zahlreichen erfolgreichen Tarifverhandlungen, die auch in den zurückliegenden Monaten von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft geführt worden seien. „Wir setzen unsere Forderungen durch, wenn nötig auch im Arbeitskampf, wie wir bei der Bayerischen Oberlandbahn gezeigt haben“, so Kirchner. Auch in der aktuellen Tarifrunde setzte die EVG ganz eigene Akzente. „Das von uns geforderte Wahlmodel ist wegweisend, das wollen wir jetzt bei der DB AG uneingeschränkt für alle unsere Mitglieder durchsetzen“, machte Alexander Kirchner deutlich.

Erfolgreich sei die EVG auch in ihrer politischen Arbeit gewesen. „Die Verankerung einer Soll-Vorschrift beim Personalübergang im Schienenpersonennahverkehr, die wir in der Neufassung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen verankern konnten, schützt die Beschäftigten vor Nachteilen im politisch gewollten Wettbewerb“, machte Kirchner deutlich. Jetzt müsse, wer eine Ausschreibung von Nahverkehrsleistungen gewinnt, die bisher Beschäftigten übernehmen oder deutlich machen, warum das nicht möglich sein soll. „Das wird so manchem schwer fallen; wir beobachten sehr genau, was nun um Markt passiert, um im Bedarfsfall rechtzeitig im Sinne der Beschäftigten intervenieren zu können“, erklärte der EVG-Vorsitzende.

Auch im Eisenbahnregulierungsgesetz habe die EVG deutliche eigene Akzente setzen können. Kirchner erinnerte die Delegierten des kleinen Gewerkschaftstages an die große Demonstration der EVG, zu der Anfang Juli mehr als 1.000 Eisenbahnerinnen und Eisenbahner aus ganz Deutschland vor das Bundesverkehrsministerium gezogen seien. „In quasi letzter Minute und dank des großartigen Einsatzes unserer Mitglieder konnten wir erreichen, dass durch dieses Gesetz die Bedingungen für den Güter- und Fernverkehr nicht verschlechtert wurden“, so Kirchner.

Im Rahmen seiner Grundsatzrede beleuchtete der EVG-Vorsitzende zudem die politische Entwicklung in Deutschland und deren Auswirkungen auf die gewerkschaftliche Arbeit. „Das Erstarken rechter Kräfte ist keine Eintagsfliege und wird die Bildung stabiler Regierungen erschweren“, mahnte Kirchner, auch im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl. Neue Koalitionen hätten unweigerlich Auswirkungen auf die künftige Schienenpolitik des Bundes – und so manche denkbare Konstellation lasse nichts Positives vermuten. „Deshalb werden wir als Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft auch in den nächsten Jahren vehement für eine zukunftsfähige Eisenbahn eintreten“, so Alexander Kirchner vor den Delegierten des kleinen Gewerkschaftstages der EVG in Fulda.

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Die Pilotenvereinigung Cockpit hat ihren ursprünglich für Mittwoch angesetzten eintägigen Streik auf den heutigen Donnerstag und morgigen Freitag ausgeweitet. Sie fordert ein verhandlungsfähiges Angebot der Lufthansa. Auch in der Papierindustrie gib es erste Warnstreiks mit denen die Gewerkschaftsforderungen für die diesjährige Tarifrunde unterstützt werden.

ver.di fordert verhandlungsfähiges Angebot

24.11.2016

ver.di

ver.di verlangt für die am Freitag (25. November 2016) stattfindende zweite Verhandlungsrunde für die rund 100.000 Beschäftigten der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber (Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung). ver.di fordert für das Ende Oktober 2016 ausgelaufene Tarifabkommen eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent. Bundesweit unterstrichen in dieser Woche mehrere Hundert Beschäftigte diese Forderung mit betrieblichen Aktionen und kurzfristig angesetzten Warnstreiks.

„Die Arbeitgeberseite redet die Situation der Branche absichtlich schlecht, um auf Lohnzurückhaltung zu pochen. Das ist ein durchsichtiges Manöver. Die Umsätze steigen, die Produktivität nimmt an Fahrt auf und die Verkaufspreise für Waren der Papierverarbeitung steigen. Die Beschäftigten erleben eine permanente Leistungsverdichtung und haben eine Wertschätzung für ihre Arbeit verdient. Unsere Forderung von fünf Prozent mehr Lohn ist ausgewogen und angemessen. Wir erwarten nun ein verhandlungsfähiges Angebot“, sagte Frank Werneke, ver.di-Verhandlungsführer und stellvertretender ver.di-Vorsitzender.

Weitere Informationen auf https://verlage-druck-papier.verdi.de/papier/tarifrunde-2016

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